Eine Onlinestudie zur Überprüfung der Effektivität von Entspannung zur Schmerzbewältigung bei Endometriose

Herzlich willkommen auf der Informationsseite unserer „Endo? Relax!“ Online-Studie. Hier finden Sie Informationen zum Ziel, Ablauf sowie den Teilnahmebedingungen der Studie.

Worum geht es in der Studie?

Die onlinebasierte Endo? Relax! Studie untersucht über einen Zeitraum von vier Wochen, ob Entspannungsverfahren (Entspannungshypnose oder entspan-nende Naturgeräusche) das Schmerzempfinden und mögliche psychische Begleitbeschwerden bei Endometriose positiv beeinflussen können.
Konkret wird untersucht, ob sich ein Einfluss auf

  • das Schmerzerleben und dessen Bewältigung,
  • das allgemeine Wohlbefinden bzw. die Lebenszufriedenheit,
  • Stress,
  • Angst,
  • depressive Beschwerden,
  • Schlafqualität
  • und Erschöpfung zeigt.

Entspannungsverfahren verstehen sich dabei nicht als Ersatz, sondern als mögliche ergänzende Unterstützung zu bestehenden medizinischen Behandlungen, zum Beispiel hormoneller oder operativer Therapie.

Warum ist das wichtig?

Endometriose bezeichnet eine der häufigsten benignen gynäkologischen Erkrankungen des weiblichen Geschlechts im reproduktiven Alter, bei der Endometrium (Gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe) außerhalb der inneren Gebärmutter wächst. Endometriose ist eine chronische Erkrankung; die Prävalenz liegt bei Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 4 bis 30 Prozent. Häufige Symptome sind starke zyklische und azyklische Schmerzen vor allem im Unterbauch, starke Blutungen, vegetative Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel, Rückenschmerzen, multiple Beschwerden, die die Organe des kleinen Beckens betreffen und Unfruchtbarkeit. Zu schwerwiegenden Komplikationen kann es kommen, wenn Endometriose Herde Darm, Harnleiter, Harnblase oder die Niere befallen oder sich im Becken ansiedeln, Nerven befallen oder auf Nerven drücken, da dies zu massiven Schmerzen, Funktionsstörungen bis hin zu Organschädigung führen kann. Zu den körperlichen Schmerzen, den Folgen der massiven Blutverluste (Eisenmangel, Erschöpfung) und chronisch erhöhten Entzündungsprozesse addieren sich in vielen Fällen zahlreiche psychische Begleitsymptome wie eine massive Einschränkung der Lebensqualität, der allgemeinen Leistungsfähigkeit, starker chronischer Erschöpfung, hohe Belastung durch die Erkrankung bis hin zu depressiven Zuständen und Ängsten bezüglich des weiteren Krankheitsverlaufs. Zum aktuellen Zeitpunkt ist jedoch weder die konkrete Ursache der Krankheit bekannt noch existiert eine sichere Therapie zur langfristigen Heilung.

Abbildung 1: Symptomspektrum der Endometriose-Erkrankung

Was hat Hypnose damit zu tun?

Hypnose ist eine non-invasive, risikoarme, individuell anwendbare Methode der Entspannungs- bzw. Tranceerzeugung, welche zunehmend im psychothera-peutischen Setting genutzt wird. Der positive Einfluss hypnotischer Entspannung auf die Gesundheit, darunter beispielsweise Reduktion von Schmerzen, nega-tiven Emotionen, Stress, körperlicher Erschöpfung sowie der Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens ist bereits wissenschaftlich belegt und somit evi-denzbasiert. Obwohl Endometriose-Betroffene häufig in diesen Bereichen Beeinträchtigungen aufweisen und es daher naheliegend erscheint, Hypnose als er-gänzende Intervention bei Endometriose anzuwenden, existieren bisher keine Studien, die ebendies untersucht haben.

Wie läuft die Studie ab?

Abbildung 2: Studienablauf

Die Studie findet vollständig online statt. Eine Teilnahme ist daher zeitlich und örtlich flexibel über ein internetfähiges Endgerät möglich. Nach Aufruf des Studienlinks werden zunächst ausführliche Informationen zur Studie sowie zu den Teilnahmevoraussetzungen vermittelt. Wenn das Einverständnis zur Studienteilnah-me sowie alle Ein- und Ausschlusskriterien erfüllt sind, beantworten die Probandinnen verschiedene Fragebögen zu ihrer Endometriose-Erkrankung und den damit möglicherweise einhergehenden körperlichen und psychischen Belastungen.
Direkt nach dieser Baseline-Messung werden die Teilnehmerinnen dann einer von drei Gruppen zugeteilt: Entspannungshypnose, Naturgeräusche oder Standardbehandlung. Entsprechend der Gruppenzuteilung werden den Probandinnen vier verschiedene Audiodateien zur Verfügung gestellt. Teilnehmerinnen der „Standardbehandlungsgruppe“ erhalten die Audioaufnahmen erst nach Abschluss der Studienteilnahme.
In den folgenden vier Wochen können die bereitgestellten Audiodateien eigenständig genutzt werden. Die Nutzung wird in einem kurzen Tagebuch dokumentiert.
Nach diesen vier Wochen werden die Probandinnen dann gebeten, erneut die bereits bekannten Onlinefragebögen auszufüllen sowie über die Inhalte des „Tagebuchs“ über die Anhörhäufigkeit Auskunft zu geben.

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können Personen, die …

  • mindestens 18 Jahre alt sind,
  • eine diagnostizierte Endometriose-Erkrankung haben,
  • geschlechtsbiologisch weiblich sind,
  • deutsch auf Muttersprachler-Niveau sprechen,
  • nicht an Epilepsie leiden,
  • keine psychotische Störung, keine dissoziative Störung und keine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung haben,
  • keine akute Suizidalität aufweisen,
  • nicht bereits an der Endo? Relax! Studie teilgenommen haben und
  • zusichern, während der Beantwortung der Fragebögen und des Anhörens der Audiodateien nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen.

Gibt es eine Studienentlohnung?

Neben dem möglichen gesundheitlichen Benefit, der durch die Studienteilnahme erzielt werden kann, werden als Entschädigung für die Teilnahme und Unter-stützung drei Mal 50 € an Probandinnen verlost, die sowohl an der Baseline- als auch an der Ergebnismessung teilgenommen haben. Alternativ können Psy-chologie-Studierende 3 Versuchspersonenstunden für die Teilnahme erhalten. Des Weiteren erhalten alle Probandinnen nach Abschluss der Studie Zugang zu den Selbsthypnose-Audiodateien und Entspannungsmusik-Dateien, sodass diese auch im Nachhinein noch privat weiter genutzt werden können.

Wie können Sie teilnehmen?

Sie haben Interesse an der Studie teilzunehmen und erfüllen die Teilnahmekriterien?
Dann starten Sie gerne sofort unter folgendem Link oder QR-Code oder leiten ihn gerne an Betroffene weiter, auf die die Studie passen könnte:

Kontakt

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an johanna.jung(at)uni-ulm.de

Projektleitung und Team

 

Projektleitung
Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa

Projektkoordination
M.Sc. Psych Johanna Alisa Jung

Team
Dr. Roberto Rojas