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Fit für Chemie, fit fürs Studium
Vortrag zu „Fachkultur und Stress" im ersten Chemietrainingscamp

Universität Ulm

„Fit für Chemie“ – sollten alle Erstsemester in naturwissenschaftlichen und medizinischen Studiengängen sein. Deshalb bietet  die Uni Ulm, anknüpfend an das Erfolgsmodell Mathe-Trainingscamp", erstmals das Ulmer Universitäts-TrainingscampFit für Chemiean. In dieser Woche schütteln angehende Studenten nicht nur Reagenzgläser, sondern beschäftigen sich auch mit der Studienorganisation. Damit die ersten Tage des Studentenlebens nicht zum „Stresstest“ werden, haben Alexandra Diepold und Cornelia Richter von der Psychosozialen Beratungsstelle für Studierende den Campteilnehmern wichtige Tipps gegeben.
Unterstützt wurden sie bei dem Vortrag und anschließenden Workshops von der Leiterin der Zentralen Studienberatung Christiane Westhauser und Stefanie Maaß (Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik).

Ressourcen gegen den Uni-Stress
„In den letzten Wochen habe ich nur Tiefkühlpizza gegessen“, „Ich bin seit drei Tagen und Nächten wach“, „In der Prüfungsphase wird halt nicht so viel geduscht“… diese Aussagen österreichischer Studenten in einem Videoclip zum Klausurenstress ließen die rund 280 Campteilnehmer schmunzeln. Mit dem Einstufungstest hatten sie gerade selbst eine Prüfungssituation erlebt.
In diesem Sinne fragten Diepold und Richter „Heute schon Stress gehabt?"und stellten körperliche Symptome von Rückenschmerzen bis zu Schlafstörungen sowie unspezifische Auswirkungen wie Gereiztheit vor. „Gerade der Studienstart birgt viele Stressoren. Sie müssen mit neuen Strukturen, unklaren Anforderungen und vielleicht einem Wohnortwechsel klar kommen“, wissen die Beraterinnen. Glücklicherweise verfügten Studenten normalerweise über ausgleichende Ressourcen wie etwa soziale Beziehungen, Hobbys und einen gesunden Lebenswandel.
Bei gutem Zeitmanagement und einer realistischen Selbsteinschätzung müssten die Uni-Neulinge keine Angst vor übermäßigem Stress haben, so die Pädagogin und die Sozialarbeiterin.

Individuelle Studienmodelle für ein erfolgreiches Studium
Dabei verschwiegen die Beraterinnen nicht, dass jedes Studium stressige Phasen beinhaltet. „Achten Sie in diesen Phasen auf sich, werden Sie sich bewusst, wie sich Stress bei Ihnen zeigt und lassen Sie sich frühzeitig helfen“, appellierten Diepold unf Richter und stellten entsprechende Angebote an der Uni Ulm vor. Anschließend vertieften die „Chemiecamper“ das Gelernte in Arbeitsgruppen. Hier standen die Fragen „Was sind meine persönlichen Stressoren? Welche Stresserfahrungen habe ich bereits gemacht? Und was hat mir dabei geholfen?“ im Mittelpunkt.
Die Veranstaltung war Teil des Programms „Studienmodelle individueller Geschwindigkeit“, das die Flexibilisierung von Bachelorstudiengängen zum Ziel hat. Wie elf andere Hochschulen erhält die Universität Ulm über drei Jahre Fördergelder des Landes in Höhe von 500 000 Euro. Dazu kommt unter anderem ein Eigenanteil in derselben Höhe.

Von Annika Bingmann