Das Seminar bietet eine Einführung in theoretische Grundlagen zu demokratischer Debattenkultur, zu Mechanismen von Desinformation und zu rechtlichen Rahmenbedingungen (Mäßigungsgebot und Beutelsbacher Konsens). Darauf aufbauend werden Grundtechniken der Argumentation und das Bewerten von Argumenten sowie Moderationstechniken vermittelt und schließlich in Gruppendiskussionen erprobt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie man Debatten im Klassenzimmer produktiv gestaltet – auch dann, wenn die Stimmung polarisiert ist oder Schweigen den Austausch erschwert.

Im Abschlussprojekt entwickeln die Teilnehmenden eine eigene Unterrichtseinheit zu einem kontroversen Thema aus ihrem Fachgebiet und führen diese im Seminar als Debatte durch. Bewertet wird das schriftliche Konzept zu dieser Debatte.

Do 10:00 - 12:00 Uhr in Präsenz R 12/ Pavillon 1 
Prof. Dr. Rebekka Hufendiek  Info Anmeldung  *NF

Was ist Macht, wer verfügt über welche Art von Macht und welchen Einfluss hat das auf unser Zusammenleben? In diesem Seminar machen wir uns in einem ersten Schritt mit Klassikern der Machttheorie vertraut, unter anderem mit Machiavelli und Hobbes. Im zweiten Schritt wenden wir das erworbene begriffliche Instrumentarium auf aktuelle Debatten an – von #MeToo und Fragen geschlechtsspezifischer Macht bis hin zur Macht Digitaler Plattformen. Im dritten Schritt verlassen wir den Seminarraum: Wir besuchen die Ulmer Denkanstöße im Stadthaus, die 2027 dem Thema „Macht und Ohnmacht“ gewidmet sind, und bringen uns dort in die Diskussionen mit den geladenen Gästen ein.

Di 16:00 - 18:00 Uhr in Präsenz R 12 / Pavillon 1 

Achtung: Das Seminar beginnt erst ab 10.11.26, dafür Besuch der Vorträge der Ulmer Denkanstöße am 11., 12. und 13.03.27
Prof. Dr. Rebekka Hufendiek  Info Anmeldung  *BM

In Zeiten multipler Krisen und beängstigender Zukunftsszenarien scheint es an Hoffnung zu mangeln. Zugleich lässt sich kaum ein menschliches Leben ohne Hoffnung denken. Gerade trotz des Widrigen, sich an ihm reibend hoffen Menschen. Aber was dürfen wir hoffen? Wie gelingt uns eine kluge Hoffnung – zwischen Optimismus und Pessimismus? Wodurch wird Hoffnung zum Wegweiser der Freiheit und zu einem Horizont des Sinnhaften? Inwiefern öffnet die Hoffnung den Mut zum Neuen, Anderen, Unverfügbaren, Noch-nicht-Bewussten? Wer ist der Mensch, der hofft und dabei „ins Gelingen verliebt“ ist (E. Bloch)? Und wie verändert sich eine Welt, in der Menschen gemeinsame Perspektiven der Hoffnung entdecken und entwickeln?

Die Fragen nach der Hoffnung wurden in den vergangenen Jahren auch wieder philosophisch aufgegriffen. Entlang neuerer Entwürfe, aber auch im Blick auf Wegmarken in der Philosophiegeschichte nähern wir uns wesentlichen Facetten der Hoffnung. Dabei interessieren wir uns für den „Möglichkeitssinn“ (Robert Musil), der sich in der Hoffnung zeigt und der sich als antizipierende Erkenntnisform, als Handeln zwischen Empfänglichkeit und Entschlossenheit und als Lebensform der Zukunftsoffenheit entfaltet. 

In Lektüren, Referaten und Diskussionen wollen wir uns wesentliche philosophische Einsichten über den „Geist der Hoffnung“ (Byung-Chul Han) aneignen und das eigene Philosophieren über Hoffnung einüben.

 

Mo 16:00 - 17:30 Uhr in Präsenz N24/227 
Dr. Johannes Schick  Info Anmeldung  *NF

 

ausführlicher Kommentar im LSF

29.01./30.01.2027, 09:00-17:00 Uhr R12 /Pavillon 1 
Dr. Katja Springer 
Info Anmeldung  *NF

 

Was heißt moralisches Handeln? An welchen Maßstäben, Regeln und Prinzipien orientiert sich dieses? Auf welche Weise hängen damit Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Glück zusammen?

Auf diese Fragen wurden in der Geschichte der Ethik durchaus unterschiedliche Antworten gegeben. Dabei kristallisierten sich verschiedene Grundkonzeptionen heraus, die ebenso den jeweiligen kulturellen Hintergrund der entsprechenden Epoche widerspiegeln. In diesem Seminar werden Sie in die entscheidenden Grundpositionen der Ethik eingeführt. Diese erstrecken sich von der Antike mit Aristoteles und Platon, dem Mittelalter mit Thomas von Aquin, der Aufklärung mit Kant bis hin zum 19. und 20. Jahrhundert mit Bentham, Mill, Rawls und Habermas.

Ziel dieses Seminars ist es, einen Überblick über die bedeutenden ethischen Strömungen in ihren jeweiligen historischen Kontext zu erhalten. Dadurch werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, die geschichtliche Entwicklung der Ethik nachzuvollziehen, die einzelnen ethischen Konzeptionen systematisch einzuordnen und dabei gleichzeitig den eigenen Standpunkt dementsprechend zu positionieren und einzubetten. Ebenso soll ein systematisches Grundgerüst ethischen Vokabulars (Normen, Werte, Prinzipien etc.) aufgebaut werden, mit dessen Hilfe ethische Fragestellungen erkannt und eingeordnet werden, um diese zusammen mit den anderen Teilnehmenden auf einer argumentativen Ebene zu erörtern und zu diskutieren.

 

Mi 12:00-14:00 Uhr, N24/251 
Dr. Katja Springer  
Info Anmeldung  *NF

Digital Ethics für MA Data Science und MA KI

Die Veranstaltung kombiniert eine Einführung in grundlegende ethische Begriffe und Methoden mit der Diskussion ausgewählter Problemfelder der Digitalisierung. Behandelt werden insbesondere:
- Einführung in ethische Theorien und Argumentationsformen
- Privatheit, Überwachung und Datenökonomie
- Algorithmische Entscheidungsfindung und Fairness
- Verantwortung und Zurechnung bei KI-Systemen
- Autonomie und Manipulation
- Digitale Teilhabe und soziale Gerechtigkeit
Die Inhalte werden anhand konkreter Fallstudien aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern der KI diskutiert.

Di 16:00-18:00 Uhr, in Präsenz H10
Dr. Hauke Behrendt

Beim Modul Informatik und Gesellschaft handelt es sich um ein  interdisziplinäres Veranstaltungsformat, in dem grundlegende Argumentationskompetenzen, Sensibilität für gesellschaftlich relevante Themen in der Informatik (z.B. bei der Nutzung von KI oder im Datenschutz) und in diesem Bereich relevante ethische Begriffe und Fähigkeiten (Autonomie, Sicherheit, Verantwortung usw., Abwägen von Werten, Begründung von ethischen Annahmen etc.) erlernt und aktiv eingeübt werden.

 

Mi 16:00 - 18:00 Uhr in Präsenz + Tutorien nach Bedarf
Prof. Dr. Rebekka Hufendiek + Dr. Hauke Behrendt  Info Anmeldung  *In

Algorithmische Diskriminierung

Algorithmen entscheiden zunehmend über Kreditvergaben, Bewerbungsverfahren, medizinische Diagnosen oder polizeiliche Risikoprognosen. Dabei stellt sich die Frage, ob und inwiefern solche Systeme Menschen diskriminieren können. Das Blockseminar führt in die philosophischen Debatten um algorithmische Diskriminierung ein. Behandelt werden unterschiedliche Diskriminierungsbegriffe, Ursachen algorithmischer Benachteiligung sowie verschiedene Ansätze zu ihrer ethischen Bewertung. Ziel ist es, auf der Grundlage aktueller Forschungsliteratur philosophische Maßstäbe für einen gerechten Einsatz algorithmischer Entscheidungssysteme zu diskutieren.

26./27./28.02.27, Fr 13:00-17:00 Uhr, Sa 09:00-17:00 Uhr, So 09:00-17:00 Uhr, H10 
Vorbesprechung: 19.10.26, zoom 
Dr. Hauke Behrendt 

Einführung in die Tierethik

Dürfen wir Tiere für unseren Konsum züchten, halten und töten? Ist die Zoohaltung, sei es zur Veranschaulichung oder zum Schutz von bedrohten Arten noch zeitgemäß? Sind Tierversuche für unsere medikamentöse und kosmetische Versorgung unabdingbar? Rechtfertigt der sogenannte Naturschutz die Jagd auf Wildtiere?

Solche und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt der anwendungsbezogenen Fragestellungen der Tierethik und sollen z.T. auch in diesem Seminar thematisiert und diskutiert werden.

Grundlegend für diese anwendungsbezogenen Fragen ist die Frage nach der moralischen Berücksichtigung von Tieren. In der Geschichte der Philosophie sind auf diese Frage unterschiedliche Antworten gegeben worden, die aber selten zugunsten der Tiere ausfielen. Im 20. Jahrhundert, hat sich im Zuge von Tierschutzbewegungen, dem Einfluss des Utilitarismus in der Tradition Benthams und der Evolutionstheorie Darwins, die die Empfindungsfähigkeit und Artverwandtschaft des Menschen mit Tieren betonen, die Tierethik als eigenständiger Bereich der Angewandten Ethik etablieren können.

Dieses Seminar findet als Blockseminar an zwei Tagen statt. Am Freitag möchten wir uns moraltheoretische Grundlagen (verschiedene Ethikrichtungen) erarbeiten und ihren Bezug in den unterschiedlichen Positionen der Tierethikdebatte nachzeichnen. Am Samstag werden wir uns vermehrt in den Diskurs begeben und anhand von drei klassischen Anwendungsfragen – Sind Tierversuche moralisch legitim?, Dürfen wir noch Fleisch essen?, Sollen Zoos abgeschafft werden? – verschiedene Positionen gemeinsam erörtern.

Grundlage der gemeinsamen Seminararbeit sind ausgewählte Texte der Tierethik, die Ihnen vorab auf Moodle zur Verfügung gestellt werden und von Ihnen nach Ihrer Präferenz in Gruppen erarbeitet und im Seminar vorgestellt werden.

18./19.12.2026, 09:00-17:00 Uhr 
Raum 12/ Pavillon 1 
Dr. Katja Springer

Di 14:00-15:30 Uhr, H9 
Dr. Katja Springer

Nicht ohne Grund nehmen Überlegungen zur Gerechtigkeit von Anbeginn der abendländischen Philosophie bis in die Gegenwart einen großen Raum in den philosophischen Auseinandersetzungen ein, erweist sich doch der Begriff »Gerechtigkeit« als ein Schlüsselbegriff für das gesellschaftliche und politische Selbstverständnis einer Gemeinschaft. Vor dem Hintergrund von zwei wichtigen Publikationen der Gegenwart – John Rawls »A Theory of Justice« und Michael Walzers »Spheres of Justice« – sollen nicht nur aus verschiedenen Perspektiven (Liberalismus und Kommunitarismus) einflussreiche Gerechtigkeitskonzepte untersucht, sondern auch die ethischen und philosophisch-politischen Hintergründe und Zugangsweisen diskutiert werden.

Von den Teilnehmern werden keine philosophischen Vorkenntnisse, jedoch wird eine aktive Mitarbeit in Form der Übernahme eines Referates erwartet.

Eine ausführliche Literaturübersicht wird im Rahmen des Vorbesprechungstermins vorgestellt.

05.02/06.02.27 jew. 08:30-18:30 Uhr H9 Vorbesprechung wird noch bekannt gegeben.
PD Dr. Jörg Wernecke

Arthur Schnitzlers Erzählungen zählen zu den bedeutendsten literarischen Auseinandersetzungen mit den psychischen und gesellschaftlichen Umbrüchen der Wiener Moderne. In enger zeitlicher Nachbarschaft zur Entstehung der Psychoanalyse entwerfen sie komplexe Bilder von Begehren, Angst, Verdrängung, Erinnerung und Identität. Dabei greifen sie nicht lediglich psychoanalytische Fragestellungen auf, sondern entwickeln eigenständige literarische Verfahren zur Darstellung innerer Wirklichkeit.

Das Seminar untersucht ausgewählte Erzählungen Schnitzlers – unter anderem "Leutnant Gustl", "Fräulein Else" und "Traumnovelle" – im Dialog mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem Unbewussten, Traum und Fantasie, Sexualität, Schuld sowie der Konstruktion des Ichs. Zugleich werden erzähltechnische Verfahren wie innerer Monolog, erlebte Rede und Perspektivierung daraufhin befragt, wie sie psychische Prozesse literarisch gestalten.

Ziel des Seminars ist es, die Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Psychoanalyse im kulturellen Kontext der Wiener Moderne zu erschließen und die Möglichkeiten wie auch die Grenzen psychoanalytischer Interpretationsansätze für die literaturwissenschaftliche Textanalyse kritisch zu reflektieren.

Eine Auswahl der Texte für Impulsreferate im Seminar wird online zum Download bereitgestellt.

Mo 12:15 - 13:45 Uhr N24/ 135 in Präsenz
Roman Yaremko, M.A., PhD (VAK Kyiv)  Info Anmeldung  *NF

Digitale Steuerung, wachsende Bürokratie und der Einsatz künstlicher Intelligenz verändern die Art, wie wir Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Immer häufiger erleben Menschen, dass sie zwar zwischen vielen Möglichkeiten wählen können, ihr tatsächlicher Handlungsspielraum jedoch kleiner wird.

Ausgehend von den Gedanken Hartmut Rosas, insbesondere seines aktuellen Buches "Situation und Konstellation", geht das Seminar der Frage nach, was es heute bedeutet, wirklich zu handeln. Im Mittelpunkt stehen die Begriffe Resonanz, Urteilskraft, Freiheit und Verantwortung. Gemeinsam reflektieren wir gesellschaftliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Beruf, Alltag und persönliches Leben.

Das Seminar verbindet philosophische Impulse mit praktischer Reflexion. Es lädt dazu ein, eigene Spielräume neu wahrzunehmen, Orientierung zu gewinnen und Möglichkeiten eines lebendigen und verantwortlichen Handelns zu entdecken.

Eine Auswahl der Texte für Impulsreferate im Seminar wird online zum Download bereitgestellt.

Do 12:15 - 13:45 Uhr O29/1001 in Präsenz
Roman Yaremko, M.A., PhD (VAK Kyiv)  Info Anmeldung  *NF

Ansprechpartnerin

Sekretariat HZ

alt Bildbeschreibung
Bettina Meyer-Quintus

Sekretariat HZ

Raum 37 Department-Pavillon

bettina.meyer-quintus(a)uni-ulm.de

Telefon: +49 (0)731/50-23461

Weitere Informationen

Legende Abkürzungen

*BM - Nur für Studierende im Studiengang Biologie Master

*DA - Für alle nicht-muttersprachlichen Universitätsangehörigen. Kursabschluss: Sprachzertifikat oder ASQ (Ausnahme: kein ASQ für Studierende der Wirtschaftswissenschaften)

*DC - Vorrangig für Studierende Communication and Information Technology

*DE - Vorrangig für Studierende englischsprachiger Studiengänge

*DM - Nur für nur für Mathematik-Studierende des Double Degree Programms mit Charkiv

*DW - Für alle nicht-muttersprachlichen Universitätsangehörigen, auch als Wahlfach Medizin. Kursabschluss: Sprachzertifikat oder ASQ

*HL - Nur für Lehramtsstudierende als MPK, kein ASQ

*In - Nur für Studierende der Informatik, kein ASQ

*Me - Vorrangig für Studierende der Medizin

*MP - Vorrangig für Studierende der Medizin und Psychologie

*NF - Kann als ASQ-Veranstaltung mit 3 ECTS besucht werden oder als Nebenfach mit je nach Studien­ordnung 3, 4 oder 6 ECTS (mit Hausarbeit)

*Wi - Studierende der Wirtschaftswissenschaften können sich über die Studienkommission schon vorab einschreiben lassen, in der Online-Einschreibung stehen die Kurse allen offen.

Kurse ohne Fußnote / Einschränkung stehen allen Studierenden als ASQ oder Wahlfach offen.