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Durchgängig vorrangiges Auswahlrecht Studierendenauswahl auf die Lehrdeputate anrechnen? |
| Eine schnellstmögliche Stärkung des Rechts der Hochschulen zur Auswahl der Studienanfänger hat der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 7. Oktober 2003 in Bonn gefordert. Die Hochschulen sollen grundsätzlich alle ihre Studierenden selbst auswählen können. Zur Zeit liegt im Bundestag ein Bundesratsentwurf zur Änderung des ZVS-Auswahlverfahrens im Hochschulrahmengesetz auf Eis. Die Bundesregierung hatte den Gesetzentwurf der Länder Ende August abgelehnt. Sie will eine Empfehlung des Wissenschaftsrats abwarten, der sich voraussichtlich im Januar umfassend zur Frage des Hochschulzugangs äußern wird. Derzeit werden die Studiengänge Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Psychologie, Biologie und BWL in diesem Verfahren vergeben. HRK-Präsident Prof. Dr. Peter Gaehtgens erklärte dazu: »Die Hochschulen wollen schnell eine echte Beteiligung an der Studierendenauswahl, und zwar möglichst einheitlich in allen Bundesländern. Es war zweifellos ein wichtiger Schritt, daß die Länder sich von den schon lange erhobenen Forderungen der HRK nach einer Stärkung des Selbstauswahlrechts der Hochschulen haben überzeugen lassen. Jetzt sollte im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens eine Vereinfachung der Regelungen erreicht werden. Die Verwerfungen, die durch den politischen Kompromiß in der Kultusministerkonferenz entstanden sind, sollten beseitigt werden. Gleichzeitig sollte die Neuregelung nicht unnötig verzögert werden.« In dem Gesetzentwurf des Bundesrats werden zwei gegensätzliche Positionen zum Auswahlverfahren zusammengefaßt: Jedes Land soll für die Hochschulen in seinem Bereich entweder ein Erstauswahlrecht der Hochschulen bis zu 50 % oder ein zweitrangiges Auswahlrecht von 25 % wählen können. Gaehtgens: »Wir sollten durchgängig zu einem vorrangigen Auswahlrecht der Hochschulen kommen, wie es international üblich ist. Die Hochschulen müssen sich auf diesen Verantwortungszuwachs vorbereiten. Auch das gehört zur autonomen Qualitätssicherung der Hochschulen.« Präsident Gaehtgens erklärte gleichzeitig, daß die Hochschulen für diese zusätzliche Aufgabe die notwendigen Mittel und Personalkapazitäten einfordern müssen: »Der Einsatz des akademischen Personals bei der Studierendenauswahl muß auf die Lehrdeputate angerechnet werden. Und die Hochschulen können - genausowenig wie die ZVS - die aufwendigen Auswahlverfahren zum Nulltarif abwickeln.«
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Stimulation auf der Einzelzellebene Die Universität Ulm auf der Biotechnika 2003 |
| Die Universität Ulm war mit einer Präsentation der BioRegio Ulm sowie zwei Exponaten auf der Biotechnica 2003 vertreten, die vom 7.-9. Oktober in Hannover stattfand. Die Sektion »Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung« zeigte Methoden der Interpretation von Stoffwechselvorgängen mit Hilfe markierter Testsubstanzen. Das Exponat wurde von Dr. Josef Vogt betreut. Herstellung eines Mikroarrays lebender Zellen auf mikro- und nanostrukturierten Oberflächen zur Detektion der direkten Zellantwort auf Einzelzellebene auf physiologische und nichtphysiologische Stimuli heißt das Projekt, das von den Sektionen »Experimentelle Anästhesiologie« und »Chemische Funktionen in Biosystemen« präsentiert wurde. Federführend ist hier Dr. Michael Hinz. Isotopenmuster Auch die Elemente, aus denen sich der menschliche Körper im wesentlichen zusammensetzt, also Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff, bestehen aus Teilchen unterschiedlicher Masse (Isotopen). Nichtradioaktive Isotope des Kohlenstoffs etwa können angereichert, künstlich in Substanzen wie Zucker eingebaut und dann ohne besonderes Risiko dem Körper zugeführt werden, der diese markierten Substanzen wie unmarkierte ab- oder umbaut. Mit diesem Umbau tauchen die schweren Isotope in anderen Arealen des Körpers auf. Dort entstehen in Abhängigkeit von der Stoffwechselsituation unterschiedliche Isotopenmuster. Aus der Häufigkeit der einzelnen Isotope läßt sich ablesen, in welcher Richtung und mit welcher Intensität bestimmte Stoffwechselprozesse ablaufen. Die Prozesse können im Blut, in der Atemluft oder im Urin gemessen werden. Neben Biochemie und Massenspektrometrie spielt hier auch die Mathematik hinein, wenn schließlich aus den Markierungsmustern die Aktivität einzelner Stoffwechselvorgänge zu berechnen ist. Allmählich setzt sich der in der Biomedizin etablierte Arbeitsansatz auch in biotechnologischen Anwendungen durch. Der Betrieb eines Labors, in dem solche Untersuchungen durchgeführt werden können, ist allerdings kostenintensiv. Die erforderlichen Meßgeräte werden in rasantem Tempo weiterentwickelt und sind teuer, so daß kleinere Arbeitsgruppen kaum mithalten können. Industriebetriebe sind in der Regel gut mit modernsten Geräten ausgestattet, doch schrecken sie gegebenenfalls vor dem hohen Personalaufwand zurück, der mit der Anwendung der Isotopen-Technologie verbunden ist. Hier setzt die Arbeitsgruppe von Dr. Vogt an. Sie bietet eine Kooperation zur Unterstützung des Einstiegs in die Isotopen-Technik. Als Gegenleistung erhofft sie sich Zugang zu aufwendigen Geräten und einen finanziellen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Laborgrundausstattung, die durch öffentliche Gelder allein nicht finanziert werden kann. Einzelzell-Chips Der Einzelzell-Chip stellt einen neuen Typ von Zellkultur dar. Zellen aus beliebigem biologischem Material werden einzeln an definierten Positionen gehalten. Bei einem mikrostrukturierten Trägermaterial, das in zellanziehende (zytophile) und zellabstoßende (zytophobe) Zonen unterteilt ist, werden die zytophilen Bereiche in nanometrischer Dimension weiter untergliedert. Diese Nanostrukturierung erfolgt derart, daß mit geeigneten Substanzen beladene Nanopartikel in den Mikrokompartimenten des Chips ortsfest positioniert werden, um den einzelnen Zellen »Anschluß« zu bieten. Auf diese Weise, das heißt durch Simulierung einer natürlichen Umgebung, gelingt die Individualisierung der Zellen, die eigentlich auf Zell-Zell-Kontakte angewiesen sind. Sinn und Zweck dieser von Dr. Hinz und seiner Arbeitsgruppe entwickelten Konfiguration eines Mikroarrays lebender Zellen auf mikro- und nanostrukturierten Oberflächen ist die Möglichkeit, die Zellen individuell stimulieren zu können (mit beliebigen natürlichen oder nichtnatürlichen Reizen) und eine direkte, zeitlich auflösbare Zellantwort auf Einzelzellebene zu erhalten. Für die biologische und medizinische Forschung und Praxis hat dieses vielfältig einsetzbare System große Bedeutung. Die Detektion physiologischer Reaktionsweisen und daraus ableitbare statistisch relevante Aussagen, die sich in kurzer Zeit gewinnen lassen, schaffen die Voraussetzung zum Beispiel für eine effektive Wirkstoffentwicklung. Profitieren können von dem System, das die Beurteilung individueller Reaktionsmuster von Probanden und Patienten, aber auch von anderen lebenden Systemen, zum Beispiel Bakterien, ermöglicht, insbesondere die medizinische Diagnostik und die Individualisierung der Therapie. Darüber hinaus lassen sich weitere Fragestellungen der Biotechnologie wie etwa die Optimierung industriell genutzter Zellkulturen durch den Einzelzell-Chip einer Beantwortung zuführen.
Die Mikrostrukturierung der Chips erfolgt einerseits durch Erzeugung von Texturen mit geläufigen Verfahren wie beispielsweise der Photolithographie und andererseits auf chemischem Wege, wenn zellfreundliche von zellabweisenden Zonen abzugrenzen sind. Alternativ zum echten Einzelzell-Chip kann auch eine definierte Zahl von Zell-Zell-Kontakten festgelegt werden. Ein wesentlicher Schlüssel für die Funktion der Chips, betont Dr. Hinz, sind »intelligente« Substrate als Chip-Oberflächen, in die eine Vielzahl unterschiedlicher Sensoren für die Erfassung physikalischer Meßgrößen integriert werden kann. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Anknüpfung des Zell-Chips an die Umgebung zur Sicherstellung der Versorgung der Zellen wie auch der individuellen Adressierung der Reize und der Detektion der Zellantwort. | |
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DAAD-Preis für ausländische Studierende Verleihung am 13. Oktober im Rahmen der Semestereröffnung |
| Der DAAD stellt den deutschen Hochschulen jährlich Mittel zur Verleihung eines Preises für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender zur Verfügung, die im wissenschaftlichen Sektor wie auch in Form interkulturellen Engagements erbracht worden sind. Der DAAD-Preis ist mit EUR 800 ausgestattet. An der Universität Ulm wurde er in diesem Jahr im Rahmen der Semestereröffnung am 13. Oktober verliehen. Preisträgerin ist Frau Snezana Maljevic. Frau Maljevic stammt aus Serbien. Sie wurde am 19. Juli 1971 in Belgrad geboren und hat 1999 an der Universität Belgrad ihren Master of Science in Molekularbiologie und Physiologie erworben. Danach kam sie an die Universität Ulm, wo sie demnächst ihre Dissertation zum Dr. biol. hum. an der Medizinischen Fakultät abschließen wird. Sie befaßt sich mit genetischen und physiologischen Aspekten der Epilepsie. Einen Teil ihrer Forschungsergebnisse konnte sie bereits in namhaften Fachzeitschriften veröffentlichen.
Snezana Maljevic wird nicht nur für ihre wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Seit zwei Jahren ist sie Mitglied im Graduiertenkolleg 460 »Diagnostische und therapeutische Konzepte in der molekularen Medizin« an der Universität Ulm. Als Sprecherin der ca. 80 Kollegiaten vertritt sie deren Interessen im Lenkungsgremium des Graduiertenkollegs. Darüber hinaus betreut sie ehrenamtlich die ausländischen Kollegiaten insbesondere in deren erster Ulmer Zeit. Auch war sie an der Organisation mehrerer internationaler Veranstaltungen des Kollegs, insbesondere des Graduiertentags 2002, beteiligt. | |
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Kinder sexuell mißbraucht Tagung über Ansätze zur Prävention und Intervention |
| Der sexuelle Mißbrauch von Kindern in der Familie und allgemein in Abhängigkeitsverhältnissen war lange Zeit Tabuthema. Wiederholte Modifizierungen des Sexualstrafrechts konnten den Schutz der Kinder nicht nachhaltig verbessern. Mittlerweile haben sich Einrichtungen und Dienste, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, dieser Problematik geöffnet und Ansätze der Prävention und Intervention entwickelt. In jüngster Zeit ist die Öffentlichkeit durch Medienberichte über Fälle von Machtmißbrauch z.B. in Form sexueller Übergriffe durch Priester, Sporttrainer, Jugendbetreuer aufgeschreckt worden. Unter dem Druck der Öffentlichkeit können Institutionen wie Kirchen oder Sport- und Pfadfinderverbände diese Vorgänge nicht mehr verschweigen. Gerade in Institutionen und in Situationen, in denen intensive Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern aufgebaut werden, ist die Gefahr eines Vertrauensmißbrauchs besonders groß. Die von den Medien ausgelöste Debatte zeigt, daß Kinder, die sich in die Obhut von professionellen oder ehrenamtlich tätigen Betreuern begeben, nicht uneingeschränkt darauf vertrauen können, daß sich diese Personen ihrer Verantwortung bewußt sind. Andererseits ist es unangemessen, alle diejenigen, die mit Kindern und Jugendlichen in Freizeit oder Therapie verantwortlich arbeiten, unter Generalverdacht zu stellen. Auch die Skandalisierung einzelner Fälle kann in diesem Zusammenhang nicht hilfreich sein. Vom 9. bis 10. Oktober 2003 veranstaltete die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Ulm (Prof. Dr. Jörg M. Fegert) gemeinsam mit dem Fachbereich Soziale Arbeit der FH Landshut (Prof. Dr. Mechthild Wolff) in der FH Landshut eine Tagung zum Thema Machtmißbrauch gegenüber Kindern. Fachleute aus den Arbeitsfeldern Jugendhilfe, Sport, Kirche und Medizin sowie aus Kinder- und Jugendorganisationen stellten Verfahren der Prävention und Intervention in ihren Organisationen vor, mittels derer Kinder wirksamer vor entsprechenden Gefährdungen geschützt werden können. Einen Schwerpunkt der Diskussion bildete die Entwicklung von Standards für nichtprofessionell Tätige, die mit Kindern und Jugendlichen in den verschiedenen Bereichen arbeiten. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, hatte die Schirmherrschaft über die Tagung übernommen.
Die Initiatoren der Veranstaltung, Prof. Dr. Mechthild Wolff und Prof. Dr. Jörg M. Fegert, haben bereits in der Vergangenheit gemeinsame einschlägige Arbeiten durchgeführt und zu diesem Thema ein vom Familienministerium gefördertes Buch - »Sexueller Mißbrauch durch Professionelle in Institutionen«, Münster 2002 - veröffentlicht. | |
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Das Foramen ovale wird geschlossen Anschauung aus Ulm für den Kardiologenkongreß in Orlando |
| Am 23. September blendete sich die Abteilung Innere Medizin II (Kardiologie, Angiologie, Pulmonologie und Nephrologie; Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Vinzenz Hombach) der Universität Ulm mit der Live-Übertragung zweier kathetergestützter Eingriffe am Herzen in den Jahreskongreß der PICS (Pediatric Interventional Cardiac Society) in Orlando, Florida, ein. Die Tagungsteilnehmer erhielten Gelegenheit, Oberarzt PD Dr. Martin Höher bei der Plazierung eines Verschlusses eines persistierend offenen Foramen ovale (PFO) zuzusehen. Dafür waren die Dienste der Kölner Firma Medi-Live bestellt worden, die mit einer neunköpfigen Mannschaft und größerem Equipment die Videoübertragung per Satellit nach Orlando besorgte. Die nicht unerheblichen Kosten der Übertragung (ca. 22.000 EUR) trägt PICS. Das Foramen ovale ist eine Öffnung der Scheidewand (Septum) zwischen linkem und rechtem Herzvorhof beim Feten und Neugeborenen. Im Regelfall schließt sich der Spalt in den ersten Lebensmonaten. Bei etwa 20% der Menschen allerdings erfolgt der Verschluß unvollständig, es bleibt eine kleine Öffnung zurück. Dieses persistierende Foramen ovale hat keine Auswirkungen auf das Befinden und wird von seinem Träger deshalb nicht wahrgenommen. Gänzlich folgenlos bleibt es aber gegebenenfalls dennoch nicht. Unter Umständen nämlich begünstigt es den Eintritt eines Schlaganfalls. Weil das offene Foramen den Übertritt von Blut aus dem rechten in den linken Vorhof ermöglicht, kann der Fall eintreten, daß ein etwa aus einer Beinvenenthrombose angeschwemmtes Blutgerinnsel über den linken Vorhof direkt in den arteriellen Kreislauf und so womöglich ins Gehirn gelangt. Regulär würde es aus dem rechten Herzkompartiment zunächst in den Lungenkreislauf geschickt und in der Lunge ausgefiltert werden. Bei Schlaganfallpatienten, deren Apoplex kryptogen, das heißt ohne offensichtliche Ursachen oder Risikofaktoren (zum Beispiel hochgradige Stenose der Arteria carotis oder Vorhofflimmern) auftrat und bei denen die neurologischen Befunde für ein thromboembolisches Geschehen sprechen (zum Beispiel multilokuläre Ischämien) - dies betrifft immerhin rund 30 % der Fälle -, ist an ein persistierendes Foramen zu denken. Seit 1997 wird in Ulm das Leck mittels eines eleganten minimalinvasiven, nur etwa 20 bis 30 Minuten dauernden, bei unverminderter Herztätigkeit stattfindenden Eingriffs geschlossen, der meist nur Sedierung und örtliche Betäubung an der Punktionsstelle in der Leiste erfordert. Der Operateur schiebt einen Katheter von der Leiste (Vena femoralis) ausgehend über die untere Hohlvene (Vena cava inferior) in den rechten Herzvorhof und von dort durch das offene Foramen ovale in den linken Vorhof vor. Der Katheter befördert einen für den Transport wie ein doppelter Regenschirm zusammengefalteten Okkluder, die »Dichtung« für das PFO. Am Zielort im linken Vorhof wird eine Seite des Doppelschirmes geöffnet. Dann wird der Katheter in den rechten Vorhof zurückgezogen und die zweite Schirmseite geöffnet. Im Ergebnis liegt der Okkluder wie eine Jeans-Niete an den beiden Seiten des Vorhofseptums und schließt das Foramen ovale dauerhaft ab.
Die Intervention findet unter Röntgensicht sowie parallel dazu erfolgender transösophagealer Echokardiographie (TEE) statt: ein in der Speiseröhre plazierter Schallkopf generiert Bilder des benachbarten Herzens. Die auch Schluck-Echo genannte TEE führte Dr. Jochen Spiess durch, der die Bilder während der Übertragung nach Orlando auch live erläuterte. Zugleich liegen dem Operateur vor dem Eingriff angefertigte kernspintomographische (MRT-)Bilder vor. Die seit 2001 in Ulm verfügbare Kardio-MRT stellt einen Forschungsschwerpunkt der Abteilung von Prof. Hombach dar. Nico Merkle, Mitarbeiter in der kardiologischen Magnetresonanztomographie, besorgte die Kommentierung einer diesbezüglichen Sequenz der Videoübertragung. Für Dr. Höher, der schon mehr als hundert vergleichbare Eingriffe vorgenommen hat, ist die Einladung der Pediatric Interventional Cardiac Society, die Intervention - übrigens zweifach, an zwei verschiedenen (erwachsenen) Patienten - in den Orlando-Kongreß zu Demonstrationszwecken einzuspielen, Ausdruck des Renommees, das die Ulmer Kardiologie im allgemeinen und ihre operative Technik des Foramen-Verschlusses im besonderen international genießen. | |
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Endovaskuläre versus offene Operation Jahreskongreß der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie |
| Vom 17.-20. September fand in Ulm der Jahreskongreß 2003 der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) statt, der ca. 700 Teilnehmer zählte. Diese 19. Jahrestagung wurde von DGG-Präsident Prof. Dr. Ludger Sunder-Plassmann geleitet, Ärztlichem Direktor der Abteilung Thorax- und Gefäßchirurgie der Universität Ulm. Der Kongreß beschäftigte sich vor allem mit der entscheidenden Neuerung der letzten Jahre, der sogenannten endovaskulären Chirurgie. Die endovaskuläre Chirurgie legt die zu reparierenden Schlagaderabschnitte nicht mehr durch großen Hautschnitt frei, sondern benutzt kleine Standardschnitte im Bereich der Leisten, um von dort durch das Gefäßlumen (endovaskulär) an die »Baustelle« zu gelangen. Dieses Vorgehen entspricht dem chirurgischen Trend der minimalinvasiven oder sanften Chirurgie. Die Vorteile sind einleuchtend: die Operation hat einen viel kleineren Gesamtumfang, der Eingriff in die Körperintegrität und die Komplikationen sind bei sachgerechter Ausführung geringer, und die Verweildauer im Krankenhaus verkürzt sich gegenüber der herkömmlichen offenen Operation wesentlich. Warum und unter welchen Bedingungen die große offene Operation gleichwohl heute noch (und wohl auch in Zukunft) praktiziert wird, war ein Zentralthema des Kongresses. Die Kontroversen zwischen einzelnen chirurgischen Zentren sind in dieser Frage nicht unerheblich und werden zum Teil scharf geführt. Mit großem Aufwand hat die Industrie in die neue endovaskuläre Technik investiert. Die praktische Erfahrung ist in Europa, speziell in Deutschland, aufgrund der restriktiven Haltung der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) in diesem Fall sogar umfangreicher als in den USA. Insofern profitieren in diesem Ausnahmefall die USA von europäischen Erkenntnissen, was zu dem zynischen Wort vom »European Playground« für amerikanische Produkte geführt hat. Nach rund zehnjähriger Anwendungszeit (die Ulmer Klinik hat in Deutschland die ersten Richtlinien und Kurse für diese Technik miterarbeitet) ist eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Praktikabiliät, Durabilität und Effektivität der neuen Methoden dringend erforderlich. Ein anderes diskussionsstiftendes und unstreitig diskussionsbedürftiges Thema, das den Kongreß beschäftigte, bildet die neue Abrechnung nach dem sogenannten DRG-System (DRG = Diagnosis Related Groups, diagnosebezogene Fallgruppen). Natürlich ist auch die Gefäßchirurgie wie alle anderen Bereiche der Chirurgie davon betroffen. Wenn die Einführung der DRGs in der vorgesehenen Form erfolgen sollte, sind zum Teil nachhaltige Fehlentwicklungen im Sinne einer Zwei-Klassen-Medizin zu befürchten.
Am Vortag des Kongresses standen den Bürgern zwei mobile Untersuchungsstationen auf dem Münsterplatz zur Verfügung. Dort konnte in wenigen Minuten jeder prüfen, ob schon Zeichen einer Gefäßverkalkung bei ihm zu erkennen sind. | |
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Die erste deutsche Universität im Ausland Eröffnung der German University in Cairo (GUC) |
| Am 5. Oktober 2003 ist die erste deutsche Universität im Ausland, die German University in Cairo (GUC), eröffnet worden. Der Festakt fand in Anwesenheit von Präsident Hosni Mubarak, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ministerpräsident Erwin Teufel sowie zahlreicher weiterer Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft beider Länder statt. Von seiten der Universität Ulm nahmen Altrektor Prof. Dr. Hans Wolff und eine Reihe weiterer Professoren teil. Der Physiker Prof. Dr. Ashraf Mansour, Mitglied des Lehrkörpers der Universität Ulm, war der Motor des Projekts. Nicht zuletzt seinem Engagement ist es zu danken, daß in etwas mehr als einem Jahr die Gebäude auf dem neuen Campus im Osten Kairos errichtet und die Idee einer Universität mit moderner Ausbildung auf internationalem Niveau Wirklichkeit werden konnten. In Deutschland ausgebildete Hochschullehrer werden nach deutschen Curricula an der GUC, die natürlich mit einer zeitgemäßen IT-Infrastruktur ausgestattet ist, unterrichten. Ein integriertes »German Center« ermöglicht den Studierenden die Begegnung mit deutscher Kultur. Die Patenuniversitäten Ulm und Stuttgart unterstützen in Zusammenarbeit mit den Universitäten Mannheim und Tübingen die GUC in den Bereichen Lehre und Auswahl des Personals und sind zuständig für die Qualitätssicherung. Das Projekt wird im Rahmen des Programms »Export deutscher Studienangebote« vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Mehr als 2.500 Bewerbungen waren für das erste Semester eingegangen. Sie zeigen, welch großem Interesse diese Hochschulgründung in Ägypten begegnet. 700 Studierende wurden ausgewählt. Nach einer einwöchigen Orientierungsphase hat für sie der Lehrbetrieb am 12. Oktober begonnen. Alle Studierenden haben einen Aufnahmetest sowie Englischprüfungen durchlaufen, wonach sie in differenzierte Kurse eingeteilt worden sind. Neben Englisch als Unterrichtssprache wird auch Deutsch unterrichtet, um den Studierenden einen Austausch mit Deutschland zu ermöglichen. Fünf Studiengänge werden angeboten: Media Engineering & Technologie (MET), Information Engineering & Technologie (IET), Engineering & Materials Science (EMS), Management & Technology (MGT), Pharmacy & Biotechnology (PBT). Parallel zum Start der Lehre wurde eine wissenschaftliche Konferenz veranstaltet, die der Herstellung von Kontakten zum Aufbau der Forschung dienen sollte. Der deutsche Gründungsrektor der GUC, Prof. Dr. Jens Weitkamp von der Universität Stuttgart, hebt hervor, daß gerade die Verknüpfung von Lehre und Forschung ein konstitutives Element der deutschen Universität ist. Daran soll auch in Kairo festgehalten werden.
Vom 2. bis 23. Oktober fand, vom Goethe-Institut organisiert, in Kairo und Alexandria ein Deutsches Festival statt. Interessierte konnten aus einer Vielzahl von Angeboten auswählen. Eröffnet wurden die deutschen Kulturtage durch einen Abend mit dem Stuttgarter Staatsballett. | |
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Bessere Studenten durch Auswahlgespräche? Ein Beitrag zur Diskussion über die richtigen Kriterien für die Auswahl der Studienanfänger |
| Seit dem WS 2000/2001 wird im Vergabeverfahren der ZVS ein Teil der Studienplätze durch das »Auswahlverfahren der Hochschulen« vergeben. Für die Gestaltung dieses Verfahrens stehen den Hochschulen acht Varianten zur Verfügung, darunter auch das »Auswahlgespräch«. Dieses neue Element bei der Zulassung zum Studium ist ein Resultat der seit Jahren andauernden Diskussion über die richtigen Kriterien für die Auswahl der Studienanfänger im Hinblick auf den späteren Studienerfolg. Die bisher dominierende Abiturnote hat im Verlauf dieser Debatte ständig an Boden verloren. Derzeit gelten Auswahlgespräche als bestes prognostisches Instrument und spielen deshalb auch in den Auswahlverfahren der Länder eine wichtige Rolle. Bei näherer Betrachtung fällt auf, daß diesem Meinungsbildungsprozeß keine entsprechenden empirischen Befunde zugrunde liegen. Als Beitrag zur Verbesserung der Datenlage wurde deshalb vor kurzem eine Untersuchung vorgestellt, die am Beispiel der Ärztlichen Vorprüfung einen sehr deutlichen Zusammenhang zwischen Abiturnote und Prüfungserfolg aufzeigt (»Das Hochschulwesen«, 51. Jg., 4/2003 und »uni ulm intern« Nr. 263, Sept.2003). In der Personenstichprobe dieser Untersuchung befanden sich die ersten Studierenden, die ihren Studienplatz durch ein erfolgreich absolviertes Auswahlgespräch erhalten hatten. Durch zusätzlich verfügbar gewordene Daten besteht jetzt die Möglichkeit, den ersten Jahrgang dieser speziellen Gruppe separat zu erfassen und den anderen Studierenden gegenüberzustellen. Nachfolgend wird dargestellt, wie sich das Merkmal »Erfolg im Auswahlgespräch« auf das Abschneiden in der Ärztlichen Vorprüfung ausgewirkt hat, bzw. was das Prognoseinstrument »Auswahlgespräch« im Vergleich zur Abiturnote zu leisten vermag. Die Personenstichprobe Zum Auswahlgespräch werden dreimal so viel Bewerber zugelassen, wie Plätze zu vergeben sind. Die Teilnahmberechtigten werden von der ZVS in der Reihenfolge ihrer Abiturnoten unter denjenigen Bewerbern ermittelt, die im Hauptverfahren in den ZVS-Quoten Note und Wartezeit nicht zugelassen werden konnten. Daraus ergibt sich, daß die Teilnehmer am Auswahlgespräch aus einem bestimmten Notensegment stammen. Für unsere Personenstichprobe ist dies das Segment 1,7 bis 2,3. Die Dauer des Gesprächs zwischen jeweils einem Bewerber und zwei Professoren beträgt an der Universität Ulm 30 Minuten. Die erfolglosen Gesprächsteilnehmer nehmen an den Nachrückverfahren der ZVS teil. Auf diese Weise kommt ein Teil von ihnen dann doch noch an die Universität Ulm. In die Untersuchung sind alle 207 Teilnehmer an den Prüfungsterminen August 2002 und März 2003 einbezogen, die an der Universität Ulm immatrikuliert waren und ein deutsches Abitur haben. Darunter befinden sich auch 29 Studierende, die zum WS 2000/2001 über Auswahlgespräch zugelassen wurden. Die gesamte Personenstichprobe wurde nach Abiturnoten in vier Gruppen unterteilt. Wie oben erwähnt, gehören die Teilnehmer am Auswahlgespräch September 2000 zur Notengruppe 1,7 – 2,3. Deshalb sind hier zwei Untergruppen gebildet worden nach den Merkmalen »ohne Erfolg im Auswahlgespräch« (o.E.i.AwG) und »mit Erfolg im Auswahlgespräch« (m.E.i.AwG; s. d. nebenstehende Tabelle). Die Mitglieder der Notengruppe 1,0 bis 1,6 haben ihren Studienplatz über ihre Abiturnote erhalten. Die meisten Mitglieder der Notengruppe 1,7 bis 2,3 o.E.i.AwG hatten ein erfolgloses Auswahlgespräch an der Universität Ulm. Ihren Ulmer Studienplatz haben sie trotzdem noch im Zug der Nachrückverfahren erhalten. Die restlichen Mitglieder dieser Gruppe wurden im Rahmen der Vorwegauswahl nach absolvierter Dienstpflicht oder über Wartezeit zugelassen. Bei der Gruppe 1,7 bis 2,3 m.E.i.AwG handelt es sich um die 29 von insgesamt 44 erfolgreichen Gesprächskandidaten, die an den genannten Prüfungsterminen teilgenommen haben. Das Prüfungsergebnis ist durch die Abiturnote vorgegeben Als Indikator für Prüfungserfolg wird die Zahl der richtig beantworteten Fragen im schriftlichen Teil der Ärztlichen Vorprüfung herangezogen. Die Spezifika der Ärztlichen Vorprüfung wurden in der oben erwähnten Untersuchung ausführlich erläutert. Abbildung 1 zeigt die Prüfungsergebnisse aller fünf Gruppen anhand der statistisch relevanten Parameter Minimum, Maximum, 1. und 3. Quartil, Median und Mittelwert. Von besonderem Interesse sind die beiden notengleichen Gruppen »ohne Erfolg im AwG« und »mit Erfolg im AwG«. Wie man sieht, schneidet die im Gespräch erfolgreiche Gruppe im Vergleich zu ihrer direkten Kontrollgruppe etwas schlechter ab, der Medianunterschied ist mit p = 0,045 etwas mehr als zufällig. Der Zusammenhang zwischen Abiturnote und Prüfungsergebnis ist prinzipiell derselbe wie bei der wesentlich größeren Stichprobe der eingangs erwähnten Untersuchung. Insgesamt ist erkennbar, daß das Prüfungsergebnis aller fünf Gruppen weitgehend durch die Abiturnote vorgegeben ist, während das Merkmal »ohne« bzw. »mit Erfolg im Auswahlgespräch« diesem Trend nichts entgegenzusetzen hat. Dieses Ergebnis der Auswahlgespräche ist einigermaßen überraschend. Deshalb ist gerade diesbezüglich ein Ausblick über unser kleines Kollektiv hinaus von Interesse. Zu diesem Zweck ist in Abildung 2 für alle fünf Gruppen der 95%-Konfidenzbereich für den Median der Prüfungsergebnisse dargestellt. Dieser statistische Kennwert zeigt den Wertebereich an, in dem der Median bei einer größeren Stichprobe mit 95%iger Wahrscheinlichkeit liegen würde. Die beiden im Fokus dieser Untersuchung stehenden Gruppen, ohne und mit Erfolg im Gespräch, weisen eine Überschneidung ihrer Konfidenzbereiche auf. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß bei zukünftigen Prüfungsterminen die Ergebnisse der erfolgreichen Gesprächsteilnehmer in Ulm gleich oder sogar etwas besser sind als bei der notengleichen Vergleichsgruppe. Allerdings ist, wie bei unserer Stichprobe, auch das Gegenteil möglich. Der große Abstand den der Konfidenzbereich der Notenbesten zu allen anderen Gruppen aufweist, macht es auch für die Zukunft unwahrscheinlich, daß die erfolgreichen Gesprächsteilnehmer der Universität Ulm oder die anderen Notengruppen an die Prüfungsergebnisse der Notenbesten herankommen. Dies unterstreicht, daß es im wesentlichen die gleichen Fähigkeiten sind, die einer Spitzennote im Abitur und einem überdurchschnittlichen Ergebnis in der Ärztlichen Vorprüfung zugrunde liegen. Validität fraglich Grundsätzlich ist die Bereitschaft einer Fakultät, Auswahlgespräche zu führen und sich nicht mit einer der bequemen Auswahlmöglichkeiten zu begnügen, positiv zu werten. Das mit dem Instrument Auswahlgespräch angestrebte Ziel, nämlich unter den Teilnehmern diejenigen mit der höchsten Eignung und Motivation herauszufinden, wurde in unserem konkreten Fall jedoch nicht erreicht. Da die organisatorische Abwicklung der Gespräche, die inhaltliche Gestaltung und die Bewertungsmaßstäbe im Ermessen der jeweiligen Hochschule liegen, ist diese Aussage auf andere Universitäten nicht ohne weiteres übertragbar. Dennoch werfen die hier vorgestellten Ergebnisse eine Reihe von Fragen auf, die über das Ulmer Beispiel hinausreichen, zum Beispiel:
- genügen 30 Minuten, um so komplexe Merkmale wie Eignung und Motivation hinreichend zu erfassen? Solche mehr oder weniger offenen Fragen und die oben dargestellten Ergebnisse zeigen, daß noch ziemlich unklar ist, welche Eigenschaften und Fähigkeiten in Auswahlgesprächen tatsächlich gemessen werden und welche Rückschlüsse auf die Studierfähigkeit daraus zu ziehen sind. Bis zum Beweis des Gegenteils spricht also wenig für die Annahme, Auswahlgespräche seien ein geeignetes, der Abiturnote gleichwertiges oder gar überlegenes Instrument für die Auswahl von Studienanfängern.
Dr. Hartmut Hinneberg, Zentrale Studienberatung der Universität | |
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»Bis auf begründete Ausnahmen« Gaehtgens zum gestuften Studiensystem |
| Grundlegend positiv bewertet hat der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Dr. Peter Gaehtgens, die Ergebnisse der Konferenz der europäischen Bildungsminister am 19. September in Berlin. Gaehtgens zeigte sich erfreut über die Festlegung konkreter Ziele für die kommenden zwei Jahre, in denen auf das gestufte Studiensystem, die Anerkennung von Studienleistungen und -abschlüssen und die Qualitätssicherung besonderes Augenmerk gelegt werden soll. »Es unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Vorhabens von Bologna, daß 2005 beim Ministertreffen in Oslo von allen beteiligten Ländern ausführliche Berichte über die Fortschritte in diesen Bereichen gefordert werden. Das erzeugt den heilsamen Druck, der helfen wird, das Ziel in 2010 zu erreichen.« »Jetzt ist der Zeitpunkt, das deutsche Hochschulsystem in die europäische Zukunft zu katapultieren«, sagte der HRK-Präsident. Die Berlin-Deklaration verpflichte die Länder auf angemessene Studienbedingungen. Die seien angesichts der wachsenden Überlast im Lehrbetrieb nicht zum Nulltarif zu haben. Als klares Signal dafür, daß die Botschaft bei Regierungen und Parlamentariern angekommen ist, sollten Hochschulausgaben in den Länderhaushalten künftig als Investitionen und nicht mehr als konsumtive Ausgaben ausgewiesen werden, meint Gaehtgens. Auch die Idee, solche Ausgaben der EU-Staaten nicht in die Berechnung der Maastrichter Stabilitätskriterien einzubeziehen, wäre ein deutliches Zeichen dafür, daß die Bekenntnisse zur Priorität von Bildung und Wissenschaft in reale Politik umgesetzt werden. Der Europäische Hochschulraum und der Europäische Forschungsraum müßten gemeinsam entwickelt werden.
Der HRK-Präsident verwies auch darauf, daß Bachelor- und Masterstudiengänge in Deutschland noch nicht entschlossen genug eingeführt und zu gering nachgefragt würden. Die jungen Leute seien verunsichert, erklärte Gaehtgens. »Die große Mehrheit setzt noch auf das Bekannte, Bewährte. Solange es das Nebeneinander in ganzer Breite gibt, wird es uns nicht gelingen, die europäischen Abschlüsse als das Zukunftsmodell, das sie sind, zu vermitteln. Gaehtgens appellierte an die Hochschulen, den von der HRK im Juli 2003 gefaßten Beschluß umfassend umzusetzen und die traditionellen Magister-, Diplom- und Staatsexamensstudiengänge bis auf begründete Ausnahmen durch Bachelor- und Masterprogramme zu ersetzen. Insbesondere um die Qualitätskriterien müsse man sich in Deutschland jedoch noch kümmern. Der Bologna-Prozeß stehe und falle mit der Qualitätssicherung. Hinsichtlich der Anerkennung von Studienzeiten und -abschlüssen appellierte der HRK-Präsident an die Bundesregierung, möglichst rasch die Lissabon-Konvention zur Anerkennung im Hochschulbereich zu ratifizieren. | |
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Unnötige Regelungsdichte KMK-Strukturvorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge |
| »Die Hochschulen hätten auf diese Vorgaben verzichten können«, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Peter Gaehtgens, am 15. Oktober in Bonn. Er reagierte damit auf die Verabschiedung der Strukturvorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge durch die Kultusministerkonferenz (KMK) vom 10. Oktober 2003. Die HRK bedauere den Eingriff in den Gestaltungsspielraum ihrer Mitglieder. Das klare Bekenntnis zum European Credit Transfer System und dem Diploma Supplement sei positiv zu bewerten. Auch sei es der HRK gelungen, sich mit der Forderung durchzusetzen, einheitliche Qualifikationsniveaus für Bachelor- und Masterabschlüsse sicherzustellen. Bei Akkreditierung würden so ein Qualitätsniveau gesichert und die Vergleichbarkeit mit den Studiensystemen der anderen am Bologna-Prozeß beteiligten Länder erreicht. Die Reduzierung der Abschlußbezeichnungen auf international übliche Titel für konsekutive Studiengänge sei im Sinne der Transparenz ebenfalls positiv zu bewerten. Allerdings bedauere die HRK, daß die Kultusministerkonferenz über die bereits am 12. Juni verabschiedeten zehn Thesen zur Bachelor- und Masterstruktur hinaus weiteren Regelungsbedarf für die Struktur des gestuften Studiensystems sieht. »Die ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen weisen eine unnötig starke Regelungsdichte auf, die den Gestaltungsspielraum, der den Hochschulen durch die Regelungen im Hochschulrahmengesetz eröffnet wird, unnötig einschränkt«, so Gaehtgens. Nicht akzeptabel sei beispielsweise der Genehmigungsvorbehalt der Länder bei den Zulassungskriterien der Masterstudiengänge.Ziel müsse es sein, im weiteren Umsetzungsprozeß den Gestaltungsspielraum für die Hochschulen bei der Reform ihrer Studienangebote, der durch das Hochschulrahmengesetz und die Akkreditierung eröffnet wird, zu erhalten. Die Fortschreibung der Strukturvorgaben dürfe nicht dazu führen, daß die Detailsteuerung der Länder, wie sie sich in den Rahmenprüfungsordnungen manifestiert habe, in anderer Form wiederbelebt werde.
HRK | |
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Mitbegründer der Ulmer Physik Pensioniert: Prof. Dr. Wolfgang Hüttner |
| In der jährlich im Physikzentrum in Bad Honnef stattfindenden Konferenz der Fachbereiche Physik sind alle Physikfachbereiche der deutschen Universitäten vertreten. Der einzige Fachbereich, dessen Vertreter gelegentlich mit einer Cessna einflog, war der Delegierte der Ulmer Physik. Mit der dabei gewonnenen übergeordneten Perspektive konnte Prof. Dr. Wolfgang Hüttner die Diskussionen der Konferenz befruchten. Sie wird sicher vermißt werden, nachdem Prof. Hüttner mit Ablauf des letzten Wintersemesters in Pension ging. Wolfgang Hüttner wurde 1937 in Dresden geboren und wuchs dort bis zu seinem achten Lebensjahr auf. Dem Dresdener Inferno vom 13. Februar 1945 entkam er glücklich. 1955 legte er in Elsterwerda die Reifeprüfung 1955 ab. Im Herbst desselben Jahres nahm er das Physikstudium an der Humboldt-Universität Berlin auf und wechselte nach der Diplomvorprüfung an die Technische Hochschule Karlsruhe. Das Diplom in Physik erwarb er 1962 mit einer Arbeit auf dem Gebiet der Rotationsspektroskopie von Molekülen am Institut für Physikalische Chemie in der Arbeitsgruppe von Dr. Werner Zeil. Die daran anschließende Dissertation auf dem Gebiet der Schwingungsspektroskopie mit vollständiger Normalkoordinatenanalyse von t-Butyl-Verbindungen wurde noch an der TH Karlsruhe begonnen und nach dem Wechsel von Prof. Zeil an das Institut für Physikalische Chemie der Universität Kiel dort zum Jahreswechsel 1964/65 fertiggestellt. Nach einer einjährigen Assistententätigkeit an dieser Universität ging Wolfgang Hüttner für zwei Jahre als Postdoc zu Professor Flygare an die University of Illinois at Urbana-Champaign. Die Berücksichtigung von Magnetfeldeffekten in der molekularen Spektroskopie, der dort große Aufmerksamkeit galt, hat viele seiner zukünftigen Arbeiten beeinflußt. Er entwickelte zunächst eine strenge Theorie des Rotations-Zeeman-Effektes und wandte diese Theorie in einer Reihe von Untersuchungen auf zahlreiche Systeme an. Erster naturwissenschaftlicher Studiengang 1968 kehrte Hüttner nach Deutschland zurück und baute in Karlsruhe eine Arbeitsgruppe und ein Labor zur Rotations-Zeeman-Spektroskopie für das Zentrum Chemie - Physik - Mathematik der Universität Ulm auf, dessen erstem Vorstand er auch angehörte. Von Karlsruhe aus war er auch verantwortlich für den Aufbau des Grundpraktikums im Studiengang Physik an der Universität Ulm. Dieser Studiengang nahm als erster naturwissenschaftlicher Studiengang in Ulm Studierende auf und begann mit den Lehrveranstaltungen in einem Lagergebäude der Firma Laumayer am Blaubeurer Tor. Mit der allmählichen Etablierung der einzelnen Einrichtungen des Zentrums wurde Hüttner zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt und zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Hans-Karl Bodenseh mit der Leitung der interdisziplinären Abteilung Chemische Physik betraut. Hier erfolgte die Entwicklung des Verfahrens der magischen Dubletts, das es erlaubt, die sonst kaum zugänglichen diamagnetischen Eigenschaften paramagnetischer Systeme zu messen mit der Anwendung auf mehrere Radikale. Theoretisch wurde eine neue Methode zur Berechnung der HFS-Energien frei rotierender Moleküle entwickelt. In dieser fruchtbaren Periode konnte das Arbeitsgebiet um eine weitere magnetische Methode, den Cotton-Mouton-Effekt, erweitert werden. Diese Methode wurde zunächst auf verdünnte Gase angewendet und bis zu extremer Empfindlichkeit und Präzision verfeinert. Schließlich erstreckten sich die Arbeiten auch auf Gase unter hohen Drücken sowie auf Fluide. Im weiteren Verlauf wurden die Cotton-Mouton-Messungen durch den Aufbau einer Kerr-Effekt-Apparatur ergänzt, die ebenfalls für Gase und hohe Drücke ausgelegt wurde. Gleichzeitig erfolgte die Erweiterung der hochauflösenden Spektroskopie durch den Aufbau von Laserdiodenspektrometern in den infraroten und optischen Spektralbereich. In höheren Energiezuständen Während eines Forschungssemesters bei D. A. Ramsay am National Research Council in Ottawa im Sommersemester 1986 machte sich Hüttner mit dem Farbstofflaser vertraut. Anschließend baute er in Ulm ein entsprechendes Laserlabor auf, in dem er Molekül- und auch Atomspektroskopie mit verschiedenen dopplerfreien Verfahren betrieb, z. B. über die magnetischen Eigenschaften der Alkaliatome in höheren Energiezuständen. Außerdem entwickelte sich eine fruchtbare Kooperation mit Dr. Ramsay, der erstmals als Preisträger der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und dann wiederholt in Ulm arbeitete. Vor einigen Jahren konnte Professor Hüttner 15 international angesehene Wissenschaftler zu einer Übereinkunft gewinnen mit dem Ziel, die bisherige Vorzeichenkonvention für die g-Faktoren in der Zeeman-Spektroskopie durch eine entgegengesetzte, sinnvollere abzulösen. Auch hat er jahrelang bei Landolt-Börnstein als Herausgeber der Bände über Molekülkonstanten aus der hochauflösenden Spektroskopie mitgearbeitet. Nicht nur als Wissenschaftler, dessen Arbeiten 1994 mit dem Merckle-Forschungspreis ausgezeichnet wurden, auch als Hochschullehrer und in der universitären Selbstverwaltung war Wolfgang Hüttner engagiert. Er hat die Universität Ulm von ihren Anfängen an begleitet, von den kleinen Studentenzahlen von 10 bis 15 Studierenden der physikalischen Anfangssemester, als die Lehrveranstaltungen in Kinosälen oder in dem schon erwähnten Laumayer-Gebäude stattfanden, zu einem Maximum im Studienjahr 1990/91 mit über 200 Einschreibungen. Schwierigkeiten in den Praktika, Seminaren und bei den Arbeitsplätzen für Diplomarbeiten begannen sich abzuzeichnen. Der dann eingeführte lokale Numerus clausus erwies sich jedoch als überflüssig. Wegen eines Konjunktureinbruchs fanden die Absolventen nur mit großen Schwierigkeiten angemessene Arbeitsplätze, was eine sofortige Rückwirkung auf die Bewerberzahlen zeitigte. In den darauffolgenden Jahren ging die Zahl der Studienanfänger auf Werte zurück, die allenfalls noch etwa doppelt so hoch waren wie diejenigen der Anfangsjahre der Universität. In der jüngeren Vergangenheit haben sich die Anfängerzahlen, auch dank des Einsatzes von Prof. Hüttner, wieder konsolidiert. Wirtschaftsphysik initiiert Eine Besonderheit der Durchführung des Ulmer Grundlagen-Physikkurses ist es, daß alle sechs Vorlesungen dieses Kurses - wenigstens im Prinzip - von allen Professoren der experimentellen Fächer gelesen werden. So hat auch Prof. Hüttner alle Vorlesungen des Grundlagenkurses gelesen, auf einem Niveau, das von den Studierenden intensive Nacharbeit erforderte. Überdies hat er das Wahlpflichtfach Molekülphysik und Hauptseminare angeboten, das Anfängerpraktikum mitaufgebaut und das Fortgeschrittenenpraktikum geleitet. Die Studienberatung insbesondere der Studierenden des Lehramtes an Gymnasien und in diesem Zusammenhang enge Kontakte zum Landeslehrerprüfungsamt, den Oberschulämtern und den Lehrerbildungsseminaren waren ihm besondere Anliegen. Die Gremienarbeit beansprucht gegebenenfalls einen erheblichen Teil der Arbeitszeit eines Hochschullehrers. Hüttner war Mitglied im Promotionsausschuß, im Prüfungsausschuß und in der Unterrichtskommission. Sechs Jahre saß er dem Prüfungsausschuß und der Unterrichtskommission vor. Nach der Änderung des Universitätsgesetzes war er erster Studiendekan und damit Vorsitzender der Studienkommission. Für diese neugeschaffene Funktion mußten die Arbeit organisiert und der Entscheidungspielraum abgegrenzt werden. Hüttner war stets bestrebt, einen Ausgleich zwischen verschiedenen Interessenlagen herzustellen. Besonders hervorzuheben ist, daß er während seiner Amtszeit als Studiendekan den neuen Studiengang Wirtschaftsphysik initiiert und eingerichtet hat, unter tatkräftiger Mitwirkung des Referenten der Studienkommission Dr. Günter Dukek. Dieser Studiengang zieht Studierende aus ganz Deutschland an und hat zu einem Anwachsen der Anfängerzahlen des Faches auf über 80 geführt. Nach seiner Pensionierung hat sich Prof. Hüttner bereit erklärt, eine Kursvorlesung durchzuführen, um einen Engpaß bis zur Nachfolgebesetzung seiner Professur zu überbrücken. Auch dafür, insbesondere aber für seine Arbeit für das Fach Physik und die Universität insgesamt in den vergangenen mehr als 30 Jahren sei ihm herzlich gedankt.
Peter Reineker | |
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Rund um die Dienste des kiz Neue Mailingliste: info@kiz.uni-ulm.de |
| Mit der Zusammenlegung von Universitätsrechenzentrum, Universitätsbibliothek und Photozentrale zum Kommunikations- und Informationszentrum der Universität Ulm (kiz) wurden insbesondere auch die diversen Informationswege neu geordnet. Bislang getrennt geführte Mailing-Listen wurden zur neuen einheitlichen Mailing-Liste info@kiz.uni-ulm.de zusammengefaßt. Bezieher einer der zahlreichen früheren Informationslisten sind automatisch auf dieser neuen Mailing-Liste eingetragen worden. Diese Mailing-Liste bietet daher ein umfassenderes Spektrum von Informationen rund um das Diensteangebot des kiz. Sie erhalten hierüber also mehr Neuigkeiten aus unseren Abteilungen als über die bisherigen Listen, in die Sie eingetragen waren, und sind damit umfassender über unsere Aktivitäten informiert. Eine einfache Zuordnung der Mitteilungen wird durch die Angabe eines entsprechenden Subjekts ermöglicht, was insbesondere das Ausfiltern von Nachrichten erlaubt. Alle Informationen zu den Services des kiz gehen jetzt also bis auf weiteres über die Liste info@kiz.uni-ulm.de. Bitte wenden Sie sich bei allen Fragen und Problemen, die das Service-Angebot des kiz betreffen, zunächst an den Helpdesk unter helpdesk@kiz.uni-ulm.de; von hier aus werden Ihre Anfragen gegebenenfalls an die zuständigen Mitarbeiter(innen) des kiz weitergeleitet.
Dr. Claudia Schröck-Pauli | |
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»Eher spröde, aber durchaus sympathisch« Neubau Klinikverwaltung - Baustein der Universitätsmitte |
| Mit Fertigstellung des Verwaltungsneubaus für das Universitätsklinikum Ulm als ersten großen Bausteins der zukünftigen Universitätsmitte zwischen Uni Ost und Uni West nimmt die bauliche Gestalt dieses zentralen Filetgrundstücks nun konkrete Form an. Genau besehen hatte die Bebauung dieser Zentralfläche bereits mit dem Neubau der Zentralbibliothek als Endpunkt der Südschiene der Universität West ihren Auftakt genommen. Hoffentlich wird diese bauliche Entwicklung mit dem großen Neubau für die Chirurgie fortgeführt; die Entwurfsplanung auf der Basis eines Architektenwettbewerbs liegt mittlerweile vor. Auch dem Neubau der Klinikverwaltung ging ein Wettbewerbsverfahren voraus. Bevor im November 1999 das Preisgericht unter Vorsitz des Architekten Prof. Fritz Wilhelm, Lörrach, die Preisträger auswählen konnte, waren umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Als Grundlage der Auslobung mußten zunächst vom Bauamt zusammen mit Universität und Klinikumsleitung ein bauliches Gesamtentwicklungskonzept erarbeitet und letztlich die Baufläche für diesen ersten Baustein festgelegt werden. Möglichst klare Vorgaben für eine tragfähige städtebauliche Ordnung mit maximalem Spielraum für benachbarte bauliche Entwicklungsmöglichkeiten galt es dabei zu gewährleisten. Schließlich wurde ein 60 auf 60 m großes Baugrundstück an der Albert-Einstein-Allee definiert, mit östlich wie westlich genügend großen Baufeldern für die Chirurgie bzw. für die Universitätsverwaltung und ein Hörsaalzentrum. Im Norden wurde eine Bebauungslinie als Bauflucht an der Straße zwingend vorgegeben, nach Süden legte eine nicht überschreitbare Baugrenze lediglich eine maximal mögliche Gebäudetiefe fest. Selbstbewußte Baumasse Beim letzten durchgeführten Architekten-Wettbewerb im Universitätsbereich war 1988 für die Universität West ein sogenanntes kooperatives Verfahren mit sechs eingeladenen Architektenbüros gewählt worden. Für die Klinikverwaltung wurde »politisch« ein europaweit offener einstufiger Wettbewerb entsprechend den neuen EU-angepaßten Wettbewerbsvorschriften vom Finanzministerium vorgegeben. Letztlich hat das erzielte Ergebnis den immensen Aufwand für das Wettbewerbsverfahren gerechtfertigt. Aus der außerordentlich reichen Palette von 164 eingereichten Entwürfen konnte das Preisgericht am 26. November 1999 einstimmig einen 1. Preis auswählen, der sowohl mit seiner städtebaulichen Qualität als auch inneren Funktionalität alle Vorgaben ideal erfüllte. Der ausgezeichnete Entwurf des Architekturbüros Broghammer, Jana, Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil war damals von der Jury wie folgt beurteilt worden: »Lage und baukörperliche Ausformung nehmen das städtebauliche Konzept mit einer angemessenen und selbstbewußten, drei- bis viergeschossigen Baumasse entlang der Albert-Einstein-Allee und einer gegliederten Abwicklung zum südlichen Freibereich auf. Dadurch entstehen auch in ihrer Wertigkeit verschiedene Eingangsbereiche zu den zentralen Erschließungs- und Kommunikationsräumen.An das den Hof umschließende Flursystem sind die unterschiedlich langen Dreibundtypen angebunden, die in sich eine große Variationsbreite unterschiedlicher, in sich geschlossener Büroorganisationsformen bieten und gleichzeitig die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Abteilung fördern. Eine Erweiterbarkeit der einzelnen Cluster ist gegeben und läßt damit vielfältige Programmentwicklungen zu. Flexibilität wird außerdem gefördert durch die internen Vertikalerschließungen. Eine besondere Qualität liegt im angebotenen Arbeitsmilieu. Sämtliche Arbeitsplätze liegen an der Außenhaut und sind somit natürlich belichtet und belüftet.Die Anordnung des Konferenz- und Casinobereichs an der Eingangshalle mit direkter Verbindung zu den südlichen und östlichen Freiflächen läßt problemlos auch eine separate Nutzung zu.Die klare Grundrißdisposition wird gespiegelt in einer klaren konstruktiven Ordnung. Die nicht verkleideten Wände und Decken werden als Speichermasse in das energetische Konzept einbezogen, ein wirtschaftlicher Betrieb ist zu erwarten. Die innere Ordnung des Gebäudes wird ablesbar am äußeren Erscheinungsbild, das allerdings eher spröde, aber durchaus gewollt und sympathisch wirkt.« Ohne größere Änderungen wurde der Wettbewerbsentwurf in der Folge zur Ausführungsreife weiterentwickelt, so daß Ende Mai 2001 mit dem Aushub begonnen werden konnte. Im März 2003 erfolgte die Übergabe an den Nutzer, am 9. April 2003 wurde das Gebäude eingeweiht. Kreuzgangartiger Erschließungsflur Nach Norden zur Albert-Einstein-Allee schafft der neue Baukörper eine gerade, geschlossene Raumkante entlang der vorgegebenen Baulinie, zum südlichen Grünraum öffnet und verzahnt sich das Gebäude mit seinen versetzten Büroflügeln und dazwischenliegenden halboffenen Höfen. Der Zugang kann sowohl von der Albert-Einstein-Allee als auch vom südlichen Verbindungsweg zwischen Uni West und Uni Ost aus erfolgen. Drei sehr flexibel zu nutzende Büroflügel und eine einbündige Spange mit Einzelbüros sind windmühlenartig um einen ruhigen, großzügig verglasten Innenhof gruppiert. Um diesen Innenhof verläuft wie der Kreuzgang eines Klosters vierseitig ein Erschließungsflur, der sich im Ostflügel durch Treppen und eine Kernzone zur Halle erweitert. Über den Innenhof und die Halle werden beide Eingänge und die einzelnen Bürobereiche räumlich miteinander verbunden. Gleichzeitig entstehen durch die Öffnung des Hofs nach Süden und Westen vielfältige Durch-, Aus- und Einblicke und abwechslungsreiche Raumfolgen.
Die Büroflächen selbst öffnen sich zum umgebenden Grünraum über raumhohe Glasfassaden. Insgesamt ist ein Arbeitsmilieu von hoher und unverwechselbarer Qualität entstanden. Hohe Arbeitsplatzqualität In der praktischen Umsetzung wurde ein integriertes Haustechnik-Fassadenkonzept, das von den beteiligten Planern durch Simulationsverfahren in vielen Schritten optimiert wurde, aus folgenden wesentlichen Komponenten entwickelt: geschoßhohe Glasfassade mit in die Fassadenpfosten integriertem Warmwasserheizsystem; umlaufende Wartungsbalkone vor der Bürofläche als starrer Sonnenschutz und zur Anordnung des außenliegenden kombinierten Sonnenblendschutzes; Doppel- und Hohlraumböden in allen Büroflächen zur Installationsführung; sogenannte Betonkernaktivierung durch ein in die Rohdecke eingelegtes Leitungsnetz mit der Möglichkeit der Grundtemperierung des Gebäudes und in begrenztem Umfang zur Abmilderung von Temperaturspitzen bei sommerlichen Hitzeperioden. Im Ergebnis verfügen nun sämtliche Büroflächen über die gleiche hohe Arbeitsplatzqualität bei freier Möblierbarkeit der Großräume. Als I-Tüpfelchen wurden von der Klinik die neuen Büroräume mit einem einheitlichen flexiblen Büromodellprogramm möbliert. Entstanden ist eine modernsten Anforderungen gerecht werdende Bürolandschaft, die Einzelbüros, Mehrpersonenbüros und Großräume individuell zugeschnitten auf die Bedürfnisse der fünf Geschäftsbereiche geschickt kombiniert. Die bisher weit gestreut am Safranberg, Michelsberg, Oberer Eselsberg sowie in der Innenstadt untergebrachten diversen Verwaltungseinheiten sind nun in einem Gebäude zusammengefaßt. Ein Zusammenwirken der Klinikumsleitung mit ärztlicher, kaufmännischer und Pflegedienstleitung und den nachgeordneten fünf Geschäftsbereichen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Medizinischen Klinik, Strahlentherapie, Zahnklinik, dem Versorgungszentrum Medizin, theoretischer Medizin und zukünftiger Chirurgie ist damit in baulicher Sicht optimal verwirklicht. Das Kernstück Rechenzentrum wurde im Untergeschoß in einem separaten Bereich untergebracht, im Erdgeschoß liegen zentral ein kleiner Casinobereich, ein Konferenzraum und ein Raum für EDV-Schulungen. »Fallende verholzte Baumfrüchte« Ergänzt wird die Architektur durch ein »Kunst-am-Bau-Projekt« der Künstlerin Andrea Zaumseil. Aus fünf eingereichten Arbeiten wurde ihr Konzept für den Innenhof ausgewählt. Drei anthrazitfarbene große Hohlkörper aus 4 mm dicken Stahlblechen erzeugen die Assoziation von »fallenden verholzten Baumfrüchten«. Auf einer Spitze balancierend, auf der hellen Kiesfläche des Innenhofs liegend bzw. auf dem Dach des Umgangs lagernd verbinden sich diese drei Objekte optisch mit den drei gepflanzten Schwarzkiefern im Hof. Die Betonwände im Innern wurden für die wirkungsvolle Präsentation von großformatigen Bildern genutzt. Leihgaben aus dem Fundus der Ulmer Kunststiftung »pro arte« und zwei Arbeiten des Ulmer Künstlers Fred Ayer sind farbige Blickpunkte für Mitarbeiter und Besucher auf ihren Wegen um den Innenhof. Das Gebäude mit über 4.000 m² Nutzfläche und 35 Tiefgaragenstellplätzen ist in knapp zwei Jahren Bauzeit entstanden. Die Finanzierung der Landesbaumaßnahme erfolgte mit Bundesmitteln nach dem Hochschulbauförderungsgesetz. Etwas mehr als die Hälfte der Gesamtbaukosten trägt das Klinikum selbst. Vergleicht man die Quadratmeter-Kostenwerte mit anderen Gebäuden, z. B. mit der benachbarten neuen Universitätsbibliothek, so liegen sie bei hoher Ausführungsqualität durchaus im vergleichbaren und wirtschaftlichen Rahmen.
Joachim Hofmann, Staatliches Vermögens- und Hochbauamt Ulm | |
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Innovativer Studiengang Molekulare Medizin in Ulm |
| Die Universität Ulm hat zum Wintersemester 2003/04 den Bachelor-/Master-Studiengang Molekulare Medizin eröffnet. Dafür wurden 25 deutsche und ausländische Studenten immatrikuliert, die nach universitätseigenem Auswahlverfahren aus 250 Bewerbern ausgewählt worden sind. Als Festredner einer Eröffnungsfeier am 13. Oktober sprach Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, ehemaliger Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, über das Thema »Krebs durch Viren - von der Grundlagenforschung zur Krebsprävention«. Molekulare Medizin
Die molekular- und zellbiologische Forschung hat die Medizin der letzten Jahrzehnte geprägt und ist unverzichtbar für eine weitere Verbesserung von Diagnostik und Therapie. Derzeit ist der Bedarf an molekularmedizinisch ausgebildeten Hochschulabsolventen ungedeckt. Die traditionelle Ausbildung an den medizinischen Fakultäten in Deutschland orientiert sich am Berufsbild eines in der mittelbaren oder unmittelbaren Krankenversorgung tätigen Arztes. Sie trägt bislang der Entwicklung auf dem molekularmedizinischen Gebiet nur unzureichend Rechnung. Auch die klassische Biologie mit Ausrichtung auf die organismische Biologie kann die Ausbildung des Molekularmediziners nicht abdecken. Um die Lücke zu schließen, hat die Medizinische Fakultät der Universität Ulm zum Wintersemester 2003/2004 den innovativen fakultätsübergreifenden Studiengang Molekulare Medizin eingeführt, der als konsekutiver Bachelor-/Master-Studiengang gemäß der Bologna-Erklärung und ihren Nachfolgekonferenzen angelegt ist. | |
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Detaillierter Promotionsplan mit Aufenthalt in Deutschland Kooperationsabkommen zwischen den Universitäten Ulm und Trujillo |
| Am 13. Oktober 2003 haben Prorektor Prof. Dr. Werner Kratz und der Rektor der Nationalen Universität Trujillo, Peru, (UNT), Prof. Ms. Huber Rodríguez Nomura, in Trujillo einen Kooperationsvertrag zwischen der Universität Ulm und der UNT unterzeichnet. Der Vertrag enthält Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit in Forschung und Lehre, vor allem in der Doktorandenbetreuung im Fach Mathematik. Trujillo ist mit rund 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Perus. Sie liegt im Norden des Landes, nahe dem Äquator. Die Nationale Universität Trujillo wurde 1824 gegründet. Mit 13.000 Studierenden in 33 Studiengängen an 12 Fakultäten ist sie die größte und bedeutendste im Norden Perus. Ihre Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik besteht seit 1961. Der Kontakt der Universität Ulm zur UNT geht auf eine Einladung der Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik unter Leitung von Prof. Dr. Salomon Espinoza an Prof. Dr. Karsten Urban, Leiter der Abteilung Numerik der Universität Ulm, zurück. Urban erhielt eine Gastprofessur in Trujillo, die im Frühjahr 2003 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziell ermöglicht wurde. Neben mathematischen Forschungskooperationen zielt der jetzt geschlossene Vertrag insbesondere auf die Doktoranden-Ausbildung. Zwar besteht an der UNT seit 1994 ein Promotionsprogramm in Mathematik (in den Bereichen Analysis, Numerik und Optimierung); doch streben besonders hochqualifizierte Absolventen der UNT auch im Fach Mathematik eine Promotion im Ausland an und kehren dann oftmals nicht mehr nach Peru zurück. So fehlt dem Land wissenschaftlicher Nachwuchs, den es dringend braucht.
Der DAAD hat nun ein »Sandwich-Promotions-Programm« für die UNT aufgelegt, wobei die Promotion im Heimatland, aber unter Co-Betreuung durch einen deutschen Professor erfolgt und in einem detaillierten Promotionsplan Forschungsaufenthalte der Doktoranden in Deutschland konkret vorgesehen sind. Ein derartiges Programm wird im Bereich Mathematik zwischen der UNT und der Universität Ulm begründet. Auf Einladung des Rektors der UNT nahm neben Prorektor Kratz auch Prof. Urban an der Vertragsunterzeichnung in Trujillo teil, die im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Gründung der Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik der UNT stattfand. | |
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Wechsel in der Geschäftsführung des Wissenschaftszentrums Schloß Reisensburg Universitätsmedaille für Ursula Reck |
| Noch vom Gründungsrektor der Universität Ulm und Gründer des Internationalen Instituts für wissenschaftliche Zusammenarbeit e.V. Schloß Reisensburg, Ludwig Heilmeyer, wurde Ursula Reck, die zum 31.7.2003 nach 37jähriger Tätigkeit in den Ruhestand ging, in ihr Amt eingesetzt. Dieses bestand ab 1966 in der Betreuung der Klausurtagungsstätte Schloß Reisensburg. Die im Kern mittelalterliche Reisensburg war dank Heilmeyers unermüdlichem Engagement aus ihrer verfallsgeneigten Nutzungsbrache herausgeführt, saniert und zu einer intimen Klausur für wissenschaftliche Tagungen ausgebaut worden. Ermöglicht hatten den Kraftakt eine Reihe von Stiftern sowie die Landesregierungen Bayerns und Baden-Württembergs, die unter beträchtlichem finanziellem Aufwand den Intentionen Heilmeyers gefolgt waren. Anfang der 70er Jahre übernahm Frau Reck die Geschäftsführung des Internationalen Instituts für wissenschaftliche Zusammenarbeit e.V. Schloß Reisensburg. In dieser Funktion verblieb sie auch, als das Institut zum 1. Januar 1997 in das Körperschaftsvermögen der Universität Ulm überging. Als »Wissenschaftszentrum Schloß Reisensburg der Universität Ulm« firmierend dient die Anlage in überlieferter Form als Tagungs- und Begegnungsstätte für Ulmer Wissenschaftler und ihre Gäste sowie auch für andere Nutzer. Ursula Reck hat in den seither vergangenen Jahren das Haus in bewährter Weise weitergeführt und die traditionelle Reisensburg-Atmosphäre bis in die Gegenwart fortgeschrieben. Am 29. Juli 2003 fand auf Schloß Reisensburg eine Feierstunde statt, bei der die scheidende Geschäftsführerin mit der Medaille der Universität ausgezeichnet wurde. Rektor Prof. Dr. Hans Wolff sowie Altrektor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Theodor M. Fliedner als Direktor des Tagungszentrums würdigten die Verdienste Frau Recks als der »Seele des Hauses«. Gleichzeitig wurde die Nachfolgerin, Claudia Ulm (34), eingesetzt. Frau Ulm, derzeit in München wohnhaft, ist gelernte Hotelfachfrau. Nach mehreren Jahren praktischer Tätigkeit hat sie sich von 1996 bis 1998 zur staatlich geprüften Betriebswirtin in der Fachrichtung Hotel- und Gaststättengewerbe weitergebildet. Sie leitete zuletzt ein Ausbildungshotel in München.
Prof. Wolff verwies auf die intensive Nutzung des Schlosses als Tagungsstätte, zurückzuführen nicht zuletzt auf »die unvergleichliche Atmosphäre und Betreuung der Gäste«. Prof. Fliedner skizzierte in seiner Ansprache die Entwicklung der Reisensburg von einem »vom Zerfall bedrohten Schloß« zur mit modernster Kommunikationstechnik ausgestatteten Klausur-Tagungsstätte. Ursprünglich betrieben von einem engagierten Trägerverein, jetzt von der Universität Ulm, genieße die Reisensburg inzwischen unter Wissenschaftlern weltweit einen exzellenten Ruf. | |
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Ausgeprägt aggressive Kinder Aggressive Verhaltensstörungen - Entwicklungspsychopathologie und Behandlungsansätze |
| Oppositionelles Trotzverhalten oder dissoziale Verhaltensweisen wie Lügen, kleinere Diebstähle oder aggressives Verhalten gegenüber anderen kommen bei einer großen Zahl von Kindern im Verlauf ihrer Entwicklung vor, ohne daß von einer schwerwiegenden Verhaltensstörung gesprochen werden müßte. Beinahe 80 % aller Kinder zeigen zum Ende des zweiten Lebensjahres in der Interaktion mit Gleichaltrigen aggressive Verhaltensweisen wie Treten, Beißen oder Schlagen. Im Verlauf der Entwicklung lernt die Mehrzahl dieser Kinder unter adäquater Anleitung durch kompetente Erziehungspersonen ihre aggressiven und antisozialen Impulse zunehmend besser zu kontrollieren. Diese Verhaltenskontrolle über aggressive Impulse stellt einen zentralen Aspekt der Sozialisation und der intrapsychischen Reifung dar. Einer kleineren Zahl von Kindern gelingt dies im Verlauf ihrer Entwicklung jedoch nicht oder nur unzureichend. In einer repräsentativen epidemiologischen Studie in Deutschland wurden rund 3 % aller Mädchen und rund 6 % aller Jungen von ihren Eltern als ausgeprägt aggressiv eingeschätzt (häufige Raufereien, Angriffe auf andere, Bedrohen anderer, Zornesausbrüche, Zerstören von eigenen oder fremden Sachen). In Selbstbeurteilungen schätzen sich in der Gruppe der 11-18jährigen ca. 6 % aller Mädchen und ca. 7 % aller Jungen als »sehr aggressiv« ein. Aus Langzeituntersuchungen ist bekannt, daß sich nur ca. die Hälfte aller kindlichen aggressiven Verhaltensstörungen im Verlauf der Entwicklung bis zum Erwachsenenalter bessern und daß retrospektiv gesehen fast alle Erwachsenen, die wegen gehäuften aggressiven Verhaltens auffallen, auch schon in ihrer Kindheit in dieser Richtung auffällig waren. Ohne intensive Behandlungsanstrengungen besteht gerade bei dieser Art von Störung eine hohe Wahrscheinlichkeit des Übergangs in eine chronische Störung, die dann nicht nur für den Betroffenen oder sein näheres Umfeld, sondern durch die Verwicklung in delinquente Handlungen auch für die Gesellschaft ein Problem darstellt. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Ulm veranstaltete zu diesem Thema am 2. Juli 2003 ein Symposium mit dem Titel »Aggressive Verhaltensstörungen – Entwicklungspsychopathologie und Behandlungsansätze«. Bei diesem Symposium standen Grundlagen der Entstehung von aggressiven Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen und Möglichkeiten der Behandlung sowie aggressives Verhalten im Erwachsenenalter im Blickpunkt. Auch wurde die Frage diskutiert, ob es noch erfolgversprechende Behandlungsansätze gibt, wenn es wegen wiederholter aggressiver Straftaten schon zu einer Verurteilung gekommen ist.
Vor Beginn der Veranstaltung wurde die Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie in der Heidenheimer Str. 65 der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Ambulanz ist eine Anlaufstelle für die Untersuchung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit allen Arten von psychischen Störungen. Nach dem Sozialgesetzbuch V § 118 übernehmen kinder- und jugendpsychiatrische Institutsambulanzen die psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die nach Art, Schwere oder Dauer der Erkrankung oder wegen zu großer Entfernung zu geeigneten Fachärzten auf die Behandlung in diesen Fachambulanzen angewiesen sind. Vorgestellt wurde auch das neue Forschungshaus der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie. Hier arbeiten eine Reihe von Medizinern, Psychologen, Pädagoginnen sowie ein Soziologe und eine Juristin an verschiedenen, meist über Drittmittel finanzierten Forschungspr | |
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Lipid als »Weichmacher« fördert die Metastasierung Tumorzellen passieren Membranporen - ein Kamel geht durchs Nadelöhr |
| Trotz verbesserter Diagnostik und Therapie führen Tumorerkrankungen neben den Herz- Kreislauf-Erkrankungen die Todesursachenstatistik in der westlichen Welt nach wie vor an. Aussicht auf Heilung besteht in der Regel nur, wenn der Tumor in einem frühen Stadium erkannt wird und noch keine Metastasenbildung stattgefunden hat. Danach sind die Therapien deutlich weniger erfolgreich. Die biologischen Grundlagen der Metastasierung sind trotz ihrer immensen klinischen Bedeutung nur unzureichend aufgeklärt. Metastasierung ist ein komplexer Prozeß aus mehreren Teilschritten. Die Tumorzellen lösen sich vom Primärtumor ab, wandern in das Gefäß- oder Lymphsystem ein und infiltrieren aus diesem System heraus andere Organe, z.B. Leber oder Lunge. Um in diese Gewebe zu gelangen, müssen die Tumorzellen Bindegewebe und die Wand von Blutgefäßen passieren, wofür sie der Fähigkeit bedürfen, ihre Form und ihre elastischen Eigenschaften rasch zu verändern. Die dazu notwendige Umorganisation der Zellarchitektur läßt an ein Kamel denken, das durchs Nadelöhr geht: Tumorzellen haben ein gut organisiertes Stützgerüst, das sogenannte Zytoskelett, das Form und Stabilität der Zelle aufrechterhält. Wissenschaftler der Abteilungen Innere Medizin I und Elektronenmikroskopie der Universität Ulm und der Abteilung Physikalische Chemie der Universität Heidelberg berichten in der Septemberausgabe 2003 des renommierten Fachjournals Nature Cell Biology, daß ein bioaktives Lipid, Sphingosylphosphorylcholin (SPC), das Zytoskelett und die elastischen Eigenschaften von menschlichen Tumorzellen grundlegend verändern kann. Dieses Lipid kommt physiologischerweise beim Menschen im Blut vor, bei Patienten mit Tumorerkrankungen in erhöhter Konzentration. Bringt man dieses Lipid mit menschlichen Tumorzellen zusammen, ändert sich deren Zytoskelett-Struktur. Ein wesentlicher Teil des Zytoskeletts, die sogenannten Keratinfilamente, werden durch das Lipid völlig neuorganisiert, wie die Arbeitsgruppe unter Leitung von PD Dr. med. Thomas Seufferlein, Ulm, zeigen konnte. Auch werden, wie die Forscher gleichfalls herausfanden, im Kontext dieser Neuorganisation die Zellen elastischer, »weicher« und damit leichter verformbar.
Dieser nur durch das Lipid auslösbare »Weichmachereffekt« tritt innerhalb weniger Minuten ein. Menschliche Tumorzellen aus Bauchspeicheldrüsen- und Magenkarzinomen, die mit dem Lipid behandelt wurden, wandern dadurch deutlich leichter durch Membranporen, die wesentlich kleiner sind als die Zellen selbst. Die Beobachtungen zeigen einen völlig neuen Mechanismus der Formänderung sowie der Änderung der elastischen Eigenschaften von Tumorzellen als Voraussetzung ihrer kolonisierenden Einwanderung in Gefäße und Gewebe. | |
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Thromboseprophylaxe in der Unfallchirurgie Eher juristisch als medizinisch indiziert? |
| Die Abteilung Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Lothar Kinzl) der Universität Ulm hat am 13. September 2003 ein Symposium zum Thema Thromboseprophylaxe in der Unfallchirurgie veranstaltet. Eine Reihe international anerkannter Experten referierten über aktuelle Fragestellungen: Was gibt es Neues in der Thromboseprophylaxe? Thromboseprophylaxe - aber wie lange? Welche Strategien sind bei Heparinallergien zu verfolgen? Welche Strategien eignen sich bei Patienten mit Dauerantikoagulation? Welche Therapie ist bei manifester tiefer Beinvenenthrombose angezeigt?
Die Thromboseprophylaxe in der Unfallchirurgie ist nicht selten stärker juristisch als medizinisch indiziert. Vor Gericht definieren medizinische Gutachter, was state of the art ist. Über gutachterliche Stellungnahmen gehen aber die Ansichten zum Teil weit auseinander. Das Ulmer Unfallchirurgische Thrombosesymposium verstand sich deshalb als meinungsbildende Veranstaltung, die aktuell gültige Empfehlungen zur Thromboseprophylaxe und -therapie in der Orthopädie und Unfallchirurgie vermittelt, aber gegebenenfalls auch kritisch hinterfragt. Weitere Brennpunkte der Diskussion waren die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Blutplättchenmangel) und deren Konsequenzen sowie die mit Spannung erwartete Neueinführung oraler Antikoagulantien. An die von der Landesärztekammer Baden-Württemberg zertifizierteVeranstaltung lehnte sich eine Industrieausstellung an. | |
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Frische Farben im Forum Zugleich: Zum Titelbild |
| Heller, freundlicher, in frischen Farben und mit neuen Beleuchtungskörpern präsentieren sich seit kürzerem das Forum O 25 und angrenzende Bereiche des Eingangsniveaus im Universitätsbau Ost. Zum Teil sind die Arbeiten noch im Gange. Rund 30 Jahre nach der Inbetriebnahme hat das »Herz« des Kernbereichs ein neues Gesicht erhalten - das Areal zwischen den zentralen Hörsälen und der Mensa, Verkehrsfläche und -knoten, Schauplatz auch von Studentenfesten und sonstigen Großveranstaltungen. Das bislang dominierende Dunkelgrün der Wände wurde zugunsten von mehr Weiß reduziert. Die Pflanzwannen sind rekultiviert und mit wachstumsfördernden Strahlern versehen worden. »In Verbindung mit der neugestalteten Decke und einem verbesserten Beleuchtungskonzept schaffen wir eine deutlich freundlichere Atmosphäre«, erklärt der zuständige Architekt, Joachim Hofmann vom Staatlichen Vermögens- und Hochbauamt Ulm. Bei alledem ist es gelungen, den Charakter des Gebäudes, das hier auch farbflächige Kunst aus der Frühzeit der Universität enthält (Günter Fruhtrunk, Wandgestaltung Eingang HS I-III, 1974), zu bewahren. Für die Studierenden wurden zusätzliche Gruppenlernflächen eingerichtet. Aufgrund der knappen Haushaltsmittel mußte die Maßnahme zeitlich gestreckt werden. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 350.00 Euro. In Verbindung mit den Renovierungsarbeiten erweitert das Studentenwerk die Cafeteria A um einen Backshop, der künftig auch ofenfrische Backwaren bereithält. Im kommenden Jahr soll die nördlich anschließende Baustufe renoviert werden. | |
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Von Anfang an: Theorie mit Praxis Integrierte Seminare in der Vorklinik |
| In der neuen Approbationsordnung für Ärzte sind ein stärkerer Praxisbezug während des Studiums und eine deutlichere Verbindung zwischen theoretischen Grundlagen und klinischer Anwendung gefordert. Um dieser Forderung gerecht zu werden, beschreitet die Medizinische Fakultät der Universität Ulm neue Wege. Im kommenden Wintersemester werden bereits die Studienanfänger an vier verschiedenen Seminaren teilnehmen, die theoretische Grundlagen und erste praktische Anwendungen verknüpfen. Ziel dieser sogenannten »Integrierten Seminare« ist also die Verbindung von Theorie und täglicher Praxis, wodurch die Lernmotivation der Studierenden erhöht wird und das Erlernen der Grundlagenwissenschaften von Anfang an in seiner Bedeutung für die Praxis erkennbar wird. Die im ersten Semester angebotenen Seminare lauten: »Broken hearts« (Verknüpfung von Anatomie mit Diagnostik und Therapie kindlicher Herzfehler; Kursverantwortlicher Prof. Dr. Tobias Böckers), »Sport ist Mord« (Verknüpfung von Physiologie, also der Lehre von den Körperfunktionen, mit ärztlich empfohlenen Trainingsprogrammen, aber auch mit der Problematik von Doping und Sportverletzungen; Prof. Dr. Stephan Grissmer), »Treat the patient, not the monitor - Medizintechnik« (Verknüpfung von Physik mit Lasertechniken in der Augenheilkunde und mit der High-Tech-Medizin in der Anästhesie; Prof. Dr. Hans Gruler), »Schmerz laß nach« (Verknüpfung von neurologischen/psychologischen Grundlagen mit ihrer Anwendung in der psychosomatischen Praxis und in Schmerzambulanzen; Prof. Dr. Harald Traue). Bis zur ersten großen Zwischenprüfung nach dem 4. Semester werden die Studierenden weitere sieben solcher Seminare besuchen (insgesamt also 11). Der Paradigmenwandel, der sich darin ausdrückt, wird besonders deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß bisher in den ersten vier Semestern fast ausschließlich Grundlagenwissenschaften gelehrt wurden, deren Bezug zur ärztlichen Praxis für die Studierenden nur eingeschränkt erkennbar war. Eine Gruppe von engagierten Wissenschaftlern, die die Grundlagen vermitteln, hat gemeinsam mit erfahrenen Ärzten der Universitätsklinik die Seminare konzipiert. Zahlreiche Studierende aus höheren Semestern haben sich bereit erklärt, ihre jüngeren Kommilitonen in diesen Seminaren zu betreuen. Indem sie als Tutoren mitarbeiten, ermöglichen sie - bei 320 Studienanfängern - die Begrenzung der Teilnehmerzahl pro Seminar auf 20. Von Studienreferent Hubert Liebhardt und Oberarzt Dr. Wolfgang Öchsner, Abteilung Kardioanästhesiologie, wurde die Konzeption und Entwicklung der Integrierten Seminare organisatorisch und didaktisch unterstützt.
Vor Beginn des Semesters haben die studentischen Tutoren ein Trainingsprogramm absolviert und dabei insbesondere didaktische Grundlagen erörtert und in Kleingruppen anhand der konkreten Anforderungen eingeübt. Rückhalt finden die Tutoren während des gesamten Semesters bei den Grundlagenwissenschaftlern und ihren ärztlichen Partnern, die im Hintergrund stets präsent sind und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Darüber hinaus werden die Tutoren auch weiterhin in didaktischen Fragen geschult. | |
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Unverständnis über die baden-württem-bergische Hochschulpolitik Die Zulassungs-Anwälte warten nur auf die Erhöhung der Lehrdeputate |
| Der Vorsitzende der baden-württembergischen Rektorenkonferenz, Rektor Dieter Fritsch (Stuttgart), äußert ernsthafte Sorge über die Politik des Landes gegenüber den Universitäten. Die baden-württembergischen Universitäten liegen in der Forschung bekanntlich an der bundesdeutschen Spitze; dies sei durch die letzte Erhebung der Deutschen Forschungsgemeinschaft erwiesen und bedeute allein für das letzte Jahr 394 Millionen €, mit denen knapp 8.000 Stellen geschaffen wurden -»außerhalb der Grundfinanzierung des Landes«, wie Fritsch betont. Nun habe sich das Land entschieden, diese Leistungen der Universitäten zu ignorieren und in der Lehre die Bedingungen massiv zu verschlechtern. »Offensichtlich will sich Baden-Württemberg in der Lehre als Schlußlicht in Deutschland positionieren«, sagt Fritsch. Die Erhöhung des Lehrdeputats der Hochschullehrer sorge nicht dafür, daß die Studierenden besser betreut würden, sondern daß die Zahl der Studienplätze erhöht werden müßte. Da das deutsche Recht nicht auf Qualität, sondern auf Masse setze, warteten die darauf spezialisierten Anwälte nur darauf, für ihre Klientel Studienplätze vor den Verwaltungsgerichten zu erstreiten. Dieter Fritsch betont, daß der durchschnittliche Universitätsprofessor bereits vor der Erhöhung des Deputats auf eine Arbeitszeit von über 60 Stunden in der Woche komme. »An den Schulen im Land werden gerade aus Protest gegen die Erhöhung der Arbeitszeit der Lehrer die freiwilligen Leistungen gestrichen, von der Klassenfahrt bis zur Theater-AG. Wenn die Professoren ihr freiwilliges Engagement in der Forschung nur um die 6,5 % zurückfahren, die eine Deputatsstunde mehr bedeutet, dann würden von den projektfinanzierten Arbeitsplätzen über 510 wegfallen.« Das Land solle sich gut überlegen, welches Signal es seinen Universitäten gebe. Die Professoren seien tief enttäuscht über die geringe Wertschätzung, die ihnen die Landesregierung entgegenbringt. Offensichtlich nehme man die Spitzenleistungen in der Forschung einfach nicht zur Kenntnis, was sich auch daran zeige, daß man bei den Fachhochschulen und Berufsakademien auf jegliche Erhöhung verzichtet habe. Diese Hochschularten seien jedoch durchweg fast rein lehrbezogen und hätten eben keine Forschungsprojekte in größerer Zahl, die Arbeitsplätze schafften. Schließlich profitiere von der Arbeit der Universitäten hauptsächlich die Wirtschaft, die nicht nur Forschungsaufträge vergebe, sondern dort ihr hervorragend ausgebildetes Personal rekrutiere. Auch bei der neuen Professorenbesoldung gebe es Defizite seitens des Landes; auf vergangene Zusagen sei offensichtlich kein Verlaß. Der LRK-Vorsitzende habe sich deshalb in einem Schreiben an Ministerpräsident Teufel gewandt und eine Umsteuerung der Hochschulpolitik gefordert. »Das Land hat in der Vergangenheit seine Universitäten immer gefördert«, sagt Dieter Fritsch, »wir hoffen deshalb, daß sich hier noch etwas ändern wird.«
LRK | |
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Wirkungsgrad des Voith-Schneider-Propellers gesteigert Vertrag über Forschungskooperation zwischen Voith Turbo Marine und der Abteilung Numerik der Universität Ulm |
| Seit mehr als 75 Jahren produziert Voith, Heidenheim, den Voith-Schneider-Propeller (VSP), einen äußerst effizienten Schiffsantrieb, der vor allem bei Schiffen zum Einsatz kommt, die aufgrund ihrer Zweckbestimmung über hohe Manövrierfähigkeit verfügen müssen. Zwischen der Abteilung Numerik (Leiter Prof. Dr. Karsten Urban) der Universität Ulm und der Firma Voith Turbo Marine (bis 30.9.2003 Voith Schiffstechnik) besteht eine Kooperation, die ein halbes Jahr alt ist und jetzt auch eine vertragliche Grundlage erhalten hat. Sie dient der Steigerung des Wirkungsgrades am VSP. 1926 konstruierte der österreichische Ingenieur Ernst Schneider eine Antriebsmaschine, die dem Schiff auch in engen Gewässern (zum Beispiel Flüssen) genügend Wendigkeit verleiht. Gebaut und weiterentwickelt wurde sie von der Maschinenfabrik J. M. Voith. Bei diesem Voith-Schneider-Propeller genannten Aggregat sind Schraube und Ruder in einem rotierenden Laufrad vereinigt. Auf einem kreisrunden Laufradkörper, der senkrecht zum Schiffskörper steht und über eine Längswelle und Kegelräder in Rotation versetzt wird, sitzen 4 bis 6 senkrecht angebrachte Spatenflügel. Sie lassen sich durch Exzentersteuerung verstellen: jeder einzelne Flügel wird während einer Umdrehung des Propellers seitlich zur Drehrichtung um einen definierten Winkel ausgelenkt. Die einzelnen Winkelstellungen während einer Umdrehung beschreiben eine Flügelwinkelkurve. Sie ist ein wesentlicher Steuerungsparameter des VSP. Schiffe, die mit einem Voith-Schneider-Propeller ausgerüstet sind, können erstaunliche Manöver ausführen: sie können auf der Stelle wenden, aus voller Fahrt auf kleinstem Raum beidrehen und, wenn sie vorn und hinten je einen Voith-Schneider-Propeller haben, Querbewegungen ausführen (traversieren). Mit dieser Propelleranlage werden vor allem Schlepper, Schwimmkrane, Fährschiffe, Feuerlöschboote, Forschungs- und andere Arbeitsschiffe ausgerüstet. Im Rahmen seiner in der Abteilung Numerik angefertigten Diplomarbeit zum Thema »Numerische Optimierung der hydromechanischen Parameter des Voith-Schneider-Propellers« gelang es Sebastian Singer, mit seinen Berechnungen den Wirkungsgrad des VSP signifikant zu steigern. Das Ziel war die Bestimmung einer Flügelwinkelkurve, für die der Wirkungsgrad des VSP optimal ist. Erreicht wurde es mit numerischen Optimierungsverfahren, in deren Verlauf die durch den VSP erzeugte Strömung jeweils numerisch simuliert werden mußte. Die von Voith entwickelte leistungsfähige Software zur Berechnung der Strömungsverhältnisse am VSP konnte dabei erfolgreich integriert werden.
Die Ergebnisse werden jetzt von der Firma Voith Turbo Marine mit der neuen Propellergeneration unmittelbar in die Praxis umgesetzt. Die Wirkungsgradsteigerung beträgt 4 %. Das bedeutet auf dem Gebiet der Hydromechanik einen außergewöhnlichen Zuwachs. Aufgrund dieses Erfolges hat sich Voith entschlossen, ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsprogramm in der Abteilung Numerik zu finanzieren. Dazu wurde am 1. Oktober ein Vertrag unterzeichnet. Von dem Programm wird im Ergebnis die Optimierung weiterer Parameter des VSP erwartet. Die noch anstehenden Optimierungsprobleme sind vieldimensional, komplex und nichtlinear, so daß die Entwicklung effizienter und verläßlicher numerischer Berechnungsverfahren sowie die numerische Simulation der Strömungsverhältnisse an VSP-Flügeln wesentliche Elemente des Projekts bilden. | |
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Vier Jahre Studium der Wirtschaftswissenschaften in Ulm Verleihung der ersten Diplom-Urkunde |
| Der erste Absolvent des vor vier Jahren an der Universität Ulm eröffneten Studiengangs Wirtschaftswissenschaften ist eine Absolventin: Bianca Offner aus Gundremmingen, inzwischen bei der Süddeutschen Zeitung beschäftigt. Sie studierte ab Oktober 1999 bis September 2003 Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunktfach Finanzwirtschaft. Ihre Diplomarbeit fertigte sie über »Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Ein Vergleich mit der Geldpolitik der Deutschen Bundesbank und der amerikanischen Zentralbank« an. Frau Offner erhielt am 29. September 2003 in einer kleinen Feierstunde ihre Diplom-Urkunde.
Der Studiengang Seit dem Wintersemester 1999/2000 bietet die Universität Ulm den integrierten Studiengang Diplom-Wirtschaftswissenschaften an. Integriert bedeutet, daß die Elemente des Fächerspektrums: Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Mathematik, Informatik, Recht sowie eine Fremdsprachenausbildung nicht isoliert gelehrt werden, sondern inhaltlich und methodisch verflochten sind. Studienbegleitende Prüfungen im Vor- und Hauptdiplom, ein mindestens dreimonatiges Pflichtpraktikum und die Förderung von Studienaufenthalten im Ausland mit Anerkennung der dort erbrachten Studienleistungen sind weitere Besonderheiten dieses Ulmer Studiengangs. Überschaubare Größenordnungen kennzeichnen die Studienbedingungen. Es gibt keine Massenveranstaltungen oder überfüllte Hörsäle. Ergänzend zu den Vorlesungen werden im Grundstudium Tutorien (Übungen in kleinen Gruppen) angeboten. Die Seminare erfassen maximal 15 Teilnehmer. Der Kontakt zu den Dozenten ist unmittelbar. Bei den Diplomarbeiten entstehen keine Wartezeiten. Das klar umrissene Ausbildungsprofil konzentriert sich auf die Studienschwerpunkte Finanz- und Versicherungswirtschaft, Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung, Internationale Wirtschaft und Informationstechnologien.
Eine enge Verzahnung mit der Wirtschaft ermöglicht den Kontakt mit Praktikern und sichert den Anwendungsbezug des Studiums. Führungskräfte aus der Wirtschaft halten regelmäßig Vorträge und Vorlesungen in der Fakultät. Seit mehr als 25 Jahren haben sie enge Verbindungen zu den Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Wirtschaftsmathematik aufgebaut - ein Netzwerk, das in vielfältiger Hinsicht jetzt auch auf Studierende der Wirtschaftswissenschaften ausgeweitet werden kann. | |
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Sonstiges |
| 24. Süddeutsches AO-Seminar | |
| Am 10. und 11. Juli 2003 fand das 24. Süddeutsche AO-Seminar (AO = Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese) im Edwin-Scharff-Haus Neu-Ulm statt. Ausrichter war unter Leitung ihres Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Lothar Kinzl die Abteilung Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Ulm. Das jährliche Treffen der Süddeutschen AO wird abwechselnd von den vier unfallchirurgischen Universitätskliniken München, Freiburg, Tübingen und Ulm organisiert.
Schwerpunkte der Tagung bildeten Ellengelenksverletzungen und deren spezifische chirurgische Behandlungsmöglichkeiten bei Kindern und Erwachsenen sowie die computernavigierte Wirbelsäulenchirurgie. Überdies standen gesundheitspolitische Themen auf der Tagesordnung, insbesondere Arbeitszeiten in der Unfallchirurgie und Abrechnungsmodelle unter Zugrundelegung der sogenannten Diagnosis Related Groups (DRG). | |
| Amtliche Bekanntmachungen | |
Nr. 16 vom 29.9.2003 Studienordnung der Universität Ulm bis zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung des Studiengangs Humanmedizin (Vorklinik) vom 16. September 2003 (Seite 156 - 162)
Nr. 17 vom 13.10.2003
Satzung der Universität Ulm zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis in der Fassung vom 27.9.2003 (Seite 163-170) | |
| Auf Deutsch publizieren | |
| Die Vorsitzende des Deutschen Sprachrates Jutta Limbach hat die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu aufgefordert, trotz der Bedeutung des Englischen nicht den Gebrauch des Deutschen zu vernachlässigen. In einem Interview für die hochschulpolitische Zeitschrift »Forschung & Lehre« sagte Limbach: »Schon im Interesse ihrer wissenschaftlich interessierten deutsch sprechenden Mitbürger und Mitbürgerinnen sollten sie nach wie vor auf Deutsch publizieren und vor allem im Inland referieren. Nur so wird Deutsch auch als Fachsprache weiterentwickelt.« Eine rigorose Sprachpolitik, wie sie etwa Frankreich praktiziert, lehnt Limbach ab. »Der Deutsche Sprachrat betrachtet gesetzliche Maßnahmen als ungeeignet«, so Limbach im Blick auf verschiedentlich geäußerte Forderungen nach einem Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache.
Forschung & Lehre | |
| Chirurgie verschoben | |
| »Beim größten Bauvorhaben einer Chirurgischen Klinik mußte leider ein herber Rückschlag hingenommen werden. Der für 2004 vorgesehene Baubeginn kann nicht realisiert werden, weil keine ausreichenden Mittel in der Finanzplanung des Landes vorgesehen sind. Das Klinikum ist bemüht, wenigstens eine Finanzierung für die Ausführungsplanung und für bauvorbereitende Vorabmaßnahmen zu erreichen, und hofft im übrigen auf bessere wirtschaftliche Verhältnisse und einen Baubeginn ab 2005. Ein Auseinanderbrechen des Planungsteams aus Architekten, Betriebsplanern, Ärzten, Pflegekräften und Verwaltung nach Abschluß der HU-Bau wird den späteren Neubeginn erheblich erschweren« (aus dem Vorwort zum Jahresbericht 2002 des Universitätsklinikums Ulm). | |
| Communicator-Preis | |
| Zum fünften Mal schreibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Communicator-Preis aus, der mit einer Preissumme von 50.000 Euro ausgestattet ist. Er wird an Wissenschaftler (aller Fachrichtungen) vergeben, die sich in herausragender Weise um die Vermittlung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse in die Öffentlichkeit bemüht haben. Es werden Arbeiten aus dem deutschen Sprachraum ausgewählt. Möglich sind sowohl Selbstbewerbungen als auch Vorschläge.
Den Bewerbungen müssen aussagefähige Unterlagen (Arbeitsproben) über die Vermittlungsleistung beigefügt sein. Der Umfang soll sich auf maximal 50 Seiten beschränken, die einen vom Bewerber selbst ausgewählten repräsentativen Querschnitt der Gesamtarbeit zeigen (keine Literaturlisten). Wissenschaftliche und Vermittlungsaktivitäten müssen klar getrennt sein. Bewerbungen mit nur einem Projekt sind nicht möglich. Bei der Zusendung von Audio- oder Videokassetten soll ebenfalls nur je eine Kassette eingereicht werden und nur, wenn der Bewerber selbst Autor ist. Bei Selbstbewerbungen ist darüber hinaus die schriftliche Einschätzung eines zweiten Wissenschaftlers erforderlich. Rezensionen können das Gutachten nicht ersetzen. Den Unterlagen ist ein Lebenslauf beizufügen. Bewerbungsschluß ist am 31.12.2003 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kennedyallee 40, 53175 Bonn. | |
| DCCV-Förderung | |
| Die Deutsche Morbus-Crohn/Colitis-ulcerosa-Vereinigung e.V. (DCCV) schreibt für das Jahr 2004 Stipendien für Forschungen in Deutschland auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) in Höhe von insgesamt 43.000,- Euro aus. Ausschreibungstexte in der DCCV-Geschäftsstelle, Paracelsusstraße 15, 51375 Leverkusen; Tel. 0214-87608-12, Fax: 0214-87608-88; Email: info@dccv.de oder im Internet: www.dccv.de/stipendien Ludwig-Demling-Forschungspreis Der im Jahr 2004 zum sechsten Mal zu vergebende und mit 25.000,- Euro dotierte Ludwig-Demling-Forschungspreis, gestiftet von der Falk Foundation e.V. (Freiburg) wird in diesem Jahr für ein Vorhaben im Bereich der direkt patientenorientierten klinischen Forschung zu CED verliehen. Er soll ein Projekt fördern, das Fragen der Diagnostik, Therapie oder Prophylaxe der CED thematisiert. Bewerbungsschluß ist am 31. 1 2004. DCCV-Ausbildungsstipendien
Erstmals werden im Jahr 2004 zwei Ausbildungsstipendien ausgeschrieben, die mit je 9.000,- Euro dotiert sind. Bei dem DCCV-Ausbildungsstipendium Grundlagen- und klinische Forschung bei CED 2004 wird ein Vorhaben aus der Grundlagen- oder klinischen Forschung bei CED gefördert. Vorhaben aus dem Bereich der Komplementärmedizin, der ergänzenden Therapieverfahren, derVersorgungsforschung, der Epidemiologie und der wissenschaftlichen Qualifikation (z.B. CED-spezifische gesundheitswissenschaftliche Methodenschulung) werden auf das DCCV-Ausbildungsstipendium »Komplementärmedizin und Gesundheitswissenschaften bei CED« 2004 verwiesen. Bewerbungsschluß für beide Stipendien ist am 15. 5 2004. | |
| Bildsynthetische Filmeffekte | |
| Ob »The-Matrix«-Schlachten oder untergehende Titanic - ohne Prof. Dr. Alexander Kellers Forschungen wäre modernes Action-Kino undenkbar. Der fünfunddreißigjährige Computergraphiker mit starkem mathematischem Hintergrund ist Experte für Algorithmen zur hochqualitativen Bildsynthese. Jeder zweite Filmeffekt wird heute mit Hilfe seiner Berechnungen produziert. Geboren in Karlsruhe, studierte Keller als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes von 1988 bis 1993 Informatik (Nebenfach Physik) in Kaiserslautern, absolvierte in der Rekordzeit von nur 8,8 Fachsemestern und wurde im Juni 1997 mit Auszeichnung zum Doktor der Naturwissenschaften promoviert. Seit 1998 Hochschulassistent am Fachbereich Informatik der Universität Kaiserslautern in der Arbeitsgruppe Numerische Algorithmen, ging er in seinen Forschungen der Folgejahre grundlegenden Fragen der Computergraphik nach. So erklärt es sich, daß seine Entwicklungen nicht nur auf einschlägigen Konferenzen, sondern auch auf Mathematikertagungen bis heute Aufsehen erregen und unter anderem in der Finanzmathematik Verwendung finden. Zu Kellers Spezialitäten gehören die sogenannten (Quasi-) Monte-Carlo-Methoden. Adaptiert und perfektioniert verhalfen sie dem kreativen Wissenschaftler nicht nur zu mehreren Patentanmeldungen, sondern im Januar 2003 auch zum Gewinn eines Academy Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, des legendären »technischen Oscars«. Kellers Studie »A Quasi-Monte Carlo Algorithm for the Global Illumination Problem in the Radiosity Setting« ist gegenwärtig die meistzitierte Arbeit zum Thema Quasi-Monte-Carlo-Methoden in der Computergrafik. Ein von ihm vorgestelltes Verfahren beschleunigt die Bildsynthese speziell in schwierigen Situationen wie der Simulation von Tageslicht um den Faktor 5. Sein Artikel »Interleaved Sampling« beschreibt eine Methode, die es erlaubt, aktuelle Graphik-Hardware wesentlich effizienter zu nutzen als je zuvor. Und schließlich entwarf und realisierte er auf handelsüblichen PCs ein System zur Lösung der Strahlungstransportgleichung fast in Echtzeit. Momentan gibt es auf dem Markt nichts Vergleichbares.
Der passionierte Pianist, Saxophonist und Schlagzeuger, der am Feierabend auch Modellflugzeuge starten läßt und Volleybälle baggert, hat in führenden nationalen und internationalen Labors geforscht, unter anderem am Max-Planck-Institut für Informatik Saarbrücken, in Berlin, Zürich, Montreal (Kanada) und Pasadena (USA). Vor seinem Jawort für Ulm hatte er Rufe der Universitäten Passau, Bremen und Berlin ausgeschlagen. | |
| Leitfähige Filme aus Miniemulsionen | |
| Daß die Wiederbesetzung der infolge der Wegberufung von Prof. Dr. Martin Möller vakant gewordenen C4-Professur für Makromolekulare Chemie und organische Materialien der Universität Ulm auch dem Ulmer Sonderforschungsbereich 569 Hierarchische Strukturbildung und Funktion organisch-anorganischer Nanosysteme Gerechtigkeit widerfahren ließe, war naturgemäß erwünscht. Mit der Berufung von Dr. habil. Katharina Landfester (34), die als einen ihrer Forschungsschwerpunkte die Polymerisation in nanometrischen Miniemulsionen benennt, ist dieser Aspekt glücklich berücksichtigt. Die neue Leiterin der Abteilung Organische Chemie III wurde in Bochum geboren. Sie studierte von 1988 bis 1993 Chemie an der Technischen Universität Darmstadt. Ein DAAD-Stipendium ermöglichte ihr einen Studienaufenthalt an der Ecole d’Application des Hauts Polymères in Straßburg, wo auch ihre Diplomarbeit zum Thema »Synthese und Charakterisierung von schlagzähmodifizierenden Kern-Schale-Latices« entstand. Dorthin kehrte sie, wiederum als DAAD-Stipendiatin, 1994/95 im Zuge ihrer Promotion am Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Mainz, noch einmal zurück. 1995 wurde sie für ihre Dissertation über »Synthese und Charakterisierung von Kern-Mantel-Latices mit Elektronenmikroskopie und Festkörper-NMR« zum Dr. rer. nat. promoviert. Auf die dreijährige Tätigkeit am Max-Planck-Institut für Polymerforschung von 1993 bis 1996 folgte 1996 bis 1997 ein Forschungsaufenthalt am Emulsion Polymers Institute der Lehigh University, Bethlehem, USA. Im Anschluß daran war Landfester - zunächst als Liebig-Stipendiatin des Fonds der Chemischen Industrie (FCI) - wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin der Gruppe »Miniemulsionen« am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Golm. 2002 habilitierte sie sich an der Universität Potsdam für das Fach Physikalische Chemie mit einer Arbeit über »Miniemulsionen für Polymerisationsprozesse und Materialwissenschaft«. Außer den schon genannten markieren weitere namhafte Auszeichnungen den bisherigen wissenschaftlichen Werdegang der neuen Ulmer C4-Professorin für Organische Chemie. 1995 erhielt sie die Studienabschlußauszeichnung des Fonds der Chemischen Industrie (FCI), 1996 ein DFG-Stipendium und 2001 das Stipendium der Dr.-Hermann-Schnell-Stiftung. Die Fachgruppe Makromolekulare Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) erkannte ihr 2001 den Reimund-Stadler-Habilitandenpreis zu. 2002 wurde sie in die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen; inzwischen ist sie - seit Juli 2003 - deren Sprecherin.
Im Mittelpunkt der Forschungsinteressen Prof. Landfesters stehen die Herstellung und Charakterisierung von Emulsionen und Dispersionen, die auf Wasser als umweltfreundlichem Medium basieren und für die verschiedensten Anwendungen bei Farben, Medikamenten, elektronischen Bauteilen sowie bei der Beschichtung und Veredelung von Oberflächen in Betracht kommen. Zu den originären Erträgen ihrer Forschungsarbeiten gehören gedruckte leitfähige Filme für LED-Bildschirme, erzeugt aus einer Dispersion, die aus kleinen leitfähigen Polymerpartikeln in Wasser besteht. Komplementär zu diesen Untersuchungen sind Forschungen zur Polymerisation in kleinen Emulsionströpfchen (Miniemulsionen), die, obgleich nur 100 nm groß, gezielt strukturiert werden können. Darüber hinaus befaßt sich Prof. Landfester, deren Publikationsliste bereits 85 Veröffentlichungen verzeichnet, mit den physikalischen Eigenschaften kleiner Tröpfchen, die von denjenigen makroskopischer Mengen derselben Substanz signifikant abweichen können: Wasser zum Beispiel friert in Gestalt nanometrischer Tröpfchen nicht mehr bei 0 °C, sondern erst bei minus 40 °C. | |
| Berthold-Leibinger-Innovationspreis | |
| Angewandte Laserphysik für die Produktionstechnik, Lasermedizin und Biotechnologie wird aller zwei Jahre mit dem Berthold-Leibinger-Innovationspreis ausgezeichnet. Die Berthold-Leibinger-Stiftung verfolgt das Ziel, Entwicklungs- und Forschungsanstrengungen in der Lasertechnik zu fördern. Der Preis wendet sich an Einzelpersonen und Projektgruppen mit herausragenden Innovationen auf diesem Themengebiet. Neben der persönlichen Bewerbung können auch Vorschläge eingereicht werden. Anmeldeschluß ist am 30.11.2003 bei Berthold-Leibinger-Stiftung GmbH, Postfach 71252 Ditzingen. | |
| Leserbrief: 42, nicht 43 | |
zu »Frauenbeauftragte«, uui 263, Sept. 2003 Wie sich aus der Tatsache ergibt, daß ich im Februar 1961 geboren wurde, bin ich z.Z. 42 Jahre alt und nicht 43. Kleinigkeit zwar, aber für mich doch nicht unwichtig. Vielleicht können Sie das an den/die AutorIn weitergeben?
Dr. Ulrike Gerischer | |
| Studentenwerkspreis | |
| Das Deutsche Studentenwerk schreibt einen Preis für besonderes soziales Engagement im Hochschulbereich aus. Die Nominierung für den Wettbewerb »Studierende für Studierende« erfolgt auf Vorschlag. Vorschlagsberechtigt sind Personen, Institutionen und Gremien aus dem Hochschulbereich, so zum Beispiel Dozenten, Senat, Auslandsamt, Studentenwerk, studentische Organisationen wie Fachschaften, AStA u.a. Eigenbewerbung ist nicht möglich. Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von 12.500 EUR bereit. Einzelpersonen werden mit 1.000 EUR, Gruppen, die aus mehr als zwei Personen bestehen, mit 2.500 EUR ausgezeichnet. Einsendeschluß für die Vorschläge ist am 1.12.2003 beim Deutschen Studentenwerk, Monbijouplatz 11, 10178 Berlin. (S.a. im Internet www.studentenwerke.de) | |
| Vorläufige Studierendenzahlen | |
| Zum 8. Oktober 2003 verzeichnete die Universität Ulm folgende vorläufige Studierendenzahlen: Erstimmatrikulierte 1015, Neuimmatrikulierte 179, Rückmelder 5272, Beurlaubte 186; Gesamtzahl 6652 (davon Ausländer: 799).
Zahl der Einschreibungen in den einzelnen Fächern:
Das Einschreibverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die offizielle Statistik für das Wintersemester 2003/2004 wird zum 15. November 2003 ausgegeben. | |
| Zeitschriften im Kompaktmagazin | |
| Seit dem 7. Oktober werden große Zeitschriftenbestände in das neue Kompaktmagazin der Bibliotheks-Zentrale verlegt. Die ausgelagerten Bestände (W02) der Jahrgänge 1993 - ca. 1999 stehen erst im Laufe des Monats November in der Bibliotheks-Zentrale (1.OG) zur Verfügung. Außerdem wird der Buchscanner der Bereichsbibliothek Michelsberg in die Bibliotheks-Zentrale umgestellt. Daher können seit dem 17.Oktober im Rahmen des Digitalen Dokumentservices (DDS) keine pdf-Dokumente aus dem dortigen Bestand mehr geliefert werden.
Wolfram Engel | |
| Personalien | |
Ruf angenommen auf eine C3-Professur für Elektronenmikroskopie der Universität Mainz: PD Dr. Florian BANHART, Zentrale Einrichtung Elektronenmikroskopie
Bestellungen, Ernennungen, Verleihungen
der Faraday Medal der Electrochemistry Group der Royal Society of Chemistry an: Prof. Dr. Dieter M. KOLB, Leiter der Abteilung Elektrochemie der Universität Ulm
Gewählt zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie (Amtszeit 2006 bis 2007, Vizepräsident von 2004 bis 2005): Prof. Dr. Paul WALTHER, Leiter der Zentralen Einrichtung Elektronenmikroskopie der Universität Ulm
25jähriges Dienstjubiläum
Prof. Dr. Ernst PFENNINGER, Abteilung Klinische Anästhesiologie | |
| Zehn Jahre Mikroelektronik-Technikum Ulm | |
| Als am 17. September 1987 der baden-württembergische Ministerpräsident, Lothar Späth, seine Regierungserklärung zum Aufbau der Wissenschaftsstadt auf dem Oberen Eselsberg und in diesem Zusammenhang zum Ausbau der Universität Ulm gab, zeichnete sich mit den erforderlichen Neubauten für die kommende Fakultät Ingenieurwissenschaften auch der Bedarf an einem sogenannten Reinraum für die Halbleitertechnologie ab. Schon wenige Jahre später, inzwischen waren die Ingenieurwissenschaften - neben weiteren Fächern - 1989 gegründet worden, sollte das Reinraumgebäude als Behausung des Mikroelektronik-Technikums stehen. Der Einweihung am 1. Juli 1993 war gerade einmal eine etwa zweijährige Bauzeit voraufgegangen. Die Baukosten beliefen sich nach heutiger Währung auf rund 20 Mio. EUR. Noch einmal so viel mußte in die Geräte investiert werden. Hauptnutzer des Mikroelektronik-Technikums sind die Abteilungen Halbleiterphysik, Optoelektronik sowie Elektronische Bauelemente und Schaltungen. Die Halbleiterphysik befaßt sich mit der Untersuchung neuer Materialien für die Elektrotechnik/Elektronik. Die beiden anderen Abteilungen richten ihre Forschungsanstrengungen auf neue bzw. verbesserte elektronische Bauelemente. So sind zum Beispiel Hochleistungslaserdioden und oberflächenemittierende Laser in der Abteilung Optoelektronik und Höchstfrequenztransitoren und Schaltungen sowie Hochtemperaturhalbleiter in der Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen entwickelt worden. Zu den industriellen Partnern dieser Forschungsarbeiten gehören neben vielen anderen die Firmen Infineon und DaimlerChrysler. Das Drittmittelaufkommen aus den Verträgen mit Forschungspartnern liegt bei mehreren Mio. EUR im Jahr. Aus dem Umfeld der Fakultät Ingenieurwissenschaften und im engeren Sinne des Mikroelektronik-Technikums ist es in den vergangenen Jahren überdies zur Gründung neuer Firmen gekommen. Zu den »Spin-offs« gehören die Gesellschaft für Diamantprodukte (GFD), die neue Produkte auf der Basis künstlich erzeugten Diamants herstellt und insbesondere durch Diamantskalpelle für die Mikrochirurgie bekannt geworden ist, ferner die U-L-M-Photonics sowie microGaN.
Eine zweitätige Veranstaltung am 17. und 20. Oktober 2003 erinnerte an die Inbetriebnahme des Reinraums vor zehn Jahren. Experten aus verschiedenen Fachbereichen der Universität diskutierten in einem gemeinsamen Kolloquium des SFB 569 »Hierarchische Strukturbildung und Funktion organisch-anorganischer Nanosysteme« und des Mikroelektronik-Technikums neueste Forschungsergebnisse. Am 20. standen u.a. Vorträge von Altrektor Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Theodor M. Fliedner, unter dessen Rektoratsägide der Ausbau der Universität erfolgte, und Prof. Dr. h.c. Lothar Späth auf dem Programm, der als Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg jene politische Instanz verkörperte, ohne die das Projekt Wissenschaftsstadt nicht hätte verwirklicht werden können. | |
| Gäste | |
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Prof. Dr. Richard ALKIRE University of Illinois at Urbana Champain, beim Sonderforschungsbereich 569 Prof. Dr. Andrey ASKADSKY Russian Academy of Sciences,.Institute of Organoelement Compounds, Moskau, in der Sektion Polymer Science PD Dr. Michael KOBER Universität Freiburg, im Humboldt-Studienzentrum Prof. Dr. Hans MORAWITZ IBM Research Division, Almaden Research Center, San José, beim Sonderforschungsbereich 569 Prof. Dr. S. Rich Winston-Salem, USA, in der Sektion Endokrinologie Elena SHELEST Ivanovo State University, Ivanovo, Rußland, in der Sektion Spektren- und Strukturdokumentation Dr. Valeriy SLIZNEV Ivanovo State University, Ivanovo, Rußland, in der Sektion Spektren- und Strukturdokumentation Prof. Dr. Mikhail SOULMAN Tver Technical University, Rußland, in der Sektion Polymer Science Prof. Dr. Sergei STARODUBTSEV Moscow State University, Physics Department, Rußland, in der Sektion Polymer Science Prof. Sandor VARRO Research Institute for Solid State Physics and Optics, Budapest, in der Abteilung Quantenphysik Dr. Valentina V. VASSILEVSKAYA Russian Academy of Sciences, Institute of Organoelement Compounds, Moskau, in der Sektion Polymer Science |
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| Venia legendi | |
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| Promotionen | |
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zum Dr. med. dent.
zum Dr. med.
zum Dr. rer. pol.
zum Dr. rer. nat.
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Veranstaltungstermine |
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Mittwoch, 29.10.2003 12.00 Uhr Dr. Thomas Bolm und PD Dr. Thomas Herzog, Göppingen: »Psychodynamische (stationäre) Therapie bei Persönlichkeitsstörungen, Am Hochsträß 8, Raum 214 (Psychosoziales Kolloquium)
Mittwoch, 29.10.2003 19.00 Uhr
Donnerstag, 30.10.2003 17.00 Uhr
Donnerstag, 30.10.2003 18.00 Uhr
Freitag, 31.10.2003 19.00 Uhr
Montag, 3.11.2003 17.15 Uhr
Montag, 3.11.2003 18.00 Uhr
Montag, 3.11.2003 19.30 Uhr
Mittwoch, 5.11.2003 18.00 Uhr
Donnerstag, 6.11.2003 16.00 Uhr
Donnerstag, 6.11.2003 19.30 Uhr
Donnerstag, 6.11.2003 19.30 Uhr
Montag, 10.11.2003 16.00 Uhr
Montag, 10.11.2003 17.00 Uhr
Montag, 10.11.2003 17.15 Uhr
Dienstag, 11.11.2003 16.15 Uhr
Dienstag, 11.11.2003 17.00 Uhr
Mittwoch, 12.11.2003 12.00 Uhr
Samstag, 15.11.2003 10.00 Uhr
Samstag, 15.11.2003 10.00 Uhr
Montag, 17.11.2003 17.00 Uhr
Montag, 17.11.2003 17.15 Uhr
Montag, 17.11.2003 18.00 Uhr
Montag, 17.11.2003 19.00 Uhr
Montag, 17.11.2003 19.30 Uhr
Samstag, 22.11.2003 9.00 Uhr
Samstag, 22.11.2003 10.00 Uhr
Montag, 24.11.2003 17.00 Uhr
Montag, 24.11.2003 17.15 Uhr
Montag, 24.11.2003 18.00 Uhr
Montag, 24.11.2003 19.30 Uhr
Mittwoch, 26.11.2003 10.15 Uhr
Mittwoch, 26.11.2003 19.00 Uhr
Mittwoch, 26.11.2003 19.00 Uhr
Freitag, 28.11.2003 13.00 Uhr
Freitag, 28.11., und Samstag, 29.11.2003
Montag, 1.12.2003 17.00 Uhr
Montag, 1.12.2003 17.15 Uhr
Montag, 1.12.2003 18.00 Uhr
Montag, 1.12.2003 19.30 Uhr
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