Philosophie des Geistes und der Kognition

Die Philosophie des Geistes und der Kognition ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit grundlegenden Fragen danach beschäftigt, was Geist und Kognition sind, wie sie sich wissenschaftlich erklären lassen, was Wahrnehmung und Emotionen sind oder was es bedeutet von “psychischen Krankheiten” zu sprechen und wie sie sich kategorisieren lassen.

Forschungsschwerpunkte


Am Humboldt-Zentrum liegt ein Forschungsschwerpunkt auf Emotionstheorien: Was sind Emotionen? Wie stellt sich das Leib-Seele-Problem im Hinblick auf Emotionen dar? Welche Art von repräsentationalem Gehalt haben Emotionen, und in welcher Weise sind sie verkörpert und sozial situiert? Besonders interessant sind darüber hinaus wissenschaftstheoretische Fragen zur Erforschung von Emotionen sowie Fragen an der Schnittstelle zur Sozialtheorie, die z.B. den Zusammenhang von Emotionen und sozialen Praktiken sowie Emotionen und Ideologie berühren.


Ein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der verkörperten und situierten Kognition (embodied and situated cognition), einer Forschungstradition, die für die Philosophie, Psychologie, aber auch für die Robotik gleichermaßen relevant ist. Im Zentrum stehen dabei insbesondere Fragen nach der Form mentaler Repräsentationen, dem Leib-Seele-Verhältnis sowie der Verkörperung und Situiertheit von Emotionen. Besonders interessant sind darüber hinaus wissenschaftstheoretische Fragen zur Erforschung von Verkörperung und Situiertheit sowie Fragen an der Schnittstelle zur Sozialtheorie, die z.B. den Zusammenhang von Verkörperung, Situiertheit und sozialen Praktiken und Ideologie berühren.

Aktuelle Projekte & Kooperationen

Die Forschung im Bereich der Philosophie des Geistes und der Kognition ist eng an wissenschaftstheoretische- und sozialtheoretische Fragen angebunden. Es besteht eine aktuelle Kooperation mit dem DFG-Netzwerk Critical Emotion Theory.

Aktuelle Projekte befassen sich mit

  • Verkörperter und Situierter Kognition im Kontext von Ideologietheorie
     
  • Emotionen im Kontext hierarchisch und egalitär organisierter Gemeinschaften

Promovieren in der Digitalen Ethik

Promotionsprojekte im Bereich Philosophie des Geistes und der Kognition sind in Ulm typischerweise an die Forschungsthemen Emotionstheorie oder Verkörperte und Situierte Kognition angebunden. Schnittstellen zur Wissenschaftstheorie und Politischen Epistemologie sowie zur Sozialphilosophie sind besonders interessant. Darüber hinaus ist es möglich, Forschungsvorhaben an die anderen Fächer (v.a. Psychologie und die Informatik) anzubinden. Eine Promotion zum Dr. phil. erfolgt im Rahmen der Promotionsordnung der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie.

Auswahl aktueller Veröffentlichungen

Emotions, Habits, and Skills
Rebekka Hufendiek

Emotionen werden in diesem Kapitel als verkörperte und handlungsorientierte Reaktionen verstanden, die auf Handlungsmöglichkeiten (Affordances) in der sozialen Umwelt bezogen sind. Es wird ein Begriff der emotionalen Gewohnheiten (habits) entwickelt und argumentiert, dass ein solcher Ansatz besser als psychologische konstruktivistische Theorien erklären kann, wie körperliche Reaktionen, soziale Praktiken und soziale Strukturen bei der Herausbildung von Emotionen zusammenwirken.

Embodied Emotions An Naturalist Approach to a Normative Phenomenon
Rebekka Hufendiek

In diesem Buch untersucht Rebekka Hufendiek Emotionen als verkörperte, handlungsorientierte Repräsentationen und entwickelt eine nichtkognitivistische Emotionstheorie, die auch deren normative Dimensionen berücksichtigt. Embodied Emotions richtet den Blick nicht nur auf die körperlichen Reaktionen, die mit Emotionen verbunden sind, sondern auch auf die Umwelt, in die Emotionen eingebettet sind, sowie auf den sozialen Charakter dieser …

Philosophie der Verkörperung
Hg.: Joerg Fingerhut, Rebekka Hufendiek, Markus Wild

Beim Stichwort »Kognition« denken die meisten an das Gehirn, Computermodelle oder Informationsverarbeitung. In der realen Welt treffen wir aber immer nur auf Wesen mit Körpern, die in eine Umwelt eingebunden und in ihr aktiv sind. Kognition findet nicht im Kopf statt, sondern in der Welt. So lautet der Grundgedanke der Philosophie der Verkörperung. Die Hinwendung zu Körper und Umwelt stellt eine der vielleicht weitreichendsten Neuorientierungen der …