Geschichte der Psychatrie in sozioökonomischen Krisen
Das Projekt verfolgt die These, dass die Fallzahl von psychiatrischen Patienten im Verlauf von sozioökonomischen Krisen sowohl ansteigt, als auch, dass Diagnosen von geistigen Erkrankungen zunehmen, die im Zusammenhang mit Armut und sozialer Ungleichheit stehen. Zur Diskussion dieser These werden Standlisten aus Psychiatrien in der Region Schwaben während der ersten Weltwirtschaftskrise von 1929 (Untersuchungszeitraum 1929-1931), sowie der zweiten Weltwirtschaftskrise von 1973 (Untersuchungszeitraum 1973-75) ausgewertet. Ergänzend werden in signifikantem Umfang Patientenlebensläufe aus Krankenakten aufgearbeitet, um zu klären, inwiefern die psychiatrischen Erkrankungen mittelbar aus der sozioökonomischen Krise resultieren und ob ein Umzug von der Stadt in die ländliche Umgebung Günzburgs nachzuweisen ist.
Verantwortlich für das Projekt:
Sebastian Kessler, M.A., Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universität Ulm