Neben- und Anwendungsfach Philosophie

Philosophie kann man am Department für Geisteswissenschaften auf verschiedene Weise studieren.

Philosophie studieren in Ulm

Philosophie kann man am Department für Geisteswissenschaften auf verschiedene Weise studieren: In einigen Fächern kann man Philosophie als Neben- oder Anwendungsfach belegen, in vielen Fächern kann man Philosophiekurse im fächerübergreifenden Wahlpflichtkatalog belegen, in einigen Fächern ist ein konkretes Modul Teil des Curriculums (z. B. „Informatik und Gesellschaft“ im B. A. Informatik) und in der Medizin als Wahlfach. Zusätzlich können alle Studierenden im Rahmen des ASQ-Programms Philosophiekurse wählen.

Wir setzen in unserem Philosophieprogramm Schwerpunkte in der Wissenschaftstheorie und der angewandten Ethik, da diese Kurse gezielt Philosophie und Fachwissenschaften miteinander ins Gespräch bringen und die theoretische und praktische Reflexion der eigenen Fachinhalte fördern. Im ASQ-Bereich bieten wir darüber hinaus auch Kurse in den klassischen Bereichen der Theoretischen und Praktischen Philosophie sowie der Philosophiegeschichte an.

Wenn Sie Philosophie im Neben- oder Anwendungsfach studieren oder Philosophiekurse als Teil des fächerübergreifenden Wahlpflichtkatalogs belegen wollen, stehen Ihnen alle Kurse im Bereich „Philosophie und Gesellschaft“ offen. Anders als in anderen ASQ-Kursen können Sie in diesen Kursen z. B. durch längere schriftliche Hausarbeiten auch 4 oder 6 ECTS erwerben. Sprechen Sie dafür einfach zu Beginn des Semesters mit der Lehrperson.

Neben- und Anwendungsfach

Philosophie kann in einigen Studiengängen auch als Neben- oder Anwendungsfach besucht und angerechnet werden, entsprechende Regelungen gibt es bereits in folgenden Studienordnungen:

Leitung HZ

Prof. Dr. Rebekka Hufendiek

Vorsitzende Department
Leitung & Geschäftsführung HZ

Raum 38 Department-Pavillon

rebekka.hufendiek(a)uni-ulm.de

Telefon: +49 (0)731/50-23460

Informationen zur Person

Modulexport

In vielen Studiengängen sind philosophische fachbezogene Module fester Bestandteil des Curriculums und werden durch das Department für Geisteswissenschaften als Modulexport für die Fächer angeboten, z.B.:

  • Bioethik (BA Biologie)
  • Demokratie und Debatte (Lehramt)
  • Digital Ethics (MA Data Science und MA KI)
  • Digitale Ethik (BA Digitale Transformation)
  • Informatik und Gesellschaft (BA Informatik)
  • Philosophy of Science (MA Biologie)
  • Wirtschaftsethik (BA Digitale Transformation)

Was kann wie angerechnet werden?

ASQ3 ECTS/Kurs (benotet)
Neben-/Anwendungsfach Philosophie
  • Psychologie: 3 ECTS/Kurs (benotet, 6 ECTS bei 2 unterschiedlichen Prüfungsleistungen)
  • Alle weiteren: 4 ECTS/Kurs (benotet, 6 ECTS bei 2 unterschiedlichen Prüfungsleistungen)
  • Medizin: benoteter Schein Wahlfach Medizin
Ethik (Lehramt)4 ECTS/Kurs (benotet)
MPK (Lehramt)4 ECTS/Kurs (nicht benotet)

Veranstaltungen im aktuellen Semester

Das Seminar bietet eine Einführung in theoretische Grundlagen zu demokratischer Debattenkultur, zu Mechanismen von Desinformation und zu rechtlichen Rahmenbedingungen (Mäßigungsgebot und Beutelsbacher Konsens). Darauf aufbauend werden Grundtechniken der Argumentation und das Bewerten von Argumenten sowie Moderationstechniken vermittelt und schließlich in Gruppendiskussionen erprobt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie man Debatten im Klassenzimmer produktiv gestaltet – auch dann, wenn die Stimmung polarisiert ist oder Schweigen den Austausch erschwert.

Im Abschlussprojekt entwickeln die Teilnehmenden eine eigene Unterrichtseinheit zu einem kontroversen Thema aus ihrem Fachgebiet und führen diese im Seminar als Debatte durch. Bewertet wird das schriftliche Konzept zu dieser Debatte.

Do 10:00 - 12:00 Uhr in Präsenz R 12/ Pavillon 1 
Prof. Dr. Rebekka Hufendiek  Info Anmeldung  *NF

Was ist Macht, wer verfügt über welche Art von Macht und welchen Einfluss hat das auf unser Zusammenleben? In diesem Seminar machen wir uns in einem ersten Schritt mit Klassikern der Machttheorie vertraut, unter anderem mit Machiavelli und Hobbes. Im zweiten Schritt wenden wir das erworbene begriffliche Instrumentarium auf aktuelle Debatten an – von #MeToo und Fragen geschlechtsspezifischer Macht bis hin zur Macht Digitaler Plattformen. Im dritten Schritt verlassen wir den Seminarraum: Wir besuchen die Ulmer Denkanstöße im Stadthaus, die 2027 dem Thema „Macht und Ohnmacht“ gewidmet sind, und bringen uns dort in die Diskussionen mit den geladenen Gästen ein.

Di 16:00 - 18:00 Uhr in Präsenz R 12 / Pavillon 1
Achtung: Das Seminar beginnt erst ab 24.11.26, dafür Besuch der Vorträge der Ulmer Denkanstöße am 11., 12. und 13.03.27
Prof. Dr. Rebekka Hufendiek  Info Anmeldung  *BM

In Zeiten multipler Krisen und beängstigender Zukunftsszenarien scheint es an Hoffnung zu mangeln. Zugleich lässt sich kaum ein menschliches Leben ohne Hoffnung denken. Gerade trotz des Widrigen, sich an ihm reibend hoffen Menschen. Aber was dürfen wir hoffen? Wie gelingt uns eine kluge Hoffnung – zwischen Optimismus und Pessimismus? Wodurch wird Hoffnung zum Wegweiser der Freiheit und zu einem Horizont des Sinnhaften? Inwiefern öffnet die Hoffnung den Mut zum Neuen, Anderen, Unverfügbaren, Noch-nicht-Bewussten? Wer ist der Mensch, der hofft und dabei „ins Gelingen verliebt“ ist (E. Bloch)? Und wie verändert sich eine Welt, in der Menschen gemeinsame Perspektiven der Hoffnung entdecken und entwickeln?

Die Fragen nach der Hoffnung wurden in den vergangenen Jahren auch wieder philosophisch aufgegriffen. Entlang neuerer Entwürfe, aber auch im Blick auf Wegmarken in der Philosophiegeschichte nähern wir uns wesentlichen Facetten der Hoffnung. Dabei interessieren wir uns für den „Möglichkeitssinn“ (Robert Musil), der sich in der Hoffnung zeigt und der sich als antizipierende Erkenntnisform, als Handeln zwischen Empfänglichkeit und Entschlossenheit und als Lebensform der Zukunftsoffenheit entfaltet. 

In Lektüren, Referaten und Diskussionen wollen wir uns wesentliche philosophische Einsichten über den „Geist der Hoffnung“ (Byung-Chul Han) aneignen und das eigene Philosophieren über Hoffnung einüben.

 

Mo 16:00 - 17:30 Uhr in Präsenz N24/227 
Dr. Johannes Schick  Info Anmeldung  *NF

Was hat mein Einkauf mit den Arbeitsbedingungen von Menschen am anderen Ende der Welt zu tun? Bin ich durch meinen Konsum für die sozialen Folgewirkungen in anderen Ländern verantwortlich? Wer trägt Verantwortung, wenn Unternehmen Gewinne machen, aber dabei Menschen oder Umwelt geschädigt werden? Brauchen Märkte moralische Regeln – oder gefährdet Regulierung gerade die Freiheit und den Wettbewerb?

Solchen und ähnlichen Fragen möchten wir in diesem zweitägigen Blockseminar nachspüren. Am Freitag lernen wir verschiedene ethische Perspektiven kennen und fragen, wie sie wirtschaftliches Handeln beurteilen: Was bedeutet Gerechtigkeit? Wann ist eine Handlung verantwortlich? Darf persönlicher Nutzen moralisches Handeln bestimmen? Und welche Verantwortung tragen Unternehmen, Konsumenten und der Staat? Dabei lernen wir zwei zentrale wirtschaftsethische Ansätze im deutschsprachigen Raum kennen: Die Frage, wie moralisches Handeln unmittelbar in wirtschaftliche Entscheidungen integriert werden kann, und die Frage, welche Regeln und Institutionen einen fairen Wettbewerb ermöglichen – die integrative und ordnungstheoretische Wirtschaftsethik.

Darüber hinaus sollen auch Kritikpunkte an einem rein rational und nutzenorientiert verstandenen Menschenbild zu Wort kommen sowie anwendungsbezogene Horizonte der Konsumenten- und Unternehmensverantwortung in den Blick genommen werden.

 

29.01./30.01.2027, 09:00-17:00 Uhr R12 /Pavillon 1 
Vorbesprechung am Mo 07.12.2026 von 16:00-18:00 Uhr per Zoom
Dr. Katja Springer 
Info Anmeldung  *NF

Was heißt moralisches Handeln? An welchen Maßstäben, Regeln und Prinzipien orientiert sich dieses? Auf welche Weise hängen damit Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Glück zusammen?

Auf diese Fragen wurden in der Geschichte der Ethik durchaus unterschiedliche Antworten gegeben. Dabei kristallisierten sich verschiedene Grundkonzeptionen heraus, die ebenso den jeweiligen kulturellen Hintergrund der entsprechenden Epoche widerspiegeln. In diesem Seminar werden Sie in die entscheidenden Grundpositionen der Ethik eingeführt. Diese erstrecken sich von der Antike mit Aristoteles und Platon, dem Mittelalter mit Thomas von Aquin, der Aufklärung mit Kant bis hin zum 19. und 20. Jahrhundert mit Bentham, Mill, Rawls und Habermas.

Ziel dieses Seminars ist es, einen Überblick über die bedeutenden ethischen Strömungen in ihren jeweiligen historischen Kontext zu erhalten. Dadurch werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, die geschichtliche Entwicklung der Ethik nachzuvollziehen, die einzelnen ethischen Konzeptionen systematisch einzuordnen und dabei gleichzeitig den eigenen Standpunkt dementsprechend zu positionieren und einzubetten. Ebenso soll ein systematisches Grundgerüst ethischen Vokabulars (Normen, Werte, Prinzipien etc.) aufgebaut werden, mit dessen Hilfe ethische Fragestellungen erkannt und eingeordnet werden, um diese zusammen mit den anderen Teilnehmenden auf einer argumentativen Ebene zu erörtern und zu diskutieren.

 

Mi 12:00-14:00 Uhr, N24/251 
Dr. Katja Springer  
Info Anmeldung  *NF

Die Veranstaltung kombiniert eine Einführung in grundlegende ethische Begriffe und Methoden mit der Diskussion ausgewählter Problemfelder der Digitalisierung. Behandelt werden insbesondere:
- Einführung in ethische Theorien und Argumentationsformen
- Privatheit, Überwachung und Datenökonomie
- Algorithmische Entscheidungsfindung und Fairness
- Verantwortung und Zurechnung bei KI-Systemen
- Autonomie und Manipulation
- Digitale Teilhabe und soziale Gerechtigkeit
Die Inhalte werden anhand konkreter Fallstudien aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern der KI diskutiert.

Di 16:00-18:00 Uhr, in Präsenz H10
Dr. Hauke Behrendt Info Anmeldung

Beim Modul Informatik und Gesellschaft handelt es sich um ein  interdisziplinäres Veranstaltungsformat, in dem grundlegende Argumentationskompetenzen, Sensibilität für gesellschaftlich relevante Themen in der Informatik (z.B. bei der Nutzung von KI oder im Datenschutz) und in diesem Bereich relevante ethische Begriffe und Fähigkeiten (Autonomie, Sicherheit, Verantwortung usw., Abwägen von Werten, Begründung von ethischen Annahmen etc.) erlernt und aktiv eingeübt werden.

 

Mi 16:00 - 18:00 Uhr in Präsenz + Tutorien nach Bedarf
Prof. Dr. Rebekka Hufendiek + Dr. Hauke Behrendt  Info Anmeldung  *In

Algorithmen entscheiden zunehmend über Kreditvergaben, Bewerbungsverfahren, medizinische Diagnosen oder polizeiliche Risikoprognosen. Dabei stellt sich die Frage, ob und inwiefern solche Systeme Menschen diskriminieren können. Das Blockseminar führt in die philosophischen Debatten um algorithmische Diskriminierung ein. Behandelt werden unterschiedliche Diskriminierungsbegriffe, Ursachen algorithmischer Benachteiligung sowie verschiedene Ansätze zu ihrer ethischen Bewertung. Ziel ist es, auf der Grundlage aktueller Forschungsliteratur philosophische Maßstäbe für einen gerechten Einsatz algorithmischer Entscheidungssysteme zu diskutieren.

26./27./28.02.27, Fr 13:00-17:00 Uhr, Sa 09:00-17:00 Uhr, So 09:00-17:00 Uhr, H10 
Vorbesprechung: 19.10.26, zoom 
Dr. Hauke Behrendt Info Anmeldung

Dürfen wir Tiere für unseren Konsum züchten, halten und töten? Ist die Zoohaltung, sei es zur Veranschaulichung oder zum Schutz von bedrohten Arten noch zeitgemäß? Sind Tierversuche für unsere medikamentöse und kosmetische Versorgung unabdingbar? Rechtfertigt der sogenannte Naturschutz die Jagd auf Wildtiere?

Solche und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt der anwendungsbezogenen Fragestellungen der Tierethik und sollen z.T. auch in diesem Seminar thematisiert und diskutiert werden.

Grundlegend für diese anwendungsbezogenen Fragen ist die Frage nach der moralischen Berücksichtigung von Tieren. In der Geschichte der Philosophie sind auf diese Frage unterschiedliche Antworten gegeben worden, die aber selten zugunsten der Tiere ausfielen. Im 20. Jahrhundert, hat sich im Zuge von Tierschutzbewegungen, dem Einfluss des Utilitarismus in der Tradition Benthams und der Evolutionstheorie Darwins, die die Empfindungsfähigkeit und Artverwandtschaft des Menschen mit Tieren betonen, die Tierethik als eigenständiger Bereich der Angewandten Ethik etablieren können.

Dieses Seminar findet als Blockseminar an zwei Tagen statt. Am Freitag möchten wir uns moraltheoretische Grundlagen (verschiedene Ethikrichtungen) erarbeiten und ihren Bezug in den unterschiedlichen Positionen der Tierethikdebatte nachzeichnen. Am Samstag werden wir uns vermehrt in den Diskurs begeben und anhand von drei klassischen Anwendungsfragen – Sind Tierversuche moralisch legitim?, Dürfen wir noch Fleisch essen?, Sollen Zoos abgeschafft werden? – verschiedene Positionen gemeinsam erörtern.

Grundlage der gemeinsamen Seminararbeit sind ausgewählte Texte der Tierethik, die Ihnen vorab auf Moodle zur Verfügung gestellt werden und von Ihnen nach Ihrer Präferenz in Gruppen erarbeitet und im Seminar vorgestellt werden.

18./19.12.2026, 09:00-17:00 Uhr 
Raum 12/ Pavillon 1 
Vorbesprechung: Mo 09.11.26 online
Dr. Katja Springer Info Anmeldung

Hannah Arendt gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. 2026 jährt sich ihr Geburtstag zum 120. Mal. Dies bietet Anlass, ihr Denken und ihre bis heute wirkungsmächtigen Begriffe und Texte erneut in den Blick zu nehmen. Ihre Arbeiten haben wichtige Impulse unter anderem für die Politische Theorie, die Existenz- und die Technikphilosophie gegeben. Dabei hat sie sich selbst durchaus nicht als Philosophin verstanden, sondern als politische Theoretikerin. Ihr „Denken ohne Geländer” ist dabei stets innovativ, offen und kritisch, weil sie Wege aufzeigen möchte, tradierte Vorstellungen und Meinungen zu hinterfragen, auszuleuchten und Alternativen des Zugangs in Form von Gedankenspielen, poetischen Bildern und Neudefinitionen aufzuzeigen. Dabei legt sie einen sehr großen Wert auf das Zwischenmenschliche, auf das gemeinsame Handeln und Urteilen, in dem für sie die spezifische menschliche Freiheit begründet liegt. Wahrheit ist für sie dabei keine unumstößliche Tatsache, die unabhängig von der gemeinsamen Welt einfach feststeht, sondern etwas, dessen Bedeutung, Sichtbarkeit und Geltung immer wieder im gemeinsamen Denken, Sprechen und Urteilen zur Diskussion gestellt werden muss. 
Vor dem Hintergrund des Einflusses von Heidegger, der Antike, Augustinus, Marx und Kant und des spezifischen Zugangs Arendts auf die plural verfasste Welt eröffnet sie ein Begriffsfeld, das auf völlig unkonventionelle Weise Termini wie z.B. Freiheit, Verantwortung, Pluralität, Macht und Wirklichkeit neu bewertet und auslegt. Dabei führt sie (stets in Anlehnung an ihre philosophischen Lehrer) auch neue Begriffe wie die „Banalität des Bösen” oder die „Natalität” ein. Der fehlende explizite normative Anspruch ihrer Begrifflichkeiten und Theorien hat ihr dabei auch durchaus Kritik eingebracht. 
In diesem Seminar wollen wir das Denkgerüst Hannah Arendts anhand ausgewählter Schlüsselbegriffe und Schlüsseltexte gemeinsam rekonstruieren und auf seine Stichhaltigkeit angesichts aktueller politischer, technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen überprüfen. Dafür werden wir ausgewählte Passagen ihres Werkes lesen, analysieren und gemeinsam diskutieren. Dabei soll es nicht nur darum gehen, Arendts Denken kennenzulernen, sondern auch darum, mit ihr zu denken, ihre Perspektiven kritisch zu prüfen und zu fragen, was uns ihr Denken heute noch zu sagen hat.

Di 14:00-15:30 Uhr, H9 
Dr. Katja Springer Info Anmeldung

Nicht ohne Grund nehmen Überlegungen zur Gerechtigkeit von Anbeginn der abendländischen Philosophie bis in die Gegenwart einen großen Raum in den philosophischen Auseinandersetzungen ein, erweist sich doch der Begriff »Gerechtigkeit« als ein Schlüsselbegriff für das gesellschaftliche und politische Selbstverständnis einer Gemeinschaft. Vor dem Hintergrund von zwei wichtigen Publikationen der Gegenwart – John Rawls »A Theory of Justice« und Michael Walzers »Spheres of Justice« – sollen nicht nur aus verschiedenen Perspektiven (Liberalismus und Kommunitarismus) einflussreiche Gerechtigkeitskonzepte untersucht, sondern auch die ethischen und philosophisch-politischen Hintergründe und Zugangsweisen diskutiert werden.

Von den Teilnehmern werden keine philosophischen Vorkenntnisse, jedoch wird eine aktive Mitarbeit in Form der Übernahme eines Referates erwartet.

Eine ausführliche Literaturübersicht wird im Rahmen des Vorbesprechungstermins vorgestellt.

05.02/06.02.27 jew. 08:30-18:30 Uhr H9 Vorbesprechung wird noch bekannt gegeben.
PD Dr. Jörg Wernecke Info Anmeldung

Arthur Schnitzlers Erzählungen zählen zu den bedeutendsten literarischen Auseinandersetzungen mit den psychischen und gesellschaftlichen Umbrüchen der Wiener Moderne. In enger zeitlicher Nachbarschaft zur Entstehung der Psychoanalyse entwerfen sie komplexe Bilder von Begehren, Angst, Verdrängung, Erinnerung und Identität. Dabei greifen sie nicht lediglich psychoanalytische Fragestellungen auf, sondern entwickeln eigenständige literarische Verfahren zur Darstellung innerer Wirklichkeit.

Das Seminar untersucht ausgewählte Erzählungen Schnitzlers – unter anderem "Leutnant Gustl", "Fräulein Else" und "Traumnovelle" – im Dialog mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem Unbewussten, Traum und Fantasie, Sexualität, Schuld sowie der Konstruktion des Ichs. Zugleich werden erzähltechnische Verfahren wie innerer Monolog, erlebte Rede und Perspektivierung daraufhin befragt, wie sie psychische Prozesse literarisch gestalten.

Ziel des Seminars ist es, die Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Psychoanalyse im kulturellen Kontext der Wiener Moderne zu erschließen und die Möglichkeiten wie auch die Grenzen psychoanalytischer Interpretationsansätze für die literaturwissenschaftliche Textanalyse kritisch zu reflektieren.

Eine Auswahl der Texte für Impulsreferate im Seminar wird online zum Download bereitgestellt.

Mo 12:15 - 13:45 Uhr N24/ 135 in Präsenz
Roman Yaremko, M.A., PhD (VAK Kyiv)  Info Anmeldung  *NF

Digitale Steuerung, wachsende Bürokratie und der Einsatz künstlicher Intelligenz verändern die Art, wie wir Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Immer häufiger erleben Menschen, dass sie zwar zwischen vielen Möglichkeiten wählen können, ihr tatsächlicher Handlungsspielraum jedoch kleiner wird.

Ausgehend von den Gedanken Hartmut Rosas, insbesondere seines aktuellen Buches "Situation und Konstellation", geht das Seminar der Frage nach, was es heute bedeutet, wirklich zu handeln. Im Mittelpunkt stehen die Begriffe Resonanz, Urteilskraft, Freiheit und Verantwortung. Gemeinsam reflektieren wir gesellschaftliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Beruf, Alltag und persönliches Leben.

Das Seminar verbindet philosophische Impulse mit praktischer Reflexion. Es lädt dazu ein, eigene Spielräume neu wahrzunehmen, Orientierung zu gewinnen und Möglichkeiten eines lebendigen und verantwortlichen Handelns zu entdecken.

Eine Auswahl der Texte für Impulsreferate im Seminar wird online zum Download bereitgestellt.

Do 12:15 - 13:45 Uhr O29/1001 in Präsenz
Roman Yaremko, M.A., PhD (VAK Kyiv)  Info Anmeldung  *NF