Aktuelle Meldung

Präsident der Internationalen Schockgesellschaft
Ulmer Trauma-Experte Prof. Markus Huber-Lang tritt Amt an

Universität Ulm

Der Trauma-Forscher Professor Markus Huber-Lang ist neuer Präsident der Internationalen Vereinigung der Schockgesellschaften. Der Leiter des Instituts für Klinische und Experimentelle Trauma-Immunologie der Ulmer Universitätsklinik hat das Amt beim elften Weltkongress der Vereinigung in Las Vegas (USA) übernommen. Gewählt worden war er bereits 2023 beim vorherigen Kongress.

Die Internationale Vereinigung der Schockgesellschaften (International Federation of Shock Societies - IFSS) wurde 1987 im kanadischen Montreal gegründet. Die gemeinnützige Organisation bündelt die Arbeit von neun Schockgesellschaften auf vier Kontinenten. Ihr Ziel ist es, die lebensbedrohlichen Zustände Schock, Trauma und Sepsis von den Grundlagen her zu erforschen und neue Erkenntnisse schnell in die Behandlung von Patientinnen und Patienten zu bringen. Dafür richtet die IFSS gemeinsam mit ihren Mitgliedsgesellschaften internationale Kongresse aus und verfügt mit der Fachzeitschrift „Shock“ über ein eigenes offizielles Publikationsorgan. Außerdem treibt sie internationale Konsensusinitiativen voran, etwa zu Qualitätsstandards für die Sepsisforschung.

Die Wahl von Huber-Lang zum Präsidenten der IFSS zeigt, wie stark die Ulmer Trauma-Forschung international beachtet wird. Der Leiter des Instituts für Klinische und Experimentelle Trauma-Immunologie hat seine Ziele für die Präsidentschaft klar gesetzt und will den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern sowie die weltweite Zusammenarbeit stärken, gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen. „Es ist mir eine große Freude und Ehre, die IFSS in den kommenden Jahren zu führen“, sagt Huber-Lang. „Schwere Verletzungen, Schock und Sepsis kennen keine Grenzen. Deshalb brauchen wir Forschung, die über Kontinente und politische Gräben hinweg zusammenarbeitet. Besonders wichtig ist mir, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler früh einzubinden und ihnen eine internationale Bühne zu bieten. Sie werden die Schwerverletzten-Versorgung von morgen prägen.“

Professor Markus Huber-Lang hat in Freiburg und den USA Medizin studiert. Nach der Promotion ging er für einen mehrjährigen Forschungsaufenthalt an die University of Michigan (USA). In Ulm wurde er zum Chirurgen und Unfallchirurgen ausgebildet und habilitierte sich 2005 im Fach Chirurgie. Seit 2017 leitet er das Institut für Klinische und Experimentelle Trauma-Immunologie am Universitätsklinikum Ulm. Mit seinem Team erforscht Huber-Lang, wie der Körper auf schwere Verletzungen reagiert und welche Komplikationen daraus entstehen, beispielsweise eine Sepsis und das gefürchtete Multiorganversagen. Dazu werden derzeit in Ulm vielversprechende erste therapeutische Ansätze verfolgt.

Von 2017 bis 2019 war Huber-Lang Präsident der Europäischen Schockgesellschaft und zugleich Programmchef des gemeinsamen europäischen und internationalen Schockkongresses 2019 auf Kreta (Griechenland). Seine Amtszeit als Präsident der IFFS endet mit dem 12. Weltkongress, den er 2029 in Europa ausrichten wird.


Text und Medienkontakt: Daniela Stang
 

Amtsübergabe in der IFSS: Prof. Timothy Billiar, University of Pittsburgh (USA), 5. v. l., überreicht Prof. Markus Huber-Lang, Universitätsklinikum Ulm, 4. v. l., die Präsidentschaftsurkunde. Mit ihnen auf dem Bild sind Vertreter*innen verschiedener internationaler Schockgesellschaften (Foto: privat)
Der Ulmer Trauma-Forscher Prof. Markus Huber-Lang ist neuer Präsident der Internationalen Vereinigung der Schockgesellschaften (Foto: Uniklinik Ulm)