PROFinD: Prevention and Rehabilitation of Osteoporotic Fractures in disadvantaged Populations

Projektteam am InstitutDr. Gisela Büchele, Andrea Jaensch, Dr. Jochen Klenk, Torben Fischer

PROFinD ist ein interdisziplinäres Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziele sind die Prävention  und Rehabilitation von osteoporotischen Frakturen in benachteiligten Populationen. In der ersten bewilligten Phase werden 5 Teilprojekte mit unterschiedlicher Ausrichtung starten. 

Profind Graphik
Beitrag des Instituts

Teilprojekt 1: Identifikation von Zielpopulationen mit Benachteiligung
im Bereich der Sturz- und Frakturprävention

Das Teilprojekt 1 besteht aus 2 „work packages“. Zum einen soll die Krankheitslast an osteoporotischen Frakturen (OF) bei ambulant lebenden Personen mit Pflegebedarf ermittelt werden. Zum anderen beschäftigt sich das Subprojekt mit der Epidemiologie OF bei Personen mit geistiger Beeinträchtigung.

Work package 1: OF bei ambulant lebenden Personen mit Pflegebedarf
Frakturen bei alten und sehr alten Menschen resultieren häufig aus einer Kombination aus verminderter Knochendichte und erhöhter Sturzneigung. Um die Inzidenz OF verringern zu können, ist es notwendig, die Hochrisikogruppen genau zu identifizieren. In Deutschland leben ca. 70% der pflegebedürftigen Personen zuhause. Es liegen bisher überhaupt keine Daten dazu vor, in welcher Weise diese Personengruppe zur frakturbedingten Krankheitslast beiträgt.

Ziel der Analysen ist daher:
- Bestimmung der Rate an OF bei ambulant lebenden Personen mit und ohne Pflegebedarf
- Einfluss von präexistenten Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Schlaganfall auf das Auftreten von OF
- Einfluss von vorausgegangenen Krankenhausaufenthalten (einhergehend mit einem Ortswechsel) auf das Frakturrisiko bei ambulant lebenden Personen mit Pflegebedarf
- Einfluss von OF bei ambulant lebenden Personen mit/ohne Pflegebedarf auf deren Institutionalisierungsrisiko
Als Datengrundlage dienen pseudonymisierte Routinedaten der AOK Bayern.

Work package 2: OF bei Personen mit geistiger Behinderung (gB)
Aufgrund der deutlich zunehmenden Lebenserwartung bei Menschen mit gB ist von einer deutlichen absoluten Zunahme dieser Personengruppe auszugehen. Diese Personengruppe weist eine Reihe von Faktoren auf, die zu Stürzen (z.B. neuromuskuläre Probleme, Fußdeformitäten, psychotrope Medikamente, Krampfanfälle) oder einer verminderten Knochendichte (z.B. Hypogonadismus, Lähmungen, Vit D-Mangel, Antikonvulsiva) prädisponieren. Bisher liegen allerdings kaum epidemiologische Untersuchungen zur Krankheitslast sturzbedingter Frakturen bei Personen mit gB vor.
Ziel der Analysen ist daher:
- Bestimmung der Krankheitslast an OF bei Personen mit geistiger Behinderung Partner des zweiten „work package“ ist ebenfalls die AOK. Verwendet werden allerdings Daten aus Baden-Württemberg

Förderzeitraum:

08/2010-07/2013


Studienleitung:

Prof. Dr. Clemens Becker   
Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische Forschung (RBMF)

Kooperationspartner:
Teilprojekt  Leitung           InstitutionTitel des Teilprojekts
2Prof. H. H.
König
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (ehemals Uni Leipzig) Gesundheitsökonomie von OF
3

Prof. Dr. C.
Becker  

RBMF Design und Pilotierung einer populations-
basierten Intervention
4 Prof. N.
Schott
Universität Stuttgart Prävention von Funktionsverlusten nach osteoporotischer Handgelenksfrakturen
5Prof. M. Hautzinger Universität TübingenReduktion von Sturzangst nach Hüft- und
Beckenfrakturen