Am Montag, 12. Oktober, sind rund 10 000 Studierende ins Wintersemester 2026/27 gestartet, darunter etwa 1900 junge Menschen, die neu an der Uni Ulm sind. Willkommen geheißen wurden sie vom neuen Präsidenten Professor Michael Kühl, der sein Amt Anfang Oktober angetreten hat. Sein Anliegen: den Studierenden die Bedeutung einer Universität vermitteln, auch und gerade in der Ära der Künstlichen Intelligenz.
Warum sollte man in einer Zeit, in der alles Wissen der Welt übers Smartphone abgerufen und von KI zusammengefasst werden kann, überhaupt noch studieren und Wissen anhäufen? „Weil Wissen nicht dasselbe ist wie Verstehen“, erläuterte Uni-Präsident Michael Kühl im großen Hörsaal 4/5, wo er am Montagvormittag die neuen Studierenden begrüßte. Es gehe darum, Informationen einzuordnen und zu gewichten – eine Fähigkeit, die im Diskurs mit Anderen entstehe und dabei, sich auch mit schwierigen Gedankengängen auseinanderzusetzen. Kühl betonte: „Die Universität ist ein Ort des Zweifelns und der Diskussionen.“ Er forderte die Anwesenden auf, alles zu hinterfragen: „Die Gesellschaft braucht Menschen, die gelernt haben, sauber zu argumentieren und zu den Fakten zu stehen. Diese Menschen sind Sie.“
Bildung sei mehr als Ausbildung, so der Präsident weiter. Es gehe darum, sich immer wieder in neue Themen einarbeiten und Probleme lösen zu können, unabhängig davon, wie der Arbeitsmarkt in fünf oder zehn Jahren aussehen wird. Und noch etwas ist Kühl wichtig: Die Uni als einen Ort der Begegnung und der Toleranz zu begreifen, an dem man sich mit Menschen austauscht, die einem sonst möglicherweise nie begegnet wären. Zuletzt ermutigte er die Studierenden: Studieren heiße, sich etwas zuzutrauen und sich auch dann durchzubeißen, wenn man mal etwas nicht sofort verstehe. „Das Studium gibt Ihnen als Zeit zwischen der Kindheit und dem Beruf viele Freiräume und Möglichkeiten: Nutzen Sie sie!“
Im Anschluss folgten die Begrüßungen durch die Dekane der vier Fakultäten sowie die Facheinführungen in die jeweiligen Studiengänge. Die neuen Studierenden konnten sich den ganzen Vormittag über an den vielen Ständen im Forum informieren: beispielsweise über die Zentrale Studienberatung, die Angebote des Studierendenwerks, die Mitarbeit in Hochschulgruppen, das Queer-Referat oder den Unisport. Natürlich gab es auch jede Menge Goodies, darunter als Begrüßungsgeschenke für die Erstsemester Uni Ulm-Trinkflaschen und die Tontäfelchen 2026, die an den Studienstart in Ulm erinnern sollen. Sie feiern in diesem Jahr mit einem Molekül-Motiv die International Graduate School in Molecular Medicine Ulm, die seit 20 Jahren besteht. Gestaltet und produziert werden die Tontäfelchen vom Musischen Zentrum (MUZ) der Universität.
Zu Beginn des neuen Wintersemesters sind insgesamt wieder beinahe 10 000 Studierende an der Uni Ulm eingeschrieben. Darunter sind über 950 klassische Erstsemester, die erstmals ein grundständiges Studium beginnen. Dazu kommen mehr als 930 Neueinschreiberinnen und -einschreiber, die bereits einmal immatrikuliert waren und nun ihr Studium in Ulm fortsetzen oder das Fach gewechselt haben. Die meisten neuen Studierenden haben sich in der Medizinischen Fakultät eingeschrieben. Die Studierendenzahlen verändern sich erfahrungsgemäß noch bis etwa Mitte November.
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