Mit dem Rasterelektronenmikroskop ist es möglich eine Oberfläche mittels eines Elektronenstrahls, der sehr fein gebündelt wird, abzutasten. Im Gegensatz zur Vergrößerung eines Lichtmikroskops (maximal ca. 1000fach) kann mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops eine Vergrößerung bis zu 100000 erreicht werden. Die Auflösung liegt bei einigen nm, also im Bereich großer Moleküle.
Aufbau
des REM
Das Rasterelektronenmikroskop ist wie folgt aufgebaut:
Präparation
von Proben
Da in der Rasterelektronenmikroskopie nur
leitende Oberflächen dargestellt werden können, müssen die
Proben speziell präpariert werden. Durch aufdampfen eines Metallfilmes
(z. B. Gold) werden die Oberflächen der biologischen Objekte leitend
gemacht. Dabei ist darauf zu achten, das die Schicht nicht zu dick aufgedampft
wird, da sonst die feinen Strukturen des Objekts abgedeckt werden. Da die
Abtastung mit dem Elektronenstrahl im Hochvakuum stattfindet, müssen
die Objekte außerdem vor der vor dem Bedampfen so präpariert
werden, dass das Objekt absolut wasserfrei sind.
Funktionsweise
Der komplette Vorgang des Mikroskopierens findet im Hochvakuum statt, um Wechselwirkungen mit Atomen und Molekülen in der Luft zu vermeiden. Die Elektronen werden mit einer Wolfram-Glühkathode im Wehnelt-Zylinder erzeugt, und zu einer gesättigten Elektronenwolke konzentriert.
Durch Anlegen einer Hochspannung (1-30 KeV) zwischen Kathode und Anode werden die Elektronen als Strahl aus der Elektronenwolke herausgesogen. Der so entstandene Elektronenstrahl wird mit anschließend mit Hilfe von Magnetspulen abgelenkt und gebündelt.
Diese Magnetspulen dienen als magnetische Linsen (2 Kondensorlinsen, Objektivlinse), d. h. der Durchmesser des Elektronenstrahls wird durch Linsen verkleinert. Bis jetzt gibt es nur magnetische Linsen, die als Sammellinsen fungieren. Leider ist es bis heute noch nicht gelungen, Streulinsen zu entwickeln mit denen es möglich wäre, Linsenfehler auszugleichen, ähnlich wie es bei Lichtmikroskopen der Fall ist.
Der fein gebündelte Elektronenstrahl
wird über die Probenfläche gerastert. Außer der Bündelung
des Strahls findet eine x-y-Ablenkung mit Hilfe von Ablenkspulen statt,
die deren Hilfe das Objekt abgerastert wird. Die Ablenkung wird über
einen Rastergenerator gesteuert und findet synchron sowohl im EM-Tubus
als auch auf dem Monitor statt.
Trifft der Elektronenstrahl auf Probenfläche so werden die Elektronen
abgebremst. Sie geben kinetische Energie an die Probe ab. Dadurch werden
Sekundärelektronen aus der Probenfläche abgelöst. Weitere
Signale sind außerdem Rückstreuelektronen und Röntgenstrahlen.
Die Anzahl der Signale hängt von der Neigung der Probenoberfläche
relativ zum Elektronenstrahl und vom Probenmaterial ab.
Es gibt verschiedene Detektoren, die je nach Fragestellung die verschiedenen Signale registrieren. Meist werden die Sekundärelektronen als Signal verwendet. Diese werden vom Sekundärelektronendetektor registriert. Das Signal wird durch einen Signalverstärker verstärkt und steuert die Intensität des Elektronenstrahls des Monitors, der mit der Rasterbewegung des primären Elektronenstrahls im Mikroskop synchronisiert ist. Dadurch entsteht ein Abbild der Probenoberfläche auf dem Monitorschirm.
Werden auf der Probenoberfläche viele
Sekundärelektronen herausgelöst, so erscheint der Punkt am Monitorschirm
hell. Das Verhältnis der abgerasterten Zeilenlänge und Zeilenhöhe
auf der Probe bestimmt die Vergrößerung des REMs. Der limitierende
Faktor für die Vergrößerung eines REMs ist der Durchmesser
des Elektronenstrahls. Mit modernen REMs sind Bildpunkte mit einem
Abstand von 1 nm noch unterscheidbar (zum Vergleich: der Durchmesser eines
Atoms beträgt etwa 0,1 nm).
Anwendungbereiche