Berufsbegleitender Studiengang Sensorsystemtechnik (M. Sc.)

Die Sensorik, das Kernthema des Masterstudiengangs „Sensorsystemtechnik“, ist eine der Schlüsseltechnologien unserer modernen Welt. Sensorsystemtechnik beinhaltet Entwurfsmethoden sowie Regelungs-, Kommunikations- und Informationstechniken, die es ermöglichen, die Komplexität von Systemen beherrschbar zu machen. Der Trend in der Sensortechnik geht zu immer komplexeren Systemen. Diese Systeme werten vielfältige Sensoren aus, fassen deren Daten geeignet zusammen und stellen sie in aufbereiteter Form dem Nutzer zur Verfügung. Immer mehr Signale werden maschinell (automatisch) ausgewertet, um Schlüsse aus vorhandenen Daten zu ziehen und Handlungsabläufe zu initiieren. Sensorsysteme sorgen in Regelkreisen für den effizienten Umgang mit Ressourcen, erhöhen die Sicherheit von Fahrzeugen, schützen Gesundheit und Leben in der Medizin, bilden einen Schutzschild gegen terroristische Übergriffe.

Modulgruppen

Der Studiengang Sensorsystemtechnik gliedert sich in Einzelmodule, die insgesamt vier Modulgruppen zugeordnet sind. Aus jeder Modulgruppe müssen mindestens 12 Leistungspunkte nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass Sie in gewissem Umfang Auswahlmöglichkeiten haben und dadurch während Ihres Studiums individuelle Schwerpunkte setzen können.
Es gibt in diesem Sinne keine Pflicht-, sondern nur Wahlmodule.

Ein Zertifikatsmodul umfasst zwischen 4 und 6 Leistungspunkte, die Masterarbeit wird mit genau 30 Leistungspunkten bewertet.

Der Masterstudiengang Sensorsystemtechnik verknüpft Hardware, Software und Infrastrukturaspekte mit Entwurfstechniken sowie Elementen des Managements komplexer Entwurfsprozesse. Durch diese Interaktion können Ergebnisse erzielt werden, die die einzelnen Elemente isoliert betrachtet nicht erreichen können. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen beherrschen neben speziellen Gebieten der Ingenieurwissenschaften, Informatik und Naturwissenschaften auch einschlägige Managementaspekte.
Neben das Wissen über Sensorfunktionen, das Kenntnisse aus Ingenieurwissenschaften, Physik, Chemie und verstärkt auch der Molekularbiologie verlangt, tritt die Sensorsystemtechnik als eigenständiger Wissenschaftszweig, der Entwurfsmethoden, Regelungs-, Kommunikations- und Informationstechniken zum Gegenstand hat, die es ermöglichen, die Komplexität solcher Systeme beherrschbar zu machen.
Die Systemtechnik definiert ein System als „ein Konstrukt oder eine Ansammlung unterschiedlicher Elemente, die zusammen Ergebnisse erzielen, die die Elemente allein nicht erreichen könnten. Zu diesen Elementen gehören Personen, Hardware, Software, Infrastrukturen, Handlungsanweisungen und Dokumente“. Diese Definition weist deutlich über die Bereiche der Ingenieurwissenschaften, Informatik und Naturwissenschaften hinaus und macht es notwendig, auch Management-Aspekte in die Ausbildung zu integrieren. Andererseits kann eine auf die speziellen Bedürfnisse der Sensorik zugeschnittene Systemtechnik auf vertiefte Kenntnisse insbesondere auch aus den Naturwissenschaften nicht verzichten; allgemeine Ausbildungen in Systemtechnik oder Systems Engineering bieten dieses Hintergrundwissen nicht.

Durch ein sowohl forschungs- als auch praxisnahes Studium besitzen die Studierenden nach erfolgreichem Abschluss des Masterstudiengangs Sensorsystemtechnik ein hervorragendes Spezialwissen und ausgezeichnete Kompetenzen für Aufgaben, die im technischen Umfeld sowie an der Schnittstelle zum Management angesiedelt sind.
 

Ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium in Sensorsystemtechnik soll befähigen
  1. zu eigenverantwortlicher Tätigkeit in Unternehmen, bei denen Themen aus der Sensorik bzw. des Systems Engineering eine wichtige Rolle spielen, z. B. in der Fahrzeug-, der Maschinenbau-, der Telekommunikationsindustrie oder bei Softwareunternehmen,
  2. zur Leitung von Projekten, in denen es um die Methodik, die Analyse, das Modellieren ingenieurwissenschaftlicher, technischer Fragestellungen geht,
  3. zur Leitung von Teams in Bezug auf die Planungs-, Entwicklungs- und Forschungsaufgaben in technischen und öffentlichen Institutionen,
  4. zur Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität sowie
  5. zum Zugang zu einer Promotion.

Der Masterstudiengang befähigt die Studienabsolventinnen und -absolventen, Kompetenzen in den einzelnen Teilgebieten, die für die Sensorsystemtechnik eine Rolle spielen, auf einem hohen universitären Niveau selbstständig zu erwerben. Die Studierenden erwerben Kenntnisse in den zentralen Bereichen Grundlagen der Systemtechnik, Sensorik, Systementwurf sowie zu Management-Aspekten. Diese beinhalten auch Kompetenzen in der eigenständigen Projekt-Durchführung und der Ergebnispräsentation.

Die Studierenden erwerben außerdem umfassende Kenntnisse auf speziellen Fachgebieten wie der Systemtheorie und Regelungstechnik, Modellbildung und Identifikation, aber auch zu Sensorprinzipien, integrierten Schaltungen, Halbleiter-, Bio- und Radarsensoren. Der Studiengang bietet aber auch Verbindungen zu Themen, die eher der Informatik zuzuordnen sind wie Entwurfsmethodik eingebetteter Systeme oder Sensornetze.

Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Sensorsystemtechnik kennen übergeordnete Aspekte des Systems Engineering, einschließlich Projekt-, Risiko- und Qualitätsmanagement, die es gestatten, auch komplexere Sensorsysteme zu entwerfen und zu implementieren. Sie verfügen über das einschlägige Instrumentarium der Regelungstechnik, sind in der Lage, Verfahren für den Entwurf eingebetteter Systeme zielgerichtet einzusetzen, und kennen Sensorkomponenten mit hinreichender Tiefe, um sie in ihren Systemen optimal anwenden zu können.
 

Insbesondere soll eine Absolventin oder ein Absolvent des Masterstudiengangs Sensorsystemtechnik:
  • Denkweisen, Methoden und Hilfsmittel der Systemtechnik kennen und in Projekten anwenden können
  • die Bedeutung von Voraus („upfront“)- Analysen zur Kostenminimierung kennen
  • (technische) Systeme mathematisch beschreiben, den Unterschied zwischen einem System und den Elementen eines Systems erklären und ein System managen können
  • den modellbasierten Entwurf eingebetteter Systeme beschreiben sowie Methoden und Algorithmen für Echtzeitsysteme auswählen und neu konstruieren können
  • die Zusammenhänge, die zur Entwicklung optimaler Zustandsschätzer und -regler führen erklären und die Methoden zur Identifikation, Schätzung und Regelung anwenden
  • Arbeitsprinzipien, Phänomene und Techniken von Sensoren verstehen und beschreiben können,
  • die Prinzipien der Hochfrequenztechnik und der Mikrowellentechnik zum Entwurf und der messtechnischen Überprüfung von Radarsensoren und drahtlosen Sensornetzen anwenden können
  • drahtlose Netzwerke und deren spezifische Anforderungen definieren, konstruieren und evaluieren sowie fundamentale Sicherheitskonzepte in drahtlosen Netzwerken kennen, auswählen und in Systemarchitekturen anwenden
  • sich in weiteren (Wahl-)Bereichen vertiefen und spezialisieren

 

Das im Studiengang vermittelte vertiefte Verständnis für den Entwurf komplexer technischer Systeme befähigt zu einer Risikobewertung solcher Systeme, auch über Sensorsysteme hinaus. Die Absolventinnen und Absloventen können so zu einer kritischen qualifizierten Diskussion der Chancen und Risiken neuartiger technischer Systeme in gesamtgesellschaftlichem Kontext beitragen. Bezogen auf ihr Fachgebiet erwerben die Studierenden im Studium Innovationspotential in der Produktentwicklung und -optimierung. Im überfachlichen Bereich erwerben sie Kompetenzen in Projektkonzeption, -durchführung und -präsentation und werden zu konstruktiver Teamarbeit befähigt.
Zudem erwerben die Studierenden Kompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten sowie im Projektmanagement (individuell und in der Gruppe). Diese werden einerseits durch die Projektarbeit im strategischen Prozessmanagement und die Masterarbeit erreicht sowie im Rahmen der Präsenztage, die unter anderem dazu dienen, das erworbene Wissen zu diskutieren bzw. in Fallstudien anwendungsorientiert zu vertiefen. Die Präsenztage dienen zudem als Plattform für einen Austausch zwischen den Studierenden, wodurch soziale Kompetenzen aufgebaut werden.
 

Art des Studiums
berufsbegleitender Masterstudiengang

Abschluss
Master of Science (M. Sc.)

Zulassungsvoraussetzungen
- Hochschulabschluss mit 210 ECTS + 1 Jahr Berufserfahrung
oder
- Hochschulabschluss mit 180 ECTS + 2 Jahre Berufserfahrung

ECTS Credits
90

Studiengebühr
12.200 - 14.900 €

Studienbeginn
Wintersemester: Oktober
Sommersemester: April

Unterrichtssprache
deutsch und englisch

Abschluss des Studiums Master of Science (M.Sc.) Diploma of Advanced Studies (DAS) Kontaktstudium (Zertifikat)
Studienumfang 90 ECTS-Punkte (inkl. Masterarbeit) mind. 30 Leistungspunkte Module im Umfang von 3 bis 10 Leistungspunkten
Regelstudienzeit 3 Semester in Vollzeit bzw. 7 Semester in Teilzeit in 2 Semestern berufsbegleitend absolvierbar jedes Modul 1 Semester
Studienorganisation ca. 80% Selbstlern- und 20% Präsenz-Phasen
Module Pro Modul 4 bis 10 Leistungspunkte nach ECTS (1 ECTS entspricht ca. 30 Stunden Workload).
Die Module können einzeln gebucht und belegt werden.
Struktur/Inhalt Es müssen aus jeder Modulgruppe (Grundlagen der Systemtechnik, Sensorik, Systementwurf und Management-Aspekte) mind. 12 Leistungspunkte nachgewiesen werden. Die verbleibenden ECTS werden durch eine Masterarbeit im Umfang von 30 Leistungspunkten abgedeckt. Es kann aus drei Schwerpunkten gewählt werden: Embedded Systems, Systems Engineering oder Sensorik. Es sind jeweils 4 (bzw. 5) Pflicht- (bzw. Wahl-) Module im Umfang von je 3-6 ECTS zu belegen. Zudem ist eine Abschlussarbeit im Umfang von 6 Leistungspunkten anzufertigen. Den Kontaktstudierenden stehen alle Module des Studiengangs zur Auswahl.
Bewerbung/Anmeldung Bewerbung Anmeldung DAS Anmeldung für einzelne Module
Bewerbungsschluss 15. Januar bzw. 15. Juni 15. März bzw. 15. September
Kosten Bei einer Immatrikulation sind Studiengebühren und verschiedene Beiträge zu entrichten. Details zu den DAS und den Entgelten Für die Zertifikatskurse im Kontaktstudium werden je nach Umfang des Moduls Entgelte in unterschiedlicher Höhe fällig.
Zulassungs-voraussetzungen - Hochschulabschluss mit 210 ECTS + 1 Jahr Berufserfahrung
oder
- Hochschulabschluss mit 180 ECTS + 2 Jahre Berufserfahrung
1. Hochschulabschluss
Akkreditierung akkreditiert bis Frühjahr 2030
Kontakt und Beratung Nutzen Sie unser Kontaktformular oder schreiben Sie eine Nachricht an saps(at)uni-ulm.de.
Telefonisch sind wir unter +49 (0)731/50-32401 für Sie erreichbar!