Das Startup xenko erhält eine EXIST-Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Höhe von 143 500 Euro. Das Gründer*innen-Team der Universität Ulm entwickelt eine digitale Gesundheitsplattform, die mittels Virtueller Realität zu mehr Bewegung im Alltag am Arbeitsplatz anregen soll. Interessant ist die Entwicklung für Unternehmen mit einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement und langfristig auch für die Physiotherapie-Branche.
Ein höhenverstellbarer Schreibtisch, der Obstkorb in der Büroküche und eine vergünstigte Mitgliedschaft im Fitnessstudio: Unternehmen haben erkannt, dass die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden ein hohes Gut ist, und fördern deshalb bereits seit Jahren unterschiedliche Maßnahmen. Oft sind diese im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) gebündelt und werden als Anreize beispielsweise bei der Mitarbeitergewinnung beworben.
Das junge Ulmer Startup xenko setzt genau hier an: Es ermöglicht Unternehmen, Gesundheitsangebote digital und flexibel bereitzustellen, die die Mitarbeitenden unabhängig von Standort und Arbeitszeit nutzen können. Im Kern steht dabei die sogenannte Extended Reality (XR), also die Erweiterung der Umgebung durch Elemente in der Virtuellen Realität, die dann durch eine VR-Brille sichtbar sind. Das Angebot reicht von Mobilitätsübungen, Pilates und Yoga bis hin zu Meditationen und Regenerationseinheiten. Ein Trainingsplan, die virtuelle Umgebung und ein Avatar lassen sich individuell auf die Bedürfnisse der Nutzenden abstimmen. „Über Echtzeit-Ganzkörperfeedback werden die eigenen Bewegungen in die virtuelle Umgebung übertragen und mit denen eines Traineravatars verknüpft. Ein detailliertes digitales Muskelmodell kann zusätzlich veranschaulichen, welche Muskelgruppen bei einer Bewegung beteiligt sind. So wollen wir Bewegung nicht nur erlebbar, sondern auch verständlicher machen“, erklärt Geschäftsführerin Dr. Jana Funke. Funke hat an der Uni Ulm bei Professor Enrico Rukzio am Institut für Medieninformatik promoviert und ihre Begeisterung für Bewegung und Sport mit der zukunftsweisenden XR-Technologie verbunden. Sie erforschte, wie Bewegungsübungen für XR gestaltet sein sollten, und untersuchte deren Auswirkungen auf die Nutzer*innen, darunter Trainingserfolg, Akzeptanz, „Motion Sickness“ und Einfluss auf emotionale Zustände. Zusammen mit den anderen Gründer*innen Nadja Pirchheim (zuständig für Marketing und Produktdesign), XR-Entwickler Benjamin Bayer und Dr. Jessica Seyfried (Content Development) entstand 2024 die Idee zu xenko.
Alle Gründerinnen wurden bereits durch ein Woman-EXIST-Stipendium über den Entrepreneurs Campus der Universität gefördert und haben nun über das Gründungsnetzwerk erfolgreich ein EXIST-Gründungsstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) über drei Vollzeit-Stellen eingeworben. Das klare Ziel ist die Unternehmensgründung. „Wir suchen gezielt nach wissenschaftlichen Ergebnissen, in denen unternehmerisches Potenzial steckt, und befähigen die Menschen dahinter, daraus echte Anwendungen zu machen und den Weg zur Gründung zu gehen. Der Entrepreneurs Campus ist der Ort, an dem wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerischer Mut zusammenkommen – und genau dafür sind wir da", so Melanie Kamrath vom Entrepreneurs Campus der Uni Ulm. Der Entrepreneurs Campus, der auch die Gründer*innen von xenko berät, ist die zentrale Anlaufstelle für gründungsinteressierte Menschen an der Universität und bietet neben Inspiration und Qualifizierung ein starkes Netzwerk für alle, die unternehmerisch handeln und Innovationen schaffen wollen.
Das Gründungs-Team von xenko erhält im Rahmen der EXIST-Förderung insgesamt 143 500 Euro – aufgeteilt auf drei Vollzeitstipendien für Dr. Funke, Pirchheim und Bayer – sowie 30 000 Euro Sachmittel und 5 000 Euro für Coaching-Ausgaben. Die Förderung läuft vom 1. September 2026 bis zum 31. August 2027.
Xenko im Internet: www.xenko.de
Bildunterschrift:
Text und Medienkontakt: Daniela Stang
