uni ulm intern
Nr.: 258 Januar 2003


Titelbild

Home
Aktuelle Ausgabe
Zum Archiv
Impressum


inhalt Qualifikation für die Weltmeisterschaft
Die Universität Ulm stellt das Sieger-Team im Südwesteuropa-Ausscheid des ACM Programming Contest
  Am 17. November 2002 fand an der Universität Porto, Portugal, der Südwesteuropa-Ausscheid für den jährlichen ACM Programming Contest statt, die Programmierweltmeisterschaft für Studenten. Dazu traten 53 Teams verschiedener Universitäten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und der Schweiz an. Die Universität Ulm hatte drei Teams nach Porto geschickt und belegte die Plätze 1, 3 und 7. Das Team »Uni Ulm 1« mit den Studenten Jürgen Werner (Informatik 7. Semester), Adrian Kügel (Informatik 4. Semester) und Manfred Sauter (Mathematik 3. Semester) wird mit seinem Betreuer Walter Guttmann an der Weltmeisterschaft in Beverly Hills, USA, am 25. März 2003 teilnehmen. Damit hat sich die Universität Ulm bereits das achte Jahr in Folge für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Diese Erfolgsserie erklärt sich unter anderem aus der hohen Motivation der Ulmer Studenten und der starken Unterstützung durch die Fakultät für Informatik, die jedes Jahr in Vorbereitung des ACM-Regionalausscheids einen universitätsinternen Programmierwettbewerb veranstaltet.

ACM steht für die »Association for Computing Machinery«, die älteste und größte Informatikervereinigung der Welt. 1947 gegründet, zählt sie heute weltweit über 75.000 Mitglieder. Die Organisation mit Hauptsitz in New York fördert die Studierenden der Informatik und die berufstätigen Informatiker. So entstand auch der ACM Programming Contest, dessen Teilnehmer größtenteils Studierende der Fächer Mathematik und Informatik sind. Der seit 1977 einmal jährlich ausgerichtete Wettbewerb beginnt auf lokaler Ebene an den einzelnen Hochschulen und in Vorausscheidungen unter mehreren Hochschulen. Die besten Teams vertreten ihre Universität auf einem der 30 Regionalwettbewerbe, von denen diesmal elf in Nordamerika, neun in Asien, fünf in Europa, zwei in Afrika und je einer in Australien, Mittelamerika und Südamerika stattfanden. Nur die Gewinner der Regionalwettbewerbe erhalten einen garantierten Startplatz bei der Weltmeisterschaft. Eine Auswahl aus den besten restlichen Teams vervollständigt das Teilnehmerfeld. Beim ACM Programming Contest sind nicht nur exzellente Programmierfähigkeiten und algorithmische Kenntnisse gefragt, sondern auch starke Nerven und Kreativität. In Teamwork, unter extremem Zeitdruck und mit begrenzten Ressourcen sind möglichst viele der insgesamt neun gestellten, unterschiedlich schweren Programmieraufgaben zu lösen. Dem Siegerteam winken neben dem Weltpokal und 10.000 Dollar Preisgeld gute Karrierechancen in der Computerbranche. Nicht zuletzt nämlich möchte der Sponsor IBM bei dieser Gelegenheit talentierten Nachwuchs ausfindig machen.

Die Universität Ulm erzielte 2000 mit einem dritten Platz ihre bisher beste Plazierung bei der Weltmeisterschaft. Bei den europäischen Regionalwettbewerben belegte Ulm in den vergangenen acht Jahren insgesamt 4 erste, 7 zweite und 2 dritte Plätze. Die damit errungene achtmalige Qualifikation für die Weltmeisterschaft können neben Ulm nur vier weitere Hochschulen weltweit vorweisen. An den Regionalwettbewerben nahmen dieses Jahr mehr als 2.800 Teams von insgesamt über 1.300 Hochschulen teil. Einschließlich der Vorausscheidungen beteiligen sich weltweit geschätzte 100.000 Studenten an dem Wettbewerb. Lediglich 64 Teams mit je drei Studenten können sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren.

Die ersten 10 Plätze in der Region Südwest-Europa sind 2002 wie folgt belegt:
1. Platz Universität Ulm 1; 2. Platz Universität Erlangen; 3. Platz Universität Ulm 3; 4. Platz ETH Zürich 1; 5. Platz UP Madrid; 6. Platz ETH Zürich 2; 7. Platz Universität Ulm 2; 8. Platz Universität Genf; 9. Platz UA Madrid; 10. Platz TU Ilmenau.

Weitere Informationen im Internet: http://swerc.up.pt/2002/ ; http://icpc.baylor.edu/icpc/ ; http://www.informatik.uni-ulm.de/acm/

inhalt Hochschule des Jahres
Auszeichnung des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes
  Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh) hat die Universität Ulm zur Hochschule des Jahres 2002 gewählt. Anläßlich der 97. adh-Vollversammlung am 26.11.2002 an der Universität Saarbrücken wurde die Auszeichnung vom Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Klaus Landfried, dem Ulmer Rektor, Prof. Dr. Hans Wolff, übergeben. Gewürdigt werden damit die langjährigen und nunmehr auch erfolgreichen Bemühungen der Universität Ulm um die Realisierung campusnaher Sportstätten in Gestalt der Sporthalle Nord, die ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Universität und Stadt darstellt.

An der Sporthalle, die im Juli 2003 fertiggestellt sein und zum Winter-Semester 2003/2004 dem Hochschulsport und den Ulmer Nordvereinen Mähringen, Lehr und Jungingen zur Verfügung stehen soll, hat die Universität gemäß ihrer finanziellen Beteiligung ein Belegungsrecht von 37 %. Die sportliche Heimstatt wird die Attraktivität der Universität Ulm erhöhen. Schon bislang nehmen rund 2.500 Studierende und zahlreiche Mitarbeiter das vielseitige Programm des Hochschulsports wahr, obwohl die hierfür angemieteten Sportstätten über ganz Ulm und Neu-Ulm verstreut und vielfach nur mit zeitlichem Aufwand erreichbar sind.

Ab Mitte der 70er Jahre erreichte die Sportförderung an den baden-württembergischen Landesuniversitäten einen Höhepunkt. In dieser Zeit erhielt Ulm die Planstelle eines Leiters für den Hochschulsport. Die Universität sah sich in ihrem Bestreben bestärkt, in Ergänzung der universitären Infrastruktur ein Hochschulsport-Zentrum mit einem hauptamtlichen Sportmanagement einzurichten. Mit der Einstellung des Einrichtungsleiters im September 1979 ging die Forcierung der Nutzungsanforderung für campusnahe Sportstätten einher. Das Hochschulsport-Zentrum sollte folgende Anlagen umfassen: 1 Sporthalle 45x28m, dreifach teilbar; 1 Leichtathletik-Anlage Typ B mit Rasenspielfeld; 1 Trainings-Rasenspielfeld 105x105m; 2 Allwetter-Kleinspielfelder 44x28m; 1 Finnenbahn 800m; 4 Tennisplätze; 1 Bootshaus für Zwecke des Wassersports im Bereich der nahen Donau.

Bereits im Januar 1980 stimmte die zuständige Oberfinanzdirektion der Nutzungsanforderung zu und forderte die Universität zum Bauantrag auf. Mit der ernüchternden Feststellung der Bund-/Länder-Kommission, daß für die Belange des freiwilligen Hochschulsports (ohne Sportlehrerausbildung) von seiten des Bundes keine Zuschüsse gewährt werden, erhielt die optimistische Aufbruchstimmung in Sachen Sportstättenbau jedoch einen empfindlichen Dämpfer. Zudem lehnte das Land - ohne Förderbeitrag des Bundes - eine finanzielle Unterstützung ebenfalls ab. Mit den verbleibenden Möglichkeiten wurde ein Auf- und Ausbau der Angebote des Hoschulsports in kleinen Schritten verfolgt. 1980 konnte ein Allwetter-Kleinspielfeld mit Beleuchtung auf dem Campus errichtet werden. Insbesondere wurde die Anmietung von Hallen- und Sportflächen bei der Stadt Ulm, der Bundeswehr und in Neu-Ulm - bei wachsendem Bedarf - vorangetrieben. Nachdem die Amerikaner zwei große Kasernen in Neu-Ulm aufgegeben hatten, mietete die Universität beim Bundesvermögensamt die Sporthalle der ehemaligen Nelson-Kaserne an.

1995 griff die Stadt Ulm in ihrem Sportstätten-Entwicklungsplan 1995-2010 den Vorschlag der Universität auf, gemeinschaftlich eine Großsporthalle mit ca. 4000 Zuschauerplätzen für die in der Bundesliga spielenden Basketballer des SSV Ulm sowie für den Hochschulsport der Universität und die Sportvereine des Ulmer Nordens Mähringen, Lehr und Jungingen zu errichten. Doch rückte der SSV Ulm 1998 unerwartet von seiner Beteiligung ab. Universität und Stadt kamen daraufhin überein, eine reduzierte Version der Sporthalle zu bauen. Nach einer Ausschreibung erhielt das Architekturbüro Auer +Weber (Stuttgart/München) den Planungsauftrag für eine dreifach teilbare Halle 45x27m incl. Auszugstribüne für 500 Zuschauer sowie eine gesondert nutzbare Halle 27x15m. Die Anlage repräsentiert einen finanziellen Gesamtumfang von 13,1 Mio. DM (6,7 Mio. EUR).

inhalt Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen - ein wachsendes Problem
Genetische Ursachen der Adipositas im Visier der Forschung
  »Bei uns sind eben alle ein bißchen stärker gebaut ...« ist eine gern gebrauchte Selbstentschuldigung in Familien, in der mal wieder ein Mitglied eine Runde im Kampf gegen die überflüssigen Pfunde verloren hat. In der Tat muß es sich dabei aber nicht nur um eine bequeme Ausrede handeln. Welche Rolle genetische Ursachen für die Neigung zum Übergewicht spielen, wird derzeit in der Universitätskinderklinik Ulm im Rahmen eines bundesweiten Forschungsprojektes untersucht.

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen stellt in Deutschland ein wachsendes Problem dar. Wie in vielen anderen Ländern Europas und der Welt ist der Anteil der übergewichtigen Kinder hier im Verlauf der letzten zwanzig Jahre stark angestiegen. In manchen Regionen hat bereits jedes fünfte Kind Übergewicht und beinahe jedes zehnte Schulkind ein so ungesund hohes Körpergewicht, daß die Diagnose Adipositas (Fettsucht) gestellt werden muß. Bei den unliebsamen Fettpolstern handelt es sich keineswegs um ein bloß kosmetisches Problem, das sich im Verlauf der Pubertät »verwächst«.

Geringere Lebenserwartung

Adipositas bedeutet ein ernstzunehmendes gesundheitliches Risiko. Neue Untersuchungen der Universitätskinderklinik Ulm zeigen zum Beispiel, daß stark übergewichtige Kinder ein deutlich erhöhtes Risiko haben, an Diabetes zu erkranken. Weitere schwerwiegende Folgeerscheinungen sind erhöhte Cholesterinwerte im Blut, Bluthochdruck, Atemstillstände im Schlaf und orthopädische Probleme. In bis zu 60% der Fälle sind, wie große Untersuchungen in verschiedenen europäischen Ländern belegen, stark übergewichtige Kinder auch als Erwachsene adipös. Für die Betroffenen erwächst hieraus ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten, von Atherosklerose bis zu bestimmten Krebserkrankungen, und damit eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung verminderte Lebenserwartung. Hinzu kommen soziale Folgen wie schlechtere Ausbildungschancen, Benachteiligung im Berufsleben etc.

Als Gründe für die dramatische Zunahme des Übergewichts in den nachwachsenden Generationen - manche Experten sprechen schon von einer Adipositasepidemie - kommen mehrere Faktoren in Betracht. Eine wichtige Rolle scheinen die veränderten Lebensstile und Ernährungsgewohnheiten zu spielen. Aber auch die genetischen Anlagen sind hier ins Visier der forschenden Medizin geraten: die Fortschritte auf dem Gebiet der molekularen Genetik erlauben einen zunehmend tieferen Einblick in die komplexen Regulationsmechanismen des Energiehaushaltes des menschlichen Körpers. Renommierte Wissenschaftler gehen heute davon aus, daß das Körpergewicht zu 40 bis 80 Prozent durch Vererbung bestimmt wird.

Die Universitätskinderklinik Ulm beteiligt sich seit einiger Zeit an einem bundesweiten Forschungsprojekt, dessen Ziel es ist, Erbanlagen zu identifizieren, die mit der Ausbildung von Übergewicht direkt in Zusammenhang stehen. Von einem besseren Verständnis des Zusammenspiels der genetischen Grundlagen erhofft man sich Erkenntnisse für die Entwicklung geeigneter Wirkstoffe, die helfen können, eine Gewichtsabnahme zu erleichtern und das Risiko für Folgeerkrankungen zu minimieren. Die gängigen ambulanten und stationären Behandlungen zur Gewichtsreduktion sind gerade bei Kindern und Jugendlichen häufig nicht sehr ermutigend.

inhalt Arbeitsfreier Tag
  Die Tarifvertragsparteien haben am 9. Januar 2003 im Rahmen der Lohnrunde 2002/2003 u.a. vereinbart, daß der arbeitsfreie Tag nach § 15a BAT und den entsprechenden Vorschriften für Arbeiter und Auszubildende mit Wirkung vom 1. Januar 2003 entfällt. Ein tarifvertraglicher Anspruch auf diesen arbeitsfreien Tag besteht demnach nicht mehr. Die Verwaltungen sind aufgefordert, diese Vereinbarung der Tarifvertragsparteien bereits jetzt zu beachten.

Dies bedeutet im einzelnen: Ein arbeitsfreier Tag kann ab sofort nicht mehr bewilligt werden. Wurde der arbeitsfreie Tag für das Jahr 2003 bereits vor dem 10. Januar 2003 genommen, hat es hierbei sein Bewenden. Wurde der arbeitsfreie Tag bereits vor dem 10. Januar 2003 zwar bewilligt, aber noch nicht genommen, fehlt es an einer Rechtsgrundlage für die Inanspruchnahme des arbeitsfreien Tages. Auf Wunsch des Beschäftigten ist stattdessen Erholungsurlaub zu gewähren.

Diese Regelung gilt bislang ausschließlich im Tarifbereich, das heißt nicht für Landesbeamte und -beamtinnen.

Oliver Heller

Inzwischen hat Erhard Geyer, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes (DBB), klargestellt, daß auch im Falle der zu erwartenden Übernahme des Tarifabschlusses im Öffentlichen Dienst für die Beamten das Opfer des arbeitsfreien bzw. eines Urlaubstages nicht in Betracht kommt.

inhalt Career-Day
Firmenkontaktmesse an der Universität Ulm
  Mittels der Firmenkontaktmesse - Career-Day genannt - soll den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, Kontakte zur Arbeitswelt zu knüpfen, und der Berufseinstieg erleichtert werden. Auch dem amtierenden Dekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und VDE-Vorsitzenden in Ulm, Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Pfleiderer, ist der Career-Day ein besonderes Anliegen. An der jüngsten Veranstaltung (15. November 2002) beteiligten sich zwanzig Firmen der Elektro- und Informationstechnik. Darunter waren namhafte international tätige Unternehmen ebenso wie innovative mittelständische Betriebe. 350 Studierende und Absolventen nahmen die Gelegenheit wahr, sich über Praktika, Diplomarbeiten und Karriereplanung zu unterrichten.

Der Career-Day wird von Studierenden für Studierende organisiert. Er richtet sich an Studierende und Absolventen der Elektrotechnik, Informatik und Physik sowie verwandter Studiengänge - ganz gleich, ob von Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie. Bereits zum dritten Mal fand der Career-Day in dieser Form an der Universität Ulm statt. Seit März liefen die von den aktiven Mitgliedern des Arbeitskreises Industriekontakte (AKIK) getragenen Vorbereitungen der Kontaktmesse. Erstmals wurde eine Messebroschüre aufgelegt, die alle wichtigen Informationen über die Produkte und Ansprechpartner der einzelnen Firmen und deren Anforderungen an Bewerber enthält. Neben den Präsentationsständen der Unternehmen bot der Career-Day zwei Fachvorträge über Themen aus der Elektrotechnik. Bereits im Vorfeld hatten die Studierenden Gelegenheit, sich unter Vermittlung des AKIK um Praktika, Studien- und Diplomarbeiten oder sogar den Berufseinstieg bei den Teilnehmerfirmen zu bewerben.

inhalt Das Schlimmste ist die Angst
Psychoonkologische Betreuung für Krebspatienten
  Tumorpatienten sollte psychoonkologische Betreuung angeboten werden - möglichst frühzeitig und langfristig. Das hat Diplompsychologin Mechthild Determann, Mitarbeiterin der Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie der Ulmer Universitätsklinik, herausgefunden. Für ihre Studie »Evaluation der Effekte psychoonkologischer Betreuung auf die Verarbeitung von Angst und auf die Lebensqualität stationärer Patienten mit kolorektalen Karzinomen in der Allgemeinchirurgie« wurde sie am 9. November 2002 mit dem Forschungs- und Entwicklungspreis des Krebsverbandes Baden-Württemberg e.V. ausgezeichnet. Damit würdigt der Verband anwendungsbezogene Forschungsansätze, die dazu dienen können, die psychosoziale Versorgung von Krebspatienten zu verbessern.

Ziel des gemeinsam mit Abteilungsdirektorin Prof. Dr. Doris Henne-Bruns durchgeführten, von der Deutschen Krebshilfe e.V. geförderten Gesamtprojekts war es zu überprüfen, ob psychoonkologische Betreuung dazu beiträgt, die Ängste der Patienten zu vermindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Ferner wurde untersucht, ob sich die subjektiv erlebte Belastung in hormonellen und immunologischen Korrelaten niederschlägt - eine Fragestellung, hinsichtlich deren auf klinischer und wissenschaftlicher Ebene erheblicher Aufklärungsbedarf besteht.

Die Forscher erfaßten mittels Fragebogen und Labortest von 106 chirurgischen Darmkrebspatienten nach persönlicher Einwilligung medizinische, chirurgische, hormonell-immunologische und soziodemographische Basisdaten sowie Kennwerte für Lebensqualität und psychisches Befinden. Anschließend erfolgte eine randomisierte (zufallsweise) Aufteilung in zwei Gruppen: Gruppe eins erhielt während ihres stationären Aufenthaltes psychoonkologische Betreuung (Interventionsgruppe), Gruppe zwei nicht (Kontrollgruppe). Am zehnten postoperativen Tag sowie drei Monate nach der Operation wurde die Datenerhebung wiederholt.

Psychische Belastung

An der prinzipiellen Notwendigkeit psychoonkologischer Unterstützung läßt Determanns Studie keine Zweifel: die Untersuchungen ergaben bei 32 %, also bei nahezu jedem dritten Patienten, die Diagnose einer manifesten psychischen Störung. Da Patienten mit bekannter psychischer Störung vorab von der Studie ausgeschlossen worden waren und epidemiologische Befunde die Zahl bestätigen, läßt dies eindeutig darauf schließen, daß, wie zu vermuten, die Erkrankung an Darmkrebs eine erhebliche psychische Belastung darstellt. Am schlimmsten für die Betroffenen, dies ergab die Studie ebenfalls, ist die Angst am Tag vor der Operation. Auch während des Aufenthaltes in der Akutklinik stellt die Angst - vor dem Tumor, vor der Operation, vor dem Verlust der Arbeitsfähigkeit, vor weiteren Behandlungen und diagnostischen Maßnahmen, vor Rezidiven und vor dem Tod - neben den vielfältigen körperlichen Einschränkungen einen herausragenden Belastungsfaktor dar, insbesondere beim Auftreten postoperativer Komplikationen.

Die vergleichende Auswertung der Fragebögen ließ erkennen, daß die Betreuung der Patienten einen signifikant positiven Effekt hat. Sie kann sowohl die Angst verringern als auch das allgemeine emotionale Befinden verbessern. Allerdings hielt der Betreuungseffekt in den dokumentierten Fällen nicht über den stationären Zeitpunkt hinaus an: nach drei Monaten unterschied sich die Interventions- nicht mehr von der Kontrollgruppe. Determann erklärt dies mit der relativ kurzen postoperativen Verweildauer der Patienten (im Mittel 11 Tage), welche die Betreuungsdauer limitierte. Aufgrund ihrer Ergebnisse rät die Preisträgerin, allen Tumorpatienten zur Angstreduktion und zur Verbesserung des emotionalen Befindens eine psychoonkologische Betreuung anzubieten. Sie sollte möglichst frühzeitig in den Behandlungsablauf integriert werden und sich unabhängig von der Verweildauer am individuellen Bedarf orientieren.

inhalt Erster mathematischer Dekan in Ulm
Im Ruhestand: Prof. Heinz Fiedler
  Prof. Dr. rer. nat. Heinz Fiedler ist am 30. September 2002 in den Ruhestand gegangen. Mit ihm, der zum Wintersemester 1970 als Professor für Mathematik an die Universität Ulm kam, verläßt ein weiteres Gründungsmitglied des Faches Mathematik unsere Universität. Heinz Fiedler wurde 1937 in Mies (Böhmen) geboren. Er studierte Mathematik und Physik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, wo er 1962 bei Huckemann und Peyerimhoff mit einer Arbeit aus der klassischen Analysis zum Thema »Bohr-Hardy-Faktoren mit gewichteten arithmetischen Mitteln« promovierte. Anschließend war er Assistent an der Philipps-Universität in Marburg. Während dieser Zeit verbrachte er etwa zwei Jahre zu Forschungsaufenthalten in Salt Lake City, USA. Seine Habilitation erfolgte 1969 in Marburg mit einer Schrift »Zur Hilbertschen Lösung der Maxwell-Boltzmannschen Fundamentalgleichung«.

1970 wurde Fiedler auf eine Professur für Mathematik an die Universität Ulm berufen. Im Wintersemester desselben Jahres hielt er die erste Grundvorlesung in Analysis für Studenten des ersten Jahrganges im Diplomstudiengang Mathematik. In jener Gründerzeit war die Mathematik im Kloster Wiblingen untergebracht. Erst Jahre später kam sie auf den Oberen Eselsberg, nachdem sie zwischenzeitlich noch in einem Gebäude der Firma Laumayer am Blaubeurer Tor residiert hatte.

Am Aufbau der Mathematik beteiligt

Heinz Fiedler war maßgeblich am Aufbau der Mathematik in Ulm beteiligt und dabei auch in verschiedenen Funktionen der akademischen Selbstverwaltung aktiv. Von 1989 bis 1991 bekleidete er als erster das Amt des Dekans der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, die erst 1989 gebildet wurde - vorher hatte die Mathematik zur naturwissenschaftlichen Fakultät gehört. Anschließend war Fiedler von 1991 bis 1993 Prodekan und von 1993 bis 1995 Wahlmitglied im Senat unserer Universität. Von Beginn an und faktisch dauerhaft hatte er den Status eines Mitgliedes der Unterrichtskommission. Diese Unterrichtskommissionen stellten eine Besonderheit der Reformuniversität Ulm dar; sie wurden 1995 in Form der Studienkommission an allen baden-württembergischen Landesuniversitäten eingeführt. Ab 1995 hatte Fiedler sechs Jahre lang die Funktion des Studiendekans inne. Die Lehre bedeutete ihm also stets ein besonderes Anliegen.

Heinz Fiedler pflegte ein ungewöhnlich breites Lehrangebot an Vorlesungen und Seminaren, und speziell das Lehramtsstudium lag ihm sehr am Herzen. Daraus ergab sich die Betreuung vieler Zulassungsarbeiten. Nach wie vor ist er an den meisten Staatsexamensprüfungen der Fakultät beteiligt - auch ein Zeichen dafür, daß er bei den Studenten stets sehr beliebt war. An der Konzeption und Ausgestaltung des in Ulm gegründeten Studiengangs Wirtschaftsmathematik (Beginn im Wintersemester 1977/78) hat er maßgeblich mitgewirkt.

Professor Fiedlers Forschung betraf hauptsächlich die klassische Analysis, insbesondere Approximationstheorie, Gewöhnliche Differentialgleichungen und die Limitierungstheorie. Darüber hinaus hatte er sehr vielseitige mathematische Interessen. So stammen schon seine Dissertation und Habilitationsschrift aus ganz verschiedenen Gebieten. Hier in Ulm hat er besonders eng mit den Kollegen Otto Körner und Wolfgang Jurkat über Exponentialsummen sowie über verschiedene Probleme aus der Approximationstheorie (u.a. Abschätzungen von Peano-Kernen) zusammengearbeitet.

Nach Eintritt in den Ruhestand kann sich Heinz Fiedler natürlich mehr Zeit für die Familie nehmen, aber auch für Interessen auf anderen Gebieten. So hört er zur Zeit Grundvorlesungen in Informatik und ist damit wieder »Student«. Mit seinem Ausscheiden hat die Universität Ulm einen stets engagierten und allseits geschätzten Kollegen verloren. Wir wünschen ihm noch viele Jahre Glück und Gesundheit und hoffen, daß er auch im Ruhestand den Kontakt zu unserer Fakultät hält.

Werner Kratz

inhalt Forschungsgebäude für die Lebenswissenschaften
Das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs
  Nach der Zusage des Landes, interdisziplinäre Forschungen auf dem Feld der Lebenswissenschaften in Ulm fördern zu wollen, ist nun ein konkreter Schritt zur Verwirklichung dieses Forschungszentrums gegangen worden. Ein Architektenwettbewerb für die Planung eines Neubaus für die in Ulm Zytoorganopoese genannte Stammzellenforschung zusammen mit dem Neubau eines Verfügungsgebäudes wurde ausgeschrieben. Die Federführung lag beim Staatlichen Vermögens- und Hochbauamt Ulm (Leiter Ltd. Regierungsbaudirektor Joachim Semmler). An der Formulierung des Auslobungstextes hatten die Universität als zukünftige Nutzerin sowie Angehörige des Preisgerichts mitgewirkt.

Die Ausschreibung des begrenzt offenen Wettbewerbs erfolgte Ende Mai dieses Jahres im Bereich des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). 36 Teilnehmer wurden zugelassen. Nach der Veröffentlichung der Auslobung gingen 1521 Bewerbungen ein. Mit Hilfe einer Lostrommel und unter Aufsicht eines Notars wurden 30 Teilnehmer ausgelost. Weitere sechs Teilnehmer waren direkt zur Teilnahme eingeladen und bereits namentlich in der Auslobung bekanntgemacht worden. Von diesen Teilnahmeberechtigten haben bis zum 10. Oktober 2002, dem in der Auslobung festgelegten Abgabetermin, 30 Architekturbüros ihre Arbeiten eingereicht. Die Abgabe erfolgte anonym mit einer Kennzahl, die dann vom Bauamt durch eine Tarnzahl ersetzt wurde. Die Namen der zu jeder Bewerbung gehörenden Verfasser waren in einem verschlossenen Umschlag beigefügt. Die Arbeiten wurden einer umfassenden Prüfung in Hinsicht auf die Vorgaben des Auslobers einschließlich einer Nachrechnung der Nutzflächen des Raumprogramms unterzogen. Zum Vergleich der Wirtschaftlichkeit wurden zusätzlich die Bruttogeschoßfläche, der Bruttorauminhalt und die Baukosten für jeden eingereichten Entwurf berechnet.

Verschiedene Forschungseinrichtungen

Am 28. und 29. November 2002 tagte unter Vorsitz von Professor Fritz Wilhelm aus Lörrach das Preisgericht im Löwensaal des Ulmer Zeughauses. Sieben Architekten als Fachpreisrichter und sechs Sachpreisrichter aus der Universität und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst beurteilten zusammen mit drei sachverständigen Gutachtern die Pläne und Modelle. In drei Wertungsdurchgängen wurden zehn Arbeiten für die engere Wahl bestimmt und dann in eine Rangfolge gebracht. Den mit 37.000 ¬ dotierten 1. Preis erhielt die Stuttgarter Architektin Katharina Bizer.

Die Wettbewerbsteilnehmer hatten einen Neubaukomplex mit verschiedenen Forschungseinrichtungen zu entwerfen. Das vorgesehene Bauwerk soll zwei Nutzungseinheiten enthalten: ein Verfügungsgebäude für die biochemische Grundlagenforschung und ein Gebäude für die Zytoorganopoese-Forschung (Life-Sciences). Von der im Raumprogramm geforderten gemeinsam nutzbaren Kommunikationsfläche wird erwartet, daß sie eine Verknüpfung beider Einheiten bewirkt. Beide Gebäude bzw. Gebäudeteile sollen eine Struktur haben, die den heutigen Anforderungen an einen universitären Institutsbau mit Forschungsschwerpunkt entspricht und an zukünftige Entwicklungen schnell und wirtschaftlich angepaßt werden kann. Ein besonderes Thema ist daher auch die Verknüpfung der Laboreinheiten mit den Büroräumen und den Infrastruktureinrichtungen. Insbesondere sollte ein Versorgungskonzept vorgeschlagen werden, das ohne Störung des laufenden Betriebes eine einfache und schnelle Uminstallation von Teilflächen ermöglicht. Ebenso war die Funktionsfähigkeit der unmittelbar benachbarten Universitätsbereiche während der Bauzeit und danach uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.

Ein Konzept für die perspektivische Erweiterung des zu planenden Gebäudes war nicht gefordert. Jedoch sollten im Lageplan über das eigentliche Realisierungsprogramm hinaus städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten in den angrenzenden Bereichen vor dem Hintergrund des Bedarfs an einem Lehrsaalgebäude Medizin und weiteren Institutsgebäuden aufgezeigt werden. Aufgrund der knappen Flächenreserven war den Wettbewerbsteilnehmern ein Baufeld vorgegeben. Die Autoren sollten mit ihrem Bebauungsvorschlag die Frage beantworten , wie man den Kernbereich der Universität Ost mit seiner Kreuzstruktur und seiner hohen baulichen Dichte städtebaulich weiterentwickeln kann. Alle vorhanden Zugänge von Osten in die bestehenden Universitätsgebäude sollen dabei erhalten bleiben. Ein gültiger Bebauungsplan läßt eine achtgeschossige Bebauung zu. Bindende Vorgaben wurden nicht gemacht.
PKW-Stellplätze waren nur für Lieferanten und Behinderte in geringer Zahl auszuweisen. Die Unterbringung der restlichen Stellflächen war nicht Bestandteil des Wettbewerbs.

Dreigeschossiger Baukörper

Katharina Bizer, die Autorin des preisgekrönten Entwurfs, legt einen dreigeschossigen rechteckigen Baukörper an die Meyerhofstraße und an den James-Franck-Ring. Südlich davor weist sie einen öffentlichen Erschließungsbereich aus, über den alle bestehenden Eingänge und der Neubau erreicht werden und der die Verbindung zu den An-Instituten im Osten gewährleistet. Im Inneren ist ein west-östlich verlaufender transparenter Kommunikations- und Präsentationsbereich für Kontakte und Besprechungen zentralisiert. Von hier erreicht man im Erdgeschoß die Seminarräume und den Multimediapräsentations-Saal, hier liegen die Hauptzugänge und die offenen Treppenverbindungen. Dieser Mittelzone sind nach Norden und Süden die Laborgruppen mit Zwischenhöfen angegliedert. Die Arbeitsplätze der Wissenschaftler werden in nördlichen und südlichen Büroriegeln untergebracht. Die gewählte Grundrißstruktur ist offen für vielfältige Nutzungsvarianten und für zukünftige Entwicklungen. Die Verbindungen zu den bestehenden Universitätsbauten O 27 und N 26 sind gut gelöst. Über eine Brücke im 1. Obergeschoß erreicht man N 26. Die Grundrißorganisation mit ihren kurzen Wegen ist kommunikationsfördernd. Sie hat sowohl die Wissenschaftler als auch die Architekten überzeugt.

Der Baubeginn ist noch für 2003 geplant. Ein entsprechender Bauantrag wurde bereits genehmigt. Als nächstes muß der Entwurf, auch unter Beteiligung von Ingenieurbüros für die Haustechnik, durchgearbeitet werden, damit die Haushaltsunterlage (HU-Bau) entwurfsbezogen aufgestellt und zur Genehmigung bei der Oberfinanzdirekton (OFD) in Stuttgart vorgelegt werden kann. Wenn die Genehmigung ohne Verzögerung erteilt und der Baubeginn wie geplant eingehalten wird, könnte mit einer Fertigstellung des kombinierten Forschungsgebäudes, das 5.800 qm Nutzfläche umfassen soll und ca. 30. Mio. EUR kosten wird, im Jahr 2005 gerechnet werden.

Regierungsbaumeister Hans-Jürgen Brandes, Staatliches Vermögens- und Hochbauamt Ulm

Die Preisträger

1. Preis, 37.000,-- EUR Katharina Bizer ,Freie Architektin, Stuttgart
2. Preis, 30.000,-- EUR Prof. Hans Nickl, Dipl.-Ing. Architekt, München Christine Nickl-Weller, Dipl.-Ing. Architekt, München
3. Preis, 24.000,-- EUR Jauss + Gaupp, Freie Architekten, Friedrichshafen
4. Preis, 18.000,-- EUR Manfred Piribauer, Architekt, Freiburg
5. Preis, 12.500,-- EUR Hans-Peter Bauer, Berlin
Ankauf, 5.000,-- EUR Wolfgang Schäfer, Architekt, Berlin
Ankauf, 5.000,-- EUR ZSP Architekten Scheffler, Vorbeck + Partner, Stuttgart
Ankauf, 5.000,-- EUR Dipl.-Ing. Ralf Schuster, Freier Architekt, Karlsruhe
Ankauf, 5.000,-- EUR Lenschow, Architekt, Berlin
Ankauf, 5.000,-- EUR Pfeiffer und Röger, Architekten, Berlin

Das Preisgericht

Fachpreisrichter
Dipl.-Ing. Heinz Egenhofer, freier Architekt, Stuttgart
Dipl.-Ing. S.M. Architekt Jürgen Engel, freier Architekt, Frankfurt
Finanzpräsident, Professor Dieter Hauffe, Oberfinanzdirektion Stuttgart
Ltd. Ministerialrat Hans-Werner Liebert, Finanzministerium Baden-Württemberg
Prof. Dr. Wolfgang Mühlich
BD Claudia Reusch
Ltd. BD Joachim Semmler
Professor Otto Steidle, freier Architekt, München
Bürgermeister Dipl.-Ing. Alexander Wetzig, Stadt Ulm
Professor Fritz Wilhelm, freier Architekt, Lörrach

Sachpreisrichter
Dr. Dietrich Eberhardt, Universität Ulm
Prof. Dr. Vinzenz Hombach, Universität Ulm
Ministerialdirigent Thomas Knödler, Finanzministerium Baden-Württemberg
Rektor Prof. Dr. Hans Wolff

Sachverständige Gutachter
RD Gebhard Diebold, Universität Ulm
BD Eberhardt Frey, Staatliches Vermögens-und Hochbauamt Ulm
BD Manfred Györi, Finanzministerium Baden-Württemberg

inhalt Lebensqualität von Mukoviszidose-Patienten
Lilly-Quality-of-Life-Preis für Ulmer Psychologen
  Dr. Lutz Goldbeck, Leitender Psychologe in der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Jörg Fegert) der Universität Ulm, und Dr. Tim Schmitz, Arzt an der Kinderklinik Schwabing der Technischen Universität München, haben den diesjährigen Lilly-Quality-of-Life-Preis erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihre gemeinsamen Forschungsarbeiten zur Lebensqualität von Jugendlichen und Erwachsenen mit Mukoviszidose.

Mukoviszidose ist eine vererbte schwere Stoffwechselerkrankung, die häufigste Erbkrankheit der weißen Rasse. Sie ist bis heute unheilbar, doch dank des medizinischen Fortschritts können die Patienten inzwischen das fortgeschrittene Erwachsenenalter erreichen; die mittlere Überlebensdauer liegt bei 32 Jahren. Damit rückt die Sicherstellung bestmöglicher Lebensqualität als Therapieziel in den Vordergrund der aufwendigen Behandlung, an der neben unterschiedlichen medizinischen Berufsgruppen nicht zuletzt der Patient selbst mitwirkt. Goldbeck und Schmitz haben in ihren Arbeiten beschrieben, wie krankheitsbedingte Einschränkungen der körperlichen Funktionen von den Betroffenen bewältigt werden. Sie konnten nachweisen, daß die Zufriedenheit von Mukoviszidose-Patienten in zahlreichen Lebensbereichen der von Gesunden gleichkommt oder sie sogar übertrifft.

Hoher Therapieaufwand

Dieser Erfolg wird allerdings durch einen hohen Therapieaufwand erkauft. So überschreitet die tägliche Behandlung in mehr als einem Drittel der Fälle den Zwei-Stunden-Rahmen; jeder zehnte Patient ist drei bis vier Stunden, rund einer unter dreißig mehr als vier Stunden mit therapeutischen Maßnahmen beschäftigt. Auf dem Programm stehen dabei neben der medikamentösen Behandlung (Inhalationen, orale und intravenöse Antibiotikagaben) auch Atemtherapie, kalorienreiche Spezialernährung und krankheitsgemäßes körperliches Traning. In Einzelfällen kann eine Herz-Lungen-Transplantation notwendig sein.

Die Ulmer Forscher entwickelten eine Methode, mit der die Lebensqualität aus der Sicht der Patienten (nach Kriterien wie körperliches und seelisches Befinden, soziale Integration u.a.) erfaßt und in die Therapieplanung durch den behandelnden Arzt einbezogen werden kann. Auswirkungen von Therapiemaßnahmen auf die Patienten können mittels einer auch computergestützt durchführbaren Befragung besser überprüft, ein etwaiger Rehabilitationsbedarf schneller erkannt werden. In einer Längsschnittuntersuchung, die sie gegenwärtig an mehreren Behandlungszentren in München und Stuttgart durchführen, wollen Goldbeck und Schmitz Ansatzpunkte für eine weitere Verbesserung des Behandlungsprogramms bestimmen.

Für die erst im Herbst 2001 unter der Leitung von Prof. Fegert an der Universitätsklinik Ulm gegründete Ulmer Kinder- und Jugendpsychiatrie bedeutete der Lilly-Preis bereits die zweite Auszeichnung innerhalb eines Jahres. Zuletzt war im Frühjahr ein Projekt prämiiert worden, das sich der Lebensqualität herzkranker Kinder und Jugendlicher widmet.

inhalt Juniorprofessuren und neues Besoldungsrecht
Die Habilitation bleibt Zugangsweg zur Professur
  Der Ministerrat hat am 19.11.2002 Eckpunkte zur Umsetzung der Dienstrechtsreform in Baden-Württemberg beschlossen. Darin geht es zum einen um die Einführung von Juniorprofessuren und zum anderen um die neue Besoldungsstruktur der Professoren, die ab 2005 gelten soll. Befriedigt äußerte sich der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Stuttgarter Rektor Dieter Fritsch, zu dem Vorhaben der Landesregierung: Die Vorstellungen der Universitäten seien schon im Vorfeld in einen konstruktiven Dialog mit dem Wissenschaftsministerium eingeflossen. So werde die Habilitation als Zugangsweg zur Professur beibehalten, es gebe auch nach der Juniorprofessur weitere befristete Beschäftigungsmöglichkeiten, und - je nach den Bedürfnissen des Faches - sei es den Universitäten freigestellt, einen tenure track zu schaffen, wenn sie die notwendigen Stellen dafür bereithalten.

Bei der Professorenbesoldung habe sich das Land dafür ausgesprochen, die Entscheidung über die Höhe der Gehälter künftig an die Hochschulen zu übertragen. Dies sei die richtige Politik für die Universitäten in Baden-Württemberg befand Dieter Fritsch. Jetzt komme es darauf an, auch bei enger Haushaltslage den Spielraum für die neuen Leistungszulagen zu erhöhen. Das werde sicherlich nicht einfach sein, wenn dafür an anderer Stelle Einsparungen vorgenommen werden müssen und für einige Gruppen Belastungen resultieren.

inhalt Hervorragende Beiträge
Lehrboni und DAAD-Preis 2002
  Die Universität Ulm hat am 13. Dezember 2002 zum siebenten Mal die sogenannten Lehrboni für besondere Leistungen in der Lehre verliehen. Ausgestattet sind die Auszeichnungen mit jeweils 2.500 EUR. Diese Zuwendung soll für Zwecke der Lehre ausgegeben werden. Finanziert werden können mit den Geldern also insbesondere Sachausgaben und Hilfskräfte, aber auch Reisekosten. Als außergewöhnliche Leistungen in der Lehre gelten beispielsweise Lehrveranstaltungen mit herausragendem persönlichem Einsatz und besonders hoher didaktischer Qualität, dem Studium in besonderer Weise förderliche Skripten und Materialien, hervorragende Beiträge zur didaktischen Weiterentwicklung eines Studiengangs oder -abschnitts u.ä.

Die Lehrboni 2002 erhielten:
Prof. Dr. Marian Kazda, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie
Dr. Jürgen Schatz, Abteilung Organische Chemie I
PD Dr. Matthias Freyberger, Abteilung Quantenphysik
Prof. Dr. Werner Balser, Abteilung Angewandte Analysis
PD Dr. Stefan Rammert, Abteilung Internationales Rechnungswesen
Dr. Wolfgang Kratzer, Abteilung Innere Medizin I
Tutoren des Arbeitskreises Ethik in der Medizin: Birgit Abler, Raife Balci, Jörg Bihlmayr, Maxi Braun, Stephanie Dentzer, Uli Fintelmann, Christine Flaiz, Benjamin Fohr, Ines Fröhlich, Lea Huber, Henrik Kessler, Lea Manal, Johanna Manske, Patrick Müller, Claudia Preuss, Claudia Raichle, Tabea Schinkel, Daniela Sigrist, Sabine Vöhringer, Anja Wickler, Andrea Ziegler
Dipl.-Ing. Richard Geißler und Abteilungsleiter Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Pfleiderer, Abteilung Allgemeine Elektrotechnik und Mikroelektronik
Dipl.-Ing. Jörg Siedenburg, Servicegruppe Informatik (SGI)

DAAD Preis

Bei Gelegenheit der Verleihung der Lehrboni wurde auch der DAAD-Preis 2002 für hervorragende Studienleistungen ausländischer Studierendender (1.000 EUR) verliehen. Er ging an den Chinesen Dengpan Mou. Nach dem Bachelorabschluß, den er in seiner Heimat erwarb, wechselte Dengpan Mou an die Universität Ulm, um hier in zwei Jahren den Master of Science in Communications Technology zu erhalten. Er schloß den englischsprachigen Studiengang ausgesprochen zügig, als Jahrgangsschnellster und mit besten Noten ab. Deshalb überrascht es nicht, daß er anschließend als Doktorand in der Abteilung Mikroelektronik angenommen wurde. Den DAAD-Preis erhielt Dengpan Mou aber auch für sein vielfältiges Engagement im Studiengang und für die chinesischen Studierenden insgesamt, die er nicht nur an der Universität Ulm, sondern als Chairman für ganz Süddeutschland vertritt.

inhalt Lichtenberg-Professuren
Für herausragende Wissenschaftler mit innovativen Forschungsfeldern
  Die VolkswagenStiftung verstärkt ihre personen- und institutionenbezogene Förderung und startet eine neue Initiative, die »Lichtenberg-Professuren«. Das Ziel ist es, herausragende Wissenschaftler in Verbindung mit innovativen Lehr- und Forschungsfeldern zu fördern und damit auch zu einer Profilbildung der besten unter den deutschen Hochschulen beizutragen. Mit den neuen Lichtenberg-Professuren sollen also in einem Zug sowohl thematische als auch strukturelle und forschungspolitische Akzente gesetzt werden. Gedacht ist an die Bewilligung von etwa zehn bis zwölf Professuren dieser Art pro Jahr.

Die Initiative richtet sich an drei Gruppen von Wissenschaftlern. Kernzielgruppe sind Nachwuchswissenschaftler zwei bis drei Jahre nach ihrer Promotion. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, frühzeitig eigenständig Forschung auf neuen, herkömmliche Disziplinengrenzen überschreitenden Gebieten zu betreiben. Gedacht ist an junge, hochqualifizierte Wissenschaftler, möglichst nicht älter als 35 Jahre und vorzugsweise mit Auslandserfahrung. Sie sollten nach der Promotion bereits erste herausragende wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht haben. Auch ausländischen Nachwuchswissenschaftlern steht das Programm grundsätzlich offen. Das entscheidende Kriterium stellt das Forschungsinteresse des Bewerbers oder der Bewerberin dar, das vorzugsweise auf ein hochinnovatives und damit durchaus risikobehaftetes Arbeitsgebiet gerichtet sein sollte.

Zum zweiten zielt das Programm auf solche Wissenschaftler (bevorzugt Rückkehrer aus dem Ausland), deren Promotion schon mehrere Jahre zurückliegt. Hier werden sowohl an die persönliche Qualifikation als auch an die Bedeutung des Forschungsgegenstands noch höhere Anforderungen gestellt als bei der Kernzielgruppe.

Drittens können bereits etablierte, international herausragende Wissenschaftler (sogenannte Five-Star-Professorships) nichtklassischer Disziplinen bis zu einem Alter von Mitte 40 und ausschließlich aus dem Ausland berufen werden. Gefördert werden somit herausragende Forscher verschiedener Qualifikationsstufen bei einer Fokussierung auf den Nachwuchs. Gleichzeitig erfolgt ein Anstoß zu neuen Entwicklungen in und zwischen den Wissenschaften. Im Zuge der neuen Professuren können auch neue Studiengänge aufgebaut werden.

Die VolkswagenStiftung stellt ihre Leistungen nur zur Verfügung, wenn von universitärer Seite die Rahmenbedingungen für die zu etablierende Stiftungsprofessur stimmen. Dies betrifft sowohl das künftige wissenschaftliche Umfeld als auch die fachlich-strategische und die Personalplanung. Das bedeutet, daß sich er thematische Fokus sinnvoll in die Gesamtausrichtung des jeweiligen Fachbereichs bzw. der Fakultät einfügen muß. Folglich kann eine Hochschule auch selbst die Initiative zur Einrichtung einer Lichtenberg-Professur ergreifen, wenn sie deutlich machen kann, daß sie innovative Entwicklungen auf einem aktuellen Forschungsgebiet aufgreifen und zukunftsträchtige Themen definieren und soweit möglich auch fachübergreifend ausgestalten will.

Die Hochschule sollte auch bereit sein, sich finanziell an der Professur zu beteiligen. Bei den Five-Star-Professuren mit ihrer entsprechenden Ausstattung muß vom ersten Jahr an von seiten der Universität eine substantielle Mitfinanzierung gegeben sein. Im Fall der Kernzielgruppe Nachwuchswissenschaftler hingegen erfolgt zunächst eine auf fünf Jahre befristete Startfinanzierung durch die Stiftung, an die sich bei positiver Zwischenevaluation eine bis zu dreijährige degressive Übergangsfinanzierung anschließt (die Hochschule sollte aber auch hier von Beginn an Eigenleistungen einbringen). In der dreijährigen Übergangsfinanzierung sollte die Nachwuchsprofessur in der jeweiligen Universität als reguläre W2- oder W3-Professur verankert werden. Für den innovativen wissenschaftlichen Nachwuchs - nicht zuletzt auch aus dem Ausland - eröffnet sich damit in einer Art Tenure-track-Verfahren eine neue, auch im internationalen Vergleich attraktive Förderperspektive.

Mit den Lichtenberg-Professuren gibt die Volkswagen-Stiftung einen weiteren Anstoß für die Eröffnung alternativer Qualifizierungs- und Berufungswege im deutschen Hochschulwesen. So wurden bereits in den vergangenen sechs Jahren in der auf die Förderung jüngerer Wissenschaftler fokussierten Initiative »Nachwuchsgruppen an Universitäten« 58 Gruppen mit insgesamt 62,2 Millionen ¬ unterstützt - ein wichtiger Beitrag zur Wegbereitung für die Juniorprofessuren. Ein Merkblatt zu den Lichtenberg-Professuren steht ab Mitte Januar 2003 zur Verfügung. Stichtag der ersten Ausschreibungsrunde wird der 1. Dezember 2003 sein.

inhalt Aus dem Blickwinkel der gesamten Fakultät
Stellungnahme des Dekans der Medizinischen Fakultät zum nebenstehenden Bericht über die vorgesehene Auflösung der Abteilung für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
  Professor Dr. Seidel beschreibt in seinem Artikel mögliche Konsequenzen, die sich ergeben könnten, wenn die von ihm geleitete Abteilung für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin nach seinem Ausscheiden aufgelöst wird. In der Tat haben die Vorstände der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums entsprechend entschieden und sind dabei, dies umzusetzen. Der Artikel gibt mir die Gelegenheit, aus dem Blickwinkel der gesamten Fakultät Stellung zu beziehen.

Zur Zukunftsentwicklung der Medizinischen Fakultät heißt es im Struktur- und Entwicklungsplan der Fakultät: »Fächer, deren Beitrag zum wissenschaftlichen Profil der Fakultät gering ist und die keine Kernfächer in der medizinischen und zahnmedizinischen Ausbildung darstellen, werden in Zukunft nicht mehr durch eine eigene Abteilung vertreten sein.« Der Wissenschaftsrat hat diese Grundsatzentscheidung ausdrücklich begrüßt. Sie erhöht den Gestaltungsspielraum der Fakultät für eine gezielte Forschungsentwicklung im Bereich der Kernkompetenzen und ermöglicht eine Erneuerung von innen heraus. Hinzu kommen alarmierende Meldungen aus dem Wissenschaftsministerium zur Finanzlage des Landes und damit auch der Medizinischen Fakultät. Diese zwingen uns, Einsparungen vorzunehmen. Es ist die selbstverständliche Aufgabe des Fakultäts- und, soweit Abteilungen des Klinikums betroffen sind, des Klinikumsvorstandes, Konzepte zu entwickeln, um den Schaden für die Gesamtfakultät trotz geringerer Landeszuschüsse kleinzuhalten.

Betriebsärztlicher Dienst als Ausgründung

Die konkrete Konzeptentwicklung gliederte sich in verschiedene Phasen:
- Diskussion der Handlungsoptionen in einer gemeinsamen Sitzung von Forschung und Krankenversorgung (»1. Lesung«)
- Vorstellung und Diskussion des Konzepts in der Fakultät, im Aufsichtsrat des Universitätsklinikums und im Universitätsrat
- Analyse aller Konsequenzen einer Abteilungsauflösung mit der betreffenden Abteilungsleitung
- Beschlußfassung des aufgrund der Diskussion in den verschiedenen Gremien veränderten Konzeptes in den dafür vorgesehen Gremien der Universität und des Universitätsklinikums (»2. Lesung«).

Bei den Entscheidungen handelt es sich um die Auflösung der Abteilung für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin und der Abteilung für Kulturanthropologie nach Pensionierung bzw. Emeritierung des Abteilungsleiters bzw. der Abteilungsleiterin. Die Abteilung für Sport- und Rehabilitationsmedizin wurde 2002 aufgelöst, das Aufgabengebiet wird als Sektion in der Abteilung Innere Medizin II weitergeführt. Die Abteilung Klinische Chemie wird in eine zentrale Einrichtung umgewandelt. Alle Diskussionen sind stets in großer Offenheit und mit hohem Verantwortungsbewußtsein geführt worden. Die Gremien haben unter Berücksichtigung der Gesamtinteressen der Medizinischen Fakultät und zukunftsorientiert entschieden. Entscheidungsbasis war nicht eine Bewertung der Leistungen in Forschung und Lehre des Faches in der Vergangenheit, sondern die Entwicklungsplanung.

Der von Prof. Seidel erwähnte Betriebsärztliche Dienst wird auch nach Auflösung der Abteilung für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin fortgeführt, entweder durch Beauftragung eines externen Instituts oder durch eine Ausgründung. Selbstverständlich garantiert die Medizinische Fakultät, daß in Ulm auch in Zukunft und trotz struktureller Veränderung entsprechend der Ausbildungsordnung für Ärzte ausgebildet wird. Allerdings kann nicht erwartet werden, daß alle angebotenen Pflichtveranstaltungen als Fach durch eine Abteilung vertreten werden müssen. Weder Ulm noch sonst eine medizinische Fakultät in Deutschland könnte sich einen solchen Luxus leisten. Mithilfe von Lehrbeauftragten und einem umfangreichen Lehrkörper, der bekanntlich auch diejenigen umfaßt, die an der Universität Ulm habilitiert sind und daher eine Lehrpflicht haben, selbst wenn sie nicht mehr an der Universität beschäftigt sind, werden wir auch in Zukunft einen attraktiven Unterricht anbieten können. Die Verleihung von Auszeichnungen für gute Lehre an Mitglieder des Arbeitskreises »Ethik in der Medizin« und die bundesweite Beachtung und Anerkennung dieses Arbeitskreises und ihrer Vertreter belegen beispielhaft, daß erfolgreiche Lehre in einem Bereich nicht zwangsläufig den Abteilungsstatus voraussetzt.

Prof. Dr. Reinhard Marre

inhalt Ökosoziale Marktwirtschaft als Grundlage der Zukunftssicherung
Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher ist Mitglied des Club of Rome
  Anläßlich seiner Jahreskonferenz in Ankara Ende Oktober 2002 hat der Club of Rome Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Direktor des Instituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung Ulm (FAW), zum aktiven Mitglied berufen. Damit wird Radermachers langjähriges wissenschaftliches und publizistisches Engagement für die Durchsetzung einer ökosozialen Marktwirtschaft als unverzichtbarer Grundlage der Zukunftssicherung der Menschheit gewürdigt.

Der Club of Rome (CoR), international eine wichtige Stimme in Zukunftsfragen, rekrutiert seine Mitglieder durch Berufung. Ihre Zahl ist weltweit auf 100 beschränkt. Furore machte vor 30 Jahren der Bericht »Grenzen des Wachstums«, Ausgangspunkt der globalen Umweltbewegung. Eine weitere Schlüsselpublikation war »Menschheit am Wendepunkt« von Mihailo Mesarovic und Eduard Pestel. Erst kürzlich ist der CoR mit einer Stellungnahme zum World Summit on Sustainable Development (Rio+10) in Johannesburg an die Öffentlichkeit getreten.

Balance oder Zerstörung

Radermachers Beiträge zu Fragen der globalen Entwicklung in Zeiten des Übergangs in eine weltweite Wissens- und Informationsgesellschaft befassen sich mit nachhaltiger Entwicklung, Weltinnenpolitik und Weltsozialfragen, mit internationalen Ausbildungssystemen und dem Zusammenwirken der Kulturen. Dabei kooperiert der Autor eng mit Mesarovic (Case Western Reserve University, Cleveland / CoR), der auch Gastprofessor am FAW ist, sowie mit Dr. Robert Pestel (EU-Kommission), Sohn des oben erwähnten Eduard Pestel, des Gründers der deutschen Sektion des CoR. Radermachers neuestes Buch »Balance oder Zerstörung: Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung« greift viele der erwähnten Themen auf. Es gilt als Nachfolger der »Grenzen des Wachstums« (vgl. bild der wissenschaft Nr. 4, 2002).

Im Kontext der Thematik nimmt Prof. Radermacher eine Reihe weiterer Funktionen wahr als
- Mitglied im Leitungsgremium des Forums Informationsgesellschaft der Bundesregierung
- Mitglied im Leitungsgremium des Information Society Forum (ISF) der EU
- Sprecher des Global Society Dialogues des ISF
- Vizepräsident des Ökosozialen Forums Europa
- Mitglied im Beirat Nachhaltige Entwicklung des Landes Baden-Württemberg
- Mitglied im wissenschaftlichen Beirat Verkehr der Bundesregierung
- Mitglied im Beirat der Deutsche Bahn AG sowie
- Mitglied im gesellschaftspolitischen Beirat der östereichischen Industriellenvereinigung.

inhalt Maßgeschneiderte Quantenwelt
Max-Planck-Forschungspreis 2002 für Wolfgang Schleich
  Seit 1990 vergibt die Max-Planck-Gesellschaft den mit jeweils 125.000 ¬ dotierten Max-Planck-Forschungspreis für internationale Kooperation gemeinsam mit der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an zwölf Preisträger in sechs verschiedenen Disziplinen. Die Preisverleihung 2002 fand am 11. Dezember statt. Gastgeber im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem waren Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und Prof. Dr. Wolfgang Frühwald, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Den Festvortrag hielt Preisträger Prof. Dr. Wolfgang Schleich, Leiter der Abteilung Quantenphysik der Universität Ulm, zum Thema »Maßgeschneiderte Quantenwelt«.

Der Max-Planck-Forschungspreis wurde zum 13. Mal an ausländische und deutsche Wissenschaftler für ihre herausragenden, international besonders anerkannten wissenschaftlichen Leistungen vergeben. Die Dotation, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereitgestellt wird, soll den deutschen Preisträgern die Aufnahme, Vertiefung oder Erweiterung von Forschungskooperationen mit Partnern außerhalb Deutschlands erleichtern und für die ausländischen Preisträger Grundlagen der Zusammenarbeit mit deutschen Partnern schaffen. Mit dem Preis werden insbesondere kurzfristige Forschungsaufenthalte, gemeinsame Fachtagungen oder Workshops sowie Sachausgaben und Hilfspersonal finanziert.

Prof. Dr. Wolfgang Schleich, einer der sechs diesjährigen Preisträger, ist Quantenphysiker. In der Quantenphysik werden die Eigenschaften und Wechselwirkungen von Quantenteilchen wie Atomen, Molekülen, Elektronen und Lichtteilchen studiert. Bis dato hat Schleich 210 Publikationen in den angesehensten physikalischen Zeitschriften veröffentlicht. Sein Buch »Quantum Optics in Phase Space« stellt eine grundlegende Monographie dar. In einer seiner neuesten Arbeiten beschäftigt sich Schleich mit der Allgemeinen Relativitätstheorie. Der große mathematische Logiker Kurt Gödel fand vor rund 50 Jahren eine Lösung der Einsteinschen Feldgleichung und gründete darauf die Konstruktion des sogenannten Gödel-Universums. Die übliche Vorstellung, die man vom Weltall heute hat, besagt, daß es sich gleichförmig ausdehnt und der Raum isotrop ist. Wenn Gödels Lösungen einen physikalischen Inhalt haben, dann muß das Weltall, abweichend von diesen Vorstellungen, rotieren. Schleich hat ein quantenphysikalisches Experiment vorgeschlagen (und die aufwendige Theorie dazu entwickelt), womit es in Zukunft experimentell möglich sein sollte, eine denkbare Rotation des Weltalls nachzuweisen.

Unvorstellbare Rechengeschwindigkeiten

Seit Jahren arbeitet Schleich mit seiner Gruppe auch an Problemen der Quanteninformationsverarbeitung. Im Augenblick ist die Theorie weiter fortgeschritten als das Experiment mit ersten einfachen Quantencomputern. Wenn die Quanteninformationsverarbeitung, die Quantenphysik, Informatik und weite Gebiete der Zahlentheorie einschließt, zu voller Blüte gekommen sein wird, werden bislang unvorstellbare Rechengeschwindigkeiten, wie sie bespielsweise in der Kryptographie und in der Zahlentheorie erforderlich sind, möglich sein.

Vor rund fünfzig Jahren entwarf Claude Shannon die Grundlagen der modernen Informationstechnologie. Sein »Bit« (von »binary digit«) wurde die elementare Einheit klassischer Information, und jedes Kind lernt heute, wie ein digitaler Computer mit »0« und »1« rechnet oder kommuniziert. Information ist zu einer enorm wertvollen Ressource geworden. Milliarden von Bits lassen sich auf daumennagelgroßen Mikrochips unterbringen. Aber die Jahre dieser Miniaturisierung sind gezählt. Das derzeitige Wachstum vorausgesetzt, wird Shannons Bit im Jahr 2020 nur noch durch ein einzelnes Molekül oder gar Atom repräsentiert werden. Um dann die Verarbeitung von Information auf dieser Größenskala noch zu verstehen, braucht man die Gesetze der Mikrowelt, konkret der Quantenphysik. Und die eröffnet neue, faszinierende Perspektiven, die der britische Physiker David Deutsch in den 80er Jahren erstmals klar erkannt hat. Bedingung ist, daß das klassische Bit durch das sogenannte »Quanten-Bit«, kurz »Qubit«, ersetzt wird. So ein Qubit kann schon auf einem einzelnen Elektron oder einem einzelnen Photon gespeichert werden.

Das Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg hat der Universität Ulm einen Lehrstuhl für experimentelle Quanteninformationsverarbeitung zugewiesen. Ziel ist es, um die Gruppe von Wolfgang Schleich ein Center of Excellence auf dem Gebiet der Quantenphysik zu schaffen, das sich international durchsetzt. Der Max-Planck-Forschungspreis unterstützt diese Zielstellung. Schon bislang hat die Universität Ulm von den vielfältigen Anregungen der Gäste am Lehrstuhl von Prof. Schleich, der 1995 mit dem höchsten deutschen Forschungspreis, dem Leibniz-Preis, ausgezeichnet worden ist, profitiert. Künftig soll der internationale wissenschaftliche Austausch unter verstärkter Teilnahme insbesondere auch der jüngeren Mitglieder des Lehrstuhls noch intensiviert werden. In der »Quantenfamilie«, die sich um Prof. Schleich aus Mitarbeitern, Gästen, Doktoranden und Studenten gebildet hat, arbeiten bereits jetzt Quantenphysiker weltweit zusammen.

inhalt Versicherungsprodukte mathematisch modelliert
SCOR-Preis für Aktuarwissenschaften 2002
  Wie schon in den Vorjahren hat SCOR DEUTSCHLAND auch 2002 drei Preise (im Gesamtwert von 12.000 EUR) für hervorragende Arbeiten zur Förderung des aktuarwissenschaftlichen Nachwuchses im deutschsprachigen Raum gestiftet. SCOR DEUTSCHLAND ist eine Tochtergesellschaft des französischen Rückversicherungskonzerns SCOR, eines der weltweit führenden Unternehmen der Branche. In Zusammenarbeit mit der Universität Ulm wurden Arbeiten prämiiert, die sich mit Themen der Produkt- und Tarifentwicklung in der Personenversicherung und der Sachversicherung beschäftigen.

Den 1. Preis erhielt Johanna Gaier von der Universität Wien für ihre Arbeit über »Asymptotische Ruinwahrscheinlichkeiten und optimale Investmentstrategien für einen Versicherer«. Gaier hat untersucht, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Versicherungsunternehmen langfristig insolvent werden kann. Während die bisherigen Modelle hierfür die Schäden recht genau berücksichtigen, wurden die Ergebnisse der Kapitalanlage üblicherweise nur durch einen festen Zinssatz beschrieben. Daß dies angesichts der Turbulenzen an den Börsen nicht mehr angemessen ist, liegt auf der Hand. Deswegen bezieht Gaier in ihr Modell nunmehr auch den Aktienmarkt mit ein, und es gelingt ihr, auch für diesen deutlich allgemeineren Fall Ergebnisse für die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen, mit der ein Versicherer insolvent wird. Die in der Arbeit verwendeten Techniken sind mathematisch sehr anspruchsvoll, weswegen die Jury ihr den 1. Preis zugesprochen hat.

Wahlrechte

Die beiden weiteren Preise gingen an Absolventen der Universität Ulm. Mit dem 2. Preis wurde Dipl.-Math. Tobias Dillmann für seine Untersuchungen über »Implizite Optionen in Lebensversicherungsverträgen« ausgezeichnet. Behandelt werden hier Wahlrechte für den Versicherungsnehmer, wie sie heute in beinahe jedem Lebensversicherungsvertrag enthalten sind. So kann der Kunde bei einer Rentenversicherung zum Beispiel am Ende der Ansparphase wählen, ob er vom Unternehmen eine lebenslange Rente oder das angesparte Kapital auf einmal ausgezahlt erhält (Kapitalwahlrecht). Diese Entscheidung beeinflußt natürlich die Geldflüsse des Unternehmens. Bisher werden solche Wahlrechte bei der Kalkulation von Versicherungsprodukten außer acht gelassen. Daß dies gefährlich sein kann, zeigte in den letzten Jahren der Fall der Equitable Life in Großbritannien, die aufgrund derartiger Optionen unter einen solchen Druck geriet, daß sie ihr Neugeschäft vollständig einstellen mußte.

In seiner Arbeit gibt Tobias Dillmann erstmalig ein umfassendes Modell an, mit dem für eine große Zahl derartiger Wahlrechte der jeweilige Wert berechnet werden kann. Er verwendet dafür sehr anspruchsvolle Modelle der modernen Finanzmathematik und zeigt anhand von Computersimulationen, daß die Wahlrechte teilweise einen erheblichen Wert repräsentieren können. Damit hat er zu einem hochaktuellen Gebiet einen grundlegenden Beitrag geliefert, der auf die Arbeit der Lebensversicherer erhebliche Auswirkungen haben wird.

Erdbeben und Rückversicherer

Den 3. Preis erhielt Dipl.-Wirtsch.-Math. Jan-Christian Rosemeyer. In seiner Arbeit hat er ein neues Modell zur »Erdbebenrisikoeinschätzung in der Praxis (am Beispiel japanischer Industrierisiken)« entwickelt. Nicht erst seit dem verheerenden Erdbeben von Kobe ist klar, daß derartige Naturkatastrophen gravierende finanzielle Auswirkungen insbesondere auf die Versicherungsbranche und hier in erster Linie auf die Rückversicherer haben, die einen großen Teil dieser Risiken übernehmen. Japan mit seinen erdbebenaktiven Gebieten und zugleich einer hohen Dichte an Wirtschaftsstandorten stellt insoweit einen Risikoschwerpunkt dar. Da die Rückversicherer üblicherweise Teile der Risiken vieler Industrieanlagen versichern, ist es für sie besonders wichtig, das Gefährdungspotential abzuschätzen, das sich durch Erdstöße im Hinblick auf die Gesamtheit der von ihnen übernommenen Risiken in einer Region ergibt. Hierbei spielen neben der Lage und Stärke der Beben auch die Wahrscheinlichkeit für die Häufigkeit derartiger Ereignisse und die Einschätzung des Schadenpotentials für die einzelnen versicherten Objekte eine Rolle. Jan-Christian Rosemeyer entwickelt zum ersten Mal ein umfassendes Modell, das alle diese Aspekte berücksichtigt.

Insgesamt wurden 13 Arbeiten für den diesjährigen SCOR-Preis eingereicht, die durchgängig ein hohes Niveau aufweisen und damit ein vorteilhaftes Bild von der Situation der Aktuarwissenschaften im deutschsprachigen Raum zeichnen. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit der Führungsspitze von SCOR DEUTSCHLAND und des weltweiten Konzernvorstandes sowie weiterer namhafter Vertreter der Versicherungsbranche am 22. November 2002 in der Universität Ulm statt.

inhalt Im Solidarpakt gestrichen
Arbeits-, Umwelt- und Sozialmedizin ohne institutionelle Basis
  Die Notwendigkeit des Sparens trifft auch die Medizinische Fakultät und das Klinikum, daran besteht kein Zweifel. In den letzten Monaten wurde jedoch - u. a. - eine Entscheidung getroffen und auch in Kenntnis der nachfolgend geschilderten Einwände bestätigt, die von den Betroffenen nicht hingenommen wird und auch bei maßgeblichen Einrichtungen des Landes Kopfschütteln auslöst. Die Rede ist von der Schließung des Instituts und der gleichnamigen Abteilung Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin nach dem Ausscheiden des gegenwärtigen Leiters (April 2005), des Unterzeichneten. Diese Einrichtung gehört zum Klinikum, als nichtbettenführende Abteilung mit einer der Krankenversorgung entsprechenden Aufgabe des Betriebsärztlichen Dienstes. Auf letzteren wird natürlich nicht verzichtet, er ist gesetzlich vorgeschrieben und er wird auch, in derzeit nicht festgelegter Form, weiterhin sichergestellt.

Die Rede ist von der akademischen Abteilung, die Aufgaben in Forschung und Lehre hat. Die Forschung konnte sich in der Vergangenheit wohl sehen lassen; das mögen jedoch andere beurteilen, z. B. nach einem Studium des Forschungsberichtes unserer Universität. Sie trägt angeblich nicht zur Profilbildung der Medizinischen Fakultät bei, ist zum Beispiel in den beiden Sonderforschungsbereichen nicht vertreten. Das trifft allerdings für die Mehrzahl der Abteilungen der Fakultät auch zu - und ließe sich ja gerade durch die Berufung eines »passenden« Nachfolgers ändern.

Lehrbücher aus Ulm

In der Lehre hat die Abteilung seit vielen Jahren, nach vorübergehendem Engagement auch bei Medizininformatikern, im Studiengang Medizin im Ökologischen Stoffgebiet (hier: Arbeitsmedizin, Umweltmedizin, Sozialmedizin) die Medizinstudenten und im Aufbaustudiengang Public Health die wesentlich gleichen Fächer mit je zwei Lehrveranstaltungen im Sommer- wie auch im Wintersemester betreut. Die in Deutschland am meisten verbreiteten Lehrbücher und Lehrbuchtexte stammen aus Ulm. In der neuen Approbationsordnung für Medizinstudenten, verabschiedet im Sommer 2002, gibt es das Ökologische Stoffgebiet als solches nicht mehr, aber die folgenden Pflichtveranstaltungen sind definiert: Arbeits- und Sozialmedizin, Klinische Umweltmedizin, Klinische Prävention, Gesundheitsförderung, Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliche Gesundheitspflege, Rehabilitation.

Die letztgenannten drei Lehrveranstaltungen haben sich aus der Lehre im Fach Sozialmedizin herausentwickelt, ebenso wie Epidemiologie (Lehrstuhl in Ulm). Zur Rehabilitation kommt Naturheilkunde hinzu (Lehrstuhl in Ulm). Zu Prävention und Gesundheitsförderung ist zu sagen, daß die Abteilungen Medizinsoziologie und Medizinische Psychologie entweder bereits weggefallen sind oder umgewandelt werden sollen. Die neue Approbationsordnung verlangt jedenfalls mehr Unterricht auf den bisher durch die Abteilung vertretenen Gebieten.

Was wird aus der Lehre in Public Health?

Wie soll es angesichts dieser Streichungen - die Fächer verschwinden schlicht aus dem Spektrum der Medizinischen Fakultät - weitergehen? Die Lehre in Grundlagen von Public Health wird dann wohl zusammenbrechen (das vermutet der Unterzeichnete, der diesen Aufbaustudiengang aufgebaut hat und viele Jahre als Fakultätsbeauftragter für ihn zuständig war, mit größtem Bedauern). Im Studiengang Humanmedizin sollte, so eine erste Formulierung des beschlußfassenden Gremiums, die Abteilung Epidemiologie den Unterricht übernehmen, eventuell ergänzt durch einen Lehrauftrag (Arbeitsmedizin)! Dies ist aus fachlichen Gründen unvorstellbar, zudem hat der Lehrstuhl Epidemiologie genügend andere eigenständige Aufgaben. Die Medizinische Fakultät bzw. ihr Studiendekan hat jetzt eine Kommission formiert, die die Umsetzung der neuen Approbationsordnung ohne die genannten Einrichtungen erarbeiten soll. Auch sie wird die Defizite nicht beseitigen können. Wenn andere Abteilungen die notwendige Lehre übernehmen, werden auch sie Personal dafür benötigen.

Die Ulmer Medizinstudenten werden in Zukunft in Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin schlechter versorgt werden. Diese Behauptung ist keine Hybris des gegenwärtig Verantwortlichen, die Tatsache ergibt sich schlicht daraus, daß hinter keinem zukünftigen Dozenten mehr eine Einrichtung steht, die Forschungs- und gegebenenfalls auch Versorgungsaufgaben (Betriebsärztlicher Dienst!) in diesen Fächern wahrnimmt. Das aber macht doch das Spezifikum von universitärer Lehre, erst recht in der Medizin aus. Die Lehrenden stehen auch in der Forschung und Praxis des jeweiligen Faches, die Lernenden haben Anteil an den Entwicklungen des Faches (»Wir wollen kein virtuelles Gymnasium«, sagte Herr Meinhold vom Wissenschaftsministerium bei seiner Abschiedsrede vor der Medizinischen Fakultät, auf die Repräsentanz der kleinen Fächer in der Fakultät angesprochen).

Auch außerhalb eines eigenen Instituts in hoher Qualität?

Es will nicht in den Kopf des Unterzeichneten, daß die minimalen Einsparungen von weniger als 1 % des Fakultätsetats und weniger als 0,5 % der Bilanzsumme des Klinikums, soviel kostet das Institut, einen so hohen Stellenwert haben, daß diese Einschränkung des Fächerspektrums der Fakultät - und dabei bleibt es trotz aller Kompensationsbemühungen - dafür in Kauf genommen wird. Verstehen können das auch das Sozialministerium nicht (eine Stellungnahme gegenüber dem Wissenschaftsministerium liegt vor), nicht die Landesärztekammer (s. Ärzteblatt Baden-Württemberg, Oktober 2002) und nicht die Fachgesellschaften. Fakultät und erst recht Klinikum sind freilich weitgehend autonome Einrichtungen, die Aufsichtsgremien (Klinikumsaufsichtsrat und Ministerium für Forschung, Wissenschaft und Kunst) akzeptieren offensichtlich diese schwerwiegenden Entscheidungen. Der Minister läßt mitteilen, er »gehe davon aus, daß die Lehrleistungen, wie von der Medizinischen Fakultät angekündigt, künftig auch außerhalb eines eigenen Instituts in hoher Qualität und unter besonderer Berücksichtigung des Anwendungs- und Praxisbezugs dieses Stoffgebietes angeboten werden können«. - Dazu kann man wirklich nur sagen, diese Ankündigung der Fakultät war mutig; die Kommission, die der Studiendekan einberufen hat, wird zaubern müssen.

Besteht noch Hoffnung, daß dies kein Nachruf auf eine Abteilung ist, die 25 Jahre von Prof. Fliedner geleitet wurde und seit fünf Jahren vom Unterzeichneten?

Prof. Dr. Hans Joachim Seidel

inhalt Sepsis-Blockade
Roger-Bone-Preis 2002 für ein antiseptisches Konzept
  Dr. Markus Huber-Lang (34), Assistenzarzt in der Abteilung für Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Ulm (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Lothar Kinzl), wurde auf dem 6. Deutschen Interdisziplinären Kongreß für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI 2002) am 15. November 2002 in Hamburg mit dem Roger-Bone-Preis 2002 ausgezeichnet. Dieser von der Lilly Deutschland GmbH gestiftete Preis wird zweijährlich von der Deutschen Sepsis-Gesellschaft für eine herausragende Publikation auf dem Gebiet der klinischen Sepsisforschung verliehen. Konkreter Gegenstand der Auszeichnung war Huber-Langs Studie »Protective effects of anti-C5a peptide antibodies in experimental sepsis« (Schutzeffekte von Antikörpern gegen das C5a-Peptid in der experimentellen Sepsis), in der er einen Ansatz für neuartige Behandlungsstrategien gegen die Sepsis beschreibt.

Die als Sepsis bezeichnete, trotz moderner intensivmedizinischer Therapie häufig tödlich verlaufende Ganzkörperentzündung entwickelt sich vor allem nach schweren Verletzungen oder großen operativen Eingriffen. In eigenen Vorarbeiten hatte Huber-Langs Team gezeigt, daß bei der Ausbildung der Sepsis und ihrer oft schweren Komplikationen verschiedene Aktivierungsprodukte des körpereigenen Immunsystems, vor allem der Entzündungsfaktor C5a, eine entscheidende Rolle spielen. Konsequenterweise analysierte Huber-Lang diesen Entzündungsfaktor und stellte Antikörper gegen unterschiedliche Regionen des C5a-Moleküls her. Verabreichung dieser spezifischen Anti-C5a-Antikörper führte während experimentell herbeigeführter Sepsis bei seinen Versuchstieren zu einer durchgreifenden Verbesserung der Überlebensrate und einer beeindruckenden Funktionsverbesserung des zellulären Abwehrsystems. Erstmals gelang es den Forschern sogar, zum Zeitpunkt bereits deutlich bestehender klinischer Zeichen der Ganzkörperentzündung deren tödliche Folgen (Multiorganversagen) zu verhindern.

Motiviert durch diese Ergebnisse, untersuchen die Ulmer Wissenschaftler zur Zeit in klinischen Studien bei schwer erkrankten septischen Patienten die Rolle des Entzündungsfaktors C5a auf den Krankheitsverlauf, in enger Zusammenarbeit mit der Ulmer Klinik für Anästhesiologie und mit Kollegen der University of Michigan (USA). Sie hoffen, in der C5a-Blockade einen therapeutisch wirksamen Schutzwall gegen die Sepsis entdeckt zu haben. Dr. Markus Huber-Lang leitet seit 2002 eine Nachwuchsgruppe im Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die preisgekrönte Untersuchung war erstmals im März 2001 von einer führenden internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht worden.

inhalt 4 Millionen Euro für den SFB 497
Neue Förderperiode geht bis 2005
  Im Ergebnis einer jüngst durchgeführten Begutachtung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschlossen, den Ulmer Sonderforschungsbereich (SFB) 497 Signale und Signalverarbeitung bei der zellulären Differenzierung in den Jahren 2003 bis 2005 weiterzufördern. Der SFB 497 wurde im Jahr 2000 eingerichtet. In dreijährigem Turnus erfolgt eine Leistungskontrolle durch ein auswärtiges Gutachtergremium.

Der SFB-Sprecher, Prof. Dr. Dr. Walter Knöchel, Leiter der Abteilung Biochemie der Universität Ulm, teilte mit, daß 13 Projekte aus der Medizinischen Fakultät mit jährlich etwa 1,3 Millionen Euro unterstützt werden. Ziel der in dem Forschungsverbund durchgeführten Arbeiten ist es, zu einem besseren Verständnis der Signal-gesteuerten Differenzierungsprozesse beizutragen, wie sie in der normalen Entwicklung des Menschen, aber auch bei zahlreichen Erkrankungen eine Rolle spielen.

inhalt Neue multimediale Dienste in Forschung und Lehre
SoFa - Studium ohne Festnetzanschluß an der Universität Ulm
  Im Zuge des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Universität Ulm geförderten Projekts WELCOME ist an der Universität Ulm in den letzten Monaten eine Funknetz-Infrastruktur errichtet worden. Das Drittmittelprojekt »SoFa - Studium ohne Festnetzanschluß« soll nun lernförderliche Infrastrukturen für die Präsenzuniversität unter spezieller Berücksichtigung des Einsatzes mobiler Rechner in der Lehre weiterentwickeln. Der Schwerpunkt der Projektarbeiten in Ulm liegt dabei auf der Herstellung einer Diensteinfrastruktur, die neue multimediale Dienste alltagstauglich in Forschung und Lehre einführt und so den Einsatz multimedialer Lehrinhalte in der studentischen Ausbildung unterstützt. Ziel ist es zudem, die multimedialen Lehr- und Lernarrangements an die Möglichkeiten der mobilen Nutzung anzupassen. Damit ist die Universität Ulm eine von 26 ausgewählten Hochschulen, die durch das BMBF im Rahmen der Notebook-University gefördert werden.

Für vier Teilprojekte stehen 1,2 Mio. ¬ aus den Mitteln der UMTS-Lizenzen zur Verfügung:
Teilprojekt 1: »Implementierung einer Dienste-Infrastruktur« (Kommunikations- und Informationszentrum / Informatik); Teilprojekt 2: »Docs ´n Drugs - Die virtuelle Poliklinik« im Querschnittsfach Infektiologie (Medizin / Informatik); Teilprojekt 3: »Softwaregrundpraktikum SOPRA" (Informatik); Teilprojekt 4: »Feedback- und Coachingsystem« (Pädagogische Psychologie)

Infolge des zunehmenden Einsatzes mobiler Rechner und neuer multimedialer Angebote im universitären Alltag von Forschung und Lehre stehen die Universitäten vor einer grundlegenden Herausforderung. Bisher erstreckte sich die Ausstattung mit Computern auf zunächst wenige, dann zunehmend mehr Arbeitsplätze, die in den letzten Jahren auch hochschulweit miteinander vernetzt wurden. Für die große Anzahl der Studierenden standen bislang jedoch keine befriedigenden Infrastrukturen zur Verfügung. Soweit vorhanden, beschränkten sie sich auf die Bereitstellung von einfachen Zugangssystemen zur Datenabfrage (z.B. im Bibliotheksbereich) oder temporären Arbeitssystemen mit geringer Speicherkapazität und einer vorgegebenen Softwareausstattung (CIP-Pools) sowie vereinzelten Rechnerlaboren.

Diensteinfrastruktur

Diese Gegebenheiten ändern sich durch die wachsende Anzahl mobiler Rechner, wodurch nicht nur eine quantitativ, sondern auch eine qualitativ neue Situation entsteht. Bisher lagen Anschaffung, Installation und Pflege in der Zuständigkeit der Hochschule. Zukünftig gilt es diese öffentliche Infrastruktur mit privaten Nutzungsmöglichkeiten zu kombinieren. Dabei muß aber zugleich ein Niveau erreicht werden, das den Anforderungen des Alltags in bezug auf Lehren und Lernen gerecht wird und in wichtigen Aspekten der traditionellen Arbeitsplatzunterstützung entspricht. Dies kann nur bewerkstelligt werden, wenn sich die grundlegende Aufgabenstruktur ändert, d.h. weg von einer ausstattungsbezogenen Infrastruktur hin zu einer Diensteinfrastruktur.

Ein entscheidendes Defizit ist derzeit, daß es im universitären Bereich bislang keine bedarfsgerechten Strukturen gibt, die es gestatten, multimediale Angebote auf jedem Niveau an jedem Lern- und Lehrort einzusetzen. Ein flächendeckendes Multimedia-Angebot ist mit organisatorischen Umstrukturierungen und speziellen Aufgabenverteilungen verbunden. Bislang erstreckten sich die Entwicklungen im Bereich der digitalen Medien auf isolierte Demonstrationsprojekte oder die punktuelle Umsetzung im Rahmen einer Forschungs- und Lehreinheit. Jetzt geht es darum, für flächendeckende Umsetzung zu sorgen und dabei sowohl Nachhaltigkeit als auch Angebotsangemessenheit zu berücksichtigen.

Diese Aufgabe kann nur durch den stufenweisen Aufbau einer geeigneten Diensteinfrastruktur bewerkstelligt werden, die sukzessiv die verschiedenen Dienste miteinander verbindet. Das Land Baden-Württemberg hat die Notwendigkeit dieser strukturellen Veränderungen an den Hochschulen bereits im neuen Hochschulrahmengesetz verankert. Demzufolge besteht an der Universität Ulm neuerdings als zentrale Dienstleistungseinrichtung das »Kommunikations- und Informationszentrum« (KIZ), in dem Universitätsrechenzentrum und -bibliothek, Fotozentrale und Teile der Verwaltung zusammengefaßt sind und neu gebildete Bereiche wie das Medienzentrum den neuen Diensteanforderungen Rechnung tragen.

Vernetzung von vorklinischen und klinischen Lehrinhalten

Die Teilprojekte 2 und 3 dienen der zielorientierten Umsetzung der Diensteinfrastruktur. Die konkrete Realisierung wird flankiert von zwei exemplarischen Lehr-/Lern-Szenarien, die während des Aufbaus der Diensteinfrastruktur als Referenzanwendungsfälle der formativen Evaluation und Steuerung dienen. Es handelt sich dabei konkret um die folgenden beiden Anwendungsfälle unter Einbeziehung mobiler Rechner: Anwendungsfall »Individuelles selbstgesteuertes Lernen mit web-based Training«; dieses Anwendungsszenario wird unter Verwendung von Docs ´n Drugs im Querschnittsfach Infektiologie der Medizin erprobt. Anwendungsfall »Problemorientiertes gesteuertes, tutoriell unterstütztes Lernen im Team«; dieses Anwendungsszenario wird am Softwaregrundpraktikum des Studiengangs Informatik Intensiv erprobt. Beide Szenarien verkörpern wichtige zukünftige Lehr-/Lern-Arrangements, die von vielen der obengenannten Anforderungen an eine Diensteinfrastruktur gestellt werden. Da beide Anwendungsfälle bereits heute inhaltlich ausgereift und im Curriculum etabliert sind (bislang allerdings ohne Berücksichtigung der Mobilität der Studierenden), sind sie in idealer Weise für eine frühe Überprüfung und permanente Anpassung des Diensteangebots unter Einbeziehung des Einsatzes mobiler Rechner geeignet.

Durch die neue Approbationsordnung für Ärzte und die damit verbundene Reformierung des Studiengangs Medizin ab dem Wintersemster 2002/03 beginnt eine horizontale und vertikale Vernetzung von klinischen und vorklinischen Lehrinhalten sowie die Intensivierung der klinischen Praktika und der Seminarveranstaltungen. Die aktuellen Aktivitäten von Docs ´n Drugs im Pflichtunterricht (z. B. Einführung in die Klinische Medizin, Kurs der Inneren Medizin) und Wahlpflichtunterricht werden dabei fachlich und zeitlich ausgebaut. Ferner wird Docs ´n Drugs in den Praktika für Neurologie und Gynäkologie eingesetzt. Ausgehend von den bereits bestehenden »Keimzellen« wird Docs ´n Drugs mit dem Querschnittsfach Infektiologie für den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums zu einer zentralen Lehrveranstaltung entwickelt. Aufgrund der Verteilung der Studierenden auf mehrere Stationen und unterschiedliche Zeitfenster, die für den Unterricht zur Verfügung stehen, eignet sich ein mobiles, zeitungebundenes Lehrsystem wie Docs ´n Drugs für diese Zwecke besonders gut.

Reale Softwareerstellung

Das Softwaregrundpraktikum (SOPRA) ist eine Pflichtveranstaltung im Grundstudium Informatik, bei der industrielle Best-practice-Vorgehensweisen der Softwareerstellung an realen Aufgabenstellungen (durch externe »Kunden«) erlernt und erprobt werden. Diese Lehrveranstaltung ist durch Teamarbeit sowie intensive Kommunikation und Interaktion (im Team sowie zwischen Team, Coach, Projektleiter und Auftraggeber) charakterisiert. Insofern bietet diese Lehrveranstaltung ein zu Docs ´n Drugs vollständig komplementäres Anwendungsszenarium, das aufgrund der besonderen Gegebenheiten im Diplomstudiengang Informatik Intensiv (kompakte Organisationsform bei beschränkter Teilnehmerzahl) ein ideales Testfeld für die zu entwickelnde Diensteinfrastruktur darstellt. Die gewonnenen Erkenntnisse können zuverlässig auf andere Lehrveranstaltungen desselben Typs übertragen werden.

Die beschriebenen, über die Diensteinfrastruktur zugänglichen Lernprozesse zeichnen sich durch einen Zugewinn an Autonomie aus. Neben den damit verbundenen Vorteilen erwachsen daraus aber auch steigende Anforderungen an die Studierenden: Sie müssen ihren Lernprozeß zunehmend selbst organisieren und regulieren, ob beim individuellen oder beim teambasierten Lernen. Mangelt es an diesbezüglichen Kompetenzen, besteht die Gefahr, daß die chancenreichen Lernprozesse scheitern. Ziel der pädagogisch-psychologischen Begleitforschung ist es deshalb, entsprechende Fördermöglichkeiten bei der Nutzung mobiler und zeitunabhängiger Lehr-Lern-Arrangements zu entwickeln und zu erproben. In Kooperation mit Teilprojekt 2 sollen, exemplarisch basierend auf dem mobilen und zeitungebunden Lehr-Lern-System Docs ´n Drugs, Prozesse des selbstgesteuerten Lernens untersucht, Ansatzstellen für deren Förderung identifiziert und ein Feedback- und Coachingsystem implementiert werden. Dieses System soll die Lernenden bei der Selbstregulation ihres Lernens unterstützen, ohne ihre neugewonnene Autonomie bei der ubiquitären Nutzung zu beschneiden. Die Forschungen beinhalten auch eine systematische Evaluation des Umgangs der Lernenden mit dem System. Empirisch kommen verschiedene Methoden zum Einsatz: Online- und herkömmliche Befragungen, systematische Verhaltensbeobachtungen sowie ein learner tracing zur Untersuchung von Lernprozessen auf der Mikroebene.

Dr. Claudia Schröck-Pauli

inhalt Ein Herz für internationale Gäste
Ehrung eines ehrenamtlichen Engagements
  Wie kann der Ehemann einer jungen Wissenschaftlerin aus Ägypten, die an der Universität Ulm doktoriert, besuchsweise die Stadt kennenlernen, wenn seine Frau tagsüber arbeitet? Wer kümmert sich um die begleitenden Ehefrauen von Gastwissenschaftlern? Diese und entsprechende Fragen beschäftigten Hedwig Pilgrim immer wieder. Selbst Ehefrau eines Lehrstuhlinhabers an der Universität Ulm, dessen Abteilung zahlreiche internationale Gäste hat, wurde ihr der Bedarf an einschlägiger Betreuungsarbeit bewußt. Eines Tages resultierte ein Projekt daraus - mit Unterstützung des Rektors wurde T.I.P. (Treffpunkt internationaler Partner) aus der Taufe gehoben.

Seither bietet das regelmäßige Veranstaltungsangebot für internationale Gäste und vor allem deren Angehörige die Möglichkeit, Kontakt untereinander zu finden. Frau Pilgrim übernahm diese Aufgabe mit Beginn des Sommersemesters 2001 ehrenamtlich. Münsterführungen, Besuche in der Sammlung Fried, Teilnahme an den internationalen Sommerfesten der Universität, Besuche von Konzerten, Picknicks im neuen Apotheker-Garten des Botanischen Gartens der Universität, Wanderungen in der näheren Umgebung, Museumsbesuche mit Führungen, Besichtigungen des Stadthauses, Teilnahme an Veranstaltungen des Zentrums für Sprachen und Philologie - das Spektrum der Unternehmungen ist weit.

Die Teilnehmer kommen aus Bulgarien, Polen, Rußland, Lettland, Ungarn, Indien, China, Japan, Syrien, Ägypten, Venezuela, Mexico, Chile, Italien, Spanien, Tschechien, Frankreich, Amerika. Da T.I.P. sozusagen eine Pioniertat an der Universität Ulm darstellt, erhielt Frau Pilgrim am 13.12.02 in der Villa Eberhardt im Rahmen einer kleinen Feier von Prorektor Prof. Dr. Helmuth Partsch als Anerkennung die Figur des Schneiders von Ulm, eines über die Grenzen Ulms hinaus bekannten frühen Flugpioniers.

Brigitte Baur
Information und Kontaktadresse im Internet: http://www.uni-ulm.de/aaa/TIP.html

inhalt Vom hohen Wert der Kundenzufriedenheit
Vertriebskonzepte und Customer Relationship Management bei Finanzdienstleistern
  Bei den jährlich stattfindenden Veranstaltungen der Universität Ulm und des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften Ulm, die sich über die Jahre in der Finanzbranche eine herausragende Reputation erworben haben, befassen sich führende Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft mit wechselnden Kernthemen. Auf der diesjährigen Herbsttagung auf Schloß Reisensburg in Günzburg am 17. und 18. Oktober 2002 setzten sich führende Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft mit dem Thema Vertriebskonzepte und Customer Relationship Management bei Finanzdienstleistern auseinander. Über 40 Vorstände und Wissenschaftler aus allen Bereichen der Finanzdienstleistungsbranche - Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften -, unter ihnen einige prominente Meinungsbildner, diskutierten über die verschiedenen Vertriebskanäle und die Integration der Kundengewinnung und Kundenbindung in die Unternehmensprozesse.

Der Trend im Markt geht weg von der reinen Service-Dienstleistung hin zur Direktbetreuung. Zur Aufrechterhaltung ihrer Präsenz vor Ort müssen Banken schon jetzt sogenannte Customer Care Centers aufbauen. Diese Centers unterscheiden sich durch die Breite ihrer Serviceleistungen deutlich von den in vielen Fällen heute noch üblichen Call-Centern. Dieser Befund stand im Mittelpunkt des Einführungsreferats »Customer Care - Dienstleistungsmanagement für Finanzdienstleister« von Dr. Margret Klinkhammer, Geschäftsführerin der Hypovereinsbank (HVB) Direkt, München. Die HVB Direkt legt hohen Wert auf Kundenzufriedenheit. Dr. Klinkhammer machte deutlich, daß »eine Ausrichtung des persönlichen Kontakts auf Kundenbindungs- und Vertriebsmaßnahmen mit Durchgriff auf die Prozesse beim Auftraggeber« stattfindet.

Vertriebswege

Michael Rosenberg, Vorstandsvorsitzender der Victoria Lebensversicherung AG, Düsseldorf, stellte die sich der Assekuranz bietenden unterschiedlichen Vertriebswege dar und forderte alle Vertriebswege in Betracht zu ziehen. Rosenberg insbesondere zu dem in diversen Prognosen angekündigten Niedergang der Ausschließlichkeitsorganisationen: »Zwar stößt die Ausschließlichkeit an Grenzen; sie ist aber nach wie vor die Hauptstütze der Versicherungswirtschaft.« Generell gilt, daß »95 Prozent des Geschäfts (...) über beratungsstarke Vertriebe generiert werden«. In diesem Zusammenhang zeigte Rosenberg, daß die Versicherungsunternehmen am stärksten wachsen, die sich wie die ERGO-Gruppe (Victoria = Teil der ERGO-Gruppe) in Verbindung mit der HypoVereinsbank auch auf den Vertrieb über Banken stützen können. Großen Wert legt der Referent auf die Spielregeln innerhalb des Multi-Channel-Vertriebs. Seine Prinzipien für die Steuerung unterschiedlicher Vertriebswege: Offenheit gegenüber jedem vertrieblichen Ansatz und keine Produktvorteile innerhalb einer Marke für verschiedene Vertriebskanäle.

Peter M. Endres, Mitglied des Vorstands Quelle Versicherung AG, Fürth, ergänzte dies mit der Darstellung des »integrierten Multi-Channel-Ansatzes in der KarstadtQuelle-Gruppe«. Zur Markenpolitik und zum Markenauftritt des Unternehmens meint Endres: »Die Dachmarke KarstadtQuelle vermittelt mit ihrer Bekanntheit und ihrer Kundenaffinität einen eindeutigen Bezug zu Finanzdienstleistungen.« In der Summe aller relevanten Produktkategorien resultiere daraus eine hohe Kompetenz und auch ein großer Abschlußgoodwill.

Für Gernot Feltin, DaimlerChrysler-Vertriebsorganisation Deutschland, Berlin, bildet Customer Relationship Management den Schlüssel zu der erfolgreich gestalteten Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden. Die interne Kommunikation, so seine Überzeugung, ist hierfür der entscheidende Erfolgsfaktor.

Dauerhaftes Filialgeschäft

Im Mittelpunkt des - lebhaft diskutierten - Referats von Prof. Dr. Hans Waschkowski, ehemaligen Vorstandsmitgliedes der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, stand die Frage: »Hat das Bankgeschäft über Filialen noch eine Zukunft?« Seine Antwort: »Das Filialgeschäft ist dauerhaft interessant, wenn es im Rahmen einer grundlegenden Kundenorientierung richtig betrieben wird.« Mitentscheidend für den Faktor Kundenorientierung sei dabei ein im Unternehmen exakt verankertes Beschwerdemanagement.

Die Sicht des unabhängigen Finanzvertriebs schilderte Hans-Peter Wolter, Geschäftsführer der ZSH GmbH Finanzdienstleistungen, Heidelberg, in seinem abschließenden Vortrag »Customer Relationship Management zum Außendienst und zum Endkunden«. Wolter faßt Customer Relationship Management unter anderem als die regelmäßige Kommunikation zwischen dem Kunden und seinem Berater auf. Hierzu müsse die Organisation eine Fülle von Anforderungen erfüllen - von der korrekten und zeitnahen Berücksichtigung der in den einzelnen Produktsparten erforderlichen Provisionsabrechnungen bis hin zu einer detaillierten Prüfung der in Frage kommenden Produktangebote. Der Zusammenhalt einer Organisation wie ZSH, die sich überwiegend an eine akademisch gebildete Klientel richtet, ergibt sich dabei, so Wolter, in erster Linie aus dem Programm, das sie für die und mit den ihr angeschlossenen Finanzberatern leistet. Nur wenn diese Leistungen für die Finanzberater erkennbar sind und auch als werthaltig empfunden werden, könne der unabhängige Vertrieb das Thema Customer Relationship Management nachhaltig erfolgreich darstellen.

Abschließende Bemerkung: die Herbsttagung Reisensburg 2003 wird im Oktober unter dem Rahmenthema »Private und betriebliche Altersvorsorge in neuer Konstellation« stattfinden.

Dr. Arbert Bruer

inhalt Mit 14 Altersdiabetiker?
Forschungspreis für Ulmer Kinderkliniker Dr. Martin Wabitsch
  Wer stark übergewichtig ist, läuft Gefahr, bereits in jungen Jahren am »Alterszucker« (Diabetes mellitus Typ 2) zu erkranken. Dies ist das Ergebnis der Studie »Glukosetoleranz und Insulinresistenz bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas«, für die PD Dr. Martin Wabitsch, Oberarzt in der Ulmer Universitäts-Kinderklinik, auf dem diesjährigen Kinderärztekongreß in Leipzig mit dem Forschungspreis der AG Pädiatrische Diabetologie ausgezeichnet wurde. Der Preis ist mit 4000 ¬ ausgestattet.

In Wabitschs Untersuchung geht es um die Frage, ob bei extremem Übergewicht (Adipositas) im Kindes- und Jugendalter bereits Störungen im Zuckerstoffwechsel festzustellen sind und es in deren Folge zur Ausbildung eines Diabetes mellitus Typ 2 kommen kann. Der Typ-2-Diabetes gilt gemeinhin als Erkrankung vorgerückter Lebensphasen und wird deswegen üblicherweise auch Altersdiabetes genannt. Wabitschs Erkenntnissen zufolge scheint aber weniger die Zahl der Lebensjahre als vielmehr das Ausmaß des Übergewichts - neben einer entsprechenden genetischen Veranlagung - den Ausschlag zu geben.

Diabetes ist teuer

Auf die Spur gebracht hatten den Ulmer Kinderkliniker US-amerikanische Berichte, denen zufolge übergewichtige Kinder und Jugendliche mit familiärer Vorbelastung mitunter vorzeitig am Altersdiabetes erkranken. Wabitsch hatte daraufhin (mit finanzieller Unterstützung der Stiftung »Das zuckerkranke Kind«) in Zusammenarbeit mit der Fachklinik für Kinder und Jugendliche in Murnau 520 stark übergewichtige Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 19 Jahren vor deren Teilnahme an einer stationären Adipositas-Therapie einem Glukosetoleranztest unterzogen. Bestimmt wurden Blutzucker, Blutinsulin und die Funktionstüchtigkeit des Insulin-Abbausystems (Insulinresistenz), klassifiziert nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation. Tatsächlich zeigten knapp vier unter hundert adipösen Jugendlichen (3,7%) einen erhöhten Nüchtern-Glukosespiegel; bei weiteren 2,1% war die Glukoseverstoffwechselung gestört, und 1,5% erfüllten sämtliche Kriterien des Typ-2-Diabetikers.

Die Konsequenzen dieser Beobachtung sind vorstellbar. Der Diabetes ist nicht nur eine lebenslange Belastung für den Betroffenen, er ist auch teuer. So steht nach Wabitschs Einschätzung zu erwarten, daß durch die steigende Häufigkeit von Übergewicht bei Kindern und durch dessen Folgen erhebliche Kosten auf das deutsche Gesundheitssystem und die Gesellschaft insgesamt zukommen werden. Wirksame Maßnahmen zur Prävention der Adipositas und des Diabetes erachtet der Preisträger für unverzichtbar.

inhalt Drahtloser Zugang zu den Internet-Diensten
WELCOME an der Universität
  Seit geraumer Zeit sind an verschiedenen Stellen der Universität Ulm blaue Hinweisschilder mit einem Funksymbol zu entdecken. In deren Nähe sind Funkbasisstationen, sogenannte Access Points, installiert - Funkzellen, die die Grundlage des »Wireless LAN« (WLAN) bilden. Das Kommunikations- und Informationszentrum/Geschäftsbereich Universitätsrechenzentrum (KIZ/URZ) hat dieses Funknetz aufgebaut, das den Studenten und Mitarbeitern der Universität gestattet, flexibel auf deren netzbasierte Ressourcen und auf das Internet zuzugreifen. Die WLAN-Technologie ermöglicht in Verbindung mit mobilen Rechnersystemen wie Notebooks, Handhelds und PDAs (Personal Digital Assistants) einen orts- und zeitunabhängigen drahtlosen Zugang auf die im Internet angebotenen Dienste und Informationen.

WELCOME steht als Abkürzung für das »Wireless Communication Environment«, das aus einem Projekt zum Aufbau und zur Nutzung einer Funknetz-Infrastruktur an der Universität Ulm hervorgegangen ist. An diesem Projekt beteiligten sich eine Zentrale Einrichtung sowie Abteilungen aus drei verschiedenen Fakultäten: das KIZ/URZ, die Abteilung Medieninformatik, die Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene (Virtuelle Poliklinik: Docs 'n Drugs) und die Abteilung Allgemeine Elektrotechnik und Mikroelektronik sowie der Lehrstuhl für Organisation und Management von Informationssystemen (LOMI). Gefördert wurde das Projekt von der Universität sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms »Neue Medien in der Bildung«.

In den Pausen arbeiten

Neben verschiedenen Hörsälen und Seminarräumen sind vor allem auch öffentlich zugängliche Bereiche wie Arbeitsplätze für Studenten, das Forum und die Cafeterien abgedeckt. Die Mobilität der Studierenden sowie der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird mit dem Einsatz der Funk-LANs wesentlich erhöht. Die Arbeitsmöglichkeiten der Studierenden werden insbesondere auch in den Pausen zwischen Lehrveranstaltungen verbessert. Der Nutzer benötigt zusätzlich zu seinem Laptop eine WLAN Karte nach Standard IEEE 802.11b, mit der er sich in das Funknetz einbuchen kann, und einen entsprechenden Account für die eigene Funknetzkarte (Antrag auf Anbindung eines Rechners an das offene Informationsnetz der Universität Ulm), den er beim KIZ/URZ erhält.

Technisch arbeitet das Funknetz mit einer maximalen Übertragungsrate von 11 Mbit/s im ISM-Frequenzband nach dem Standard IEEE 802.11b. Dabei bezeichnet ISM (Industry, Science, Medicine) einen Frequenzbereich (ca. 2.4 GHz), den Industrie, Wissenschaft und Medizin lizenzfrei nutzen dürfen. Ein einzelner Nutzer kann einen Durchsatz von ca. 4 Mbit/s erwarten, wobei sich jedoch alle gleichzeitig in einer Funkzelle Arbeitenden diese Übertragungskapazität teilen müssen. Die am Laptop erreichbare Geschwindigkeit ist zudem von der Entfernung zwischen Laptop und Sendeantenne und von anderen baulichen Gegebenheiten abhängig. Die Ausbreitung der Funksignale unterliegt vielen physikalischen Einflüssen. Faktoren wie das Baumaterial der Wände oder der Aufbau der Räumlichkeiten spielen ein wichtige Rolle. Hieran erkennt man bereits wesentliche Unterschiede zu den kabelgebundenen Netzen, die mithin nicht ersetzt, sondern nur ergänzt werden können. Jede Basisstation hat, je nach Umgebung, eine Reichweite von ca. 10-50 Metern. Die Funk-LANs sind auf hohem Sicherheitsniveau in das Universitäts-Netz eingefügt. Die Datenübertragung selbst wird verschlüsselt, und nur authentifizierte Nutzer werden zur Nutzung des WLAN zugelassen. Die Authentifizierung wird über Nutzerkennung und Passwort vorgenommen. Die Arbeit an einer weiteren Sicherheitsstufe mit Hilfe eines Virtual Private Network (VPN) hat im Rahmen des neuen Projektes »SoFa - Studium ohne Festnetzanschluß« (s. den Beitrag in diesem Heft auf S. ***) begonnen.

Hinweise, Hilfe und einen Überblick über den aktuellen Stand des Netzausbaus gibt es auf der Homepage des KIZ/URZ: www.uni-ulm.de/urz/Netzwerk/funknetz/. Studenten können sich bei der Universitätsbibliothek eine Funknetz-Karte für ihren Laptop leihen. Die Modalitäten entsprechen der Buchausleihe.Für Karten, die von der Bibliothek ausgeliehen werden, ist kein Accountantrag erforderlich. Zur Förderung der Nutzung dieses Angebots vermittelt das KIZ/URZ Notebook-Angebote zu Sonderkonditionen für Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Ulm. Aktuelle Angebote unter www.uni-ulm.de/urz/ .

Dr. Claudia Schröck-Pauli

inhalt Im Dienste des euro-arabischen Dialogs
25 junge Wissenschaftler und Studierende aus Ägypten besuchten die Universität Ulm
  Die Universität Ulm unterhält seit vielen Jahren Austauschbeziehungen mit der Cairo University. Seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre wurden diese Beziehungen durch die damals ins Leben gerufenen deutsch-ägyptischen Wochen, die alternierend in Kairo und Ulm stattfinden, nachhaltig vertieft. Eine wachsende Zahl von Doktoranden kam in der Folge an die Universität Ulm (derzeit sind es 15). Im Jahr 2000 wurde ein bestehender Kooperationsvertrag zwischen den beiden Universitäten neugefaßt.

Die Universität Ulm griff im Sommer eine Ausschreibung des DAAD zur Förderung von Sommerschulen mit jungen Wissenschaftlern aus arabisch sprechenden Ländern auf und bereitete einen Workshop mit dem Thema »Improvement of Scientific Education and Exchange in the fields of Applied Physics, Biochemistry, Computer Science and Environmental Medicine. DAAD-Workshop for young scientists from Arab Speaking Countries« vor. Mit dem Ziel, die Basis für eine längerfristige Zusammenarbeit zu legen, wurden 25 junge Wissenschaftler und Diplomanden eingeladen, die vom 8.-21. Dezember 2002 Gäste der Universität Ulm waren.

Die Teilnehmerinnen (mit 13 in der Überzahl) und Teilnehmer, die nicht nur aus der Cairo University, sondern auch aus der Ain-Shams University und aus nationalen Forschungszentren kamen, wurden nach Absprachen von Professoren beider Seiten nominiert. Neben den wissenschaftlichen Kontakten sollte den jungen ägyptischen Wissenschaftlern ein tieferer Einblick in Funktion und Selbstverständnis einer deutschen Universität und der deutschen Scientific Community ermöglicht werden. Besuche in Unternehmen und im Deutschen Museum in München rundeten das Programm ab, das den Gästen auch Gelegenheit gab, die gastgebende Stadt Ulm und ihr Umland kennenzulernen.

Sonstiges
  Amtliche Bekanntmachung
  Nr. 21 vom 20. Dezember 2002
Änderung der Geschäftsordnung des Tumorzentrums des Universitätsklinikums vom 24.03.1999 vom 27.11.2002

  Belobigung für Azubis
  Für ihre guten Leistungen in der Abschlußprüfung im Sommer 2002 haben folgende Auszubildende eine Belobigung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm erhalten: Martin Daubner, Ausbildung zum Fachinformatiker, Fachrichtung Anwendungsentwicklung beim Rechenzentrum der Universität Ulm; Sandra Pateck, Ausbildung zur Tierpflegerin, Fachrichtung Haus- und Versuchstierpflege beim Tierforschungszentrum der Universität Ulm.

  Doktorandenkolloquium Ethik in der Medizin
  Die AEM bietet dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein Forum für den Austausch über medizinethische Projekte in Gestalt eines jährlichen Doktorandenkolloquiums, bei dem aktuelle Doktorarbeiten zu medizinethischen Themen vorgestellt und diskutiert werden können. Neben den inhaltlichen Aspekten werden auch methodische Fragen und Probleme erörtert. Das zweite Doktorandenkolloquium findet am 10.-12. Juni 2003 in der Evangelischen Akademie Bad Boll statt.

  Nichtkonventionelle Entscheidungshilfen
  Entwicklung, Analyse und Anwendung nichtkonventioneller Programmiersprachen sind Spezialgebiet von Prof. Dr. techn. Dr. rer. nat. habil. Dipl.-Ing. Thomas Frühwirth (39), seit Juli C3-Professor in der Abteilung Programmiermethodik und Compilerbau der Universität Ulm. Frühwirth ist Österreicher, studierte Informatik an der Technischen Universität Wien, die ihn 1990 zum Doktor der Technischen Wissenschaften promovierte. Das Vor-Prüfungsjahr hatte er als Fulbright-Stipendiat an der State University of New York at Stony Brook (USA) verbracht. Es folgten fünf Jahre angewandte Forschung am European Computer-Industry Research Centre (ECRC) in München, wo der junge Informatiker Projektleiter in der Gruppe »Constraint Reasoning and Constraint Databases« war. Er blieb in München, nahm seine akademische Karriere wieder auf und habilitierte sich 1998 an der Ludwig-Maximilians-Universität am Lehrstuhl für Programmierung und Softwaretechnik. Seine Habilitationsschrift ist eine theoretische und praktische Darstellung der von ihm selbst entwickelten und implementierten Programmiersprache CHR, die inzwischen weltweit in mehr als 40 Projekten eingesetzt wird.

Bis heute hat Frühwirth mehr als 90 wissenschaftliche Arbeiten publiziert und, unter anderem mit Siemens und BMW, mehrere eigene Drittmittelprojekte zu softwaretechnischen Fragen realisiert. Sein besonderes Interesse gilt der Constraint-Programmierung, einer neuen Methode mit hervorragender Eignung für Entscheidungshilfesysteme. Frühwirth ist Hauptautor des ersten Lehrbuchs zu diesem Thema. Auch Lehrerfahrung bringt er mit: er unterrichtete bereits als Gastprofessor in Italien und Australien. Einen Ruf der Johannes-Kepler-Universität Linz (März 2002) auf eine Stiftungsprofessur für Software Engineering, verbunden mit der wissenschaftlichen Leitung des Software Competence Centers Hagenberg, hatte er vor einer Zusage für Ulm abgelehnt.

  Studienangebote deutscher Hochschulen
  Die »Studienangebote deutscher Hochschulen« mit den Daten für das Sommersemester 2003 liegen jetzt vor. Alle darin enthaltenen Informationen beruhen auf Angaben, die von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zusammengetragen werden. Derzeit beträgt die Zahl der Studienmöglichkeiten in Deutschland über 9.300, 280 mehr als im laufenden Wintersemester. Die Hochschulen haben insbesondere auch das Angebot an Bachelor-Studiengängen weiter ausgebaut. Ihre Zahl beträgt jetzt rund 750. Die Master-Studiengänge werden von dieser Ausgabe an nicht mehr erfaßt, sie sind aber im Internet im HRK-Hochschulkompaß (www.hochschulkompass.de) abrufbar.

»Studienangebote deutscher Hochschulen« bietet im Überblick grundlegende Informationen, die für die Orientierung von Studieninteressierten und Studienanfängern wichtig sind: - alle Studiengänge im grundständigen Studium an den 329 staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland; - Hinweise auf Zulassungsbeschränkungen und andere Besonderheiten der Zulassung; - Angaben über die Bewerbungs-, Anmelde- und Einschreibfristen; - eine komplette Liste mit den Anschriften, Telefon-, Fax- und Email-Nummern sowie den Internet-Adressen der Hochschulen.

Studienangebote deutscher Hochschulen/Degree Courses in Germany. Sommersemester 2003. Ausgabe Nr. 12, Dezember 2002. Herausgegeben von der HRK und dem Verlag K. H. Bock. Bad Honnef, Verlag Karl Heinrich Bock, 2002. ¬ 4,50. ISSN 1434-727X; ISBN 3-87066-870-9.

  Dr.-Norbert-Henning-Preis
  Die Dr.-Norbert-Henning-Stiftung an der Universität Erlangen-Nürnberg vergibt 2003 den mit 15.000 Euro dotierten Dr.-Norbert-Henning-Preis zur Förderung der medizinischen Forschung auf dem Gebiet der Gastroenterologie. Bewerben können sich Wissenschaftler aus dem deutschen Sprachraum, die das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Der Preis wird an Einzelpersonen oder Gruppen bis zu vier Autoren vergeben. Bewerbungen in vierfacher Ausfertigung mit Lebenslauf und Schriftenverzeichnis sind bis zum 15. März 2003 beim Kuratorium der Dr.-Norbert-Henning-Stiftung, Schloßplatz 4, 91054 Erlangen, einzureichen.

  Berufsplanung für Ingenieure
 

Neuauflage des Karriere-Ratgebers

Fach- und Berufsverbände sprechen von einem Fachkräftemangel in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, der auch noch einige Jahre andauern wird. Für Bauingenieure zeichnet sich auf Grund der stark gesunkenen Studienanfängerzahlen mittelfristig eine ähnliche Entwicklung ab. Ist Berufsplanung damit überflüssig? Nein, denn die Erwartungen der Unternehmen sind hoch. Worauf es ankommt, steht in der neuen Auflage von Berufsplanung für Ingenieure vom Staufenbiel-Institut in Köln. Welche Unternehmen suchen Ingenieure für welche Aufgaben? Wie entwickeln sich einzelne Branchen? Welche Qualifikationen sind in den verschiedenen Jobs und Branchen gefragt? Über diese Fragen informiert Berufsplanung für Ingenieure kompakt und übersichtlich.

»Der technologisch bedingte Umbruch«, schreibt Klaus Henning in seinem Vorwort, »bringt eine Dominanz von Informations- und Kommunikationstechnik sowie hochwertiger Dienstleistungen mit sich«. Dadurch verändern sich die klassischen Ingenieur-Jobs in Forschung, Entwicklung und Produktion, und es entsteht eine Vielzahl neuer Berufsfelder. In aktuellen Kapiteln über Mikrosystemtechnik und die Automobilzulieferindustrie wird auf diese Entwicklung eingegangen. Und damit es nicht bei der Planung bleibt, liefert Berufsplanung für Ingenieure auch Einstiegsangebote von 100 Top-Unternehmen mit, Angebote, auf die sich angehende Diplom-Ingenieure direkt bewerben können - Ansprechpartner und Infos über Einstellungskriterien und Auswahlverfahren sind in der Firmen-Dokumentation START 2003 zusammengestellt. Berufsplanung für Ingenieure ist im Buchhandel oder direkt beim Staufenbiel-Institut unter www.staufenbiel.de/book-shop erhältlich.

Klaus Henning und Joerg E. Staufenbiel, Berufsplanung für Ingenieure. Mit Jobangeboten von 100 Top-Arbeitgebern - START 2003. Herausgeber Staufenbiel Institut für Studien- und Berufsplanung GmbH, Redaktion Claudia Pahlich. 400 Seiten, ISBN 3-922132-05-7
Staufenbiel Institut, Postfach 103543, 50475 Köln; Tel. 0221-912663-0; Fax 0221-912663-9; Email: info@staufenbiel.de; www.staufenbiel.de

  Kaiser-Friedrich-Forschungspreis
  Die PhotonicNet GmbH schreibt den zweijährlichen Kaiser-Friedrich-Forschungspreis (Dotation 15.000 EUR) für deutsche Wissenschaftler und Forschergruppen aus, die richtungweisende Entwicklungen im Themenfeld Optische Technologien erarbeitet haben. 2003 werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Optischen Sensorik ausgezeichnet. Die eingereichte Arbeit soll Möglichkeiten der praktischen / industriellen Verwertbarkeit aufzeigen. Neben neuen Sensorkonzepten werden bevorzugt praxisbezogene Anwendungen optischer Sensoren in den Bereichen Biomedizin, Biotechnologie, Pharmazie, Metallbearbeitung, Sicherheitstechnik, Umweltanalytik und industrielle Prozeßkontrolle prämiiert. Der Wettbewerb ist offen für sämtliche Technologiebereiche aus Wissenschaft und Wirtschaft. Die Ergebnisse sollten nicht älter als 1 Jahr sein. Bewerbungsschluß bei der PhotonicNet GmbH, Geschäftsstelle Göttingen, Von-Ossietzky-Straße 99, 37085 Göttingen, ist am 15.3.2003 (Datum des Poststempels).

  Franziska-Kolb-Preis 2003
  Die Franziska-Kolb-Stiftung ist 1994 an der Universität Ulm zum Zwecke der Förderung der Leukämieforschung errichtet worden. Sie verleiht 2003 wieder ihren jährlichen Preis. Dieser Preis ist mit 4000,-- EUR dotiert und dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Er wird für herausragende Dissertationen und andere wissenschaftliche Arbeiten vergeben, deren Gegenstand leukämische oder verwandte bösartige Blutkrankheiten sind. Bewerber sollten nicht älter als 35 Jahre und Mitglieder einer der baden-württembergischen Landesuniversitäten oder einer der mit ihnen kooperierenden Einrichtungen sein. Angehörige des Lehrkörpers der genannten Einrichtungen sind vorschlagsberechtigt. Bewerbungen und Vorschläge sind bis 30. April 2003 beim Dekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm, 89069 Ulm, einzureichen.

  Schmerzliche Ironie (Leserbrief)
 
Zu »Entscheidend ist der Fortpflanzungserfolg«, uui 257, Nov. 2002

Ich danke Ihnen für den Beitrag »Entscheidend ist der Fortpflanzungserfolg« in uui 257, Nov. 2002 und wünschte sehr, daß der Aufsatz auch in großen Zeitungen erscheint und von den Fernsehanstalten aufgegriffen wird. Vielleicht würde dieser oder jener aufhorchen, auch wenn es, wie die demographische Mathematik zeigt, eigentlich schon zu spät ist. Es sind nicht mehr viele, die die Tragik um unser Volk noch erfassen können und wollen. Auch stehen sie, der älteren Generation angehörig, vor dem Aussterben. Wer für die Welt etwas leisten will, muß sein eigenes Land intakt halten, gerade im Sinne der Bevölkerungsstrukturen. Aus ihnen kann, wie die Geschichte zeigt, viel Unheil erwachsen, wenn sie falsch angelegt sind.

'Erst kommt mein Volk und dann die anderen' ist deshalb eine Maxime, die nicht nur recht und billig ist, sondern auch die Grundlage für die mannigfache Hilfe bildet, die von zahlreichen Ländern weltweit in zunehmendem Maße von Deutschland erwartet wird. Es kann deshalb keinen Sinn machen, wenn Deutschland denselben Weg geht wie alle die Länder, deren Bewohner jetzt in Massen zu uns drängen, die Erträgnisse unserer Kultur genießen und diese Kultur womöglich zugleich verunglimpfen. Und die Menschen schauen in stumpfer Bequemlichkeit freundlich lächelnd und anpassungsbereit zu. Spengler läßt grüßen. Aber nicht nur er. Es entbehrt nicht der schmerzlichen Ironie, daß ausgerechnet eine Gallionsfigur der deutschen Sozialdemokratie wie der Altkanzler Helmut Schmidt diese Fehlentwicklungen schon vor Jahrzehnten vorausgesehen hat (s.a. Schmidt, H.: »Handeln für Deutschland«).

Eva Schott, Überlingen

  Der Weg zum MBA
  Der Ratgeber »Das MBA-Studium« ist beim Staufenbiel-Institut in Köln in vierter Auflage erschienen. Das Buch informiert über alle Aspekte der MBA-Ausbildung - von der Auswahl individuell geeigneter Programme über Bewerbung und Zulassung, Finanzierungsmöglichkeiten bis zu den Berufschancen für MBA-Absolventen. Ausführliche Porträts führender Business Schools vermitteln detaillierte und vergleichbare Informationen zu renommierten MBA-Programmen.

Die Zahl der MBA-Studenten hat sich in nur fünf Jahren fast verdoppelt. Derzeit absolvieren über 350.000 Studierende weltweit ein Studium zum Master of Business Administration, verglichen mit etwa 200.000 Anfang 1998. Mit der Nachfrage ist auch das Ausbildungsangebot gestiegen, so daß heute eine kaum überschaubare Vielfalt an Programmen höchst unterschiedlicher Qualität existiert. Von den aktuell etwa 5.000 Programmen sind nicht einmal 20 Prozent in der einen oder anderen Form akkreditiert. Hier setzt der Staufenbiel-Ratgeber an: er informiert über die Hintergründe der MBA-Ausbildung, stellt Zielsetzungen, Inhalte und sonstige Merkmale guter MBA-Programme vor und nennt Kriterien, die bei der Auswahl einer geeigneten Business School eine Rolle spielen.

Der Leser findet überdies Informationen und Tips zum Bewerbungsprozeß sowie zu Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten. Personalverantwortliche geben über den Stellenwert des MBA aus der Sicht der Unternehmen Auskunft. Kontakt- und Internetadressen sowie weiterführende Literatur runden das Bild ab.

Das MBA-Studium - mit ausführlichen Porträts der besten Business Schools weltweit. Herausgeber: Staufenbiel Institut für Studien- und Berufsplanung GmbH; Redaktion: Birgit Giesen, Eva Balster; 512 Seiten, 18 EUR. ISBN 3922132-15-4

  Nachwuchspreis Ethik in der Medizin
  Die Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (AEM) schreibt zum 3. Mal den Nachwuchspreis Ethik in der Medizin, dotiert mit 2.500 ¬, für wissenschaftliche Arbeiten und Projekte aus dem Gesamtgebiet der Ethik in der Medizin aus. Bewerben können sich Personen bis zum vollendeten 30. Lebensjahr (Geburtsjahr 1972 oder jünger). Als qualifizierende wissenschaftliche Arbeit (maximal 30 Seiten) gilt eine noch nicht publizierte Veröffentlichung oder ein wissenschaftlicher Bericht zu einem durchgeführten Projekt aus dem medizinischen, pflegerischen, philosophischen, juristischen, theologischen oder sozialwissenschaftlichen Bereich zu aktuellen Fragen der Ethik in der Medizin. Bewerbungsschluß ist am 31. Mai 2003 bei der Geschäftsstelle der Akademie für Ethik in der Medizin e.V., Humboldtallee 36, 37073 Göttingen; Tel. 0551-39-9680; Fax 0551-39-3996; Email: info@aem-online.de ; Internet: www.aem-online.de .

  Immer weniger Professoren betreuen immer mehr Studierende
  An deutschen Universitäten werden immer mehr Studierende von immer weniger Professoren betreut. Dies geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die von der Zeitschrift »Forschung & Lehre« in ihrer Januarausgabe veröffentlicht wurden. Im Jahre 2001 kamen auf 23.744 Universitätsprofessoren 1.382.261 Studierende; das entspricht einem Verhältnis von 1:58,2. Im Jahr zuvor betrug das Verhältnis noch 1: 55,9 (23.980 Professoren auf 1.341.149 Studierende).

Während die Zahl der akademischen Abschlußprüfungen insgesamt weiterhin rückläufig ist (2001: 117.373; 2000: 122.433) und die Zahl der Promotionen im Vergleich zum Vorjahr um rund eintausend abgenommen hat (24.796 gegenüber 25.780), ist bei den Habilitationen der Wachstumstrend weiterhin ungebrochen. Im Jahr 2000 habilitierten sich 2.128 Nachwuchswissenschaftler; 2001 waren es schon 2.199.

  Merckle-Forschungspreis 2003
  Der von der Firma Merckle GmbH & Co., Blaubeuren, im Jahre 1981 gestiftete Wissenschaftspreis zur Förderung der Forschung an der Universität Ulm wird 2003 zum 22. Mal verliehen. In seine 20.000.-- EUR betragende Dotationssumme teilen sich vier Preisträger. Preisfähig sind herausragende, über längere Zeit erbrachte und nachgewiesene wissenschaftliche Leistungen. Diese Leistungen sollen geeignet sein, neue Arbeitsrichtungen zu erschließen oder die Grundlage für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zu bilden. Als Preisträger kommen Einzelpersonen oder Arbeitsgruppen der Universität Ulm in Betracht. Vorschlagsberechtigt sind die Professoren der Universität Ulm. Auch die selbständige Bewerbung von Einzelpersonen oder Arbeitsgruppen ist möglich. Die Fakultäten setzen je eine Kommission ein, die die Vorschläge und Bewerbungen sichtet und die preiswürdigen Leistungen in einer Reihung dem Stiftungsrat zur Entscheidung vorlegt. Vorschläge bzw. Bewerbungen sind bis 15. Mai 2003 bei den Dekanaten einzureichen.

  Prüfungsbeste Ausbilderin
  Anna Ulmer, Zentrale Universitätsverwaltung Ulm, ist von der Industrie- und Handelskammer Ulm am 7. November 2002 als Prüfungsbeste »für hervorzuhebende Leistungen in der Ausbilder-Eignungsprüfung ausgezeichnet« worden.

  Studentenstatistik der Universität Ulm im Wintersemester 2002/2003
  Nach der offiziellen Semesterstatistik sind im Wintersemester 2002/2003 an der Universität Ulm 6.474 Studierende immatrikuliert. Das ist die höchste Zahl seit Gründung der Universität. Der bisherige Höchstwert - 6.226 - war im Wintersemester 1991/92 erreicht worden. Von den 6.474 Studierenden sind 4.943 Rückmelder, 1.132 Erstimmatrikulierte und 207 Neuimmatrikulierte; 192 sind beurlaubt. Die Fächer partizipieren an der Gesamtzahl wie folgt:
Advanced Materials (Masterstudiengang, neu) 17, Biochemie (Bachelor/Master, neu) 26, Biologie 464, Chemie 273, Communications Technology 138, Elektrotechnik 380, Informatik 799, Informatik Intensiv 35, Informationstechnologie 19, Mathematik 146, Medieninformatik 244, Physik 225, Public Health 38, Telekommunikation und Medientechnik 30, Wirtschaftschemie 63, Wirtschaftsmathematik 705, Wirtschaftsphysik 114, Wirtschaftswissenschaften 351, Medizin 2.105, Zahnmedizin 244

  Studentenstatistik der Universität Ulm im Wintersemester 2002/2003
  Nach der offiziellen Semesterstatistik sind im Wintersemester 2002/2003 an der Universität Ulm 6.474 Studierende immatrikuliert. Das ist die höchste Zahl seit Gründung der Universität. Der bisherige Höchstwert - 6.226 - war im Wintersemester 1991/92 erreicht worden. Von den 6.474 Studierenden sind 4.943 Rückmelder, 1.132 Erstimmatrikulierte und 207 Neuimmatrikulierte; 192 sind beurlaubt. Die Fächer partizipieren an der Gesamtzahl wie folgt:
Advanced Materials (Masterstudiengang, neu) 17, Biochemie (Bachelor/Master, neu) 26, Biologie 464, Chemie 273, Communications Technology 138, Elektrotechnik 380, Informatik 799, Informatik Intensiv 35, Informationstechnologie 19, Mathematik 146, Medieninformatik 244, Physik 225, Public Health 38, Telekommunikation und Medientechnik 30, Wirtschaftschemie 63, Wirtschaftsmathematik 705, Wirtschaftsphysik 114, Wirtschaftswissenschaften 351, Medizin 2.105, Zahnmedizin 244

  ECLAM-Diplomate
  Als erste deutsche Einrichtung hat das Tierforschungszentrum (TFZ) der Universität Ulm mit Wirkung vom 1. November 2002 ein »full approval« für die Postgraduiertenausbildung zum ECLAM-Diplomate erhalten. Neben Ulm sind bisher die Universitäten Kopenhagen und Barcelona sowie Glaxo-Smithcline (England) mit dieser Lizenz zertifiziert. ECLAM steht für European College of Laboratory Animal Medicine. Die Ausbildung zum ECLAM Diplomate kann ein approbierter Tierarzt frühestens nach einschlägiger zweijähriger Berufstätigkeit/Ausbildung beginnen. Sinn der »diplomateship« ist eine gegenüber der föderalen Fachtierarztanerkennung, wie sie von der Landestierärztekammer ausgesprochen wird, vertiefte und international anerkannte Spezialausbildung junger Kolleginnen/Kollegen. Die Ausbildung zum ECLAM-Diplomate dauert zusätzlich zwei Jahre.

  Tierversuchsersatz-Preis
  Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft schreibt einen Preis (Dotation 15000 ¬ ) für wissenschaftliche Arbeiten aus, die einen Beitrag zum Ersatz von Tierversuchen leisten, insbesondere zur Weiterentwicklung pharmakologisch-toxikologischer Untersuchungsverfahren wie z. B. zur Bestimmung der akuten, subchronischen und chronischen Toxizität sowie erbgutverändernder, tumorerzeugender und fruchtbarkeits- und fruchtschädigender Eigenschaften von chemischen und pflanzlichen Stoffen, insbesondere im Bereich der Arzneimittel, Lebensmittelzusatzstoffe und Bedarfsgegenstände. In den Arbeiten soll auch auf den biologischen Aussagewert der Ergebnisse für den Menschen eingegangen werden. Bewerbungsfähig sind zur Publikation akzeptierte oder veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten oder wissenschaftliche Publikationen, deren Veröffentlichung nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Eine Begründung der Relevanz für den Tierschutz ist beizufügen. Bereits mit einem Tierschutzpreis ausgezeichnete oder zu diesem Zweck eingereichte Unterlagen sind kenntlich zu machen. Bewerbungsschluß ist am 31. März 2003 beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Referat 321, Rochusstraße1, 53123 Bonn.

  Zum Titelbild
  An der Universität Ulm entsteht ein Zentrum für die Stammzellforschung im Rahmen des Forschungsnetzes Zytoorganopoese. Die geplante Einrichtung einer Max-Planck-Forschungsgruppe »Stammzellbiologie und Gewebsregeneration« unterstreicht ebenso wie die Zusage des Landes, interdisziplinäre Forschungen auf dem Feld der Lebenswissenschaften in Ulm fördern zu wollen, die Erwartungen, die sich mit dem Ausbau der Life Sciences verbinden. Kürzlich ist eine wichtige Etappe zur architektonischen Verwirklichung dieses Forschungszentrums zurückgelegt worden: der Architektenwettbewerb für den Neubau eines speziell den Lebenswissenschaften dienenden Forschungsgebäudes wurde abgeschlossen und entschieden. Noch im laufenden Jahr soll mit dem Bau, der für 30 Mio. Euro 5.800 qm Nutzfläche bereitstellen wird, begonnen werden. Lesen Sie dazu den Beitrag auf S. ***

  Wissenschaftspreis der Stadt Ulm 2003
  Die Stadt Ulm vergibt im Zweijahresturnus einen mit 15.000 EUR dotierten Wissenschaftspreis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen von Einzelpersonen oder Forschungs- und Arbeitsgemeinschaften besonders der jüngeren Generation. Die Preisträger sollen an der Universität oder Fachhochschule Ulm tätig oder mit Ulm verbunden sein oder durch ihre Forschungsarbeit die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Universität oder der Fachhochschule Ulm gefördert haben. Den - teilbaren - Preis erkennt der Gemeinderat der Stadt Ulm auf Vorentscheidung eines Preisgerichts zu, dem Vertreter der Universität, der Fachhochschule Ulm und des Gemeinderats angehören. Die persönliche Bewerbung ist möglich. Jedes Mitglied des engeren und weiteren Lehrkörpers der Universität und der Fachhochschule Ulm hat das Recht, Dritte als Preisträger vorzuschlagen. Der Vorschlag muß eine wissenschaftliche Würdigung der auszuzeichnenden Arbeit enthalten, die nicht bereits in dieser oder abweichender Form von anderer Seite prämiiert worden sein darf. Einreichungsschluß für Vorschläge/Bewerbungen ist der 10. März 2003 beim Oberbürgermeister der Stadt Ulm.

  Personalien
 

Ruf angenommen

auf eine C3-Professur in der Abteilung Experimentelle Ökologie der Tiere der Universität Ulm: Dr. Manfred AYASSE, Universität Wien
auf eine C3-Professur für Experimentalphysik an der Universität Saarbrücken: Dr. Karin JACOBS, Abteilung Angewandte Physik der Universität Ulm
auf die C3-Professur für Theoretische Bioinformatik der Universität Ulm: PD Dr. Enno OHLEBUSCH, Universität Bielefeld
auf eine C3-Professur für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Ulm: PD Dr. Klaus SCHMECK, Universität Frankfurt am Main
auf eine C3-Professur GaN-Elektronik/Optoelektronik in der Abteilung Optoelektronik der Universität Ulm: Dr. Ferdinand SCHOLZ, Universität Stuttgart
auf die C4-Professur (Stiftungsprofessur) für Transfusionsmedizin, verbunden mit der Leitung der Abteilung Transfusionsmedizin der Universität Ulm (Nachfolge Prof. Dr. Bernhard Kubanek): Prof. Dr. Hubert SCHREZENMEIER, Berlin
auf eine C3-Professur Mikrotechnik/Feinwerktechnik in der Abteilung Meß-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm: Prof. Dr. Friedemann VÖLKLEIN, FH Wiesbaden

Ruf erhalten

auf die C4-Professur für Anorganische Chemie (Festkörperchemie) der Universität Ulm: Dr. Claus FELDMANN, Philips GmbH, Aachen
zum Abteilungsleiter »Auditory Neuroscience« am Medical Research Council Institute of Hearing Research, Nottingham, Großbritannien: PD Dr. Karl-Heinz ESSER, Abteilung Neurobiologie

Ruf abgelehnt

auf eine C3-Professur für Experimentalphysik an der TU München sowie auf eine Lecturer-Stelle im Department of Physics an der Cambridge University, Großbritannien: Dr. Karin JACOBS, Abteilung Angewandte Physik der Universität Ulm

Bestellungen, Ernennungen, Verleihungen

zum Honorarprofessor
Prof. em. Dr. phil. Matthias SCHRAMM, Universität Tübingen

Gewählt

zum Dekan der Fakultät für Informatik (für die Amtszeit bis 30.9.2004): Prof. Dr. Friedrich W. von HENKE, Abteilung Künstliche Intelligenz
in die Senatskommission zur Erarbeitung eines Strategiepapiers für die weitere Entwicklung der Lebenswissenschaften an der Universität Ulm: Prof. Dr. Peter DÜRRE (Abteilung Mikrobiologie und Biotechnologie; Vorsitzender), Prof. Dr. Gerd Ulrich NIENHAUS (Abteilung Biophysik), Prof. Dr. Vinzenz HOMBACH (Abteilung Innere Medizin II), Prof. Dr. Thomas WIRTH (Abteilung Physiologische Chemie), Prof. Dr.-Ing. Erhard KOHN (Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen), Prof. Dr. Günther PALM (Abteilung Neuroinformatik), Prof. Dr. Reiner LEIDL (Abteilung Gesundheitsökonomie)
zum Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie: Oberstarzt Prof. Dr. Heinz MAIER, Bundeswehrkrankenhaus Ulm
in das Executive Board der European Association for International Education und zum Vorsitzenden der Sektion Languages for Intercultural Communication and Mobility dieser Organisation: Dr. Christian TIMM, Zentrum für Sprachen und Philologie

25jähriges Dienstjubiläum

Beate HÜBNER, Universitätsbibliothek
Günther NUSSER, Zentrale für Foto, Grafik und Reproduktion

Ausgeschieden

Dina DECHMANN, Abteilung Experimentelle Ökologie der Tiere
Rebecca FAY, Abteilung Neuroinformatik
Hidir GAYER, Botanischer Garten
Bernhard HÄFELE, Sektion Aktuarwissenschaften
Michael HAUPT, SFB 569
Erich MÜLLER, Abteilung Datenbanken und Informationssysteme
Jörg SALZER, Systematische Botanik und Ökologie
Attila SCHARFENECKER, Sektion Kernresonenzspektroskopie
Dr. Steffen SCHIFFER, Abteilung Molekulare Botanik
Rainer SCHMIDT, Abteilung Unternehmensplanung
Rajinder SIDHU, Abteilung Verteilte Systeme
Retna TENNIGKEIT, Zentrale Universitätsverwaltung
Tanja TRIEU, Sektion Röntgen- und Elektronenbeugung
Eduard VOIT, Botanischer Garten
Thoraiya Younes, Abteilung Unternehmensplanung

Ausgeschieden

Peter BARTH, Abteilung Experimentelle Physik
Werner BÜHLER, Zentrale Universitätsverwaltung, Dez. VI
Dr. Axel DOLD, Abteilung Künstliche Intelligenz
PD Dr. Farida GRINBERG, Sektion Kernresonanzspektroskopie
Dr. Fabian HAAS, Sektion Biosystematische Dokumentation
Dr. Angelika JELLEN-RITTER, Abteilung Molekulare Botanik
Erich MICHELER, Universitätsrechenzentrum
Gerd MÖDINGER, Zentrale Universitätsverwaltung, Dez. VI
Beate MOLITOR, Abteilung Mikrowellentechnik
Chiara NETO, Abteilung Angewandte Physik
Dr. Beatrix SCHULZ, Abteilung Theoretische Physik
Margit STEPHAN, Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWIW)

  Gäste
  Dr. Anna BACHEVA; Moscow State University Moskau, in der Abteilung Polymer Science
Prof. R. Ivan BARVIK Karls-Universität Prag, Institut für Physik, in der Abteilung Theoretische Physik
Dr. Yi-Fan HAN Fudan University Shanghai, China, in der Abteilung Oberflächenchemie und Katalyse
Dr. Elena KRAMARENKO Moscow State University, Physics Department, Rußland, in der Abteilung Organische Chemie III
Dr. Indranil MANNA Indian Institute of Technology, Department of Metallurgical and materials Engineering, in der Abteilung Werkstoffe der Elektrotechnik
Prof. Dr. Aziz MOUZAFAROV Russian Academy of Sciences, Institute of Synthetic Polymer Materials, Moskau, in der Abteilung Polymer Science
Dr. Jørgen OLESEN Universität Kopenhagen, in der Sektion Biosystematische Dokumentation
Dr. Igor I POTEMKIN Moscow State University, Moskau, in der Abteilung Organische Chemie III
Prof. Dr. Mikhail SOULMAN, Tver Technical University, Rußland, in der Abteilung Polymer Science
Vassilev TSVETELIN Institute de Chimie des Surfaces et Interfaces, Mulhouse, Frankreich, in der Abteilung Organische Chemie III
Dr. Natalia VASILENKO; Instutut of Polymer Materials Russian Academy of Sciences, Moskau, in der Abteilung Polymer Science
Dr. Rostislav VINOKUR Russian Academy of Sciences, Institute of Organoelement Compounds, Moskau, in der Abteilung Polymer Scienc
  Venia legendi
 
für das Fach Diagnostische Radiologie Dr. med. Andreas GABELMANN, Abteilung Röntgendiagnostik,
(Habilitationsthema: »Polymerbeschichtete Gefäßendoprothesen als Matrix für eine intravaskuläre Applikation von Pharmaka zur Behandlung der In-Stent-Restenose«)
für das Fach Chirurgie Dr. med. Rainer ISENMANN, Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie,
(Habilitationsthema: »Bakterielle Translokation: Ex-vivo- und In-situ-Untersuchungen zur Relevanz bakterieller Virulenzfaktoren am Beispiel der Aggregationssubstanz von Enterococcus faecalis«)
für das Fachgebiet Botanik und Genetik Dr. rer. nat. Jörg KUDLA, Abteilung Molekulare Botanik,
(Habilitationsthema: »Signaltransduktionssysteme im Modellorganismus Arabidopsis thaliana«
  Promotionen
 

zum Dr.-Ing.

Aleksandar ALEKSOV
»Konzepte und Technologie für diamantbasierende Feldeffekttransistoren«
Ingo DAUMILLER
»Herstellung und Charakterisierung von GaN-basierenden Heterostruktur-Feldeffekttransistoren«
Helmut GRIEßER
»On Soft Concatenated Decoding of Block Codes«
Roland JÄGER
»Molekularstrahlepitaxie hocheffizienter Leucht- und Laserdioden«
Roland LARES
»Synchronisation und Zeitbasiskorrektur freilaufend abgetasteter Videosignale«
Ulrich MARTIN
»Emissions- und Alterungsverhalten von transversal einmodigen, kantenemittierenden Halbleiter-Laserdioden«
Michael MILLER
»Aufbautechnik, Leistungsskalierung und Strahlformung oberflächenemittierender Halbleiterdiodenlaser«
Michael NOLD
»Anwendung von mehreren Empfangsantennen in drahtlosen Kommunikationssystemen«
Gunther STEINLE
»Neuartige monolithische InAlGaAsN-Vertikallaserdioden: - langwellige Emission bei 1.3 µm - Monitordiodenintegration - Modellierung

zum Dr. med. dent.

Johannes AURICH
»Statistisch-retrospektive Untersuchung zum Therapieverlauf bei radikaler Prostatektomie«
Thomas Friedlhuber
»Das Verhalten der kapillären Hämoglobinsauerstoffsättigung und des Kohlendioxidpartialdruckes in der Ileummukosa im hyperdynamen Endotoxinschock des Schweins«
Mareike v. der HEIDE
»Positronen-Emissions-Tomographie mit 18F-Fluordesoxythymidin - eine Möglichkeit zur nichtinvasiven Evaluierung der Proliferationskinetik von Bronchialkarzinomen«
Robert Schwagierek
»Häufigkeit von thromboseassoziierten Beckenvenenstenosen und ihre chirurgisch-interventionelle Behandlung - Langzeitergebnisse nach transfemoraler Thrombektomie und Stentimplantation«
Sabine WEINDEL
»CD44v6-Serumspiegel und CD44v6-Gewebeexpression bei Patienten mit Bronchialkarzinomen - Korrelation mit klinischen Prognosefaktoren«

zum Dr. med.

Jürgen ALTHERR
»Die Bedeutung eines kombinierten Thromboxansynthetaseinhibitors und -rezeptorantagonisten auf Perfusion, Sauerstofftransport und Metabolismus des Hepatosplanchnikusgebietes im Endotoxinschock des Schweins«
Maja AUFRECHT
»Therapieergebnisse bei der Bestrahlung von Mammakarzinomrezidiven«
Elke BACHSTEIN
»Immunhistologische Diagnostik der akuten Graft-versus-Host-Disease (aGvHD)«
Susanne Bässler-Weber
»Strukturanalyse von 1230 Hausgeburten in Baden-Württemberg 1992 - 1995«
Tanja Beament
»Investigation into differences in pathogenesis of human isolates of African Trypanosomiasis in mice«
Birgit BOKELMANN
»Nachuntersuchung von Frühgeborenen im korrigierten Alter von 15 Monaten nach postnataler Substitution mit 17b-Östradiol und Progesteron
Heike BRÜNGER
»Kliniksuizide 1985 bis 1989 in fünf baden-württembergischen psychiatrischen Landeskrankenhäusern«
Thomas BSCHLEIPFER
»Das experimentelle stumpfe Nierentrauma - Biomechanik, Traumaverhalten und bildgebende Diagnostik«
Julia BÜHRING
»Häufigkeit der Nierenarterienüberstentung und konsekutive Komplikationen nach endovaskulärem Ersatz bei infrarenaler Aneurysmaausschaltung«
Michael BURKHARDT
»Die Sekretionsdynamik von Enteroglucagon (glucagon-like Immunoreactivity, GLI) Leucin-Enkephalin und Somatostatin am Modell des isolierten perfundierten Jejunum der Ratte«
Hans-Martin DICK
»Verfahren zur Erfassung der zentralauditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung bei Kindern«
Martina DROLL
»Bewältigungsverhalten bei Knochenmarktransplantation - Entwicklung eines deskriptiven Systems zur Klassifikation ausgewählter Copingstrategien«
Astrid ERHARD
»Langzeiteffekt der nichtinvasiven Heimbeatmung bei chronisch-respiratorischer Insuffizienz infolge neuromuskulärer Erkrankungen«
Barbara EINSFELDER
»Magnetresonanztomographie des Zentralnervensystems bei Tauchern«
Christian FREY
»C-reaktives Protein und Arteriosklerose: CRP-abhängige Migration humaner glatter Gefäßmuskelzellen und ihre Rolle in der Atherogenese«
Christian GOLLING
»Postakute Pseudozyste und Pankreasabszeß als Spätkomplikationen nach akuter Pankreatitis: Klinik, Diagnostik, Therapie und Langzeitverlauf des Ulmer Patientengutes«
Bettina HÄRTER
»Qualität von Escherichia-coli-Lipopolysaccharid unter dem Einfluß der Antibiotika Imipenem und Ceftazidim«
Jochen HEHL
»Die Veränderung der Muskelerregbarkeit des M. quadriceps unter Belastung des vorderen Kreuzbandes bei unterschiedlichen Knietraumen - Untersuchung der Motoneuronenerregbarkeit mit dem Hoffmann-Reflex«
Sandra HENDLER
»TGFb-induzierte epithelial-mesenchymale Transformation (EMT) und Zunahme der Invasivität in TGFb-responsiven Pankreaskarzinomzellinien«
Simone HÖHN
»Chemotherapie beim humanen Zytomegalievirus: Induktion von Kreuzresistenz und Mutationsanalyse des UL97-Proteins«
Matthias KAISER
»Klonierung und Sequenzierung des GnRH-Rezeptors in der menschlichen Plazenta des ersten und dritten Trimenons«
Andreas KEMPINSKI
»Eigene Modifikation der Außenbandplastik nach Watson-Jones bei chronischer Außenbandinsuffizienz«
Andrea KIENLE
»Synthese und Sekretion von GnRH durch Trophoblastenzellen«
Nicole KOPP
»Das Auftreten einer Diffusionshypoxie während der Ausleitung von Lachgas- und Xenonnarkosen - Kontinuierliche Messung des arteriellen Sauerstoff- und Kohlendioxidpartialdruckes«
Tanja KRÜGERS
»Ein humanes Nierenarterienorgankultur-Modell als Infektionsmodell für das humane Zytomegalievirus«
Susanne MARTSCHEI
»Untersuchung zur späten somatometrischen Entwicklung von Neugeborenen diabetischer Mütter und deren Abhängigkeiten im Vergleich zur altersentsprechenden Allgemeinpopulation«
Annette MAUCH
»Die körperliche, mental-kognitive und psychosoziale Entwicklung extrem kleiner Frühgeborener (<1000 g) bis zum Alter von 2-3 Jahren«
Andreas MINK
»Topische Expression verschiedener 5'UTR-Isoformen des humanen glialen Glutamattransporters«
Kristina MÜCK
»Geschlechtsspezifische Unterschiede der Progesteron-, Interleukin-8- und Interleukin-10-Plasmaspiegel bei Operationen mit Herz-Lungen-Maschine bei Kindern in bezug auf die postoperative Morbidität«
Jürgen NEU
»Stellenwert der intraoperativen Angiographie in der Karotischirurgie«
Adrian SAILER
»Vergleichende immun- und lektinhistochemische Untersuchungen von Epithelproliferation und Zellzyklusregulation bei invertierten Papillomen der Nasenschleimhaut sowie Papillomen des Zylinderzelltyps im Vergleich mit der chronischen Sinusitis nasi und Plattenepithelkarzinomen der Nasennebenhöhlen«
Gerwin SCHMIDT
»Optimierung der Interferontherapie bei chronischer Hepatitis C«
Nikolai von SCHROEDERS
»Differenzierung narbiger und entzündlicher Stenosen bei Morbus Crohn durch den Einsatz der Power-Doppler-Sonographie«
Sabine SCHÜTT
»Untersuchungen zum Einfluß von modifizierten Low-density-Lipoproteinen auf die Endothelin-Synthese und Endothelin-Rezeptor-Expression kultivierter Makrophagen, koronarer glatter Muskelzellen und koronarer Endothelzellen«
Ansgar SCHÜTZ
»Dosisreduktion in der thorakalen Spiral-Computertomographie (SCT) und Vergleich mit dem konventionellen Röntgenthorax bei der Detektion pulmonaler Rundherde«
Leonie SIEGEL
Diagnostik von Zytomegalie-, Epstein-Barr- und humanem Herpesvirus 6 bei immunsupprimierten Patienten«
Stephanie STÄHLE
»Pilotstudie zur Evaluation gestaltungstherapeutischer Intervention bei hämatologisch-onkologischen Erkrankungen«
Jochen TENTER
»Alt gewordene Schizophrene und paranoide Entwicklungen im Alter - eine klinische Untersuchung zu Symptomatik, Lebensbedingungen und Unterscheidung«
Bernd WAGNER
»Staging des Harnblasenkarzinoms mittels 3-D-Ultraschallrendering«
Marcus WEITZ
»Die Rolle des menin beim sporadischen primären Hyperparathyroidismus: SSCP-Mutationsscreening in Nebenschilddrüsenadenomen«
Michael WIEBE
»Sicherheit des Erbium:YAG-Lasers in der Stapeschirurgie bei Otosklerose«
Sandra Wohlhaupter
»Functional Food Saccharide als Modulatoren von Leukozytenfunktionen im angeborenen Immunsystem«
Jochen Wollmeyer
»Longitudinalstudie zur Oberflächenexpression von CD64 und CD14 auf Granulozyten und Monozyten bei Patienten im septischen Schock mittels Durchflußzytometrie«
Julian ZIMMERMANN
»Die Prognose der Lungenfunktion nach anatomischen Lungenresektionen - eine retrospektive Erhebung der Jahre 1992-1995
Veranstaltungstermine
  Dienstag, 28.1.2003 11.00 Uhr
Dr. Manuel Echeverria, Perpignan: »Plant dicistronic tRNA-snoRNA genes: a new mode of expression of the small nucleolar RNAs processed by Rnase Z«, OE, Universität, M 24, Raum 501 (Biologisches Kolloquium)

Dienstag, 28.1.2003 17.00 Uhr
PD Dr. Martin W. Elmlinger, Tübingen: »Das Insulin-like-Growth-factor(IGF)-System in der Tumorgenese«, OE, Universität, N 25, Hörsaal 8 (Biologisches Kolloquium)

Dienstag, 28.1.2003 18.30 Uhr
Prof. Dr. Frank Pohlandt (oder Vertreter): »Betreuung des Neugeborenen«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Sektion Neonatologie)

Dienstag, 28.1.2003 19.00 Uhr
Valerij Petasch: Klavierabend, OE, Universität, Hörsaal 4/5 (Studium generale)

Mittwoch, 29.1.2003 12.00 Uhr
PD Dr. Ulrich Voderholzer, Freiburg »Neurobiologische Grundlagen der Zwangsstörungen - aktuelle Hypothesen, neuere Ergebnisse«, Am Hochsträß 8, Raum 214 (Psychosoziales Kolloquium)

Donnerstag, 30.1.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Georg Schwedt, Clausthal: »Chemische Experimente mit Produkten aus dem Supermarkt«, OE, Universität, Hörsaal 1 (GDCh-Kolloquium)

Donnerstag, 30.1.2003 19.30 Uhr
Prof. Dr. Klaus-M. Kodalle, Jena: »Erinnern und Vergessen. Über Form und Umgang mit geschichtlich-politischer Schuld«, Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80 (Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)

Samstag, 1.2.2003 9.00 Uhr
Live-Operationsseminar zum Thema »Radikale Tumorchirurgie im kleinen Becken«, OP der Urologischen Klinik und Hörsaal Michelsberg (Urologische Universitätsklinik)

Sonntag, 2.2.2003 18.00 Uhr
Semesterabschlußkonzert des Universitätschors, St. Elisabeth Ulm-Söflingen

Montag, 3.2.2003 11.00 Uhr
Dr. Ciarán Condon, Paris: »RNA processing and decay in Bacillus subtilis«, OE, Universität, M 24, Raum 501 (Biologisches Kolloquium)

Montag, 3.2.2003 17.00 Uhr
Dr. Peter Steffen, Univ. Ulm: »Funktioniert die orale Prämedikation mit Opioiden?«, Klinik Safranberg, Hörsaal II (Fortbildung der Universitätsklinik für Anästhesiologie)

Montag, 3.2.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. G. Schäfer, Jena: »Aktuelle Entwicklungen in der Gravitationsphysik«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 3.2.2003 19.30 Uhr
Prof. Dr. Wolf Singer, Frankfurt am Main: »Selbstwahrnehmung und neurobiologische Forschung - zwei konfliktträchtige Erkenntnisquellen«, Stadthaus Ulm, Münsterplatz (Studium generale)

Mittwoch, 5.2.2003 20.00 Uhr
Semesterabschlußkonzert des Universitätsorchesters, Kornhaus Ulm

Donnerstag, 6.2.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Martin Möller, Aachen: »Universität Ulm - Beiträge aus der Ulmer Chemie: Functional Ultrathin Star-Polymer Films for Controlled Protein Adsorption and Cell Adherence«, OE, Universität, Hörsaal 1 (GDCh-Kolloquium)

Donnerstag, 6., und Freitag, 7.2.2003 9.00 Uhr
Workshop »Auge, Raum und Wahrnehmung«, Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80 (Veranstaltung der Abteilung Neuroinformatik und des Humboldt-Studienzentrums für Geisteswissenschaften)

Freitag, 7.2.2003 10.00 Uhr und 16.00 Uhr
Dies academicus, OE, Universität, Hörsaal 3 (ab 10.00 Uhr), Hörsaal der Medizinischen Klinik (ab 16.00 Uhr)

Freitag, 7., und Samstag, 8.2.2003 13.00 Uhr (7.2.), 9.00 Uhr (8.2.)
15. Ulmer Werkstatt für musiktherapeutische Grundlagenforschung, Am Hochsträß 8 (Abteilung Psychotherapie und Psychosomatische Medizin)

Montag, 10.2.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. W. Hollik, München: »Von Quanteneffekten zu Entdeckungen: Der Erfolg elektroschwacher Präzisionstests«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 10.2.2003 18.00 Uhr
PD Dr. C. Klein, Lübeck: »Klinik und Genetik der Dystrophien«, OE, Rehabilitationskrankenhaus, Gemeinschaftsraum (Abteilung Neurologie und RKU)

Montag, 10.2.2003 19.30 Uhr
Prof. Dr. Friedrich Schweitzer, Tübingen: »Bildung - Wissenschaft - Gesellschaft: Die öffentliche Verantwortung der Universität«, Universitätsverwaltung, Ludwig-Heilmeyer-Saal, Grüner Hof 5c (Studium generale)

Dienstag, 11.2.2003 16.15 Uhr
PD Dr. Hans-Gerhard Boyen, Univ. Ulm: »Nanostrukturen auf Oberflächen: Physik am Übergang vom Atom zum Festkörper«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Kolloquium für Physiklehrer)

Dienstag, 11.2.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Charles Ellington, Cambridge: »The aerodynamics of insect flight«, OE, Universität, N 25, Hörsaal 8 (Biologisches Kolloquium)

Dienstag, 11.2.2003 18.30 Uhr Uhr
Dr. F. Reister, Prof. Dr. Rolf Kreienberg und das Kreißsaalteam: »Schwangerschaft und Geburt«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend des Perinatalzentrums)

Mittwoch, 12.2.2003 12.00 Uhr
PD Dr. Peter Herschbach, München: »Diagnostik und Therapie von Progredienzangst bei chronisch Kranken«, Am Hochsträß 8, Raum 214 (Psychosoziales Kolloquium)

Mittwoch, 12.2.2003 14.00 Uhr
Trauergottesdienst für die Anatomiespender, Ulmer Münster (Abteilungsgemeinschaft Anatomie sowie evangelische und katholische Studentengemeinde)

Donnerstag, 13.2.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Peter Wolynes, San Diego: »The Energy Landscape of Protein Folding«, OE, Universität, Hörsaal 1 (GDCh-Kolloquium)

Dienstag, 18.2.2003 18.30 Uhr Uhr
Dr. Dorothee Munz, Univ. Ulm: »Psychologische Aspekte der Schwangerschaft und der Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend des Perinatalzentrums)

Mittwoch, 19.2.2003 19.15 Uhr
Prof. Dr. Gerhard K. Lang, Univ. Ulm: »Diagnostik und Therapie von entzündlichen Hornhauterkrankungen«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Universitätsaugenklinik)

Samstag, 22.2.2003 9.00 Uhr
Ulmer Anästhesie-Symposium: »Regionalanästhesie der unteren Extremität - Update 2003«, OE, Universität, Hörsaal Medizinische Klinik

Dienstag, 25.2.2003 18.30 Uhr Uhr
Prof. Dr. Frank Pohlandt (oder Vertreter), Univ. Ulm: »Betreuung des Neugeborenen«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend des Perinatalzentrums)

Sonntag, 16., bis Freitag, 21.3.2002
Instructional Course: »Orthopaedic Spine Surgery - 11th Ulm Spine Week« (under the patronage of EFORT), OE, Rehabilitationskrankenhaus (Orthopädische Klinik und Abteilung Anatomie und Neurobiologie