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Nr.: 269 Juli 2004


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inhalt Digitalisierung der bildbasierten Diagnostik und Therapie
Auf dem Weg zur integrativen elektronischen Krankenakte
  Die einschneidenden Veränderungen im Rahmen der DRG-Einführung (Diagnosis Related Groups, die fallbezogene Vergütung im Krankenhaus) und die ständig zunehmende Informationsflut erfordern eine ganzheitliche Sicht auf das medizinische Leistungsgeschehen. Bereits seit Jahren wird am Universitätsklinikum Ulm das Konzept einer integrativen elektronischen Krankenakte verfolgt. Im jeweiligen Behandlungskontext sollen bei Bedarf alle relevanten Patientendaten am klinischen Arbeitsplatz zur Verfügung stehen.

Auf dem Weg zur integrativen elektronischen Krankenakte ist die vollständige und unterbrechungsfreie Digitalisierung der bildbasierten Diagnostik und Therapie im Picture Archiving and Communication System (nachfolgend PACS genannt) eine wesentliche Voraussetzung. Aus diesem Grund hat der Vorstand des Universitätsklinikums Ulm im September 2002 beschlossen, ein solches System zur elektronischen Bildarchivierung und -kommunikation klinikumsweit einzuführen. Ein HBFG-Antrag dazu wurde im Januar 2004 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zustimmend begutachtet. Insgesamt wurden 4,3 Millionen Euro für dieses Projekt genehmigt. Mit der Installation soll noch im laufenden Jahr begonnen werden.

Die Zeit zwischen Untersuchungsende und Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse soll gegenüber dem status quo (film- und papierbasierte Arbeitsweise) drastisch verkürzt werden. Im Ergebnis soll das PACS der Prozeßoptimierung dienen und damit auch einen Beitrag zur weiteren Verkürzung der durchschnittlichen Patientenverweildauer leisten. Durch die konsequente Ablösung des Films als Archiv-, Befundungs- und Kommunikationsmedium im Bereich bildgebender Verfahren kann zugleich eine drastische Reduktion der Filmkosten und der Filmfolgekosten erreicht werden. Im Jahr 2002 betrugen allein diese Kosten im Universitätsklinikum Ulm über 800.000 €. Sie sollen bereits 12 Monate nach Aufnahme des Realbetriebs um mindestens 72 % und nach 36 Monaten um 91 % reduziert sein.

Bessere Patientenversorgung

Im Umfeld bildbasierter Diagnostik und Therapie wird durch Einführung einer konsequent digitalen Arbeitsweise die Arbeitsproduktivität signifikant erhöht. Davon profitieren nicht nur die primärbefundenden Ärzte (z. B. Radiologen), sondern auch weitere Berufsgruppen (sekundärbefundende und überweisende Ärzte, der Medizinisch-Technische Dienst, Pflegekräfte, Archivkräfte, wissenschaftlich tätige Mitarbeiter sowie Dozenten und Studenten im Rahmen der Lehre). Darüber hinaus sollen durch PACS aber auch qualitative Verbesserungen in der Patientenversorgung erreicht werden. PACS ist eine wesentliche Voraussetzung für die elektronische Krankenakte. Mit PACS als durchgehend digitaler Arbeitsplattform im Bereich bildgebender Verfahren werden die Voraussetzungen für den zukünftig routinemäßigen Einsatz telemedizinischer Anwendungen (z. B. Teleradiologie, Expertenkonsultation in- und außerhalb des Klinikums) geschaffen. Die rechtzeitige und vollständige Verfügbarkeit von Voruntersuchungen ermöglicht eine bessere Befundung. Die deutlich höhere Auffindungsrate im elektronischen Archiv im Vergleich zum Filmarchiv verkürzt zudem die Wartezeit der Patienten.

In den ersten Wochen des Übergangs zur digitalen (filmlosen) Arbeitsweise muß erfahrungsgemäß zunächst mit sinkender Arbeitsproduktivität gerechnet werden. Erfahrungen aus gut geplanten PACS-Installationen zeigen jedoch, daß 12 Monate nach Inbetriebnahme des PACS bereits 80 bis 90 % der Voruntersuchungen elektronisch verfügbar sind und der Film weitgehend abgelöst ist. Das Universitätsklinikum Ulm hat sich für eine ganzheitliche und klinikumsweite PACS-Einführung entschieden. Nur so kann die filmbasierte Bildkommunikation abgelöst werden. Ein Parallelbetrieb (filmbasiert und filmlos) ist extrem unwirtschaftlich.

Zunächst werden sämtliche Geräte der Abteilung Diagnostische Radiologie an das PACS angeschlossen. Da die Abteilung als zentrale Funktionsabteilung für nahezu alle Kliniken und Abteilungen des Universitätsklinikums arbeitet, hat dieser PACS-Anschluß für das Gesamtklinikum den größten Nutzen und ist daher vordringlich. Auch verfügt die Radiologische Diagnostik über die meisten bilderzeugenden Geräte, das größte Bilddatenvolumen und das mit Abstand größte Einsparpotential durch die Ablösung des Films als Archiv- und Kommunikationsmedium. In einem zweiten Schritt sollen dann die Abteilungen Innere Medizin I und II folgen. Die Kardiologie hat nach der Diagnostischen Radiologie die meisten bilderzeugenden Geräte und das zweitgrößte Bilddatenvolumen. Danach erfolgt der Anschluß der Abteilung Nuklearmedizin.

Das zu beschaffende PACS umfaßt die komplette Hardware, Software und Dienstleistung um die klinikumsweite PACS-Einführung am Universitätsklinikum Ulm zu gewährleisten. Dazu gehören die digitale Bildakquisition (online), die rechtssichere elektronische Archivierung und Dearchivierung, die Softcopy-Befundung (Primärbefundung am Monitor), die Bildbetrachtung am Monitor bei diagnostischer Bildqualität (Sekundärbefundung) und die filmlose Demonstration und Besprechung in größerer Runde. Außerdem ist die Systemintegration der vorhandenen Abteilungsinformationssysteme und der vorhandenen Bildinformationssysteme sowie die klinikumsweite Bild- und Befundkommunikation über das Klinikumsnetz und integriert in das Klinische Arbeitsplatzsystem IS-H*med (Elektronische Krankenakte) Teil des Projektumfanges.

Datenfluß auch unter Spitzenbelastungen

Gefordert wird eine zentrale Systemarchitektur des PACS, wobei das Archiv gegenüber dem übrigen System als eine einzige logische Komponente erscheinen soll. Die Architektur des PACS-Archivsystems besteht neben den PACS-Workstations (Frontend) und den eingesetzten Servern (Middleware) aus den zur physikalischen Kurz- und Langzeitarchivierung eingesetzten Speichersystemen (Back-End). Zu letzteren werden Systeme wie z. B. RAID, NAS, CAS, optische Jukeboxen und Bandroboter gezählt. Von entscheidender Bedeutung ist hier auch die physikalische Schnittstelle zwischen den Laufwerken dieser Subsysteme und den sie verwaltenden Servern.

Der Betrieb des PACS muß ganztägig für 365 Tage im Jahr sichergestellt sein. Durch einen eventuellen Totalausfall einzelner Komponenten (z. B. des zentralen Servers) darf das System nicht lahmgelegt werden. Es soll gewährleistet sein, daß Untersuchungen nach Ablauf der gültigen Archivierungszeiten automatisch gelöscht werden können. Die geltenden Archivierungszeiten sollen sich durch ein projektspezifisch parametrisierbares Regelwerk festlegen lassen (z. B. 10 Jahre Aufbewahrungsfrist nach Röntgenverordnung (RöV), 30 Jahre für RT, usw.). Ferner sollen Informationen aus dem Krankenhaus-Informationssystem (KIS), die nicht primär im PACS abgespeichert, aber bedeutsam für die Archivierungsfristen sind, berücksichtigt werden können. Beispiel: Wenn die Regel-Archivierungszeit für Patientenakten 30 Jahre nach dem Datum der letzten Behandlung des Patienten im Krankenhaus beträgt, muß die Information über das Datum der letzten Behandlung vom entsprechenden Informationssystem per Schnittstelle dem PACS mitgeteilt werden können.

Das Archivsystem soll so ausgelegt werden, daß das ermittelte Datenaufkommen auch unter Spitzenbelastung bewältigt werden kann. Eine wichtige Voraussetzung für die Funktionsqualität eines PAC-Systems ist, daß keine Engpässe im Rechnersystem oder im Netzwerk entstehen. Die Kommunikationskapazität muß so ausgelegt werden, daß der Datenfluß auch unter Spitzenbelastungen ohne Verzögerungen gewährleistet ist.

Mindestens 99prozentige Systemverfügbarkeit

Das PACS muß skalierbar und erweiterbar sein, das heißt entsprechend den Bedürfnissen mit der Zeit wachsen können. Das Hinzufügen zusätzlicher Workstations und Geräte innerhalb des Gesamtsystems PACS soll jederzeit ebenso problemlos möglich sein wie der Einsatz mehrerer Server mit dem Ziel, eine Lastverteilung der direkten Archivzugriffe zuzulassen (soweit die CPU des Datenbank- bzw. Archivservers das begrenzende Element für die Antwortzeiten ist). Das Kurzzeitarchiv-System soll hinsichtlich Kapazität und Leistung die geforderten Antwortzeiten einhalten und ohne deren Verschlechterung auf mindestens die doppelte Kapazität erweitert werden können. Ebenso soll die Speicherkapazität des Langzeitarchivs erweiterbar sein, zum Beispiel durch Hinzufügung von zusätzlichen Medienschächten innerhalb der bestehenden Hardware, von zusätzlichen Backend-Komponenten (Bandroboter, Jukeboxen, etc.) oder durch einen Technologiewechsel, indem z. B. im Backend-Bereich auf weiterentwickelte Systeme (z. B. Bandlaufwerke) mit höherer Speicherkapazität, größeren Bandbreiten bzw. günstigerem Preis-/Leistungs-Verhältnis umgestellt wird.

Das Archivsystem soll vom jeweiligen Abteilungs-Informationssystem (AIS) Informationen über die geplanten Untersuchungen entgegennehmen, um das regelbasierte Prefetching ausführen zu können. Nach Beendigung sollen sämtliche Untersuchungen (Bilder) automatisch direkt zum zentralen Kurzzeitarchiv gesendet und dort abgespeichert werden. Dies soll ohne Ausnahme über die internationale Standardschnittstelle DICOM C Store Modality Image erfolgen. Jede Workstation (DWS, RWS und OP-WS sowie die vorhandenen Mod-WS) soll durch eine Query & Retrieve-Funktion direkten Zugriff auf alle Untersuchungen des PACS haben. Die Bilder dieser Untersuchungen sollen direkt, also ohne Zwischenspeicherung auf der lokalen Festplatte der Workstation, auf dem Bildschirm dargestellt werden können. Der Bearbeitungsstatus der Untersuchung sowie die Bearbeitung einer Untersuchung zum Zeitpunkt des Abrufs auf einer anderen Workstation müssen der PACS-Datenbank synchron zum Radiologie-Informationssystem (RIS) bekannt sein und den Benutzern bei jedem Abruf mitgeteilt werden.

Im Serverbereich wird Unix als Betriebssystem bevorzugt. Aufgrund der Besonderheiten marktüblicher PACS-Lösungen können zusätzlich auch auf Microsoft Windows (2000 / XP) basierende Server eingesetzt werden, sofern es hierfür aus Sicht des PACS-Anbieters triftige Gründe gibt. Auf jeden Fall aber wird eine weitestgehend einheitliche Hardware- und Betriebssystem-Plattform angestrebt. Es wird allgemein eine Serverarchitektur gefordert, die maximale Verfügbarkeit, Flexibilität und Ausbaufähigkeit gewährleisten kann. Der Ausfall eines Servers darf nicht zum Stillstand des gesamten Archivsystems führen. Sofern dies nicht durch Verteilung auf mehrere Server (z. B. Server für Datenhaltung und Server für Datenverarbeitung) erreicht werden kann, sind die Server z. B. als Cluster auszulegen mit zugehöriger Software für den ausfallsicheren Cluster-Betrieb. Für den Aufbau eines Clusters werden standardbasierte Hardware- und Software-Komponenten gefordert. Kritische Komponenten der Server sind grundsätzlich redundant auszulegen. Ein Server soll jederzeit neu gestartet werden können, ohne daß es dabei zu Stillstand, Datenverlusten oder Datenveränderungen kommt. Insgesamt soll das Serversystem eine erhöhte Ausfallsicherheit aufweisen. Die zu garantierende Systemverfügbarkeit soll mindestens 99,0 % bei einem 24stündigen Regelbetrieb der Anwendung an 365 Tagen pro Jahr betragen.

Gefordert wird der Einsatz eines modernen relationalen oder objektrelationalen Datenbank-Managementsystems (DBMS). Grundsätzlich soll das anzubietende Datenbanksystem über eine native Schnittstelle angesteuert werden. Darüber hinaus soll die Datenbank mit der Datenbank-Abfragesprache SQL (aktuelle Version) abgefragt werden können. Sämtliche im PACS gespeicherten Einzelinformationen sollen damit für Abfragen und Auswertungen zur Verfügung stehen. Alle Eingaben sollen mit dem Bearbeitungskürzel und Datum/Uhrzeit revisionsfähig protokolliert werden. Die Bilddaten dürfen nach der Freigabe des zugehörigen Befundes nicht mehr veränderbar sein. Bezogen auf die binären Untersuchungsdaten (die Pixeldaten der eigentlichen Bilder als sogenannte BLOBs) sollte die Datenbank lediglich die Verweise auf den Speicherort der Bilder, nicht jedoch die physikalischen Bilder selbst verwalten; letztere Aufgabe sollte einem eigenen Bildarchivierungssystem überlassen bleiben. Mit einer solchermaßen verschlankten Datenbank-Architektur kann eine verbesserte Funktionsqualität erreicht werden und sollte es einfacher möglich sein, Migrationen und Erweiterungen im Bereich der zur Kurz- und Langzeitarchivierung eingesetzten Hardware durchzuführen.

Mandantenfähigkeit

Unter Mandantenfähigkeit (clientele processing) wird die Fähigkeit der PACS-Anwendungssoftware verstanden, die Bilddaten mehrerer organisatorisch getrennter Abteilungen verwalten zu können, obwohl die Software (insbesondere die Datenbank) nur einmal installiert ist. Gesondert, weil Mandanten-übergreifend zu betrachten sind von KIS-PCs aus durchgeführte patientenorientierte Zugriffe auf Bilddaten, die in zu unterschiedlichen PACS-Mandanten gehörenden Abteilungen bzw. Organisationseinheiten angefertigt worden sind.

Die sogenannte Diagnostic Workstation (DWS) und die Review Workstation (RWS) können grundsätzlich auf jede Untersuchung des PACS auf Anforderung (on-demand) zugreifen. Im Falle der DWS (RWS) entweder direkt in 3-4 Sekunden, wenn sich die betreffende Untersuchung (bezogen auf eine Referenzuntersuchung von 8 MB Filegröße (wie z. B. eine CR-Aufnahme) und gemessen vom Zeitpunkt der Anforderung bis zur vollständigen Visualisierung des Referenzbildes auf dem Monitor) bereits im Kurzzeitarchiv befindet, oder indirekt in 150 Sekunden, wenn die betreffende Untersuchung erst noch vom Langzeitarchiv in das Kurzzeitarchiv vorgeladen werden muß. Falls alle oder einige der angeforderten Bilddaten nur im Langzeitarchiv vorliegen, muß dies dem Anwender an seiner DWS und RWS ersichtlich sein, damit er sich auf die längeren Downloadzeiten einstellen kann. Die erwünschte Lösung sollte auf einer zentralen On-demand-Architektur (Anforderungsprinzip) beruhen, bei der nur dann Daten im Netz transportiert werden, wenn ein Anwender sich diese aktiv holt. Unnötige Netzlast soll so vermieden werden. Die Bilddaten werden dann über das Netzwerk direkt in den Hauptspeicher der anfordernden Workstation geladen. Der Anwender hat dabei den entscheidenden Vorteil, daß er - im Gegensatz zu einer festen Zuordnung des Befund-Arbeitsplatzes (Routing-Architektur) - grundsätzlich auf jede Untersuchung an grundsätzlich jeder DWS oder RWS zugreifen kann. Ein fehleranfälliges und ressourcenzehrendes Vorladen auf lokale Festplatten der jeweils richtigen DWS oder RWS (preloading) sowie die Aktualisierung redundanter Datenbestände können damit entfallen.

Die zugriffsberechtigten Benutzer greifen von den KIS-PCs aus im Patientenkontext von der Anwendung IS-H*MED Webbrowser-basiert auf die Untersuchungen des PACS-Webservers zu. Auf den KIS-PCs soll neben dem im Klinikum Ulm eingesetzten Webbrowser keine proprietäre Software zum Einsatz kommen und auf keinen Fall eine Zusatzinstallation von Software nötig sein. Einzige Ausnahme wäre eine JAVA-basierte Komponente zur Browser-Erweiterung oder Einbindung in das KIS, die automatisch installiert wird. Den IS-H*MED-Anwendern an den KIS-PCs soll ansonsten standardmäßig zunächst nicht jedes einer Untersuchung zugehörige Bild (z. B. einige hundert CT-Bilder pro Untersuchung), sondern nur eine durch den Befunder definierte Auswahlserie bestehend aus den Key Images und dem Kurzbefund angeboten werden. Komplette Untersuchungen können bei Bedarf jedoch nachgeladen werden. Hierbei sollten speziell im Falle der KIS-PCs möglichst sinnvoll die meist begrenzten Monitorauflösungen berücksichtigt werden, z. B. indem bezüglich der Matrixgröße entsprechend reduzierte Bilder an die Clients gesendet werden. Unnötige Netzlast läßt sich so vermeiden. Für Nutzer mit höheren Anforderungen an die Bildqualität (computerassistierte OP-Systeme, Bestrahlungsplanung etc.) soll die Möglichkeit bestehen, über den Webserver auch auf Originaldaten (d. h. Bilder in voller Auflösung und/oder alle Bilder einer Untersuchung und nicht nur die Key Images) zuzugreifen.

Benutzerbezogene Zugriffsberechtigungen

Das führende System bezüglich der Patientendaten ist das KIS. Die Patientenaufnahme findet im Universitätsklinikum Ulm deshalb zentral im IS-H-System statt. Das jeweilige AIS übernimmt die Patientendaten vom KIS entweder direkt und synchron aus der SAP-Datenbank via BAPI oder über den zentralen Kommunikationsserver Cloverleaf. Das PACS übernimmt die Patientendaten wiederum direkt vom AIS sowie indirekt über die von den Modalitäten gesendeten Untersuchungen (DICOM Study Objekte).

Grundsätzlich wird gefordert, daß die technische Umsetzung des Landesdatenschutzgesetzes und der Datenschutzrichtlinie des Universitätsklinikums Ulm unterstützt wird. Dies schließt u.a. die Benutzerverwaltung und Rechtevergabe sowie die Speicherung von wichtigen Daten in Datenbanken ein. Das PACS muß die Einhaltung der gültigen Gesetzgebung zum Schutz personenbezogener Daten sicherstellen. Jeder Mitarbeiter darf nur auf die Daten zugreifen können, die er für seine Aufgabenerfüllung bzw. für die Behandlung der ihm anvertrauten Patienten benötigt. Dies soll durch die Einrichtung benutzerbezogener Zugriffsberechtigungen gelöst werden. Das RIS und das PACS müssen deshalb erlauben, daß Benutzerprofile eingerichtet werden können, so daß die Gestaltung bedarfsgerechter Zugriffsberechtigungen unterstützt wird. Im Universitätsklinikum Ulm lassen sich bestimmte Benutzerprofile zu Gruppenprofilen zusammenfassen. Die Zugriffsberechtigungen müssen auch revisionsfähig sein, das heißt, es muß eine Dokumentation vorhanden sein, aus der hervorgeht, wer über welchen Zeitraum über welche Zugriffsberechtigungen verfügte. Nur so wird sichergestellt, daß nachträglich eine Überprüfung der Zugriffsberechtigungen möglich ist. Das System muß Übermittlungen von Daten an andere Abteilungen innerhalb des Universitätsklinikums protokollieren können.

Grundsätzlich darf jede Abteilung nur Zugriff auf die eigenen Daten haben. Wurde ein Patient bereits früher in einer anderen Abteilung des Klinikums behandelt und sind die dort vorhandenen Informationen nach ärztlicher Einschätzung für die aktuelle Behandlung erforderlich, darf der Zugriff der behandelnden Abteilung auch auf diese Daten eröffnet werden. Keinesfalls darf es so sein, daß jede Abteilung technisch in der Lage ist, selbständig und unkontrollierbar auf alle medizinischen Daten einzelner oder aller Fachabteilungen zuzugreifen. Wird ein Patient im Verlauf des Klinikumsaufenthalts in eine andere Klinik oder Abteilung verlegt, gestattet die bisher behandelnde der übernehmenden Abteilung den Zugriff auf ihre Daten, soweit ein Behandlungszusammenhang besteht und diese Daten aus medizinischer Sicht für die Weiter- oder Mitbehandlung erforderlich sind. Der Zugriff ist nach Abschluß der Behandlung wieder zu sperren. In Fällen, in denen ein Patient typischerweise in mehreren Abteilungen behandelt wird (z. B. Radiologie und Nuklearmedizin), kann die Klinikumsleitung festlegen, daß die jeweiligen Zugriffsrechte von vornherein bestehen. Im Notfall soll der Zugriff auf alle Bild- und Befunddaten die im PACS gespeichert sind, grundsätzlich möglich sein. Die Zugriffe sind zu protokollieren und regelmäßig auszuwerten. Hierauf ist vor der Eröffnung des Zugriffs systemtechnisch deutlich hinzuweisen.

Zur Sicherung der Datenbank für Patienten und Untersuchungen soll ein mindestens zweistufiges Konzept vorliegen, das eine automatische Sicherung umfaßt und eine automatische Umspeicherung (Spiegelung) der Daten auf ein externes Medium ermöglicht. Letztere Maßnahme dient zur zusätzlichen Sicherung gegen Zerstörung durch äußere Einflüsse (z. B. Feuer). Hierbei soll vom gesamten Datenbestand eine Kopie auf jeweils einem redundanten Medium angefertigt werden.

Aufgrund der Sondersituation in Ulm mit den drei Klinikstandorten (Safranberg, Michelsberg, Oberer Eselsberg) hat sich als zwingende Voraussetzung für die flächendeckende Bildkommunikation (PACS) die Vergrößerung der Bandbreite im Backbone zwischen diesen Standorten durch den Einsatz neuer 10-Gigabit-Ethernet-Switches ergeben.

PD Dr. Andrik J. Aschoff, Abteilung Diagnostische Radiologie; Bernhard Greis, GREIS Planung & Projektmanagement

inhalt Schutzschichten für chirurgische Instrumente
Auszeichnung für Ulmer Augenkliniker
  Anläßlich der diesjährigen (17.) Tagung der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) in Nürnberg wurde eine von Prof. Dr. Christoph W. Spraul geleitete Arbeitsgruppe der Universitätsaugenklinik Ulm mit dem ersten Preis für die Präsentation eines wissenschaftlichen Posters geehrt. Seit Beginn der Debatte um die verschiedenen Formen der Creutzfeldt-Jacob Erkrankungen werden der Gebrauch und die Wiederverwendung von mikrochirurgischen Instrumenten in sogenannten Risikozonen, zu denen das Auge zählt, intensiv diskutiert. Das prämiierte Projekt verfolgt das Ziel, chirurgische Instrumente mit Schutzschichten auszurüsten, die die Anlagerung jedweder Art von biologischem Gewebe während der Operation verhindern.

Der Ulmer Wissenschaftler Dipl.-Wi.-Ing. Christian Lingenfelder und der Schweizer Chirurg Dr. Armin Junghardt haben zusammen mit Mikrobiologen der Universität Bonn solche Schutzschichten entwickelt und auf der Tagung in Nürnberg über erste positive Erfahrungen berichtet. Die Expertise der Ulmer Augenklinik bei der Entwicklung mikrochirurgischer Instrumente hat inzwischen eine mehrjährige Tradition. Insbesonders die Arbeitsgruppe um Spraul und Lingenfelder wurde inzwischen mehrfach von den nationalen und internationalen Fachgesellschaften für Ophthalmochirurgie mit Preisen honoriert.

inhalt Bundesweit einmalig
Ulmer Studentenaustausch mit den USA
  Am Ende des Sommersemesters hat der Rektor der Universität Ulm, Professor Dr. Karl Ebeling, eine Gruppe von 25 Studierenden der Wirtschaftsmathematik verabschiedet, die ihr Studium ein Jahr lang an führenden amerikanischen Universitäten fortsetzen werden. Dieser Ulmer Studentenaustausch ist bundesweit einmalig, da die Studierenden in dieser Zeit das amerikanische Diplom (Master's Degree) erwerben und damit nach ihrem anschließenden Studienabschluß in Ulm zwei volle Universitätsabschlüsse haben, einen deutschen und einen amerikanischen. Dies erreichen sie praktisch ohne Verlängerung des Studiums.

Eine weitere Besonderheit dieses Programms ist, daß den Studenten die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten in den USA vollständig finanziert werden. Dieses Austauschprogramm besteht seit genau 25 Jahren. Bisher haben daran mehr als 450 Ulmer Studierende teilgenommen, das sind mehr als 25 % aller Ulmer Diplomanden des Faches Wirtschaftsmathematik.

Prof. Dr. Hans-Joachim Zwiesler

inhalt Starres Korsett
Der berufsqualifizierende Bachelorabschluß - ein Etikettenschwindel
  Bei der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in Deutschland besteht die Gefahr, daß die neuen Studiengänge in ein zu starres Korsett gezwängt werden. Neben dem unflexiblen zeitlichen Rahmen von drei Jahren betrifft das auch die zu starke fachliche Spezialisierung der Bachelor-Studiengänge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), in der die Studienkonzepte in den vier angelsächsischen Ländern USA, England, Australien und Kanada verglichen werden. »Beide Entwicklungen gefährden die sinnvolle Umstellung auf Bachelor und Master in Deutschland«, befindet Johanna Witte, Projektleiterin im CHE.

In allen Vergleichsländern mit Ausnahme Englands kann die Tendenz beobachtet werden, die erste Phase des Bachelor-Studiums breit anzulegen. In allen Ländern wird darüber hinaus mit Doppel-Programmen und flexiblen Kombinationen (double major- und major-minor-Modelle) eine Verbreiterung von Studieninhalten ermöglicht. Johanna Witte: »Die oft noch sehr enge inhaltliche Gestaltung des Bachelor-Studiums in Deutschland ist weder im Sinne der Studierenden, noch paßt sie in die internationale Hochschullandschaft. Gerade wenn in naher Zukunft die Massenfächer auf Bachelor und Master umstellen, sollte eine kleinteilige Zergliederung der Inhalte vermieden werden.«

Die CHE-Studie untersucht die Bachelor-Modelle in den Vergleichsländern unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontextes. Der Übergang von der Schule ins Hochschulsystem wird ebenso einbezogen wie der Übergang in den Beruf oder der Einfluß der Arbeitgeber auf die Gestaltung der Curricula. Ein einheitliches angelsächsisches Bachelor-Modell gebe es nicht. Die Studienprogramme in den untersuchten Ländern unterschieden sich deutlich.

Die Umstellung auf die international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master erfolgt in Deutschland mit wachsender Dynamik. Immer mehr Hochschulen stellen um. Es gibt inzwischen über 2.400 Bachelor- und Master-Studiengänge, die von deutschen Hochschulen angeboten werden. Die Anzahl der Studierenden in Bachelor-Studiengängen hat sich zwischen dem Wintersemester 1999/2000 und dem Wintersemester 2002/2003 mehr als verzehnfacht. Eine flächendeckende Umstellung des Studienangebots soll bis 2010 erfolgen.

Apropos flächendeckend: Die unter Hochschullehrern, Fakultäten, Fakultätentagen sowie in Wirtschaft und Industrie verbreiteten Vorbehalte gegen die gewaltsame Verdrängung der bewährten traditionellen Studienabschlüsse sind bekannt. Kürzlich hat sich die bayerische Justizministerin und ehemalige Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Dr. Beate Merk zu der Frage geäußert (Forschung und Lehre 6, 2004), was der Bologna-Prozeß für die Juristenausbildung bedeutet. Sie schreibt dort unter anderem: »Gerade in Jura erstaunt auch die Idee, bereits ein Bachelorstudiengang von nur drei Jahren könnte zur Berufsausübung qualifizieren. ich frage mich: für welchen Beruf denn? (...) Bemerkenswert ist, daß kürzlich (...) acht von zehn Vorsitzenden der Fakultätentage die Berufsfähigkeit des Bachelors verneint oder zumindest stark angezweifelt haben. Dies zeigt, daß für eine Chance auf dem Arbeitsmarkt der anschließende Masterstudiengang unumgänglich sein wird. Die Aussage vom 'berufsqualifizierenden Bachelor-Abschluß' erweist sich damit als Etikettenschwindel, das konsekutive Studiensystem im Ergebnis als in Wirklichkeit studienzeitverlängernd. (...) Nur um der Vereinheitlichung willen ein System aufzugeben, das sich bewährt hat und das gerade auch im Ausland hohes Ansehen genießt, halte ich für verfehlt. Die Erklärung von Bologna und die Communiqués der Nachfolgekonferenzen sind für uns rechtlich nicht bindend. Nun geht es darum, sich auch dem politischen Druck zu widersetzen...«

inhalt Kontrolle über Körperfunktionen
Schmerzbeherrschung mit Biofeedback
  Biofeedback ist eine wissenschaftlich fundierte Methode der Verhaltenstherapie, durch die Menschen willentliche Kontrolle über ihr physiologisches System erlernen können. Durch Sensoren werden Körperfunktionen, die normalerweise nicht bewußt wahrgenommen und beeinflußt werden können, registriert. Durch Verstärkung und audiovisuelle Rückmeldung (= Feedback) werden diese Funktionen (z. B. Pulsfrequenz, Schweißsekretion, Muskeltonus, Atmung) der bewußten Wahrnehmung zugänglich gemacht. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, diese Körperfunktionen auch zu beeinflussen. Das Ziel des Biofeedback-Trainings besteht darin, Kontrolle über Körperfunktionen zu erlangen und diese Kontrolle im Alltag auszuüben.

Biofeedback ist ein Lernprozeß. Voraussetzung ist, daß eine »Rückmeldung« (= Feedback) stattfindet, ob der Lernende in Richtung des Lernziels geht. Dazu dient das Biofeedbackgerät. Am Bildschirm können die Vorgänge, die innerhalb des Körpers ablaufen, verfolgt werden. Diese Körpervorgänge sollen bewußt und willentlich beeinflußt werden. So trainieren z. B. Kopfschmerzpatienten, ihre Muskelverspannungen zu reduzieren, Migränepatienten, ihr Blutgefäßsystem zu kontrollieren, Rückenschmerzpatienten, Verspannungen und Fehlhaltungen abzubauen, oder streßgeplagte Menschen, ihr vegetatives Nervensystem zu beruhigen. Innerhalb weniger Sitzungen kann ein nachhaltiger Erfolg bei vielen Beschwerden erzielt werden - ohne Nebenwirkungen.

Das Biofeedback-Gerät ist wie ein Spiegel, der Informationen über das Körperinnere liefert. Dieser Spiegel wird überflüssig, sobald die Selbstregulation erlernt wurde. Die Fähigkeit, physiologische Prozesse zu beeinflussen, bleibt durch regelmäßiges Üben erhalten und verhilft so zu einem gesunden und ausgeglichenen Leben. Bei Kopfschmerz des Spannungstyps, Migräne, Bruxismus und chronischem Rückenschmerz konnte der wissenschaftliche Nachweis erbracht werden, daß Biofeedback und die damit erlernte Kontrolle bestimmter Körperfunktionen zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik beitragen.

Dipl.-Psych. Heiner Molzen

inhalt Die deutsche Hochschultradition - keine Last, sondern ein schützenswertes Gut
Der Bologna-Prozeß wird politisch forciert
  Die einschlägigen Statistiken berichten fortlaufend von einer rapiden Zunahme der Bachelor-/Master-Studiengänge. Es ist zwar kaum davon auszugehen, daß die herkömmlichen deutschen Studienabschlüsse etwa des Diploms oder des Magister Artium derzeit im selben Maße rückläufig sind; gleichwohl besteht das Ziel aber darin, bis zum Jahr 2010 den europäischen Hochschulraum in Hinsicht auf die Studienabschlüsse zu vereinheitlichen. Dies erfordert im Endeffekt nicht nur die Einführung der neuen BA/MA-Züge, sondern die Abschaffung der herkömmlichen Graduierungen. So haben es die Hochschulminister in der sogenannten Bologna-Vereinbarung 1999, unterzeichnet von 29 europäischen Bildungsministern, festgelegt. Unter dem Label des Bologna-Prozesses findet statt, was die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19.6.2004 »Die einschneidendste Universitätsreform seit Wilhelm von Humboldt« nennt.

Nun darf man nicht dem Glauben erliegen, dieser Prozeß vollziehe sich sozusagen organisch und als Selbstläufer. Die Begleiterscheinungen sind nicht die eines Triumphzuges herbeigesehnter Erneuerungen. Vielmehr ist die Bereitschaft, die neuen Studiengänge anzubieten und, was nicht weniger hervorzuheben ist, auch anzunehmen, eher gedämpft. Deshalb greifen manche Länder, so Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, zum Instrument der Verordnung respektive in einer Übergangszeit bestenfalls zum goldenen Zügel, allemal zur Steuerung durch mehr oder minder nachhaltigen Druck, der in Gestalt spezifischer und gezielter Mittelvergabe ausgeübt werden kann.

Von der Vereinheitlichung der Studienabschlußziele versprechen sich die Politiker angeblich außer einem Baustein zur europäischen Integration insbesondere größere Durchlässigkeit der Hochschulsysteme der einzelnen europäischen Länder, eine Verschönerung der Statistik, da mittels eines berufsqualifizierenden Abschlusses nach drei Studienjahren die Studienabbrecherquote vermindert werden kann, und schließlich auch eine effektiv höhere Studienerfolgsquote, die aus einer mit dem Bachelor-/Master-System verbundenen Verschulung des Studiums resultieren soll.

Bei dieser Optik auf den Bologna-Prozeß, der von manchen deutschen Hochschulen aktiv bis vorauseilend unterstützt, von vielen aber auch als unglücklich und in seinen Folgen für das deutsche tertiäre Bildungssystem als bedenklich angesehen wird, sind eine stattliche Portion Europa-Fetischismus und ebensoviel Gutgläubigkeit im Spiel. »Großbritannien etwa«, so schreibt die FAZ am angeführten Ort, »schert sich überhaupt nicht um die Bologna-Vereinbarung, und es ist nicht das einzige Land in Europa, dem ’Bologna’ lediglich dazu dient, seine eigenen Interessen voranzubringen. Mit der Einführung neuer Studienabschlüsse für all diejenigen, die sich dem Bachelor nicht gewachsen fühlen, unterläuft die britische Regierung die Bologna-Vereinbarung.« Nicht weniger schwer wiegt die Tatsache, »Daß der deutsche Arbeitsmarkt überhaupt nicht die Berufsbilder für diesen - niedrigen - Abschluß aufweist, sondern daß diese erst erfunden werden müssen« (a.a.O.).

In der Frage, was ein Bachelor-Absolvent mit seinem »berufsqualifizierenden Abschluß« auf dem Arbeitsmarkt anfängt, ist der Inhaber dieses Papiers also auf sich allein gestellt. Unsicherheit der potentiellen Arbeitgeber, was ein Bachelor im jeweiligen Fach womöglich kann und was nicht, Unsicherheit des Absolventen selbst, der mindestens genausoweit wie seine denkbaren Arbeitgeber davon entfernt ist zu wissen, welchen beruflichen Anforderungen er zu genügen vermag, trägt weder dazu bei, die forcierten Reformen zu legitimieren, noch dazu, das Bachelor-Studium bei der potentiellen Kundschaft besonders attraktiv zu machen. Dies hat unter anderem dazu geführt, daß sich für das grundsätzliche Modell eines beschränkten prozentualen Überganges vom Bachelor zum weiterführenden Master-Studium viele Fakultäten respektive Fächer nicht erwärmen können und folglich hohe Übergangsquoten zum Master-Studiengang zugelassen bzw. Quoten erst gar nicht definiert werden.

Aber auch hier gibt es innerhalb Deutschlands Unterschiede. Sie werfen ein bezeichnendes Licht auf die synthetische, von politischem Gestaltungswillen erzwungene, statt von ehrlicher Hoffnung auf echte Verbesserung der Studienbedingungen getragene Strukturreform. Während die einen den Übergang vom Bachelor zum Master-Studium den Studierenden leichtmachen, wollen andere darauf achten, das strukturelle Paradigma zu befolgen, indem sie den Übergang erschweren. Erschweren heißt, daß nur eine bestimmte Güte des Bachelor-Abschlusses dazu berechtigt, anschließend in das Master-Studium einzutreten. Nun sind diese Gütekriterien fraglos flexbibel. Fest steht aber, daß der Übergang vom Vordiplom zum Hauptstudium unter diesen Bedingungen jedenfalls formal einfacher ist als derjenige vom Bachelor zum Master-Studium. Denn das Vordiplom muß der Studierende nur bestehen, um sein Studium dann im Hauptstudium fortsetzen zu können, während der Bachelor-Absolvent einen bestimmten Notendurchschnitt erzielen muß. Es kann also nicht überraschen, wenn die Akzeptanz des Bachelor-/Master-Zuges bei gleichzeitigem Angebot eines entsprechenden Diplom-Studiengangs im Mittel gering ist.

Nun könnte man vielleicht einwenden, das Vordiplom stelle eine höhere Hürde dar als das Bachelor-Examen. Genau dieses Argument eignete sich aber zur Legitimation einer Beschränkung von Übergangsquoten durch Qualitätsbewehrung nicht. Im Gegenteil. Es stützte lediglich Argumente, die ohnehin gegen die Bachelor-/Master-Struktur geltend gemacht werden. Eine Vielzahl von Fachrichtungen und Professoren sehen nämlich mit der neuen Studienfigur einen Qualitätsverfall des Hochschulstudiums verbunden. »Die Verschulung des Studiums und die Einführung des Leistungspunktesystems führen in vielen Fächern zur Erbsenzählerei. Zwar ist abfragbares Wissen die Voraussetzung für eigenständige Urteilsfähigkeit und für das Erkennen von Gesamtzusammenhängen, aber niemals das Ziel eines Hochschulstudiums. Billige Bildung entlastet zwar öffentliche Kassen, taugt aber nicht für ein langes Arbeitsleben in verantwortungsvollen Berufen«, resümiert die FAZ (a.a.O.). Und dies, fährt der Beitrag fort, »haben inzwischen nicht nur geisteswissenschaftliche Fakultäten wie Rechtswissenschaftler, Mediziner und Theologen erkannt, sondern vor allem die technischen Studiengänge wie Ingenieurwesen, Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, deren deutsche Abschlußdiplome in aller Welt für Qualität bürgen«.

In der Tat fragen sich nicht wenige, was Deutschland so eilfertig sein läßt in der Darbringung von sacrificia aller Art auf dem europäischen Altar. Die politische Opferung der deutschen Hochschultradition ist einer von jenen Fällen, wo mit der von euphorisierter Schwarmgeistigkeit in Schwung gebrachten Abrißbirne vorbildliche Strukturen zerschlagen werden, als gälte es sich von einer schon lange als unerträglich empfundenen Last zu befreien. Diese Hochschultradition, so befindet die FAZ, sei »zu kostbar, als sie einer hochschulpolitischen Fiktion wegen zu ruinieren«. - Und wenn es noch lediglich eine hochschulpolitische Fiktion wäre. Es ist vor allem eine europapolitische Utopie, die hier ein bewährtes System ausradieren möchte. Wie unbehaglich man sich fühlen sollte, wenn aus dieser und verwandten Utopien Realpolitik abgeleitet und vollendete Tatsachen geschaffen werden, haben jüngst die Vorgänge um die Verabschiedung der ersten europäischen Verfassung deutlich gemacht. Bis zum letzten Moment wurde - mit Erfolg - von einer Reihe von Ländern (nicht von Deutschland) um nationale Reservate gekämpft, die in ihrer desintegrativen Tendenz alles, nur keine überzeugende Manifestation des vielbeschworenen europäischen (Gemeinschafts-)Geistes sind.

inhalt Hohe Leistungen in Mikroelektronik und Photonik
Dr.-Ing. e.h. für Kamran Eshraghian
  Die Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Ulm hat am 13. Mai 2004 Prof. Kamran Eshraghian, Ph. D, Edith Cowan University, Perth, Australia, ehrenpromoviert.

Eshraghian wurde in Teheran geboren. Seine Familie, die den Iran aus politischen Gründen verlassen mußte, ließ sich in Australien nieder. An der University of Adelaide studierte er Electronic Engineering. Nach rund zehnjähriger Tätigkeit in der Industrie als Leitender Ingenieur für die Philips-Forschung in Australien und Europa kehrte er an die Universität in Adelaide zurück, wo er in das Department of Electrical Engineering eintrat. Das war unter Berücksichtigung des britischen Universitätssystems ein ungewöhnlicher Schritt. Doch sollten ihm seine Industrie-Erfahrungen sehr nützlich sein.

1982 wurde Eshragian Professor für Computerwissenschaften an der Duke Universität in South Carolina, USA. Während dieser Zeit war er zugleich als Berater für das nahegelegene Microelectronics Center of North Carolina tätig, das sich damals im Aufbau befand. Zudem entwickelte er enge Beziehungen zu den berühmten Bell Labs, wobei er unter anderen Studenten aus Adelaide dorthin vermittelte. Zurück in Adelaide wurde er 1983 Senior Lecturer. Seine Industrieerfahrung nutzte er auch zur Gründung zweier Firmen: Transponder Australia Pty und Integrated Silicon Design Pty, um seine Forschungsergebnisse zu verwerten.

Der Verlag Prentice Hall gewann Eshraghian als Autor in der Reihe Silicon Engineering Series. In dieser Zeit enstand (zusammen mit Weste) das Buch »Principles of CMOS VLSI DESIGN: a systems perspective«, das Zeugnis gibt von der Kompetenz und dem breiten Grundlagenwissen seiner Autoren in Technologie, Design, CAD-Werkzeugen, Algorithmen und Anwendungen wie auch von ihren vorausschauenden Fähigkeiten: nach 20 Jahren wird das Buch noch immer weltweit genutzt.

Die Universität in Adelaide, an seinem Verbleib stark interessiert, machte Eshraghian zum Direktor ihres Centre for Gallium Arsenide VLSI Technology, Australiens erstem Zentrum für Hochleistungselektronik mit digitalen GaAs. 1990 wurde er Associate Professor im Department of Electrical and Electronic Engineering. Wenig später ging er erneut nach Übersee, diesmal in die Schweiz, wo er Gastprofessor am Federal Institute of Technology in Lausanne wurde. Von dort, wo beide Vorlesungen im Rahmen der »Lausanne Courses« hielten, datiert die Bekanntschaft mit Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Pfleiderer, Leiter der Ulmer Abteilung Allgemeine Elektrotechnik und Mikroelektronik.

Seit 1985 ist Eshraghian Mitglied des Continental Board of Counsellors von Australisia, wo ihm die interessante Möglichkeit geboten wurde, die Island Communities in der Pazifik-Region kennenzulernen. 1993 wurde er Dekan der Fakultät für Engineering und Computer Science am Sepang Institute of Technology in Malaysia. In Verbindung mit der Universität in Adelaide baute er dort ein einheitliches Lehrprogramm auf. Im Juli 1994 wurde er auf den Gründungs-Lehrstuhl für Computer, Electronics and Communications Engineering an der Edith Cowan University (ECU) in Perth, Westaustralien, seinem nunmehrigen Lebensmittelpunkt, berufen. Er entwickelte die Struktur und Inhalte von drei grundständigen Ingenieurstudiengängen. 2001 wurde er Direktor der National Networked TeleTest Facility for integrated Systems (NNTTF). Als einzige nichtaustralische Universität hat die Universität Ulm Zugang zu diesem führenden Testzentrum.

Professor Eshraghian hat Vorlesungen aus den verschiedensten Fachgebieten und mehr als 200 Workshops und Kurse in Large Scale Integrated Systems und später in Microphotonics in der ganzen Welt gehalten. Er war geladener Gast- und Hauptredner auf vielen vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) organisierten Konferenzen. An mehreren Universitäten als Gastwissenschaftler tätig, eingeschlossen die Universität Ulm, gelten seine Bemühungen nicht zuletzt der Perpetuierung einer internationalen Zusammenarbeit zwischen den Centers of Excellence. So arbeiten bereits kontinuierlich die Cambridge Universität in Großbritannien, die Dongshin University in Korea, Technion in Israel und die Universität Ulm mit der ECU in Perth zusammen. Zitat Eshraghian: »No man is mountain, but through international collaboration and linkages it is possible to claim the highest mountain and see the view beyond the horizon.«

Zwischen der Universität Ulm und Eshraghians Institut an der ECU findet eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Microphotonics und darüber hinaus statt, wovon auch die Studierenden profitieren. Mehr als 30 Ulmer Studenten hatten bereits Gelegenheit, ein oder zwei Semester an der ECU zu studieren. Im Gegenzug waren Studenten der ECU im Ulmer englischsprachigen Masterstudiengang Communications Technology eingeschrieben. Prof. Pfleiderer und Prof. Dr.-Ing. Albrecht Rothermel haben Forschungssemester an der ECU verbracht. Prof. Eshraghian, der mehr als 1 Jahr als Mercator Visiting Professor in Ulm gearbeitet und gelehrt hat, und weitere Mitarbeiter der ECU waren Gäste der Ulmer Ingenieurwissenschaften. Neue Beziehungen bahnen sich jetzt zwischen der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften und der entsprechenden Fakultät an der ECU in Perth an.

inhalt Optimale medizinische Betreuung und Therapie nach modernsten Standards
Qualitätsmanagement im zertifizierten Brustzentrum
  Die Zertifizierung eines Brustzentrums gibt der Patientin die Sicherheit, hier rundum gut versorgt und nach neuesten Erkenntnissen behandelt zu werden. Regelmäßige Qualitätskontrollen geben ihr die Gewähr, daß die einmal erreichte hohe Qualität auch erhalten und gegebenenfalls gesteigert wird. Pro Jahr sollten mindestens 150 Patientinnen mit der Erstdiagnose Brustkrebs behandelt werden (in der Universitätsfrauenklinik Ulm sind es mehr als 300), um durch die Akkumulation der Erfahrung eine Optimierung der Behandlung zu erreichen. In Zentren, die viele Patientinnen mit Brustkrebs behandeln, wird eine höhere Rate an brusterhaltenden Therapien erreicht. In wöchentlichen Gremien wird die Primär- und Folgetherapie der Patientinnen mit Experten anderer Fachrichtungen diskutiert. Onkologen, Chirurgen, Pathologen, Radiologen, Strahlentherapeuten planen gemeinsam die geeigneten Therapien.

Integration modernster Diagnostikverfahren und Operationsmöglichkeiten, auch der ästhetischen Brustchirurgie, werden gefordert, sowie langjährige Erfahrung mit allen onkologischen Folgetherapien wie der systemischen Chemotherapie, Hormontherapie und Strahlentherapie mit dem Angebot der Teilnahme an aktuellen internationalen Therapiestudien. Die psychoonkologische und soziale Betreuung der Patientinnen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Zur Sicherung der erreichten Qualität werden regelmäßige Qualitätskontrollen (Audits) durchgeführt. Neben meßbaren Größen wie z. B. der Rate an brusterhaltend operierten Patientinnen, der Wartezeit zwischen Verdachtsdiagnose und Operation, Operationskomplikationen und vielem anderen mehr wird nicht nur die Patientinnen-, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit abgefragt und ausgewertet.

Überwiegend brusterhaltend

Schon vor der Zertifizierung erfüllte das Brustzentrum der Universitätsfrauenklinik im wesentlichen alle Forderungen, die für eine Zertifizierung notwendig sind. Übrigens ist nicht nur das Brustzentrum, sondern mittlerweile die gesamte Universitäts-Frauenklinik Ulm durch Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems zertifiziert. Im Brustzentrum werden jährlich mehr als 500 Patientinnen mit einer Brusterkrankung operiert. Mit mehr als 300 Fällen von Erstbehandlungen neu diagnostizierter Mammakarzinome pro Jahr ist Ulm eines der führenden Zentren in Deutschland. Zusätzlich werden Patientinnen mit Krebsvorstufen, Rezidiven und Metastasen behandelt. Mehr als 70 % aller Patientinnen werden in Ulm brusterhaltend operiert, ohne daß Einbußen der optimalen onkologischen Qualität hingenommen werden. Darüber hinaus wird bei allen Patientinnen, die die Voraussetzungen dafür erfüllen, die durch Studien etablierte moderne Operationstechnik der Sentinel-Node-Biopsie (= Wächterlymphknoten-Entfernung) angewendet. Dadurch wird die Häufigkeit des belastenden Schulter-Arm-Syndroms bei diesen Patientinnen deutlich reduziert.

Patientinnen mit der Verdachtsdiagnose Brustkrebs werden von den Haus- und Fachärzten zur weiteren Abklärung und Behandlung an das interdisziplinäre Brustzentrum der Universitätsfrauenklinik überwiesen. Der Erstkontakt mit der Patientin findet in der Brustsprechstunde statt. Hier werden die relevanten Befunde zusammengetragen und die Diagnostik vervollständigt. Die Therapieentscheidungen werden interdisziplinär in der Brustkonferenz getroffen. Während der operativen Therapie wird die Patientin auf der gynäkologischen Station betreut. Eine psychoonkologische Mitbetreuung wird allen Patientinnen angeboten, und es wird ihnen nahegelegt, früh Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe aufzunehmen.

Tumorboard und Folgebehandlung

Im Tumorboard, einem wöchentlichen Gremium zur Festlegung der onkologischen Folgebehandlung, werden die gesammelten Befunde ausgewertet. Unter Berücksichtigung des Allgemeinzustandes der Patientin wird eine Therapieempfehlung ausgesprochen und schriftlich festgehalten. Diese Behandlungsempfehlung mit ihren Vor- und Nachteilen wird mit der Patientin in der Brustsprechstunde durchgesprochen, um dann anschließend die weitere onkologische Therapie in der Chemotherapieambulanz oder auch bei niedergelassenen Kollegen und die Bestrahlung in einer wohnortnahen strahlentherapeutischen Abteilung in die Wege zu leiten. Nach Abschluß der Therapie wird die Patientin von ihrem niedergelassenen Frauenarzt weiterbetreut. Es besteht ein gut funktionierendes Netzwerk zwischen dem Brustzentrum Ulm und den niedergelassenen Frauenärzten der Region, von dem alle Patientinnen mit Mammakarzinom profitieren.

In unserem interdisziplinären Brustzentrum wird Patientinnen eine optimale medizinische Betreuung und eine Therapie nach den modernsten Standards auf internationalem Niveau unter Berücksichtigung des individuellen Bedürfnisses jeder Patientin nach Information, Anleitung, Betreuung und persönlicher Zuwendung geboten.

Nik Hauser, Annette Handke-Vesely, Rolf Kreienberg

inhalt Studienbeiträge - Drittmittel für die Lehre
Einen produktiven Wettbewerb um die besten Lehrbedingungen stimulieren
  Die Hochschulrektorenkonferenz fordert für die Hochschulen die Möglichkeit, Studienbeiträge von den Studierenden zu erheben. Nur so werde es möglich sein, die Qualität des Lehrangebots langfristig zu sichern. Dies ist ein Ergebnis des Zusammentreffens vom 8. Juni in Bonn. Das Plenum betonte jedoch mit Nachdruck, daß der Staat die notwendige Grundfinanzierung verläßlich sichern müsse. Der Anteil privater Mittel an der Finanzierung der Hochschulen ist in Deutschland mit etwa sechs Prozent sehr niedrig und resultiere fast ausschließlich aus der Einwerbung privater Drittmittel für die Forschung, erklärte Gaehtgens.

Bei der Finanzierung der Forschung ist es möglich, auf die rückläufige staatliche Grundfinanzierung durch Einwerbung von Drittmitteln zu reagieren. Eine entsprechende Möglichkeit müsse für die Lehre dringend geschaffen werden. Insofern müßten Studienbeiträge den Charakter von Drittmitteln für die Lehre haben. Studienbeiträge könnten aber die Hochschulen nicht sanieren. Selbst in den USA deckten die Studiengebühren nur 20 % des Finanzbedarfs der Hochschulen. Als Bedingung für die Erhebung von Studienbeiträgen muß nach Überzeugung des HRK-Plenums gelten, daß 1. der Staat seine Finanzaufwendungen für die Hochschulen nicht im Gegenzug reduziert, 2. die Hochschulen die Einnahmen eigenverantwortlich für die Qualität der Lehre einsetzen können, 3. die einzelne Hochschule selbst entscheiden kann, ob und in welcher Höhe sie Beiträge erhebt und 4. die Studienbeiträge sozial Benachteiligte nicht vom Studium fernhalten.

Zur Einführung empfiehlt die HRK eine Eingangsphase mit niedrigen Beiträgen und einer einheitlichen Obergrenze in der Größenordnung von 500 € pro Semester. In einer zweiten Phase sollen die Hochschulen die Beiträge innerhalb eines vom Staat festzulegenden Korridors selbstständig, gegebenenfalls auch nach Fächern differenziert, festlegen können. Zu diesem Zeitpunkt muß ein funktionierendes System staatlicher Stipendien oder Kreditsicherung bestehen.

Die HRK erwartet von einem Beitragssystem eine Reihe positiver Effekte: Der Wettbewerb zwischen den Hochschulen um die Qualität ihres Lehrangebots werde angeregt. Die Studienzeiten würden verkürzt. Die Studierenden würden ihre Studienentscheidungen und -strategien bewußter und verantwortungsvoller treffen, und die Bereitschaft der Hochschulen werde angeregt, die Qualität und den Stellenwert der Lehre zu erhöhen. So soll ein produktiver Wettbewerb um die besten Lehrbedingungen entstehen, der insgesamt zu einer breiten Verbesserung der Ausbildungsbedingungen und zu einem höheren Stellenwert der Lehre an den Hochschulen führt.

inhalt Die Wirklichkeit der Mathematik
Über ein Seminar in Rom
  Ende Februar 2004 trafen sich Ulmer und Tübinger Studenten zu einem gemeinsamen Seminar. Der Veranstaltungsort war Rom. Einen offziellen Seminarschein gab es nicht, nur eine symbolische Anerkennung für die etwa 20 Studierenden aus Tübingen und Ulm, die sich unter der Leitung von Dr. Markus Haase, (Abteilung Analysis der Universität Ulm), Prof. Dr. Rainer Nagel, Dr. Gregor Nickel (Tübingen) und Prof. Dr. Markus Wacker (Dresden) zu diesem eher unkonventionellen Seminar in Rom zusammengefunden hatten.

Eine Woche lang wurde mit großem Engagement referiert und diskutiert. Neben dem klassischen Vortragsstil hatten dabei szenische Darstellungen genauso Platz wie Animationen und Rezitationen. Das Thema: »Die Wirklichkeit der Mathematik« gab den Teilnehmern, überwiegend Studenten der Mathematik oder Wirtschaftsmathematik, Gelegenheit, einmal aus der Distanz auf eine Materie zu blicken, die ihren (und unser aller) Alltag entscheidend bestimmt. Sie konnten buchstäblich Abstand gewinnen und sich vor der Folie des Diktums von Albert Einstein »Insofern die Sätze der Mathematik sich auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit« auf Fragen einlassen wie: Welche Wirklichkeit(en) beschreibt die Mathematik, wie wirklich (im Sinne von wirksam) ist sie, und wie ist sie wirklich im Gegensatz zu gängigen Idealisierungen oder Instrumentalisierungen.

Die inhaltliche Breite dieser Fragestellungen schlug sich dann auch direkt in der Vielfalt der Vortragsthemen nieder: klassische Probleme der antiken Geometrie (Quadratur des Kreises, Winkeldreiteilung), Entstehungsgeschichte moderner Zahlensysteme (komplexe Zahlen, Quaternionen, Non-Standard-Zahlen) und aktuelle Anwendungen der Mathematik in Kryptosystemen und Meteorologie kamen zur Sprache. Das Problem der Wahrheit inbesondere mathematischer Aussagen wurde diskutiert und die Sprache als Erkenntnismittel durch die sogenannten Lügnerparadoxien thematisiert. Welchen Bildungswert hat Mathematik prinzipiell und tatsächlich angesichts der Curricula in Schule und Hochschule? Welche unterschiedlichen, etwa geschlechtsspezifischen Zugänge zur Mathematik gibt es? Was ist Diskalkulie und wie wird sie therapiert? Und, nicht zuletzt, welche Verantwortung liegt bei den professionellen Vertretern der Zunft, den Mathematikern?

Abstand und Inspiration garantierte auch der Veranstaltungsort. Touristische Höhepunkte waren die Besichtigungen des Petrusgrabes und der vatikanischen Gärten. Herausragend auch der Besuch der »Accademia tedesca« in der Villa Massimo, wo sich nach einer Führung durch das Anwesen ein Gespräch mit dort wohnenden Kunststipendiaten ergab. Mit einer gemeinsamen cena sociale fand das Romseminar seinen Abschluß.

Mehr über das Romseminar im Internet unter http://www.fa.uni-tuebingen.de/RomSem/2004. Die Beteiligten danken dem Unibund Tübingen, der Ulmer Universitätsgesellschaft und der Studienkommission Mathematik (Ulm) für die finanzielle Unterstützung. Für 2005 ist eine Folgeveranstaltung zum Thema »Mathematik und Kunst« in Zusammenarbeit mit der Villa Massimo geplant.

Martin Rathgeb, Cordian Riener, Markus Haase

inhalt Meilensteine der Diabetes-Therapie
Im Ruhestand: Professor Eberhard Heinze
  Am 31. März 2004 ist Prof. Dr. Eberhard Heinze, langjähriger Leiter des Bereiches Endokrinologie/Diabetologie und Adipositas an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin nach 33jähriger Tätigkeit an der Ulmer Kinderklinik in den Ruhestand getreten.

Eberhard Heinze wurde am 2. März1939 in Schlesien geboren. Er studierte an den Universitäten Frankfurt/Main, Berlin, Würzburg und Marburg Medizin und absolvierte die Studien 1965 mit dem Staatsexamen. Im selben Jahr promovierte er über das Thema: »Untersuchungen über den Einfluß des Serums auf die Lebensdauer der menschlichen Blutzellen in Blutkonserven, untersucht an ihrem Gehalt energiereicher Adenosinphosphate«.

Nach Medizinalassistenzzeit in den Bereichen Kinderheilkunde, Augenheilkunde, Gynäkologie und Geburtshilfe, Chirurgie und Innere Medizin war er von 1967 bis 1968 wissenschaftlicher Assistent am Pharmakologischen Institut in München (Direktor Professor Dr. M. Kiese) und arbeitete auf dem Gebiet der Cytochrom-P450-abhängigen N-Hydroxylierung. Es folgte ein USA-Aufenthalt als Stipendiat der Deutschen Diabetes-Gesellschaft 1968 bis 1970 am Research Laboratory der Joslin Clinic, Harvard Medical School, in Boston (Direktor Prof. Dr. Cahill, Tutor Prof. Dr. Steinke). In dieser Zeit arbeitete Heinze sehr erfolgreich auf dem Gebiet des Stoffwechsels und der Insulinsekretion Langerhansscher Inseln von fötalen, neugeborenen und adulten Ratten. Danach war er als Assistenzarzt zunächst an der Kinderpoliklinik in München (Prof. Dr. Spiess) und schließlich ab 1971 an der Universitätskinderklinik in Ulm (Ärztliche Direktoren Prof. Dr. Walter Teller, Prof. Dr. Enno Kleihauer) tätig. Es folgte 1974 die Anerkennung als Facharzt für Kinderheilkunde und 1976 die Habilitation (Titel der Habilitationsschrift: »Insulinbiosynthese und -sekretion in der Perinatalperiode«). 1977 wurde Heinze zum C3-Professor für Kinderheilkunde berufen.

Als Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft 1992/1993 organisierte er den Deutschen Diabetes-Kongreß in Ulm. 1993 wurde durch ihn in Zusammenarbeit mit Dr. Leihener und Prof. Lenzen die Stiftung »Das zuckerkranke Kind« gegründet. In den folgenden Jahren wurden über Gelder der Stiftung rund 60 Projekte für Forschung zur Prävention und Heilung des kindlichen Diabetes gefördert. Nach der Emeritierung von Prof. Teller 1997 leitete Prof. Heinze den Bereich Endokrinologie, Diabetologie und Adipositas an der Ulmer Kinderklinik.

Zu den Schwerpunkten seiner wissenschaftlichen Arbeitsgebiete gehören die Themen Insulinbiosynthese und -sekretion bei normalen und hypophysektomierten Ratten in vitro und in vivo - Einfluß des Wachstumshormons (zusammen mit Prof. Voigt) und Wachstum von Chondrozyten in vitro (zusammen mit Prof. Vetter und Prof. Brenner). Diese Themen bearbeitete er im Rahmen des SFB 87 an der Universität Ulm. Weitere Forschungsprojekte im Bereich der pädiatrischen Endokrinologie und Diabetologie folgten. Besonders erwähnenswert ist die in Deutschland erstmalige Entwicklung eines EDV-basierten Dokumentationssystems zur Verbesserung der Betreuung und zur Qualitätssicherung von Patienten mit Typ-1-Diabetes. Dieses Projekt wurde initial vom Bundesgesundheitsministerium gefördert und in Zusammenarbeit mit Professor Holl, Dr. Grabert, PD Dr. Högl, Prof. Gaus und Prof. Schweikert vorangetrieben.

Unter Leitung von Prof. Heinze haben sich an der Ulmer Kinderklinik ein anerkanntes Diabeteszentrum als Ausbildungszentrum für pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie (APE, DGKJ) und eine Schulungs- und Behandlungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes und deren Eltern (DDG) entwickelt. Heinze ist in seiner beruflichen Tätigkeit mit großem Engagement für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus eingetreten. Er hat die Meilensteine für die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten der Zuckerkrankheit selbst miterlebt und mitgestaltet. Mit der Stiftung »Das zuckerkranke Kind« hat er in den vergangenen Jahren qualitativ herausragende Forschung zum kindlichen Diabetes in Deutschland unterstützt. Prof. Heinze war ein vorbildlicher Lehrer und bei alledem ein Mann der Tat. Es ist ihm gelungen, viele junge Mitarbeiter für sein Fachgebiet zu begeistern.

Der Erfolg seiner wissenschaftlichen Arbeit zeigt sich in einer überdurchschnittlichen Publikationsliste, in der auch in den letzten fünf Jahren noch Arbeiten entstanden sind, die in renommierten Zeitschriften veröffentlicht wurden. Prof. Heinze hat zahlreiche Mitarbeiter der Klinik in ihrem wissenschaftlichen Werdegang mit endokrinologischen Fragestellungen auf den Weg gebracht und/oder begleitet. Aus diesem Engagement junger Mitarbeiter sind auch zahlreiche Forschungsaktivitäten in Diabetes-relevanten Grenzgebieten erwachsen: Insulinsekretion bei diabetischen Kindern in der Remissionsphase (mit den Proff. Dr. Beischer und Dr. Vetter); Wachstum und Entwicklung von diabetischen Kindern und Nephropathie und Hypertonie bei diabetischen Kindern und Jugendlichen (mit Dr. Thon); Insulinresistenz bei normalen Kindern und Kindern mit Adipositas (mit Proff. Dr. Wabitsch, Dr. Wudy, Dr. Sorgo und Dr. Homoki); Steroidmetabolismus und Insulin (mit Prof. Dr. Wudy); Adipositas und Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen (mit Prof. Dr. Wabitsch).

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums zum Thema Endokrinologie und Diabetes im Kindes- und Jugendalter, das am 11. Februar 2004 stattfand, wurde Prof. Heinze aus seinem Dienst offiziell verabschiedet. In dieser Veranstaltung haben jüngere Wissenschaftler, deren Werdegang durch Heinze geprägt wurde, über aktuelle Themen aus der pädiatrischen Endokrinologie und Diabetologie referiert und einen Rückblick auf Meilensteine der pädiatrischen Endokrinologie und Diabetologie gegeben. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Sigurd Lenzen, Zentrum Biochemie der Medizinischen Hochschule Hannover. Als Ehrengast sprach Prof. Dr. Allan Drash, Pediatric Endocrinology and Diabetology, Children`s Hospital Pittsburg, USA, zum Thema »The changing face of childhood diabetes, 1964-2004«. Weitere besondere Beiträge wurden von Prof. Dr. Rolf Fußgänger, Prof. Dr. Hans-Ulrich Deppe und den Vertretern der Fachgesellschaften gehalten.

Prof. Heinze hat in den 33 Jahren seiner Tätigkeit in Ulm die Entwicklung der Kinderklinik und der pädiatrischen Diabetologie und Endokrinologie in Deutschland entscheidend mitgeprägt. Mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst verlieren die Klinik und das Fachgebiet einen engagierten und vorbildlichen Lehrer und Wissenschaftler. Er wird der Diabetesstiftung jedoch weiterhin als Berater verbunden bleiben. Sein Rat wird in der Klinik sicher auch künftig gefragt sein.

Martin Wabitsch, Klaus-Michael Debatin

inhalt Biologische Unterschiede bei akuter myeloischer Leukämie
Abgrenzung von Untergruppen der AML
  Zu den wichtigsten Merkmalen der häufigsten Form des akuten Blutkrebses beim Erwachsenen, der akuten myeloischen Leukämie (AML), zählen Veränderungen der Erbträger (Chromosomen) in den Leukämiezellen. Allerdings können mit den herkömmlichen Verfahren bei etwa der Hälfte aller jüngeren AML-Patienten keine derartigen Veränderungen nachgewiesen werden. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, daß sich Patienten ohne Chromosomenveränderungen hinsichtlich der biologischen Merkmale ihrer Erkrankung zum Teil erheblich voneinander unterscheiden und daß bestimmte Unterschiede eine Vorhersage des Erkrankungsverlaufs ermöglichen.

Dr. med. Stefan Fröhling und seiner Arbeitsgruppe in der Abteilung Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektionskrankheiten; Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Hartmut Döhner) gelang anhand der Analyse von drei Genen mit Hilfe moderner molekularbiologischer Methoden bei mehr als 200 einheitlich behandelten AML-Patienten ohne Chromosomenveränderungen im Alter von 16 bis 60 Jahren die Abgrenzung von Untergruppen, die hinsichtlich des Verlaufs der Erkrankung große Unterschiede aufwiesen. So konnten sowohl Patienten identifiziert werden, die trotz einer intensiven Behandlung rasch einen Rückfall ihrer Erkrankung erlitten, als auch Patienten mit guten Aussichten auf dauerhafte Heilung.

Die Ergebnisse der Studie von Dr. Fröhling verdeutlichen, daß genetische Untersuchungen die Auswahl einer an das individuelle Risiko eines Patienten angepaßten Leukämiebehandlung ermöglichen können. So erscheint es denkbar, Patienten mit bestimmten Veränderungen der Erbsubstanz der Leukämiezellen aggressiver zu behandeln (zum Beispiel mit einer Knochenmarktransplantation), während anderen Patienten gegebenenfalls weniger intensive Behandlungsformen angeboten werden können. Neben ihrer Bedeutung für die Vorhersage des Erkrankungsverlaufs gewährt die detaillierte genetische Untersuchung der Leukämiezellen auch Einblicke in die Mechanismen der Leukämieentstehung und liefert so Ansatzpunkte für die Entwicklung neuartiger Medikamente.

Fröhling wurde anläßlich des Jahrestages der Universität Ulm am 2. Juli mit dem Franziska-Kolb-Preis zur Förderung der Leukämieforschung 2004 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert

inhalt Genvarianten und Krankheitsprozesse
Zusammenarbeit zwischen Aventis und LURIC
  Die Aventis Pharma Deutschland GmbH hat ihre Forschungskooperation mit der LURIC (Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health Study) gemeinnützigen GmbH i.G. neu aufgelegt. Kern der wissenschaftlichen Zusammenarbeit ist die LURIC-Studie, die zwischen 1997 und 2003 vom Klinikum der Stadt Ludwigshafen, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Ulm durchgeführt wurde. Dabei geht es um den Einfluß von Genen auf die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder thrombotischen Erkrankungen.

Über 3.500 einschlägige Patienten haben sich an der Studie beteiligt, die von PD Dr. Bernhard Winkelmann, Leiter der Kooperationseinheit Pharmakogenomik des Universitätsklinikums Heidelberg, Prof. Dr. Winfried März, Vorstand des Klinischen Instituts für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Medizinischen Universität Graz, und Prof. Dr. Bernhard Böhm, Leiter der Sektion Endokrinologie der Universität Ulm, konzipiert worden ist. Inzwischen liegen für jeden Studienteilnehmer mehr als 2.200 Einzeldaten zur Krankheitsgeschichte, zum Blutbild, Koronarstatus, Fettgehalt des Blutes, Zucker- und Hormonstoffwechsel, zu Entzündungsproteinen sowie zur genetischen Disposition vor. Davon profitiert nicht nur die Wissenschaft. Alle Studienteilnehmer wurden über die Ergebnisse der Tests informiert. Zugute gekommen ist dies insbesondere 500 Probanden, deren Erkrankung an Diabetes bzw. einer Vorstufe von Diabetes bis dahin unentdeckt geblieben war.

In der zunächst auf fünf Jahre angelegten Kooperation zwischen Aventis und LURIC werden die Varianten ausgewählter Gene untersucht. Von den meisten Genen gibt es mehrere Varianten mit kleinen, aber möglicherweise gravierenden Unterschieden. Genvarianten können an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sein oder auch deren Verlauf beeinflussen und unterschiedliche Behandlungserfolge bei gleichen medikamentösen Therapien begründen. Ziel ist es, eventuell gegebene Zusammenhänge zwischen dem Krankheitsprozeß und den genetischen Varianten zu erkennen und damit die Grundlage für die Entwicklung wirksamerer Medikamente zu legen. Seitens der LURIC gGmbH i. G. sind die Studienleiter Prof. Dr. März und PD Dr. Winkelmann sowie Prof. Dr. Böhm wissenschaftlich verantwortlich.

Aventis (www.aventis.com) mit Sitz in Straßburg, Frankreich, erzielte im Jahr 2003 in seinem Kerngeschäft einen Umsatz von 16,79 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit rund 69.000 Mitarbeiter. 2,86 Milliarden Euro investierte das, wie bekannt, künftig zu Sanofi gehörende Pharma-Unternehmen in Forschung und Entwicklung. Die gemeinnützige LURIC-Gesellschaft i. G. will durch ihre Arbeit zur Identifizierung und Validierung neuer klinischer, biochemischer und molekulargenetischer Prädiktoren für Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen beitragen. Um die wissenschaftliche Auswertung ihrer Studie zu optimieren, arbeitet die Gesellschaft mit Forschergruppen u.a. im Rahmen des 6. EU-Framework-Programms zusammen.

inhalt Medienmami und News-Cop
Studierende der Universität Ulm entwickeln Internetprojekte
  Welche Medien sind nützlich oder wenigstens unschädlich für mein Kind? und Wie bewältige ich die tägliche Informationsflut? sind heute Alltagsfragen wachsender Bedeutung. Studierende des Diplom-Studiengangs Medieninformatik der Universität Ulm haben sich dieser Problematik angenommen und dazu zwei Internetangebote entwickelt: Medienmami - den Medienratgeber für Eltern und Erzieher und News-Cop - einen Online-Pressespiegel.

Medienmami

Welche Lernprogramme helfen wirklich in der Schule?, Machen Computer Kinder richtig schlau?, Welche Fernsehsendungen/Filme sind für welches Alter geeignet? usw. - der Medienratgeber beurteilt und bewertet Computerspiele, Fernsehsendungen, Lernprogramme sowie Informationen, Neuigkeiten und Veranstaltungshinweise zu medienpädagogischen Fragestellungen. Aber auch Hintergrundinformationen zu aktuellen Medienangeboten hält die Medienmami bereit: Warum zum Beispiel dürfen deutsche Kinder in den neuen Harry-Potter-Film erst mit 12 Jahren, während die Nachbarländer den Kinobesuch bereits den Sechsjährigen erlauben? Oder: Was sind die Gründe dafür, daß eine Kindernachrichtensendung wie »Logo« einen Medienpreis nach dem anderen erhält? Darüber hinaus beantwortet das Studenten-Team auch direkte Fragen von Lesern und gibt Hilfestellungen per Email. Erreichbar ist das Angebot unter www.medienmami.de

News-Cop

Eine zweite Gruppe von Studierenden hat sich eines journalistischen Themas angenommen: Mit welchen unterschiedlichen Akzenten wird in den Medien berichtet? Die Studenten wählen täglich ein aktuelles Thema aus dem Nachrichtenbereich aus, vergleichen die Berichterstattung unterschiedlicher Tageszeitungen und stellen die Ergebnisse mit Linkverweisen in einer kurzen Zusammenfassung dar. So entsteht neben einem News-Service ein Angebot, das durch die analytische Betrachtung unterschiedlicher Quellen die kritische Medienrezeption fördern soll. Daher wird den Nutzern auch die Möglichkeit gegeben, die Artikel mit eigenen Kommentaren zu versehen. Die Web-Adresse lautet: www.news-cop.de

Die 17 an den beiden Projekten beteiligten Studentinnen und Studenten der Medieninformatik setzen eine noch junge Technik für die Realisierung ihrer Angebote ein: das sogenannte Weblogging. Damit können Webseiten außerordentlich schnell und zu jeder Zeit aktualisiert werden: unterwegs, per Handy, per Mail, vom Internet-Café aus usw. Außerdem wird den Nutzern der Angebote mit dieser Technik eine aktive Mitgestaltung ermöglicht: Feedback über verzweigte Kommentarfunktionen, Rückverlinkung zu eigenen Angeboten, Möglichkeiten der News-Einblendung auf einer eigenen Homepage, Abruf der Neuigkeiten per RSS-Feed-Readern (spezielle Softwareprogramme zur Informationsgewinnung). Die Studenten analysieren auch die Besucherstrukturen, passen ihr Angebot dem Nutzerverhalten an, evaluieren den Zuspruch, berücksichtigen Aspekte des Medienmarketings usw.

Der Studiengang Diplom-Medieninformatik wurde von der Fakultät für Informatik der Universität Ulm im Wintersemester 2000/01 eröffnet. Im Hauptstudium können die Studierenden unter verschiedenen Anwendungsschwerpunkten wählen. Medienpädagogik/Medienpsychologie, einer dieser Schwerpunkte, wird vom Seminar für Pädagogik betreut, das zur Fakultät für Informatik gehört.

inhalt Prävention und Gesundheitsförderung
Ein neues Querschnittsfach in der Medizinerausbildung
  Waren Sie in jüngster Vergangenheit in einer modernen Zahnarztpraxis? Ja? Dann haben Sie eine Vorstellung davon, was es mit gesundheitlicher Prävention auf sich hat - und vermutlich sind Sie überrascht, wie breit das zahnmedizinische Präventionsangebot ist. Die Zahnmedizin hat in Deutschland schon immer eine Vorreiter-Rolle bei der gesundheitlichen Prävention innegehabt, man denke nur an die Kampagne in Kindergärten zur Verbesserung der Zahngesundheit. Kinder und auch deren Eltern haben von einer Vermittlung korrekter Zahnputztechniken profitiert. Heute ist die Prophylaxe in der Zahnmedizin fest etabliert, sowohl in den Köpfen der Patienten als auch ihrer Zahnärzte.

Das ist in der Humanmedizin bislang anders. Zwar ist der Präventionsgedanke in der Sozialmedizin seit dem 19. Jahrhundert vertreten, und Risikofaktoren sind in mehr oder weniger großer Zahl jedem Medizinstudenten einschließlich der Folgeerkrankungen bekannt. Hat sich aber der Präventionsgedanke deshalb auch schon in der Humanmedizin etabliert? Allein das (allzu) häufige Schulterzucken von Medizinstudenten auf die Frage, was zu tun ist, wenn der Hinweis auf Risikofaktoren (Fehlernährung, Alkoholmißbrauch, Rauchen, Bewegungsmangel, Streß, Umweltgifte, etc.) beim Patienten nichts fruchtet, gibt die klare Antwort: Nein!

Die Frage nach dem (primär-)präventiven Instrumentarium der Humanmedizin wird von seiten der Studierenden zumeist mit den »großen Drei« beantwortet: Vorsorge, Aufklärung, Impfen. Das ist zwar richtig, aber als Antwort unzureichend. Die Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen läßt zu wünschen übrig, Aufklärung wirkt bestenfalls auf das Wissen von Zielpersonen, kaum jedoch auf ihr Verhalten, altbekannte epidemiologische Befunde weisen auf eine bevölkerungsweit eher nachgeordnete Bedeutung des Impfens hin. Ähnliche Einwände lassen sich für die bekannten sekundär- und tertiärpräventiven Maßnahmen der Medizin geltend machen. Das bisher etablierte präventive Arbeiten in der Humanmedizin kann damit nicht als Erfolgsmodell gelten, denn die vorherrschende Strategie der Risikovermeidung oder -ausschaltung reicht nicht aus, um die individuelle wie die bevölkerungsweite Krankheitslast zu reduzieren.

Gesundheit aktiv stärken

Die Weltgesundheitsorganisation hat 1986 der Präventionsstrategie die Strategie der Gesundheitsförderung konzeptionell zur Seite gestellt, um Gesundheit aktiv zu stärken und personale wie soziale Ressourcen des einzelnen für seine Gesundheit zu nutzen. Dieses neue Denken ist unseren Medizinstudenten weitgehend fremd, manchmal lästig. Es erfordert nämlich, sich weit mehr als bislang praktiziert mit dem Verhalten des Patienten auseinanderzusetzen (die ganz große Mehrheit der Erkrankungen, gegen die eine starke Gesundheit schützen soll, ist verhaltensabhängig). Das von der neuen Approbationsordnung für Ärzte verbindlich vorgeschriebene Querschnittsfach Prävention, Gesundheitsförderung (Q 10) wird hier Abhilfe schaffen können und Medizinstudenten die erforderlichen neuen Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln; und es werden den Studierenden auch die Vorzüge verdeutlicht, die eine entsprechend intensive Auseinandersetzung mit Trägern von Risikogefährdungen hat. Mit Hilfe der neuerworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse können die Studierenden von Q 10 neues Wissen über erfolgreiche Prävention anwenden, ein besseres Verständnis für Patienten mit gesundheitlichen Risikofaktoren entwickeln, kompetenter mit Fragen der Prävention umgehen, präventiv erfolgreicher arbeiten und insgesamt einen Beitrag zum »shared decision making« von Arzt und Patient leisten.

Neue Fertigkeiten bestehen beispielsweise in der Diagnostik und Bearbeitung der Funktionen gesundheitsschädlichen Verhaltens. Hier ist es besonders wichtig zu wissen, daß Patienten stets »gute« Gründe zur Fortführung eines gesundheitsriskanten Verhaltens haben (Rauchen entspannt, Alkohol macht gesellig, Essen schmeckt etc.). Diese Gründe zu erkennen und zu bearbeiten setzt auch Fertigkeiten voraus, die verhaltenswissenschaftlich begründet sind.

Furchterzeugende Kommunikation

Das zu erwerbende neue Wissen bezieht sich zum Beispiel auf Möglichkeiten der Einkommenssicherung auf dem Gebiet der Prävention und Gesundheitsförderung. Zentral sind Kenntnisse über effektive Wege der Risikominderung und Gesundheitsförderung (was gibt es an gesicherter empirischer Evidenz), die im neuen Querschnittsfach möglichst breit und praxisnah vermittelt werden. Dazu gehören auch Tips wie beispielsweise die Mahnung zur Vorsicht bei furchterzeugender Kommunikation (diese kann sich leicht als Bumerang erweisen, so daß man das Gegenteil dessen erreicht, was man eigentlich beabsichtigte). In Ulm beteiligt sich ein Querschnitt von medizinischen Fächern am Unterricht, die mit Prävention und Gesundheitsförderung befaßt sind. Darüber hinaus konnte die Beteiligung der Krankenkassen und von Niedergelassenen mit präventivem Schwerpunkt erreicht werden.

Mit der Einführung des neuen Querschnittsfaches ist ein Lehrbuch erschienen, das für Lehrende und Studierende die medizinische Perspektive auf Prävention und Gesundheitsförderung erstmalig im deutschsprachigen Raum breitgefächert (und mit starker Ulmer Beteiligung) darstellt: Hurrelmann, K., Klotz, T. und Haisch, J. (Hrsgg.), Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung. Bern, Verlag Huber 2004. Es ist zu hoffen, daß die Einführung des Querschnittsfaches Prävention, Gesundheitsförderung dazu beiträgt, daß sich das neue Fach in den Köpfen der Patienten wie in den Köpfen ihrer künftigen Ärzte fest etablieren kann.

Prof. Dr. Jochen Haisch, Verantwortlicher des neuen Querschnittsfaches Prävention, Gesundheitsförderung

inhalt Apoptose und Proteindynamik, Bandbreitennutzung und Portfoliooptimierung
Promotionspreise 2004 der Ulmer Universitätsgesellschaft
  Am Jahrestag 2004 der Universität Ulm (2. Juli) wurden die traditionellen Promotionspreise der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) verliehen. Sie sind mit 1.500 Euro je Preisträger dotiert und gingen an:

Dr. rer. nat. Markus Allmendinger, »Multi-Site Catalysis - Novel Strategies to Biodegradable Polyesters from Epoxides/CO and Macrocyclic Complexes as Enzyme Models«

Dr. med. Daniel Dürschmied, »Verteilungsmuster von Zentromer-Komplexen während der Differenzierung von Promyelozyten-Leukämien«
Dr.-Ing. Jochem Egle, »Detection of Power and Bandwidth Efficient Single Carrier Block Transmission«
Dr. rer. nat. Jan Kriegl, »A Spectroscopic Study of the Energy Landscape of Proteins Electron Transfer in Photosynthetic Reaction Centers and Ligand Binding to Heme Proteins«
Dr. biol. hum. Petra Riedl, »Natürliche Adjuvantien für rekombinante Spalt-Vakzinen«
Dr. rer. nat. Michael Schöttner, »Persistente Typen und Laufzeitstrukturen in einem Betriebssystem mit verteiltem virtuellem Speicher«
Dr. rer. pol. Martin Tschunko, »MIDAS - ein Modell für die taktische Portfolio-Strukturierung (Tactical Asset Allocation)«
Dr. med. Jiwu Wei, »Murine Embryonic Endothelial Progenitor Cells as Vehicles for Systemic Suicide Gene Therapy of Metastases«

Kunststoff aus einfachen technischen Bausteinen

Kunststoffe - jeder führt dieses Wort im Munde. Jeder trägt Kunststoffe auf dem oder im Körper, wenigstens aber nimmt er sie zur Hand. Textilien, Zahnfüllungen, Verpackungsmittel, elektrische, elektronische und sonstige Geräte, Werkzeuge, Wohnungseinrichtungen, Automobile - Kunststoffe sind überall. Es gibt etwa zwei Dutzend wichtiger Kunststoffarten, aber mehr als 5.000 Handelsnamen, meist Kurzbezeichnungen, die eher den Hersteller als die Inhaltsstoffe verraten. Deshalb ist es meist unmöglich, einen bestimmten Kunststoff an seinem Markennamen zu erkennen. Was zwischen 1914 und 1918 aus der Not geboren wurde, knapp werdende Werkstoffe durch neue, künstlich erzeugte Materialien zu ersetzen, wird heute zur hohen Schule des Werkstoffdesigns. Denn man kennt den inneren Aufbau der Kunststoffe, kann ihn mit geeigneten Mitteln, zum Beispiel speziellen Katalysatoren, beeinflussen und auf diese Weise Kunststoffe als Werkstoffe für unterschiedlichste Zwecke fast beliebig »maßschneidern«.

Das Forschungsprojekt von Dr. Markus Allmendinger gilt einem besonderen polymeren Werkstoff, dem Polyhydroxybutyrat (PHB). PHB ist ein Biomakromolekül, das - ähnlich der Kartoffelstärke - in biologischen Systemen als Energiespeicher genutzt wird. Es ist daher vollständig biologisch abbaubar und zeigt im übrigen ähnliche Materialeigenschaften wie Polypropylen, der Grundstoff zum Beispiel eines Joghurtbechers, einer Babywindel oder einer Transparentfolie. Allerdings erwiesen sich bisher angewendete biotechnologische Herstellungsverfahren als zu aufwendig für eine Großproduktion und daher als zu teuer.

In dem von Allmendinger entwickelten Ansatz, einer neuen Reaktionssequenz, die zwei Polymerisationsprinzipen in einer Katalysereaktion verknüpft, kann der Kunststoff aus einfachen technischen Bausteinen (Propylenoxid und Kohlenmonoxid) direkt hergestellt werden. So überrascht es nicht, daß namhafte Großunternehmen Interesse an dem Verfahren bekundet haben. Die BASF AG in Ludwigshafen kooperiert mit den Ulmer Forschern im Rahmen zweier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderter Projekte. Dr. Allmendinger ist seit April 2003 als Laborleiter bei BASF tätig.

Chromatinstrukturen in Leukämiezellen

Daniel Dürschmied hat sich mit der quantitativen Analyse der Chromosomenanordnung im Zellkern auseinandergesetzt. Sein besonderes Interesse galt dabei der Änderung der dreidimensionalen Organisation des Zellkerns von Leukämiezellen unter der Behandlung mit biologischen Substanzen wie Retinsäure. Retinsäure induziert eine Ausreifung bestimmter Leukämiezellen und bringt sie damit in einen »normalen« Zustand. In Kooperation mit einer Arbeitsgruppe des Hämatologischen Instituts der Universität Paris 7 hat Dürschmied eine Methodik entwickelt, Veränderungen des Chromatins im Zellkern während des Differenzierungsprozesses zu quantifizieren. Es gelang dabei, die dreidimensionale Verteilung von Zentromeren - als Marker des sogenannten Heterochromatins - mit einem automatisierten Bildanalyseverfahren zu erfassen.

Die zur Herabregulierung von Genen befähigten Chromatinstrukturen hat Dürschmied mathematisch analysiert. Die Ergebnisse zeigen, daß sich die Organisation des Zellkerns von Leukämiezellen bei der durch Retinsäure ausgelösten Differenzierung in charakteristischer Weise ändert. Parallel dazu werden verschiedene Gene an- bzw. abgeschaltet, was durch Genchip-Analysen nachgewiesen werden konnte. Die gewonnenen Daten eröffnen neue Möglichkeiten zur schnellen und automatisierten Erfassung des Differenzierungszustandes einer Zelle, was insbesondere in der Tumor- und Stammzellforschung große Bedeutung hat.

Ausnutzung des elektromagnetischen Spektrums nahe den theoretischen Grenzen

Bei drahtlosen Kommunikations- und Rundfunksystemen wird es immer wichtiger, verfügbare Bandbreiten und Sendeleistungen möglichst gut zu nutzen. Vorangetrieben wird die Entwicklung durch den Mobilfunk und die zunehmend an Bedeutung gewinnenden lokalen Funknetze. Auch der Wunsch, noch vorhandene analoge Übertragungen durch digitale zu ersetzen, führt zu derartigen Forderungen. Ein typisches Beispiel hierfür ist der künftige digitale Rundfunk in den Frequenzbändern unterhalb von 30 MHz (KW, MW und LW). Mit dem inzwischen fertiggestellten Standard DRM, der in den kommenden Jahren nach und nach den konventionellen analogen Rundfunk ablösen wird, werden bereits Bandbreiteausnutzungen von nahezu 3 bit/s/Hz erreicht. Zusammen mit neuesten Audio-Quellencodierungsverfahren ergeben sich damit Audio-Qualitäten, wie man sie bisher nur vom FM-Rundfunk mit seinen sehr viel größeren Bandbreiten kennt. Gleichzeitig ergibt sich mit der Einführung von DRM die Möglichkeit, die Sendeleistungen um den Faktor 10 zu senken.

Gegenstand der Dissertation von Dr.-Ing. Jochem Egle war das Anliegen, für künftige drahtlose Übertragungssysteme Verfahren zu finden, die möglichst weit jenseits des heutigen Standes eine bandbreite und leistungseffiziente Ausnutzung des limitierten elektromagnetischen Spektrums nahe den theoretischen Grenzen zulassen. Dazu hat Egle eine neue Gruppe von iterativen Detektionsverfahren entwickelt und gezeigt, wie die Annäherung an die theoretischen Grenzen erfolgen kann. Die von ihm vorgeschlagenen neuen Detektionsverfahren können bei konventionellen digitalen Punkt-zu-Punkt-Übertragungen ebenso eingesetzt werden wie bei vektorwertigen Übertragungen in Systemen mit vielen Teilnehmern sowie bei den vielversprechenden Übertragungen mit mehreren Antennen und den dabei genutzten MIMO(MultipleInputMultipleOutput)-Kanälen. Hierbei sind Bandbreiteausnutzungen von 10 bit/s/Hz oder sogar 20 bit/s/Hz vorstellbar, Werte, die um den Faktor 20 bis 40 größer sind als beim heutigen Mobilfunk. Egles Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung künftiger drahtloser Kommunikationssysteme, die mit kleinstmöglicher Sendeleistung größtmögliche Bandbreitenausnutzung erreichen.

Elektronentransfer und Proteindynamik

In seiner thematisch breit angelegten Dissertation hat sich Dipl.-Phys. Dr. Jan M. Kriegl mit grundsätzlichen physikalischen Eigenschaften von Proteinen befaßt, um Einsichten in die Zusammenhänge zwischen Proteinstruktur, Dynamik und Funktion zu gewinnen. Proteine sind Kettenmoleküle aus 20 verschiedenen Aminosäuren. Dank der Möglichkeit automatisierter Sequenzierung der Genome ganzer Organismen ist die Primärstruktur der Proteine, d.h. die Abfolge der 20 verschiedenen Aminosäuren in der Kette verhältnismäßig einfach zugänglich. Diese Information ist allerdings nur von beschränktem Nutzen, da man aus der Primärstruktur bislang nicht vorhersagen kann, wie sich die Aminosäurenkette in ihre kompakte, dreidimensionale Struktur auffaltet, die Voraussetzung für die Funktion ist. Selbst aus bereits bestimmter Struktur ist die biologische Funktion nicht direkt erkennbar. Das Proteinfaltungsproblem und das Problem der Struktur-Funktions-Beziehung sind gegenwärtig zwei Brennpunkte der molekularen Lebenswissenschaften. Beide Probleme sind deswegen schwer lösbar, weil die flexiblen Proteinmoleküle unter physiologischen Bedingungen zwischen einer unvorstellbar großen Zahl möglicher Konformationen fluktuieren können. Die enorme Komplexität wird physikalisch mit Hilfe einer sogenannten Konformationsenergielandschaft beschrieben.

Zur Erforschung dieser Energielandschaft und um den Einfluß von Strukturänderungen auf die Proteinfunktion zu untersuchen, hat Kriegl hochpräzise Methoden der zeitaufgelösten Spektroskopie eingesetzt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der temperaturabhängigen Beobachtung des lichtinduzierten Elektronentransfers in Reaktionszentren photosynthetischer Bakterien. Die hier aktiven Proteine wandeln die Energie des Sonnenlichts in chemische Energie um und haben damit zentrale Bedeutung für die Photosynthese. Der Elektronentransfer bewirkt hohe elektrische Felder im Inneren der Proteine, die Konformationsänderungen zur Folge haben. Kriegl hat diesen Prozeß gezielt beeinflußt und die Auswirkungen von Strukturänderungen auf die Funktion studiert. Mittels von ihm entwickelter aufwendiger Computeralgorithmen konnte er die experimentellen Daten auf der Basis quantenmechanischer Theorien erklären. Dadurch gelang es ihm, eine konsistente Beschreibung der Kopplung zwischen Elektronentransfer und Proteindynamik zu erzielen und Einsichten in die molekularen Mechanismen zu gewinnen.

Mit DNA- und Peptid-basierenden Impfstoffen gegen Viren

Dr. Petra Riedl erhielt den Promotionspreis für ihre Arbeiten zur Entwicklung von Impfstoffen (Kombination von Peptid- und DNA-basierenden Vakzinen), die selektiv zytotoxische T-Zell-Antworten induzieren. Auf bestimmte Viren-Bausteine reagiert der Organismus in der Regel mit einer starken antiviralen Immunantwort, die sich durch entsprechende Impfstoffe induzieren läßt. Der Organismus ist dann gegebenenfalls vor einer späteren Virusinfektion geschützt. Dr. Riedl hat in ihrer Dissertation die Impfung mit rekombinanten DNA-Impfstoffen am Tiermodell weiterentwickelt.

Ein die Erbinformation für ein bestimmtes virales Protein tragendes Gen wird mittels eines Vektors in die Versuchstiere eingeschleust, wo die DNA in den Wirtszellen das kodierte Protein synthetisiert. Das führt zu einer starken Immunantwort gegen das Antigen. Durch die DNA-Immunisierung werden vor allem zytotoxische T-Zellen, die auf die Eliminierung von virusinfizierten Zellen spezialisiert sind, angeregt. Riedl hat die antigenkodierende DNA an positiv geladene kationische Peptide gebunden. Diese stabilen Komplexe aus negativ geladener DNA und positiv geladenen Peptiden lösen eine deutlich erweiterte antivirale Immunantwort aus. Riedl konnte zeigen, daß eine zytotoxische T-Zell-Antwort gegen das DNA-kodierte Antigen und gleichzeitig gegen die peptidkodierten Epitope induziert wird. Die gelungene Verbindung von DNA- und Peptid-basierenden Impfstoffen eröffnet den Ausblick auf neue Konzepte bei der Viren-Bekämpfung.

Verteilte virtuelle Speicher für ein schlankes Betriebssystem

Derzeit bieten kommerzielle PC-Betriebssysteme eine unüberschaubare Funktionalität und eine große Anzahl an Schnittstellen. Das erschwert Administrierung, Absicherung, Programmierung und Bedienung dieser Systeme und verursacht zudem einen beträchtlichen Ressourcenbedarf. Schöttner zielte mit seinen Arbeiten auf die Neuentwicklung eines schlanken verteilten PC-Betriebssystems. Durch den Einsatz des in der Fachliteratur seit langem bekannten Konzeptes eines verteilten virtuellen Speichers (VVS) wird der Datenaustausch zwischen Computern für den Programmierer erheblich vereinfacht. Da periodisch ein Abbild des verteilten virtuellen Speichers auf Festplatte gespeichert wird, ist ein Dateisystem überflüssig. Dem Anwender bleibt dies verborgen. Er speichert seine Daten nach wie vor in einem hierarchischen Verzeichnisdienst ab. Für den Programmierer bedeutet dies jedoch eine wesentliche Erleichterung. Auch wird die Stabilität des gesamten Systems gefördert.

Das Plurix-Betriebssystem (http://www.plurix.de) wird mit einem im Rahmen dieser Arbeit entwickelten Java-Compiler implementiert. In der Regel werden Betriebssysteme und Übersetzer getrennt implementiert. Hier setzt Schöttner an und zeigt, daß ein integrierter Entwurf eine Reihe von Synergien ermöglicht wie zum Beispiel Kompaktheit, schnelle Übersetzungszeiten oder Vereinfachung von Systemaufgaben. Der Plurix-Java-Compiler übersetzt Programme direkt in ausführbare Strukturen, die bei Bedarf sofort für alle Rechner im Netz bereitstehen. Symboltabellen werden durch ihre Integration im Verzeichnisdienst automatisch registriert, so daß sie dauerhaft verfügbar sind. Dies vereinfacht und beschleunigt nachfolgende Übersetzungen und dient gleichzeitig als Basis für Benutzerbefehle. Auch im Falle der Änderung an Programmteilen erweist sich der integrierte Ansatz als vorteilhaft. Einerseits kann der Übersetzer alte und neue Versionen mit Hilfe des Verzeichnisdienstes vergleichen und kompatible Strukturen erzeugen. Andererseits erlaubt die von Schöttner beschriebene adaptive Bindetechnik die Anpassung bestehender Programmteile während des Betriebs. Aufgrund des verteilten virtuellen Speichers werden die Änderungen automatisch auf allen Rechnern im Netz durchgeführt.

Wahrscheinlichkeitsbäume aus Erfahrungswissen

Die private Geldanlage gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wertpapierfonds bieten dafür eine unter anderen Möglichkeiten. Tschunko hat in seiner Dissertation ein nach dem griechischen König Midas benanntes Modell entwickelt, das den Fondsmanager in der Wahl der Anlagen unterstützt, indem es eine Schwäche der herkömmlich herangezogenen Portfoliomodelle kompensiert. Diesen liegt eine mechanische Vorstellung des Anlageprozesses zugrunde: Ein Computer errechnet aus den aktuellen und historischen Kursen aller in Frage kommenden Aktien und Anleihen Investitionsempfehlungen. Dabei ist der Fondsmanager eher Buchhalter als Manager. In der Praxis verfährt keine Fondgesellschaft nach diesem Muster, weil kein Modell die Komplexität der Finanzmärkte auch nur annähernd abbilden kann. Am Ende ist immer der erfahrene Fondsmanager gefragt. Für den Anlageerfolg ist die Verbindung von praktischer Erfahrung und Modellanalyse entscheidend.

Auf diese bisher vernachlässigte Schnittstelle konzentriert sich Tschunko in seiner Dissertation. Aufbauend auf Ergebnissen der Neurophysiologie und des Wissensmanagements konfiguriert er ein graphisches Eingabemodul für das Erfahrungswissen. Die zukünftige Entwicklung von Aktien und Anleihen wird durch Szenarien in Form sogenannter Wahrscheinlichkeitsbäume repräsentiert. Der Fondsmanager kann diese Szenarien so lange manipulieren, bis sie seinen Erwartungen entsprechen. Anhand dieser Wahrscheinlichkeitsbäume berechnet Midas die größtmögliche Rendite versprechende Balance zwischen Aktien und Anleihen. Auf der Basis dieses von Tschunko entwickelten Ansatzes zur mehrperiodigen Portfolioplanung ist - unter Berücksichtigung des impliziten Wissens der Porfoliomanager - eine optimale Entscheidung möglich. Das Modell stellt einen wesentlichen Beitrag zur realitätsnahen Portfoliooptimierung dar.

Todbringende Zellen in Tumoren

Tumoren müssen eigene Blutgefäße bilden, um wachsen zu können. Dazu locken sie aus dem Knochenmark stammende und im Blut zirkulierende Blutgefäßvorläuferzellen an und bauen sie in ihre Gefäße ein. Daß dies eine Achillesferse von Tumoren sein könnte, hat Jiwu Wei in seiner Dissertation bei PD Dr. Christian Beltinger in den Forschungslaboren der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin gezeigt. Wei verwendete dabei nicht Blutgefäßvorläuferzellen aus dem Knochenmark oder dem Blut, sondern embryonale Vorläuferzellen aus der Maus, die leichter zu vermehren und genetisch zu verändern sind als körpereigene, sogenannte autologe Vorläuferzellen. Überraschenderweise wurden diese Zellen nach Transplantation in eine gewebsfremde Maus nicht abgestoßen, sondern nahmen im Zielorganismus an der Tumorgefäßneubildung (in Lungenmetastasen) teil.

Wei rüstete die Zellen mit einem Gen aus, das ein harmloses Vorläufermedikament in ein starkes Zellgift umwandeln kann. Vom Tumor unbemerkt bauten sich die so präparierten Vorläuferzellen in die Tumorgefäße ein. Durch Gabe des Vorläufermedikaments wurde die Apoptose, der Selbstmord der eingeschleusten Zellen ausgelöst, die benachbarte Tumorzellen mit in den Tod rissen. So konnten ganze Metastasen ausgemerzt werden, bevorzugt solche, die schlecht mit Sauerstoff versorgt waren. Dies ist bedeutsam, da sauerstoffarme Metastasten notorisch resistent gegen herkömmliche Chemo- und Strahlentherapie sind. Normales Gewebe blieb verschont, was mit Hilfe der Ulmer Nuklearmediziner nachgewiesen werden konnte. Nach den vorliegenden Ergebnissen zeichnet sich eine potentielle, freilich in die Zukunft verweisende therapeutische Bedeutung dieser Apoptosestrategie ab.

inhalt Allererste Vorlesung im Fach Mathematik
Im Ruhestand: Prof. Dr. Hans-Joachim Runckel
  Ein weiterer Mathematiker der ersten Stunde ist im Ruhestand: nach Prof. Fiedler war Prof. Dr. Hans-Joachim Runckel der nächste derjenigen, die den Aufbau der Ulmer Mathematik von Anfang an miterlebt und geprägt haben und jetzt die Altersgrenze erreichen.

In Wiesbaden geboren, studierte Runckel von 1959 bis 1964 Mathematik an der Philipps-Universität Marburg und erwarb dort sein Diplom. Seinen Ph. D. machte er 1965 an der University of Utah in Salt Lake City. Danach war er drei Jahre Assistant Professor an der Wayne State University in Detroit. Nach Marburg zurückgekehrt, wurde er Akademischer Rat, bevor er im Wintersemester 1969/70 an der Universität Ulm, assistiert von Dr. Uwe Pittelkow, die allererste Vorlesung im Fach Mathematik hielt. Seine Hörer waren allerdings ausschließlich Studenten der Physik, da der erste Mathematiker-Jahrgang das Studium erst im folgenden Jahr aufnahm.

Wer die Verhältnisse in dieser »guten alten Zeit« kennengelernt hat, weiß, daß einiges an Improvisation erforderlich war, um mit den beinahe unzumutbaren Arbeitsbedingungen fertig zu werden: Alle (wenigen) Mitarbeiter teilten sich einen Raum im Kloster Wiblingen, der streng genommen die Bezeichnung Büro nicht wirklich verdiente, und auch die zur Verfügung stehenden Hörsäle, vor allem aber die von Mathematikern so dringend benötigten Tafeln waren, gelinde gesagt, von unterdurchschnittlicher Brauchbarkeit. Dafür hatte man aber, im Gegensatz zur heutigen Lage, die begründete Hoffnung, daß alles nur besser werden könne - und das tat es auch für Runckel ganz persönlich, denn nach seiner Habilitation 1972 wurde er in eine C3-Stelle eingewiesen, die er bis zu seinem Ausscheiden innehatte.

Prof. Runckel war und ist einer der in Ulm früher zahlreichen Vertreter der Arbeitsrichtung der klassischen Analysis. Seine Veröffentlichungen befassen sich insbesondere mit der Nullstellenverteilung analytischer Funktionen, Fragen der analytischen Fortsetzbarkeit, Matrixfunktionen, sowie Kettenbrüchen, Orthogonalpolynomen und Differenzengleichungen. Im Jahr 2000 erschien sein Lehrbuch »Höhere Analysis - Funktionentheorie und Differentialgleichungen« im Oldenbourg-Verlag. In der Lehre galt seine Liebe vor allem der Funktionentheorie, und auf diesem Gebiet hat er zahlreiche Staatsexamens- und Diplomarbeiten angeregt und betreut. Beliebt und begehrt war er auch als Prüfer, speziell unter den Staatsexamenskandidaten, wo er bei manchen Jahrgängen an nahezu allen Prüfungen beteiligt war. Schließlich und vor allem ist seine Tätigkeit als einer der Hauptherausgeber der Zeitschrift »Analysis« hervorzuheben. Diese Funktion hat er seit Gründung der Zeitschrift im Jahre 1980 ausgeübt und dadurch maßgeblich die unverzichtbare Kontinuität gewährleistet.

Mit Prof. Runckel verliert die Mathematik in Ulm einen geschätzten Kollegen, der trotz aller Ernsthaftigkeit, die die wissenschaftliche Arbeit nun einmal erfordert, auch immer zu einem Scherz aufgelegt war und privat mit Leidenschaft dem Brettspiel »Malefitz« huldigte (der Schreiber dieser Zeilen erinnert sich mit Vergnügen der Jahre, in denen Runckel bei Besuchen, sozusagen sicherheitshalber, dieses Spiel in einer alten ledernen Aktentasche mitzubringen pflegte). Wir wünschen ihm, daß er seinen wohlverdienten Ruhestand noch lange genießen kann.

Werner Balser

inhalt Wasserführung
Zwei Verbesserungsvorschläge
  Spülautomatik: Für die Gewinnung von aufbereitetem Wasser (vollentsalztem oder VE-Wasser), das die Uni West (Ingenieurwissenschaften) in großen Mengen benötigt, wird das Wasser in einer Vorstufe enthärtet. Ein Resthärtemeßgerät überwacht das Ergebnis. Es wird permanent von enthärtetem Wasser durchflossen, auch wenn keine Messung (Analyse) erfolgt. Günter Sauter, Dezernat VI, hat vorgeschlagen, nur für die Messungen enthärtetes Wasser durch das Meßgerät zu schicken. Dies läßt sich durch Ausrüstung des Gerätes mit einer Spülautomatik-Steuerung bewirken. Der permanente Abfluß von enthärtetem Wasser kann so vermieden werden, wodurch jährlich ca. 90 m3 Wasser und Abwasser sowie Chemikalien, Regeneriersalz und Betriebsstunden der Enthärtungsanlage eingespart werden können.

Abwasseraufbereitungsanlage/Neutralisation: Im Reinraum der Uni West befindet sich eine Wasseraufbereitungsanlage, die zur Herstellung von VE-Wasser benötigt wird. Ferner wird eine Neutralisationsanlage betrieben, die verschiedene Laborabwässer neutralisiert. Zur VE-Wasser-Gewinnung dient unter anderem eine Gegenosmoseanlage. Durch den technischen Prozeß der Gegenosmose fallen täglich ca. 14 m3 unbelastetes Konzentratabwasser an, das der Neutralisationsanlage zugeführt wird. Pro Jahr entspricht dies einer Abwassermenge von ca. 5110 m3.

Sauters Vorschlag sieht vor, das unbelastete Konzentratabwasser aus der Gegenosmose über eine Umgehungsleitung an der Neutralisationsanlage vorbei direkt in den Stadtabwasserkanal zu leiten. Damit entfällt der Aufwand für die Behandlung mit der Folge einer dementsprechenden Einsparung an Betriebsstunden, Chemikalien und Pumpenstromkosten für die Umwälzung. Überdies wird der Anlagenverschleiß auf ein Siebtel reduziert.

Die Investitionskosten für die Realisierung beider Verbesserungsvorschläge liegen unter der Amortisationszeit von zwei Jahren. Günter Sauter wurde mit einer Prämie von 1.200 € ausgezeichnet.

inhalt Konzerte in Szeged und Baja
Das Ulmer Universitätsorchester in Ungarn
  Am Ostersonntag brachen 60 Musiker mit viel Gepäck, darunter drei Kontrabässe, acht Celli und ein Satz Pauken, in Richtung Ungarn auf. Die Idee dieser Reise stammte von Tamás Füzesi, dem Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm. Nach dem gemeinsamen Konzert im Februar 2003 im Ulmer Kornhaus träumte er von einer Reise mit dem Universitätsorchester in sein Geburtsland. Manchmal gehen Träume auch in Erfüllung, und so reiste das Orchester mit Tschaikowskijs Violinkonzert nach Ungarn. Nach fast zwölf Stunden Fahrt war das erste Ziel der Reise erreicht: Szeged.

Für Dienstag stand dort das erste Konzert auf dem Programm. Das Konzert des Universitätsorchesters war als Eröffnungsveranstaltung der Frühlingswoche der Universität in deren Aula angesetzt. Als Konzertprogramm hatte der Dirigent, Burkhard Wolf, Beethovens 2. Sinfonie in D-Dur und das besagte Violinkonzert von Tschaikowskij ausgesucht. Das Konzert war mit über 100 Zuhörern gut besucht. Das Orchester spielte mit viel Freude die zweite Sinfonie von Beethoven, die hohe spielerische Anforderungen stellt. Auch der Tschaikowskij wurde auf hohem Niveau musiziert und von Tamás Füzesi virtuos dargeboten. Füzesi spielte mühelos die rasanten Läufe bis hinauf in die höchsten Flageolett-Töne und bewies seine hohe Klasse bei den vielen unterschiedlichen Herausforderungen an das Soloinstrument. Im Schlußsatz zeigte er wieder einmal, daß sein rasendes Tempo spielbar ist, auch wenn man sich am Rand des Irrsinns glaubte. Der große Beifall des ungarischen Publikums war ihm und dem Orchester sicher.

Ein weiteres Konzert wurde in der Donaustadt Baja an der dortigen deutschen Schule gegeben. Es war Ersatz für ein Konzert, welches das Orchester in Novi Sad, Serbien, geben wollte, aber aufgrund von lokalen Organisationsschwierigkeiten kurzfristig abgesagt werden mußte. Auch die Zuhörer in Baja erlebten engagiertes und hochmotiviertes Musizieren von Solist und Orchester. Eine kompetente Stadtführung durch einen Donauschwaben sowie der Gang zur Donau in Baja folgten am nächsten Tag. Dabei erfuhren die Orchestermitglieder von der leidvollen Geschichte der Donauschwaben nach dem zweiten Weltkrieg und den Bemühungen des ungarischen Staates, den Minderheiten heute mehr Raum für ihre kulturelle Entwicklung zu geben. Das Orchester fuhr zum Abschluß nach Budapest und ließ sich die letzten beiden Tage vom Glanz und der Größe der ungarischen Metropole verzaubern. Alle Mitfahrer waren sich einig, daß die Ungarn eine große Bereicherung der Europäischen Union sein werden.

Nach dieser Woche war das Universitätsorchester am Sonntagmorgen erschöpft, aber voller positiver Eindrücke zurück in Ulm. Besondere Anerkennung gebührt dem studentischen Organisationsteam, Tamás Füzesi, der gleichzeitig auch dem Orchester viel über Ungarn und seine Menschen vermittelte, und Burkhard Wolf, dem Garanten für gutes Musizieren und gute Stimmung.

Andrea Fadani

inhalt Aktivist der Aufbauphase
Gestorben: Erhard Wilhelm
  Am 15. Juni 2004 starb der Akademische Oberrat i.R. Erhard Wilhelm. Mit ihm verliert die Universität Ulm einen wichtigen Aktivisten aus der Aufbauphase und der Verwirklichung der in der Gründungsdenkschrift und der Grundordnung vorgegebenen Ideen zur Universitätsstruktur.

Erhard Wilhelm wurde 1942 in Dirschau geboren, und das besagt schon, daß seine ersten Lebensjahre von Entbehrungen, Flucht und Vertreibung und vielfachen Ortswechseln seiner Familie geprägt waren. Wahrscheinlich wurde hier schon der Grund gelegt für einen gesundheitlichen Schaden, der erst Jahrzehnte später erkannt wurde.

Erhard Wilhelm war - was viele Kollegen nicht wissen - ein von der Natur begabtes Sprachgenie und wollte eigentlich Dolmetscher werden. Nur die Tücken der altsprachlichen Grammatiken vertrieben ihn von der Philologie zur Biologie. Als Diplombiologe war er mehrere Jahre in der Industrie tätig und lernte den Umgang mit Apparaten und mit Vertretern. Er erkannte aber, daß er dort ohne Promotion nicht weiterkommen würde, und ging zu diesem Zweck an die junge Ulmer Universität, an der es ja in der Aufbauphase gerade an fortgeschrittenen Studierenden im Promotionsstadium noch fehlte.

Als Doktoranden gelang ihm eine wichtige Entdeckung: er fand die winzigen Larven der Pantopoden, einer ganzen Tierklasse, die außerhalb von Ulm noch nie lebend gehalten und untersucht wurde. Dann aber überließ er neidlos die weiteren, auf seiner Entdeckung aufbauenden Untersuchungen jüngeren Kollegen und half diesen auch bei der Materialsuche im eiskalten Schlamm des Wattenmeeres. Diese Materialfahrten waren ein gemeinschaftsbildendes Erlebnis und sind vielen Kollegen noch in lebhafter Erinnerung. Sie waren auch nicht ganz ungefährlich, und einmal mußte Wilhelm ein Notsignal schießen, um nicht in der Flut unterzugehen. Es spricht für seine Umsicht, daß er auch für diesen Fall vorgesorgt hatte.

Vielleicht wirkte bei seinem wissenschaftlichen Verzicht schon seine gesundheitliche Beeinträchtigung mit, vor allem aber wurde er von einer Aufgabe in Anspruch genommen, die ihm einfach zuwuchs, weil kein anderer so geeignet dafür war wie er, nicht nur durch seine apparative, kommerzielle und finanzielle Vorbildung in der Wirtschaft, sondern vor allem durch seinen Überblick, seine unerschöpfliche Geduld und Hilfsbereitschaft.

Es ging um eine der Ulmer Strukturideen: Um den traditionellen Konflikt zwischen autonomen Instituten zu vermeiden, gab es nach der Ulmer Gründungsdenkschrift in den nichtklinischen Fächern nur »Abteilungen«, und was diese in einem Studiengang für die gemeinsame Lehre benötigten, wurde - u.a zur klaren Schonung der Abteilungsmittel für die Forschung - unter einer eigenen »Unterrichtskommission« zusammengefaßt - eine Regelung, die später auch anderwärts Schule gemacht hat und in die Gesetzgebung Eingang fand. Die Kommission hatte eine umfassende Funktion: die Koordination von Stundenplänen, Finanzplänen, Räumen, Mitteln und Personal, eine arbeitsaufwendige Aufgabe, die von einigen Wissenschaftlern in den verschiedenen Lehrbereichen in ihrer Bedeutung erkannt und angenommen wurde, unter ihnen von allen besonders geschätzt Erhard Wilhelm für die Biologie. Er wußte Bescheid mit den Mitteln, den Räumen, den Geräten und vor allem auch: den Menschen. Er kannte und rekrutierte die Hilfsassistenten, ebenso wie er gelegentlich mit Professoren, die keine große Lust auf eine frühe Vorlesungsstunde hatten, so verhandelte, daß es niemals Probleme gab. Er kannte sich aus mit Etats, Zweckbestimmungen, Sicherheitsvorkehrungen, Lieferfristen, Firmenrabatten, Kundendiensten und den komplizierten Vorschriften für Stellenbesetzungen und -verlängerungen und Tätigkeitsmerkmale und hat damit vielen Kollegen geholfen. Für alles dies war er unentbehrlich, und er wußte das auch, und es freute ihn, und er wurde nach seinem Ausscheiden von dem Gedanken beunruhigt, daß all dieses ohne ihn verlottern könnte. Aber seine Auffassung von seiner Aufgabe und seine Art, sie zu gestalten, haben sich eingebürgert und haben weiterhin Vorbildfunktion.

Er war aber keine eiskalte Verwaltungsmaschine, sondern auch die Seele des Betriebsklimas bei der Gestaltung von Betriebsausflügen, Promotions-, Abschieds- und Weihnachtsfeiern - nicht zu vergessen der sehr erfolgreichen Volleyballmannschaft. Für seine menschliche Art spricht die Tatsache, daß eigentlich alle seine Kollegen auch seine Freunde waren. Sie werden ihn nicht vergessen.

Detlef Bückmann

inhalt WiWi-Alumniclub Ulm
Wirtschaftswissenschaftler gründen Ehemaligenverein
  Am 26. Mai 2004 haben 139 Absolventen, Studenten und Professoren des Studiengangs Wirtschaftswissenschaften an der Universität Ulm einen Verein zur Förderung von Lehre und Forschung in ihrem Studiengang gegründet. Zum ersten Vorsitzenden wurde Diplom-Wirtschaftswissenschaftler Patrick Paulitschek gewählt.

Die ersten Absolventen des 1999 an der Universität Ulm eröffneten Studiengangs WiWi haben im Sommer 2003 ihr Abschlußzeugnis erhalten. Das war der Anlaß für einen Initiatorenkreis, bestehend aus 15 Absolventen und Studenten aller WiWi-Fachsemester, einen Verein zu gründen, der es den Mitgliedern erlaubt, in Kontakt mit ihren ehemaligen Kommilitonen und der Universität Ulm zu bleiben. Dieser Verein soll sich zu einem Netzwerk entwickeln, dem auch Studenten, Professoren und Personen des öffentlichen Lebens beitreten können. Zur Kommunikation untereinander haben die Wirtschaftswissenschaftler eigens eine Internetplattform eingerichtet, die neben einer Job- und Praktikabörse auch Foren sowie die Profile der Mitglieder des Vereins bietet. Eine weitere Funktion erlaubt es den Plattformnutzern, einander auf einfache Art und Weise Kurznachrichten innerhalb des Systems zuzuschicken. Der Vorstand wird mit dem ebenfalls an der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften angesiedelten Verein Studium & Praxis kooperieren.

Vorbild für die Gründung des WiWi-Alumniclubs Ulm sind die Ehemaligenvereine an nordamerikanischen Universitäten. Hier gibt es diese Institutionen schon seit sehr langer Zeit. Sie tragen entscheidend zur Reputation und Finanzierung der Universitäten bei. Der Verein möchte künftig Spenden sammeln, um die Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften und insbesondere den Studiengang Wirtschaftswissenschaften zu unterstützen. Auch herausragende Leistungen von WiWi-Studenten sollen mit Preisen und Stipendien prämiiert werden. Die Gründung des WiWi Alumniclub wird auch von seiten der Universitäts- und Fakultätsleitung begrüßt.

Vorstand des WiWi Alumniclubs Ulm (e.V.): Erster Vorsitzender Dipl.-WiWi Patrick Paulitschek, Zweiter Vorsitzender Andreas Schiel, Schatzmeister Roland Wiese, Vorstand IT Stefan Ramsthaler, Vorstand Marketing und PR Karin Gross, Vorstand Veranstaltungsorganisation Thomas Benedix, weitere Vorstandsmitglieder Peter Dörnemann, Claudia Fischer, Martin Russ

Karin Gross

inhalt Forscher, Lehrer und Wissenschaftsorganisator
Pensioniert: Prof. Dr. Hans Wolff
  Am 31. März 2004 erfolgte die Pensionierung von Prof. Dr. Hans Wolff, Altrektor der Universität Ulm und Leiter der Abteilung Stochastik in der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften. Seine langjährige engagierte Tätigkeit als Forscher, Hochschullehrer und Wissenschaftsorganisator hat das Bild dieser Universität, so wie sie sich heute präsentiert, entscheidend mitgeprägt.

Hans Wolff wurde 1938 in Leipzig geboren. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges begann er seine Schulausbildung in Niedersachsen und legte 1958 das Abitur an der Neuen Oberschule Braunschweig ab. Im selben Jahr wurde er zum Studium der Mathematik und Physik an der Technischen Hochschule Braunschweig immatrikuliert, das er 1964 mit dem Staatsexamen abschloß. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an den mathematischen Instituten der TH Braunschweig bzw. als Forschungsangestellter bei der Fraunhofergesellschaft. Dabei war er an der Untersuchung von Forschungsvorhaben beteiligt, die die mathematische Modellierung von Lernprozessen sowie deren Anwendungen in der Muster- und Zeichenerkennung betrafen. Die Problematik der mathematischen Lerntheorie bildete den Gegenstand seiner Dissertation, mit der er 1969 zum Dr. rer. nat. promoviert wurde.

Anschließend war Wolff für zwölf Monate als Research mathematician am Educational Testing Service Center in Princeton (USA), dem Mekka der Psychometrie tätig. Danach kehrte er nach Braunschweig zurück, um seine Forschungen zu mathematisch-statistischen Grundproblemen der Muster- und Zeichenerkennung fortzusetzen. Bereits damals waren seine wissenschaftlichen Untersuchungen in eigene, große Drittmittelprojekte eingebettet, die überwiegend vom Bundesministerium für Verteidigung gefördert wurden. Darüber hinaus untersuchte er auch Fragestellungen bei Dichteschätzungen, stochastischen Approximationsverfahren bzw. der Dekomposition von Mischungen. Ein besonderes Markenzeichen seiner Untersuchungen war dabei die Statistik in zeitabhängigen Umgebungen.

Später dehnte er seine Forschungsarbeiten auf das neu entstandene Gebiet der Fuzzy-Statistik aus, das die Verarbeitung und Analyse vager Daten betrifft und das zum damaligen Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen steckte. So konnte Hans Wolff an der TH Braunschweig eine der ersten Arbeitsgruppen in Deutschland zur Fuzzy-Statistik aufbauen. Aus ihr ging auch Professor Rudolf Kruse hervor, der heute Chef eines renommierten Forscherteams für neuronale Netze und Fuzzy-Systeme in der Fakultät für Informatik der Universität Magdeburg ist.

Anfang der 70er Jahre wurde Wolff zum Akademischen Rat und dann zum Akademischen Direktor am Institut für Angewandte Mathematik der TH Braunschweig ernannt. Bereits als junger Hochschullehrer fand er großen Anklang bei den Studierenden, wobei er während seiner Braunschweiger Zeit insgesamt ca. 25 verschiedene Vorlesungen hielt, einige davon vielfach, wie beispielsweise die Statistik-Vorlesung. Die große viersemestrige Mathematik-Vorlesung für Maschinenbauer und Bauingenieure mit 800 Hörern hat er gleich dreimal hintereinander gehalten. Besonders stolz ist er darauf, daß auch im 4. Semester noch 75 % der teilnahmeberechtigten Studenten regelmäßig erschienen. Seine Vorlesung hieß in Studentenkreisen »Happy Mathematics«, da bei gelegentlichem Nachlassen der Aufmerksamkeit kurze »nichtmathematische Aufmunterungen« erfolgten.

Neben seinen zahlreichen wissenschaftlichen Aktivitäten, die ihn 1979 zur Habilitation im Fach Mathematik bzw. 1984 zur Ernennung zum apl. Professor an der TH Braunschweig führten, zeichnete ihn stets ein großes gesellschaftspolitisches Engagement aus. Einen hohen Stellenwert mißt Hans Wolff seiner damaligen kommunalpolitischen Tätigkeit bei, wobei er zunächst Mitglied des Gemeinde- bzw. Samtgemeinderates sowie des Kreistages von Helmstedt war. Nach kurzer Zugehörigkeit zum Samtgemeinderat Velpke wurde er nach dem Tod des Amtsinhabers zum Samtgemeindebürgermeister von 16 Mitgliedsgemeinden gewählt und später mit einem (bis heute gültigen) Nachkriegsrekord an Stimmen erneut gewählt.

Es »drohte« damit eine politische Karriere, wobei entsprechende Absprachen bereits erfolgt waren. Dann kam aber der Ruf auf eine C4-Professur für Mathematische Statistik und deren Anwendungen an die Universität Ulm. Dies war die erste Ausschreibung einer solchen Stelle in Deutschland. Erst später folgten weitere solche Stellenausschreibungen, bei denen die Anwendungen der Statistik besonders betont wurden. Dabei war es keineswegs Zufall, daß Wolff den Ruf auf die erste Stelle dieser Art erhielt. Denn bereits während seiner Braunschweiger Zeit wurde er zu einem bekannten Experten für statistische Fragen von Industrie und Wirtschaft. Ein Beispiel hierfür ist der Verband der Deutschen Automobilbauer, der ihn mehrfach als Gutachter bestellte. Darüber hinaus beriet er das Volkswagenwerk in Fragen der statistischen Qualitätskontrolle sowie der Optimierung von Prozeßabfolgen. Ferner war er als Experte für statistische Fragen im Verband Deutscher Schadensversicherer tätig. Schließlich ist auch seine Beratertätigkeit für verschiedene Forschungsanstalten zu erwähnen, und zwar für die Biologische Bundesanstalt, die ihn mehrmals als gerichtlichen Prozeßgutachter bei Verfahren zu wirtschaftlich bedeutsamen Verboten von Herbiziden bestellte, sowie für weitere Forschungsanstalten des Bundes, die dem Bundeslandwirtschaftsministerium zugeordnet sind, wie die Forschungsanstalten für Fischereiwesen, für Kartoffel- und Getreideforschung bzw. für Geflügel- und Kleintierzucht.

Unmittelbar nach seinem Dienstbeginn in Ulm am 1. Oktober 1987 begann Hans Wolff mit dem Aufbau der neu gebildeten Abteilung Stochastik. Die Studenten lernten ihn rasch als einen akademischen Lehrer kennen, der stets ansprechbar war und immer ein offenes Ohr für sie hatte. Das führte zu einem großen Zuspruch an Diplomanden und jährlich zu 20 und mehr Diplomarbeiten. Viele dieser Arbeiten waren stark anwendungsorientiert und entstanden teilweise in enger Zusammenarbeit mit der regionalen Industrie, u.a. mit den Firmen AEG, DaimlerChrysler, Liebherr sowie mit Versicherungsgesellschaften bzw. dem Volkswagenwerk. Ein Hauptthema war jetzt für viele Jahre die statistische Qualitätskontrolle. Sehr bald gehörte Wolff zum engeren Zirkel der internationalen Spitzengruppe auf diesem Gebiet, wobei in jenen Jahren zehn Mathematiker bei ihm in Ulm promovierten. Gemeinsam mit seinen Kollegen sowie deren Mitarbeitern konnte er deshalb oftmals große Ulmer Statistiker-Delegationen zu den betreffenden Fachtagungen entsenden. Für diesen überdurchschnittlichen Einsatz bei der Ausbildung von Studenten und Doktoranden allein gebührt ihm schon großer Dank.

Bereits während seiner Braunschweiger Zeit und auch nach seinem Wechsel an die Universität Ulm knüpfte Hans Wolff zahlreiche internationale Kontakte und Kooperationen mit ausgewiesenen Fachkollegen seines Arbeitsgebietes. So hatte er während des schon erwähnten einjährigen Forschungsaufenthaltes am Educational Testing Service Center in Princeton prägende Begegnungen mit John Tukey, einem der großen Statistiker des letzten Jahrhunderts. Außerdem weilte er mehrfach zu Forschungsaufenthalten an der Université Laval in Quebec (Kanada), wo er eng mit Radu Theodorescu, einem weiteren hervorragenden Vertreter der mathematischen Statistik, zusammenarbeitete. Darüber hinaus führten ihn mehrere Gastaufenthalte an die Akademie der Wissenschaften der (damaligen) Tschechoslowakei, die ebenfalls als ein international führendes Zentrum der mathematischen Statistik galt. Später pflegte er eine besonders intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Professor Raid Amin von der University of West Florida in Pensacola (USA), die durch eine langjährige Förderung von der National Science Foundation und dem DAAD unterstützt wurde. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit konnten zahlreiche Mathematik-Studenten aus Ulm ein einjähriges Auslandsstudium in Pensacola absolvieren, wobei im Ergebnis hiervon ca. 15 gemeinsam betreute Diplomarbeiten entstanden.

Schon kurz nachdem er seine Tätigkeit in Ulm aufgenommen hatte, wurde Wolff in den Senat und dann in den Verwaltungsrat der Universität gewählt. Es folgte 1991 die Wahl zum Dekan der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, bevor er dann 1995 zum Rektor gewählt und 1999 in diesem Amt bestätigt wurde, von dem er 2003 aus Altersgründen Abschied nehmen mußte. Die Verdienste seines Rektorates wurden bereits in einer früheren Ausgabe von uni ulm intern ausführlich gewürdigt (uui Nr. 265, November 2003).

Obwohl nun eigentlich im Ruhestand, ist Professor Wolff weiterhin in vielen Ehrenämtern tätig. An erster Stelle zu nennen ist die German University of Cairo (GUC), die größte akademische Initiative Deutschlands im Ausland, deren deutscher Pate er ist. Als Vice-Chairman des Board of Trustees hat er sich in großer Verantwortung und mit dem entsprechenden zeitlichen Aufwand diesem zukunftsweisenden Projekt verschrieben. Außerdem ist er Mitglied des von Ministerin Dr. Annette Schavan gegründeten Bildungsrates des Landes Baden-Württemberg. Darüber hinaus ist er Mitglied im Beirat der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) und im Vorstand der Ulmer Universitätsgesellschaft, Mitglied des Stiftungsrates der Eiselen-Stiftung, Mitglied im Kuratorium des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (IFA) in Verbindung mit der Universität Ulm sowie Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Hochschule für Gestaltung.

Auch als Pensionär ist Hans Wolff immer noch lebhaft an den aktuellen Entwicklungen seines Fachgebietes, der mathematischen Statistik, interessiert. Er begrüßt es deshalb, auch weiterhin gut in die Fakultät eingebunden zu sein und sein Know-how sowie seine langjährigen Berufserfahrungen als Statistiker weiterhin in Forschungsprojekten und in der Betreuung und Beratung von Diplomanden und Doktoranden fruchtbar machen zu können. Es ist fraglos im Sinne der ganzen Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, Professor Wolff an dieser Stelle für die freundschaftliche, engagierte und konstruktive Zusammenarbeit zu danken. Für seinen dritten Lebensabschnitt wünschen ihm Kollegen und Mitarbeiter gute Gesundheit, ungebrochene Begeisterungsfähigkeit und Schaffenskraft sowie Wohlergehen, Glück und Zufriedenheit im Kreise seiner Familie.

Volker Schmidt

inhalt Qualitätsmanagement in der Zahnärztlichen Chirurgie
Zertifizierung durch die Société Général de Surveillance
  Seit einem halben Jahr ist die von Prof. Dr. Ferdinand Sitzmann geleitete Abteilung Zahnärztliche Chirurgie der Universität Ulm nach DIN ISO 9001/2000 zertifiziert. Sie ist damit in ihrer fachlichen Ausrichtung die dritte Abteilung in Deutschland (nach den Kliniken in Erlangen und Freiburg) mit diesem Qualitätszertifikat. Neben den Bereichen Forschung, Heilbehandlung, Konsultationen und Begutachtungen, Implantologie und Röntgenologie wurde zugleich die der Abteilung beigeordnete, von Prof. Dr. Dr. Stefan Haase geleitete Sektion für Plastische und rekonstruktive Kiefer- und Gesichtschirurgie in die Zertifizierung einbezogen.

Ausgestellt wird das Zertifikat von der Société Général de Surveillance (SGS), einer weltweiten Organisation für Qualitätssicherung, nach Begutachtung der Arbeitsabläufe und ihrer Übereinstimmung mit dem Qualitätshandbuch, Mitarbeiterbefragungen usw. Die Qualitätsmanagementbeauftragte der Abteilung, Dr. Margrit-Ann Geibel, hatte zuvor das Qualitätshandbuch in anderthalbjähriger Arbeit unter Berücksichtigung DIN ISO 9001/2000-konformer Übersetzungen der zahnärztlich-chirurgischen Handlungen geschrieben. Zertifiziert wurden mehrheitlich Behandlungsabläufe, die in der Abteilung bereits etabliert waren.

Strukturen und Prozesse der Abteilung sind seit längerem systematisiert. Besprechungen finden nach festen Regeln statt. Für jeden Eingriff ist das Instrumentarium »vorgepackt«. Histologische oder bakteriologische Befunde werden standardmäßig erhoben. Jeder Assistent, der einen Patienten aufnimmt, ihn über eine Operation aufklärt und auch operiert, behandelt ihn bis zu seiner Entlassung. So konnte das Team über die Jahre eine konstante Qualität gewährleisten. Der Anteil der Wundheilungsstörungen beträgt weniger als 1,5 %.

Strukturen und Abläufe werden jetzt in Diagrammen dargestellt. Das Fehler- und Beschwerdemanagement samt Ursachenanalyse konnte verbessert werden. Problementstehung und -behebung sind transparenter. Der Mehraufwand für die Dokumentation wird ein halbes Jahr nach Einrichtung des Qualitätsmanagementsystems in der Abteilung als lohnend empfunden. Die anschauliche Darstellung von Schnittstellenproblematiken und Fehleranalysen sowie deren Dokumentation systematisiert zugleich die Problemlösungsstrategien. Daraus erwachsen einerseits neue Zielvorgaben, andererseits aber auch eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die Kommunikation wird intensiviert. Fazit der Qualitätsmanagementbeauftragten Dr. Geibel: »Früher wußten wir zwar auch, daß die Patienten und die überweisenden Ärzte unsere Arbeit schätzen, heute können wir dies aber zudem dokumentieren und bei eventuellen Defiziten besser auf die Anliegen der Patienten eingehen.«

Sonstiges
  Amtliche Bekanntmachungen
 

Nr. 7 vom 24. Mai 2004

Status für das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Ulm vom 3. Mai 2004 (S. 47-49)
Verwaltungs- und Benutzungsordnung für die Zentrale Einrichtung Elektronenmikroskopie der Universität Ulm vom 11. Mai 2004 (S. 50-54)

Nr. 8 vom 15. Juni 2004

Bekanntmachung der Wahlvorschläge für die Wahl des Senats (bei Studierenden gleichzeitig auch Wahl des Allgemeinen Studierendenausschusses -AStA-), für die Wahl der Fakultätsräte der Fakultät Naturwissenschaften, der Fakultät Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, der Fakultät Ingenieurwissenschaften, der Fakultät Informatik sowie der studentischen Vertreter des Fakultätsrates der Medizinischen Fakultät am 22. Juni 2004 (S. 55-65)

Nr. 9 vom 29. Juni 2004

Bekanntmachung der Wahlergebnisse für die Wahl des Senats (bei Studierenden gleichzeitig auch Wahl des Allgemeinen Studierendenausschusses -AStA-), für die Wahl der Fakultätsräte der Fakultät Naturwissenschaften, der Fakultät Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, der Fakultät Ingenieurwissenschaften, der Fakultät Informatik sowie der studentischen Vertreter des Fakultätsrates der Medizinischen Fakultät am 22. Juni 2004 (S. 66-76)

Nr. 10 vom 7. Juli 2004

Entgeltregelung der Ethikkommission der Universität Ulm vom 09.06.2004 (S. 77)

  Bologna-Koordinatoren?
  Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat anläßlich ihres Plenums in Bonn am 8. Juni Zahlen zur Einführung von Bachelor und Master in Deutschland veröffentlicht. Zum kommenden Wintersemester werden 1.253 Bachelor- und 1.308 Masterstudienmöglichkeiten angeboten. Dies sind 437 mehr als im Sommersemester 2004. Damit setzt sich die kontinuierliche Zunahme fort. Bachelor- und Masterzüge machen im Wintersemester 2004/2005 an deutschen Hochschulen 23% der Studienmöglichkeiten aus.

Die Mehrzahl der in Deutschland derzeit angebotenen Bachelorstudiengänge (82,8%) weist eine Dauer von drei Jahren (180 Punkte im europäischen Kreditpunktesystem ECTS) auf. 58,1% der Masterstudiengänge erstrecken sich über zwei Jahre (120 ECTS). Der Prozeß der Einführung des zweistufigen Studiensystems ist damit in vollem Gange. Die Umsetzung in den Hochschulen wirft eine Reihe von Problemen und fachspezifischen Fragen auf. Daher hat die HRK zur intensiven Begleitung der Studienreform, gefördert durch das Bundesbildungsministerium, eine Service-Stelle Bologna gegründet. Ziel ist untere anderem der Aufbau eines Netzwerkes von Bologna-Koordinatoren.

  doIT Software-Award
  Die MFG(Medien- und Filmgesellschaft)-Stiftung Baden-Württemberg mbH schreibt 2004 zum zweiten Mal den doIT Software-Award aus, der mit insgesamt 40.000 EUR dotiert ist. Bewerbungsfähig sind sowohl grundlagen- als auch anwendungsbezogene Arbeiten aus der Software-Forschung auf den Gebieten Arbeits- und Produktionsunterstützung, Wissensmanagement und E-Learning, Unternehmenssoftware, Informatik, IT-Security und IT-Infrastruktur, digitale Modellierung und Simulation sowie Embedded Software. Einzureichen sind die Bewerbungen online unter www.doIT-award.de bis zum 31.7.2004. Kontakt: MFG-Stiftung, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Tel. 0711-90715-503.

  Karl-Imhoff-Preis 2005
  Zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten, die sich mit den Themen Abwasser, Wasserwirtschaft und Abfall befassen, hat der ATV-DVWK - Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. einen mit 10.000 EUR dotierten Preis ausgeschrieben. Abgabeschluß ist am 31.8.2004 bei: ATV-DVWK, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef; Tel. 02242-872131; Email: GERRITZ@ATV.DE; Internet: http://www.atv-dvwk.de

  Wolfgang-Heilmann-Preis
  Die Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informationstechnologie vergibt 2004 erneut den Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie mit dem Themenschwerpunkt Verkehrsentlastung durch Telematik und Telekooperation. Die Themenbereiche Verkehrstelematik (Potential-Erschließung für ein verbessertes Verkehrsmanagement) und Telecommuting (Verkehrsentlastung durch Telekooperation - virtuelles Berufspendeln) werden zusammen ausgeschrieben.

Der Wolfgang-Heilmann-Preis wird für Arbeiten vergeben, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Arbeits- und Erwerbslebens leisten und damit zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen. Beiträge zur Verkehrstelematik und/oder solche zur Telekooperation mit Bezug auf Verkehrsentlastung werden als gleichwertig angesehen. Der Preis ist mit € 10.000,- dotiert und kann auf bis zu drei Preisträger verteilt werden. Die Arbeiten müssen in dreifacher Ausfertigung in deutscher oder englischer Sprache mit erschöpfender und klarer Beschreibung des Projekts, ausführlicher Begründung und erläuterndem Kurzprofil des Bewerbers bzw. der Institution bis 31. August 2004 gerichtet werden an die Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informationstechnologie, Schleifmühleweg 70, 72070 Tübingen; Tel. 07071-408-698; Email: info@integrata-stiftung.de

  SAS
  die SAS-Seite http://kiz.uni-ulm.de/staff/software/doku/application/sasdoc/docloc.htm des kiz wurde überarbeitet und mit weiterführenden Links versehen. Unter anderem können Sie sich von dort aus auf der Diskussions-Liste SAS-EDU der Universität Heidelberg eintragen. Links zu aktuellen Informationen und Problemlösungen wurden ebenfalls mitaufgenommen. Bitte denken Sie an die Verlängerung Ihrer SAS-Lizenzen! Rückmeldungen senden Sie bitte entweder an das Helpdesk oder direkt an Rita Dinnendahl: rita.dinnendahl@kiz.uni-ulm.de

Karin Zwiesler

  LEG-Preis 2004
  Am 18. Mai 2004 wurde der LEG-Preis der Universität Ulm für den besten Studierenden des Jahrgangs 2003 im internationalen Masterstudiengang Communications Technology vergeben. Der Preis wurde geteilt. Preisträger sind Mohammed Obaidah Shaqfeh aus Syrien und Zhang Chaoming aus China.

Mohammed Shaqfeh hat sein Bachelorstudium in den Vereinigten Arabischen Emiraten absolviert. Zhang studierte zuvor an der Shandong Universität in China. Beide Studierenden haben über ihr Fachstudium hinaus kulturelle Interessen. Shaqfeh hat arabische Kurzgeschichten verfaßt. Zhang war Reporter für eine studentische Internetseite an der Shandong-Universität.

Im Anschluß an die Preisverleihung wurden die neuen Studenten, die jetzt zum Sommersemester ihr Studium der Communications Technology aufgenommen haben, von Rektor Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling offiziell begrüßt. Die 32 Neuimmatrikulierten kommen aus elf Ländern. Auch Deutsche sind darunter. Die größte Teilgruppe der Studierenden stammt aus China.

  Leserbriefe
 

Absolut nachvollziehbar

zu »Antworten der Biologie auf fundamentale Lebensfragen«, uui 268, Mai 2004, S. 10ff.

Nur selten liest man einen solch hervorragenden Artikel bzw. Vortrag. Absolut nachvollziehbar und für mich absolut logisch zeigt er eine Reihe von Fehlentwicklungen auf, die uns bedrohen, aber von den Medien weitgehend nicht zur Kenntnis genommen werden. Warum? Einiges in dem Artikel entspricht nicht der leidigen »political correctness«, jedoch durchaus wissenschaftlichen Gesichtspunkten.

Dipl.-Ing. Christian Kroitzsch, Ulm

Anerkennung und Dank

zu »Antworten der Biologie auf fundamentale Lebensfragen«, uui 268, Mai 2004, S. 10ff.

Manchmal, wenn ich dazu komme, blättere ich »uni ulm intern - Das Ulmer Universitätsmagazin« durch. Dabei finde ich jetzt den Vortrag »Antworten der Biologie auf fundamentale Lebensfragen«, und dazu möchte ich spontan Anerkennung und Dank sagen.

Dr. D. Schwarz, Ulm

zu »Paradiesvögel«, uui 268, Mai 2004, S. 34

"In der letzten Ausgabe von "uni ulm intern" (Nr. 268) erschien der Leserbrief Herrn Prorektor Prof. Dürres fälschlicherweise unter dem Titel "Paradiesvögel". Der korrekte Titel des Leserbriefs lautete "Der 31.9. - Zwischen Aprilscherz und Karnevalsbeginn".

Das Rektorat der Universität Ulm

  Kreditrisiko und Altersvorsorge
  Nicht erst seit gestern, aber noch relativ rezent ist Prof. Dr. Gunter Löffler (36) als Professor C4 für Finanzwirtschaft an der Universität Ulm. Auf ein von der Studienstiftung des Deutschen Volkes und des Freistaates Bayern gefördertes Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Anglistik in Heidelberg und Cambridge (UK) 1988-1993, das er als Magister Artium der Universität in Heidelberg mit Auszeichnung abschloß, ließ Löffler 1993-1997 ein Promotionsstudium am Graduiertenkolleg »Allokation auf Finanz- und Gütermärkten« der Universität Mannheim folgen. Mit einer Dissertation über den »Beitrag von Finanzanalysten zur Informationsverarbeitung« wurde er, betreut von den Professoren Dr. Martin Weber und Axel Börsch-Supan, Ph.D, summa cum laude zum Dr. rer. pol. promoviert.

Sein beruflicher Weg führte ihn nun zunächst an die Commerzbank, wo er 1997-2000 an der Entwicklung von Anlagekonzepten im Asset Management mitarbeitete, ab 1999 als Gruppenleiter und Prokurist. Die Jahre 2000-2003 sehen ihn dann am Lehrstuhl für Bankbetriebslehre der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main als Wissenschaftlichen Assistenten von Prof. Dr. Mark Wahrenburg. Hier habilitiert er sich 2003 mit einer - kumulativen - Habilitationsschrift zum Thema Kreditrisikomessung und erhält die venia legendi für Betriebswirtschaftslehre.

Die damit angelegte thematische Ausrichtung wirkt in Löfflers aktuellen Forschungsschwerpunkten fort, die sich nach wie vor auf den Komplex des Kreditrisikos, speziell bei Ratings, also der Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Kunden respektive ihrer strategischen und finanziellen Risiken, sowie der Messung von Kreditportfoliorisiken konzentrieren. Ferner befaßt sich der Ulmer Finanzwirtschaftler mit Fragen der Neuemission von Aktien. Aber auch die Finanzdienstleistungsnehmerseite ist mit spezifischen Fragestellungen in seinem wissenschaftlichen Spektrum repräsentiert, so mit Anlagestrategien für die private Altersvorsorge.

  Stipendien der Schering-Stiftung
 

Doktoranden-Stipendien

Die Schering Stiftung bietet Doktoranden-Stipendien zur Förderung innovativer Grundlagenforschung in den Fächern Biologie, Chemie und Medizin an. Antragsschluß ist am 31. Juli 2004. Die Bewerber sollten ihre Promotion noch nicht begonnen haben und nicht älter als 28 Jahre sein. Der Studienabschluß soll nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Gastuniversität bzw. -institut können sich die Doktoranden aussuchen (Aufnahmeerklärung des Instituts muß vorliegen). Das Stipendium, das mit einem Grundbetrag von € 1.200 dotiert ist, erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Anträge müssen in englischer Sprache eingereicht werden. Das Doktoranden-Stipendium ist offen für Bewerber aller Nationalitäten. Weitere Informationen: http://www.scheringstiftung.de/stipendien.html

Stipendien für Postdoktoranden

Daneben können sich Postdoktoranden für Stipendien im Bereich der biomedizinischen Forschung sowie der medizinischen Chemie bewerben, um Forschungsprojekte an renommierten Instituten im In- und Ausland durchzuführen. Die Antragsteller müssen eine abgeschlossene Promotion (Biologie, Chemie, Medizin, Pharmazie) vorweisen und sollten nicht älter als 33 Jahre sein. Das mit € 3.800 dotierte Stipendium dauert zwei Jahre. Anträge müssen in englischer Sprache eingereicht werden. Das Gastinstitut muß eine Aufnahmeerklärung abgeben. Auch das Forschungsstipendium ist offen für Postdocs aller Nationalitäten. Antragsfrist ist ebenfalls der 31. Juli 2004. Weitere Informationen: http://www.schering-fg.de/deutsch/p4_main.html

Nachwuchswissenschaftler aus Polen

Insbesondere an Nachwuchswissenschaftler aus Polen vergibt die Schering-Stiftung Kurzzeitstipendien für eine Dauer von bis zu drei Monaten für biologische, chemische oder medizinische Grundlagenforschung. Die Ziele der Kurzzeitstipendien sind wissenschaftliche Kollaboration, Fortgeschrittenentraining oder Erprobung von Techniken, die am normalen Arbeitsplatz nicht verwendet werden können. Bewerber sollten nicht älter als 33 Jahre sein. Die Projekte müssen in Deutschland oder in einem anderen europäischen Land durchgeführt werden. Bewerbungen sind jederzeit möglich. Weitere Informationen: http://www.scheringstiftung.de/kurzstip.html

  Stipendien für Doktoranden
  Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (SDW) fördert mit ihrem Studienförderwerk Klaus Murmann Doktoranden, deren Entwicklung eine vielversprechende Laufbahn in unternehmerische und gesellschaftliche Schlüsselpositionen erwarten läßt. Die unterstützten Dissertationen sollten interdisziplinär ausgerichtet sein und vorzugsweise an einer deutschen Universität durchgeführt werden. Deutschkenntnisse der Stipendiaten sind erforderlich. Doktorandenkolloquien gehören zum Rahmenprogramm. Die Dauer des Stipendiums beträgt zwei bis drei Jahre. Die Antragsfrist endet am 15. August 2004. Email: sdw@sdw.org . Internet: http://www.sdw.org/SDW/SDWCMS.nsf/framesets/Start

  »Südschiene« für differenzierte Studienbeiträge
  Die Rektoren und Präsidenten der Universitäten von Baden-Württemberg und Bayern haben sich für die Einführung von differenzierten Studienbeiträgen ausgesprochen und auf folgende Eckpunkte verständigt:

1. Studienbeiträge müssen zur Verbesserung der Qualität der Lehre und der Studienverhältnisse voll den Universitäten zugute kommen, ohne anderweitige Kürzungen zu veranlassen.
2. Die Höhe der Studienbeiträge ist von den einzelnen Universitäten festzusetzen. Je nach Art und Aufwand des jeweiligen Studienangebots sind differenzierte Beiträge zu ermöglichen, um den kosten- und qualitätsbezogenen Kriterien von Leistung und Gegenleistung gerecht zu werden.
3. Da eine verbesserte, international wettbewerbsfähige Lehrqualität erheblich günstigere Betreuungsverhältnisse als bisher und damit zusätzliches Lehrpersonal voraussetzt, dürfen Studienbeiträge als »Drittmittel für die Lehre« nicht kapazitätserhöhend wirken.
4. Studienbeiträge dürfen Befähigte nicht vom Studium abhalten. Deshalb sind günstige Studiendarlehen zu schaffen, die nach Ende des Studiums einkommensabhängig rückzahlbar sind. Die damit verbundene Sozialverträglichkeit ist durch den Staat sicherzustellen.
5. Ergänzend ist ein leistungsorientiertes Stipendiensystem aufzubauen.

Die süddeutschen Universitätsspitzen tagten am 22. Mai in Tübingen unter Vorsitz von Prof. Dr. Eberhard Schaich (LRK Baden-Württemberg) und Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann (Bayern). Die sogenannte »Südschiene« besteht aus den neun baden-württembergischen und den elf bayerischen Universitäten.

LRK

  Mythos Markt? - Deutscher Studienpreis
  Die Körber-Stiftung schreibt den Deutschen Studienpreis zum Thema »Mythos Markt? Die ökonomische, rechtliche und soziale Gestaltung der Arbeitswelt« aus. Teilnahmeberechtigt ist, wer studiert, lehrt und/oder forscht und noch nicht 30 Jahre alt ist. Gefragt sind Arbeiten (vom Seminarpapier bis zum Dissertationsextrakt) zu einem beliebigen Aspekt des gestellten Themas. Diese dürfen sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen eingereicht werden. Für alle Beiträge gilt: Sie sind in deutscher Sprache zu verfassen und dürfen einen Umfang von 40.000 Zeichen inklusive Leerzeichen nicht überschreiten. Künstlerische oder gestalterische Arbeiten, die einer anderen medialen Darstellung bedürfen, sind gleichermaßen zugelassen, müssen jedoch durch eine schriftliche Erläuterung ergänzt werden.

Es werden pro Jahr bis zu 50 Geldpreise vergeben: 5 erste Preise in Höhe von 5.000€, 10 zweite Preise in Höhe von 2.000€, 35 Förderpreise in Höhe von 500€. Nähere Informationen bei Körber-Stiftung, Deutscher Studienpreis, Kurt-A.-Körber-Chaussee 10, 21033 Hamburg, Telefon:040-7250-3920, Telefax:040-7250-3798; Email:dsp@stiftung.koerber.de; Internet: www.studienpreis.de . Einsendeschluß ist der 1. Oktober 2004. Einsendeschluß des Folgewettbewerbs zum Thema »Ausweg Wachstum? Arbeit, Technik und Nachhaltigkeit in einer begrenzten Welt« ist der 1. Oktober 2005. Die dritte Runde unter dem Titel »Mittelpunkt Mensch? Leitbilder, Modelle und Ideen für die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben« läuft bis zum 1. Oktober 2006.

  Vizepräsidenten der HRK
  Das HRK-Plenum wählte am 8. Juni in Bonn drei Vizepräsidenten (Amtszeit ab 1. August): Prof. Dr. Burkhard Rauhut, Rektor der RWTH Aachen, zum Vizepräsidenten für das Ressort Planung und Organisation, Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), für Neue Medien und Wissenschaftstransfer und Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin der Universität des Saarlandes, für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (Wiederwahl). Die Mitgliedergruppe Universitäten hatte bereits am Vortag Prof. Dr. Peter Hommelhoff, Rektor der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, zu ihrem neuen Sprecher gewählt. Damit ist er gleichzeitig Mitglied des Präsidiums der HRK. Stellvertretender Sprecher wird der Rektor der Universität Fridericiana zu Karlsruhe, Prof. Dr. Horst Hippler.

  Ergebnisse der Gremienwahlen 2004 der Universität Ulm
  Am 22. Juni haben an der Universität Ulm die Gremienwahlen 2004 stattgefunden. Für den Senat sowie für die Fakultätsräte der Fakultäten für Naturwissenschaften, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie Informatik wählten alle Wählergruppen. Für den Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät waren die studentischen Vertreter zu bestimmen. Gewählt wurden folgende Mitarbeiter und Studierenden:

Senat

1. Professoren
Prof. Dr. Uwe Schöning, Prof. Dr. Günter Ehret, Prof. Dr. Uwe Bernd Brückner, Prof. Dr. Dieter Beschorner (Wahlbeteiligung 35,8%)
2. Wissenschaftlicher Dienst
Dr. Andreas Borchert, Dr. Klaus Murmann (Wahlbeteiligung 10,5%)
3. Sonstige Mitarbeiter
Magnus Wuggazer, Renate Ullemeyer (Wahlbeteiligung 19,3%)
4. Studierende
Markus Glaser, Michael Scholz (Wahlbeteiligung 18,6%). Die beiden gewählten Vertreter der Studierenden im Senat bilden zusammen mit den Nachrückern Benjamin Steinvorth, Lars Eberhardt, Marcel Dausend, Michael Stingel, Benedikt Schäfer und Anne-Kathrin Seidelt den AStA.

Fakultätsrat Naturwissenschaften

1. Professoren
Prof. Dr. Bernhard Eikmanns, Prof. Dr. Elisabeth Kalko, Prof. Dr. Gerd Nienhaus, Prof. Dr. Frank Steiner, Prof. Dr. Katharina Landfester, Prof. Dr. Bernhard Rieger (Wahlbeteiligung 47,1%)
2. Wissenschaftlicher Dienst
Dr. Günter Dukek, Prof. Dr. Gerhard Taubmann, Oliver Crasser (Wahlbeteiligung 18,0%)
3. Sonstige Mitarbeiter
Elisabeth Möwes (Wahlbeteiligung 13,1%)
4. Studierende
Christoph Köhler, Stefan Heindl, Martin Dierolf, Andreas Wieland, Uwe Seemann, Otto Kraus (Wahlbeteiligung 15,0%)

Fakultätsrat Mathematik und Wirtschaftswissenschaften

1. Professoren
Prof. Dr. Wolfgang Arendt, Prof. Dr. Werner Lütkebohmert, Prof. Dr. Karsten Urban, Prof. Dr. Klaus Hellwig, Prof. Dr. Werner Balser, Prof. Dr. Rüdiger Kiesel, Prof. Dr. Franz Schweiggert, Prof. Dr. Gunter Löffler, Prof. Dr. Dieter Beschorner, Prof. Dr. Helmut Maier, Prof. Dr. Joachim Voeller (Wahlbeteiligung 61,5%)
2. Wissenschaftlicher Dienst
Michael Lehn, Dr. Johannes Mayer, Dr. Uwe Pittelkow (Wahlbeteiligung 46,3%)
3. Sonstige Mitarbeiter
Elke Haid (Wahlbeteiligung 47,4%)
4. Studierende
Marion Schneider, Oliver Seeger, Christian Wirtz, Anja Kröner, Christina Schaich, Mark Schulz (Wahlbeteiligung 19,3%)

Fakultätsrat Ingenieurwissenschaften

1. Professoren
Prof. Dr. Ulrich Herr, Prof. Dr. Klaus Dietmayer, Prof. Dr. Herbert Kabza, Prof. Dr. Hermann Schumacher, Prof. Dr. Hans-Jörg Pfleiderer, Prof. Dr. Peter Unger, Ph. D. Carl Krill, Prof. Dr. Erhard Kohn, Prof. Dr. Michael Hoffmann, Prof. Dr. Ferdinand Scholz, Prof. Dr. Albrecht Rothermel (Wahlbeteiligung 52,4%)
2. Wissenschaftlicher Dienst
Dr. Frank Bögelsack, Dr. Werner Teich, Dr. Jürgen Mähnß (Wahlbeteiligung 20,5%)
3. Sonstige Mitarbeiter
Arnold Gronau (Wahlbeteiligung 20,4%)
4. Studierende
David Baumgärtner, Andreas Bernhard, Matthias Weber, Adelheid Grob, Sebastian Wiehr, Frank Schreglmann (Wahlbeteiligung 27,1%)

Fakultätsrat Informatik

1. Professoren
Prof. Dr. Alexander Keller, Prof. Dr. Michael Weber, Prof. Dr. Heiko Neumann, Prof. Dr. Franz Hauck, Prof. Dr. Günther Palm, Prof. Dr. Peter Dadam, Prof. Dr. Uwe Schöning, Prof. Dr. Helmuth Partsch, Prof. Dr. Jacobo Toran, Prof. Dr. Enno Ohlebusch, Prof. Dr. Jörg Kaiser (Wahlbeteiligung 72,7%)
2. Wissenschaftlicher Dienst
Dr. Frank Kargl, Alexander Raschke, Dr. Christian Heinlein (Wahlbeteiligung 57,9%)
3. Sonstige Mitarbeiter
Claudia Wainczyk (Wahlbeteiligung 68,8%)
4. Studierende
Markus Glaser, Markus Büchele, Christoph Lehmann, Björn Wiedersheim, Christian Sauter, Michael Munz (Wahlbeteiligung 31,0%)

Medizinische Fakultät

Studierende
Jürgen Ebert, Barbara Giggenbach, Fabienne Schochter, Ines Fröhlich, Jessica Pitterle, Jens Putzbach (Wahlbeteiligung 12,4%)

  Personalien
 

Ruf erhalten

auf die C4-Professur für Allgemeinmedizin der Universität Magdeburg: Dr. Markus GULICH, M. Sc., Abteilung Allgemeinmedizin der Universität Ulm
auf die C4-Professur für Elektrochemische Energiespeicherung und Energiewandlung (Nachfolge Prof. Dr. Jürgen Garche) der Universität Ulm: Prof. Dr.-Ing. Detlef STOLTEN, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Ruf angenommen

auf die C4-Professur für Meß-, Regel- und Mikrotechnik (Nachfolge Prof. Dr. Eberhard P. Hofer) der Universität Ulm: Prof. Dr.-Ing. Klaus DIETMAYER, Abteilung Meß-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm

Bestellungen, Ernennungen, Verleihungen

zum Doktor der Medizin ehrenhalber (Dr. med. h.c.) der Universität Athen: Prof. Dr. Richard HAUTMANN, Abteilung Urologie und Kinderurologie

zum apl. Professor
PD Dr. Herbert RIECHELMANN, Abteilung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
PD Dr. Marco Thomas SIECH, Ostalb-Klinikum Aalen

zum wissenschaftlichen Berater am Forschungszentrum Rossendorf/Dresden für den Bereich »Ionenstrahlen in der Materialforschung«: Prof. Dr. Paul ZIEMANN, Leiter der Abteilung Festkörperphysik

zum Leiter der Wissenschaftlichen Werkstatt - Feinwerktechnik - der Universität Ulm (Nachfolge Dr. Walter Dollhopf): Dr. Werner MÄSTLE, Abteilung Organische Chemie II

zum Sprecher des Zentrums für Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm : Prof. Dr. Othmar MARTI, Abteilung Experimentelle Physik

Gewählt

zum Fachgutachter für Unfallchirurgie und Orthopädie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG): Prof. Dr. Lutz CLAES, Leiter der Abteilung Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm

Ausgeschieden

Linggang CHEN, Abteilung Verteilte Systeme
Lothar FEUSTEL, Abteilung Mikrobiologie und Biotechnologie
Diana FIUR, Abteilung Mikrobiologie und Biotechnologie
Xianlong GAO, Abteilung Mathematische Physik
Dimitrios GEROMICHALOS, Abteilung Angewandte Physik
Kathrin JOKISCH, Zentrale Universitätsverwaltung
Udo KRAFFT, Abteilung Angewandte Physik
Holger MACK, Abteilung Quantenphysik
Jörg MARHENKE, Abteilung Reine Mathematik
Guido de MELO, Abteilung Medieninformatik
Thomas MÜLLER, Abteilung Festkörperphysik
Dr. Thomas PFOHL, Abteilung Angewandte Physik
Alexander RIMLAND, Tierforschungszentrum
Medhat SADEK, Abteilung Neurologie
Manuela SCHÄTZLE, Tierforschungszentrum
Rosalie SIEBER, Zentrale Universitätsverwaltung

  Gäste
  Prof. Dr. Leonid BASSALYGO Institute for Information Transmission Problems (IPPI RAN), Moskau, in den Abteilungen Theoretische Informatik sowie Telekommunikationstechnik und angewandte Informationstheorie
Dr. Anatoly BEREZKIN Tver State University, Rußland, in der Abteilung Polymer Science
Iwo BIALYNICKI-BIRULA Polish Academy of Science, Center of Theoretical Physics, Warschau, in der Abteilung Quantenphysik
Pierluigi DERBARNADI; IEIIT-CNR c/o Politecnico di Torino Italien, in der Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Prof. Dr. Mark S. DORFMAN University of North Carolina, Charlotte, USA, in der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften
Julien EYRAUD-ARDOUIN Ecole Normale Supérieure de Lyon, Frankreich, in der Abteilung Theoretische Physik
Prof. Dr. Shmuel FISHMAN Technion Israel Institute of Technology, Department of Physics, Haifa, Israel, in der Abteilung Quantenphysik
Prof. Dr. Pavel G. KHALATUR Tver State University, Department of Physical Chemistry, Rußland, in der Abteilung Polymer Science
Prof. Dr. Shigeo KOSHITANI Chiba University, Japan, in der Abteilung Reine Mathematik
Dr. Elena KRAMARENKO Moscow State University, Rußland, in der Abteilung Theoretische Physik
Prof. Dr. Miroslav KUBAT University of Miami, Dept. of Electrical and Computer Engineering, USA, in der Fakultät für Naturwissenschaften
Prof. Dr. Semen KUCHANOV Moscow State University, Physics Department, Rußland, in der Abteilung Polymer Science
Prof. Dr. N. Chandra KUMAR Indian Institute of Technology Madras, Dept. of Chemistry, Tamil Nadu, in der Sektion Kernresonanzspektroskopie
Prof. Dr. Ivan LALOV Universität Sofia, Bulgarien, in der Abteilung Theoretische Physik
Prof. Dr. E. LAURINAITIS Vilnius, Litauen, in der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Dipl.-Math. Carmen MARTINEZ Universidad de Cantabria, Santander, Spanien, in der Abteilung Theoretische Informatik
Prof. Dr. Ayyadurai SANKARANARAYANAN Tata Institute Mumbai, Bombay, in der Abteilung Zahlentheorie und Wahrscheinlichkeitstheorie
Prof. Dr. B. VENKATESH Brisbane, Australien, in der Abteilung Klinische Anästhesiologie
Dr. Rostislav VINOKUR Russian Academy of Sciences, Institute of Organoelement Compounds, Moskau, in der Abteilung Organische Chemie II
  Venia legendi
 
für das Fach Anatomie und Zellbiologie Dr. biol. hum. Eva KÜPPERS, Abteilung Anatomie und Zellbiologie,
(Habilitationsthema: »Die Entwicklung des nigrostriatalen Systems von Säugern: Dopamin, Östrogen und BDNF als Regulatoren der Differenzierung striataler gabaerger Neurone«)
für das Fach Innere Medizin Dr. med. Burkhard MANFRAS, Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie,
(Habilitationsthema: »Nachweis und klinische Wertigkeit spezifischer Veränderungen im T-Zell-Repertoire durch chronische Stimulation mit Fremd- und Autoantigenen«)
für das Fach Innere Medizin Dr. med. Nikolaus NETZER, Bad Reichenhall,
(Habilitationsthema: »Epidemiologische und sozialökonomische Aspekte schlafbezogener Atmungsstörungen«)
für das Fach Chirurgie Dr. med. Michael SARKAR, Abt. Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie,
(Habilitationsthema: »Anwendung von autogenem plättchenreichem Plasma (PRP) mit einem resorbierbaren Trägermaterial zur Rekonstruktion eines diaphysären Knochendefektes an der Schafstibia«)
für das Fach Innere Medizin Dr. med. Christian von TIRPITZ, Abteilung Innere Medizin I,
(Habilitationsthema: »Osteoporose als Komplikation von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen - Epidemiologie, Diagnostik, Therapie«)
für das Fach Medizinische Mikrobiologie und Hygiene Dr. med. Nele WELLINGHAUSEN, Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene,
(Habilitationsthema: »Molekulare Resistenzbestimmung von Bakterien - Sind Kulturverfahren bald Vergangenheit?«
  Promotionen
 

zum Dr. biol. hum.

Alicja BALDYSIAK-FIGIEL
»Medikamentöse Prävention angiogener Veränderungen in retinalen mikrovaskulären Endothelzellen im Rahmen der diabetischen Retinopathie«
Dipl.-Biol. Veronica BRITO
»The role of glia during striatal ontogenesis: Convergence of the major developmental signals on astrocytes«
Mark BUMANN-MELNYK
»Der Einfluß eines Weichteilschadens auf die Frakturheilung - eine biochemische und angiographische Untersuchung«
Christina JANISTA
»Charakterisierung des hirnspezifischen Guanin-Nukleotid-Austauschers Collybistin«
Tamara KRAJINA
»Induction and regulation of a murine transfer colitis by unusual CD4+ cells«
Dipl.-Sportw. Ulrich LINDEMANN
»Veränderungen der motorischen Leistungsfähigkeit durch Kraft- und Gleichgewichtstraining in der Gruppe bei hochaltrigen und gebrechlichen Alten- und Pflegeheimbewohnern«
Daniela PLESS
»Analyse von Druck und Hämodynamik in einer Typ-B-Aortendissektion vor und nach perkutaner Intimamembranfensterung (PFA) anhand numerischer Simulation«
Susi SCHLICKENRIEDER
»In-vitro-Charakterisierung neuer Antiprogestine für die gynäkologische Onkologie«
Martina STRAUß
Postpartale Depression - eine Nachuntersuchung an 100 Frauen 1-3 Jahre post partum«
Dipl.-Biol. Calogero TULONE
»Characterization of signalling pathway activated by the HCMV encoded GPCR homolog pUS28

Dr. med. dent.

Daniela BRAIG
»Infektionen bei Patienten mit akuten Leukämien«
Haleh JAVAHERI-BÜSCHEL
»Die Entwicklung der zahnmedizinischen Versorgung in Nürnberg vom Übergang der Stadt an Bayern im Jahr 1806 bis 1914«
Armin KONNERT
»Kopf-Auge-Koordination bei Chorea Huntington«
Christian KUNTSCH
»Kardiale und pulmonale Notfallsituationen in der zahnärztlichen Praxis - empirische Daten und didaktische Vorschläge«
Yücel ÖKSÜZ
»Fragebogenaktion zur Erfassung von Notfallsituationen in der zahnärztlichen Praxis«
Bettina PLEWKE
»Psychiatriegeschichte im Spiegel einer Fachzeitschrift. Eine Analyse der Gesamtausgabe des 'Nervenarztes' von 1928 bis 2000«
Harald REMSCH
»Klinisch-fluoreszenzangiographische Klassifikation, Risikofaktoren und Therapierbarkeit der altersabhängigen Makuladegeneration«
Stephan THUMERER
»Radikale und organsparende Operationsverfahren bei seltenen Tumoren des Pankreas«

zum Dr. med.

Christian AYMANNS
»Studien zum Wirkprofil insulinähnlicher Wachstumsfaktoren an TE-85-humanen Osteosarkomzellen«
Claudia BÄURLE
»Altersabhängige Unterschiede der Balance, Kraft und motorischen Fähigkeiten«
Ute BÄZNER
»Zusammenhang zwischen neuen biochemischen Markern und der koronaren Herzkrankheit unter Berücksichtigung kardiovaskulärer Risikofaktoren: Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie«
Gerd BAYER
»Über den Wandel des Drogenmißbrauchs in Ulm in den Jahren 1990-1996«
Kathrin BINDER
»Prognoseverfahren bei kolorektalen Karzinomen unter adjuvanter Therapie«
Danila BORST
»Untersuchung zur Dimensionalität, Reliabilität und Validität des FEMKO 18 zur Emotionskontrolle«
Jan Philipp BULLA
»Die erzählte Tat - Metapheranalyse in der Gruppentherapie mit Sexualstraftätern«
Johannes BURGER
»Einfluß der Scherbewegung auf die Frakturheilung«
Susanne BUTROS
»Expression und funktionelle Analyse Rho-spezifischer Guaninnukleotid-Austauschfaktoren«
Ahmad DARWISH
»The Role of Vitrectomy in the Treatment of Endophthalmitis after Cataract Surgery«
Daniel DÜRSCHMIED
»Verteilungsmuster von Zentromer-Komplexen während der Differenzierung von Promyelozyten-Leukämiezellen«
Monika EBHARD
»Immunological Adjuvants efficiently induce antigen-specific T-Cell Responses in Old Mice: implications for vaccine adjuvant development in aged individuals«
Regina EISSLER
»Vergleich der Infektionsrate der operativen Versorgung von offenen und geschlossenen Frakturen in Abhängigkeit vom Einsatz der Vakuumversiegelung«
Nicole FIESER
»Die Bedeutung des Zwei-Komponenten-Systems fLetS/LetA für die ökologische Fitneß von Legionella pneumophila«
Robert FISCHER
»Leukozytenangriff im humanen koronaren Transfilter-Co-Kultur-Modell: Der Effekt von hochdosierter Acetylsalicylsäure«
Lars GODENSCHWEGER
»Prospektiver Vergleich des Impressionstonometers TGDc-01 PRA und des Non-Kontakt-Tonometers PT 100 mit dem etablierten Goldmann-Applanationstonometer zur Bestimmung des intraokularen Druckes«
Christian GRIESMANN
»Die zementfreie endoprothetische Versorgung rheumatischer Hüftgelenke mit dem Pfannensystem nach Hofer-Imhof«
Joachim GÜLKE
»Kraftmessungen an der Hand mit einem Sensorhandschuh bei Griffen mit submaximalem und maximalem Krafteinsatz«
Tamara HÄFELE
»Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse bei Morbus Crohn«
Sabine HAMANN
»Prophylaxe von Lymphkomplikationen mit einem lokal applizierten Fibrinkleber nach Gefäßrekonstruktionen in der Leistenbeuge«
Daniela HAUBER-KÖHLE
»Statuserhebung zum katastrophenmedizinischen Kenntnisstand des Katastropenschutzpersonals in der Bundesrepublik Deutschland«
Simone HEBEDA
»Wirkung einer Insulin-Infusion in der Nähe einer Mikrodialysesonde auf die Gewebeglukose-Messung«
Christian HEDRICH
»Die Auswirkungen von Voltaren® auf die Frakturheilung. Zelluläre Effekte auf osteoblastäre Kulturen«
Christian HEINEN
»Die Bedeutung von (11C)Raclopride-Positronen-Emissions-Tomographie und Magnet-Resonanz-Tomographie in Frühstadien des Morbus Huntington«
Boris HOLLINGER
»Das Plica-mediopatellaris-Syndrom: Wertigkeit der Anamnese, klinischer Tests und der Physiotherapie zur Sicherung der Diagnose«
Boris JÄTZOLD
»Reliabilität von Gelenkwinkelmessungen. Der TUB-Sensorhandschuh im Vergleich zur konventionellen Meßmethode«
Priska JAUCH
»Einsatz der Magnetresonanzmammographie zur Brustkrebsfrüherkennung bei familiärer Belastung«
Katharine KÄMPCHEN (summa cum laude)
»From loss of merlin to tumourigenesis: Pathological activation of the Rac1/JNK signalling pathway«
Helene KINDERKNECHT
»Konventionelles Röntgenbildverfahren versus Magnetresonanztomographie zur Früherkennung von osteoporotisch bedingten Veränderungen der Wirbelsäule bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen«
Tanja KOCH
»Eine retrospektive Studie der Zwillingsschwangerschaften und -geburten von 1990-1999 an der Frauenklinik Ravensburg«
Michael KRAUS
»Quantitative Evaluation intraoperativer Strahlendosen bei computerassistierten Verfahren im Vergleich mit konventionellen Methoden«
Andreas KREBS
»Retrospektiver Langzeitvergleich fünf verschiedener Verfahren zur Lipidapherese bei 20 Patienten in den Jahren 1986 bis 2001«
Martin LANZINGER
»Intrakranielle Diffusionsstörungen in der Magnetresonanztomographie bei Enzephalomyelitis disseminata«
Martin LEITL
»Prävention der akuten Höhenkrankheit. Pilotstudie zur Wirkung von Theophyllin auf die Verminderung höhenbedingter Beschwerden unter besonderer Berücksichtigung des Schlafes«
Susanne LILLICH
»Zellbiologische Mechanismen der Azinuszellnekrose und -apoptose bei experimenteller akuter Pankreatitis: Modulation durch Interferon- und Tacrolimus«
Sven MÖRK
»Modulation der Apoptose nach Infektion mit humanem Zytomegalievirus (HCMV)«
Jochen MUTSCHLER
»Die Kinetik der Serum-Zytokinspiegel von TNF-a, Il-1ß und Il-6 bei Patienten nach myeloablativer Radioimmuntherapie«
Susanne PARADE
»Biochemische Untersuchungen zur Leukozytenfunktion und des Gewebeschadens in einem Peritonitismodell der Ratte mit und ohne Hemmung des Leukozytenrollens und der Leukozytenmigration«
Olga PROKOPCHUK
»The role of IL-4 in growth modulation of human pancreatic cancer cells«
Anja REIMANN
»Sensitivity and Specificity of the Detection of Colonic Lesions using CT-Colonography with Fecal Tagging«
Jochen SCHAAL
»Infrainguinale Bypassoperationen bei Patienten mit terminaler Niereninsuffienz und kritischer Beinischämie: Lohnt sich der Aufwand?«
Tatjana SCHAUBERGER
»Erstmalige intrakranielle Blutung und epileptische Spätanfälle - Prädiktoren und Prophylaxe«
Tobias SCHIRDEWAN
»Untersuchungen zu Remifentanil als patientenkontrollierte Target Controlled Infusion zur Analgosedierung bei extrakorporaler Stoßwellenlithotripsie«
Stephanie SEELIG
»Nachweis von Prostata-spezifischen Antigenen im Serum von Frauen mit benignen und malignen gynäkologischen Erkrankungen«
Daniela SIGRIST
»Evaluation der präoperativen non-stereotaktischen, MRT-gesteuerten Mammamarkierungen von nonpalpablen, nur in der MRT nachweisbaren suspekten Mammaläsionen«
Tobias SORG
»Histologische Untersuchung des Einflusses oraler Diclofenacapplikation auf die Fraktur- und Wundheilung«
Isabell SPINDLER
»Identifikation von Interaktionspartnern der Ca2+-aktivierten Kaliumkanäle hSK1-3«
Joachim STROBEL
»Expression und Charakterisierung einer EGFP-Phospholipase C-ß2 in HEK-293-Zellen«
Karsten TSCHAUNER
»Die Rolle eines konstitutiven Kalzium-Einstroms im Cu/Zn-Superoxid-Dismutase-Mausmodell (G93A) zur Amyothrophen Lateralsklerose«
Elsa TSEGAI
»Procalcitonin als Marker einer Peritonitis unter kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse«
Andreas VOIGT
»Erprobung eines neuen Verfahrens zur Selektion von Stammzellen aus peripherem Blut«
Stefan WAIBEL
»Neuropathologische Untersuchungen an einem Mausmodell der Amyotrophen Lateralsklerose ALS«
Christoph WANGLER
»Die Rolle verschiedener Vertreter der VEGF-Familie und von MCP-1 in der Angiogenese im Maus-Hindlimb-Modell«
Jiwu WEI (summa cum laude)
»Murine embryonic endothelial progenitor cells as vehicles for systemic suicide gene therapy of metastases«
Andrea WEIBEL
»Wachstum und Pubertätsentwicklung bei Kindern mit Adipositas«
Stephanie WEIL-DEHAUT
»Quantitative dopplersonographische Blutflußmessungen in Arteriolen des subkutanen Fettgewebes nach Gabe vasoaktiver Substanzen - eine Methodenstudie an 30 adipösen Frauen«
Michael WILLENBORG
»Modulation inflammatorischer Arteriosklerosemarker durch PPAR-alpha-aktivierende Fibratderivate in Kombination mit einem ß-HMG-CoA-Reduktasehemmer«
Petra WIRTH
»Prognostische Bedeutung somatosensorisch evozierter Potentiale und initialer Glasgow Coma Scale bei Patienten mit schweren Schädel-Hirn-Traumen«
Sonja WÖRNER
»Kopplungsuntersuchung über Chromosom 7q bei familiärem Prostatakarzinom«
Bartosz ZUROWSKI (summa cum laude)
»Funktionelle Kartierung visuoräumlicher und verbal-phonologischer Arbeitsgedächtnisprozesse im menschlichen Gehirn

zum Dr.-Ing.

Dipl.-Ing. Hermann BRUGGER
»Implementierung eines echtzeitfähigen Rechnersystems zur Bewegungsregelung eines autonomen mobilen Roboters«
Dipl.-Ing. Markus Roman BUCK
»Mehrkanalige Systeme zur Geräuschunterdrückung für Sprachanwendungen unter Berücksichtigung von Mikrofoneigenschaften«
Dipl.-Ing. Irene ECKER
»Molekularstrahlepitaxie GaAs-basierender Mischungshalbleiter für 1300-nm-nahe Laserdiodenemission«
Dipl.-Ing. Jürgen FREUDENBERGER
»Bounded Distance Decoding and Decision Feedback«
Dipl.-Ing. Matthias GOLLING
»Molekularstrahlepitaxie vertikal emittierender InGaAs-Laser-Strukturen mit periodischer Gewinnstruktur«
Dipl.-Phys. Georg HÖCK
»Silizium-Germanium-p-Kanal-Heterostruktur-Feldeffekttransistoren«
Dipl.-Ing. Josef KALLO
»Untersuchung der stationären und dynamischen Eigenschaften einer gasförmig versorgten Direkt-Methanol-Brennstoffzelle«
Dipl.-Ing. Peter SEGER
»Untersuchung und Erprobung von elektrochemischen Batterien zur Energie- und Leistungsbereitstellung für Hybridantriebe«
Dipl.-Ing. Edgar TEUFEL
»Eine Dosierungshilfe für Insulin bei Typ-1-Diabetes«
Dipl.-Ing. Andreas WAGENER
»Adaptives Energiemanagement für einen hybriden Pkw-Antrieb mit dezentraler Reglerstruktur«

zum Dr. rer. nat.

Dipl.-Phys. Thorsten BAUNACH
»Elektrochemische Studien an aromatischen Thiolfilmen auf Au(111) - Struktur und Metallabscheidung«
Dipl.-Phys. Andreas BOGER
»Röntgenstrukturanalysen an metallocenkatalysierten Polypropylenen«
Dipl.-Biol. Pamela FISCHER-POSOVSZKY
»Charakterisierung des CD95-Signalweges in humanen Präadipozyten und Adipozyten«
Dipl.-Phys. Florian FORSTER
»Modellierung der Lichtausbreitung in biologischem Gewebe unter Berücksichtigung der Mikrostruktur«
Dipl.-Phys. Thomas GRUBER
»ZnO-basierende Halbleiterheterostrukturen«
Dipl.-Biol. Heike GUTEKUNST
»Charakterisierung des Regulators RogB und Identifizierung potentieller Virulenzfaktoren in Streptococcus agalactiae«
Dipl.-Chem. Frank HOLLMANN
»Polymerisationsverhalten von Ni(II)- und Pd(II)-Katalysatoren in der Homopolymerisation von 1-Olefinen und der Copolymerisation mit polaren Monomeren«
Dipl.-Chem. Ralph KIRCHMAIER
»Neue Koordinationspolymere auf der Basis von Übergangsmetall-Quadrataten und Stickstoff-Heteroaromaten«
Dipl.-Chem. Enrique G. KNORR
»Quantenmechanische Rechnungen an fünfwertigen Vanadiumverbindungen, Vanadat-Anionen und am periodischen Alpha-NaVO3«
M.Sc. Roman LIMBERGER
»The effects of self-assembly in solutions of polyelectrolytes«
Dipl.-Biol. Daniel MAURUS
»Die Rolle von Wnt-4 bei der Neuralentwicklung von Xenopus laevis«
Dipl.-Chem. Dani MUSE
»Einkristallzüchtung, Röntgenstrukturanalyse und thermische Zersetzung ein- und zweiwertiger Metallfumarate«
Dipl.-Biol. Roland SPIEß
»Einfluß von Juvenilhormon auf die Aktivierbarkeit des abdominalen motorischen Systems von Locusta migratoria«
Dipl.-Chem. Thorsten URHAHN
»Leichtflüchtige ECD-aktive Verbindungen in der marinen Grundschicht (MBL) des Atlantischen Ozeans: Vorkommen, Quellen und Verteilung«
Dipl.-Mineraloge Christian VOGLER
»Substituierte Lithium-Nickel-Kobalt-Oxide - Untersuchungen zur Anwendung als positives Elektrodenmaterial in Lithium-Ionen-Batterien«
Veranstaltungstermine
  Montag, 26.7.2004 18.00 Uhr
Neuropathologisch-neurologische Fallkonferenz, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Dienstag, 27.7.2004 18.30 Uhr
Dipl.-Psych. Margarete Oesterle, Univ. Ulm: »Psychologische Aspekte der Schwangerschaft und der Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Donnerstag, 29.7.2004 16.00 Uhr
Prof. Dr. Colin Atkinson, Mannheim: »The Role of OCL in Model Driven Development«, OE, Universität, O 28, Raum 1002 (Informatik-Fachvortrag)

Montag, 2.8.2004 18.00 Uhr
Epilepsiechirurgische Fallkonferenz, OE, Gemeinschaftsraum Rehabilitationskrankenhaus (Fortbildung der Abteilung Neurologie)

Dienstag, 3.8.2004 18.30 Uhr
Prof. Dr. Frank Pohlandt oder Vertreter, Univ. Ulm: »Betreuung des Neugeborenen«, Hörsaal Michelsberg (Informations- und Diskussionsabend der Univ.-Frauenklinik)

Samstag, 25.9.2004 9.00 Uhr
Onkologisches Seminar, OE, Hörsaal Medizinische Klinik (Veranstaltung des Tumorzentrums)

Dienstag, 28.9., bis Freitag, 1.10.2004
RNA-Biochemie-Tagung, Heinrich-Fabri-Institut Blaubeuren (Veranstaltung der Studiengruppe RNA-Biochemie der GBM)