Lena Steubl (Doktorandin bei Prof. Dr. Harald Baumeister, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie) hat erfolgreich Fördermittel in Höhe von 4.909,60 € im Rahmen des Early Career Scientist (ECS) Seed Funding Programms des Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) eingeworben.
Die Förderung unterstützt das Projekt NAVIGATE-MH – From Fragmentation to Navigation in Mental Health Care: Laying the Evidence Base for a Digital Navigation Platform for Frontline Workers. Ziel des Projekts ist es, eine evidenzbasierte Grundlage für die Entwicklung einer digitalen Lotsen-Plattform zu schaffen, die Fachkräfte in der direkten Arbeit mit Menschen mit psychischen Belastungen (z. B. Hausärzt:innen, Sozialarbeiter:innen oder Beratungsstellen) bei der Orientierung im komplexen Versorgungssystem unterstützt.
Hintergrund des Projekts ist die weiterhin bestehende Herausforderung, Menschen zeitnah und passgenau in geeignete Versorgungsangebote zu vermitteln. Trotz eines breiten Spektrums an Behandlungsmöglichkeiten – von Psychotherapie und medikamentöser Behandlung bis hin zu digitalen Interventionen und Selbsthilfeangeboten – ist das Versorgungssystem häufig fragmentiert und schwer überschaubar. Dies kann zu Verzögerungen, ineffizienten Versorgungspfaden oder unzureichender Inanspruchnahme führen, insbesondere bei vulnerablen Gruppen.
Im Projekt NAVIGATE-MH wird zunächst eine systematische Marktanalyse bestehender digitaler Navigationsangebote durchgeführt, um die aktuelle Landschaft zu strukturieren und Versorgungslücken zu identifizieren. Ergänzend werden Perspektiven von sogenannten Frontline-Workern mittels qualitativer Interviews erhoben, um Bedarfe, Entscheidungsprozesse und Barrieren im Versorgungskontext besser zu verstehen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden im Rahmen eines partizipativen Co-Design-Prozesses konkrete Empfehlungen für die Entwicklung einer DZPG-weit eingebetteten Lotsen-Plattform abgeleitet.
Das Projekt ist eng in die Digital Mental Health Infrastruktur (DMHI) des DZPG eingebunden und wird in Zusammenarbeit mit Partnerstandorten in Heidelberg, Mannheim und Jena umgesetzt. Es stellt einen wichtigen vorbereitenden Schritt für die Entwicklung innovativer, niedrigschwelliger und praxisnaher Lösungen dar, die den Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung verbessern und die Orientierung im Versorgungssystem nachhaltig stärken sollen.
Langfristig zielt das Projekt darauf ab, evidenzbasierte und nutzerzentrierte Ansätze zur besseren Vernetzung bestehender Angebote zu fördern und damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung zu leisten.
Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie:
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Lena Steubl erhält DZPG ECS Seed Funding für NAVIGATE-MH