Klimawandelanpassung in Ulm durch sensorgestützte Internet of things (ioT)-Anwendungen (KLUGA) (Laufzeit 2022-2023)

Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel 

Schwerpunkt 3: Kommunale Leuchtturmvorhaben sowie Aufbau von lokalen und regionalen Kooperationen

Förderkennzeichen: 67DAS223

Projektbeschreibung

Die Hitze in Ulm ist unerträglich. Gut, dass es die neue Übersicht für die Stadt gibt: schnell nachgesehen: in der Friedrichsau an der Donau ist es noch angenehm kühl und auch gar nicht so voll. Einzig die UV-Einstrahlung ist dort auch unter den Bäumen hoch. Also gut eincremen und los. Aber vorher noch schnell den Stadtbaum vor der Tür gießen. Der Sensor zeigt schon tiefes Rot. Aber etwas mehr Wasser als das letzte Mal, damit der Sensor in der tieferen Bodenschicht auch wirklich auf grün umspringt. Ein kleiner Umweg ist auch noch notwendig: Der Radweg an der Donau ist nach den Regenfällen der letzten Tage noch überschwemmt. Ach ja, und bei der älteren Dame im Haus hält sich die Hitze glücklicherweise noch in Grenzen – ich gucke heute Abend mal vorbei.

Ziel des Vorhabens ist es, Internet of Things (IoT) Sensoranwendungen zur Anpassung an den Klimawandel im urbanen Raum nutzbar zu machen. Seit 2016 verfügt die Stadt Ulm als eine der ersten drei Städte weltweit flächendeckend über das Funknetzwerk LoRaWAN (Long Range Wide-Area Network) In das offene LoRaWAN, das auch in anderen Städten zunehmend Verbreitung findet, können Funkmodule mit geringer Sendeleistung integriert werden, die batteriebetrieben über mehrere Jahre senden können. Einzig die übertragbare Datenmenge ist stark limitiert. Eingesetzt werden solche Sensoren bspw. bereits für Parkplatzbelegung, Füllstanderfassung von Mülleimern oder zur Erfassung, ob Wege an der Donau überflutet sind. Auch während der Corona Krise hat sich LoRaWAN in Ulm als nützlich erwiesen, als bspw. in einem Supermarkt die Anzahl der Kunden über LoRaWAN erfasst wurden.

Im Rahmen des Vorhabens sollen unter Beteiligung der BürgerInnen systematisch Einsatzmöglichkeiten für IoT-Sensoranwendungen zur Anpassung an den Klimawandel in der Stadt Ulm identifiziert, ihr Potential aufgezeigt und ihr Einsatz exemplarisch demonstriert werden. Zentral ist zudem die Verfügbarmachung der Informationen (z. B. über eine Webanwendung) und die Evaluation der diversen Einsatzmöglichkeiten. Das Vorhaben beinhaltet folgende Elemente:

  • Systematische Recherche zu IoT-Sensoranwendungen für Klimawandelanpassung;
  • Ideenwerkstätten zur Identifizierung und Konkretisierung weiterer Maßnahmen im Sinne einer nutzerorientierten Technikentwicklung sowie Bewusstseinsförderung (Requirements-Engineering);
  • Einsatz verschiedener Sensoren im Stadtgebiet und Live-Darstellung in einer Webanwendung als Grundlage für Anpassungsmaßnahmen;
  • Durchführung von Events wie Abendveranstaltungen und einem Schautag, um die Bevölkerung zu informieren, zu sensibilisieren und Akteure zu vernetzen;
  • Evaluation der IoT-Sensoranwendungen durch Befragung von Nutzenden und UlmerInnen;
  • Einbindung von Schlüsselakteuren wie Stadt Ulm und dem Verschwörhaus e.V. als Nachnutzer der Sensoren.

 

Link zum Bundesumweltministerium: BMU - Anpassung an den Klimawandel

Link zum Projektträger: Z-U-G: Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels