Transkription, Übersetzung und Interpretation des Tagebuchs des Ulmer Stadtarztes Dr. Franc (1649-1725)
Im 17. Jahrhundert beginnt die Epoche der empirisch-experimentellen Heilkunde. Das Bestreben der Ärzte war nun, aus der Erfahrung am Krankenbett durch sorgfältige Beobachtung des individuellen Verlaufs die wesentlichen von den unwesentlichen Symptomen zu unterscheiden und dadurch in den gesetzmäßigen Ablauf der Krankheiten und ihr eigentliches Wesen einzudringen. Die Beschreibung vieler Krankheitsbilder, die man heute noch anerkennt, ist das Ergebnis dieses Bemühens. Die Theorie diente als Hilfsmittel zur Erklärung dessen, was der Arzt am Krankenbett erlebte, der Vorrang aber gehörte der Erfahrung, im 18. Jahrhundert als rationelle Empirie bezeichnet.
Das Werk Francs ist als Zeitdokument an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert von unschätzbarem Wert und erlaubt Schlüsse über den Stand der ärztlichen Praxis und Wissenschaft in einem eng umgrenzten Raum.
Das Francsche Gesamtwerk umfasst mehr als 1400 in Latein handgeschriebene Seiten, wobei zwei Drittel zwischenzeitlich bearbeitet, bzw. in Bearbeitung sind. Erste Ergebnisse sind im Internet unter http://vts.uni-ulm.de/query/longview.meta.asp?document_id=6600 einsehbar.
Interessenten an einer Mitarbeit im Rahmen einer Dissertation können sich jederzeit melden.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. Winckelmann, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universität Ulm