Aktuelle Meldung

Franziska-Kolb-Preis für personalisierte Leukämieforschung
Dr. Alexandra Niedermayer erhält 8000 Euro

Universität Ulm

Die Krebsforscherin Dr. Alexandra Niedermayer aus der Ulmer Kinder- und Jugendklinik erhält den mit 8000 Euro dotierten Franziska-Kolb-Preis der Stiftung der Universität Ulm. Die 32-Jährige erforscht aggressive Blutkrebsarten und hat mithilfe moderner Verfahren einen wirksamen, personalisierten Behandlungsansatz identifiziert. 

Als PhD-Studentin in der Arbeitsgruppe Leukämie der Kinderklinik hat Dr. Niedermayer das spezielle Verfahren des „drug response profiling“ (DRP) etabliert. Dieses „Arzneimittelreaktionsprofil“ beschreibt, wie sich die individuelle genetische Veranlagung und die molekularen Eigenschaften einer Person auf ihr Ansprechen auf bestimmte Medikamente auswirken. Eine daraus abgeleitete Therapie mit dem Medikament Venetoclax zeigte bei einem zehnjährigen Patienten mit therapierefraktärer Akuter Lymphoblastischer Leukämie (ALL) Erfolg und führte dazu, dass die Leukämiezellen im Knochenmark vollständig verschwanden. So konnte der Patient stammzelltransplantiert werden und befindet sich seitdem in dauerhafter Remission, also ohne Krankheitsanzeichen.

„Dies ist ein herausragendes Beispiel für eine unmittelbar dem Patienten zukommende translationale Forschung“, heißt es in dem Vorschlagstext für die Auszeichnung von Dr. Niedermayer. Die Forschungsgruppe Leukämie plant, mithilfe des entwickelten DRP weiter personalisierte Therapieansätze für Leukämien zu entwickeln. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und möchte einen Teil des Preisgeldes an den Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm e.V. spenden“, so Dr. Alexandra Niedermayer.

Übergeben wurde die Auszeichnung Ende Juni im Trainingshospital TTU der Uni Ulm. 

Dr. Alexandra Niedermayer (geboren 1993 in Ulm) hat an der Uni Ulm Molekulare Medizin studiert und 2025 dort an der International Graduate School in Molecular Medicine Ulm (IGradU) promoviert. Sie forscht in der Klink für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm sowie dem Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) Standort Ulm an seltenen Erkrankungen des Immunsystems.

Über den Franziska-Kolb-Fonds:
Die Stiftung der Universität Ulm fördert durch den Franziska-Kolb-Fonds die Leukämieforschung. Die Franziska-Kolb-Stiftung wurde 1994 von Professor Dieter Kolb im Andenken an seine verstorbene Frau gegründet und wird heute als Fonds unter dem Dach der Stiftung der Universität Ulm geführt. Zur Verwirklichung ihres Förderzwecks vergibt die Stiftung regelmäßig einen mit 8000 Euro dotierten Forschungspreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Leukämieforschung.

Die Stiftung der Universität Ulm eröffnet Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie Alumni vielfältige Möglichkeiten, die Zukunft von Forschung und Lehre an der Universität Ulm nachhaltig mitzugestalten. Jede Spende und Zustiftung tragen dazu bei, wissenschaftliche Innovationen zu ermöglichen und Talente zu fördern.

 

Text und Medienkontakt: Daniela Stang

 

Der Direktor des DZKJ-Standorts Ulm Prof. Klaus-Michael Debatin, Prof. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III der Uniklinik Ulm und Prof. Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät, (v.l.) übergeben den Franziska-Kolb-Preis an Dr. Alexandra Niedermayer (2.v.l.) (Foto: Elvira Eberhardt/Uni Ulm)