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Nr.: 265 November 2003


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inhalt Erneut siegreich im Südwesteuropa-Ausscheid
Die Universität Ulm qualifiziert sich zum neunten Mal für die Programmierweltmeisterschaft
  Am 16. November 2003 fand an der École Polytechnique in Paris der alljährliche Südwesteuropa-Ausscheid für den ACM Programming Contest, die Programmierweltmeisterschaft für Studenten, statt. 52 Teams von Universitäten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und der Schweiz traten dazu an. Die Universität Ulm nahm mit zwei Teams teil und belegte die Plätze 1 und 5.

Die Mitglieder des siegreichen, von Walter Guttmann geleiteten Teams »Uni Ulm 1«, Jürgen Werner (Informatik 9. Semester), Adrian Kügel (Informatik 6. Semester) und Robin Nittka (Mathematik 5. Semester), werden die Universität am 31. März 2004 bei der Weltmeisterschaft in Prag vertreten. Die Universität Ulm hat sich damit bereits das neunte Jahr in Folge für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Diese Erfolgsserie erklärt sich unter anderem aus der hohen Motivation der Ulmer Studenten und der starken Unterstützung durch die Informatik-Fakultät, die jedes Jahr einen universitätsinternen Programmierwettbewerb veranstaltet.

Die ACM (Association for Computing Machinery) ist die älteste und größte Informatikervereinigung der Welt. 1947 gegründet, zählt sie heute weltweit über 75.000 Mitglieder. Die Organisation mit Hauptsitz in New York fördert neben Berufstätigen in Informatikbereichen insbesondere Studenten der Informatik. Aus diesem Anliegen erwuchs auch der ACM Programming Contest, dessen Teilnehmerschaft sich größtenteils aus Studenten der Fächer Mathematik und Informatik zusammensetzt. Der seit 1977 einmal jährlich ausgetragene Wettbewerb beginnt auf lokaler Ebene an den einzelnen Hochschulen und in Vorausscheidungen unter mehreren Hochschulen. Die besten Teams vertreten ihre Universität auf einem der 31 Regionalwettbewerbe, wovon in diesem Jahr elf in Nordamerika, zehn in Asien, fünf in Europa, zwei in Afrika und je einer in Australien, Mittelamerika und Südamerika stattfinden. Nur die Gewinner der Regionalwettbewerbe erhalten einen garantierten Startplatz bei der Weltmeisterschaft. Eine Auswahl aus den besten restlichen Teams vervollständigt das Teilnehmerfeld.

Bei der Weltmeisterschaft der Programmierer sind nicht nur exzellente Programmierfähigkeiten und Kenntnisse über Algorithmen gefragt, sondern auch starke Nerven und Kreativität. In Teamwork unter extremem Zeitdruck müssen mit begrenzten Ressourcen neun unterschiedlich schwere Programmieraufgaben gelöst werden. Dem Siegerteam winken neben dem Weltpokal und 10.000 Dollar Preisgeld gute Karrierechancen in der Computerbranche. Nicht zuletzt erhofft sich nämlich der Sponsor IBM auf diese Weise talentierten Nachwuchs zu finden.

Die Universität Ulm hatte 2000 mit einem dritten Platz ihre bisher beste Plazierung bei der Weltmeisterschaft. Bei den europäischen Regionalwettbewerben belegte Ulm in den vergangenen 9 Jahren insgesamt 5 erste, 7 zweite und 2 dritte Plätze. Die damit erreichte neunmalige Qualifikation für die Weltmeisterschaft können neben der Universität Ulm nur fünf weitere Hochschulen weltweit vorweisen.

An den Regionalwettbewerben nehmen in diesem Jahr mehr als 3.200 Teams von über 1.400 Hochschulen teil. Einschließlich der Vorausscheidungen beteiligen sich weltweit geschätzte 100.000 Studenten an dem Wettbewerb. 72 Teams mit je drei Studenten erreichen die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

Die ersten zehn Plätze im Südwesteuropa-Ausscheid belegen: 1. Universität Ulm 1, 2. UP Catalunya, 3. ETH Zürich, 4. TU München, 5. Universität Ulm 2, 6. Universität Genf, 7. École Polytechnique 1, 8. Universität Karlsruhe, 9. École Polytechnique 2, 10. Universität Jena.

inhalt Differenziert zulassen
Strengere Auswahl unter Bildungsausländern
  Deutschland steht im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe an dritter Stelle. Dennoch gibt es Handlungsbedarf für Politik und Hochschulen bei der Auswahl und der Betreuung ausländischer Studierender. Darin waren sich die mehr als 200 deutschen Hochschulvertreter einig, die am 27. und 28. Oktober in Bonn über Fortschritte und Folgen des internationalen Hochschulmarketings diskutierten. Die Tagung wurde vom DAAD, GATE-Germany und dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) veranstaltet.

In der Vergangenheit sei es darum gegangen, mehr Studierende aus dem Ausland für einen Aufenthalt an einer deutschen Hochschule zu gewinnen. Hierbei sei man sehr erfolgreich gewesen. Nun müßten die Bewerber jedoch gezielter als bisher ausgewählt werden, forderte DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode: »Wir müssen auf dem weltweit expandierenden Bildungsmarkt weiter für unser Angebot werben, aber differenziert zulassen.«

Mehr Bildungsausländer verlangen mehr Service und Betreuung. Dafür benötigen die Hochschulen Geld, das nicht allein über die öffentlichen Haushalte aufzubringen ist. »Die Studierenden müssen an den Kosten beteiligt werden«, verlangt deshalb HRK-Präsident Prof. Dr. Peter Gaehtgens. Man könne den Hochschulen quantitativ und qualitativ nicht immer mehr abverlangen und die Budgets weiter kürzen.

Die Politik wurde aufgefordert, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, daß Nachwuchseliten aus dem Ausland Deutschland nach der Ausbildung nicht gleich wieder verlassen müssen. Die Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes sei ein notwendiger Schritt, befanden die Tagungsteilnehmer.

Die positive Entwicklung bei der Internationalisierung der deutschen Hochschulen führte der Sprecher des Hochschulkonsortiums GATE-Germany und Vizepräsident des DAAD, Prof. Dr. Max G. Huber, auch auf die Qualität des Bildungsstandortes Deutschland zurück: »Deutschland ist ein attraktives Studienland für alle, die eine solide und moderne akademische Ausbildung suchen und neben ihrem Studium ein weltoffenes Industrieland und ein vielfältiges kulturelles Leben im Herzen Europas kennenlernen wollen.« Für das Bundesministerium für Bildung und Forschung kündigte Ministerialdirigent Dr. Hermann Müller-Solger an, daß die Regierung die Hochschulen bei ihrer internationalen Vermarktung weiter finanziell unterstützen werde.

Bertelsmann Stiftung

inhalt Gegen die Tendenz der Landesregierung
»Sag niemals nie«
  Zu einer Zeit, da neue tiefgreifende Umsteuerungen in der Entwicklung der Ulmer Universität anstehen, ist es ein besonderes Glück, daß die von Altoberbürgermeister Ernst Ludwig angeregte und von der Ulmer Universitätsgesellschaft unter ihrem Vorsitzenden Hans Hengartner in Auftrag gegebene Darstellung der Vorgeschichte unserer Universität von Barbara Schäuffelen unter dem Titel »Sag niemals nie« gerade jetzt erscheint. Eine komplexe dynamische Struktur versteht man am besten, wenn man weiß, wie sie konstruiert wurde und entstanden ist. Dieses Buch ist eine reiche Informationsquelle für alle, die an Fragen der Bildungspolitik, der Universitäts- und Hochschulentwicklung interessiert sind, für alle, die sich für Ulm und seine Stadtgeschichte interessieren, und für alle Angehörigen und Freunde der Ulmer Universität, - ein Tip auch für jeden, der noch nicht weiß, was er einem Freund unserer Universität zu Weihnachten schenken soll.

Es ist eine knappe aber sehr gründliche und spannende Darstellung aller einschlägigen Vorgänge, die seinerzeit der offiziellen Gründung der Universität von 1967 vorangingen. Es wird geschildert, wie erste Überlegungen von Helmut Hauser angefacht wurden von der voreiligen Bekanntgabe der Konstanzer Pläne durch den Ministerpräsidenten, wie diese Überlegungen, in Ulm von den beteiligten Kommunalpolitikern zunächst zurückhaltend beurteilt, infolge vermehrter Pressearbeit immer mehr Zustimmung fanden, und wie dann, nicht zuletzt durch das Hinzukommen der dynamischen Persönlichkeit des ehemaligen Rektors der Freiburger Universität und späteren Ulmer Gründungsrektors Ludwig Heilmeyer der Durchbruch gelang. Die Rolle der einzelnen Personen und Institutionen, das Hin und Her von Entwürfen, Anregungen und Protesten, Schriftwechseln und Sitzungsprotokollen wird plastisch vor Augen geführt mit vielen Bildern, die in den Zeitzeugen Erinnerungen wachrufen, den späteren aber eine Anschauung vermitteln von den Handelnden der damaligen Zeit.

Über Ulm hinaus dürfte diese Schrift Bedeutung für Historiker gewinnen als eine in dieser Gründlichkeit einmalige Dokumentation eines derartigen Vorganges. Sie zeichnet ein detailliertes Bild von dem Geflecht des Zusammenwirkens von Personen und Institutionen der Kommunalpolitik, Bildungspolitik, Länder- und Bundespolitik in der mittleren Epoche der alten Bundesrepublik mitsamt den dabei wirksamen Zufälligkeiten hinsichtlich der handelnden Personen. Diese historische Darstellung ist umso wertvoller, als zu Beginn der Entwicklung ja die weitreichende spätere Wirkung und der Erfolg nicht abzusehen waren, so daß sich niemand um eingehende Dokumentation bemühte. Aus einer vagen Idee einiger weniger Persönlichkeiten wurde der größte Arbeitgeber der Region.

Wichtig ist, daß der Band auch die hochschulpolitischen Aspekte der damalige Gründung erwähnt. Es ging nicht nur um die Ausfüllung eines universitätsfernen Raumes und die Entlastung der vorhandenen Universitäten. Ulm war als Reformuniversität geplant, und gerade die diesbezüglichen Vorstellungen waren es, die dem Universitätsplan weithin überregionale und internationale Zustimmung eintrugen. Diese Reformvorstellungen gingen weit über das hinaus, was in späteren Jahren und bis heute von der Wissenschaftspolitik als »Reformen« der Universität aufgezwungen wurde und wird. Sicherlich wurden sie großenteils vom Vorsitzenden des Gründungsausschusses Heilmeyer inauguriert. Die in dem Band erwähnten Reformvorstellungen über die Klinikstruktur trugen wahrscheinlich zum Teil auch die Handschrift des späteren Ulmer Internisten Thure von Uexküll, während sie hinsichtlich der vorklinischen Fächer eher das Werk des späteren Gründungsprorektors Emil Tonutti gewesen sein dürften.

Die Überlegungen hinsichtlich der fachlichen Ausrichtung schwankten zwischen einer Volluniversität, einer rein geisteswissenschaftlichen und einer rein medizinischen Hochschule, um schließlich bei einer medizinisch-naturwissenschaftlichen Hochschule zu enden, der aber in weiser Voraussicht von vornherein die Bezeichnung »Universität« gesichert wurde, so daß die spätere Erweiterung um wirtschaftswissenschaftliche und technische Fächer in dieser Hinsicht keine Probleme bereitet hat.

Ein erster Rückschlag für die Strukturvorstellungen waren schon die gesetzliche Einführung der »Gruppenuniversität«, dann die vorübergehend vorgeschriebene »Gesamthochschule« und Neufassungen des Hochschul- und des Universitätsgesetzes und der Klinikumsverordnung. Sodann gab es praktische Schwierigkeiten hinsichtlich der ärztlichen Verantwortung bei der in dem Band erwähnten Vorstellung von einer dezentralen Klinikstruktur. Von Uexküll hat den späteren Rektor, der diese Schwierigkeiten praxisgerecht überwinden mußte, einmal in einem Artikel als »Abbruchunternehmer« bezeichnet. Dagegen konnten einige Vorstellungen über die vorklinischen und naturwissenschaftlichen Fächer, die als segensreich konfliktvermeidend geltende Ulmer Abteilungsstruktur, in die spätere Grundordnung von 1979 hinübergerettet werden.

Für jeden, der später an der Entwicklung der Universität mitwirken konnte, füllt dieser Band eine schmerzliche Wissenslücke. Als im Herbst 1969 aufgrund einer öffentlichen Polemik der Lehrbetrieb vorzeitig aufgenommen werden mußte, erfuhren die ersten Universitätslehrer schon, daß es die Bürger der Stadt Ulm waren, die gegen die Tendenz der Landesregierung in Stuttgart die Gründung der Universität ertrotzt hatten, aber die Einzelheiten dieses Vorganges und die Rolle der beteiligten Personen blieben unklar, obwohl diese damals alle noch persönlich wirkten, mit Ausnahme einer entscheidenden Person: des Gründungsrektors Heilmeyer, der unmittelbar vor Beginn des Lehrbetriebs völlig unerwartet starb.

Dankbar zu begrüßen sind die erinnerungsträchtigen Bilder vieler von ihnen, wie der OBs Theodor Pfizer und Hans Lorenser, des Prorektors Emil Tonutti, UUG-Geschäftsführers Alfred Rietzsch, FH-Rektors Hans Hengartner, Wieland-Chefs Karl Eychmüller und vieler anderer, und auch die Erinnerung, wie die noch immer bei den Veranstaltungen der Universität aktiven Freunde wie Altoberbürgermeister Ernst Ludwig, Stadtrat Udo Botzenhart und Altrektor Theodor M.Fliedner damals in etwas jüngerem Zustand aussahen.

Die Autorin scheut sich nicht, auch diejenigen Personen und Kreise deutlich zu benennen, die anfangs gegen die Ulmer Universitätsgründung waren und den Vorgang behinderten. Das waren vor allem die Verfechter des Konkurrenzprojekts in Konstanz. Andererseits darf man nicht verkennen, daß die frühzeitige Erwähnung der Konstanzer Pläne die Diskussion um die Universität in Ulm erst angefacht hat. Noch vor kurzem bei der Rektoratsübergabe erwähnte Oberbürgermeister Ivo Gönner, es sei ein Glück für die Ulmer Universitätsgründung gewesen, daß einer der Vorkämpfer für »allein Konstanz«, Ministerpräsident Kiesinger als Bundeskanzler nach Bonn ging. Mit Recht hat deshalb die Universität seinen Nachfolger im Amt, der die Ulmer Gründung tatkräftig förderte, besonders geehrt.

Mit diesem Band begleichen Ulm, die Universität und, für sie beide handelnd, die Ulmer Universitätsgesellschaft eine Dankesschuld an alle, denen die Universität ihre Existenz verdankt.

Prof. Dr. Detlef Bückmann

Barbara Schäuffelen: Sag niemals nie. Wie sich die Ulmer ihre Universität etrotzten. Hrsg. von der Ulmer Universitätsgesellschaft. Süddeutsche Verlagsgesellschaft 2003. € 22,- (für UUG-Mitglieder € 11,-). ISBN 3-88294-335-1

inhalt Mit Josua durch das Wintersemester
Der Universitätschor singt wieder am 1. Februar
  Mit einer ungewöhnlichen Idee begann das Sommersemester 2003 für den Universitätschor. UMD Albrecht Haupt präsentierte seinen Sängerinnen und Sängern eine Ballettoper des barocken Komponisten Henry Purcell (1659-1695) - »The Fairy Queen - Die Feenkönigin«, frei nach William Shakespeares »Sommernachtstraum«. Überraschung, Begeisterung sowie Neugierde und ein wenig Unsicherheit waren im Chor zu Beginn der Proben gleichermaßen zu spüren. Das Ballett der Universität Ulm wurde eingeladen mitzuwirken.

Wer Shakespeares »Sommernachtstraum« kennt, weiß, wieviel Witz in dem Werk steckt: das Vorhaben der Handwerker, ein Schauspiel aufzuführen, die verzwickte Beziehung von Titania und Oberon und das lustige Treiben der Elfen unter der Feder von Puck. All dies hat Henry Purcell musikalisch so verarbeitet, daß die Heiterkeit und Unbeschwertheit erhalten bleiben. Das Ballett der Universität, geleitet von Kay Astrid Müller, hat mit einer hervorragenden Choreographie das Werk frech, witzig, aber durchaus elegant umgesetzt.

Eine fabelhafte Darbietung gelang auch den Sprechern und Schauspielern unter der Regie von Margarete Lamprecht. Obwohl es sich hier größtenteils um Laien handelte, die u. a. aus dem Universitätschor rekrutiert wurden, entstand doch ein professioneller Eindruck. Die Darsteller lebten förmlich in ihren Rollen und verliehen nicht nur ihrer Sprechpartie, sondern dem gesamten Werk perfekte szenische Präsenz. Auch sie profitierten vom Witz des Shakespeareschen »Sommernachtstraums«.

Für die Besetzung der musikalischen Solopartien gewann Albrecht Haupt wieder ausgezeichnete Sängerinnen und Sänger. Mit Martina März (Alt) und Stephan Frieß (Tenor) waren bekannte Stimmen vertreten, die schon öfter mit Albrecht Haupt zusammengearbeitet haben. Hinzu kamen Heyuong Shin (Sopran I), Andrea Kleinmann (Sopran II) sowie Thorsten Müller (Baß), gut aufgelegt und mit Hingabe ihre Partien gestaltend. Doch was wäre die Aufführung ohne den Chor, der wie gewohnt gut vorbereitet und mit hoher Präzision seinen Part erfüllte. Eindrucksvoll schließlich auch das Ulmer Kammerorchester unter der Leitung von Gisela Czeck-Whitson, das brillant und spielfreudig musizierte. So war die Aufführung am 6. Juli im ausverkauften Haus der Begegnung ein Höhepunkt für UMD Haupt und sein Ensemble.

Nach diesem großen Erfolg im Sommersemester stellt sich der Universitätschor Ulm nun einer weiteren Herausforderung. Im Wintersemester wird das große geistliche Oratorium »Josua« von Georg Friedrich Händel auf Texte aus dem Alten Testament erarbeitet, ein Spätwerk des großen Komponisten der Barockzeit, das schon einen Hauch der sich ankündigenden Klassik verspüren läßt. Das Oratorium wird am 1. Februar 2004 in der Kirche St. Elisabeth, Söflingen, zusammen mit dem Concerto Tübingen und hervorragender Solistenbesetzung aufgeführt. Wer hier gerne mitsingen möchte, ist herzlich eingeladen, an den regelmäßigen Proben des Chors mittwochs ab 20 Uhr im Heilmeyer-Saal (Gebäude der Universitätsverwaltung) Grüner Hof 5c, teilzunehmen.

Dirk Gabriel

inhalt Einblicke in komplexe tropische Ökosysteme
Tropenökologisches Praktikum in Costa Rica
  Zum zweiten Mal fand im September 2003 das tropenökologische Praktikum der Universität Ulm in Costa Rica statt. Zwölf Studierende hatten in dieser gemeinsamen Lehrveranstaltung der Abteilungen Experimentelle Ökologie der Tiere (Leiterin Prof. Dr. Elisabeth Kalko) und Ökologische Botanik und Systematik (Leiter Prof. Dr. Gerhard Gottsberger) die Gelegenheit, drei Wochen lang selbständig wissenschaftliche Projekte durchzuführen und unter Leitung der Professoren Gottsberger und Kalko Einblicke in die komplexen tropischen Ökosysteme zu bekommen. Herausragendes Merkmal tropischer Ökosysteme ist ihre hohe Biodiversität, aus der sich eine Vielzahl potentieller biologischer Ressourcen für den Menschen ergibt. In der Gegenwart werden durch alarmierende Zerstörungsraten viele dieser Potentiale unwiederbringlich vernichtet. Voraussetzung zur Erarbeitung von Schutz- und Nutzungsstrategien sind Kenntnisse zur Komplexität und Dynamik der tropischen Systeme. Ziel des Praktikums war es daher, in einem internationalen Kontext wissenschaftliche Arbeitsmethoden der Biodiversitätsforschung zu entwickeln.

Neben der Eigenbeteiligung der Teilnehmer wurde das Praktikum finanziell durch den DAAD, die Universität Ulm und die Universitätsgesellschaft ermöglicht. Auch sei an dieser Stelle dem Trekkingladen »Äquator« in Ulm ganz besonders gedankt. Durch die kostenlose Bereitstellung von Ausrüstungsgegenständen und die immer sehr freundliche Beratung haben die Geschäftsinhaber das Praktikum in hohem Maße unterstützt.

Artenfülle in Brückenlage

Das im tropischen Mittelamerika gelegene Costa Rica bietet auf einer Fläche, die etwa der Größe der Schweiz entspricht, eine einzigartige Artenfülle, was insbesondere auf die geographischen Gegebenheiten des Landes zurückzuführen ist. Durch die Brückenlage zwischen Nord- und Südamerika finden sich hier Faunen- und Florenelemente aus beiden Kontinenten. Die Vielfalt tropischer Lebensräume auf kleinstem Raum, ausgezeichnete Infrastruktur und ein hohes akademisches Niveau der Hochschulen bieten optimale Arbeitsmöglichkeiten. Bereits seit 1987 kooperieren im Rahmen einer Hochschulpartnerschaft die Abteilung Ökologische Botanik und Systematik der Universität Ulm und die Biologische Fakultät der Universidad de Costa Rica (UCR), die »Escuela de Biologia«. Studenten aus Ulm haben seither die Möglichkeit, ein Jahr lang in Costa Rica zu studieren. Im Sommersemester 2003 waren erstmals drei Studenten der UCR in Ulm zu Gast, um hier ihre Abschlußarbeiten voranzutreiben. Im Oktober wurde in Costa Rica ein Bioakustikkurs, geleitet von Prof. Kalko und Dr. Marco Tschapka, durchgeführt. Wissenschaftler der UCR sind geschätzte Kooperationspartner. Sie unterstützen während ihrer Besuche in Ulm die tropenökologischen Lehrveranstaltungen. Ulmer Biologen profitieren so von tropenökologischen Erfahrungen aus erster Hand, während die costaricanischen Partner Zugang zu einer Forschungsinfrastruktur erhalten, die an der UCR nicht zur Verfügung steht.

Zur Vorbereitung auf das Praktikum in Costa Rica diente ein Seminar im Sommersemester 2003, das ein breites Spektrum an Themen abdeckte: von den klimatischen Grundlagen, über Ursachen der hohen Biodiversität in den Tropen und Auswirkungen der globalen Klimaveränderung bis hin zu den ökologischen Problemen des Bananenanbaus. Vier Regionen mit extrem unterschiedlichen Vegetationsformen waren für das Praktikum ausgewählt worden: die Station San Ramon im prämontanen Regenwald der Cordillera Central und die Forschungseinrichtung La Selva im karibischen Tiefland sowie der Nationalpark Santa Rosa mit seinem laubwerfenden Trockenwald und die Station am Cerro de la Muerte, die nahe an der Baumgrenze auf fast 3000 m liegt.

Von 5 Uhr bis Mitternacht

In allen Gebieten wurden in Kleingruppen Projekte durchgeführt, in deren Verlauf aus grob vorgegebenen Themen konkrete wissenschaftliche Fragestellungen zu formulieren und selbständig zu bearbeiten waren. Dabei lag der Arbeitsbeginn themenabhängig gegebenenfalls schon bei 5 Uhr morgens. Die Aufarbeitung der gewonnenen Daten auf den mitgeführten Laptops dauerte nicht selten bis weit nach Mitternacht. Neben den Ulmer Professoren Gottsberger, Kalko und Harald Wolf beteiligten sich Dozenten der UCR an der Betreuung. Die Projektthemen stammten aus Arbeitsgebieten der costaricanischen und deutschen Professoren und betrafen z. B. die Quantifizierung der von Blattschneiderameisen eingetragenen Blattmasse, die Bestäubungsökologie von Heliconia-Blüten, die Rufaktivität der winzigen roten Pfeilgiftfrösche und die Zusammensetzung lokaler Fledermausgemeinschaften. Am letzten Abend wurden die Ergebnisse der Arbeiten den Mitstudenten und den Dozenten vorgestellt und diskutiert. Derzeit erfolgt die Zusammenfassung in einem Kursbuch.

Für Studierende des Hauptfachs Ökologie oder des Nebenfachs Tropenökologie rundet das Praktikum die Ausbildung ab, für Studierende molekular orientierter Disziplinen der Biologie bietet es eine enorme Erweiterung des Erfahrungs- und Wissenshorizonts. Zu danken sind diese Möglichkeiten der in Lehre und Forschung fruchtbaren Zusammenarbeit der tropenökologisch orientierten Ulmer Abteilungen untereinander wie auch mit der Universidad de Costa Rica.

Simona John v. Freyend, Cerstin Bohnert

inhalt Den Stellenwert der Lehre erhöhen
Verleihung des Baden-Württemberg-Zertifikats für hochschuldidaktische Kompetenzen
  Als »Meilenstein für die Verbesserung der akademischen Lehre« bezeichnet der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Prof. Dr. Peter Frankenberg, die erstmalige Vergabe des »Baden-Württemberg-Zertifikats für den Erwerb hochschuldidaktischer Kompetenzen«. An 47 Hochschullehrende des Landes Baden-Württemberg, darunter fünf Hochschullehrende der Universität Ulm, wurde am 7. Oktober 2003 im Rahmen der bundesweiten Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Hochschuldidaktik das Zertifikat durch Minister Frankenberg und den Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz der Universitäten (LRK), Prof. Dr. Dieter Fritsch, Universität Stuttgart, verliehen. Es bescheinigt die Teilnahme an einem umfangreichen hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogramm. Die Zertifikatsinhaber sind nach den Worten des Ministers die »Avantgarde einer Verbesserung der Lehre an den Hochschulen«.

Die Weiterbildung der Lehrenden erfolgt im Rahmen der »Aktion gutes Studium«, die Minister Frankenberg im vergangenen Jahr als Bestandteil des »Bündnis(ses) für Lehre« initiiert hat. Damit sollen die Anstrengungen der Hochschulen, die Lehre und damit die Studienbedingungen für Studierende zu verbessern, gebündelt und unterstützt werden. Frankenberg sieht die Förderung der Lehre neben der Förderung der Forschung als gleichwertige Aufgabe der Hochschulpolitik und hofft mit dem hochschuldidaktischen Programm »einen Sprung nach vorne, was den Stellenwert der Lehre angeht« vollzogen zu haben.

Alle baden-württembergischen Universitäten haben sich in einem Kooperationsvertrag zur Förderung und Gewährleistung einer fachbezogenen und fachübergreifenden Hochschuldidaktik verpflichtet und vor Ort hochschuldidaktische Arbeitsstellen eingerichtet. Das Hochschuldidaktikzentrum hat, beraten von einem Programmbeirat, ein Qualifizierungskonzept erarbeitet, das internationalen Maßstäben entspricht. Frankenberg geht davon aus, daß das Zertifikat auch bei Bewerbungen weit über die Landesgrenzen hinaus als Qualitätsmerkmal Bedeutung haben wird. Das Zertifikatsprogramm umfaßt 200 Unterrichtseinheiten, ist modular aufgebaut und beinhaltet Veranstaltungen zu hochschuldidaktischen Grundlagen und zur Vertiefung hochschuldidaktischer Kenntnisse und Fähigkeiten, Lehrhospitationen, Praxisberatungen, didaktische Reflexionen sowie Modularbeiten und Dokumentationen der eigenen Lehre. Die Resonanz auf das Weiterbildungsangebot des Hochschuldidaktikzentrums war in diesem Jahr sehr gut. Landesweit nahmen 882 Hochschullehrende die Angebote wahr, alle Veranstaltungen der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik der Universität Ulm waren ausgebucht.

Die Angebote der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik der Universität Ulm (Hochschuldidaktikzentrum) im Jahr 2004 sind der Homepage http://www.uni-ulm.de/paedagogik/hochschuldidaktik.htm zu entnehmen. Unter 0731-50-26188 steht für weitere Auskünfte und Beratungen die Leiterin der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik der Universität Ulm, Dipl.-Psych. Katrin Thumser, zur Verfügung. Angehörige der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm haben über die interdisziplinären Angebote des Hochschuldidaktikzentrums hinaus die Möglichkeit einer fachdidaktischen Weiterbildung durch das Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik in Medizin. Ansprechpartner ist hier Hubert Liebhardt, M.A. (0731-50-22250).

Katrin Thumser

inhalt Die besten Köpfe auf Professorenstellen in Ulm
Rede des Rektors Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling zur Rektoratsübergabe am 24. Oktober 2003
  Der großen Verantwortung, die mit dem Tragen der Amtskette des Rektors verbunden ist, bin ich mir bewußt, und ich werde alles daransetzen, dieser Verantwortung für unsere Universität gerecht zu werden. Ich will die Amtskette gewissermaßen stellvertretend für alle Mitglieder des Rektorats tragen, mit denen ich die Universität in den nächsten Jahren im Team leiten möchte. Meinen Kollegen Guido Adler, Peter Dürre und Werner Kratz bin ich sehr dankbar, daß sie sich meinem Wunsche folgend als Prorektoren zur Verfügung stellen. Die Dekane der fünf Fakultäten gehören der erweiterten Universitätsleitung an.

Ich hätte dieses Amt sicher nicht übernommen ohne meine langjährige Erfahrung als Prorektor. Meinem Vorgänger Hans Wolff bin ich dankbar für die fünfeinhalbjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rektorat. Ich danke ihm für die reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte und wünsche mir, daß er für das großartige Projekt German University in Cairo weiterhin federführend zur Verfügung steht. Und na-türlich hoffe ich auch sonst auf seinen geschätzten Rat.

Heute möchte ich mit einer Tradition brechen und als neuer Rektor bei der feierlichen Amtseinführung keinen wissenschaftlichen Vortrag halten. Erst am letzten Montag im Festkolloquium »10 Jahre Mikroelektronik-Technikum« habe ich in der Universität West einen Vortrag zum Thema »Faszination Nanoelektronik« gehalten. Etwas Ähnliches werde ich am 8. November im Deutschen Museum in München erzählen. 10 Jahre Mikroelektronik-Technikum war eine großartige Feier. Altrektor Fliedner, einer der Gründungsväter der Ulmer Wissenschaftsstadt, hat uns die Bedeutung von Synergien in den Wissenschaften vor Augen geführt. Und der ehemalige Ministerpräsident unseres Landes, Lothar Späth, hat zur hoch-aktuellen Thematik »Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland« gesprochen. Das Mikroelektronik-Technikum ist ein Markenzeichen der Ulmer Ingenieurwissenschaften. Meine Abteilung Optoelektronik und ich persönlich verdanken dem Mikroelektronik-Technikum außerordentlich viel. Ohne unsere erfolgreichen Hochtechnologiearbeiten und den Transfer der entwickelten Laserdioden an Siemens-Halbleiter hätte ich niemals eine Chance gehabt, die Leitung der Zentralen Forschung bei Infineon Technologies AG zu übernehmen und wäre damit um eine großartige Erfahrung ärmer.

Strukturbedingte Schwächen

Aus einer leitenden Position der Industrie sieht man die Struktur einer Uni-versität unter einem anderen Blickwinkel denn als deren Mitglied von innen. Ich möchte eine einfache Gegenüber-stellung der Aktiengesellschaft Infineon Technologies und der Universität Ulm wagen. Der Hochschulrat, in Ulm ganz richtig Universitätsrat genannt, ist mit dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft vergleichbar. Der Universitätsrat ist in Ulm mit hervorragenden externen Mitgliedern besetzt. Ich wünsche mir und bin überzeugt davon, daß die bisherige vertrauensvolle Kooperation zwischen Uni-versitätsrat und Rektorat auch in Zu-kunft fruchtbar und konstruktiv weitergeführt wird. Ich danke dem bisherigen und jetzt aus Altersgründen ausscheidenden Vorsitzenden, Ehrensenator Dr.-Ing. Dr.-Ing e.h. Wolfgang Eychmüller, für seine hervorragende Arbeit und hoffe, daß er auch dem neuen Rektorat mit seinem Rat zur Verfügung steht.

Der Vorstand einer Aktiengesellschaft legt die Budgets der einzelnen Bereiche firmenweit fest. In Universitäten wie Ulm ist der Handlungsspielraum des Rektorats weitgehend auf die Fakul-täten außerhalb der Medizin beschränkt. Die Sonderrolle der Medizin hat in Ulm auch in Zeiten knapper Kassen noch zu keinen großen Problemen geführt, da es eine gut funktionierende kollegiale Zusammenarbeit der Fakultäten gibt. Ich werde alles dafür tun, daß strukturbedingte Schwächen des Systems auch in Zukunft keine Reibungen zur Folge haben.

Jedermann kann (reale) Anteile an einer Aktiengesellschaft er-werben. Es ist gut so, daß dies bei der Universität nicht so einfach funktioniert, denn in Deutschland haben wir mit Privatuniversitäten nicht immer die besten Erfahrungen gemacht. Jedoch kann man durchaus ideelle Anteile erwerben, also als Stifter auftreten. Es gibt in Ulm Stiftungsprofessuren, die mit dem eigenen Namen oder dem Namen einer Firma verbunden sind. Eine größere Zahl von Stiftungen hilft uns, unsere kulturellen Aktivitäten in der Kunst und der Musik zu finanzie-ren. Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, sich mit der Universität zu identifizieren. Ich denke beispielsweise an die Stiftung von Versuchsapparaturen oder Zeitschriftenabonnements. Die Ulmer Universitätsgesellschaft kann sicher weitere gute Ratschläge geben.

Allzeitiger Höchststand

Unter dem Rektorat Wolff ist die Studentenzahl auf ihren allzeitigen Höchststand von jetzt 6.700 Studenten im Wintersemester 2003/04 gestiegen. Die Zahl der ausländischen Studenten ist auf erfreuliche 12% angewachsen. Ich möchte die Bürger und einheimischen Studierenden aufrufen, unsere ausländischen Kommilitonen gut und umfassend zu integrieren. Eine gute Vertrauensbildung kann für spätere Generationen einen unein-holbaren Vorteil im globalen Wettbewerb bedeuten.

Die Wissenschaftsstadt auf dem Oberen Eselsberg besteht aus Universität und Fachhochschule, den Kliniken, den Forschung und Entwicklung treibenden Firmen im Science Park und letztlich zwei An-Instituten, dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstofforschung (ZSW) und dem Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Meßtechnik (ILM). Bei den Firmen wurden in den letzten zehn Jahren 2.600 hochwertige Arbeitsplätze geschaffen. Klingende Namen wie DaimlerChrysler, Siemens, Nokia und viele andere sind vertreten. Nur ein Highlight aus dem Industriebereich: Bei Nokia in Ulm mit ca. 350 Mitarbeitern wurden Handys entwickelt, die jetzt einen Marktanteil von 7 % oder etwa 30 Mio. Euro pro Jahr bedeuten. Das ist genausoviel wie der gesamte Umsatz von Siemens im Handy-Bereich. Beide An-Institute, ZSW und ILM, mit zusammen etwa 100 Mitarbeitern sind wissenschaftlich-technisch äußerst erfolgreich und zeichnen sich durch hohe Drittmitteleinnahmen aus. Ich denke, es wird offenbar, daß die außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Ulm gerade auch im Vergleich mit großen Universitätsstädten im Lande deutlich un-terrepräsentiert sind. Hier müssen wir, gerade angesichts der hochleistungsfähigen Industrie, dringend für eine Verbesserung kämpfen. Wir haben keine Fraunhofer-, Max-Planck- oder Helm-holtz-Institute, und das ist nicht so ohne weiteres einzusehen.

Äquivalenz von Master und Diplom

Bekanntlich sind die finanziellen Rahmenbedingungen der Universitäten und insbesondere der Universität Ulm in dieser schwierigen Zeit nicht besonders rosig. Im Zuge der Haus-haltskonsolidierung müssen wir Stelleneinsparungen in den Fakultäten außerhalb der Medizin vornehmen, und auch in den zentralen Einrichtungen ist mit einer Reduzierung der Ressour-cen zu rechnen. Ich möchte ausdrücklich - entgegen anderslautenden Gerüchten - betonen, daß wir an den bestehenden Ausstattungen in der Pädagogik, im Humboldt-Studienzentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften, im Sprachenzentrum und im ZAWiW festhalten wollen. Die Fakultäten sind dabei, Struktur- und Entwicklungspläne unter Berücksichtigung verringerter Ressourcen zu formulieren. Zur Stärkung der Lehre und Forschung, die angesichts der hohen Studentenzahlen dringend erforderlich ist, wird ein Transfer von Stellen aus zentralen Bereichen in die Fakultäten geprüft.

Für die Zukunft planen wir eine weitere Internationalisierung unserer Studiengänge. Wir werden die Kooperation mit der German University in Cairo ausbauen. Wir setzen auf Bachelor/Master-Abschlüsse in allen Stu-diengängen und eine Äquivalenz von Master und Diplom. Wir müssen alle daran arbeiten und Überzeugungsarbeit leisten, daß der deutsche Master wie das deutsche Diplom zu einem Markenzeichen wird. Vielleicht brauchen wir ein Trademark wie Master made in Germany oder kurz German Master, um die hohe Qualität der Ausbildung zu dokumentieren. Noch eines: Übergangsquoten von Bachelor- zu Master-Studiengängen lehnen wir strikt ab.

Skepsis gegenüber Lizenztransferbüros

Wir wollen die An-Institute ZSW und ILM eng an die Universität anbinden. Wir wollen die Institutsleiter als C4-Professoren in einer Fakultät aufnehmen und damit die Betreuung und Durch-führung von Diplom- und Doktorarbeiten in den Instituten erleichtern. Wir wollen die Kooperation mit der Industrie, insbesondere auch der auf dem Oberen Eselsberg, weiter stärken. In einer Win-Win-Situation wollen wir Lehrbeauftragte aus der Industrie für Spezialvorlesungen gewinnen und umgekehrt Diplom- und Doktorarbeiten in den betreffenden Industriebereichen durch-führen lassen. In gemeinsamen Projekten und Patenten sehen wir die beste Möglichkeit der Zusammenarbeit. Wenn ich bedenke, daß ich in der zentralen Forschung bei Infineon allein 5% des Gesamtbudgets zur Pflege des Patentportfolios ausgegeben habe und in Projektverträgen mit Universitäten grundsätzlich auf Nutzungsrechten von Erfindungen beharrt werden mußte, stehe ich bis auf weiteres Lizenztransferbüros skeptisch gegenüber.

Aufgrund der starken Medizinischen Fakultät werden Life Sciences zweifellos einen Schwerpunkt in der Ulmer Forschungsland-schaft bilden. Mit der MPI-Forschergruppe zur Erforschung adulter Stammzellen wird eine moderne Forschungsrichtung etabliert. Die klinische Forschung würde sicherlich bedeutend erleichtert, wenn die neue Chirurgie endlich auf dem Oberen Eselsberg gebaut werden könnte.

Ein zentrales Anliegen des Rektorats ist es, die besten Köpfe auf Professorenstellen nach Ulm zu holen. Sicher werden wir keine Nobelpreisträger berufen können. Aber durch das Angebot attraktiver Arbeitsbedingungen und mit Hilfe von Qualitätsprogrammen des Wissenschaftsministeriums sollte es uns gelingen, immer wieder erfolgversprechende junge Nachwuchswis-senschaftler für Ulm zu gewinnen. Die Konkurrenz schläft nicht, und wir müssen besser sein: Never stop thinking, das Motto von Infineon Technologies hat auch hier seine Bedeutung.

(Der Redetext wurde in der vorstehenden Wiedergabe leicht gekürzt.)

inhalt Molekulare Diabetologie und Endokrinologie
Neues Graduiertenkolleg in Ulm
  Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Universität Ulm künftig ein Graduiertenkolleg zum Thema »Molekulare Diabetologie und Endokrinologie in der Medizin«. Sein Sprecher ist Prof. Dr. Bernhard O. Böhm, Leiter der Sektion Endokrinologie in der Abteilung Innere Medizin I. Die Laufzeit beträgt in der 1. Periode viereinhalb Jahre. Förderungsbeginn ist im Frühjahr 2004.

Das neue (dritte) Ulmer Graduiertenkolleg ist eines von 16, die von der DFG am 17. Oktober 2003 als Auswahl aus 31 Neuanträgen beschlossen wurden. Derzeit fördert die DFG insgesamt 283 Graduiertenkollegs. Rund 6 % aller Doktoranden in Deutschland schließen ihre Promotion in Graduiertenkollegs ab. Absolventen von Graduiertenkollegs sind in der Regel umfassender qualifiziert und durchschnittlich zwei Jahre jünger als andere Doktoranden. Der Anteil der ausländischen Promovenden ist mit 27 % an den Graduiertenkollegs fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Querschnittsfächer

Diabetologie und Endokrinologie sind klassische Querschnittsfächer und bilden ein wichtiges Bindeglied an der Schnittstelle zwischen grundlagenorientierter Forschung und einem modernen, von molekularen Zusammenhängen geprägten Krankheitsverständnis. Die molekular ausgerichtete Diabetologie und Endokrinologie gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie können nur interdisziplinär vermittelt und gelehrt werden. Das Graduiertenkolleg »Molekulare Diabetologie und Endokrinologie in der Medizin« wird sowohl von grundlagenwissenschaftlich als auch von klinisch orientierten Abteilungen getragen, die sich bereits seit Jahren durch interdisziplinäre Forschungsaktivitäten und Lehrtätigkeit besonders profiliert haben.

In Diabetologie und Endokrinologie haben sich die Erkenntnisse zu den Krankheitsmechanismen in den letzten Jahren entscheidend weiterentwickelt. Heute werden Millionen Menschen weltweit z. B. mit rekombinantem Insulin oder auch analogen Molekülen behandelt, es werden Substanzen therapeutisch eingesetzt, die unmittelbar an Zellkernrezeptoren binden und dadurch direkt die Genexpression beeinflussen. Auch in der Diagnostik haben molekulargenetische Techniken an Bedeutung gewonnen.

Diabetologie und Endokrinologie bilden an der Universität Ulm traditionell ein wichtiges und starkes Forschungsfeld. Unter anderem durch Mittel des Landes Baden-Württemberg, die im Rahmen von Schwerpunktprogrammen bereitgestellt wurden, konnte in den letzten Jahren ein Verbund aus Forschungsgruppen um den Themenschwerpunkt »Molekulare Diabetologie und Endokrinologie in der Medizin« etabliert werden. Enge Kontakte zu führenden wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland, die gemeinsame wissenschaftliche Vorhaben einschließen, ermöglichen dem Graduiertenkolleg ein aktives Austauschprogramm für Graduierte und Kollegiaten.

Ziel des Graduiertenkollegs ist die Vermittlung von theoretischen und praktischen Kenntnissen auf dem Gebiet der molekularen Diabetologie und Endokrinologie im biomedizinischen Kontext an besonders qualifizierte Studierende der Medizin (nach dem 1. Staatsexamen) oder graduierte Naturwissenschaftler. Die vorgesehenen Forschungsprojekte befassen sich mit epidemiologisch bedeutsamen Fragestellungen von Diabetologie und Endokrinologie: mit chronischer Hyperglykämie und ihren Folgeerkrankungen, Diabetes als Autoimmunerkrankung, endokrinen aktiven Tumoren bzw. Tumorsyndromen, Intermediärstoffwechsel und Gefäßerkrankungen, molekularen Grundlagen der Steroidhormonwirkungen und ihren klinischen Implikationen. Durch eigene wissenschaftliche Arbeit und durch das Studienprogramm sollen Doktoranden der Medizin Gelegenheit zur Einarbeitung in naturwissenschaftliche Fragestellungen erhalten; Doktoranden aus naturwissenschaftlichen Fächern werden an klinische Probleme herangeführt. Dabei wird erwartet, daß die Kollegiaten auch während der AiP-Zeit ihren Schwerpunkt auf die Forschungstätigkeit legen und sich in die Projekte u.a. der laufenden Sonderforschungsbereiche (518 und 451) integrieren.

Die Doktoranden lernen über ihre Doktorarbeit hinaus ein breites methodisches Spektrum im Bereich molekularbiologischer, biochemischer, immunologischer und klinisch-experimenteller Fragestellungen und Methoden kennen. Sie werden in organisatorischen und methodischen Fragen zugunsten einer beschleunigten Qualifizierung intensiv betreut. Das Graduiertenkolleg bietet eine fächerübergreifende Klammer und damit die für herausragende Promotionen erforderliche wissenschaftliche Weiterbildung mit der steten Gelegenheit zur Vertiefung und Erweiterung des Wissensstandes. Eine besondere Qualifizierungschance besteht in der Möglichkeit, den »Doktor der Biomedizinischen Wissenschaften« (Dr. rer. med.) zu erwerben, der die Befähigung zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit auf dem Gebiet der biomedizinischen Wissenschaften dokumentiert.

inhalt Nahtlose Karriere
Pensioniert: Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Adolf Grünert
  In China gilt es als Fluch, jemandem ein aufregendes Leben zu wünschen. Ein Chinese muß wohl an der Wiege von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Adolf Grünert gestanden haben, denn ein aufregendes Leben erwartete ihn. Wo beginnen bei solch einer Karriere und solch einem Leben? In seinem Curriculum vitae war von Medizin anfänglich keine Rede - als Pfälzer um Bodenständigkeit bemüht, absolvierte er auf Rat des Vaters zuerst eine Lehre als Industriekaufmann und dann, den eigenen Neigungen folgend, ein Studium der Chemie mit Abschluß zum Dipl.-Chemiker im Jahre 1966. Dieses führte in einer Zeit, als die Kernenergie noch als Hoffnungsträger galt, zur Arbeit mit Prof. Otto Hahn am ersten deutschen Kernreaktor in Mainz. Hier erfolgte 1969 die Promotion zum Dr. rer. nat, dem ersten der vielen akademischen Grade von Prof. Grünert.

Wahrscheinlich aber war diese Aufgabe nicht aufregend genug, absolvierte er doch noch während der Arbeit am Reaktor und an seiner Promotion, diesmal dem Rat von Prof. Hahn folgend, zusätzlich ein Studium der Humanmedizin. Das schloß er 1972 mit der Approbation ab. Im Jahre 1974 ergänzte er dem Dr. rer. nat. folgerichtig einen Dr. med. an die Seite. Für diese Promotion erhielt er den Universitätspreis der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Im Jahre 1975 folgte mit 38 Jahren die Habilitation im Fach Physiologische Chemie und im gleichen Jahr die Professur für Physiologische Chemie in Mainz. Den meisten unter uns wären das schon genug Lorbeeren gewesen, auf denen man sich ausruhen kann, wenn da nicht der Chinese an der Wiege gestanden hätte...

So wurde Prof. Grünert Ärztlicher Direktor und Leiter der Abteilung für Experimentelle Anästhesiologie an der neu gegründeten Universität Ulm. 1986 erwarb er die Anerkennung als Klinischer Chemiker. Konsequenterweise strebte er - als Klinischer Chemiker und von der Chemie kommend - wieder zur Chemie, allerdings zum Institut für Klinische Chemie, zu dessen Gründer und Ärztlichem Direktor er 1991 wurde. Wer glaubt, daß die Jahre seine Aktivitäten dämpften, irrt. Bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im April 2003 gab es vieles zu »richten«: die Modernisierung der Klinischen Chemie mit neuen Gerätschaften und einer Labor-EDV, die Wahl zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie im Jahr 2000. Auch diese Gesellschaft erfuhr die Auswirkungen des oben erwähnten Fluches: die lange fällige, aber von keinem Präsidenten durchgeführte Vereinigung mit der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin gelang ihm in seinem letzten Tätigkeitsjahr sozusagen im Handstreich.

Schon atemlos von diesem Lebenslauf, genug der Aufregung? Es geht noch weiter. Adenauer sagte: »Unterschätzt mir den Pfälzer nicht«. Wenn er damit auch einen anderen Pfälzer meinte, so trifft dies gleichwohl auf Prof. Grünert zu. Unterschätzt wäre er sicherlich, würde man glauben, dies seien alle seine Aktivitäten gewesen. Der Chinese an der Wiege hat ihn auch nach China gezogen. Zu einer Zeit, als Kurt-Georg Kiesinger, Kurzzeitbundeskanzler von 1967 bis 1969 für seine Äußerung (»Ich sage nur China, China, China«) noch belächelt wurde, war Grünert schon in China, und zwar seit 1981 mit einem Programm der Landesregierung und seit 1984 als Senatsbeauftragter der Universität Ulm. In dieser Zeit, in der für die meisten China noch verschlossen war, baute er nach westlichen Maßstäben in Qian Jian (Provinz Hubei) ein Laboratorium für Klinische Chemie auf und knüpfte vielfältige Kontakte. Diese verhalfen letztlich der doch verhältnismäßig kleinen Universität Ulm zu hohem Ansehen im Land der Mitte.

So entstand auf sein Betreiben ein immer noch intensiv genutztes Austauschprogramm für chinesische und deutsche Studenten und Wissenschaftler. Als Senatsbeauftragter waren für ihn diese Aktivitäten ehrenamtlich, und so wurden sie auch belohnt: 1988 mit der Ehrenprofessur der Medizinischen Fakultät Tongji der Zong Hua Universität in Nanjing, 1990 mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Qian Jian und Ernennung zum Ehrenberater des Klinikums Shashi, 1998 mit der Ehrenprofessur der Medizinischen Fakultät der Dongnan University for Science and Technology in Nanjing und endlich 2000 mit der Ehrendoktorwürde der Huazong Universität for Science and Technology der Tongji Medical Faculty Wuhan. Neben diesen »Chinoiserien« mögen die Gastprofessuren in Indonesien, Korea und Chile als nicht erwähnenswert erscheinen, trotzdem haben sie es der Universität Ulm ermöglicht, fruchtbare wissenschaftliche Austauschprogramme zu unterhalten.

Kann man bei dieser Vielfalt an Aktivitäten noch Zeit für Familie, Tennis und Fitneßstudio haben, kann man noch den Hund Gassi führen? Kein Problem für Prof. Grünert. Wer die Familie Grünert kennt, weiß, daß sie nie zu kurz kam und die vielfältigen Aktivitäten nie als Fluch empfand. Im Gegenteil: sie unterstützte diese Aktivitäten und nahm an ihnen teil. »Betrachtet man das Leben eines Menschen rückwärts, so scheint es nach einem festen Plan zu verlaufen.« So nahtlos und so zielstrebig ist die Karriere von Prof. Grünert verlaufen, daß man diesem Goethe-Zitat gern glauben möchte. Eines aber bleibt gewiß, als einen Fluch hat er dieses aufregende Leben nie betrachtet. Auch nach der Pensionierung bleibt Prof. Grünert schwäbisch umtriebig und sich selbst treu. Er führt seine Aktivitäten in der Akademie für Wissenschaft, Wirtschaft und Technik der Universität Ulm und als Senatsbeauftragter fort. Möge er noch lange so tätig bleiben. Und dies ist bestimmt kein Fluch.

Gerald Steinbach

inhalt 1000 Studierende nicht nur aus der Oberschicht
An der German University in Cairo läuft das erste Semester
  Die ewige Sonne über Kairo strahlte vom blauen Himmel, und der morgenfrische Ostwind lockte die Besucher weit in die noch als Wüste zu erkennenden Neubauviertel von Neu-Kairo. Eine Karawane von Bussen und Limousinen wand sich durch ansonsten viel zu breite Straßen, die jetzt mit einem Meer von schwarz-rot-goldnen und rot-weiß-schwarzen Fähnchen geschmückt waren, zum neuen Campus der German University in Cairo (GUC). Am 5. Oktober 2003 wurde die GUC, die erste deutsche Universität im Ausland, im Beisein von Staatspräsident Hosny Mubarak und Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie Ministerpräsident Teufel und zahlreicher Ehrengäste aus Ägypten und Deutschland feierlich eröffnet. Rektor Prof. Dr. Mahmoud Abdel-Kader sowie Prof. Dr. Ashraf Mansour als Chairman des Board of Trustees nahmen die Glückwünsche entgegen, die aber auch dem deutschen Gründungsrektor Prof. Dr. Jens Weitkamp und den deutschen Gründungsdekanen galten. Mubarak und Schröder hoben die Bedeutung der GUC-Gründung hervor: Die Teilhabe an Bildung eröffne den Menschen im Globalisierungsprozeß neue Möglichkeiten. Bildung schaffe Entwicklung und mehre den Wohlstand, und diese trage zur Friedenssicherung bei.

Baden-Württemberg als »Mutterland« der Neugründung war entsprechend prominent vertreten: Ministerpräsident Erwin Teufel und Heinrich von Pierer (Siemens) als Schirmherr der GUC nahmen an der Eröffnungsfeier teil, dazu Ministerialdirektor Wolfgang Fröhlich vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) sowie die Rektoren der Patenuniversitäten, Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt (Mannheim), Prof. Dr.-Ing. Dieter Fritsch (Stuttgart) und Prof. Dr. Hans Wolff (Ulm) mit zahlreichen weiteren Professoren aus Ulm und Stuttgart. Auch die Wissenschaftsorganisationen DAAD, DFG, AvH, sowie die Max-Planck-Gesellschaft, das Forschungszentrum Jülich und andere gaben sich und der Neugründung die Ehre. Die Patenuniversitäten überbrachten Geschenke: ein aufwendig gebundenes Gästebuch, in gediegener Handarbeit von der Buchbinderei der Ulmer Universitätsbibliothek hergestellt, und zwei Ölgemälde, je eines Ulm und Stuttgart zeigend. Den Festgästen wurden die Patenuniversitäten durch Videovorführungen nahegebracht. Daß die GUC ein Kind des deutschen Südwestens ist, kam aber auch durch ein Geschenk des Landes Baden-Württemberg zum Ausdruck, von dem die GUC 200.000 € Startkapital für die Bibliothek erhielt, zusätzlich zu den bereits zur Grundsteinlegung zugesagten drei Jahresstipendien. Der Bund überreichte für drei Jahre zehn Sommerkursstipendien in Deutschland. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mochte da auch nicht abseits stehen und übergab durch seinen Vorsitzenden Dr. Arend Oetker eine Stiftungsprofessur für fünf Jahre.

Ein Stück Universität Ulm in Kairo

Am Tag nach der Eröffnung der GUC ergriffen eintausend Studierende Besitz vom Campus. Besonderes Interesse fanden bei den jungen Leuten natürlich die bestens ausgestatteten Siemens-Rechner-Pools und die Netzwerkumgebung. Die Eltern der Jungstudenten waren vor allem von der Ausstattung der Seminarräume und Hörsäle und der öffentlich präsentierten Physiklabors angetan. Am 7. und 8. Oktober fanden Workshops unter der Leitung der Dekane statt. Sie hatten vor allem zum Ziel, die zukünftigen Forschungsgebiete zu charakterisieren.

Nach internen Marktstudien und vielen Strategiegesprächen wurde 1998 ein Konzept für eine private Universität technischer Ausrichtung greifbar, die sich stark an deutsche Strukturen und deutsche Lehre anlehnt - Zielvorstellung des Gründers Ashraf Mansour. In Ulm promoviert und habilitiert, war es sein Wunsch gewesen, ein Stück Universität Ulm mit nach Kairo nehmen zu können. Es bedurfte aber auch eines Ideengebers und politischen Verkäufers vom Schlage eines Hans Wolff, um die erforderliche Unterstützung aus Deutschland zu erlangen, das Genehmigungsverfahren in Kairo voranzubringen und den Erstentwurf der neuen Curricula zu bewerkstelligen. Als kompetenten Partner holte er die Universität Stuttgart ins Boot. Die Hausaufgaben in Kairo waren nicht minder umfangreich: Investoren und Sponsoren zu finden für die Neubauten auf dem Campus, eine kompetente Planungs- und Verwaltungsmannschaft zusammenzustellen und dabei mancherlei Rückschlägen zu trotzen.

4.000 € pro Semester

Die Grundsteinlegung auf dem 570.000 m2 großen Grundstück, an das im Osten ein Naturschutzgebiet angrenzt, erfolgte 2001. Im ersten Bauabschnitt sind 30.000 m2 Nutzfläche - Seminar- und Hörsäle, allgemeine und universitäre Infrastruktur - entstanden. Die maximale Aufnahmekapazität des ersten Jahres wurde schnell erreicht. Manch ein Student mag die Nase rümpfen, daß hier noch Tafelanschrieb vorkommt, wo er doch eine Powerpoint Präsentation erwartet hat. Überhaupt die Erwartungshaltung: der Studierende ist Kunde, schließlich hat er nicht wenig Studiengebühren bezahlt, im Schnitt 4.000 € pro Semester, ein stattlicher Betrag, den sich nur die Oberschicht leisten kann. Aber die Ansprüche resultieren wohl nicht zuletzt auch aus der German Quality, die von der GUC im Schilde geführt wird und mit der hier kräftig geworben wurde.

Die Studierenden des ersten Semesters verteilen sich ziemlich gleichmäßig auf alle fünf Fachgebiete: Medieninformatik, Materialwissenschaften, Informationstechnologie, Biotechnologie und Pharmazie sowie Wirtschaftswissenschaften. Das System läßt noch nach zwei Jahren eine Spezialisierung zu, etwa die Wahl zwischen Pharmazie und Biotechnologie. Noch kommen alle Studierenden aus Ägypten, was jedoch nicht heißt, daß sie alle Ägypter sind. Kairo übt eine starke Anziehungskraft auf die Nachbarländer aus. Dies gilt insbesondere für die Medienszene (TV und Filmproduktionen, Printmedien). Bereits im kommenden Jahr aber sollen deutlich mehr Studierende auch von der arabischen Halbinsel kommen. Worüber man nicht so gern spricht: ein paar Studiosi werden mehr Taschengeld haben als die Lehrer des Fachbereichs Gehaltssumme...

Zwölf Mercedes-Busse

Mehr als 30 Dozenten wurden über Deutschland angeworben, meist junge Leute, die hier promoviert haben und sich habilitierten. Eine Minderheit der Dozenten sind gebürtige Deutsche. Ausgewählt wurden sie in Ulm und Stuttgart, auch mit Hilfe von Mannheimer und Tübinger Kollegen. Die wissenschaftlichen Assistenten kommen überwiegend aus ägyptischen Universitäten. Erwünscht ist eine Symbiose aus deutscher Lehrerfahrung in der Arbeit mit den neuen deutsch-amerikanischen Curricula bei Anwendung der englischen Sprache im Unterricht. Am Schluß stehen Bachelor- und Masterabschlüsse, die in Deutschland anerkannt werden. Die Absolventen können hier also ihre Studien fortsetzen. In diesen Tagen werden die nächsten 50 Stellen in Deutschland ausgeschrieben, denn die GUC muß ihren Lehrkörper rasch erweitern. Die jetzigen Erstsemester werden bald Spezialvorlesungen brauchen und fortgeschrittene Labore.

Die Vorlesungssammlung und die vorlesungsbegleitenden Physikpraktika der Universität Ulm wurden als erprobte und einmalige Infrastruktur eins zu eins kopiert, in Deutschland angekauft und an der GUC von Dr. Walter Dollhopf und Dr. Bernhard Stoll (beide Abteilung Angewandte Physik) in bewährter Weise installiert.

Eine Flotte von einem Dutzend Mercedes-Bussen holt die Studierenden in den Oberschichtvierteln am Nil morgens ab und bringt sie in einstündiger Fahrt an den sechs Werktagen von samstags bis donnerstags zum Campus der GUC. Die Rückfahrt ist ebenso organisiert. Für die anderen Studierenden wurde Parkraum bereitgestellt. Auch eine Mensa gibt es bereits, und die Outdoor-Sportfelder sind im Entstehen begriffen. Wohnheime für auswärtige Studierende werden noch dieses Jahr gebaut. Zehn Prozent der Studierenden erhalten Stipendien, von Semesterstipendien der Jahrgangsbesten bis zu vollen Studienstipendien der besten Anfänger.

In vieler Hinsicht ist die GUC trotz professionellem Management eine tägliche Herausforderung an die Macher. Gute Studienerfolge müssen sein, eine effektive Qualitätskontrolle (für die die Patenuniversitäten verantwortlich zeichnen) ist erforderlich, auch um die Akkreditierung in Deutschland sicherzustellen, Spezialisierung der Lehre für die kommenden höheren Semester und Aufbau einer konkurrenzfähigen Forschung müssen gewährleistet werden. Nicht zuletzt ist für eine private Universität die Marktresonanz besonders wichtig. Professionell unterstützt wird die GUC bei alledem durch die Koordinationsbüros an den Universitäten Ulm und Stuttgart sowie die unermüdliche Arbeit von Gründungsrektor und Gründungsdekanen.

Dr. Reinhold Lücker

inhalt Quantenmaterie aus eiskalten Atomen
Erste Lamb-Vorlesung an der Universität Ulm
  »Quantenmaterie aus eiskalten Atomen« titelte der Vortrag, den Prof. Dr. Wolfgang Ketterle vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA, am 3. November 2003 im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums der Universität Ulm hielt.

Professor Ketterle, der aus Heidelberg stammt und in München studiert hat, wurde im Jahre 2001 für seine Arbeiten zur Bose-Einstein-Kondensation mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Die Vorlesungsreihe, die er eröffnet, trägt den Namen des Nobelpreisträgers Willis Eugene Lamb, der den Preis 1955 für die Entdeckung der Energieverschiebung im Wasserstoff bekommen hat. Professor Lamb, der in diesem Jahr neunzig geworden ist, hat seit 1992 fast jeden Sommer an der Universität Ulm in der Abteilung Quantenphysik (Leiter Prof. Dr. Wolfgang Schleich) verbracht. Im Jahr 1997 wurde ihm für sein Lebenswerk die Ehrendoktorwürde der Universität Ulm verliehen.

Prof. Lamb hat der Universität Ulm eine großzügige Spende zukommen lassen, wodurch die Einrichtung der Vorlesungsreihe (Lamb-Vorlesung) möglich geworden ist. Die Stiftung erlaubt es der Universität, hochkarätige ausländische Wissenschaftler zu Gastvorträgen nach Ulm einzuladen.

inhalt Merckle-Forschungspreis 2003
Kopf auf dem Hals, orange-gelbe Halbleiterlaser und andere Entdeckungen
  Zum 22. Mal hat die Universität Ulm am 10. November 2003 den von der Firma Merckle GmbH Blaubeuren gestifteten Merckle-Forschungspreis verliehen. In die Preissumme von 20.000 Euro teilen sich Prof. Dr. Michael Kühl, PD Dr. Thomas Seufferlein, PD Dr. Wolfgang Weidemann und die Arbeitsgruppe Prof. Dr. Peter Unger und Dr.-Ing. Rainer Michalzik.

Warum der Kopf immer auf dem Hals sitzt

Ausgehend von der befruchteten Eizelle kommt es während der Entwicklung durch Zellteilungen zur Zellvermehrung. Parallel findet eine Spezialisierung dieser Zellen in unterschiedliche Gewebe und Organe statt. Interessanterweise wird während dieses Prozesses ein festgeschriebener Bauplan befolgt, der sicherstellt, daß bestimmte Organe immer an derselben Stelle innerhalb des Körpers zu finden sind. So liegt beispielsweise das Herz in der Regel auf der linken Körperseite, Arme und Beine sind verschieden, und der Kopf sitzt auf dem Hals. Abgesehen von individuellen Unterschieden wie beispielsweise unterschiedlicher Augenfarbe läuft dieser Prozeß für alle Lebewesen einer Spezies immer gleich ab.

Woher weiß eine Zelle, die sich in einem Embryo befindet, zu welcher spezialisierten Zelle sie sich entwickeln soll? Damit die Prozesse in geregelten Bahnen verlaufen, kommunizieren Zellen untereinander und tauschen Informationen aus. Sie verwenden dafür Signalmoleküle. Mit solchen Signalmolekülen sowie Prozessen der Signalübermittlung während der embryonalen Entwicklung befassen sich die Arbeiten von Prof. Dr. Michael Kühl (Abteilung Biochemie der Universität Ulm). Im Zentrum stehen sogenannte Wachstumsfaktoren der Wnt-Familie (sprich: Wind-Familie). Von dieser Proteinfamilie kennt man beim Menschen 19 Vertreter, die innerhalb einer Zelle verschiedene Antworten auslösen können. Teile der zellulären Antwort konnten schon sehr gut beschrieben werden. Kühl möchte bisher unbekannte Wnt-Signalwege aufklären. In den letzten Jahren konnte er eine ganze Reihe an Molekülen identifizieren bzw. charakterisieren, die in diese Prozesse involviert sind.

Als Modellsystem zur Untersuchung der embryonalen Entwicklung wird in der Abteilung Biochemie der Frosch Xenopus laevis verwendet. Da die Entwicklung dieses Tieres außerhalb des Mutterleibes erfolgt, lassen sich die einzelnen Schritte der Embryogenese leicht beobachten. Kühl und Mitarbeitern gelang es, die Wnt-Signalwege für die Ausbildung von Herzmuskelzellen zu beschreiben. Eine Unterdrückung dieser Signalwege führt zu schweren Fehlern während der Herzentwicklung. Umgekehrt führt eine Aktivierung zur Ausbildung von schlagenden Herzmuskelzellen aus wenig spezialisierten embryonalen Vorläuferzellen. Experimente mit Mauszellinien zeigten, daß diese Signalwege auch in anderen Spezies aktiv sind.

Kühls Arbeiten haben eine direkte medizinische Implikation. Verschiedene Erkrankungen des Herzens, wie z.B. der Herzinfarkt, führen zum Untergang und Verlust von Herzmuskelzellen, die der Körper nicht neu bilden kann, so daß der überlebende Patient möglicherweise mit schweren Einschränkungen der Herzleistung leben muß. Neuere Ansätze in der Medizin versuchen jetzt, Herzmuskelzellen aus Stammzellen (z. B. Knochenmarkstammzellen) zu generieren und für die Transplantation bereitzustellen. Die Erkenntnisse von Prof. Kühl könnten die Identifikation von Molekülen ermöglichen, die zu einer vermehrten Bildung von Herzmuskelzellen beitragen.

Signalmoleküle, die das Tumorwachstum beeinflussen

Tumorerkrankungen können als Folge einer fehlregulierten Signalübertragung in den Zellen verstanden werden. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl intrazellulärer Signalwege entdeckt und charakterisiert, die Zellwachstum, Zellmigration und auch Zelltod vermitteln. PD Dr. Thomas Seufferlein, Abteilung Innere Medizin I der Universität Ulm, Leiter des Labors für gastrointestinale Wachstumsregulation, und Mitarbeiter beschäftigen sich in einem Schwerpunkt mit einer bestimmten Klasse dieser Signalmoleküle, den sogenannten Proteinkinasen. Infolge der herausragenden Rolle, die sie bei der Signalübertragung in der Zelle spielen, eignen sich diese Enzyme besonders gut als mögliche Zielobjekte für neue therapeutische Strategien.

Die Gruppe sucht nach Proteinkinasen, die als Signalmoleküle das Wachstum von Tumoren des Magens-Darm-Traktes, insbesondere des Pankreas, beeinflussen. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine tückische, weithin therapieresistente Erkrankung. Seufferlein gelang es zu zeigen, daß durch Wachstumsfaktoren wie den Tumor Growth Factor Alpha, die von den Tumorzellen selbst produziert werden und wiederum die Tumorzellen stimulieren, Proteinkinasen massiv aktiviert werden. Durch Blockade dieser Enzyme läßt sich das Wachstum von Pankreastumorzellen deutlich hemmen. Substanzen, die imstande sind, die Blockade zu bewirken, werden inzwischen in klinischen Studien getestet. Die in Bauchspeicheldrüsentumoren exprimierten, von Seufferlein und Mitarbeitern aufgespürten Proteinkinasen wurden kloniert und werden gegenwärtig in verschiedenen Modellsystemen funktionell charakterisiert.

Einen weiteren Schwerpunkt der Seufferlein-Gruppe bilden das Zytoskelett, das Stütz- und Strukturgerüst von Tumorzellen und seine einzelnen Bestandteile. Die Arbeiten haben gezeigt, daß Aktin-Zytoskelett eine wesentliche Rolle beim Wachstum von Tumorzellen der Bauchspeicheldrüse spielt. Infolgedessen könnten Substanzen, die mit dem Aktin-Zytoskelett interferieren, Bedeutung für die Krebstherapie der Zukunft gewinnen. Überdies gelang es der Arbeitsgruppe, eine weitere Komponente des Zytoskeletts, das sogenannte Keratin-Zytoskelett, in seiner Funktion für Tumorzellen erstmals zu charakterisieren.

Keratine sind offensichtlich für das elastische Verhalten von Tumorzellen maßgeblich. Es zeigte sich, daß ein bioaktives Lipid, Sphingosylphosphorylcholin, das Keratin-Zytoskelett von Tumorzellen so verändern kann, daß die Zellen elastischer, »weicher« werden. Dieses Lipid findet sich in erhöhter Konzentration im Blut von Patienten mit Tumorerkrankungen. Der »Weichmachereffekt« unterstützt die Ausbreitung von Tumorzellen in andere Organe, die Metastasierung, da für das Eindringen der Zellen in das Gefäßsystem ihre erhöhte Verformbarkeit vorteilhaft ist. Weitergehende Untersuchungen müssen zeigen, ob sich dieser Mechanismus im Sinne der Krebstherapie gezielt beeinflussen läßt.

Laser für die optische Datenübertragung, Umweltmeßtechnik und Prozeßüberwachung

Halbleiterlaser zeichnen sich durch kleine Abmessungen, niedrigen Preis, hohe Zuverlässigkeit, hervorragenden Wirkungsgrad und elektronische Modulierbarkeit bis hin zu höchsten Bitraten aus. Anwendungen finden sie als Sendeelemente bei der optischen Nachrichtentechnik, bei der optischen Datenspeicherung (CD, DVD), als Pumpquellen für Festkörperlaser und Faserverstärker und in der Materialbearbeitung. Dr.-Ing. Rainer Michalzik und Prof. Dr. Peter Unger, Abteilung Optoelektronik der Universität Ulm, entwickeln mit ihren Arbeitsgruppen die Technologie der Halbleiterlaser weiter und suchen dabei auch nach Möglichkeiten, ihnen neuartige Anwendungsfelder zu erschließen, zum Beispiel in optischen Bussystemen der Computer, in der optischen Sensorik, in der optischen Kommunikation zwischen Satelliten oder als Rot-Grün-Blau-Lichtquellen für Projektionsdisplays.

Einer Steigerung der Ausgangsleistung von Halbleiterlasern gelten die Untersuchungen der Arbeitsgruppe Hochleistungs-Halbleiterlaser (Prof. Unger). Leistungssteigerungen, die durch Vergrößerung der Emissionsfläche oder Parallelschaltung mehrerer Elemente bewirkt werden, führen zur Verminderung der Strahlqualität des emittierten Lichts mit der Folge unzureichender Fokussierbarkeit und herabgesetzter Brillanz des Laserstrahls. Unger und Mitarbeiter haben optische Verstärker (Halbleiterchips) für Laser mit hervorragender Strahlqualität, jedoch kleiner Ausgangsleistung entwickelt. Solche Systeme sind in erster Linie für die Freistrahl-Datenübertragung beispielsweise zwischen Satelliten interessant. Ein Laserresonator mit gekrümmten statt der üblicherweise verwendeten planaren Spiegel bildet das Kernstück eines anderen Konzepts mit der Zielstellung höherer Strahlqualität. Dafür bedarf es extrem glatter und steiler Spiegelprofile, die sich mit einem eigens hierfür entwickelten hochpräzisen Plasmaätzverfahren strukturieren lassen. Geätzte Laserspiegel ermöglichen zudem die monolithische Integration von Halbleiterlasern, das heißt ihre Anordnung auf einem gemeinsamen Kristall, wodurch sich neue Funktionsmöglichkeiten ergeben. Seit einigen Jahren beforscht die Gruppe ein völlig neuartiges Bauelement, den Halbleiter-Scheibenlaser, mit dem vor kurzem der weltweit erste Halbleiterlaser mit orange-gelber Emission entwickelt werden konnte. Praktische Bedeutung zeichnet sich dafür unter anderem in der Umweltanalytik, beispielsweise für die Detektion von Natrium ab.

Schwerpunkte von Dr.-Ing. Rainer Michalzik und seiner Mitarbeiter bilden Vertikallaserdioden sowie die optische Verbindungstechnik. Das Ziel sind Herstellung, Charakterisierung und Optimierung spezieller vertikal emittierender Laserdioden und integrierter Laser-Modulator-Kombinationen. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, neuartige Ansätze für die hochbitratige optische Vernetzung von elektronischen Computersystemen darzustellen, wobei Datenraten von bis zu 40 Gbit/s übertragen werden. Spezielle Untersuchungen gelten zukünftigen optischen Übertragungsmedien mit Streckenlängen im Zentimeter- bis Kilometer-Bereich. Jenseits der optischen Datenübertragung eignen sich die im Reinraum der Universität Ulm hergestellten Laser überdies hervorragend zum Einsatz in der Umweltmeßtechnik und industriellen Prozeßüberwachung.

Wie beeinflussen männliche Sexualhormone das Herz-/Kreislauf-System?

Da Männer ein höheres Risiko für Herz-/Kreislauf-Erkrankungen haben als Frauen, wurde den weiblichen Sexualhormonen (Östrogenen) ein protektiver Effekt und den männlichen Sexualhormonen (Androgenen, vor allem Testosteron und Dihydrotestosteron) ein gefäßschädigender Effekt zugeschrieben. Zunehmend zeigt sich jedoch, daß eine derart vereinfachende Sichtweise den sehr komplexen Verhältnissen im Gefäßsystem nicht gerecht wird. Inzwischen mehren sich die Befunde, die für Androgene auch protek-tive Wirkungen vermuten lassen.

PD Dr. Wolfgang Weidemann, Abteilung Allgemeine Zoologie und Endokrinologie der Universität Ulm, hat in Zusammenarbeit mit PD Dr. Hartmut Hanke, Abteilung Innere Medizin II, in einem In-vitro-Modell der Kaninchenaorta gezeigt, daß Testosteron im männlichen Geschlecht eine Verringerung der arteriellen Plaquebildung bewirkt. Bei diesen Plaques handelt es sich um Gefäßablagerungen, die sich hier vor allem aus glatten Muskelzellen und umgebender Extrazellularsubstanz zusammensetzen. Sie entsprechen in ihrer Frühform der humanen Arteriosklerose, die zunächst zu einer Einengung des Blutgefäßlumens und im späteren Verlauf zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Die Androgene scheinen den Forschungsarbeiten des Preisträgers zufolge ihre Plaquereduzierende Wirkung vor allem über eine verringerte Bildung der Extrazellularsubstanz zu entfalten.

Besondere Aufmerksamkeit wandte Dr. Weidemann der Signalweiterleitung in den entsprechenden Zielzellen zu. Nach dem klassischen Modell binden die Androgene an intrazelluläre Rezeptorproteine. Nach Bindung dieser Hormon-/Rezeptor-Komplexe an spezifische Abschnitte der DNA kommt es zur Änderung der Expression der nachgeschalteten Gene und damit zur Bildung entsprechender Proteine, die dann wiederum wichtige Prozesse wie zum Beispiel die Zellteilung und die Bildung von Extrazellularsubstanz steuern können. Diese sogenannten genomischen Effekte nehmen meist einige Stunden in Anspruch. In verschiedenen Zielzellen kann Testosteron aber auch in das weibliche Sexualhormon 17--Östradiol umgewandelt werden, das nach Bindung an die Östrogenrezeptoren ebenfalls Einfluß auf die Genexpression nimmt. Zudem sind die gefäßprotektiven Testosteroneffekte auch nichtgenomisch (ohne Veränderung der Genexpression) vermittelbar. Meist handelt es sich hierbei um kurzfristige Wirkungen, die binnen Sekunden oder Minuten erfolgen.

Um diese Prozesse näher zu analysieren, hat die Arbeitsgruppe um Dr. Weidemann Gefäßzellen (Endothelzellen und glatte Muskelzellen) als Modellsysteme etabliert. Dabei zeigt sich schon jetzt, daß die Effekte einem sehr komplexen Muster folgen. Die neuerkannten und zum Teil unerwarteten Mechanismen der Signalweiterleitung in den Gefäßzellen machen diese Untersuchungen vor dem Hintergrund der potentiellen therapeutischen Bedeutung zu einem attraktiven Arbeitsgebiet im Grenz-bereich zwischen Biologie und Klinik.

inhalt Besondere Herzlichkeit und Wärme
Gestorben: Adelheid Morgenweg
  Am 24. Oktober dieses Jahres starb 83jährig Adelheid Morgenweg. Im Sinn des Leitspruchs der Todesanzeige »Begrenzt ist das Leben, doch unendlich die Erinnerung« möchte ich in diesem Nachruf persönliche Erlebnisse ansprechen. Nach meinem Vorstellungsvortag als Bewerber um den ersten Lehrstuhl Experimentalphysik sind wir (auch meine Konkurrenten) im Rektorat der jungen Reformuniversität Ulm empfangen worden. Regie führte Frau Morgenweg als Sekretärin des Geründungsrektors, Professor Heilmeyer. Die ganz besondere Herzlichkeit und die Wärme, die Frau Morgenweg ausstrahlte, paßten in die Aufbruchstimmung dieser Tage und kultivierten in schöner Weise den Empfang für die natürlich aufgeregten Bewerber. Die spürbare Atmosphäre menschlicher Teilnahme war wohltuend.

Dies ist auch später während meiner Amtszeit als Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik so geblieben. Frau Morgenweg war damals Dekanatssekretärin. Mit ihrer Erfahrung und der genauen Kenntnis der wichtigen aktuellen Sachverhalte und Entwicklungsprogramme (auch der Eigenheiten vieler in Verantwortung stehender Mitglieder der Universität) hat Sie mir - und damit auch der Fakultät - über die hervorragende technische Verwaltungsarbeit hinaus wertvolle Ratschläge gegeben. Ich bin mir sicher, daß sich viele Kollegen dieser Würdigung anschließen, insbesondere Professor Pechhold, unter dessen Rektorat Frau Morgenweg 1992 in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste mit der Medaille der Universität ausgezeichnet wurde. Ein Mensch ist von uns gegangen, der vielen von uns Heiterkeit und Freude geschenkt hat, zu Beginn jedes Arbeitstages schon durch den Gruß ausgelöst: »Einen wunderschönen guten Morgen!«

Hanns-Georg Kilian

inhalt Warum Bandscheiben degenerieren
EURODISC - ein Forschungsverbund zur Bandscheibendegeneration
  Rückenschmerzen gehören weltweit zu den kostspieligsten Krankheiten in der arbeitenden Bevölkerung. Häufig stehen sie in Zusammenhang mit Problemen, die auf degenerierte Bandscheiben zurückzuführen sind. Warum Bandscheiben degenerieren, ob es dazu eine erbliche Veranlagung gibt und welche Rolle dabei die körperliche Belastung spielt, ist noch weitgehend unbekannt.

Seit Januar 2003 ist das Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik (Leiter Prof. Dr. Lutz Claes) der Universität Ulm Mitglied eines europäischen Forschungsverbunds, der sich mit dem Thema Bandscheibendegeneration befaßt (»Intervertebral disc degeneration: interplay of ageing, environmental and genetic factors - EURODISC«). Das Projekt untersucht die Bandscheibendegeneration im Zusammenhang mit dem Einfluß mechanischer Belastung, Alterung sowie genetischer Faktoren und mit Umgebungseinflüssen. Der Verbund setzt sich interdisziplinär aus zwei britischen Forschergruppen (Universität Oxford), einer griechischen (Athen), einer finnischen (Helsinki), einer niederländischen (Eindhoven) einer israelischen (Technion, Haifa) sowie der deutschen Gruppe an der Universität Ulm zusammen. Die Europäische Union fördert das Projekt mit 2,4 Mio. Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Der Beitrag der Ulmer Gruppe, die von Dr. Cornelia Neidlinger-Wilke koordiniert wird, besteht in der Untersuchung mechanischer Einflüsse auf die Differenzierung von Bandscheibenzellen.

Kissen zwischen den Wirbelkörpern

In der mechanischen Funktion der Wirbelsäule spielen die Bandscheiben eine wichtige Rolle. Gesunde Bandscheiben, die wie Kissen zwischen den knöchernen Wirbelkörpern liegen, verleihen der Wirbelsäule Beweglichkeit und Flexibilität. Aufnahme und Übertragung von Lasten zwischen den einzelnen Wirbelsäulensegmenten sowie die Absorption von Druck- und Stoßkräften gehören zu ihren umfangreichen Aufgaben. Die Bandscheiben verteilen die Kräfte, die zwischen zwei Wirbeln auftreten, gleichmäßig und gewährleisten zugleich eine gelenkige Verbindung. Garanten dieser Funktionen sind die verschiedenen Gewebebestandteile der Bandscheiben, die Makromoleküle der Bandscheibenmatrix und letztlich die Zellen, die für die Synthese und Aufrechterhaltung dieser Matrix zuständig sind.

Der histologische Aufbau der Bandscheibe zeichnet sich durch zwei voneinander abhängige, aber morphologisch unterschiedliche Regionen aus. Das Innere der Bandscheibe besteht aus einem wasserreichen gelartigen Gewebe, dem relativ zellarmen Nucleus pulposus, der reich an verzweigten Riesenmolekülen (Proteoglykanen) ist. Diese verzweigten Molekülaggregate bilden die Voraussetzung für die große Wasserspeicherfähigkeit der Bandscheibe und verleihen dem Gewebe die große Widerstandskraft gegenüber Druckbelastung. Der Nucleus ist von einem äußeren Ring aus zellreicherem faserhaltigem Gewebe umgeben, dem sogenannten Anulus fibrosus, der aus Lamellen konzentrisch angeordneter Faserproteine (Kollagene) besteht. Ähnlich angeordnet wie die Lamellen eines Autoreifens, sind die Anulusfasern imstande, den enormen Zugdehnungs- und Scherkräften, die bei Bewegungen der Wirbelsäule auftreten können, Widerstand zu leisten.

Wenn Bandscheiben degenerieren - ein Prozeß, der schon in relativ jungen Jahren beginnt -, verändert sich das Gewebe in vielfältiger Hinsicht. Die Wasseraufnahmefähigkeit der Bandscheibe wird geringer, und damit sinkt der Druckwiderstand. Das zunehmende »Austrocknen« der Bandscheibe verändert die physiologischen und biomechanischen Eigenschaften des Gewebes. Die Ursachen dieser altersbedingten Veränderungen sind noch unklar. Verringerte Nährstoffversorgung des Gewebes dürfte ebenso beteiligt sein wie biomechanische und genetische Einflüsse. EURODISC soll die offenen Fragen in einem Netzwerk verschiedener Untersuchungsansätze bearbeiten.

Hydrostatischer Druck und zyklische Dehnung

Die Ulmer Gruppe simuliert die In-vivo-Belastungen der verschiedenen Bandscheibenregionen (Anulus fibrosus und Nucleus pulposus), um die spezifischen Zellreaktionen zu untersuchen. Dazu werden aus Bandscheibengewebe von Patienten, die wegen eines Bandscheibenvorfalls oder aufgrund einer Unfallverletzung operiert wurden, Zellen isoliert und in zahlreichen Versuchsvarianten unter verschiedenen Kulturbedingungen mechanisch belastet. Das Interesse der Forscher gilt dem Einfluß von wechselndem hydrostatischem Druck und zyklischer Dehnung auf die Zellreaktionen. Die mechanischen Stimulationsparameter basieren auf In-vitro- und In-vivo-Messungen zur Bandscheibenbelastung, die ebenfalls in Ulm, in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hans-Joachim Wilke, durchgeführt wurden, sowie auf mathematischen Modellrechnungen zur Bandscheibenbelastung. Unter den hier zu beobachtenden Zellreaktionen sind insbesondere die Expression und Synthese von Faktoren zu verstehen, die sich am Auf- und Abbau der Bandscheibenmatrix beteiligen. In Zusammenarbeit mit der griechischen Gruppe am Demokritos-Institut in Athen werden zudem Wachstumsfaktoren, Signalmoleküle und Signalwege, die Regulatoren der Zellreaktionen, bestimmt.

Mit Hilfe einer Datenbank, in die alle beteiligten Gruppen ihre Forschungsergebnisse eingeben, sollen die histologischen, biochemischen, zell- und molekulargenetischen (degenerationsassoziierte Polymorphismen) Ergebnisse mit den klinischen Befunden der Bandscheiben-Spender sowie die Faktoren Alter, Degeneration, Genetik und Umwelt untereinander korreliert werden.

Da gesundes Bandscheibengewebe nur in sehr begrenztem Umfang für die Untersuchungen zur Verfügung steht, werden parallel zu den Untersuchungen an menschlichen Zellen auch Modellversuche an Zellen aus Rinderbandscheiben durchgeführt. Dieses Material wurde in langjährigen Studien von Dr. Jill Urban an der Universität Oxford charakterisiert. Es eignet sich aufgrund ähnlicher In-vitro-Reaktionen wie humane Bandscheibenzellen für viele Grundlagenuntersuchungen.

Die EURODISC-Forschergruppe veranstaltet im Juni 2004 einen Workshop, bei dem die Ergebnisse der ersten Hälfte des Projekts vorgestellt und diskutiert werden. Das Ulmer Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik wird Gastgeber dieses Meetings sein.

inhalt Flußmessungen in mikroskopischen Porenräumen
Kernspintomographische Untersuchungen zur Mikrofluidik
  Elke Kossel, Doktorandin von Prof. Dr. Rainer Kimmich in der Sektion Kernresonanzspektroskopie der Universität Ulm, hat den Young Investigator’s Award der 7th International Conference on Magnetic Resonance Microscopy 2003 in Snowbird, Utah, USA, gewonnen. Ausgezeichnet wurde ihr Beitrag »Flow measurements below 50 µm: NMR microscopy experiments in lithographic model pore spaces« (Flußmessungen unterhalb 50 Mikrometern mit Hilfe der NMR-Mikroskopie), den sie in einem eingeladenen Vortrag einem Auditorium von 200 führenden Experten auf dem Gebiet der mikroskopischen Anwendung der Kernspintomographie vorgestellt hatte.

Die Kernspintomographie, deren mikroskopische Variante den methodischen Hintergrund von Elke Kossels Arbeit bildet, wird auch magnetic resonance imaging (MRI) genannt. In der breiten Öffentlichkeit ist diese Methodik vor allem durch ihre Anwendungen in der klinischen Diagnostik bekannt geworden. Aktuell hat die Verleihung des Nobelpreises für Medizin an den Chemiker Paul Lauterbur und den Physiker Sir Peter Mansfield ihre Publizität gefördert. Die International Conference on Magnetic Resonance Microscopy, die aller zwei Jahre wechselweise in Europa, den USA und Asien stattfindet, ist die wichtigste und größte auf ihrem Fachgebiet. Sie widmet sich den in rascher Entwicklung begriffenen MRI-Anwendungen vor allem auf dem nichtklinischen Sektor.

Das Prinzip der kernmagnetischen Resonanz beruht darauf, daß sich die meisten Atomkerne - und in diesem Zusammenhang insbesondere der Wasserstoffkern - wie kleinste Stabmagneten verhalten. In einem supraleitenden Magneten können die Atomkerne mit Hochfrequenzstrahlung angeregt werden, was dazu führt, daß sie ihrerseits Signale aussenden, die vielfältige Informationen über die Material- bzw. Gewebeeigenschaften ihrer Umgebung enthalten. Da es möglich ist, diese Informationen ortsaufgelöst zu entschlüsseln und in Form von Bildern darzustellen, eröffnen sie detaillierte Einblicke in das Innere der untersuchten Objekte.

Elke Kossel hat bei ihren Arbeiten eine Variante der Kernspintomographie eingesetzt, mit deren Hilfe die Fließgeschwindigkeit von Flüssigkeiten in einem porösen Objekt quantitativ erfaßt werden kann. Mit diesem »velocity mapping« genannten Verfahren erhält man eine Karte des Objekts, in der für jeden Ort die dort auftretende Geschwindigkeit ablesbar ist. Die Zielsetzung besteht darin, die Gesetzmäßigkeiten der Strömung in mikroskopischen Strukturen zu untersuchen. Die hierbei zu überwindenden Schwierigkeiten haben mit der geforderten räumlichen Auflösung (feiner als 50 Mikrometer) zu tun. Zum einen galt es poröse Modellobjekte, im vorliegenden Fall sogenannte Perkolationscluster (von percolare, lat. = durchsickern lassen), in geeigneter Form herzustellen. Dies gelang mit der Röntgentiefenlithographie, einer Technik, die Elke Kossel während eines Gastaufenthaltes an der Synchrotronstrahlungsquelle des Brookhaven National Laboratory, New York, in Versuchsserien erproben konnte.

Zum anderen ist die Messung von Geschwindigkeiten mit der geforderten Ortsauflösung deshalb mit Schwierigkeiten behaftet, weil sich die signalgebenden Atomkerne infolge ihrer Bewegung während der Messung, auch wenn diese nur einige Mikrosekunden dauert, aus dem Bildsegment, dem sie zu Meßbeginn zugeordnet wurden, entfernen können. Da in komplexen Porennetzwerken eine breite Geschwindigkeitsverteilung auftritt, läßt sich das Problem nicht allein durch die Wahl einer geeigneten Einflußgeschwindigkeit lösen. Dennoch gelang es erstmalig, zumindest Teile der Flußkarte experimentell mit der erforderlichen feinen Auflösung zu bestimmen. Durch einen Abgleich der Daten mit numerischen Computer-Simulationen des Flußfelds, die auf der Basis der bekannten Struktur des Porenraums durchgeführt werden, konnte die Zuverlässigkeit der Messungen nachgewiesen werden.

Die überwiegende Mehrzahl der Materialien in Natur und Technik sind in der einen oder anderen Form porös. Kenntnis und Kontrolle von Strömungen durch Mikroporennetzwerke gewinnen mit der immer aktueller werdenden Mikrosystemtechnologie auch entwicklungstechnische Bedeutung. Elke Kossel hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer neuen, praktikablen Methodik für die Mikrofluidik geleistet.

inhalt Molekular-zielgerichtet
Onkologisches Herbstseminar des Tumorzentrums Ulm
  »Molekular-zielgerichtete Behandlung in der Onkologie« lautete das Thema des Onkologischen Herbstseminars des Tumorzentrums Ulm am 25. Oktober 2003. Bei vielen Tumoren insbesondere des hämatologischen und des Formenkreises der internistischen Onkologie wurden in den letzten Jahren mit der konventionellen Chemotherapie nur geringe Fortschritte erzielt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit neuer Therapieansätze sowie der Entwicklung neuer zielgerichteter Medikamente.

Namentlich infolge der Entschlüsselung des menschlichen Genoms sowie der Identifikation tumorspezifischer Zielstrukturen eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten der antineoplastischen Therapie. Darauf aufbauende Medikamente umgehen nicht nur die üblichen Resistenzmechanismen, sondern haben häufig infolge ihrer selektiven Wirkung eine geringere Nebenwirkungsrate. Beispiele für diese neue Generation von Medikamenten sind der Tyrosinkinaseinhibitor STI 571 (Glivec®), Inhibitoren des VEGF-Rezeptors sowie die Gruppe der Histo- und der Acetylaseinhibitoren.

Das Onkologische Herbstseminar des Tumorzentrums Ulm hat eine Auswahl dieser Substanzen vorgestellt, die größtenteils bereits klinisch angewendet werden. Neben dem derzeitigen Anwendungsprofil standen insbesondere die zu erwartenden Nebenwirkungen zur Diskussion.

inhalt »Neutronenbombe der Universitätspolitik«
Betrachtungen zur kompletten Stellenbesetzungssperre
  In der Professorenschaft taucht der Begriff »komplette Stellenbesetzungssperre« (im folgenden als kS bezeichnet) in letzter Zeit in vielen Diskussionen auf, wobei ein erheblicher Interpretationsspielraum zu erkennen ist. Daher hier der Versuch einer Begriffsklärung. Im Wortsinn bedeutet die kS, daß keine freiwerdende Stelle wiederbesetzt wird, solange die Sperre aufrechterhalten wird. Dies ist eine sehr einschneidende und weitgehende Maßnahme einer Universitätsverwaltung, die, wenn überhaupt jemals, dann sicher nur bei entsprechend kompletter Pleite durchgeführt wurde oder wird.

Betrifft die kS wirklich alle Stellen? Offenbar ja, denn was sonst soll mit dem Adjektiv »komplett« gemeint sein? Trotzdem sind vielleicht auch zwei mildere Interpretationen denkbar: Die kS bezieht sich nur auf Landesstellen, nicht auf Drittmittelstellen. Dies wäre deswegen sinnvoll, weil die Universität zum Ausgleich ihrer eigenen Finanzmisere nicht in fremde Taschen greifen darf. Trotzdem könnte die Verwaltung natürlich die Besetzung von Drittmittelstellen behindern oder verzögern, aber welchen Sinn sollte das haben?

Die kS bezieht sich nur auf neu zu besetzende Stellen, nicht auf Stellen, auf denen dieselbe Person weiterbeschäftigt wird. Dies würde das Arbeitsamt weniger belasten, soziale Härten vermeiden und möglicherweise auch Prozesse vor dem Arbeitsgericht. Hier ist allerdings auch eine weniger milde Variante vorstellbar: Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise schon ein Jahr das Klima der kS erlebt hat, wird er nicht mehr mit einer Verlängerung seiner Stelle rechnen können, da nach dieser Übergangszeit die Stellenbesetzungs-sperre auch bei Weiterbeschäftigung greift und er ja auch genügend Zeit hatte, sich umzuorientieren.

In der Universitätspolitik kann die kS möglicherweise zur schrittweisen Auflösung von Fakultäten eingesetzt werden. Als reines Druckmittel ist die kS allerdings kaum einsetzbar, denn sie hätte selbst in der milderen Form (s.o.), beispielsweise auf Fakultätsebene eingesetzt, viel zu gravierende Folgen für die betroffene Fakultät: In der Lehre könnten kleine von der kS betroffene Abteilungen mangels Assistenten nur noch in stark eingeschränktem Maße, wenn überhaupt, Übungen zu Vorlesungen, Praktika oder Seminare durchführen. Dies wird das Lehrangebot in willkürlicher und inhaltlich nicht abstimmbarer Weise einschränken. Eine Vorausplanung des Lehrangebots beispielsweise für das Vorlesungsverzeichnis wird so zu einer ganz neuen Herausforderung.

Die Forschung wird darunter leiden, daß die Professoren unverhältnismäßig stark durch die Aufrechterhaltung der Lehre beansprucht werden. In dieser Situation werden die Professoren außerdem voraussichtlich verhältnismäßig mehr Zeit für Bewerbungen an andere Universitäten als für das Verfassen von Drittmittelanträgen oder wissenschaftlichen Veröffentlichungen verwenden. Hervorragende Kollegen werden unter diesen Bedingungen einen Ruf an die betroffene Fakultät ablehnen. Mittelfristig spart man so nicht nur bei den leicht zu entlassenden wissenschaftlichen Angestellten, sondern sogar auch bei den unkündbaren Professoren.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird praktisch unmöglich, wenn man den potentiellen Doktoranden keine sichere Finanzierung mehr bieten kann. Bisher war es schon schwierig genug, angesichts von ein- oder zweijährigen Projektperioden bei Drittmitteln eine gewisse Sicherheit über zwei Jahre hinaus zu suggerieren. Hierbei waren die wenigen Landesstellen der Abteilungen ein hilfreicher und letztlich auch notwendiger Finanzierungspuffer. Ohne diesen Puffer kann der Professor ehrlicherweise keine weitergehenden Versprechungen mehr geben. Hochbegabten Studenten kann man vielleicht den Weg zu einer planbaren akademischen Karriere im Ausland ebnen.

Bildlich gesprochen ist also die komplette Stellenbesetzungssperre so etwas wie die Neutronenbombe der Universitätspolitik. Die Drohung, sie auszulösen, hat so unabsehbare Folgen, daß sie praktisch nicht umgesetzt werden kann. Bei der Neutronenbombe ist das zwar nicht die Ansicht mancher Generäle, wohl aber der Politiker (selbst Herr Bush hat sie bisher nicht eingesetzt).

Prof. Dr. Günther Palm

inhalt Lediglich Uneinsichtigkeit war ihm ein Greuel
Die Prorektoren danken ihrem Chef Wolff
  Da mittlerweile ganz hochoffiziell das bisherige Rektorat verabschiedet und das neue Rektorat in Amt und Würden ist, ist es auch für uns ehemalige Prorektoren ein Anliegen, noch einmal unseren früheren »Chef«, Altrektor Prof. Dr. Hans Wolff, zu würdigen. Dabei geht es uns weniger um seine unzweifelhaften, schon mehrfach herausgestellten Verdienste um die Universität Ulm, wie etwa die signifikante Erhöhung der Studentenzahlen (von ca. 4700 auf fast 7000) durch die Einführung neuer, innovativer Studienangebote oder den Einstieg der Universität Ulm in die Internationalisierung, die mit dem Engagement an der German University in Cairo (GUC) auch weltweit Beachtung fand, sondern vor allem um den Menschen.

In der Zeit unseres Rektorats ist die - gelegentlich scherzhaft gebrauchte - Formulierung »unser Chef« bei Hans Wolff stets auf heftigen Widerstand gestoßen. Er mochte diese Formulierung nicht, da er sich weder als Chef des Rektorats fühlte noch in irgendeiner Weise auch nur annähernd wie ein typischer Chef verhalten hat. Statt dessen hat er stets betont, daß er sein Rektorat als ein Team versteht, in dem man zwar manchmal hart in der Sache argumentierte, aber stets fair miteinander umging und sich - vor allem - jeder hundertprozentig auf den jeweiligen anderen verlassen konnte.

Diese von Gemeinschaftssinn, Konzilianz, Fairneß, Einfühlungsvermögen und Respekt geprägte, kollegiale Einstellung war charakteristisch für Hans Wolff und führte nicht selten dazu, daß er - völlig uneigennützig und manchmal gegen seine eigene Überzeugung - den Standpunkt des oder der anderen einnahm. Seine partnerschaftliche, manchmal sogar väterlich-freundschaftliche Grundeinstellung war auch nicht auf die Mitglieder des Rektorats beschränkt, sondern galt allen Gruppen in der Universität, von den Professoren über die wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter bis hin zur Verwaltung und natürlich den Studierenden. Er kannte keine Standesunterschiede und schätzte den Hausmeister ebenso wie den Professorenkollegen. Sehr eindrucksvoll und für jeden deutlich sichtbar konnte man genau dies bei seiner inoffiziellen Verabschiedung im Rektoramt beobachten. Lediglich Uneinsichtigkeit, Arroganz und Kleingeistertum waren ihm so sehr ein Greuel, daß er sich nicht scheute, sich in dieser Hinsicht gelegentlich selbst mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens anzulegen. Stets hatte er ein offenes Ohr für alle Arten von Sorgen, Nöten und Problemen. Er suchte stets den Ausgleich und bemühte sich - mit beeindruckender Erfolgsquote - um eine ausgewogene, allen (meist divergierenden) Interessen gerecht werdende Lösung. Dabei war er sicherlich kein bequemer, aber immer verläßlicher Partner. Dies galt insbesondere auch für die Zusammenarbeit mit dem Ministerium, was natürlich letztlich wieder der Universität zugute kam.

Sehr wichtig - neben all seinen vielen offiziellen Verpflichtungen - waren ihm auch die sozialen und menschlichen Kontakte. Auf die tägliche Espresso-Runde mit seinen engsten Mitarbeitern im Rektoramt hat er ebensowenig verzichtet wie auf den montäglichen Plausch über das vergangene Fußball-Wochenende. Auch zu erwähnen ist das regelmäßige morgendliche Telefonat mit dem Rektoramt auf seinen vielen Dienstreisen, um wenigstens auf diese Weise den Kontakt zu seinen Mitarbeitern zu halten und sie an seinem Tagesablauf teilhaben zu lassen. Auch über seine engsten Mitarbeiter hinaus liebte er das spontane, offene Gespräch im zwanglosen, inoffiziellen Rahmen und hat über diese Schiene sicherlich sehr vieles bewegt und erreicht, was über die jeweils offiziellen Kanäle vielleicht schwierig oder gar unmöglich gewesen wäre.

Typisch für ihn und beispielhaft für uns war auch seine schier unendliche Geduld, wenn z. B. in stundenlangen Senatssitzungen zum zehnten Mal dasselbe Argument auf dem Tisch lag. Dazu kam seine Gelassenheit und Höflichkeit, sogar Formalisten und Pedanten gegenüber. Wir Prorektoren waren uns häufig nach einschlägigen Sitzungen unisono einig, daß wir es niemals geschafft hätten, eine derartige Geduld und Ruhe aufzubringen. Über all die bereits erwähnten Eigenschaften hinaus muß aber noch die zentrale gewürdigt werden, die Herrn Wolff vor allen anderen auszeichnet: seine tief verwurzelte Menschlichkeit, an der er zu keiner Zeit und unter keinen wie immer gearteten Umständen bereit gewesen wäre auch nur geringste Abstriche zu machen.

Altrektor Wolff hat sehr vieles für die Universität Ulm geleistet, auch wenn dies in den derzeitig schwierigen Zeiten von vielen leider ignoriert, vergessen oder verdrängt wird. Ebenso war er als Mensch - für uns Prorektoren wie auch für andere - stets ein Vorbild, eben ein richtiger Chef im denkbar positivsten Sinne. Dafür möchten wir ihm von ganzem Herzen danken und ihm das erdenklich Beste für seinen bevorstehenden (Un-)Ruhestand wünschen.

Helmuth Partsch, Hermann Schumacher, Vinzenz Hombach

inhalt Die Bedeutung der Ingenieurwissenschaften im Fächerspektrum der Universität Ulm
10 Jahre Mikroelektronik-Technikum
  Als am 17. September 1987 der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth seine Regierungserklärung zum Aufbau der Wissenschaftsstadt auf dem Oberen Eselsberg und in diesem Zusammenhang zum Ausbau der Universität Ulm gab, zeichnete sich mit den erforderlichen Neubauten für die kommende Fakultät für Ingenieurwissenschaften auch der Bedarf an einem Reinraum für die Halbleitertechnologie ab. Schon wenige Jahre später, inzwischen waren die Ingenieurwissenschaften - neben weiteren Fächern - 1989 gegründet worden, sollte das Reinraumgebäude als Kernstück des Mikroelektronik-Technikums stehen. Der Einweihung am 1. Juli 1993 war gerade einmal eine etwa zweijährige Bauzeit vorausgegangen. Die Baukosten beliefen sich nach heutiger Währung auf rund 20 Mio. EUR. Etwa 12 Mio. EUR mußten in die Geräte investiert werden. In der Folgezeit wurde die Geräteausstattung mit Investitionen in Höhe von ca. 5 Mio. EUR aus Drittmitteln komplettiert.

Neben sechs Anlagen für Molekularstrahlepitaxie und drei Gasphasen-epitaxie-anlagen zur Erzeugung von Verbundhalbleiter-Materialien mit atomarer Präzision verfügt der Reinraum über optische und Elektronenstrahl-Lithographie für Nanostrukturen, Beschichtungsanlagen wie Sputter-, CVD- und Aufdampfanlagen zur Erzeugung von kontaktierenden, isolierenden und vergütenden Schichten, konventionelle naßchemische und moderne Trockenätztechnik sowie ein breites Band an Geräten zur Charakterisierung einzelner Schichten bis hin zu kompletten Bauelementen und Funktionsgruppen.

Medizin und Ingenieurwissenschaften

Hauptnutzer des Mikroelektronik-Technikums sind die Abteilungen Elektronische Bauelemente und Schaltungen, Halbleiterphysik sowie Optoelektronik. Die Halbleiterphysik befaßt sich mit der Materialanalyse und grundlegenden Untersuchungen zum Einsatz neuer Nanomaterialien. Die beiden anderen Abteilungen richten ihre Forschungsanstrengungen auf neue bzw. verbesserte elektronische und optoelektronische Bauelemente sowie die Mikrosystemtechnik. So sind zum Beispiel Hochleistungslaserdioden und oberflächenemittierende Laser in der Abteilung Optoelektronik sowie Höchstfrequenztransistoren, -schaltungen und Hochtemperaturhalbleiter in der Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen entwickelt worden. Darüber hinaus pflegen die Abteilungen einen engen Kontakt zu den Lebenswissenschaften, der in dieser Form eine einzigartige Verbindung zwischen Medizin und Ingenieurwissenschaften darstellt. Zu den industriellen Partnern gehören neben vielen anderen die Firmen Infineon und DaimlerChrysler, aber auch mittelständische Unternehmen. Das Drittmittelaufkommen aus öffentlicher Förderung sowie aus den Verträgen mit Forschungspartnern liegt bei mehreren Mio. EUR im Jahr. Aus dem Umfeld des Mikroelektronik-Technikums ist es in den vergangenen Jahren überdies zur Gründung neuer Firmen gekommen. Zu den »Spin-offs« gehören die Gesellschaft für Diamantprodukte (GFD), die neue Produkte auf der Basis künstlich erzeugter Diamantschichten herstellt und insbesondere durch Diamantskalpelle für die Mikrochirurgie bekannt geworden ist; ferner die U-L-M-Photonics mit der Spezialisierung auf oberflächenemittierende Laserdioden mit Vertikalresonator sowie microGaN, deren Schwerpunkt im Bereich der Hochfrequenz-Hochleistungstransistoren liegt.

Eine zweitätige Veranstaltung am 17. und 20. Oktober 2003 erinnerte an die Inbetriebnahme des Reinraums vor zehn Jahren. Experten aus verschiedenen Fachbereichen der Universität diskutierten in einem gemeinsamen Kolloquium des SFB 569 »Hierarchische Strukturbildung und Funktion organisch-anorganischer Nanosysteme« und des Mikroelektronik-Technikums neueste Forschungsergebnisse. Schwerpunkt der Forschungsarbeiten im SFB ist die Erzeugung von Nanostrukturen. Während es schon seit vielen Jahren mit modernen Epitaxiemethoden gelingt, Schichtdicken im Nanometerbereich präzise mit gewünschten Eigenschaften herzustellen, ist die dreidimensionale Strukturierung das Problem der Gegenwart. Aufgrund des Mangels an Werkzeugen für diese kleinen Dimensionen versuchen die Forscher, gezielt Nanopartikel auf der Oberfläche eines Trägers abzuscheiden. Das erfolgt zum einen mit modernsten Geräten der Oberflächenanalyse, die speziell umgebaut und zur Abscheidung verwendet werden. Der andere Ansatz geht von Makromolekülen aus, die sich wohlgeordnet auf der Oberfläche ansammeln und dabei eingeschlossene Nanopartikel in regelmäßiger Struktur ablegen. Diese Technik verfügt, von der wissenschaftlichen Bedeutung abgesehen, zudem über einen ästhetischen Reiz. Neben den Arbeiten an den selbstorganisierenden Materialien wurde auch über moderne Methoden zur Herstellung von DNA-Mikrochips und die Anwendung von Lasern in der Materialbearbeitung für medizinische Zwecke berichtet.

Transdisziplinäres Kompetenznetzwerk

Im wissenschaftspolitischen Teil des zehnjährigen Gründungsgedächtnisses am 20. Oktober standen die Vorträge von Altrektor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Theodor M. Fliedner und des Aufsichtsratsvorsitzenden der Firma Jenoptik Prof. Dr. h.c. Lothar Späth, Altministerpräsident von Baden-Württemberg und jetzt bei Merril Lynch, im Mittelpunkt. Während Späth Thesen zur globalen Entwicklung vortrug, galten Fliedners Ausführungen vorrangig der Entwicklung der Universität Ulm.

Der Altrektor skizzierte in seinem »Synergien in den Wissenschaften: Die Bedeutung der Ingenieurwissenschaften im Fächerspektrum der Universität Ulm« titelnden Vortrag die wesentlichen Meilensteine des Universitätsausbaus und seine konzeptionelle Basis in Gestalt der Denkschrift zur Entwicklung der Universität, die 1986 dem damaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth übergeben wurde. Rund 10.000 Wissenschaftler, so Fliedner, sind derzeit in Ulm tätig. Auf dem Eselsberg wurde eine einzigartige Forschungslandschaft aus Universität, Fachhochschule, industrieller Forschung und An-Instituten geschaffen. Die Zahl der einschlägigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen verdoppelte sich in den vergangenen 20 Jahren auf etwa 2.000. Dieses Potential möchte Fliedner genutzt sehen. Eine wichtige Voraussetzung seien dabei der Aufbau eines transdisziplinären Kompetenznetzwerkes innerhalb der Universität. Bereits bestehende Kooperationen mit der Industrie gelte es auszubauen und die Potentiale der Wissenschaftsstadt mit konsensfähigen Konzepten weiterzuentwickeln.

Holzschnittartige Prägnanz

Um globale Dimensionen ging es in der Rede Lothar Späths über die »Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch Förderung der technologischen, anwendungsorientierten Forschung«. Späth schilderte in holzschnittartiger Prägnanz den Istzustand der Bundesrepublik Deutschland, um daraus Empfehlungen für zukünftige Schwerpunktsetzungen abzuleiten. Mit der demographischen Entwicklung und der daraus resultierenden schwierigen Altersversorgung erörterte Späth zugleich die Aussicht auf eine desolate Unterfinanzierung der Krankenversicherung aufgrund immer längerer Lebenserwartung und verbesserter medizinischer Versorgung: »Früher bezahlte die Krankenkasse einen Krückstock für 10 Euro, heute ein neues Hüftgelenk.« Den Ausweg aus dieser Misere sieht Späth in erhöhter Lebensarbeitszeit ohne Frühverrentung bei gleichzeitig deutlich verlängerter wöchentlicher Arbeitszeit. Wichtige Felder wie die Gentechnik seien in Deutschland vernachlässigt worden. Auch auf anderen Gebieten werde die hochtechnologische Forschung nicht in erforderlichem Umfang vorangetrieben. Die Gehälter deutscher Wissenschaftler stünden in keinem Verhältnis zu ihrer Arbeitszeit. Die Ansiedlung großer Industrieunternehmen sei ambivalent zu beurteilen, wenn sie nicht sogar ein Verlustgeschäft darstelle, da hierzulande im weltweiten Vergleich zu viel dafür bezahlt werde. Dabei suche sich die Großindustrie bekanntlich unmittelbar nach Auslaufen der Förderung, im allgemeinen also nach zehn Jahren, andere, günstigere Standorte. Diese enorme Beweglichkeit des Großkapitals, die unter dem Schlagwort Globalisierung erfaßt wird, werde von dem vorherrschenden lokal geprägten Handeln zu wenig berücksichtigt.

Das rohstoffarme Deutschland, resümiert Späth, müsse den Dienstleistungsbereich stärken (»Der Deutsche bedient lieber eine Maschine als seinen Nachbarn«), und insbesondere den einzig verfügbaren Rohstoff, die Innovationskraft, wieder vermehrt nutzen. Dazu gehöre, daß auf höchstem Niveau ausgebildet und in der Folge das Wissen im eigenen Land umgesetzt werde. Wichtig sei dabei, daß die Grundlagenforschung den Weg zu neuen Produkten aufzeige. Auf der anderen Seite mahnte Späth an, daß die produktive Verwertung von Grundlagenerkenntnissen in Deutschland erfolgen müsse, sonst würden die deutschen Investitionen in die Grundlagenforschung vom Ausland zu Geld gemacht und wir hätten das Nachsehen. Eine wichtige Voraussetzung bestehe darin, daß die Techniker in Deutschland marktwirtschaftliches Verständnis entwickeln und nicht nur Spezialisten auf ihrem technischen Gebiet bleiben (»Der deutsche Ingenieur haßt seinen Kunden«).

Übersichtsvorträge aus dem Mikroelektronik-Technikum über international renommierte Forschungsergebnisse setzten am zweiten Tag weitere wissenschaftliche Akzente. Darüber hinaus referierten unter anderen Prof. Lester F. Eastman von der Cornell University über »Past and future of high speed electronics« und Dr. Peter Bachmann von der Philips-Forschung in Aachen über Chancen und Probleme der Mikroelektronik in den Lebenswissenschaften am Beispiel kohlenstoffbasierter Materialien wie Nanoröhren oder Diamant. Der Rektor der Universität Ulm, Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling, berichtete aus seiner Tätigkeit als Forschungsleiter der Infineon Technologies über die Anwendungsmöglichkeiten von Nanoelementen in der Elektronik und die Verknüpfung der Elektronik mit Nervenzellen zur Erforschung der Wirksamkeit von Medikamenten.

Dr.-Ing. Jürgen Mähnß

inhalt Ein brillanter Chirurg und ausgezeichneter Wissenschaftler
Prof. Jörg Vollmar zum 80. Geburtstag
  Die Berufung Jörg Vollmars 1970 auf einen Lehrstuhl für Chirurgie, den ersten deutschen Lehrstuhl für Thorax- und Gefäßchirurgie, sowie zum Ärztlichen Direktor der gleichnamigen Abteilung war für die junge Universität Ulm ein Glücksfall. Rasch entwickelte sich Ulm damit zum Treffpunkt für die Spezialisten der Disziplin aus den europäischen Ländern und aus Übersee. Vollmar hat auf seinem Fachgebiet höchste Anerkennung im In- und Ausland erworben. Er gilt als einer der international renommiertesten deutschen Gefäßchirurgen der zurückliegenden drei Jahrzehnte. Vielbeachtete wissenschaftliche Aktivitäten und international besetzte Symposien prägten das Bild der von ihm geleiteten chirurgischen Abteilung.

1967 erschien Vollmars Lehrbuch »Rekonstruktive Chirurgie der Arterien« in Erstauflage. Das Werk sollte weite Verbreitung erfahren und nachhaltige Bedeutung gewinnen. Es wurde in die englische, französische, italienische und spanische Sprache übersetzt und erlangte so schon bald den Status des internationalen gefäßchirurgischen Standardwerkes. Regelmäßige überarbeitete Neuauflagen hielten das Lehrbuch kontinuierlich auf dem neuesten Stand. Die 4. und letzte, wiederum neubearbeitete Auflage erschien 1996.

Lebhaft interessierten und beschäftigten Vollmar die Geschichte der Medizin, insbesondere der Chirurgie, und seit der Berufung nach Ulm speziell auch die mit seiner neuen Heimatstadt verbundene Medizinhistorie. So stieß er bald auf den in seiner Zeit berühmten Arzt Johannes Scultetus. Prof. Vollmar hat sich in besonderer Weise um die historiographische Bearbeitung der Ulmer Medizingeschichte verdient gemacht, und es ist vor allem seinen Bemühungen zu danken, daß die epochale medizinhistorische Bedeutung des Lebenswerkes von Johannes Scultetus, der von 1625 bis 1645 Stadtphysicus der Freien Reichsstadt Ulm war, für die Nachwelt wiederentdeckt und dokumentiert werden konnte. Besonders hervorzuheben ist der von Vollmar besorgte Reprint des »Wundarzneyischen Zeughaußes«, des von Scultetus verfaßten ersten chirurgischen Lehrbuches in deutscher Sprache. Es fügte sich gut, daß der Nachdruck des Werkes pünktlich zum Beginn der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie im Jahr 1974 in Ulm vorgelegt werden konnte. Die Tagung war ein erster Höhepunkt in Vollmars Ulmer Tätigkeit. Sie fand unter seiner Leitung mit starker internationaler Beteiligung statt und wurde zu einem ganz großen Erfolg.

Wenig später wurde die Scultetus-Gesellschaft in Ulm gegründet. Dazu sei eine Pressestimme aus dieser Zeit zitiert: »In Anknüpfung an das Lebenswerk des Ulmer Stadtchirurgen Johannes Scultetus, dessen bedeutendes Lehrbuch für Chirurgie im Jahre 1974 anläßlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie in Ulm in einem Nachdruck neu erschienen ist, haben am 30.1.1975 Vertreter der Universität, der Stadt und verschiedener anderer Institutionen eine Scultetus-Gesellschaft gegründet. Als Zweck und Ziel der Vereinigung gilt die Förderung der medizinhistorischen Forschung im Bereich der ehemaligen Freien Reichsstadt Ulm und der wissenschaftlichen Forschung in den verschiedenen Disziplinen der Chirurgie und ihrer Nachbargebiete. Das junge Spezialgebiet der Angiologie kann hier als interdisziplinäres Modell genannt werden.« Ein weiteres Anliegen der Gesellschaft war und ist, in den immer sehr gut besuchten Jahresveranstaltungen im Kornhaus der Bevölkerung die moderne Medizin allgemeinverständlich nahezubringen und hier auch nach Möglichkeit neue Lehrstuhlinhaber mit ihren wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkten vorzustellen.

Anläßlich seines 80. Geburtstages am 22. September 2003 hat die Scultetus-Gesellschaft e.V. Ulm-Donau Prof. Dr. Jörg Vollmar zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Rahmen eines kleinen Empfangs, zu dem die engsten Freunde und alten Schüler geladen waren, überreichte der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Hans-Hinrich Mehrkens, Leitender Arzt der Abteilung Anästhesiologie des Rehabilitationskrankenhauses Ulm, dem Jubilar die Urkunde. Auch kann in diesem Jahr ein langjähriger Wunsch Prof. Vollmars verwirklicht werden, was wohl als nachträgliches Geburtstagsgeschenk gelten darf: In Anknüpfung an den Namensgeber der Gesellschaft wird noch 2003 der neugeschaffene »Scultetus-Preis« ausgeschrieben, der künftig in zweijährigem Turnus an Nachwuchswissenschaftler der Universität Ulm für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der medizinhistorischen Forschung oder gerätetechnischer Innovationen in der operativen Medizin vergeben werden soll und mit 3.000€ dotiert ist.

Unsere besten Wünsche gelten einem brillanten Chirurgen, einem ausgezeichneten Arzt und Wissenschaftler und guten Freund, Jörg Vollmar, dem nunmehrigen Ehrenvorsitzenden der Scultetus-Gesellschaft Ulm.

Friedrich Nobbe, ehedem Leiter der Abteilung Innere Medizin des Bundeswehrkrankenhauses Ulm

inhalt Meine ganze Kraft für das Amt
Rede des scheidenden Rektors Prof. Dr. Hans Wolff zur Rektoratsübergabe
  Für die Universität ist der heutige sicher ein wichtiger Tag, wie auch für mich persönlich. Ich darf von mir sagen, daß ich mich zwar nicht nach diesem Amt gedrängt habe, im Augenblick der Entscheidung aber vor acht Jahren den Vorschlag zur Kandidatur mit der Absicht angenommen habe, im Fall der Wahl meine ganze Kraft für die Universität und für dieses Amt einzusetzen. Viele haben mir bestätigt, daß diese Identifikation auch nach außen sichtbar geworden ist. Ich habe aber auch für mich viel gewonnen, mein Leben ist reicher geworden. Ich habe Begegnungen mit interessanten Menschen gehabt und Erfahrungen in den unterschiedlichsten Feldern sammeln können. Dies hatte natürlich einen Preis, den meine Familie, vornehm-lich meine Frau, zahlen mußte.

Ein großer Teil der Verantwortung eines Rektors liegt in der Sorge um die Studierenden. Es hat mich sehr gefreut, daß ich zu den Studierenden stets ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis hatte. Ich war und bin kein Mensch für Sprechstunden. Wir hatten die Vereinbarung, daß meine Tür einfach offen war. Dieses Angebot wurde so akzeptiert, und ich bin allen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich daraus entwickelt hat, sehr dankbar. Sehr froh bin ich, auf eine gute Interaktion mit den Wissenschaftlern der Universität zurückschauen zu können, mit den einzelnen Professoren, aber auch den wissen-schaftlichen Mitarbeitern, den Fakultäten als Gliederungen der Universität, dem Senat als zentralem innerem Gremium, dem bis zum Jahr 2000 gut funktionierenden Ver-waltungsrat und dem Großen Senat.

Vermittlung der Leitgedanken

Ein Rektor braucht zur Vermittlung der Leitgedanken und der strategischen Ausrichtung die Mitarbeit der Dekane. Diese Kooperation war während meiner achtjährigen Amtszeit fast ausnahmslos gegeben. Ich danke den Dekanen für die gelegentlich sicher nicht einfache Aufgabe, die Vermittlerrolle zu übernehmen und die großen Anstrengungen, die sie, die Fakultätsvorstände und viele Kollegen auf sich genommen haben, die Universität zeitgemäß neu und erfolgreich aufzustellen. Die wichtigsten und mit ihm eng verbundenen Partner sind für den Rektor die Mitglieder des Rektorats. Mit ihnen, Kanzler bzw. Kanzlerin und den Prorektoren werden die wichtigsten Entscheidungen vorbereitet, die Leit-gedan-ken entwickelt, Anstöße aus der Universität aufgenommen, Vorschläge für den Universitätsrat erarbeitet und immer wieder die Grundfrage erörtert, wie bei real immer geringer werdender Ausstattung der Wettbewerb mit den anderen Institutionen der tertiären Bildung gestaltet werden kann.

In meinem ersten Rektoratsabschnitt 1995-1999 blieb neben Kanzler Dr. Dietrich Eberhard als weiterer Garant für einen kontinuier-lichen Übergang der Querdenker, Diskussionen auf den Punkt bringende Prof. Dr. Jürgen Aschoff Prorektor. Dazu kam Kollege Ebeling, unser heutiger Rektor, Prorektor bis in meine zweite Amtszeit. Als mein längster Begleiter im Rektorat wechselte er nach über fünf Jahren als Forschungs- und Entwicklungschef nach München zu Infineon. Jürgen Aschoff schied nach acht Jahren Prorektorat bei Beginn meiner zweiten Amtszeit auf eigenen Wunsch aus. Vinzenz Hombach übernahm daraufhin das »medizinische« Prorektorat. Sein gro-ßes Engagement ist zum Beispiel bei Begründung des Netzwerks Zytoorganopoese, bei der Einwerbung einer Max-Planck-For-schungs-gruppe, beim Life-Science-Gebäude und bei vielen weiteren Gelegenheiten zum Ausdruck gekommen. Nachfolger von Prof. Ebeling wurde Prof. Dr. Hermann Schumacher, mit dem ich unter anderem im internationalen Bereich erfolgreich zusammen-gearbeitet habe. Im Zuge der neuen Grundordnung wurde das Rektorat durch einen weiteren Kollegen, Prof. Dr. Helmuth Partsch, verstärkt. Er hatte sich als Studiendekan in der Informatik bereits derart ausgezeichnet, daß ihm die Aufgabe der Koordination aller Aktivitäten und die Weiterentwicklung im Bereich der Lehre an-ver-traut wurden. Zurecht, wie sich gezeigt hat.

Nach über 20 Jahren Dienstzeit als Kanzler schied Dr. Dietrich Eberhard vor einem Jahr aus, seine Verdienste haben wir umfassend bei seiner Verabschiedung gewürdigt. Mit Dr. Katrin Vernau haben wir eine Nachfolgerin gewinnen können, die für unsere Universität gerade im Hinblick auf die notwendige Konsolidierung der Finanzen ein Glücksfall ist. Wie schnell sie - und dies ist nur ein Beispiel - die Kameralistik über Bord geworfen und durch verständliche Wirtschaftspläne und Controlling-Instrumente ersetzt hat, war für uns alle, auch für die Mitglieder des Univer-sitäts-rates, sehr beeindruckend. Und an dieser Stelle soll zugleich mein Dank an das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst stattfinden für die mannigfache Hilfe und die geleistete Arbeit.

Verläßlicher Wegbegleiter

Mit der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) hat die Universität einen verläß-lichen Wegbegleiter, Freund und Helfer. Materiell und ideell unterstützt die UUG vor allem Studierende und jüngere Wissen-schaftler. Sie hat mitgeholfen, die Verbindung zur Stadt und zur Region zu vertiefen. Die Unterstützung, die ich selbst durch sie erfahren habe, hat meine Arbeit sehr erleichtert. Vor wenigen Tagen erst haben wir gemeinsam das schöne Buch von Barbara Schäuffelen »Sag niemals nie! Wie sich die Ulmer ihre Universität ertrotzten«, vorgestellt.

Neben der UUG gibt es herausragende individuelle Förderer und Einzelförderungen, die in der heutigen Zeit für die Univer-sität von immer größer werdender Bedeutung sind. Stellvertretend für viele andere seien hier Dr. Wolfgang Eychmüller, Dr. Hermann Eiselen, Werner Kress, das Haus Merckle und Siegfried Weishaupt genannt. Mit ihrer Hilfe war ich unter anderem in der Lage, unsere musischen Bereiche (Orchester, Chor, Ballett, Musische Werkstatt) zu fördern, in Not geratenen ausländischen Studierenden zu hel-fen, bei Bedarf durch Stipendien besonders begabte Studierende zu unterstützen, unseren studentischen Teams (zum Beispiel der Fußballroboter oder der Programmierer) ihre jeweilige Teilnahme bei den Europa- und Weltmeisterschaften zu ermög-lichen und vieles mehr.

Enge Verbindung mit der Stadt

Die Stiftung von Werner Kress zur Errichtung einer Pro-fessur und Abteilung »Strategische Unternehmensführung und Finanzierung« hat uns vor einem Jahr in einer schwierigen Zeit in besonderem Maß geholfen. Weitere Stiftungslehrstühle wie der Ludwig-Erhard-Stiftungslehrstuhl, die Stiftungsprofessur für Biochemie der Gelenks- und Bindegewebserkrankungen von Dr. Adolf Merckle, die KAVO-Stiftungsprofessur in der Laser- und Dentaltechnik, die Stiftungsprofessur und die Infrastruktur der Firma Siemens zur Etablierung der Abteilung Telekommunikationstechnik und Angewandte Informa-tions-theorie haben uns geholfen, bei geringerer öffentlicher Förderung neue For-schungsgebiete anzugliedern.

Mein Anliegen war es in der Tat, den Weg der Integration der Universität in die Stadt und in die Region weiterzubeschreiten. Mir lag immer daran, gemeinsam mit der Stadt, der Region und der Wirtschaft zu wirken. Die Technologiefabrik Ulm (TFU) und die Bioregio Ulm sind nur zwei Beispiele einer auch für uns wichtigen, guten Sache. Viele weitere kooperative Unternehmungen wurden gestartet, in wechselnden Beteiligungen, etwa der Gründerverbund mit der Fachhochschule Ulm, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Universität als Beteiligten wie auch der Bau der Sporthalle Nord als gemeinsames Projekt der Stadt und der Universität. Auf dem Oberen Eselsberg hat sich mit dem Science Park eine enge Verbindung mit der Stadt ergeben, die Wissenschaftsstadt ist Wirklichkeit geworden. Tausende neuer Arbeitsplätze sind hier oben entstanden, einschließlich der ca. 500 Arbeitsplätze, die durch die Einwerbung von Drittmittelprojekten innerhalb der Universität zusätzlich zu den Landesstellen geschaffen werden konnten.

Verteilungsschlüssel zwischen den Universitäten

In der Landesrektorenkonferenz (LRK) habe ich intensiv und gern mitgearbeitet, es war mehr als eine Pflicht. Die Bedeutung der LRK wurde mir gleich zu Beginn 1995/96 klar, als die Idee aufkam - Minister Prof. Dr. Peter Frankenberg war ein wesentlicher Urheber dieser Idee - mit dem Land einen Solidar-pakt abzuschließen. Wir hatten für diese nicht einfache Entscheidung nur ein kleines Zeitfenster von wenigen Wochen, die nächste Steuerschätzung durfte nicht bekannt sein. Heute wissen wir, daß es trotz des hohen Preises, den die Universitäten zu zahlen haben, eine absolut richtige Entscheidung war. Unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen des Landes mag ich gar nicht aus-denken, was wäre, wenn wir uns damals in der entscheidenden Sitzung in Ettlingen nicht auf den Verteilungsschlüssel zwischen den Universitäten geeinigt hätten.

Die Arbeit in der LRK ist wichtig und interessant, für die tägliche Arbeit in der eigenen Universität hilft die offene Aussprache, man erhält Hinweise für Lösungen aktueller Probleme, es werden Absprachen für ein gemeinsames Auftreten getroffen (auch gegenüber dem Ministerium). Ich wünsche der LRK weiterhin ein segensreiches Wirken für unsere Universitäten, die in Deutschland eine Spitzenstellung einnehmen.

Imagegewinn für Deutschland

Eine großartige baden-württembergische Initiative, mit den Patenuniversitäten Stuttgart und Ulm sowie den Partner-universitäten Mannheim und Tübingen, ist die German University in Cairo (GUC). Ich habe mich sehr gefreut, daß Prof. Dr. Ashraf Mansour heute bei uns ist. Ohne ihn hätte es diese riesige Unternehmung nicht gegeben. Der Imagegewinn für Deutschland, für seine Industrie, für die kulturellen Beziehungen, besonders für unser Land Baden-Württemberg und seine Universitäten, allen voran Stuttgart und Ulm, ist gewaltig. Gott segne unser aller gemeinsames Wirken.

Dieses Projekt ist wie vieles, was in den letzten acht Jahren gewachsen ist, kein bloßer Zufall. Wir haben in den inter-nationalen Beziehungen frühzeitig klare Schwerpunkte gesetzt, der eine war der zur Cairo University. Ziel war und ist letztlich, mit weltweit ausgewählten Partneruniversitäten enge Kooperationen, auch im Hinblick auf Curricula, einzugehen, um in für uns geeigneten Studiengebieten besonders gut ausgebildete Studierende auf Zeit für unsere Forschungs-projekte zu gewinnen. Nicht Quantität, Qualität ist die Zielrichtung.

Auch bei der enormen Erweiterung der Studienangebote ging es um mehr als um die bloße Gewinnung von mehr Studenten. Dies war bei einem Tiefstand von knapp 4500 Studenten im Jahr 1997 überlebensnotwendig. Wir haben in kürzester Zeit unser ausgezeichnetes, aber zu schmales Angebot von 13 möglichen Studienabschlüssen 1995 auf 35 Studienabschlüsse heute, also um weit mehr als das Doppelte, erhöht. Der Erfolg von heute ca. 6.800 Studenten hat uns recht gegeben. Anpassungen an den Markt der Abnehmer, aber eben auch strategische Überlegungen im vorher erwähnten Sinn spielten eine Rolle. Advanced Materials, Biochemie, Molekulare Medizin, Finance, Communications Technology sind solche Beispiele. Ähnliches läßt sich über unsere ausgezeichnete Stellung in der Forschungslandschaft in Deutschland sagen. Die Universität wird, und dafür ist der neue Rektor ein Garant, diesen Weg weiterverfolgen.

(Der Redetext wurde in der vorstehenden Wiedergabe gekürzt.)

Sonstiges
  Amtliche Bekanntmachungen
  Nr. 18 vom 22. Oktober 2003

Änderung der Geschäfts- und Zuständigkeitsordnung der gemeinsamen Kommission gem. § 26 UG für Geistes- und Kulturwissenschaften vom 10. Oktober 2003 (Seite 171-172)
Bekanntmachung der Neufassung der Geschäfts- und Zuständigkeitsordnung der gemeinsamen Kommission gem. § 26 UG für Geistes- und Kulturwissenschaften (Seite 173-174)

Nr. 19 vom 27. Oktober 2003

Beitragsordnung des Studentenwerks Ulm - Anstalt des öffentlichen Rechts - gültig ab 1. März 2004 (Seite 175 - 177)

Nr. 20 vom 4. November 2003

Geschäftsordnung der Frauenkommission der Universität Ulm vom 9. Oktober 2003 (Seite 178-183)

Nr. 21 vom 10. November 2003

Erste Satzung zur Änderung der Ordnung für die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber (DSH) an der Universität Ulm vom 30. Oktober 2003 (Seite 184-185)

  Aufgelöst
  Die Abteilung Entwicklungsplanung in Dezernat V, Bau- und Raumangelegenheiten, ist nach Mitteilung der Kanzlerin vom 27.10.2003 aufgelöst.

  ASSIST assistiert
  Die Zahl ausländischer Bewerber, die sich um die Zulassung an einer deutschen Hochschule bemühen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Interesse einer koordinierten Bearbeitung der Bewerbungen haben die deutschen Hochschulen nun in Bonn ASSIST (Arbeits- und Servicestelle für internationale Studienbewerbungen) gegründet. Am 4. November kamen auf Initiative der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) 38 Hochschulvertreter zur Gründungsversammlung zusammen. HRK-Präsident Peter Gaehtgens und DAAD-Generalsekretär Christian Bode betonten, es handele sich um eine gemeinsam von den Hochschulen gegründete Einrichtung zur Rationalisierung von Verwaltungsabläufen.

Die ausländischen Interessenten richten ihre Bewerbungen über die Hochschule oder direkt an ASSIST. ASSIST prüft dann zunächst, ob die formalen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt und die eingereichten Dokumente vertrauenswürdig sind. Damit sollen die überlasteten Zulassungsstellen der Hochschulen von Routinearbeiten der Überprüfung ausländischer Vorbildungsnachweise entlastet, Mißbrauch verhindert und Kapazitäten für eine qualitätsorientierte Auswahl ausländischer Studierender freigesetzt werden. ASSIST erhält zunächst eine Anschubfinanzierung über den DAAD aus Mitteln des BMBF, soll sich aber ab 2004 aus Beiträgen der ausländischen Studienbewerber selbst tragen. Die Hochschulen von Berlin und Brandenburg hatten sich frühzeitig für die Schaffung einer solchen Servicestelle eingesetzt, so daß die Gründung von ASSIST auf Vorarbeiten aufbauen konnte.

HRK

  Horizon auf neuem Server
  Nach erfolgtem Umzug des Bibliothekssystems HORIZON auf einen neuen Server stehen die Bibliothekskataloge und die Bibliotheksservices des Kommunikations- und Informationszentrums der Universität Ulm (kiz) im www unter http://kiz.uni-ulm.de/ , dort unter »Bibliothek«, wieder vollständig zur Verfügung. Außerdem bestehen bei der Ausleihe vor Ort keine Einschränkungen mehr. Bitte wenden Sie sich bei eventuellen Unklarheiten an den helpdesk des kiz (Tel. 50-30000, Email helpdesk@kiz.uni-ulm.de).

Das neue Kompaktmagazin (Zeitschriften vor 1993) ist noch nicht frei zugänglich. Bestellen Sie bitte vorübergehend aus dem dort aufgestellten Bestand (Sammlung Z 01) per Katalog 2. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn die Bearbeitung Ihrer Literaturwünsche im Moment nicht im gewohnten Tempo vonstatten geht.

Dr. Gunter Weiner

  Sprache und Praxis in China
  Der Deutsche Akademische Austauschdienst schreibt das Programm Sprache und Praxis in China für Graduierte und Promovierte der Naturwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Architektur neu aus. Stipendienantritt ist im September 2004, die Stipendiendauer beträgt zwei Jahre (1 1/2 Jahre sprach- u. praxisorientiertes Programm in China, 6 Monate Praxisphase in deutsch-chinesischen Unternehmen). Der Studienabschluß sollte nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Bewerbungsschluß beim DAAD ist am 9.1.2004. Ausführliche Bewerbungsinformationen und Antragsformulare: http://www.daad.de/ausland/de/3.4.2.31.html

  DING-Profi-Ticket
  Auch für das Jahr 2004 können wir Ihnen beim Kauf einer ermäßigten Jahreskarte DING-Profi-Ticket (früher: Job-Ticket/DING-GKT-Ticket) behilflich sein. Der neue Bestellschein für die Erstbestellung des Profi-Tickets, gültig ab 1.1.2004, die Einzugsermächtigung und das Info 2004 sind ab sofort online verfügbar unter www.uni-ulm.de/personalrat . Für die Inhaber/innen des DING-Profi-Tickets 2003 wurde die Verlängerung/Kündigung des Tickets für das Jahr 2004 bereits in die Wege geleitet.

Das Ding-Profi-Ticket verlängert sich nach Ablauf des Vertragsjahres automatisch um ein weiteres Jahr - zu den dann jeweils gültigen Konditionen. Möchten Sie dies nicht, müssen Sie das Profi-Ticket mit Wirkung zum Ablauf des Tickets bei der Ansprechpartnerin im Dezernat III kündigen. Die Kündigung muß spätestens am 10. des Vormonats eingehen. Wir werden rechtzeitig vor Ablauf des Tickets nochmals auf die Kündigungsmöglichkeit hinweisen.

Durch Aufnahme in einen Pool konnten wir für Sie einen Rabatt von 10 % erreichen. Beim neuen Profi-Ticket gibt es auf der Strecke zwischen Ulm (DING) und Heidenheim (Heidenheimer Tarifverbund htv) einen neuen Übergangstarif. Nähere Informationen dazu erhalten Sie bei traffiti, Tel. 166-2123.

Personalrat

  Wolfgang-Eychmüller-Hörsaal
  In Würding der außergewöhnlichen Verdienste, die sich Ehrensenator Dr.-Ing. Dr.-Ing. e.h. Wolfgang Eychmüller um die Universität Ulm erworben hat, wurde am 24. November der große (der sogenannte Gelbe) Hörsaal in der Uni West nach ihm benannt. »Herr Dr. Eychmüller«, hält die Urkunde zur Namensgebung fest, »hat als erster Vorsitzender des neugeschaffenen Universitätsrats der Universität Ulm die Arbeit dieses Gremiums geprägt und als unverzichtbaren Bestandteil in die Universität integriert.« In den Verhandlungen mit dem Land habe er, heißt es weiter, »geleitet von der Idee einer zu stärkenden Autonomie Strukturentscheidungen vorangetrieben (...), die das Profil geschärft und damit die Wettbewerbsposition der Universität Ulm gestärkt haben«. Auch habe er, der Universität Ulm »seit ihrer Gründung als Freund und Ratgeber eng verbunden (...) ihre Entwicklung ideell und materiell nachhaltig gefördert«.

  Fahraufträge
  Die Universität hat Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung eingeleitet. Es muß gespart werden, und dies in allen Bereichen. Die Sparmaßnahmen betreffen auch den Fuhrpark. Die Stelle für die Annahme der Fahraufträge wird eingespart. Die Auftragsannahme muß daher von vorhandenem Personal mit übernommen werden. Seit dem 6. Oktober 2003 erfolgt die Annahme von Fahraufträgen durch die Leitwarte der Universität. Die Rufnummer für die Auftragsannahme bleibt unverändert 22142.

Die wichtigste und vordringlichste Aufgabe der Leitwarte ist jedoch nach wie vor die Bearbeitung von Notfällen und Störmeldungen. Deshalb muß bei der Annahme von Fahraufträgen gegebenenfalls mit Wartezeiten gerechnet werden. Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahme.

Dr. Hans-Hermann Gerhardt

  Qualität gastrointestinal
  Als erste universitäre Einrichtungen bundesweit im Umfeld der Gastroenterologie (Leber-, Magen-, Darmerkrankungen) haben die Funktionsbereiche Endoskopie, gastroenterologisches Funktionslabor und Ultraschalldiagnostik der Abteilung Innere Medizin I (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Guido Adler) der Universität Ulm die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000 erlangt. Im Rahmen einer Feierstunde erfolgte am 29. Oktober 2003 die offizielle Übergabe des begehrten Gütesiegels durch einen Vertreter der weltweit tätigen Zertifizierungsgesellschaft SGS-ICS (SGS = Société Générale de Surveillance) an Prof. Adler und seine Mitarbeiter.

Mit der Einführung des systematischen Qualitätsmanagements, für das in Ulm eine Stabsstelle des Klinikumsvorstands zuständig ist, wird das Ziel verfolgt, ein möglichst hohes Maß an Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit bei Gewährleistung eines hohen medizinischen Standards sicherzustellen. Bedürfnisse und Erwartungen der Patienten werden durch gezielte Befragungen erhoben. Kontinuierliche Verbesserungen und Weiterentwicklungen der klinischen/medizinischen Prozesse und Arbeitsabläufe sorgen für die Aufrechterhaltung der erreichten hohen Qualität.

  Ursula-M.-Händel-Tierschutzpreis
  Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) schreibt erstmals den Ursula-M.-Händel- Tierschutzpreis aus. Der Preis wird an aktive Forscher und Nachwuchswissenschaftler vergeben, die bei ihren Forschungsarbeiten in vorbildlicher Weise den Vorschriften des Tierschutzgesetzes genügen und/oder im Rahmen ihrer Forschung wesentlich zur Einschränkung, Verbesserung oder Ersetzung von Tierversuchen beitragen. Die Preissumme kann bis zu 50.000 € erreichen. Um den Preis können sich natürliche Personen bewerben; Bewerbungen von Gruppen sind ausnahmsweise möglich. Jede Bewerbung soll bisherige Arbeiten im Sinne der obengenannten Zielsetzungen unter Bezug auf den Forschungsstand eingehend beschreiben (bis zu zehn Seiten). Ferner sind eine Projektskizze der beabsichtigten Arbeiten (bis zu fünf Seiten) sowie ein wissenschaftlicher Lebenslauf und eine Liste der Veröffentlichungen beizufügen. Die DFG begrüßt es, wenn ihr Stellungnahmen unabhängiger Wissenschaftler zu der Bewerbung separat zur Verfügung gestellt werden. Bewerbungsschluß ist am 31.12.2003 (Poststempel) bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Weitere Informationen bei: Dr. Hans-Joachim Bode, DFG-Geschäftsstelle in Bonn, Tel. 0228-885-2297, Email: hans-joachim.bode@dfg.de

  In eigener Sache
  Seit mehr als 23 Jahren erscheint das Ulmer Universitätsmagazin uni ulm intern achtmal im Jahr. Beginnend mit Januar 2004 wird diese Frequenz herabgesetzt. Künftig und bis auf weiteres werden nur noch sechs jährliche Ausgaben hergestellt. Erscheinungsmonate werden Januar, März, Mai, Juli, September und November sein. Als Redaktionsschlußtermin bleibt wie bisher der letzte Tag des dem Erscheinungsmonat voraufgehenden Monats definiert.

Die Entscheidung zur Verringerung der jährlichen Ausgabenzahl von uni ulm intern ist im Zusammenhang mit den Sparzwängen getroffen worden, die für die Universität Ulm unausweichlich sind. Bei um zwei Ausgaben reduzierter Erscheinungsfrequenz kann eine Einsparung von ca. 4.000 EUR p. a. erzielt werden. Sie ergibt sich (ausschließlich) im Sektor der Portokosten. Der Beschluß wurde vom Rektorat am 3. März 2003 gefaßt.

  FELASA-Akkreditierung
  Die Federation of European Laboratory Animal Science Associations (FELASA) hat im November 2003 den versuchstierkundlichen Blockkurs des Tierforschungszentrums der Universität Ulm nach Kategorie C als ersten und bisher einzigen Kurs in Deutschland offiziell akkreditiert.

Gemäß den Forderungen sowohl der Europäischen Kommission (ETS 123, Artikel 26) als auch der Europäischen Union (Richtlinien des Rates 86/609/EWG, Artikel 14) haben Personen, die mit lebenden, für wissesnschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltieren umgehen, eine angemessene Ausbildung nachzuweisen. Der Ulmer Kurs vermittelt die wesentlichen theoretischen und praktischen Aspekte tierexperimenteller Forschungsprojekte. Auch tierexperimentell forschende Ärzte, Tierärzte, Biologen etc. müssen einschlägige Kenntnisse und Fähigkeiten haben und nachweisen. Dies gilt in besonderem Maße für Projekte mit operativen Eingriffen an Wirbeltieren und für zukünftige Leiter und stellvertretende Leiter tierexperimenteller Forschungsprojekte.

Auch Doktoranden und technische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die kleinere Eingriffe und Behandlungen am Tier durchführen und eine Ausnahmegenehmigung entsprechend § 9 Tierschutzgesetz (TSchG) benötigen, müssen entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen (s.a. im Internet http://www.uni-ulm.de/tfz).

  Paul-Martini-Preis
  Die Paul-Martini-Stiftung schreibt für 2004 den mit 25.000 EUR dotierten Paul-Martini-Preis international aus. Bewerbungsfähig sind Arbeiten aus der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung. Die Arbeiten (maximal vier) sollen in sich abgeschlossen, bereits publiziert (aber nicht älter als zwei Jahre) oder im Druck sein. Bewerber müssen Erst- oder Seniorautoren sein. Bewerbungen - mit siebenfacher Ausfertigung der Arbeit in deutscher oder englischer Sprache - sind bis 31.12.2003 zu richten an die Paul-Martini-Stiftung, Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin.

  Postbank Finance
  Die Postbank prämiiert mit dem Postbank Finance Award Arbeiten, die sich mit aktuellen finanzwirtschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Die Dotation beträgt insgesamt 70.000 EUR. Für die Teilnahme sind Teams aus drei bis fünf Studierenden und einem Hochschullehrer/einer Hochschullehrerin zu bilden. Der Wettbewerb ist fächerübergreifend. An einer Hochschule können mehrere Teams gebildet werden. Die Wettbewerbsbeiträge müssen bis zum 15.3.2004 bei der Postbank eingereicht werden. Die Registrierung muß bis 15.12.2003 erfolgen. Weitere Informationen unter Tel. 0180-3050222 oder im Internet www.postbank.de/finance-award .

  Stammzellforscher
  Die Landesstiftung Baden-Württemberg fördert international herausragende Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der adulten Stammzellforschung. Das Programm wurde weltweit ausgeschrieben. Die geförderten Forscher können sich die Einrichtung in Baden-Württemberg, an der sie arbeiten wollen, selbst aussuchen. Bewerbungsschluß ist am 31.12.2003 bei der Landesstiftung Baden-Württemberg, Richard-Wagner-Straße 51, 70184 Stuttgart.

  Felix-Wankel-Tierschutzpreis
  Der Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis wird von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) für 2004 wieder ausgeschrieben. Er honoriert innovative wissenschaftliche Arbeiten, deren Ergebnis oder Ziel es ist, Versuche am und mit dem lebenden Tier zu ersetzen oder einzuschränken, und die dem Tierschutzgedanken allgemein förderlich sind. Die Dotation beträgt 30.000 EUR. Vorschlagsberechtigt sind wissenschaftliche Institutionen und Fachgesellschaften. Eigenbewerbung ist nicht möglich. Vorschläge müssen bis 31.1.2004 beim Dekanat der Tierärztlichen Fakultät der LMU, Veterinärstraße 13, 80539 München, vorliegen.

  Personalien
 

Bestellungen, Ernennungen, Verleihungen

zum apl. Professor
PD Dr. Florian GEBHARD, Abteilung Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
zum Honorarprofessor an der Universität Potsdam: Prof. Dr. Ulrich HERRMANN, Seminar für Pädagogik
zum Ehrendoktor (Dr. h.c.) der Semmelweis-Universität Budapest, Ungarn: Prof. Dr. Michael GEORGIEFF, Abteilung Klinische Anästhesiologie
zum Ehrendoktor (Dr. h.c.) der Universität Debrecen, Ungarn: Prof. Dr. Frank LEHMANN-HORN, Abteilung Angewandte Physiologie
zum Wissenschaftlichen Assistenten
Frank KARGL, Abteilung Medieninformatik

Gewählt

zu Studiendekanen der Medizinischen Fakultät (Amtszeit bis 30.9.2005): Prof. Dr. Bernd HALLER, Abteilung Zahnerhaltungskunde, Kinderzahnheilkunde und Parodontologie; Prof. Dr. Peter KERN, Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie; Prof. Dr. Thomas MERTENS, Abteilung Virologie
in den Vorstand des Graduiertenkollegs 328: Prof. Dr. Dieter M. Kolb, Abteilung Elektrochemie (Sprecher); Prof. Dr. Katharina LANDFESTER, Abteilung Organische Chemie II; Prof. Dr. Peter REINEKER, Abteilung Theoretische Physik; Prof. Dr. Paul ZIEMANN, Abteilung Festkörperphysik
zum Sprecher der Landesvertretung Akademischer Mittelbau Baden-Württemberg (LAM BW; Wiederwahl): Dr. Ulrich REUTER, Abteilung Analytische Chemie und Umweltchemie

25jähriges Dienstjubiläum

Robert SPROLL, Wissenschaftliche Werkstatt

40jähriges Dienstjubiläum

Dr. Walter DOLLHOPF, Wissenschaftliche Werkstatt

Ausgeschieden

PD Dr. Florian BANHART, Zentrale Einrichtung Elektronenmikroskopie
Herbert BARTSCHAT, Zentrale Universitätsverwaltung, Technische Versorgungszentrale
Andreas BOGER, Abteilung Experimentelle Physik
Sven BAUMER, Abteilung Theoretische Informatik
Süreyya DAL, Abteilung Mikrobiologie und Biotechnologie
Katrin DEUFEL, Abteilung Experimentelle Ökologie der Tiere
Dietmar ERNST, Abteilung Programmiermethodik und Compilerbau
Dr. Wolfgang FALKE, Kommunikations- und Informationszentrum (kiz, Abteilung Literaturverwaltung)
PD Dr. Martin FREIBERG, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie
Silke FÜRSTBERGER, Abteilung Theoretische Physik
Axel GANDY, Abteilung Stochastik
Petra HARAKAIDIS-ROHWER; Sektion Spektren- und Strukturdokumentation
Astrid HELBLE, Pressestelle
Prof. Dr. Stephan HERMINGHAUS, Abteilung Angewandte Physik
Steffen HINSS, Abteilung Betriebswirtschaft
Dr. Natalia IZIOUMSKAIA, Abteilung Halbleiterphysik
Maciej KALINSKI, Abteilung Quantenphysik
Dr. Andreas KASSLER, Abteilung Verteilte Systeme
Karl-Heinz KERLIEß, Zentrale Universitätsverwaltung, Hochschulsport
Holger KILZ, Sektion Chemische Funktionen in Biosystemen
Melanie KIRCHNER, Humboldt-Studienzentrum
Johannes KONLE, Abteilung Halbleiterphysik
Karin KORNAKER, Systematische Botanik und Ökologie
Anzhela KOSYURA, Abteilung Systematische Botanik und Ökologie
Johannes KREMER, Wissenschaftliche Werkstatt
Jan Magnus KRIEGL, Abteilung Biophysik
Dr. Don Carroll LAMB, Abteilung Biophysik
Bettina LINGENFELDER, Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen
Johannes van der MERWE, Abteilung Molekulare Botanik
Hildegard PFÄNDER, Abteilung Experimentelle Physik
Herbert RUEß; Zentrale Universitätsverwaltung
Tanja SCHMID, Wissenschaftliche Werkstatt, Feinwerktechnik
Rafael SCHMIDT, Abteilung Zahlentheorie und Wahrscheinlichkeitstheorie
Andreas SCHENK, Abteilung Biophysik
Marcus SCHERER, Abteilung Optoelektronik
Ralf SCHÖNFELDER, Sonderforschungsbereich 569
Astrid STRAUB, Ethikkommission
Dora TECH, Dekanat der Medizinischen Fakultät
Holger THEN, Abteilung Theoretische Physik
Richard TOEPEL, Kommunikations- und Informationszentrum, kiz
Martin TSCHUNKO, Abteilung Betriebswirtschaft
Dr. Thomas WEBER, Tierforschungszentrum
Robert WELTE, Abteilung Gesundheitsökonomie

Gestorben

Adelheid MORGENWEG, ehedem Dekanatssekretärin der Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik

  Gäste
  Prof. Dr. V. AGRANOVICH Russische Akademie der Wissenschaften, Troitzk, Rußland, in der Abteilung Theoretische Physik
Prof. Dr. Sergei Nikolaevich ARTEMENKO Russian Academy of Sciences, Institute of Radioengineering and Electronics (IRE RAN), Moskau, in der Abteilung Mathematische Physik
Dr. Ludmilla BRONSTEIN Indiana University, Chemistry Department, Bloomington, USA, in der Sektion Polymer Science
Prof. Dr. Sabina DOLAPCHIEVA Sofia, Bulgarien, in der Abteilung Anatomie und Zellbiologie
Dr. Zoltan ERDELYI Universität Debrecen, Dept. Sollid State Physics, Ungarn, in der Abteilung Festkörperphysik
Dr. Elena KALININA Russian Academy of Sciences, Institute of Organoelement Compounds, Moskau, in der Sektion Polymer Science
Dr. Dmitry MOLIGIN Tver State University, Department of Physical Chemistry, Rußland, in der Sektion Polymer Science
Prof. Dr. Régis REAU CNRS, Université de Rennes 1, Chemistry Department, Frankreich, in der Abteilung Organische Chemie II
Alexey TERSHCHENKO Russische Akademie der Wissenschaften, Institute of Synthetic Polymer Materials, Moskau, in der Abteilung Polymer Science
Prof. Dr. Vladimir I. YUDSON Russian Academy of Sciences, Troitzk, Rußland, in der Abteilung Theoretische Physik
  Venia legendi
 
für das Fach Anorganische Chemie Dr. Susanne STRIEGLER, Abteilung Anorganische Chemie II,
(Habilitationsthema: »Polymeric receptors for selective carbohydrate recognition in water: Towards novel mimics of glycoside transforming enzymes«
  Promotionen
 

zum Dr. rer. nat.

Dipl.-Chem. Christoph FREUDENBERGER
»Beiträge zum Beta-Silyleffekt in Carbokationen und zur Ionenpaarbildung in ionischen Flüssigkeiten - NMR-spektroskopische und computerchemische Untersuchungen«
Veranstaltungstermine
  Freitag, 28.11.2003 13.00 Uhr
Symposium »Fahreignung und Fahrsicherheit«, Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80 (gemeinsame Veranstaltung der Abteilung Rechtsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin)

Freitag, 28.11. und Samstag, 29.11.2003
2. Ulmer Kardio-MRT-Basiskurs, OE, Hörsaal Klinikum (Veranstaltung der Abteilung Innere Medizin II)

Montag, 1.12.2003 17.00 Uhr
Dr. Dr. Burkhard Dirks, Univ. Ulm: »Massenanfall Verletzter/Großschadensereignis - Sichtungsübung«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Montag, 1.12.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Wrachtrup, Stuttgart: »Biomoleküle als Kraftwerke und Motoren«, OE, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 1.12.2003 18.00 Uhr
PD Dr. G. Münch, Leipzig: »Entzündliche Prozesse bei der Alzheimer-Demenz - von der Grundlagenforschung bis zur Wirkstoffsuche«, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abt. Neurologie)

Montag, 1.12.2003 19.30 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Garche, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung, Ulm: »Alternative Energiewandlungsprozesse - Wann kommt die Brennstoffzelle?«, Ludwig-Heilmeyer-Saal, Grüner Hof 5c (Studium generale)

Dienstag, 2.12.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Yann Bugeaud, Straßburg: »Exponentielle Diophantische Gleichungen«, OE, Helmholtzstraße 18, Raum 220 (Mathematisches Kolloquium)

Dienstag, 2.12.2003 18.30 Uhr
Dr. Frank Reister, Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Univ. Ulm: »Schwangerschaft und Geburt« (anschließend Kreißsaalführung), Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Mittwoch, 3.12.2003 8.30 Uhr
Dr. Mihály Szécsi, Szeged: »Fluorescent labelling of recombinant ecdysteroid receptor contructs with biarsenical fluorescein dye FIAsH«, OE, Universität, M 24, Raum 501 (Biologisches Kolloquium)

Mittwoch, 3.12.2003 15.00 Uhr
Dr. Nikolaus von Hofacker, München: »Regulationsstörungen im Säuglingsalter: exzessives Schreien, Schlafstörungen, Fütterstörungen (»Koliken«)«, Hörsaal Michelsberg (Fortbildung der Univ.-Kinderklinik)

Mittwoch, 3.12.2003 18.00 Uhr
Onkologisches Kolloquium »Maligne Gliome - Diagnostik, Therapie, Prognose«, Safranberg, Hörsaal 4 (Veranstaltung des Tumorzentrums)

Mittwoch, 3.12.2003 18.15 Uhr
Fortbildung »Myokarditits - Kardiomyopathie: Moderne Diagnostik und Therapie«, OE, Hörsaal Klinikum (Veranstaltung der Abteilung Innere Medizin II)

Donnerstag, 4.12.2003 18.00 Uhr
Prof. Dr. Jochen Hörisch, Mannheim: »Das Abendmahl als Massenmedium«, Evangelische Studentengemeinde, Grüner Hof 7 (Veranstaltung der Evangelischen Studentengemeinde)

Donnerstag, 4.12.2003 19.30 Uhr
Prof. Dr. Georg Essen: »Die theologische Bewertung der Säkularisierungsprozesse der Moderne«, Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80 (Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)

Montag, 8.12.2003 17.00 Uhr
Dr. Gerhard Hege-Scheuing, Univ. Ulm: »Einführung in die Psychosomatik für Anästhesisten«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Montag, 8.12.2003 17.15 Uhr
Dr. Karl von Meyenn, Univ. Ulm: »Wolfgang Pauli und die Bedeutung seines Briefwechsels für die Physik«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 8.12.2003 18.00 Uhr
PD Dr. M. Endres, Berlin: »Präventive Schlaganfalltherapie: experimentelle Untersuchungen und klinische Perspektive«, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Montag, 8.12.2003 19.30 Uhr
Prof. Dr. Albert K. Hofmann, Ulm: »Mensch: Original und Kunstprodukt«, Hochschule für Gestaltung (HfG), Am Hochsträß 8 (Studium generale)

Dienstag, 9.12.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Wolfgang Kimmerle, Stuttgart: »Über Gruppenringe einfacher endlicher Gruppen«, OE, Helmholtzstraße 18, Raum 220 (Mathematisches Kolloquium)

Dienstag, 9.12.2003 18.30 Uhr
Dipl.-Psych. Dr. Dorothee Munz, Univ. Ulm: »Psychologische Aspekte der Schwangerschaft und der Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Mittwoch, 10.12.2003 12.00 Uhr
PD Dr. Klaus Lieb, Freiburg: »Neurobiologie der Borderline-Persönlichkeitsstörung«, Am Hochsträß 8, Raum 214 (Psychosoziales Kolloquium)

Mittwoch, 10.12.2003 18.00 Uhr
Verleihung des Gottron-Just-Wissenschaftspreises 2003, Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80

Montag, 15.12.2003 17.00 Uhr
Podiumsdiskussion »Komplikationen bei Dilatationstracheotomien und deren Prävention«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Montag, 15.12.2003 17.15 Uhr
Prof. Dr. Ralf Wehrspohn, Paderborn: »Geordnete poröse Nanostrukturen - ein Modellsystem für photonische, plasmonische und magnonische Kristalle«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 15.12.2003 18.00 Uhr
Prof. Dr. Heinz, Berlin: »Dopaminerge Dysfunktion bei Alkoholabhängigkeit und Schizophrenien«, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Montag, 15.12.2003 19.30 Uhr
Prof. Dr. Frank Steiner, Univ. Ulm: »Albert Einstein: Von Ulm nach Princeton«, Stadthaus Ulm (Studium generale)

Dienstag, 16.12.2003 16.15 Uhr
PD Dr. Klaus Thonke, Univ. Ulm: »Anorganische Halbleiter-Nanostrukturen, erzeugt über selbstorganisierende Polymere: Verfahren und Eigenschaften«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Kolloquium für Physiklehrer)

Dienstag, 16.12.2003 18.30 Uhr
Prof. Dr. Frank Pohlandt oder Vertreter, Univ. Ulm: »Betreuung des Neugeborenen«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Mittwoch, 17.12.2003 19.00 Uhr
Prof. Dr. Rudolf Egg, Wiesbaden: »Gefährliche Sexualstraftäter? Mythen und Fakten«, Am Hochsträß 8, Hörsaal 106 (Studium generale)

Mittwoch, 7.1.2004 19.00 Uhr
Dr. Thomas Ross, Univ. Ulm: »COMSKILLS - Erste Ergebnisse einer europäischen Verbundstudie zur Verbesserung der Prognose forensischer Patienten in Deutschland, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Norwegen«, Am Hochsträß 8, Hörsaal 106 (Studium generale)

Donnerstag, 8.1.2004 19.30 Uhr
Musik & Lyrik: Das Leben von Novalis in Liedern und Gedichten, Ludwig-Heilmeyer-Saal, Grüner Hof 5c (Studium generale)

Montag, 12.1.2004 17.00 Uhr
Prof. Dr. F. Wappler, Hamburg: »Propofol zur Sedierung bei Kindern. Wie evident ist das PIS wirklich?«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Montag, 12.1.2004 17.15 Uhr
Prof. Dr. Peter Hänggi, Augsburg: »Brownsche Motoren«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 12.1.2004 18.00 Uhr
Prof. Dr. Kömpf, Lübeck: »Das frontale Augenfeld - was ist ein kortikales Feld?«, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Montag, 12.1.2004 19.30 Uhr
Prof. Dr. Kurt-Hermann Stapf, Tübingen: »Was ist Streß? Wie kommt er zustande? Psychologische Anmerkungen zu einem aktuellen Thema«, Ludwig-Heilmeyer-Saal, Grüner Hof 5c (Studium generale)

Dienstag, 13.1.2004 16.15 Uhr
Prof. Dr. Frank Steiner, Univ. Ulm: »Über dunkle Energie und Einsteins ‚größte Eselei’«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Kolloquium für Physiklehrer)

Dienstag, 13.1.2004 18.30 Uhr
Dr. Frank Reister, Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Univ. Ulm: »Schwangerschaft und Geburt« (anschließend Kreißsaalführung), Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Dienstag, 13.1.2004 20.15 Uhr
Gespräch mit Prof. Dr. Shraga F. Goldmann, Begründer der Ulmer Immungenetik, ESG-Räume, Grüner Hof 7 (Veranstaltung der Evangelischen Studentengemeinde Ulm)

Mittwoch, 14.1.2004 12.00 Uhr
Dr. Jürgen Friedrich, Darmstadt: »Dialektisch behaviorale Therapie in einem Netzwerk Niedergelassener: Eine Evaluation zu Prozeß und Ergebnis ambulanter DBT«, Am Hochsträß 8, Raum 214 (Psychosoziales Kolloquium)

Donnerstag, 15.1.2004 20.00 Uhr
Prof. Dr. J. Renn, Berlin: »Wie Einstein die Relativitätstheorie fand«, Stadthaus Ulm (Studium generale)

Montag, 19.1.2004 17.15 Uhr
Prof. Dr. Walter Zimmermann, Saarbrücken: »Strukturbildung in Physik und Biologie - in Olivenöl, im Rotwein, in Zellmaterial...«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 19.1.2004 18.00 Uhr
Prof. Dr. H. Braak, Frankfurt: »Die Entwicklung pathologischer Veränderungen des Nervensystems bei Morbus Parkinson«, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Montag, 19.1.2004 19.30 Uhr
Dr. Alexander Rengstorf, Neu-Ulm: »Bessere Fachärzte für Allgemeinmedizin!?«, Ludwig-Heilmeyer-Saal, Grüner Hof 5c (Studium generale)

Dienstag, 20.1.2004 18.30 Uhr
Dipl.-Psych. Dr. Dorothee Munz, Univ. Ulm: »Psychologisches Aspekte der Schwangerschaft und der Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Donnerstag, 22.1.2004 20.00 Uhr
Prof. Dr. J. Ehlers, Golm: »Einstein und der physikalische Zeitbegriff«, Stadthaus Ulm (Studium generale)

Montag, 26.1.2004 17.00 Uhr
Prof. Dr. G. Conti, Rom: »Non-invasive ventilation«, Safranberg, Hörsaal 2 (Fortbildung der Univ.-Klinik für Anästhesiologie)

Montag, 26.1.2004 17.15 Uhr
Prof. Dr. Harald Fritzsch, München: »Sind Naturkonstanten zeitabhängig?«, OE, Universität, Hörsaal 2 (Physikalisches Kolloquium)

Montag, 26.1.2004 18.00 Uhr
Prof. Dr. C. van Broeckhoven, Antwerpen: »Molecular genetics of early onset dementias«, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Montag, 26.1.2004 19.30 Uhr
Dr. Wolf-Dieter Trüstedt, Univ. Ulm: »Vom Stundenbild zum abstrakten Computer-Film«, Ludwig-Heilmeyer-Saal, Grüner Hof 5c (Studium generale)

Montag, 26.1.2004 20.00 Uhr
Prof. Dr. Michael Kober, Freiburg: »Wieso funktioniert eine Kreditkarte?«, Stadthaus Ulm (Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)

Dienstag, 27.1.2004 18.30 Uhr
Prof. Dr. Frank Pohlandt oder Vertreter, Univ. Ulm: »Betreuung des Neugeborenen«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Dienstag, 27.1.2004 19.00 Uhr
Valerij Petasch: Klavierabend, OE, Universität, Hörsaal 4/5 (Studium generale)

Dienstag, 27.1.2004 20.15 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Meyer: »Welches Europa wollen wir?«, ESG-Räume, Grüner Hof 7 (Veranstaltung der Evangelischen Studentengemeinde Ulm)

Donnerstag, 29.1.2004 19.30 Uhr
Dr. Heiner Geißler: »Ethik im Spannungsfeld der Globalisierung«, Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80 (Veranstaltung des Humboldt-Studienzentrums)

Donnerstag, 29.1.2004 20.00 Uhr
Prof. em. Dr. N. Straumann, Zürich: »Weiße Zwerge, Neutronensterne und Schwarze Löcher«, Stadthaus Ulm (Studium generale