Professor Martin Bossert Mitglied der Leopoldina

Universität Ulm

Herausragender Forscher der Mathematik digitaler Medien

 

Professor Martin Bossert, Direktor des Opens internal link in current windowInstituts für Nachrichtentechnik an der Universität Ulm, ist neues Mitglied in der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Bossert gilt als einer der Pioniere der digitalen Mobilkommunikation und wurde bereits 2007 für seine Verdienste bei der Entwicklung des digitalen Mobilfunknetzes mit dem Vodafone Innovationspreis ausgezeichnet.

Zu seinen Forschungsgebieten zählen neben der angewandten Informationstheorie die mathematischen Grundlagen digitaler Nachrichtenübertragung. Der Spezialist für Algebraische Decodierung und Fehlerkorrekturverfahren genießt nicht nur in Deutschland einen ausgezeichneten Ruf, sondern gehört auch international zu den führenden Forschern im Bereich Nachrichtenübertragung und Informationstheorie, letztere - als Bioinformationstheorie - auch mit Bezug auf Fragestellungen aus der Biologie.

Als wieder gewählter Fachkollegiat der DFG für den Bereich Nachrichten- und Kommunikationstechnik ist Martin Bossert zudem als "Gutachter der Gutachten" tätig. Der studierte Elektroingenieur, der 1993 - nach einem Ausflug in die Industrie - als Professor an die Universität Ulm kam und dort später Inhaber des Siemens-Stiftungslehrstuhls wurde, engagiert sich zudem in der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) und dem Verband deutscher Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik e.V. (VDE). Darüber hinaus ist der 58-jährige Wissenschaftler langjähriges Mitglied der Information Theory Society des internationalen Ingenieurverbandes (IEEE) und wurde aufgrund seines internationalen Engagements auf dem Gebiet der Informationstheorie zum IEEE "Fellow" ernannt. Er ist damit maßgeblich mitverantwortlich für die Ausrichtung internationaler Konferenzen und Zeitschriften auf diesem Gebiet.

Mathematik an konkreten Anwendungen anschaulich machen

Als Verfasser mehrerer Lehrbücher, die mittlerweile nicht nur im deutschsprachigem Raum zu den Standardwerken in den Gebieten Kanalcodierung und Fehlererkennung gehören, möchte er nicht nur Studierenden den Einstieg in diese komplexen Themen erleichtern. Er ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung mathematisch begabter Jugendlicher und setzt er sich auch in Schulen für den Ingenieursnachwuchs ein. Gemeinsam mit seinem Sohn, damals noch Student der Mathematik, hat er ein Buch verfasst über die Mathematik der digitalen Medien, um Schülern und Lehrern anhand konkreter Anwendungsbeispiele die Mathematik anschaulich zu vermitteln, die hinter dem Gebrauch von Handy, MP3-Player, Navigationstechnik und Internet steckt. Denn - hier zeigt sich Bossert nicht nur als Freund moderner Technologien, sondern auch als Anhänger antiker Lehren - laut Seneca "Ist es ein langer Weg, der durch Belehrung, ein kurzer und erfolgreicher, der durch das Beispiel wirkt".

Das neue Akedemie-Mitglied hat nun die Aufgabe, gemeinsam mit anderen herausragenden Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - darunter nun 10 aus Ulm - unabhängig Stellung zu beziehen zu den wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen, die in seinem Fall vor allem den Bereich Innovation und Technik betreffen.

Verantwortlich: Andrea Weber-Tuckermann Opens internal link in current windowPressestelle Uni Ulm