RIKE — Randomisierte Interventionsstudie zur Rauchprävention an KrankenpflEgeschulen 

Projektteam am Institut 

Gisela Büchele, Anke Jähnke, Kilian Rapp

Der schädliche Einfluss des Rauchens auf eine große Anzahl von Erkrankungen ist aufgrund einer Vielzahl epidemiologischer Studien unbestritten.Trotz dieses Wissens hat die Zahl jugendlicher und junger erwachsener Raucher in den vergangenen Jahren zugenommen. Krankenpflegeschülerinnen und -schüler in Deutschland weisen dabei mit mehr als 50% eine überdurchschnittlich hohe Prävalenz des Rauchens auf (Kolleck, Erhebung 2002).

Ziel der vorliegenden randomisierten Interventionsstudie an Krankenpflegeschulen ist eine Reduktion der Rauchprävalenz bzw. einer Erhöhung der Änderungsbereitschaft des Rauchens bei Krankenpflegeschülerinnen und -schülern in der Interventionsgruppe.

Die Intervention besteht aus 3 Unterrichtseinheiten zu jeweils 6 Stunden. Das entscheidende Element der Intervention, von dem wir uns eine Veränderung der oben genannten Variablen „Rauchprävalenz“ bzw. „Änderungsbereitschaft des Rauchens“ versprechen, ist der methodische Ansatz, der sich auf moderne Erkenntnisse der Lerntheorie stützt:

An Stelle der traditionellen frontalen Wissensvermittlung soll eine aktive Beschäftigung mit unterschiedlichen Aspekten des Tabakkonsums und den Möglichkeiten der Raucherentwöhnung treten. Die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Wissen um die Schädlichkeit des Tabakkonsums und dem Rauchverhalten erfordert nicht unerhebliche Verdrängungsprozesse. Wir gehen davon aus, dass die in den Unterrichtseinheiten geplante aktive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex „Rauchen“ die für den Tabakkonsum charakteristischen Verdrängungsprozesse erschwert, die Reflektion eigener Standpunkte fördert und somit zu einer Änderung der Einstellungen und des Verhaltens führt. Die Unterrichtseinheiten sehen deshalb einen ständigen handelnden Umgang mit dem Lernstoff vor. Die Auszubildenden werden angehalten, die Inhalte aktiv in Wort und Schrift in Form von Vorträgen, selbst erarbeiteten Broschüren oder Beratungssituationen zu reproduzieren.

Methodisch finden dabei Elemente des selbstbestimmten Lernens und Elemente des problem- und handlungsorientierten Unterrichts ihren Eingang.

Die Möglichkeiten der Raucherentwöhnung werden zwar einen breiten Raum einnehmen, eine explizite Entwöhnung der Schülerinnen und Schüler ist jedoch nicht Bestandteil des Unterrichts.

Projektlaufzeit

2003 - 2005

Kooperationspartner

33 Krankenpflegeschulen im Bundesland Baden-Württemberg

Publikationen

Rapp K, Buechele G, Jahnke AG, & Weiland SK† (2006). A cluster-randomized trial on smoking cessation in German student nurses. Prev Med 42, 443-448.

Rapp K, Buechele G, Weiland SK†. Sleep duration and smoking cessation in student nurses. Addict Behav. 2007 Jul;32(7):1505-10.

Zugang zu Lehrmaterial

Materialiendownload
Die notwendigen Zugangsdaten können im Sekretariat der Abteilung Epidemiologie durch eine E-Mail an Frau Emmerling oder telefonisch unter 0731 5031061 erfragt werden.