Forschung im Department für Geisteswissenschaften
Wir forschen an den Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft, zu wissenschaftstheoretischen Fragestellungen – insbesondere in den Bereichen Philosophie der Biologie und Philosophie der Psychologie – sowie zur Vermittlung von Wissen. Darüber hinaus bearbeiten wir Themen aus der Philosophie, den Sprach- und Literaturwissenschaften, der Geragogik und dem Forschenden Lernen.
Wissenschaftstheorie
Die Wissenschaftstheorie ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit den Voraussetzungen, Methoden und Zielen von Wissenschaft und ihren verschiedenen Formen des Erkenntnisgewinns beschäftigt. Zentrale Forschungsschwerpunkte des Humboldt-Zentrums sind der Zusammenhang von Wissenschaft und Werten und Wissenschaft und Ideologie. Im Fokus steht dabei die Reflexion evolutionärer Erklärungen menschlicher Merkmale.
Digitale Ethik
Digitale Technologien verändern nicht nur konkrete Handlungs- und Entscheidungskontexte, sondern die grundlegenden Bedingungen sozialer Teilhabe und institutioneller Ordnung. Die Digitale Ethik untersucht diese Transformationen im Hinblick auf Verantwortung, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Wertorientierungen. Im Zentrum stehen die Erklärbarkeit von KI-Systemen, algorithmische Fairness sowie die wertorientierte Gestaltung digitaler Infrastrukturen.
Philosophie der Psychologie
Die Philosophie der Psychologie ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit grundlegenden Fragen danach beschäftigt, was Geist und Kognition sind, wie sie sich wissenschaftlich erklären lassen, was Wahrnehmung und Emotionen sind oder was es bedeutet von “psychischen Krankheiten” zu sprechen. Am Humboldt-Zentrum gibt es Schwerpunkte in den Bereichen Situated Cognition und Emotionstheorie.
Interdisziplinäre Sprach- und Literaturstudien
Die Forschung am Zentrum für Sprach- und Zusatzkompetenzen widmet sich Themen an der Schnittstelle von Sprache, Kommunikation, Bildung und gesellschaftlichem Wandel. In verschiedenen Projekten werden Entwicklungen und Herausforderungen der modernen Arbeits- und Lebenswelt aus interdisziplinärer Perspektive untersucht.
Praxis- und partizipationsorientierte Bildungsforschung
Das ZAWiW entwickelt innovative Bildungsangebote und begleitet diese im Sinne einer praxis- und partizipationsorientierten Bildungsforschung.
Auswahl aktueller Veröffentlichungen
Ethik der Digitalisierung
Hauke Behrendt
Künstliche Intelligenz, Big Data und die zunehmende Vernetzung stellen uns vor zahlreiche Herausforderungen. Hauke Behrendt wirft einen moralphilosophischen Blick auf den digitalen Wandel und diskutiert unter anderem die Risiken algorithmengestützter Prognose- und Entscheidungssysteme in Bezug auf Diskriminierung, Privatsphäre und Autonomie.
Unfallalgorithmen
Vanessa Schäffner
Autonome Fahrsysteme zählen zu den bedeutendsten disruptiven Technologien der Gegenwart. Diese Forschungsarbeit widmet sich dem ethischen Diskurs spezifischer unvermeidbarer Unfallszenarien, welche die ethische Gestaltung von Unfallalgorithmen fokussieren. Ausgehend von einer Kritik bestehender Ansätze wird ein alternativer Zugang entwickelt …
Science, Values and Ideology
Rebekka Hufendiek und Daniel James
In this article, we explore how scientific inquiry can function ideologically. We distinguish between descriptive and pejorative accounts of ideology and between doxastic and non-doxastic views, arguing that familiar appeals to bias or error fail to capture certain durable forms of distortion in science. We show how scientific authority, public uptake and epistemic risk render …
Digitale Bildung in Einrichtungen der Altenhilfe
Marquard, M., Bröder, S., Damer, N. et al.
Digitale Bildung von Menschen im hohen Alter, die in institutionalisierten Wohnformen der Altenhilfe leben, stellt ein Forschungsdesiderat dar. Es fehlen Bildungs- und Begleitkonzepte, die Digitalität und Teilhabe ermöglichen und fördern. Dabei ist zu beachten, dass diese Personengruppe hinsichtlich Vulnerabilität und Digitalität sehr heterogen ist.
Förderung von digitaler Bildung
Michael Doh, Mario Jokisch und Markus Marquard
Bildungsangebote und Interventionen zur Förderung digitaler Bildung im Alter dürfen sich nicht darauf beschränken, digitale Kompetenzen im Umgang mit technischen Innovationen zu vermitteln. Vielmehr gilt es in einer zunehmend mediatisierten Welt, in der das Leitbild eines starken Subjekts ins Wanken gerät, ältere Menschen zu einer relationalen digitalen Souveränität zu befähigen.
Grenze(n) als Raum und Erfahrung
Christian Timm / Francisco Uzcanga (Hrsg.)
Zum 33-jährigen Bestehen des Zentrums für Sprachen und Philologie an der Universität Ulm
Band 28 der Schriftenreihe des Zentrums für Sprachen und Philologie der Universität Ulm
Herausgegeben von Günther Klotz und Christian Timm