Die beiden letzteren Arbeiten hatten die Zielsetzung, die Bedeutung von Prostacyclin für die Intensivmedizin zu erforschen. Prostacyclin, für dessen erste Beschreibung sein Entdecker, John Vane, 1982 den Nobelpreis erhielt, ist ein überall im Körper von Gefäßwandzellen produziertes Gewebshormon, das eine große Rolle für die Regulation der Durchblutung des Kapillarnetzes, also mikroskopisch kleiner Blutgefäße, spielt. Dr. Brinkmann konnte zunächst den Nachweis erbringen, daß es bei großen Bauchoperationen in der Magen-, Darm- und Leberregion zu einer erheblich vermehrten Produktion dieses Gewebshormons kommt, die entscheidend ist für die Aufrechterhaltung der Durchblutung der Bauchorgane sowie ihrer normalen Schutzfunktion gegen den Übertritt von Keimen aus dem Darm in die Blutbahn.
Beim diesjährigen Symposium in Brüssel, an dem etwa 3000 Ärzte und Wissenschaftler aus aller Welt teilnahmen, gelang nun Dr. Karl Träger aus derselben Arbeitsgruppe der »Hattrick«: für seine Arbeit »Positive end-expiratory pressure and hepatic metabolic performance in septic shock« erhielt er die begehrte, mit DM 5000.-- dotierte Auszeichnung, den 1. Posterpreis. Dr. Träger hat bei Patienten, die nach großen Operationen und schweren Unfällen im Zuge einer lebensbedrohlichen Infektion einen Herz- und Kreislaufzusammenbruch erlitten hatten, die Auswirkung einer künstlichen Überdruckbeatmung auf die Durchblutung, Sauerstoffversorgung und Stoffwechselleistung der Leber, des zentralen »Chemielabors« des Körpers, untersucht.
Träger konnte zeigen, daß steigende Drücke bei der Beatmung zwar in der Regel die Funktion der Lunge günstig beeinflussen, die Sauerstoffversorgung der Leber jedoch beeinträchtigen können. Diese verminderte Sauerstoffversorgung kann in Einzelfällen sogar mit einer verschlechterten Stoffwechselleistung der Leber einhergehen. Die Untersuchungen erbrachten damit den Nachweis, daß die bislang auf den Intensivstationen üblichen Überwachungsmethoden die Auswirkungen allgemein üblicher Behandlungsformen unter Umständen nur unvollkommen erfassen. Demgegenüber gestatten die in Ulm erarbeiteten und praktizierten Methoden eine genauere und umfassendere Bewertung derartiger Behandlungsverfahren ohne zusätzliche Belastung der Patienten.
Bei der Preisverleihung betonte der Präsident der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin, Prof. Dr. Lambert Thijs, Amsterdam, daß neben der Studie von Dr. Träger die Leistung der Ulmer Universitätsklinik für Anästhesiologie insgesamt besonders hervorzuheben sei. Schon allein die Tatsache, daß innerhalb von 12 Monaten dreimal hintereinander Arbeiten dieser Klinik ausgezeichnet wurden, sei außergewöhnlich. Es müsse zudem beachtet werden, daß neben der preisgekrönten Untersuchung noch mehrere andere Beiträge aus Ulm in die engere Auswahl zu prämiierender Studien gekommen seien.
Ein anderes, von einem gänzlich anderen Lösungsansatz ausgehendes Verfahren der Ulmer Wissenschaftler erlaubt die schnelle und unkomplizierte Synthese aller denkbaren Sequenzen einer vorgegebenen Länge (z.B. 65536 Octamere) auf partikulärem Trägermaterial, wobei jedes individuelle Trägerteilchen genau eine Sequenz trägt. Beide Konzepte können problemlos auf andere (Bio-)Makromoleküle übertragen werden. So lassen sich Oligonucleotid-Bibliotheken aufbauen, die für biomedizinische Anwendungen (Diagnostik) und Wirkstoffentwicklung ebenso nützlich sind wie für den vielseitigen Einsatz in der Grundlagenforschung.
Die auf der Messe gezeigte Version des PIPS-Verfahrens benutzt zur Detektion der getrennten Verbindungen die Hochleistungs-Flüssigchromatographie (High Performance Liquid Chromatography, HPLC). Der technische Trick von PIPS besteht zum einen in der Nutzung sowohl der polaren als auch der unpolaren Eigenschaften des Festphasenextraktionsmaterials auf ein und derselben Säule, zum anderen in einem neuen Verfahren (Patentanmeldung in Vorbereitung) zum Übergang von nicht mit Wasser mischbaren Lösungsmitteln auf solche, die mit Wasser mischbar sind. Da letzterer Vorgang ohne Einschaltung externer Gefäße in einem geschlossenen System abläuft, lassen sich Substanzverluste durch Umfüllen vermeiden. Gleichzeitig dient diese Anordnung der Stabilität empfindlicher Proben und somit der Sicherheit im Labor.
Alle bisher untersuchten Steroide, mehr als 50 an der Zahl, lassen sich mit PIPS isolieren. Aufgrund der bereits gewonnenen Daten und der Kenntnis der jeweiligen molekularen Struktur wiederum lassen sich zuverlässige Vorhersagen über die jeweils erfolgversprechendste Analysevariante neuer Verbindungen treffen. Zu den potentiellen Einsatzgebieten von PIPS gehören neben der medizinischen Diagnostik und Arzneimittelüberwachung auch Lebensmittelkontrolle (Steroide in der Kälbermast) und Drogenanalytik. Auch bei der Probenvorbereitung im Rahmen der Grundlagenforschung soll sich das Analysesystem der Ulmer Naturheilkundler bewähren.
Die Mitochondrien sind, vereinfachend gesagt, die Lungen der Pflanzenzellen: stäbchenförmige bis kugelige Bestandteile des Zellplasmas, die vorrangig der sauerstoffabhängigen Energiegewinnung, sprich: der Atmung dienen. Das war nicht immer so. Ursprünglich existierten die von zwei Membranen umschlossenen Mitochondrien als selbständige Bakterien, bis sie - vor etwa 2,7 Milliarden Jahren mag es gewesen sein - mit anderen Einzellern zu primitiven Ur-Pflanzen verschmolzen. Im Lauf der Evolution haben sie sukzessive beinahe ihre ganze Erbinformation - bis auf etwa ein bis zwei Prozent, schätzt der Ulmer Botaniker - an den zentralen Zellkern abgegeben: eine Art Datenübertragung von Diskette nach Festplatte, informationstechnisch sinnvoll, weil letztere respektive der Zellkern die Daten rationeller verwaltet. Diese Verlagerung und Zentralisierung der Information von der Peripherie in den Zellkern (in umgekehrter Richtung findet sie nur äußerst selten statt) ist bis heute nicht abgeschlossen.
Alle uns bekannten Lebewesen übertragen ihre in der Desoxyribonukleinsäure, englisch abgekürzt DNA, gespeicherte Erbinformation zunächst in RNA (Ribonukleinsäure), und erst diese kodiert für das Protein. Im Tierreich ist dies ein ziemlich direkter Prozeß, der prinzipiell immer nach demselben Schema abläuft: wer die Reihenfolge der Nukleotidbausteine in der DNA kennt, kennt auch die zugehörige, spiegelbildliche RNA, und wer die RNA kennt, kennt das nach ihrer Anweisung gebaute Protein. Abweichungen sehen wir allenfalls in Form von Fehlern, den Mutationen, die auf lange Sicht für die Auslese der Evolution unverzichtbar, auf höheren Entwicklungsstufen jedoch meist nicht lebens- und fortpflanzungstauglich sind.
Die Pflanzen jedoch machen es spannend - noch nicht im ersten Schritt, von DNA nach RNA, da halten sie sich an die Regeln. Aber bei der Proteinsynthese folgt die Pflanze nicht exakt den Bauanweisungen der RNA. Einzelne Nukleotide werden ausgetauscht, und zwar nicht irrtümlich und nicht wahllos, sondern konsequent nach einem bestimmten System - nur weiß bisher kein Mensch, nach welchem. Die Sequenz und damit die Struktur des schließlich synthetisierten Proteinmoleküls ist also in den Mitochondrien der Pflanzen nicht genau durch die Desoxyribonukleinsäure vorgegeben.
»Entscheidend bei diesem durch Enzyme gesteuerten Vorgang«, erklärt uns Brennicke, »ist die Umwandlung einzelner Nukleotide in der kettenförmigen Ribonukleinsäure. Auf diese Weise wird Cytosin zu Uridin und gelegentlich auch umgekehrt Uridin zu Cytosin.« Daß hierbei jeweils nur ganz bestimmte Cytosine ausgewählt werden, ist die Voraussetzung dafür, daß am Ende überhaupt funktionsfähige Proteine entstehen. Die Umwandlung selbst ist chemisch recht unkompliziert, auch mehrere Enzyme, die sie herbeiführen können, sind bekannt. Offen ist bis heute die Frage nach der genetisch vererbten Grundlage dieser Veränderungen: Wer oder was ist der molekulare Chefredakteur, und wie trifft er seine Entscheidungen?
Was Brennicke an den Mitochondrien studiert, läßt sich prinzipiell im gesamten Prozeß der pflanzlichen Vererbung beobachten. Und man liegt nicht falsch zu vermuten, daß auch die fortpflanzungstechnisch viel konservativere Fauna bei der Übertragung von RNA nach Protein hin und wieder mit der Korrekturtaste zu Werke geht. Ob sogar die eine oder andere funktionskritische Stelle der Erbinformation von solchen Veränderungen betroffen ist, vermag Brennicke als Botaniker nicht zu klären. Der entließ die Hörer seiner Antrittsvorlesung lediglich mit der Faustregel: »Die Gesetze der Biologie sind variabel, niemals allgemeingültig.«
Seinerzeit überraschend genug, entsprach diese Entdeckung pathogener Zusammenhänge doch dem, was man schulgemäß von einem Bakterium erwarten konnte. Im Verlauf der folgenden Jahre aber verblüffte Helicobacter pylori die Fachwelt ein weiteres Mal: epidemiologische Studien nämlich gaben deutliche Hinweise auf eine ursächliche Beziehung zwischen Helicobacter-Infektionen und Magenkrebs.
Wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, weiß man bis heute nicht genau. Noch vor zehn Jahren, als 1988 in Bordeaux die erste Helicobacter-Tagung stattfand, befaßten sich bundesweit kaum 20 Wissenschaftler - unter anderem PD Dr. Günter Bode an der Universität Ulm - mit dem seinerzeit exotischen Thema, das heute weltweit zu einer festen Größe in der internationalen gastroenterologischen Forschung geworden ist. So versammelte der Kongreß »Helicobacter pylori and Gastric Cancer: State of the Art« am 23. und 24. Februar 1996 im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus, den Prof. Dr. Guido Adler, Leiter der Abteilung Innere Medizin I der Universität Ulm, und sein Mitarbeiter PD Dr. Günter Bode ausgerichtet hatten, rund 300 international anerkannte Helicobacter-Spezialisten aus 30 Ländern in Vorträgen, Arbeitssitzungen und begleitenden Posterdemonstrationen.
Die Schnittstelle zwischen Bakterium und Tumor lokalisieren die Mediziner im Immunsystem: der Erreger löst spezifische Immunreaktionen des Magens aus, er scheint direkt oder indirekt die Ausdifferenzierung von T-Zellen, die Produktion entzündungsfördernder Zytokine und die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren zu beeinflussen. Um die individuelle Magenkrebsgefährdung nach Helicobacter-pylori-Infektion zu ermitteln, haben Mediziner und Epidemiologen in München/Großhadern und Bayreuth einen Risiko-Index entwickelt, der unter anderem die geringere Magenkrebshäufigkeit bei Patienten mit Zwölffingerdarmgeschwüren berücksichtigt.
Italienische Wissenschaftler sind derweil auf der Suche nach einem Impfstoff. Bis er gefunden oder das Bakterium tatsächlich ausgerottet ist, rät Prof. Dr. Peter Malfertheiner (Abteilung Innere Medizin der Universität Magdeburg, früher Ulm), Mitglied des wissenschaftlichen Beirates beim Helicobacter-Kongreß, den Angehörigen von Magenkrebspatienten zu erhöhter Wachsamkeit, da sie via Helicobacter-pylori-Infektion dem erhöhten Risiko einer Magenkrebserkrankung ausgesetzt sind.
Im Hinblick auf »Die Zukunft der EDV-Entwicklung in der Prüfungs- und Studentenverwaltung«, konstatierte Ederleh in seinem so überschriebenen Referat, nehme die Universität Ulm nicht nur unter den baden-württembergischen Hochschulen, sondern bundesweit die führende Stellung ein. Dies verdanke sie der vollständigen EDV-Umstellung auf die Unix-basierten Systeme. Darüber hinaus hat sie als Pilotuniversität für die Bundesrepublik Deutschland ein Prüfergeld-Abrechnungsprogramm entwickelt, das sich im vergangenen Jahr im Echtlauf bewährt hat und nun bundesweit zur Auslieferung angeboten wird.
Kanzler Dr. Dietrich Eberhardt berichtete in seiner Ansprache unter anderem, daß der baden-württembergische Rechnungshof den Nutzen dieser Systeme dadurch bestätigt habe, daß er die Einführung des Studentenorganisationssystems und des Zulassungsverfahrens ZUL-Unix auch den übrigen Landesuniversitäten dringend empfohlen hat.
Prof. Dr. Hans Peter Großmann, Leiter des Rechenzentrums der Universität Ulm, mit seiner Verwaltungsgruppe ebenfalls an den Projekten beteiligt, referierte zum Stand verschiedener Hochschul-EDV-Projekte. Er geht von einer weiteren Verbesserung der EDV-Ausstattung an den baden-württembergischen Hochschulen aus. Oberregierungsrat Maximilian Simon schließlich, Leiter des Dezernats II (Studium und Lehre), verwies auf den Servicegewinn für Studienbewerber und eingeschriebene Studenten. Die während des Studiums erzielten Einzelnoten, können nun wie ein Bankkontoauszug abgerufen und EDV-gestützt zu fertigen Zeugnissen verarbeitet werden. Alle Beteiligten sehen gute Voraussetzungen auch für die fernere Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Studenten- und Prüfungsverwaltungs-EDV.
Die Malaria, auch unter den Namen »Sumpffieber« und »Wechselfieber« bekannt, eine Infektionskrankheit, ist vor allem in feuchtwarmen Tropengebieten, aber auch in Italien und auf dem Balkan verbreitet, und noch vor 120 Jahren gab es eine Epidemie in Ulm, ausgebrochen unter den italienischen Festungs-Bauarbeitern. In der Folge des in einer Reihe von Ländern greifenden Verbots des Einsatzes von DDT, unter dessen Anwendung als Insektizid auch die Malaria-Überträgerin Anopheles erheblich gelitten hatte, lebt die Malaria gegenwärtig wieder auf.
Die Erreger, verschiedene Plasmodium-Arten, leben als Parasiten in der Anopheles-Mücke und werden von ihr via Stachel auf den Menschen als Zwischenwirt übertragen. Durch einen erneuten Stich nimmt die Mücke mit dem eingesaugten Blut des Menschen den zu den Sporozoen gehörenden Parasiten in einem bestimmten Entwicklungsstadium erneut auf, so daß sich der Generationszyklus von Plasmodium schließen kann. Von Mensch zu Mensch ist die Malaria nur durch Bluttransfusion übertragbar. Wer sich deshalb - was bei der Spende abgefragt wird - in Endemiegebieten aufgehalten hat, scheidet als Blutspender aus.
Das zunehmend häufige Auftreten des Tropen- hat viel mit dem Reisefieber zu tun. Geschätzte 500 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr weltweit als Touristen unterwegs. Die Zahl der Auslandsreisen hat sich seit 1979 mehr als verdreifacht und steigt weiter. Hinzu kommt - ausgelöst durch allgemeine Medikationsvorbehalte und Nebenwirkungsbesorgnisse - eine fatale Neigung zur Inkomplianz gegenüber dem Prophylaxe-Regime. Ungebrochen ist zudem der Trend zur Last-Minute-Reise, der die Problematik gegebenenfalls insofern verschärfen kann, als bei diesem Reisemodus vielfach der Gang zum Arzt unterbleibt, der vor dem Besuch von Infektionsgebieten angezeigt wäre.
943 deutsche Urlauber, weiß die Meldestatistik, haben sich 1995 mit Malaria infiziert - 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Vier von fünf der deutschen Malaria-Importe stammen aus den Endemiegebieten Afrikas - von den besonders problematischen Infektionen durch Plasmodium falciparium waren 1994 sogar 92% afrikanischen Ursprungs -, zu den derzeit wichtigsten Infektionsgebieten zählen außerdem Indonesien, Indien und Thailand.
Die Malaria-Prophylaxe ist nicht einfach ein Pieks in den Oberarm, sondern ein komplexes Programm, das rechtzeitig vor Urlaubsantritt begonnen werden und durch zusätzliches Mitführen von Malariamitteln ergänzt werden sollte. Mit diesem Aufwand scheint das Gros der Urlauber überfordert - mehr als die Hälfte der gefährdeten Reisenden verzichtet auf das Vorsorge-Angebot, obwohl Apotheken und Reiseführer bis hin zum Urlaubsprospekt regelmäßig auf die Risiken hinweisen.
Tropenmedizinische Beratung bieten an der Universität Ulm nicht nur ärztliche Sprechstunden, sondern auch ein Anrufbeantworter mit der Nummer (0731)502-4427.
Schwerflüchtige persistente Organochlorverbindungen wie die polychlorierten Biphenyle und Komponenten der 1938 von P. Müller als hochwirksames Insektizid erkannten Substanz Dichlordiphenyltrichloräthan (DDT) wurden erstmals 1966 in Fischen der Ostsee gefunden, inzwischen auch in den entlegensten Gebieten unserer Erde. Polychlorierte Biphenyle und eine Vielzahl von Organochlorinsektiziden konnten in der Atmosphäre und Hydrosphäre der Antarktis und Arktis, in Pinguineiern sowie in Walen und Robben aus der Antarktis und Arktis nachgewiesen werden.
Infolge dieses Akkumulationstatbestandes wächst die Belastung mit der Länge der Nahrungskette. Nahrungskettenendständige Lebewesen sind mithin am stärksten belastet, weil sie bereits akkumulierte Schadstoffmengen in Gestalt der Xenobiotica-Depots ihrer Beutetiere aufnehmen. »Iß nie einen Räuber« lautet eine sich daraus ableitende Grundregel für denjenigen, der seine Belastung mit Schadstoffen minimieren möchte.
Am Ende der Nahrungskette, die im Umweltkompartiment Biosphäre als Transportmedium dient, befinden sich für den marinen Bereich die Meeressäugetiere. Sie sind wegen ihrer hohen trophischen Stufe und ihrer hohen Lebenserwartung besonders effektive und nachhaltige Akkumulanten von Umweltchemikalien. Diese Tiergruppe ist daher ein wichtiger Indikator für langfristige Auswirkungen der Umweltverschmutzung der Meere durch Xenobiotika.
Dr. Mößners Interesse galt den polychlorierten Biphenylen (PCBs), Hexachlorzyklohexanen (HCHs) sowie dem DDT. PCBs finden neben ihrer Rolle als Weichmacher zum Beispiel als Dielektrikum in Transformatoren und Kondensatoren Verwendung und gelangen so auch in die Umwelt. Weitere Quellen sind die Hausmüllverbrennung und Mülldeponien. Unter den HCHs - einer Gruppe von Strukturisomeren - hat das Gamma-HCH (Lindan) Popularität als Insektizid. Auch DDT ist, wie schon gesagt, als solches bekannt.
Im Rahmen der Arbeit wurden verschiedene Meeressäuger analysiert, die sich sowohl im Lebensraum, in der Stellung innerhalb der Nahrungskette und im Alter als auch im Nahrungsverhalten unterscheiden. Einbezogen waren zwei Robbenarten (der Nördliche Seebär aus dem Nordpazifik (Callorhinus ursinus) und der Seehund aus dem Nordatlantik (Phoca vitulina)), drei Zahnwalarten (der Beluga aus dem Nordpolarmeer (Delphinapterus leucas), der Langflossen-Grindwal aus dem Nordatlantik (Globicephala melaena) und der Gewöhnliche Delphin aus dem Nordatlantik (Delphinus delphis) und eine Bartenwalart (der Grönlandwal aus dem Nordpolarmeer, Balaena mysticetus), davon zum Teil mehrere Tiere sowie verschiedene Organe. Dr. Mößner untersuchte die Aufnahme von Xenobiotika über die Nahrungskette sowie den intrakorporalen und interkorporalen Transport (Mutter---->Fötus, Kalb) dieser Substanzen.
Die Aufnahme von Xenobiotika in den Meeressäugerorganismus erfolgt hauptsächlich über die Nahrung. Nach der Resorption findet im Körper des Tieres eine Verteilung der aufgenommenen anthropogenen Verbindungen statt. Als Transportmedium dient der Blutkreislauf. Es kommt zu einer Verteilung und Akkumulation der schwerflüchtigen Organochlorverbindungen auf die verschiedenen Organe. Diese organspezifische Verteilung ist abhängig von der Fähigkeit der betreffenden Verbindung, durch die Zellmembran des einzelnen Organs zu gelangen, sowie von ihrer Affinität zum jeweiligen Organ. Mit der Zeit stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Resorption, Metabolismus und Ausscheidung der anthropogenen Verbindung ein, das von den physikochemischen Daten der jeweiligen Verbindung, den substanz- und organspezifischen Abbaureaktionen sowie dem Neueintrag der Verbindung bestimmt wird. Aufgrund ihrer lipophilen Eigenschaften durchdringen die hier untersuchten Organochlorverbindungen die Zellmembranen der Organe relativ leicht und verteilen sich im gesamten Organismus. Die Akkumulation der lipophilen anthropogenen Substanzen findet bevorzugt im Fettgewebe statt.
Für höhere Organismen ist es lebensnotwendig, daß das Gehirn keinen zeitweisen Veränderungen in der Zusammensetzung des Blutes, z.B. nach Mahlzeiten oder körperlicher Anstrengung, ausgesetzt wird. Für die Erhaltung eines stabilen inneren Milieus sorgt die Blut-Hirn-Schranke, die beim Menschen bereits am Ende des dritten Monats der Embryonalentwicklung ausgebildet ist. Anatomische Grundlage der Blut-Hirn-Schranke sind die Endothelzellen. Die Zellen der Kapillaren, die das Gehirn mit Blut versorgen, bilden eine fast lückenlose Wand und verwehren vielen Stoffen den Zutritt ins Gehirn. Aufgrund der Beschaffenheit der Blut-Hirn-Schranke können hydrophile Substanzen wie z. B. Natriumionen die Zellmembran nicht überwinden. Bei anderen, zum Teil lebensnotwendigen wasserlöslichen Molekülen wie Glukose werden vom Körper spezifische Carrier (Beförderer) eingesetzt, um diese Stoffe ins Gehirn zu transportieren.
Lipophile Substanzen - dazu gehören auch die untersuchten anthropogenen Organochlorverbindungen - könnten aufgrund der aus Lipidmolekülen zusammengesetzten äußeren Zellmembran durch die Blut-Hirn-Schranke relativ leicht diffundieren. Diese Verbindungen liegen jedoch im Blut nicht frei, sondern überwiegend in plasmaproteingebundener Form vor. Und da die Flüssigkeit im Innern des zentralen Nervensystems eine geringere Proteinkonzentration als in anderen Körperflüssigkeiten hat, ist auch die Konzentration der Xenobiotika im Gehirn geringer als zum Beispiel im Blut.
Die Akkumulation der untersuchten Organochlorverbindungen im Speck und im Gehirn ist anhand eines Zahn- und eines Bartenwals charakterisiert worden. Dr. Mößner untersuchte den Gewöhnlichen Delphin (Delphinus delphis) und den Grönlandwal (Balaena mysticetus); beim Delphin drei verschiedene Gehirnteile, das Großhirn, das Kleinhirn und den Hypothalamus, beim Grönlandwal eine Gesamtgehirnprobe neben der Speckprobe. Die Verteilung der Xenobiotika auf Speck und Leber wurden am Beispiel eines erwachsenen Nördlichen Seebären ermittelt und die Unterschiede bei der Akkumulation zwischen Leber und Gehirn anhand von totgeborenen und neugeborenen Nördlichen Seebären beschrieben.
Während für die meisten Xenobiotika gilt, daß sie zwischen Fett und Gehirn eine Verteilungsrelation von 20-30:1 einhalten, konnte Dr. Mößner im Fall einer der untersuchten Substanzen grundsätzlich andersartige Verhältnisse nachweisen: Das eine Isomer der Hexachlorzyklohexane, das Alpha-HCH, war im Gehirn zwei- bis dreimal stärker akkumuliert als im Fett. Alpha-HCH ist ein chirales Molekül, das heißt es kommt in zwei verschiedenen Strukturformen vor, die sich wie Bild und Spiegelbild zueinander verhalten, wie rechte und linke Hand (Chiralität). (+)-Alpha-HCH und (-)-Alpha-HCH werden in die Umwelt im Verhältnis von 1:1 eingetragen; im Gehirn ist aber fast ausschließlich (+)-Alpha-HCH anzutreffen.
Aufgrund dieses Sachverhalts legt sich die Vermutung nahe, daß die Blut-Hirn-Schranke nicht nur normal durchlässig für (+)-Alpha-HCH ist, sondern den enantioselektiven Transport sogar aktiv unterstützt. Dieser enantioselektive Charakter der Blut-Hirn-Schranke könnte darauf zurückzuführen zu sein, daß (+)-Alpha-HCH chirale Strukturelemente besitzt, die einen Carrier an einen von ihm zu transportierenden Nährstoff erinnern.
Milchfett besteht vor allem aus zirkulierenden Lipiden des Blutes und aus Lipiden, die in der Milchdrüse synthetisiert werden. Mit dem Beginn der Stillzeit setzt eine passive Bewegung der akkumulierten Organochlorverbindungen vom Blut zur Milch ein. Gleichzeitig wandern diese Verbindungen aus allen Geweben zum Blut, um die Gewebe-Blut-Verteilungsverhältnisse aufrechtzuerhalten. Der Transport von lipophilen Organochlorverbindungen in die Milch erfolgt durch einfache Diffusion und hängt somit vom Fettgehalt und der Fettzusammensetzung der Milch ab. Der Fettgehalt der Muttermilch ist von Spezies zu Spezies verschieden. Er beträgt beim Menschen 3-5%, beim Rind 4% und bei Robben und Delphinen bis zu 50%.
Während der 3-6monatigen Stillzeit bei Zwergwalweibchen reduziert sich ihre PCB-Ge-samtbelastung auf 40% und ihre 4,4'-DDE-Belastung auf 43% der Belastung der männlichen Tiere. Bei den Belugas wird eine Stillzeit von ungefähr einem Jahr angenommen; in einer umfangreichen Studie konnte hier eine Belastungsreduktion auf 46% bei den PCBs und 40% bei 4,4'-DDE im Vergleich zum Männchen festgestellt werden. Es scheint folglich eine eindeutige Korrelation zwischen der Stillzeit und der Belastungsreduktion bei weiblichen Walen zu bestehen.
Stephanie Mößner fand bei ihren Analysen diese in der Literatur dokumentierten Beobachtungen bestätigt. Sie ging dem interkorporalen Transport von Xenobiotika zwischen Muttertier und Fötus bzw. Muttertier und Kalb anhand zweier Robbenarten nach. Dabei betrachtete sie auch hier Speck, Gehirn und Leber. Bei den erwachsenen Tieren wurden jeweils männliche Tiere untersucht, um eine möglichst gute Alters-:Gesamtbelastungs-Beziehung zu erhalten und die bei weiblichen Tieren wirksamen Entgiftungsmechanismen wie Geburt und Laktation auszuschließen.
Von der Robbenart Nördlicher Seebär (Callorhinus ursinus), die unter Artenschutz steht, konnten ein erwachsenes, ein totgeborenes und ein neugeborenes Tier analysiert werden. Alle drei Tiere wurden im Sommer 1990 auf St. Paul, einer der Pribilof-Inseln im Beringmeer/Nordpazifik, tot geborgen. Anhand dieser Tiere ließ sich das interkorporale Transportverhalten am Beispiel der Leber beobachten und mit Gehalten einer Milchprobe eines Nördlichen Seebären vergleichen. Beim totgeborenen Nördlichen Seebär war der Eintrag an Organochlorverbindungen über die Milch ausgeschlossen, so daß die Belastung des Tieres die Grundbelastung, die über die Plazenta transportiert worden ist, widerspiegelt. Das neugeborene, ungefähr drei Monate alte Tier hat aller Wahrscheinlichkeit nach nur Muttermilch zu sich genommen, da bei Pelzrobben die Entwöhnung erst nach vier Monaten stattfindet. Sowohl die Tot- als auch die Neugeburt zeigten extrem hohe, der Milchprobe äquivalente Belastungen und bestätigten damit eindrucksvoll den interkorporalen Transfer von anthropogenen Organochlorverbindungen.
Die akute Toxizität der Organochlorverbindungen, seit längerem diskutiert, ist, anders als die unstreitige Langzeitschädlichkeit, bislang eher gering veranschlagt worden. Doch steht fest, daß man die komplexen Wirkungsmechanismen noch keineswegs erschöpfend überblickt. In letzter Zeit mehren sich zum Beispiel die Anzeichen einer akuten Beeinflussung des Hormonhaushalts durch diese Stoffklasse.
Am 23. April 1996 machte das Tübinger Ökomobil zum erstenmal Station im Botanischen Garten der Universität Ulm auf dem Oberen Eselsberg. Gemeinsam mit ihrem Lehrer hat eine sechste Klasse des Ulmer Schubart-Gymnasiums die Tier- und Pflanzenwelt am unteren Teich erforscht, betreut und angeleitet von zwei Biologen, dem Team des Ökomobils.
Mit der Konzeption solcher Speicher, auch als »inhaltsadressierte Speicher« bezeichnet, befassen sich die Wissenschaftler in der von Prof. Dr. Günther Palm geleiteten Abteilung Neuroinformatik der Universität Ulm, in Hannover vertreten durch Dr. Friedhelm Schwenker, Mitarbeiter der Abteilung. Hauptanwendungsfeld der hilfsbereiten Systeme ist die interaktive, fehlertolerante Recherche in sehr großen Datenbasen, wenn beispielsweise unter mehreren Millionen Einträgen nach bestimmten Maschinenteilen, chemischen Verbindungen oder Literaturnummern gefahndet werden muß.
»Das Forschungsgebiet der künstlichen neuronalen Netze«, stellt Palm fest, »hat sich in den letzten zehn Jahren rasant weiterentwickelt.« Besonders gut bewähren sich die flexiblen Architekturen bei der Mustererkennung, der Prozeßsteuerung und -regelung, der Vorhersage von Zeitreihen und der assoziativen Musterspeicherung. Ihr großer Vorzug besteht darin, daß die eingegebenen Daten im neuronalen Netz an verschiedenen Stellen repräsentiert werden. Daraus resultiert nicht nur die Fähigkeit des Systems, Verknüpfungen auch über Umwege herzustellen; es garantiert außerdem Robustheit gegenüber lokalen Störungen im Speichermedium.
Der Beitrag der Abteilung Neuroinformatik zur Hannover Messe Industrie übrigens läßt sich selbstverständlich auch exakt adressieren: er trägt den Titel »Schnelles fehlertolerantes Information-Retrieval mit neuronalen Netzen«.
Ob Risse des vorderen Kreuzbandes nach herkömmlicher Akutversorgung heilen und ob und, wenn ja, in welchem Maße eine zusätzliche Verstärkungsplastik den Heilungserfolg der Kreuzbandnaht verbessert, hat eine Arbeitsgruppe aus der Abteilung Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm (Leiter Prof. Dr. Lutz Claes) in Kooperation mit der Ulmer Abteilung Unfall-, Extremitäten-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Lothar Kinzl) untersucht. Geleitet wurde diese weltweit erste einschlägige In-vivo-Studie von Dr. Marcus Richter (jetzt Orthopädische Abteilung des Rehabilitationskrankenhauses Ulm). Für ihre Forschungsergebnisse, die sie unter dem Titel »Acute Repaired Proximal ACL Ruptures Heal-Augmentation Improves Stability and Reduces Cartilage Damage« im Rahmen des 2nd Combined Meeting of the Orthopaedic Research Society in San Diego (Kalifornien) vom 6. bis 8. November 1995 vorgestellt haben, wurden Richter und seine Koautoren Dr. Lutz Dürselen, Dr. Hartmuth Kiefer, Frank Mißler, Anita Ignatius und Prof. Dr. Lutz Claes (Abteilung Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm) mit dem alle vier Jahre bei dieser Tagung verliehenen »New Investigator Recognition Award« (Dotation: 500 US$) ausgezeichnet.
Nach Ablauf von 13 Wochen, welche die Tiere im Stall verbrachten, wurden die Kniegelenke eingehend untersucht. Dabei zeigte sich, daß sämtliche genähten Kreuzbänder, sowohl bei ausschließlicher Naht als auch bei Naht mit zusätzlicher Verstärkung, geheilt waren. Die Verstärkung durch das resorbierbare Band hatte jedoch die betroffenen Kniegelenke deutlich besser stabilisiert und degenerative Veränderungen der Knorpel weitgehend verhindert.
Auf der Basis dieser Ergebnisse empfehlen die Ulmer Unfallchirurgen, einen vorderen Kreuzbandriß nicht nur zu nähen, sondern zur besseren Rehabilitation zusätzlich mit einem künstlichen Verstärkungsband zu versorgen. Der Eingriff sollte so rasch wie möglich nach der Verletzung durchgeführt werden. Er kann aber noch bis zu zehn Tage nach dem Unfall erfolgreich sein.
Ich bin in der westlichen Medizin ausgebildet und bin Oberärztin in der Abteilung Neurologie der Tongji-Universitätsklinik. Wir behandeln den Schlaganfallpatienten genauso wie die Europäer - Diagnose mit CT und Laboruntersuchungen, Therapie mit Blutdrucksenkung, Hämodilution, Ödembehandlung usw. Außerdem führen wir auch die TCM ein. Auf Wunsch können sich die Patienten von einem in der chinesischen Medizin ausgebildeten Spezialisten nur mit TCM behandeln lassen. Ich habe auch auf dem Land gearbeitet, wo man generell nur mit TCM behandelt werden kann.
Krankheitursache ist Wind. Bis um das Jahr 960 n. Chr. verstand man darunter den in der Natur wehenden Wind - man sagte auch: »äußerer Wind«. Später kam man auf den Gedanken, daß ein »Wind« auch im Körper selbst entstehen könnte. Analog zum »äußeren« nannte man diesen »innerer Wind«. Sein Zustandekommen wurde zurückgeführt auf Feuer, auf Schleim oder auf Stagnation und Mangel an Qi, der Lebensenergie.
Die Diagnose erfolgt durch die sogenannten »vier Untersuchungen«: Betrachten, Abhören/Riechen, Befragen und Befühlen. »Betrachten« meint die Beobachtung der Hautfarbe und des Zungenbelags. Abgehört werden die Atmung sowie die Höhe und die Reinheit der Sprache. Beim Riechen unterscheidet man die Gerüche von Atemluft, Urin und Stuhl. Hauptinhalte der Befragung sind der Vorgang des Ausbruchs einer Krankheit und die subjektiv empfundenen Leidenserscheinungen. Die Untersuchung durch »Befühlen« besteht vor allem in Pulsfühlen, schließt jedoch auch andere Untersuchungen mittels Abtasten ein.
Die Therapie zielt auf eine Wiederherstellung der Harmonie im Organismus. Dazu dienen chinesische Heilkräuter. Das jeweilige Rezept beschreibt, wie man den Wind austreibt und zerstreut. Ergänzend werden auch Akupunktur, Moxenbehandlung, Massage und Diät eingesetzt.
Aus der westlichen Medizin weiß man, daß es sich beim Schlaganfall um eine Schädigung des Gehirns handelt, was früher in China nicht bekannt war. Im traditionellen chinesischen Medizinsystem wird das alte Konzept allerdings noch immer beibehalten, nach welchem man zwar nicht sagen kann, wo genau der Ort der Krankheit liegt, aber davon ausgeht, daß eher die inneren Organe betroffen sind.
Die beiden Medizin-Systeme vertreten sehr ähnliche Auffassungen über die Risikofaktoren des Schlaganfalls. So nimmt das Lebensalter in beiden die erste Stelle ein. Gegenüber »unmäßigem Essen« sind allerdings »Hypertonie«, »Hyperlipidämie« und »Alkoholkonsum« konkreter eingegrenzte Begriffe. Die TCM wiederum berücksichtigt zusätzlich die Beziehung zwischen Schlaganfall und Veränderungen der Umwelt (z.B. klimatisch), was auch für die Prophylaxe eine große Rolle spielt.
Die Diagnose erfolgt in der TCM in zwei Schritten: Zuerst werden durch »die vier Untersuchungen« Daten über Symptome und Befund gesammelt. Diese Daten werden analysiert und zusammengefaßt, um die Ätiologie, den Ort der Läsion und pathologische Veränderungen zu identifizieren. Der zweite Schritt besteht in der »Klassifikation des Syndroms«. In der TCM bedeutet »Syndrom« die Totalität des Ungleichgewichts der Zustände im menschlichen Körper. Man geht dabei von den »acht Prinzipien« aus: Yin und Yang, Außenbereich und Innenbereich, Kälte und Hitze, Mangel und Fülle. Symptome und Befund, die in ihrer Natur chronisch, kalt, inaktiv, schwach sind, werden als Yin-Syndrom klassifiziert; Symptome und Befund, die in ihrer Natur akut, heiß, aktiv, angeregt, progressiv sind, als Yang-Syndrom. Die Diagnose der TCM verläßt sich wesentlich auf die Sinnesorgane des Arztes. Der westliche Arzt gelangt zu seiner Diagnose zwar auch durch die Sinnesorgane, verwendet aber bekanntermaßen zusätzlich Computertomographie und Laboruntersuchungen.
In der Therapie besteht der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Systemen darin, daß jede Maßnahme der westlichen Medizin auf eine bestimmte Ätiologie und Pathogenese ausgerichtet ist, während die Maßnahmen der TCM den Zustand des Körpers als ganzem wieder in Ordnung zu bringen trachten.
Die Idee der Vorbeugung wurde bei den Chinesen bereits im Huangdi Neijing formuliert. Über Jahrhunderte hinweg wurden viele Erfahrungen gesammelt und Prognosen formuliert wie: »Derjenige, der sich am Daumen oder Zeigefinger taub fühlt, wird bestimmt innerhalb von drei Jahren ein Getroffensein von Wind bekommen« oder »Es kommt bei fetten Leuten leicht zum Getroffensein von Wind«. Davon ausgehend, hat man eine Vielzahl von Vorbeugungsmaßnahmen entwickelt, z.B. hinsichtlich der Beschränkung von Speise und Trank oder des Maßhaltens im Alltagsleben - Maßnahmen also, die denen der westlichen Schlaganfallprävention sehr ähnlich sind. Akupunktur und Verfahren, die das Blut aktivieren und die Stagnation umwandeln, sind in dieser Hinsicht Spezifika der TCM.
Andererseits kann man nicht sagen, die traditionelle chinesische sei besser als die westliche Medizin. In unserer Abteilung haben wir eine Studie durchgeführt: 50 Schlaganfallpatienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Patienten von Gruppe 1 nahmen die chinesischen Kräuter; Gruppe 2 bekam westliche Medizin, beide insgesamt 28 Tage lang. Die Statistik der Therapieresultate zeigte keinen signifikanten Unterschied.
Über weitere Möglichkeiten einer Verbindung beider Systeme wird intensiv diskutiert; unterschiedliche Formen sind denkbar. Wichtig ist es, zu erkennen, was dem Patienten wirklich hilft. In Bezug auf den Schlaganfall ist die westliche Medizin bei Prophylaxe und Rehabilitation zweifellos wirksam, aber auch teuer. Demgegenüber ist die traditionelle chinesische Medizin sehr einfach und billig - wenn man selbst die Pflanzen zu finden und nach einer bestimmten Vorschrift zu kochen versteht, sogar kostenlos. Daher meine ich, daß die Verbindung der westlichen mit der chinesischen Medizin den Schlaganfall-Patienten neue Hoffnung bringen kann.
Dr. Dongya Huang
Schumachers Hypertutorium läßt mit sich reden: Interaktivität ist sein schönster Charakterzug. Der Lernstoff wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, damit er sich besser einprägt. Quizaufgaben mit antwortabhängig konfigurierten Antwortseiten verbessern Fun-Faktor und Erfolgskontrolle.
Sofern auf dem lokalen Rechner ein entsprechendes Präsentationsprogramm installiert ist, können auch die parallel zur Vorlesung verteilten Hilfsblätter abgerufen, eingesehen und ausgedruckt werden. Für die Zukunft geplant sind Methoden zur animierten Visualisierung komplexer Zusammenhänge, etwa von Ladungsträgerbewegungen in Halbleiterbauelementen.
Rund acht Monate Entwicklungszeit hat das Projekt in Anspruch genommen, an dem Schumacher seine wissenschaftlichen Mitarbeiter Martin Birk und Dr. Andreas Trasser nebst den Studenten Carsten Groß und Max Gauger beteiligte. Gefördert wurde das Team mit Zuschüssen der Universität und des Landes Baden-Württemberg aus dem »Verkürzung der Studienzeit«-Pool.
Im Vorfeld ihrer Entwicklungsarbeit hatten die Elektrotechniker zehn Klausuren zum Thema »Lineare passive Systeme/elektronische Schaltungen« unter die Lupe genommen und die Hauptschwächen der Kommilitonen charakterisiert. Dabei zeigte sich, daß es häufig an der eigenständigen gedanklichen Aufarbeitung des Lernstoffs hapert: Formeln werden auswendig gelernt, ohne daß die zugrunde liegenden Zusammenhänge erfaßt werden. Beim Anblick komplexer Schaltungen gelingt es den Studenten nicht, die kleineren bekannten Grundbausteine wiederzuerkennen, aus denen sich die Strukturen zusammensetzen. Eine adäquate Selbstkontrolle, etwa anhand der Übungsaufgaben, findet nicht statt.
Damit die Benutzung des Hypermedia-Tutoriums durch die Studenten nicht am Erlernen einer neuen Benutzeroberfläche scheiterte, wählte das Tutoriums-Team HTML (Hypertext Markup Language), die Sprache des World Wide Web (WWW), mit speziellen Anpassungen für Netscape, den derzeit marktführenden WWW-Betrachter. Netscape ist den Studierenden durch das allfällige 'Internet-Surfen' in der Bedienung geläufig.
Nach einer abteilungsinternen Testphase hatte das Programm am 19. April 1996 vor Studenten des vierten Semesters der Elektrotechnik seine Premiere. Bereits innerhalb der ersten Stunden registrierten die Entwickler mehr als zweihundert Zugriffe auf das Tutorium, über 2300 wurden es in den ersten zwei Wochen. Inzwischen liegen auch erste Kritiken der Nutzer vor. So schrieb ein Student per E-Mail: »Allein die Tatsache, daß Ihr versucht, dieses immer noch etwas neue Medium - Internet - auch in den laufenden Lehrbetrieb einzubeziehen, finde ich wirklich spitze! Daß sich das Ganze dann auch nicht nur auf eine Sammlung von statischen Dokumenten reduziert, sondern richtig interaktiv bedient werden kann, setzt dem noch eins drauf.«
Von den Zusammenhängen zwischen »Krebs und Ernährung« handelte das 34. Onkologische Seminar des Tumorzentrums Ulm (TZU) am 30. März 1996 im Ulmer Stadthaus, veranstaltet von den Abteilungen Chirurgie I (Allgemeine Chirurgie, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Hans Günter Beger) und Innere Medizin I (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Guido Adler) der Universität Ulm. Zahlreiche international renommierte Referenten sprachen vor rund 400 Zuhörern am Vormittag über die Rolle von Ernährungsfaktoren bei der Auslösung von Krebs (Epidemiologie, experimentelle Karzinogenese, Schadstoffbelastung und Möglichkeiten der Prävention); nachmittags befaßten sich Kliniker und Ernährungswissenschaftler in ebenso hochkarätiger Besetzung mit speziellen Problemen der Ernährung von Tumorpatienten.
Außerdem sind die Zusammenhänge offenbar verwickelter als angenommen. So gelang es zwar in einer finnischen Studie, die Sterblichkeitsrate des Prostatakarzinoms durch Gabe von täglich 50 mg Vitamin E bei den Testpersonen signifikant zu verringern, dieselbe Studie indes berichtet von einer leichten, aber signifikant höheren Inzidenz des Lungenkarzinoms bei Einnahme des Radikalenfängers Beta-Karotin.
Nichtsdestoweniger erfreuen sich diätetische Ernährungsmodelle und Vitamintherapien großer Beliebtheit in alternativen Behandlungsformen, wo sie in jedem zweiten Fall zum Zuge kommen. Die Schulmedizin sieht's mit Unbehagen, denn während die Prävention durch richtige Ernährung oder Zusatzstoffe zunehmend wissenschaftliche Anerkennung gewinnt, ist der Nutzen diätetischer Therapien in der Behandlung von Tumorerkankungen höchst umstritten. Solche Krebsdiäten sind oft teuer, aber im Prinzip nicht wissenschaftlich abgesichert. Vollends gefährlich wird die Sache, wenn sie als Ersatz etablierter Behandlungsverfahren praktiziert werden. Ausgehungert wird damit womöglich nicht der Tumor, sondern der Patient.
Bei drohendem Verschluß der oberen Speiseröhre beispielsweise kann unter endoskopischer Kontrolle eine Ernährungssonde vom Magen durch die Bauchdecke nach außen geführt werden. Ist eine Sondenplazierung nicht möglich, bleibt noch die Möglichkeit der parenteralen Ernährung, der Nahrungszufuhr via Infusion. Daß sich diese Variante sogar in häuslicher Pflege durchführen läßt, demonstrierte die Ulmer interdisziplinäre Gruppe »Heimparenterale Ernährung«, in der Ärzte, Pharmazeuten, Ernährungsberaterinnen und Krankenpflegepersonal ein hochmodernes Konzept zur Ernährung von Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren entworfen haben.
Der »Ulmer Ersatzmagen« schließlich, den Seminarteilnehmern vorgestellt von Oberarzt Dr. Andreas Schwarz und Ernährungstherapeutin Dorothea Klein aus dem Team von Prof. Beger, ist eine Schöpfung der Allgemeinchirurgen. Mußte einem Patienten wegen Krebsbefall der Magen entfernt werden, formen sie aus einer Dünndarmschlinge eine Nachbildung, die, wenn sie auch nicht die physiologischen Funktionen des Magens übernehmen kann, doch dafür sorgt, daß nach dem Essen nicht die ganze Mahlzeit auf einmal in den Darm gelangt, sondern sukzessive, also mit annähernd natürlicher zeitlicher Verzögerung.
Außerdem bietet, jeweils am ersten Donnerstag des Monats, das Onkologische Kolloquium (OK) niedergelassenen Kollegen, Klinikangehörigen und Kollegen aus den TZU-Mitgliedsabteilungen kostenlos die Möglichkeit, sich über akutelle Themen der Diagnose und Therapie onkologischer Erkrankungen zu informieren und Behandlungsprotokolle des Tumorzentrums zu besprechen. Dokumentation von Falldaten für Studienzwecke, unter anderem in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren, und nicht zuletzt die Bereitstellung von »Brückenpflegekräften« zur Betreuung schwerkranker Tumorpatienten, insbesondere während der Übergangsphase von der stationären in die ambulante Behandlung, ergänzen das Programm des Zentrums, dem insgesamt 24 Abteilungen der Universität, darunter auch Psychosomatik, Augenheilkunde und Frauenheilkunde, Thoraxchirurgie, Klinische Physiologie/Arbeits- und Sozialmedizin, Dermatologie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Bundeswehrkrankenhaus Ulm und die Neurochirurgie in Günzburg, als Mitglieder angehören.
Mit Ablauf des Wintersemesters 1995/96 schied Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Helmut Kornhuber, Ärztlicher Direktor der Abteilung Neurologie der Universität Ulm, schweren Herzens aus dem aktiven Dienst aus, weiterhin voll vielfältiger Ideen, die er nun außerhalb der Universität, wahrscheinlich in Griechenland, zum Wohl vieler Patienten verwirklichen möchte. In seiner Jugend fühlte sich Kornhuber zunächst ganz zur Forschung hingezogen, und schon als Gymnasiast arbeitete er am chemischen Institut in seiner Heimatuniversität Königsberg mit. Ohne ein Erlebnis in seiner langen russischen Gefangenschaft, in die er siebzehnjährig geriet, wäre er wohl auch Naturwissenschaftler geworden: er konnte einem kleinen Kind mit Pilzvergiftung das Leben retten. Daraufhin entschloß er sich spontan zum Arztberuf. Als er Ende 1949 heimkehrte, suchte er seine Universitäten nach den dort lehrenden Philosophen aus: dies brachte ihn nach München zu Guardini, nach Göttingen in den Kreis von Nicolai Hartmann, nach Freiburg zu Heidegger, nach Heidelberg zu Löwith und vor allem nach Basel zu Karl Jaspers, der sein väterlicher Freund wurde.
1966 kam die Berufung als einer der Gründungsprofessoren der Universität Ulm auf deren neurologischen Lehrstuhl, nachdem ihm schon zuvor in Freiburg eine bahnbrechende Entdeckung - das Bereitschaftspotential - gelungen war. Kornhuber war damals erst 38 Jahre alt. In Ulm gab es noch keine neurologische Klinik, und so leistete er mühsamste Pionierarbeit. Seine erste EEG-Assistentin war eine von ihm ausgebildete Hausfrau. Den ersten Logopäden gewann er, indem er einen Sänger, den Bruder des Feldmarschalls Rommel, überredete, den Beruf zu wechseln.
Über Jahrzehnte hinweg widmete er sich der Verbesserung neurologischer Behandlungsmethoden. Er erarbeitete die moderne Therapie der Multiplen Sklerose, die das Los der Patienten wesentlich erleichtert hat, entwickelte ein Verfahren zur Behandlung der neurogenen Harnblasenstörung, führte die Restharnmessung mit Ultraschall ein und schuf mit seinem Team das erste tragbare Ultraschallgerät für die Restharnmessung in der ambulanten Versorgung.
Zusammen mit seinem koreanischen Mitarbeiter Kim entdeckte er die Glutamatstörung bei Schizophrenie und entwickelte die Glutamattheorie dieser Krankheit. Auf der Grundlage epidemiologischer und klinischer Untersuchungen prangerte er unermüdlich den »normalen« täglichen Alkoholkonsum als eine Hauptursache von Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Blutfettvermehrung an. Der häuslichen Krankenpflege gab er durch Einführung bundesweiter praktischer Kurse Impulse, und auch auf der politischen Ebene setze er sich für eine Verbesserung der häuslichen Krankenpflege ein.
Prof. Kornhuber begründete in Ulm das Studium generale, das in Universität und Stadt großen Beifall fand. Er leitete es über viele Jahre hinweg mit Sinn für Qualität und Unabhängigkeit, gegen Politpressionen und mit großem persönlichem Einsatz. Der Universität diente er auch als Wahlsenator, als Mitglied des Verwaltungsrats, als Leiter der Promotions-, Bibliotheks- und zahlreicher Berufungskommissionen.
Ungewöhnlich ist die Breite seiner Forschung mit originellen Ideen auf vielen Gebieten, zugleich mit analytischer Tiefe und mit Entwicklung neuer Methoden und Geräte, z.B. einer einfachen Methode zur Verhütung des sogenannten plötzlichen Kindstodes. In den letzten Jahren seiner klinischen Tätigkeit hat er sich in der Forschung zwei weitere Gebiete erschlossen: die zerebrale Mikroangiopathie und die Alzheimer-Demenz.
Für seine bis heute gültigen und international anerkannten Arbeiten über das vestibuläre System verlieh die internationale Barany Society ihm ihren ersten nach Halpike und Nylen benannten Forschungspreis, eine ausländische Oto-Neurologen-Gesellschaft die Ehrenmitgliedschaft, eine Universität eine Professur ehrenhalber. Entdeckungen über die zerebralen Grundlagen des Willens wurden von der Deutschen EEG-Gesellschaft mit ihrem Hans-Berger-Preis, von der belgischen Neurophysiologengesellschaft durch die Ehrenmitgliedschaft und von der Universität Brüssel mit dem Dr. h.c. ausgezeichnet. Die Stadt Ulm verlieh Kornhuber ihren Wissenschaftspreis, die Bundesrepublik Deutschland ehrte ihn für seine Leistung in der Rehabilitation mit dem Verdienstkreuz, die Gemeinde Schwendi, in der die Klinik Dietenbronn liegt, deren Ärztlicher Direktor er war, mit der Lazarus-Medaille. Für seine Arbeit über die Schizophrenie wurde er mit dem Kurt-Schneider-Preis der Psychiater ausgezeichnet.
In meiner jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit dem nun ausgeschiedenen Gründungsmitglied unserer Universität habe ich diese ganz außergewöhnliche Persönlichkeit als Arzt, Wissenschaftler und Menschen zu schätzen und zu ehren gelernt, auch wenn ich - wie könnte es anders sein - keineswegs immer einer Meinung mit ihm war. Für mich ist und bleibt H.H. Kornhuber nicht nur mein neurologischer Lehrer; er war, was den Umgang mit Patienten und die Art, ärztliche und wissenschaftliche Probleme zu erkennen und zu lösen angeht, prägend und ein großes Vorbild.
Jürgen C. Aschoff
Das Lieblingszitat unseres Jubilars stammt von Friedrich Theodor Vischer und lautet: »Die Moral versteht sich von selbst.« Später soll deutlich werden, warum ich dieses Zitat an den Anfang stelle. Zunächst aber zur Biographie: Unser emeritierter Professor für Mikrobiologie, Albrecht Karl Kleinschmidt, wurde am 19.4.1916 in Friedrichshafen am Bodensee geboren. Er war das vierte Kind des Meteorologen und Geophysikers Dr. Ernst Kleinschmidt und seiner Frau Helene, geb. Kirn. Damals überschattete der erste Weltkrieg das tägliche Leben. Der Vater leitete in Friedrichshafen die meteorologische Station. Es bedarf keiner besonderen Phantasie sich vorzustellen, wie dieser Beruf den Knaben Albrecht beeindruckt haben wird.
Das Medizinstudium wurde 1937 in Hamburg begonnen, 1939 in Jena und 1940 in München fortgesetzt. Im Mai 1942 legte Kleinschmidt das medizinische Staatsexamen ab und promovierte magna cum laude in der Pädiatrie. Was folgte, waren Jahre als Truppenarzt. Eine schwere Verletzung Weihnachten 1944 in den Karpaten erforderte den Transport in ein Lazarett bei Wien. Mit beispielloser Zivilcourage erreichte seine Braut Olga Aichinger die Verlegung in die Heimat. Im September 1945 wurden in Dachau die Entlassungspapiere aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft ausgehändigt; Weihnachten 1945 heirateten Olga und Albrecht Kleinschmidt.
Sein Weg in die Wissenschaft führte über Verkettungen biographischer Zufälle, wie sie sich in schweren Zeiten häufig ereignen. Fünf Vierteljahre pathologischer Routine als Hospitant in München haben gewiß den morphologischen Blick geschärft. Mit der eigentlichen Wissenschaft durfte er als Assistent am Institut für Serologie und Chemotherapie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München beginnen; das war 1947. Hier wurde auch die medizinische Ausbildung vertieft. Vor allem aber gab es dort ein Elektronenmikroskop, dessen Corpus von einem Segment eines alten FLAK-Rohrs gebildet wurde. Hier entstanden Kleinschmidts erste strukturanalytische Arbeiten und in ihrem Gefolge die erste methodische Arbeit, die der Herstellung und Bewertung von Dünnschnitten in der Elektronenmikroskopie gewidmet war.
Die erfolgreiche Bewerbung bei Kurt Herzberg führte Kleinschmidt nach Marburg an das dortige Hygiene-Institut. Als Herzberg Direktor des Hygiene-Instituts der Stadt und Universität Frankfurt am Main wurde, folgte ihm Kleinschmidt und erwarb dort 1957 die Habilitation und 1963 den apl. Professorentitel. Wenige Tage später emigrierte er mit Frau und Sohn in die USA. Diesem Schritt war im Herbst 1962 eine Begegnung mit dem Nobelpreisträger Wendell M. Stanley vorausgegangen, der ihn ermunterte, nach Berkeley an das Institute of Virology zu kommen. Ein Vorstellungsvortrag, dem mindestens vier Nobelpreisträger zuhörten, überzeugte die Zuhöhrer; Kleinschmidt wurde »Associate Research Biophysicist«. Das Zusammentreffen mit dem Nobelpreisträger Severo Ochoa vermittelte im Frühjahr 1965 die Position des Associate Professors am Department of Biochemistry der New York University, das Ochoa damals leitete. So wurde aus Kleinschmidt im reifen Mannesalter von 50 Jahren ein Biochemiker. Die Beförderung zum Full-Professor mit tenureship belegt, welche Anerkennung als Forscher und Lehrer er gefunden hatte.
Aber in den USA wird man nicht gern alt und in New York schon gar nicht. So bot der Ruf nach Ulm die willkommene Gelegenheit zur Rückkehr. Früh erkannte er hier die Notwendigkeit, Naturwissenschaftlern die Promotion in Abteilungen der damaligen Fakultät für Theoretische Medizin zu ermöglichen und schuf den »doctor rerum biologicarum humanarum«, inzwischen zum »doctor biologiae humanae« vereinfacht. Zehn Jahre leitete er den einschlägigen Promotionsausschuß. Durch die Gründung der internationalen Arbeitstagungen für Biomolekulare Elektronenmikroskopie, kurz »BIOMOLEM«, trug er nicht nur zur Vermittlung von Wissen und technischem Können bei, sondern auch zum internationalen Ansehen unserer Universität. In diese Zusammenhänge gehört auch die Gründung des Molekularbiologischen Kolloquiums gemeinsam mit Prof. Dr. Erich Sackmann, dem damaligen Biophysiker (jetzt TU München). Seine »Stiftung zur Förderung der molekularbiologischen Forschung an der Universität Ulm«, 1988 gegründet, erwies sich für viele Kollegen als ein hochwillkommener »Feuerwehrfonds« zur Lösung prekärer Personal- oder Investitionssituationen.
Das publizierte Werk - 110 Veröffentlichungen, von denen etwa die Hälfte virologischen und/oder molekularbiologischen Themen zuzuordnen ist - bedürfte einer eigenen detaillierten Würdigung. In den 29 Originalarbeiten methodischen Inhalts kommen die glänzenden physikalisch-chemischen Kenntnisse des Autors besonders zur Geltung. Etwas zu schaffen, was in den Lehrbüchern stehen wird, ist für den Wissenschaftler das Höchste. Auch das ist dem Jubilar vortrefflich gelungen, nicht nur mit dem Bild der DNA des Bakteriophagen T2, sondern auch mit der elektronenmikroskopischen Darstellung des Multienzymkomplexes der Acetyl-Coenzym-A-Carboxylase, die man im berühmten Biochemie-Lehrbuch von Stryer abgebildet findet. Ein weiterer Höhepunkt ist es, wenigstens einmal im Leben in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) zu publizieren; dort ist Kleinschmidt sogar fünfmal vertreten. Zugleich war er ein Hochschullehrer im besten Wortsinn. Die Erziehung von Schülern zu höchstem Qualitätsanspruch und kompromißloser Professionalität, die Diskussion mit Kollegen im In- und Ausland und der ansteckende Enthusiasmus in allen wissenschaftlichen Lebensäußerungen, das alles gehört genauso zu seinem Lebenswerk. »Die Moral versteht sich von selbst« - auch die früh erlernte Arbeitsmoral. Ehrenvolle Preise sind Kleinschmidt zuerkannt worden: 1976 der August-Forster-Preis der Akademie der Schönen Künste und Wissenschaften Mainz und 1978 der Robert-Koch-Preis der Robert-Koch-Stiftung in Bonn. Er ist seit 1981 Mitglied der New York Academy of Sciences und seit 1991 Ehrenbürger der Universität Ulm.
Von der neuesten Schaffensperiode unseres Jubilars, die er den »Fraktalen Strukturen in Biologie und Medizin« widmet, habe ich nur so viel verstanden, daß man angesichts unserer heutigen Kenntnisse vom hochkomplexen, vielfach vernetzten Stoffwechselgeschehen in der Zelle mit tiefer Unzufriedenheit auf die Strich- und Pfeilschemata auch der besten Biochemie-Bücher schaut und eine zutreffendere Beschreibung herbeisehnt - ähnlich vielleicht dem Überdruß von Physikern an der Beschreibung idealisierter Systeme und ihrer Freude am deterministischen Chaos. Zehn Publikationen aus den Jahren seit 1994 legen Zeugnis davon ab, wie weit Kleinschmidts Arbeiten hier gediehen sind. Das gemeinsam mit Prof. Dr. Theo Nonnenmacher, Leiter der Abteilung Mathematische Physik, veranstaltete einschlägige Seminar bereichert das Lehrangebot an unserer Universität.
Unter den 15 wissenschaftlichen Fachgesellschaften, denen Kleinschmidt angehört, fallen zwei besonders auf, weil sie nach geschichtlichen Persönlichkeiten benannt sind: die Sir-William-Harvey-Gesellschaft nach dem englischen Physiologen, der den Blutkreislauf entdeckte und darauf hinwies, daß das Studium der Anomalien die Wege zum Verständnis des Normalen ebnet, und die Johannes-Kepler-Gesellschaft nach dem genialen Schwaben aus Weil der Stadt. In Keplers geistiger Biographie vollzieht sich die Entstehung dessen, was Carl Friedrich von Weizsäcker den »harten Kern unserer Kultur« nennt - die Entstehung der mathematischen Naturwissenschaft. Für das Geheimnis der Anwendbarkeit der Mathematik auf das Naturgeschehen gab Kepler eine theologische Erklärung und rettete damit die »Harmonie der Welt« hinüber in die Kontingenz der Naturgesetze. Das war ein anthropomorpher Entwurf, der uns heute versagt ist. In unserem Bedürfnis nach Harmonie durch Erklärbarkeit wünschen wir uns vielleicht insgeheim, daß die Naturgesetze in ihrem Sosein so evident wären wie die Sittengesetze. Unbewußt erleben wir deshalb vielleicht auch die Naturgesetze als normativ. Auch molekulare Strukturen haben etwas Normatives, und von Strukturen ist ja Kleinschmidt geradezu besessen: »Die Moral versteht sich von selbst.«
(Kurzfassung einer Laudatio, die Prof. Dr. Winfrid Krone, Leiter der Abteilung Humangenetik der Universität Ulm, anläßlich der Festveranstaltung zum 80. Geburtstag Prof. Kleinschmidts am 19.4.1996 gehalten hat)
Aus den Untersuchungen sollte die Bedeutung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in ihren möglichen Auswirkungen auf die industrielle Arbeitswelt hervorgehen. Das medizinische, arbeitsmedizinische, technologische, ökonomische, ökologische und gesellschaftspolitische Umfeld sollte im Sinne zukunftsorientierter Entwicklungen einbezogen werden. Der fachliche Rahmen ist weitgespannt. Er umfaßt Medizin und Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Elektrotechnik, Informatik sowie die Geisteswissenschaften. Der Metallverband verzichtet bewußt darauf, die Thematik auf die eigene Branche - die Metall- und Elektroindustrie - zu beschränken.
Die Bewerber sollen nicht älter als 35 Jahre sein. Bewerbungsfähig sind Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften sowie sonstige wissenschaftlich fundierte Arbeiten. Der Bewerbung müssen folgende Unterlagen beigefügt sein: Lebenslauf mit Lichtbild, Zeugnisse, Beschreibung des Projekts, Stellungnahmen des wissenschaftlichen Betreuers und eines weiteren wissenschaftlichen Gutachters.
Bewerbungsschluß für den Metallverbandspreis 1996 ist am 29. Juli 1996 beim Rektoramt der Universität Ulm, Albert-Einstein-Allee 5, 89081 Ulm. Dort sind auch weitere Informationen erhältlich (Tel.: 0731/502-2009). Die Preisverleihung findet am Mittwoch, dem 4.12.1996, in der Universität Heidelberg statt.
Prof. Peyerimhoff ist ein international renommierter Analytiker, dessen Interessen nahezu das Gesamtgebiet der Analysis umfassen. Dies gibt es heute fast nicht mehr, und es ist auch kaum noch möglich. Zunächst arbeitet Pey auf dem Gebiet der Summierbarkeit. Seine Dissertation (1951) trägt den Titel »Konvergenz- und Summierbarkeitsfaktoren«. Nach einer Reihe von Arbeiten in diesem Umfeld widmet er sich (überwiegend in Gießen und den USA) der Theorie der Fourierreihen (etwa unter dem Stichwort »Lokalisationssatz von Riemann«).
Anfang der 60er Jahre in Marburg wendet Peyerimhoff sein Interesse der Funktionentheorie (insbesondere der Nullstellenverteilung spezieller Funktionen) zu. Aber es entstehen auch weitere Arbeiten über Summierbarkeit (zumeist gemeinsam mit Wolfgang Jurkat) und über Laplace-Integrale (mit Hans-Egon Richert). Fragestellungen aus diesen Bereichen verfolgt Peyerimhoff weiterhin dann auch in Ulm (u.a. in gemeinsamen Arbeiten mit W. Gawronski über Nullstellenfragen). Anfang der 70er Jahre beginnt er sich mit der - inzwischen gelösten - Vermutung von Mertens (aus der Zahlentheorie) zu beschäftigen (u.a. gemeinsam mit Wolfgang Jurkat). Diese Arbeiten basieren weitgehend auf numerischen Rechnungen über die Nullstellen der Riemannschen Zetafunktion. Sie waren der Anlaß für sein Interesse an vielstelliger Rechnung.
Mangels vorhandener Rechnermöglichkeiten begann er mit der Entwicklung und dem Bau eigener Rechner. Damit beschäftigt er sich (gemeinsam mit Gerhard Beuttenmüller) nach wie vor im eigens zu diesem Zweck geschaffenen Hardware-Labor, an das Studenten im Rahmen eines Seminars über Mikroprozessoren herangeführt werden. Darüber hinaus arbeitete Pey (angeregt beim Schreiben seines Lehrbuches über gewöhnliche Differentialgleichungen und gemeinsam mit Werner Kratz) über Eigenwertprobleme und Oszillationseigenschaften der Lösungen solcher Gleichungen. Ein durch das Verteidigungsministerium gefördertes Forschungsprojekt über Strömungsvorgänge führte zu verschiedenen Arbeiten auf dem Gebiet der partiellen Differentialgleichungen (insbesondere zur Theorie und Numerik des Stokes-Systems). Erwähnt sei schließlich noch die Gründung der Zeitschrift »Analysis« im Jahre 1981, deren Mitherausgeber er nach wie vor ist.
Besonders hervorzuheben ist die (im heutigen Wissenschaftsbetrieb keineswegs alltägliche) freundschaftliche Atmosphäre in Peyerimhoffs Umfeld. Pey hat es in besonderer Weise verstanden, im Umgang mit seinen Mitarbeitern und Studenten ein familiäres »Betriebsklima« zu schaffen. Das herzliche Verhältnis zu seinen Doktoranden (insgesamt 32) wurde besonders deutlich auf seiner Emeritierungsfeier vor zwei Jahren.
W. K.
Mittwoch, 22.5.1996
14.30 Uhr
Dr. Klaus-Peter Günther, RKU/Dr. Thomas Kohn, Univ.Ulm: »Hüftsonographie - prädiktive Wertigkeit - therapeutische Konsequenzen«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Kinderklinik)
Mittwoch, 22.5.1996
16.00 Uhr
Prof. Dr. J. A. Nossek, München: »Signalverarbeitung in Systemen mit intelligenten Antennen«, OE, Uni West, Hörsaal 45.2 (Elektrotechnisches Kolloquium)
Mittwoch, 22.5.1996
17.00 Uhr
Prof. Dr. Frank Pohlandt, PD Dr. Dieter Grab, Univ.Ulm: »Grenzen der Perinatalmedizin bei extrem unreifen Feten«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Frauenklinik)
Donnerstag, 23.5.1996
17.00 Uhr
Prof. Dr. Paul von Ragué Schleyer, Erlangen: »Aromatizität - was ist das eigentlich?«, OE, Hörsaal 1 (GDCh-Vortrag)
Donnerstag, 23.5.1996
18.00 Uhr
Prof. Dr. Helmuth Zenz, Univ.Ulm, Dr. Klaus Rak & Künstler des Ulmer Theaters: »Diskussion über die musikalische Bedeutung der Oper 'Carmen'«, OE, Klinikum, Raum 2622 (Studium generale)
Dienstag, 28.5.1996
16.00 Uhr
Prof. Dr.-Ing. Heiner Strathmann, Twente: »Elektrodialytische Membranprozesse in der chemischen Industrie«, OE, O 24, Raum 251 (SFB-Polymer-Kolloquium)
Mittwoch, 29.5.1996
14.30 Uhr
»Klinische Demonstration«, Univ.-Kinderklinik, Station II (Fortbildung der Univ.-Kinderklinik)
Mittwoch, 29.5.1996
16.00 Uhr
Dipl.-Ing. B. Boche, München: »Quasi-dreidimensionale Integration optoelektronischer Bauelemente«, OE, Uni West, Hörsaal 45.2 (Elektrotechnisches Kolloquium)
Mittwoch, 29.5.1996
18.00 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, Konstanz: »Die Geisteswissenschaften als Widersacher des Fortschritts?«, OE, Hörsaal Klinikum (Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)
Donnerstag, 30.5.1996
17.00 Uhr
Prof. Dr. B. Wetzel, Biberach: »Arzneimittelforschung für das Jahr 2010 - Innovation durch neue Technologien«, OE, Hörsaal 1 (GDCh-Vortrag)
Donnerstag, 30.5.1996
18.00 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, Konstanz: »Zur Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte des Naturbegriffs«, Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80 (Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)
Freitag, 31.5.1996
18.00 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, Konstanz: »Über die Zukunft des Alterns und des Alters«, OE, Hörsaal Klinikum (Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)
Montag, 3.6.1996
16.30 Uhr
Dr. Roman Sokiranski, Univ.Ulm: »Radiologie für Anästhesisten - Teil 1: Röntgen Thorax«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)
Montag, 3.6.1996
17.30 Uhr
Prof. Dr. H. Goenner, Göttingen: »Kosmologie - empirische Wissenschaft oder Spekulation?«, OE, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)
Mittwoch, 5.6.1996
14.30 Uhr
Dr. Hans-Joachim Mansfeld, Davos: »Asthma bronchiale im Kindesalter«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Kinderklinik)
Mittwoch, 5.6.1996
16.00 Uhr
Dr. J. Kränert, Gera: »Laserprojektionstechnik - eine Technologie der Zukunft«, OE, Uni West, Hörsaal 45.2 (Elektrotechnisches Kolloquium)
Mittwoch, 5.6.1996
18.00 Uhr
Dr. Hans-Christoph Mebus, Stuttgart: »Die Wirtschafts- und Währungsunion - einheitliches europäisches Geld!«, OE, Hörsaal 13 (Veranstaltungsreihe »Zukunftsperspektiven der Europäischen Union« des ZAWiW)
Montag, 10.6.1996
16.30 Uhr
PD Dr. P. Conzen, München: »Neue Inhalationsanästhetika: Desflurane und Sevofluran«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)
Montag, 10.6.1996
17.30 Uhr
Prof. Dr. Göpel, Tübingen: »Elektronische Nase«, OE, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)
Montag, 10.6.1996
19.30 Uhr
Prof. Dr. Horst Thomé, Stuttgart: »Ariadne bei Paul Ernst und Hugo von Hofmannsthal«, OE, Hörsaal Klinikum (Studium generale)
Mittwoch, 12.6.1996
11.00 Uhr
Dr. Gabriele Amann, Salzburg: »Subjektive Krankheitstheorien und Krankheitsverhalten am Beispiel chronisch schizophrener Patienten«, Am Hochsträß 8, Raum 214 (Psychosoziales Kolloquium)
Mittwoch, 12.6.1996
14.30 Uhr
PD Dr. Stephan Wirth, Mainz: »Chronische Virushepatitis bei Kindern - Spontanverlauf und Therapiemöglichkeiten«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Kinderklinik)
Mittwoch, 12.6.1996
16.00 Uhr
Prof. Dr. Bernhard Horsthemke, Essen: »Struktur und Funktion des Imprinting-Centers auf Chromosom 15«, OE, Hörsaal 16 (Gemeinsames Kolloquium der Abteilungen Humangenetik und Medizinische Genetik)
Mittwoch, 12.6.1996
17.00 Uhr
Prof. Dr. Sofia D. Merajver, M.D., Ann Arbor: »Presymptomatic molecular diagnosis of breast and ovarian cancer«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Frauenklinik)
Donnerstag, 13.6.1996
17.00 Uhr
Prof. Dr. H. Hopf, Braunschweig: »Struktur und Eigenschaften hochsubstituierter Di- und Polyene«, OE, Hörsaal 1 (GDCh-Vortrag)
Donnerstag, 13.6.1996
19.30 Uhr
Prof. Dr. Falk Wagner, Wien: »Was sind die Werte wert? - Werte als Pervertierung des Rechts und der Moral«, OE, Hörsaal Klinikum (Studium generale)
Freitag, 14.6.1996
11.00 Uhr
Dr. R.-D. Stieglitz, Freiburg: »Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen: Aktuelle Konzepte, methodische Probleme, Erhebungsinstrumente«, PLK Weißenau, Seminarraum (Forschungskolloquium der Abt. Psychiatrie I)
Montag, 17.6.1996
16.30 Uhr
Prof. Dr. D. Scheidegger, Basel: »Triage in der Intensivmedizin«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)
Montag, 17.6.1996
17.30 Uhr
Prof. Dr. E. Recknagel, Konstanz: »Schwarzkörperstrahlung freier Metallcluster«, OE, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)
Dienstag, 18.6.1996
20.00 Uhr
Prof. Dr. Karl-Heinz Lembeck: »Der Mensch als Sammler«, Stadthaus Ulm (Humboldt-Lectures, Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)
Mittwoch, 19.6.1996
14.30 Uhr
Prof. Dr. Reinhard Pfalz, Univ.Ulm: »Eignung gebräuchlicher Laser für Eingriffe vom Trommelfell bis zur Steigbügelfußplatte«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Kinderklinik)
Mittwoch, 19.6.1996
18.00 Uhr
Prof. Dr. Dr.h.c. Joachim Starbatty, Tübingen: »Politische und wirtschaftliche Risiken der Wirtschafts- und Währungsunion«, OE, Hörsaal 13 (Veranstaltungsreihe »Zukunftsperspektiven der Europäischen Union« des ZAWiW)
Donnerstag, 20.6.1996
18.00 Uhr
Prof. Dr. Helmuth Zenz, Univ.Ulm, und Dr. Klaus Rak, Ulmer Theater: »Diskussion rund um die Thematik, die Botschaft und die Handlung der Oper 'Hänsel und Gretel'«, OE, Klinikum, Raum 2622 (Studium generale)
Freitag, 21.6.1996
11.00 Uhr
Dr. Till Steinert, PLK Weißenau: »Probleme der Schizophrenie-Diagnostik und ihre Auswirkung auf die Forschung zu Verlauf und Ausgang schizophrener Störungen«, PLK Weißenau, Seminarraum (Forschungskolloquium der Abt. Psychiatrie I)
Freitag, 21.6.1996
16.00 Uhr
Festkolloquium »Neue Wege der Biologie« anläßlich der Emeritierung von Prof. Dr. Detlef Bückmann, Leiter der Abteilung Allgemeine Zoologie und Altrektor der Universität Ulm, OE, Hörsaal 3
Montag, 24.6.1996
16.30 Uhr
Dr. K. Zinganell, Kassel: »Das Gesundheitsstrukturgesetz und seine Auswirkungen auf die Anästhesie und Intensivmedizin«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)
Montag, 24.6.1996
17.30 Uhr
Dr. Th. L. Reinecke, Washington: »Electrons, Phonons and their Interactions in Quantum Wires and Dots«, OE, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)
Montag, 24.6.1996
19.30 Uhr
Toomas Vana: Klavierkonzert, Kornhaus Ulm (Studium generale)
Montag, 24.6.1996
20.00 Uhr
Prof. Dr. Karl-Heinz Lembeck: »Die Geburt Europas aus dem Geiste der Philosophie«, Stadthaus Ulm (Humboldt-Lectures, Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)
Mittwoch, 26.6.1996
14.30 Uhr
Dr. Sibylle Koletzko, München: »Gastrooesophagaler Reflux bei Kindern - Diagnostik und Therapie«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Kinderklinik)
Mittwoch, 26.6.1996
17.00 Uhr
PD Dr. Gnirs, München: »K-CTG und andere biophysikalische Überwachungsmethoden«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Frauenklinik)
Mittwoch, 26.6.1996
19.00 Uhr
Prof. Dr. Kommerell, Freiburg: »Strabologie«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Augenklinik)
Mittwoch, 26.6.1996
20.00 Uhr
Prof. Dr. Michael H. Stone, New York: »Long Term Follow-up of Patients with Personality Disorders«, Am Hochsträß 8, Raum 312 (Psychosoziales Kolloquium)
Donnerstag, 27.6.1996
17.00 Uhr
Prof. Dr. R. Kniep, Darmstadt: »Biomineralisation - eine Herausforderung für die Zukunft«, OE, Hörsaal 1 (GDCh-Vortrag)
Donnerstag, 27.6.1996
18.00 Uhr
Dr. Renate Heinisch, Brüssel: »Bildungspolitik der Europäischen Union«, OE, Hörsaal 12 (Veranstaltungsreihe »Zukunftsperspektiven der Europäischen Union« des ZAWiW)
Donnerstag, 27.6.1996
18.00 Uhr
Prof. Dr. Helmuth Zenz, Univ.Ulm, Dr. Klaus Rak & Künstler des Ulmer Theaters: »Diskussion über die musikalische Bedeutung der Oper 'Hänsel und Gretel'«, OE, Klinikum, Raum 2622 (Studium generale)