Unsere Forschungsschwerpunkte im Überblick

Im Mittelpunkt der Forschung stehen psychische Erkrankungen, deren Ätiologie, biologische Pathophysiologie und Therapie. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den biomolekularen Folgen von chronischem und traumatischem Stress und ihren Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit einschließlich ihrer Rolle in der Ätiologie von Stress- und Traumafolgestörungen und altersassoziierten körperlichen Erkrankungen. Wir sind davon überzeugt, dass die (Weiter-) Entwicklung von Therapien durch ein besseres ganzheitliches Verständnis der biologischen Zusammenhänge zwischen der Erkrankungsursache und deren Ausprägung möglich ist. Wir sehen einen Schlüssel für das bessere Verständnis der Ätiologie psychischer und komorbider körperlicher Erkrankungen im besseren Verständnis der Interaktion zwischen Immunsystem und Stoffwechsel (Immunmetabolismus), der Mitochondrienfunktion und -gesundheit, sowie orthomolekularer Faktoren.


Molekulare Psychotraumatologie

Die Arbeitsgruppe erforscht die Entstehung von stressassoziierten Erkrankungen z.B. Depression und posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Wir untersuchen hierbei Prozesse wie Veränderungen im Immunsystem, im endokrinen System, molekulare Stoffwechselprozesse in der Zelle und Veränderungen im Energiestoffwechsel (z.B. mitochondrialer Bioenergetik) infolge von Stress und Trauma. Darüber hinaus untersuchen wir, ob diese Veränderungen durch Psychotherapien wieder rückgängig gemacht werden können. Ein wesentlicher Fokus unserer Forschung sind hierbei zellschädigende Prozesse wie z.B. oxidativer Stress und die damit einhergehende Beschleunigung der biologischen Alterung durch (traumatischen) Stress sowie deren Reversibilität. Durch chronische Stressbelastung akkumulieren sich Schäden in den Zellen. Um diese Schäden auszugleichen und die Funktion der Zelle aufrecht zu erhalten adaptieren sich die Stoffwechselprozesse in der Zelle. Wird jedoch die Kapazität der Anpassung erreicht, kann die optimale Funktion der Zelle nicht mehr aufrechterhalten werden. Dadurch wird die Entwicklung verschiedener Erkrankungen begünstigt. Wir interessieren uns deshalb für die Untersuchung der Erkrankungen aus verschiedenen Blickwinkeln um die Ätiologie (z.B. Umwelteinflüsse, Genetik,…) und vor allem die daraus resultierenden Mechanismen psychischer Erkrankungen zu verstehen.

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Depression geht einher mit einer Vielzahl von Veränderungen in verschiedenen biologischen Systemen im gesamten Körper. Verminderte Energieproduktion, Aktivierung des Immunsystems sowie veränderte Sauerstoffversorgung der Zellen deuten unter anderem auf eine Beteiligung der Mitochondrien am Krankheitsverlauf hin. Um biologische Veränderungen als Ursache der Depression zu identifizieren und ihre Bedeutung für die Therapierbarkeit mit kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) der Depression zu verstehen, führen wir aktuell die Studie „MitO2Health“ durch.

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Ein weiteres wichtiges Forschungsgebiet der AG ist die Frage nach Risiko- und Resilienzfaktoren in der transgenerationalen Weitergabe von Missbrauch und Misshandlung in der Kindheit. Hier führten wir das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundforschungsprojekt „Meine Kindheit - Deine Kindheit“ durch.

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Die Auswahl der richtigen Therapie ist von entscheidender Bedeutung zur Behandlung traumatisierter Personen. Dazu wird in der Studie „ENHANCE“ ein Vergleich von zwei Therapien, der traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und der traumafokussierte psychodynamische Therapie (TPT) anhand von Probanden mit PTBS durchgeführt. Zusätzlich wird erforscht, ob die positiven psychologischen Effekte der Therapie auch die bei PTBS ausgelösten biologischen Veränderungen rückgängig machen.

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Förderung ganzheitlicher Gesundheit nach chronischem Stress und Trauma

Die wiederholte Konfrontation mit extremen traumatischen Ereignissen führt Menschen unweigerlich an die Grenzen ihrer psychischen Widerstandsfähigkeit. Die Untersuchung der biologischen und psychologischen Prozesse sowie Risiko- und Schutzfaktoren der Entstehung von Traumafolgestörungen wie Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) oder Depression nach Konfrontation mit extremen Traumadosen ist essentiell, um Betroffenen passende Präventions- und Behandlungsmaßnahmen anbieten zu können. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der AG Förderung ganzheitlicher Gesundheit nach chronischem Stress und Trauma.

 

Bei Überlebenden des Bürgerkrieges in Uganda untersuchten wir daher systematisch psychologische, soziale und (epi-)genetische Einflussfaktoren für die Entwicklung und den Behandlungserfolg von PTBS. Gleichwohl erforschten wir biologische Korrelate der Behandlung traumatischer Störungen mit der Narrativen Expositionstherapie (NET). Weitere Informationen finden Sie hier.

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Für die langfristige Gesundheitsförderung von Beschäftigten traumaexponierter Berufe (wie Feuerwehr, Militär, Polizei und Rettungsdienst) erforschen wir psychologische und biologische Risiko- und Resilienzfaktoren gegenüber chronischem Stress und Trauma und entwickeln anwendungsorientierte Maßnahmen, z.B. in Kooperation mit Rettungsdiensten.

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Chronischer Stress führt zu vielfältigen Veränderungen in unserm Körper. Daraus können Verschlechterungen der psychischen Gesundheit und chronischer Entzündung resultieren. Ziel der „HypnoTreat“-Studie ist es daher Methoden zu erforschen, diesen negativen Veränderungen entgegen zu wirken. Durch Hypnose soll chronischer Stress und die daraus resultierenden Entzündungsprozesse reduziert werden. Des Weiteren untersuchen wir Auswirkungen auf Parameter des Blutbilds und die mitochondriale Bioenergetik in peripheren mononuklearen Zellen (PBMC).

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Lebensstil und neurokognitive Gesundheit

Die AG untersucht die Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren wie kognitiven, körperlichen und entspannenden Aktivitäten, aber auch Stressoren und der neurokognitiven Gesundheit mittels neuropsychologischen Untersuchungen, Magnetresonanztomographie, Elektroenzephalogramm und Blutanalysen. Die Untersuchung der biologischen Mechanismen neurokognitiver Störungen, wie der leichten kognitiven Beeinträchtigung oder der Alzheimer Demenz, trägt zur Entwicklung einer verbesserten Frühdiagnostik der Erkrankungen bei sowie zu einem besseren Verständnis des Einflusses einer aktiven und gesunden Lebensweise für eine gesunde Entwicklung und Erhaltung des Gehirns auch im Alter. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Bewusstseinsstörungen nach physischem Trauma

Nach einem Sturz auf den Kopf oder eine längere Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff kann es zu schweren Bewusstseinsstörungen kommen. Reaktionslose Wachheit bezeichnet einen Zustand, in dem Patienten zwar die Augen geöffnet haben, aber auf Aufforderung keine erkennbare Reaktion zeigen können. Den Bewusstheitszustand eines Patienten korrekt beurteilen zu können, stellt eine bedeutende Herausforderung der klinischen Diagnostik dar. Ziel unserer Forschung ist es, mithilfe bildgebender Methoden wie EEG oder nicht-invasiver Stimulation (transkranielle Magnetstimulation; TMS) Spuren von Bewusstsein bei Patienten nachweisbar zu machen, die laut der klinischen Bewertungen nur reaktionslose Wachheit zeigen und somit mittelfristig das Risiko von Fehldiagnosen zu senken. Die repetitive TMS (rTMS) wird auch dazu verwendet, Bewusstseinsnetzwerke im erkrankten Gehirn soweit zu stimulieren, dass sie wieder mehr Aktivität verzeichnen und somit das Bewusstsein auch klinisch sichtbar machen.

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https://www.therapiezentrum-burgau.de/unsere-fachbereiche-disziplinen/forschung-im-tzb/