EA-MINT BW - Eignung und Auswahl für MINT-Studiengänge in Baden-Württemberg

Das Projekt EA-MINT BW (Eignung und Auswahl für MINT-Studiengänge in Baden-Württemberg) ist ein aus der Förderlinie 4 des Fonds Erfolgreich Studieren in Baden-Württemberg (FESt-BW) des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg finanziertes Kooperationsprojekt der Universitäten Stuttgart und Ulm sowie des Karlsruher Instituts für Technologie. Das Projekt konzentriert sich auf Studienwahl-Orientierungsverfahren für zulassungsfreie Bachelor-Studiengänge in den MINT-Fächern und ebnet den Weg für geeignete Auswahlverfahren und Aufnahmeprüfungen. Bewerberinnen und Bewerber sollen sich ausführlicher informieren und mit ihren Voraussetzungen konfrontieren.

Im Rahmen des Projekts wurden drei Arbeitspakte definiert, die federführend jeweils von einer Universität betreut werden:

Verantwortlich für die Gesamtprojektleitung sowie die Gesamtbudgetverantwortung ist die Universität Stuttgart.

Details zu den Arbeitspaketen

  • Arbeitspaket A: Fachbezogene Kenntnistests (Universität Stuttgart)

    Anhand von Kenntnistests soll einschlägiges Wissen als Studienvoraussetzung überprüft werden. Mit dem Einsatz von Kenntnistests verbunden ist die Formulierung von Mindeststandards an Wissen, die ein Studiengang vorsieht. Dass Kenntnisse durch eine Vorbereitung, z.B. durch online-Angebote ergänzt und vertieft werden können, ist ein durchaus erwünschter Effekt. Der Schwerpunkt der Weiterentwicklung der Testinhalte liegt bei den (Schul-)Fächern Mathematik sowie ergänzend Informatik, Physik und Chemie.

    Lokale Koordination und Ansprechperson: Jan Köllner

  • Arbeitspaket B: Studierfähigkeitstests (Universität Ulm)

    Unter Studierfähigkeitstests werden Testverfahren zur Messung derjenigen Kompetenzen bezeichnet, die für ein erfolgreiches Studium bedeutsam sind. Zu den bekanntesten allgemeinen Studierfähigkeitstests gehören der SAT und der ACT aus den USA. In diesem Teilprojekt soll die Ermittlung von studiengangrelevanten Kompetenzen und die Auswahl und Gestaltung von Studierfähigkeitstests im Fokus stehen. An der Uni Ulm übernimmt dies das Institut für Psychologie und Pädagogik, genauer die Abteilung Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Wilhelm.

  • Arbeitspaket C: Auswahlgespräche (KIT)

    Am KIT bestehen bereits seit mehreren Jahren im Rahmen des Eignungsfeststellungsverfahrens (EFV) des Bachelorstudiengangs Chemie Erfahrungen mit Auswahlgesprächen. Die Auswahlgespräche erfahren hier durchgängig hohe Akzeptanz sowohl von Seiten der Studienbewerberinnen und -bewerber als auch von Seiten der Lehrenden. Übereinstimmend wird die positive Resonanz auf den persönlichen Kontakt und die Wertschätzung hervorgehoben. Zur breiteren Etablierung von qualitätsgesicherten Auswahlgesprächen im Rahmen des EFV oder Orientierungsgesprächen im Rahmen des erweiterten Studienorientierungsverfahrens (SOV) sollen im Rahmen des Projekts Richtlinien und Schulungsmaterialien entwickelt werden. Es ist geplant, die Erkenntnisse und Begleituntersuchungen zur Reliabilität des Instruments aus den Erfahrungen anderer Hochschulen zu übertragen.

    Lokale Koordination und Ansprechpersonen: Michael Kurth, Dr. Diana Pachur 

Leitziele des Projekts EA-MINT BW

  • 1. Bausteine für Verfahren prüfen und bereitstellen

    In Kooperation zwischen den Universitäten und innerhalb der Universitäten sollen Bausteine ausgewählt werden, die im Eignungsfeststellungs- bzw. Studienorientierungsverfahren eingesetzt werden können. Hierzu sollen Tests erstellt, validiert und ggf. modifiziert werden. Zentraler Bestandteil ist die Verzahnung derselben mit den Unterstützungs- und Weiterqualifizierungsmaßnahmen an den beteiligten Universitäten. Studierende sollen individuelles und differenziertes Feedback erhalten, ggf. mit konkreten Empfehlungen studienbegleitende, unterstützende Maßnahmen (in Ulm z.B.: „PASST! - Passgenau Studieren in Ulm“). Diese sollen ab dem ersten Studiensemester greifen, nicht erst nach dem Versagen in der ersten Klausur.

  • 2. Verfahrensmodelle entwickeln

    Die am Projekt beteiligten Universitäten verfolgen das Ziel, (Auswahl)-gespräche, Kenntnistests und/oder fachspezifische Studierfähigkeitstests in ihre Zulassungsverfahren verstärkt einzubeziehen. Dadurch soll erreicht werden, dass Bewerber*innen sich ausführlich informieren und für die jeweilige Studienbewerbung engagieren, mit den eigenen Kenntnissen konfrontiert werden und eine bewusste Studienentscheidung treffen. Fakultäten/Fachbereiche übernehmen bereits bei der Bewerbung Verantwortung für die Studienorientierung und die Auswahl ihrer künftigen Studierenden. Es soll eine Methodik entwickelt werden, um die Ausgangssituation bei einer Kohorte von Studienanfänger*innen bestimmen zu können und diese Daten im Rahmen einer Studienverlaufsanalyse zu verknüpfen.

  • 3. Gesetzliche Rahmenbedingungen ausloten

    Aufgrund der geringen Erfahrungen mit Eignungsfeststellungsverfahren und mit fachspezifischen Studierfähigkeitstests gibt es zulassungs- sowie datenschutzrechtliche Aspekte, die u.a. eine evidenzbasierte Evaluation betreffen. Das Projekt soll untersuchen, ob der heutige Rechtsrahmen ausreicht, um Eignungsfeststellungsverfahren und/oder verbesserte, erweiterte Studienorientierungsverfahren in nicht-NC Studiengängen durchzuführen und ob die vorhandenen Auswahlverfahren von zulassungsbeschränkten Studiengängen überarbeitet werden können und sollten. Es ist zu klären, wo gesetzliche Hürden abgebaut werden müssten und wo von den Universitäten ihre bestehenden Gestaltungsspielräume stärker als bisher zu nutzen wären.

  • 4. Kooperations- und Austauschformate schaffen

    Im Projekt sollen nachhaltige Austauschformate entwickelt werden, über die sich die Mitarbeiter*innen auch über das Projekt hinaus miteinander vernetzen. Die drei Universitäten wollen eine Basis des wechselseitigen Vertrauens erzeugen. Nur auf Grundlage einer langfristigen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet wird die Weiterentwicklung der Verfahrensmodelle und vergleichbarer Standards auch für andere Hochschulen/Universitäten gelingen. Durch die Kommunikation in verschiedenen Austauschformaten muss ein gemeinsames Verständnis für die Problematik entwickelt werden. Gemeinsam mit Fakultäten/Fachbereichen sollen Best Practices für den Einsatz von Eignungsfestellungs- oder Studienorientierungsverfahrens-Elemente geschaffen werden, die auch nach Projektende weiterentwickelt und ausgebaut werden.

Kooperationspartner

Ansprechperson: Jan Köllner

Ansprechpersonen: Michael KurthDr. Diana Pachur 

Wir danken für die Förderung dieses Projekts durch das MWK Baden-Württemberg