Unterstützer der Universität und Freund der Reisensburg
Dr. Georg Simnacher, Ehrensenator der Universität Ulm, verstorben
Dr. Georg Simnacher, langjähriger Bezirkstagspräsident in Schwaben und Ehrensenator der Universität Ulm, ist am Montag an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben.
Der Jurist und CSU-Politiker wurde 81 Jahre alt. Als Günzburger Landrat (1967-1996), Bezirkstagspräsident in Schwaben (1974-2003) und Präsident der bayerischen Bezirke (1979-2003) engagierte sich Simnacher für die Heimatrechte der noch jungen Hochschule im bayerischen Einzugsgebiet. Davon zeugt die Kooperation mit dem Günzburger Bezirkskrankenhaus – vor allem in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurochirurgie. Ein besonderes Anliegen des respektvoll als „Schwabenherzog“ bezeichneten Politikers war zudem das Wissenschaftszentrum Schloss Reisensburg in Günzburg.
Im Zuge der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Universität Ulm wurde Dr. Georg Simnacher 1987 vom damaligen Rektor Professor Theodor Fliedner zum Ehrensenator ernannt. Die Auszeichnung erfolgte „in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den Aufbau der Universität Ulm und ihrer Verankerung in der Region.“ Simnachers unermüdlichem Einsatz und seiner Überzeugungskraft im regional- und landespolitischen Bereich sei es zu verdanken, dass die Universität auch im bayerischen Teil ihres Einzugsbereichs Möglichkeiten der Forschung und Lehre erschlossen habe. Darüber hinaus habe er mit der Reisensburg eine Stätte der Begegnung der Wissenschaften gesichert. Der gebürtige Ziemetshausener (Landkreis Günzburg) war unter anderem Vorsitzender des Vereins „Freunde der Reisensburg“.
Georg Simnacher, der nach seiner Ausbildung zum Seiler Rechtswissenschaften in München und Erlangen studierte und in Tübingen promovierte, wurde mit 34 Jahren jüngster Landrat Bayerns. In seiner Amtszeit wurden unter anderem die Bezirkskrankenhäuser Günzburg und Kaufbeuren umgebaut und weitere Klinikstandorte geschaffen.
Neben Simnachers Einsatz für die Reisensburg förderte er auch darüber hinaus die Denkmalpflege, Bezirksmuseen und machte sich für das lokale Brauchtum stark.
Der politische Weggefährte Theo Waigels war Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Bayerischen Verdienstordens und wurde zum Ehrenbürger der Stadt Günzburg sowie 1987 zum Ehrensenator der Uni Ulm ernannt – um nur einige seiner Auszeichnungen zu nennen. Die Universität verliert einen wichtigen Unterstützer und Freund.
Die Trauerfeier für Dr. Georg Simnacher findet am Freitag, den 2. Mai, um 13:30 Uhr in St. Martin statt. Danach erfolgt die Beisetzung auf dem Günzburger Friedhof.
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