Eine Mischung aus theoretischen Impulsen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Ansätzen: Das war bei den 19. Ulmer Denkanstößen im Stadthaus an drei Tagen voller kostenloser Vorträge und Diskussionen zum Thema „Gefühl(t)e Polarisierung“ geboten. Die bei der Veranstaltung gesammelten Spenden, die auch in diesem Jahr von der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg verdoppelt und großzügig aufgerundet wurden, gehen 2026 an die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm.
Der gemeinnützige Verein berät und unterstützt Straftäter nach der Entlassung und betreibt zwei Wohneinrichtungen in Ulm und Göppingen. „Es ist Tradition, dass wir verdoppeln – Sie haben fleißig gespendet und wir haben nochmal großzügig aufgerundet“, sagte Cathrin Clausnitzer, Marktbereichsleiterin der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Den Scheck übergab der Ulmer Filialleiter Cemre Tuna im Namen der Stiftung am vergangenen Samstag im Stadthaus an Uwe Gossner. Als Vertreter des Vereins bedankte sich Gossner und sensibilisierte das Publikum dafür, „dass so ein Entlassungstag und so ein Neustart nicht unbedingt schön sein muss – der ist oft sehr problembeladen.“ Jeder Mensch mit einem Straffälligen-Hintergrund könne deshalb zur Beratung kommen, niemand werde weggeschickt. Das Ziel sei, diesen Menschen darin zu unterstützen, „langsam wieder teilzuhaben und etwas zu haben, worüber sie reden können.“ Nur dann könnten sie irgendwann auch wieder in den Dialog treten.
„Wir wissen, dass diese Arbeit wahnsinnig wichtig ist – und auch wenn es kein riesiger Personenkreis ist, ist es doch ein relevanter Personenkreis“, befand die Ulmer Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Soziales Iris Mann, die sich herzlich für den Einsatz des Vereins bedankte. „Jede Person, bei der es gelingt, dass Sie eine Perspektive miteröffnen, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft.“
Motto der diesjährigen Denkanstöße war „Gefühl(t)e Polarisierung“. Dabei ging es unter anderem um Polarisierung und Zusammenhalt sowie Deradikalisierung und Gewaltprävention, aber auch um ein Social Media-Verbot für Jugendliche. Veranstaltet werden die Ulmer Denkanstöße vom Humboldt-Zentrum der Universität Ulm, der Kulturabteilung der Stadt Ulm sowie der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg.
Weitere Informationen:
Bettina Meyer-Quintus, Universität Ulm, Humboldt-Zentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften, Mail: bettina.meyer-quintus(at)uni-ulm.de
Text und Medienkontakt: Christine Liebhardt
