In einer Feierstunde am 10. Februar wurde die südkoreanische Chemie-Studentin Injung Choi mit dem DAAD-Preis der Universität Ulm ausgezeichnet. Die Urkunde und einen Symbolscheck hat ihr Professor Dieter Rautenbach überreicht. Der Vizepräsident für Karriere der Universität betonte: „Internationale Studierende wie Sie sind nicht nur eine große Bereicherung für die Universität, sondern auch für unsere Gesellschaft.“ Dotiert ist die Auszeichnung mit 1000 Euro.
Injung Choi studiert im dritten Semester im Masterstudiengang Chemie. Die 25-Jährige gehört zu den besten Studierenden ihres Jahrgangs. „Sie überzeugte die Auswahljury mit ihren herausragenden fachlichen Leistungen, ihrer außergewöhnlichen Motivation und ihrem gesellschaftlichen Engagement, insbesondere mit ihrem Einsatz für ausländische Studierende und den interkulturellen Austausch“, erklärte Daniela Englisch, Leiterin des International Office, bei der Preisvergabe.
Im April 2024 kam Injung Choi nach Ulm. Zuvor hatte sie in Seoul an der Ewha Womans University ihren Bachelor in Chemie gemacht und über ein Double Degree-Programm auch einen BA-Abschluss in Business Administration erworben. Während ihrer Studienzeit in Seoul war sie bereits in Deutschland: als Austauschstudentin an der Universität Osnabrück sowie für ein Laborpraktikum an der Goethe-Universität in Frankfurt. „Nach Ulm bin ich gekommen, weil die Universität einen sehr guten Ruf in der Elektrochemie und für Green Energy hat“, so Choi. Die junge Südkoreanerin interessiert sich sehr für erneuerbare Energien und für Technologien der nachhaltigen Energiespeicherung und -wandlung: ob Batterien, Brennstoffzellen oder Solarenergie. An ihrem Studium mag sie auch den Kontakt zu Studierenden aus der Chemie, Physik und den Ingenieurwissenschaften; Fragen der praktischen Anwendung und interdisziplinären Forschung faszinieren sie besonders. Ihr großes Ziel ist es, als Wissenschaftlerin die Erde in einem möglichst guten Zustand an die nächsten Generationen weiterzugeben.
Professor Markus Hölzle, der die Nominierung angestoßen hat, kennt die Studentin nicht nur aus seinen Kursen an der Uni, sondern weiß auch um ihre Begabung für die Laborarbeit. Hölzle ist Professor für Elektrochemische Energiespeicherung und Energiewandlung sowie Mitglied im Vorstand des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). „Injung Choi bringt sich engagiert und bestens vorbereitet in die Lehrveranstaltungen ein“, lobte Hölzle ihren Arbeitsstil, der geprägt ist von enormer Zielstrebigkeit und außergewöhnlicher Leistungsbereitschaft. Im ZSW arbeitet sie seit Oktober 2024 als Hilfswissenschaftlerin im Labor. „Sie hat sich dort schnellstens eingearbeitet. Injung Choi ist offen, neugierig, kooperativ, zielstrebig und sie hat großes Interesse an Forschung und Wissenschaft“, hob der Elektrochemiker in seinem Nominierungsschreiben hervor. Auch Professor Radim Beranek vom Institut für Elektrochemie kennt Injung Choi aus seinen Lehrveranstaltungen. Der Wissenschaftler ist begeistert von der Master-Studentin, die zu den besten Studierenden ihres Jahrgangs gehört, und hat ihre Nominierung unterstützt.
Mit auf den Weg gebracht wurde die Nominierung auch von der Studierendenvertretung (StuVe) der Universität Ulm. Dort engagiert sich die Chemie-Studentin in der „International Unit“ und organisiert Veranstaltungen für internationale Studierende. „Ich möchte, dass sie sich hier zuhause fühlen und besser zurechtkommen“, sagt die Südkoreanerin, die sich noch gut erinnern kann an ihre Zeit in Osnabrück und die Hilfe, die sie dort zu Beginn ihrer Studienzeit in Deutschland bekam. Dafür ist sie dankbar und möchte jetzt in Ulm etwas zurückgeben. „In der StuVe schätzen wir nicht nur ihre Kompetenz und ihren Einsatz, sondern auch ihre Freundlichkeit und offene Art“, so Igor Mikhailov von der StuVe, der im letzten Jahr den Preis erhielt.
Injung Choi fühlt sich wohl in Deutschland und lernt mit großem Einsatz Deutsch. Sie freut sich aber auch sehr, dass das Interesse an Südkorea in den letzten Jahren so gewachsen ist. „Früher musste ich oft erklären, wo Südkorea liegt. Heute weiß jeder, wo es ist und kennt sogar einige Aspekte unserer Kultur. Das macht mich stolz und lässt mich auf viele weitere schöne Begegnungen zwischen Deutschland und Südkorea in der Zukunft hoffen“, sagt die DAAD-Preisträgerin weiter. Nun ist sie Kultur-Botschafterin in beiden Ländern.
Zum DAAD-Preis
Mit dem mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis zeichnet die Universität Ulm jedes Jahr internationale Studierende aus, die Besonderes geleistet haben, sowohl akademisch als auch gesellschaftlich. Durch die Auszeichnung treten sie ins Rampenlicht der Hochschulöffentlichkeit und erfahren besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung – ganz individuell, aber auch als "Role Model" und Botschafterin für die insgesamt 1.300 internationalen Studierenden an der Universität. Organisiert wird die DAAD-Preisvergabe vom International Office der Universität Ulm durch Anneli Williams.
Weitere Informationen:
Anneli Williams, International Office, E-Mail: anneli.williams(at)uni-ulm.de
Text und Medienkontakt: Andrea Weber-Tuckermann
