Was Lehrende bewegt - Nachlese Tag der Lehre 2025

Universität Ulm

Neu auf dem Tag der Lehre 2025 gab es die Snackbar - Antworten auf Fragen zur Lehre an der UUlm konnten gegen Süßigkeiten eingetauscht werden. Hier kommt eine Übersicht über die Antworten.

Liebe Lehrende, liebe Kolleginnen und Kollegen,

beim 9. Tag der Lehre am 26. November 2025 an der Universität Ulm haben wir unter dem Motto "umdenken – umsetzen – lehren – mitgestalten" viel darüber diskutiert, wie gute Lehre heute und in Zukunft aussieht.

Wir haben Sie eingeladen, persönliche Tipps, Lehr-Hacks und Visionen für die Lehre der Zukunft auf Karten festzuhalten. Die Antworten ergeben keine repräsentative Auswertung, wohl aber ein aufschlussreiches Stimmungsbild: Sie zeigen, was Lehrende derzeit beschäftigt, welche Ideen in der Praxis tragen und an welchen Stellen sich bereits Konturen einer zukünftigen Lehr- und Lernkultur abzeichnen.

In der Zusammenschau der Karten werden fünf wiederkehrende Muster sichtbar.

  1. Der Lernraum der Zukunft soll Teilhabe ermöglichen
    Wenn Lehrende an den Hörsaal der Zukunft denken, dann denken sie nicht nur an Technik. Vor allem wird der Wunsch nach barrierefreien, gut gestalteten Räumen sichtbar, die Lernen für unterschiedliche Studierende gleichermaßen zugänglich machen. Zugleich erscheint der Lernraum als didaktisch wirksame Umgebung: digital unterstützt, bewusst gestaltet und in seiner Atmosphäre mitprägend für das Lerngeschehen.
  2. Beteiligung braucht mehr als gute Absichten
    Viele Beiträge drehen sich um die Frage, wie aktive Beteiligung gelingen kann. Genannt werden direkte Ansprache, Gamification, Simulationen, Networking-Formate, mehrsprachige Angebote und kleine Anreize. Gerade in dieser Bandbreite wird deutlich: Gerade diese Vielfalt ist aufschlussreich: Aktivierung wird nicht als Effekt eines einzelnen Tools verstanden, sondern als Ergebnis einer Lehrgestaltung, in der Methoden, soziale Einbindung und funktionierende Rahmenbedingungen zusammenspielen.
  3. Nachhaltiges Lernen lebt von Bildern und Verknüpfungen
    Besonders spannend sind Ihre Ideen zum nachhaltigen Verankern von Inhalten. Humor, Comics, Memes und bildhafte Vorstellungen werden als wichtige Elemente beschrieben, die Aufmerksamkeit erzeugen und das Erinnern erleichtern. Dabei ist nicht nur das kreative Bild entscheidend, sondern auch die Verbindung mit bereits Bekanntem sowie das wiederholte Überprüfen und Schließen von Wissenslücken.
  4. Gute Lehre ist auch eine Frage der Haltung
    Mehrere Karten richten den Blick nicht auf Methoden, sondern auf die Person der Lehrenden. Storytelling, Überzeugungskraft, Gelassenheit und die Fähigkeit, mit Studierenden in echte Resonanz zu kommen, erscheinen hier als wichtige Elemente guter Lehre. Besonders bemerkenswert ist, wie häufig Rückmeldungen und Wertschätzung durch Studierende als motivierende Erfahrungen genannt werden.
  5. Die Zukunft der Lehre ist hybrid, aber nicht beziehungslos
    In den Zukunftsbildern zeigt sich die Lehre als projektorientierter, teamorientierter, internationaler und mehrsprachiger. Zugleich wird deutlich: Auch wenn digitale und hybride Formate weiter an Bedeutung gewinnen, bleibt Präsenz für viele ein zentraler Bestandteil gelingender Lehre. Lehre wird in den Karten nicht als reine Informationsvermittlung verstanden, sondern als gemeinsame Erfahrung.

Diese Perspektiven berühren zentrale Fragen, mit denen sich auch das Zentrum für Lehrentwicklung befasst. Wir bündeln fachübergreifende Programme und Aktivitäten zur Lehre und unterstützten Lehrende mit Workshops, Beratungen sowie Angeboten zu didaktischen und digitalen Themen.

Vor diesem Hintergrund lassen sich die Karten nicht als bloße Sammlung einzelner Eindrücke lesen, sondern als Hinweis auf einen zentralen Zusammenhang: Gute Lehre entsteht im Zusammenspiel von Raum, Technik, Interaktion, Aktivierung und Lernkultur. Ihre Qualität entscheidet sich weder an einem einzelnen Format noch an der Einführung neuer Werkzeuge. Zukunftsfähige Lehre entwickelt sich dort, wo didaktische Ziele, institutionelle Rahmenbedingungen, technische Möglichkeiten und soziale Prozesse aufeinander abgestimmt sind. 

Auf dem Tag der Lehre haben Sie eindrücklich gezeigt, wie viel Erfahrung, Reflexion und Gestaltungswille in der Lehre bereits vorhanden ist. Darin liegt nicht nur ein aufschlussreiches Stimmungsbild, sondern auch ein Auftrag: die Lehre der Zukunft gemeinsam so zu gestalten, dass sie offen, wirksam und anschlussfähig bleibt. Das Zentrum für Lehrentwicklung möchte diesen Prozess weiterhin begleiten, unterstützen und gemeinsam mit Ihnen weiterentwickeln.