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Herbstakademie an der Uni:
Vom Spuren Suchen und Legen

Universität Ulm

„Spuren suchen und legen“ ist das zentrale Thema der Herbstakademie vom 24. bis 28. September an der Universität Ulm. 500 bis 600 Teilnehmer erwartet das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Uni zu der inzwischen 42. „Weiterbildungswoche für Menschen im dritten Lebensalter und davor“ seit 1992. Das Programm beinhaltet neben fünf Vorträgen zum Schwerpunktthema die Wahl unter 36 Arbeitsgruppen und 30 so genannten Mittwochsangeboten, wobei auch hier einige das Leitthema aufgreifen. Bemerkenswert zudem: Rund die Hälfte der Wahlangebote ist thematisch erneuert worden.

Neuland betreten die ZAWiW-Verantwortlichen indes schon mit dem Vortragsprogramm. „Es passt in die heutige Zeit“, ist Vorstandssprecher Professor Othmar Marti überzeugt. Dabei sei das Thema „durchaus doppeldeutig“ gewählt. Schließlich befinde sich das Organisationsteam selbst in einer Umbruchphase: Die langjährige Geschäftsführerin Carmen Stadelhofer auf dem Sprung in den Ruhestand, der designierte Nachfolger noch nicht im Amt. Jedenfalls geht es Marti zufolge um Spuren von, im und rund um den Menschen aus den Blickwinkeln von Psychologie, Philosophie, Forensik, Biophysik und Biologie.

„Wir erwarten spannende Vorträge und Diskussionen“, ist der Physiker überzeugt und betont: „Für alle Themen konnten wir hervorragende Fachleute aus den jeweiligen Disziplinen gewinnen.“ Schon der Eröffnungsvortrag am Montag sei perfekt auf den größten Teil der Zielgruppe zugeschnitten. Da referiert der Entwicklungspsychologie Professor Daniel Zimprich (Uni Ulm) über „das autobiographische Gedächtnis im Alter“, den Teil des Gedächtnisses also, der persönlich bedeutsame Erlebnisse und Erfahrungen speichert. Einen „Hauch von Tatort“ verspricht tags darauf Professor Friedemann Pfäfflin (Uniklinik Ulm). Sein Thema: „Spuren suchen und legen in der Forensik“, Anmerkungen zur aktuellen Diskussion über Gewalt- und Sexualstraftäter sowie die Sicherungsverwahrung inklusive. Mit einer Spurensuche ganz anderer Art, im Körper des Menschen zum Beispiel, wird sich Professor Kay Gottschalk (Uni Ulm) beschäftigen, mit der „Spurensuche von Zellen“ nämlich.

Für den Trierer Philosophie-Professor Ernst Wolfgang Orth ist der Mensch Spurenleser und –leger, aber auch selbst eine Spur. Mehr noch: „Der Inbegriff des Spurenlegens und des Spurenlesens ist das, was wir Kultur nennen.“ In seinem Vortrag am Donnerstag der Akademiewoche („Die Spur des Menschen“) will er diese Aussage erklären. Mit einem faszinierenden Beispiel aus dem Tierreich wird der Ulmer Biologie-Professor Harald Wolf die Vortragsreihe abschließen: „Ameisen auf der Erfolgsspur“ hat er sein Thema überschrieben.

Dass verschiedene Arbeitsgruppen das Leitthema nachmittags aufgreifen werden, unterstreicht zum einen dessen Vielfalt, zum anderen den Anspruch der Veranstalter. „Wir wollen ja vor allem Anregungen zu Antworten auf die einzelnen Fragen geben, die Teilnehmer sollen und wollen sich eigene Gedanken machen“, macht Professor Marti deutlich. Gelegenheiten dazu gibt es zuhauf, mit viel Bezug zur Realität überdies. Bei Simon Streibs (Uni Ulm) Angebot „Datenspuren“ zum Beispiel. Da geht es um das „Hinterlassen, Finden und Verwischen von digitalen Spuren“. Keine Frage: „Wir bieten diesmal ein sehr attraktives Arbeitsgruppen-Angebot“. Aus gutem Grund, „denn für nicht wenige Teilnehmer hat gerade das Nachmittagsprogramm Priorität“.

Info: Die Teilnehmergebühr für das gesamte Angebot beträgt 85 Euro, für einzelne Veranstaltungen gibt es gestaffelte Gebühren. Anmeldungen sind bis zum 31. August möglich, telefonisch unter 0731/50-23193, per Fax 0731/50-23197 oder per Opens window for sending emailE-Mail. Weitere Informationen im Opens external link in new windowInternet.

Von Willi Baur