Die Prävention von Extremismus in Unterkünften für geflüchtete Menschen ist eine komplexe, gesellschaftlich wie sicherheitspolitisch sensible Herausforderung. Geflüchtete Menschen befinden sich infolge der Flucht und Migration häufig in Phasen tiefgreifender Lebensumbrüche, in denen Unsicherheit, fehlende Orientierung und Lebensperspektive sowie psychische Belastungen aufeinandertreffen. Sie gelten aufgrund ihrer oft unsicheren Perspektive im Aufnahmeland, traumatischer Erlebnisse, ihrer politischen, rechtlichen und sozioökonomischen Lage als besonders anfällig für extremistische Narrative. Fachkräfte in Unterkünften für geflüchtete Menschen stehen daher nicht nur vor der Herausforderung, diesen Menschen bei der Neuorientierung, Integration und im Umgang mit psychischen Belastungen zu unterstützen, sondern Radikalisierungsprozesse bei diesen Menschen frühzeitig zu erkennen. 

Um diesen Herausforderungen bestmöglich zu begegnen, wurde das interdisziplinäre Projekt CLIX initiiert. Gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg im Rahmen des Sicherheitspakets, bündelt das Projekt die Expertise der Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V., der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Ulm (UKU) sowie des Instituts für Business Analytics (IBA). Um Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, etabliert CLIX ein innovatives Präventionsnetzwerk. Durch die Kombination aus mobilen Beratungsteams, Schulungen und einer KI-basierten Anwendung erhalten Mitarbeitende in Unterkünften für geflüchtete Menschen Unterstützung, um sowohl psychische Krisen als auch Radikalisierungsprozesse frühzeitig zu erkennen, einzuordnen und entsprechende präventive Maßnahmen einzuleiten. Die interdisziplinäre Expertise schafft ein fachlich fundiertes, zukunftsorientiertes Modell, das über die Projektlaufzeit hinaus Standards in der Radikalisierungsprävention setzt.

Im Mittelpunkt von CLIX steht die Unterstützung von Fachkräften in Unterkünften für geflüchtete Menschen durch eine am IBA entwickelte, datenschutzkonforme und KI-gestützte Anwendung: Ein interaktiver Chatbot dient Fachkräften als Reflexions- und Orientierungshilfe. Er bietet eine klare Unterstützung bei der Erkennung und Einordnung von Situationen, vermittelt fachliche Orientierung und hilft dabei, passende Anlaufstellen im Gesundheits- und Präventionssystem zu identifizieren. So wird fachliche Expertise aus Klinik, Beratung und Datenanalyse direkt in der Praxis nutzbar gemacht.

 

Fördergeber: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg

Kooperationspartner: 

  • Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX)
  • Universitätsklinikum Ulm (UKU)

Projektzeitraum: 2025 – 2026