Chemieinformationssysteme

ehemals Sektion Spektren- und Strukturdokumentation

Kurz nach der Gründung der Universität Ulm wurde 1969 die Sektion Spektren- und Strukturdokumentation gegründet, die Dr. Barbara Mez-Starck bis 1987 leitete und der sie weltweit hohe Anerkennung verschaffte. Die Sektion sammelte weltweit Fachliteratur zur Strukturchemie und Molekülphysik in der Gasphase und evaluierte kritisch Strukturdaten sowie elektrische, magnetische und dynamische Eigenschaften freier anorganischer, organischer und metallorganischer Verbindungen.

 

Auf der Basis dieser international renommierten Datensammlung entstanden zahlreiche Bände in der Landolt-Börnstein-Reihe zu Strukturen freier Moleküle und zu spektroskopisch bestimmten Molekülparametern in der Gasphase. In den 1980er Jahren hat die Sektion mit Mitteln der Bundesregierung gemeinsam mit dem Fachinformationszentrum Physik in Karlsruhe die MOGADOC-Datenbank (Molecular Gasphase Documentation) aufgebaut. Bis heute ist MOGADOC weltweit die einzige numerische Datenbank für Molekülstrukturen isolierter Verbindungen. In über drei Jahrzehnten hat die Sektion, die 2005 in Chemieinformationssysteme umbenannt wurde, die Datenbank weiter ausgebaut und neue Funktionalitäten bereitgestellt.

 

Eine Teilarbeitsgruppe um Dr. habil. Natalja Vogt beteiligt sich seit vielen Jahren in internationalen Kooperationen an Bestimmungen semi-experimenteller Gleichgewichtsstrukturen kleiner bis mittelgroßer Moleküle aus Gasphasenelektronenbeugungsdaten, Daten aus der hoch-auflösenden Molekülspektroskopie und hoch-genauen quantenchemischen Rechnungen.

 

In der Lehre führen wir Recherchekurse für verschiedene chemische Datenbanken sowie Schulungen zu Computeranwendungen in der Chemie durch.

 

Seit 1998 wird ein Großteil unserer Aktivitäten von der Dr. Barbara Mez-Starck-Stiftung finanziell gefördert.