Infrastruktur
Am Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik (MRM) entstehen Laboraufbauten für die Forschung zu automatisiertem und vernetztem Fahren sowie Fahrerassistenzsystemen. Hier werden insbesondere Sensorfusion und Umgebungsmodellierung untersucht, wobei modulare Sensormodule zunächst im Labor getestet und anschließend in Forschungs- und Versuchsfahrzeugen zum Einsatz kommen.
Zur Erforschung automatisierter und vernetzter Mobilität rüstet das MRM serienbasierte Fahrzeuge um. Ihre Sensoren erfassen das Verkehrsgeschehen und aus den Daten entsteht ein Umgebungsmodell, das aktuelle Situationen beschreibt und zukünftige Entwicklungen vorhersagt. Ergänzend kommen moderne Kommunikationstechnologien zum Einsatz, um Konzepte des vernetzten Fahrens zu erproben.
Durch die vollständige Automatisierung des Fahrens entstehen neue Fahrzeugkonzepte, in denen eine klassische Fahrerrolle entfällt. Das MRM untersucht solche Ansätze und widmet sich technischen Aspekten wie der modularen Struktur sowie serviceorientierter Architektur von Hard- und Softwarelösungen.
Zur Erstellung eines Umfeldmodells für das Verkehrsgeschehen setzt das MRM mobile Sensoreinheiten auf Anhängern ein. Ein bis zu 8,5 m ausfahrbarer Teleskopmast trägt Kameras und Laserscanner, deren Daten direkt auf integrierten Recheneinheiten verarbeitet werden. So können Verkehrsteilnehmer und deren Bewegungen erfasst und über LTE/5G, ITS-G5 oder WLAN an Fahrzeuge oder weitere Infrastruktureinheiten übermittelt werden.
Das Institut für Mikrowellentechnik (MWT) verfügt über eine moderne Antennenmesskammer sowie einen hochpräzisen Gelenkarmroboter, die Messungen im Fern- und Nahfeld ermöglichen. Ergänzt wird die Ausstattung unter anderem durch umfangreiche Softwaretools für Simulation und Analyse hochfrequenter Systeme.
Der statische Fahrsimulator der Abteilung Human Factors mit 190°-Sichtbereich, flexiblem Zweisitzer-Mockup und integriertem Eye-Tracking ermöglicht realitätsnahe Fahrsituationen unter kontrollierten Bedingungen. Durch die ergänzende Erfassung physiologischer Daten lassen sich detaillierte Analysen zur Fahrer-Fahrzeug-Interaktion und zum menschlichen Verhalten im Straßenverkehr durchführen.
Die “Vehicle Motion Simulation in Virtual Reality” (VeMoR) des Instituts für Medieninformatik ermöglicht die realistische Simulation von Fahrzeug- und Urban-Air-Mobility-Szenarien inklusive physischer Bewegungen.
Mit der Ausstattung des Fabrication Lab forscht das Institut für Medieninformatik zur Entwicklung mechatronischer Prototypen für Forschungsarbeiten im Bereich zukünftiger Mobilität.