Dozent: Dr. Tobias Kraft, Berlin
Zu den bis heute berühmtesten Episoden der Forschungsreise Alexander von Humboldts durch die amerikanischen Tropen (1799–1804) gehört die Besteigung des Chimborazo. Humboldt widmete dieser bemerkenswerten Leistung nicht nur zahlreiche Seiten seiner Amerikanischen Reisetagebücher, sondern kehrte auch in seinen publizierten Werken immer wieder auf diesen Tag im Juni 1802 zurück. Schon zu Lebzeiten war die Chimborazo-Besteigung vor allem ein öffentlichkeitswirksamer Coup; wissenschaftlich jedoch brachte sie, von widrigen Umständen begleitet, nur geringen Ertrag. Der Vortrag nimmt daher weniger bekannte Aspekte von Humboldts Zeit am Berg in den Blick und beleuchtet nicht nur die geologischen, sondern auch die ethnographischen und kulturhistorischen Beobachtungen des preußischen Forschungsreisenden.
