Geschlecht im Gehirn: Nur Unterschiede zwischen Frauen und Männern?

Montag, 29. Juni 2015, 18:30 Uhr,
Hörsaal 13 (H13) der Uni Ost

Vortrag von  Neuro- und Genderforscherin Dr. Anelis Kaiser,
Universität Bern

Worin liegt der Unterschied zwischen einem weiblichen und männlichen Gehirn? Darüber scheint es einen breiten Konsens zu geben: Frauen würden mehr Emotionen empfinden und besser Sprachen lernen, Männer dagegen begeisterten sich für Technisches und liebten kompetitives Verhalten. Wo, wenn nicht im Gehirn, sollen die Gründe für dieses unterschiedliche Verhalten liegen? 

Seit längerem werden vermutete Differenzen zwischen weiblichen und männlichen Gehirnen durch bildgebende Verfahren und aufwendige Messungen untermauert: Mit Hilfe von Kernspintomogra-phen fragt die Neurowissenschaft, welche Regionen im Gehirn bei bestimmten Aufgaben ge-schlechtsabhängig stärker aktiviert werden. Anschließend zeigen Bilder mit farblich kodierten Aktivitätsherden, welche Hirnareale in welcher Geschlechtergruppe vergleichsweise mehr bei der Lösung von den präsentierten Experimentalaufgaben herangezogen wurden. 

Dr. Anelis Kaiser forscht am Institut für Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft der Universität Bern. Ausgehend von ihrer eigenen Experimentalerfahrung stellt sie konkrete Arbeiten über Geschlechterdifferenzen im Gehirn vor und beantwortet die Frage, warum es kein eigentliches weibliches oder männliches Gehirn gibt. Sie gibt einen Einblick in das neurowissenschaftliche Experimentalgeschehen und beleuchtet, an welchen Punkten Geschlecht und Geschlechtlichkeit nicht nur als etwas Fixes, Binäres, Abgeschlossenes und Kategoriales verstanden, sondern auch als solches mitgestaltet wird. In diesem Zusammenhang wird sie auch gesellschaftspolitische Fragen thematisieren, wie: 

  • Welche Folgen hat es, wenn neurowissenschaftliche Differenzen zwischen den Geschlechtern akkumuliert werden und theoretisch nicht eingebettet werden?

  • Wie könnte kritische Neurowissenschaft Geschlechtlichkeit anders fassen? 

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