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Interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt
Professor Peter Bäuerle neuer Dekan der Naturwissenschaften

Universität Ulm

Professor Peter Bäuerle, 52, seit zwölf Jahren Direktor des Instituts für Organische Chemie II und Neue Materialien der Universität Ulm, wird mit Beginn des Wintersemesters Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften und damit Nachfolger des Biologen Professor Klaus-Dieter Spindler. „Zweifellos eine anspruchsvolle Aufgabe“, ist sich der Wissenschaftler bewusst, der sich bislang vorrangig der Lehre und der Forschung im Labor verschrieben hatte, erfolgreich insbesondere mit der Entwicklung organischer Solarzellen.

„Das Projekt ist auf einem guten Weg“, ist Bäuerle überzeugt, Mitgründer des in Dresden und Ulm angesiedelten Unternehmens Heliatek GmbH, das inzwischen 23 Mitarbeiter beschäftigt, acht davon in Ulm. Nicht zuletzt der Einstieg von Bosch und BASF als strategische Investoren unterstreiche die Perspektiven für diesen Ansatz, wenngleich daran mittlerweile weltweit gearbeitet werde. „Auch wir betreiben weiter Grundlagenforschung auf diesem Gebiet“, berichtet der Institutsleiter, „unter anderem entwickeln wir dafür neue Farbstoffe“. Zusammen mit Forschungen über Nano- und Biomaterialien übrigens nach wie vor das wichtigste Forschungsthema im Institut.

Gleichwohl sieht Professor Peter Bäuerle durchaus Kapazität für seine künftige Zusatz-Aufgabe: „Personell und strukturell ist das Institut gut aufgestellt. Das belegen allein unsere Projekte und Veröffentlichungen.“ Entscheidend für ihn dabei: „Einiges an Verantwortung konnte ich verlagern. Andernfalls hätte ich ein so zeitintensives Amt nicht übernehmen können.“

Wobei sich Bäuerle zufolge verschiedene Schwerpunkte im Dekanat bereits abzeichnen. Eine Reihe von Berufungsverfahren zumal, in der Physik vor allem, aber auch in der Chemie und Biologie. „Es wird wichtig sein, hier exzellente Leute zu gewinnen“, macht der designierte Dekan deutlich, verweist auf ehrgeizige Zielsetzungen in Forschung und Lehre gleichermaßen: „Gerade die Chemie hat zuletzt in verschiedenen Forschungsrankings hervorragend abgeschnitten. Dieses Niveau wollen wir unbedingt sichern.“ Der gemeinsam mit der Physik getragene Sonderforschungsbereich (SFB) 569 genieße nationale wie internationale Beachtung, befinde sich aber bereits in der letzten Bewilligungsphase. Was heißt: „Wir sollten auf jeden Fall einen Nachfolge-SFB etablieren.“ Nicht zuletzt gelte es, verschiedene Verbundprojekte und die Einrichtung von interdisziplinären Forschergruppen voran zu bringen.

Natürlich könne ein Dekan viele Entwicklungen nur bedingt beeinflussen, weiß Professor Bäuerle. „Dennoch sehe ich hier eine wichtige Aufgabe, zumindest bei den Rahmenbedingungen, aber auch mit der Berufungspolitik.“

Seinen Optimismus in diesem Zusammenhang stützt er insbesondere auf eigene Erfahrungen und Beobachtungen: „Für mich ist es faszinierend, wie in unserer Fakultät über die vergangenen Jahre hinweg interdisziplinäre Aktivitäten gewachsen sind.“ Und keinesfalls auf Biologie, Chemie und Physik beschränkt, vielmehr auch Gemeinschaftsprojekte mit Medizin, Ingenieurwissenschaften und Informatik. Das, wünscht sich Peter Bäuerle, sollte sich möglichst auch in der Lehre niederschlagen. In den interdisziplinären Studiengängen etwa, „meines Erachtens durchaus Aushängeschilder unserer Universität“. Zunächst freilich sei wichtig, nach den Bachelor- auch attraktive Master-Studiengänge anzubieten. „Die Lehre ist der Unterbau für die Forschung und Spitzenforschung braucht gute Studenten“, erklärt der vor acht Jahren mit dem renommierten, auf EU-Ebene vergebenen Descartes-Preis ausgezeichnete Wissenschaftler. Auch mit internationaler Reputation versteht sich, belegt durch Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren in den USA, in Frankreich, Japan und Australien. Obligatorisch überdies: Mitgliedschaft in zahlreichen Gremien und Kommissionen, unter anderem im Auswahlausschuss der Alexander von Humboldt-Stiftung. Mit Blick auf den künftigenTerminkalender verständlich insofern Professor Bäuerles Wunsch: „Ich hoffe nur, dass mir noch Zeit zum Tischtennis bleibt.“ Der SV Thalfingen nämlich würde auf seinen erfolgreichen Stammspieler nicht gerne verzichten.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Peter Bäuerle, Tel. 0731/50-22850,