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Freude über Bleibezusage
Prof. Karsten Urban: Entscheidung sehr schwer gefallen

Universität Ulm

Seit Monaten hatte er nicht nur verhandelt, sondern auch mit sich gerungen. Ende vergangener Woche hat er seine Bleibezusage für die Universität Ulm unterschrieben: Professor Karsten Urban, seit fast acht Jahren Direktor des Instituts für Numerische Mathematik. Zwei ehrenvolle Rufe hat er in diesem Zusammenhang abgelehnt, an die TU Hamburg-Harburg nämlich und an die TU Darmstadt, zwei weitere nicht minder attraktive schon in den Jahren zuvor. „Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen“, räumt der Wissenschaftler ein, schließlich seien es Rufe auf große und angesehne Lehrstühle gewesen. Mit reizvollen Perspektiven dazu. „Und ich fühle mich ja auch immer noch als Hamburger“, macht der gebürtige Hansestädter deutlich.

Gleichwohl habe er sich aus guten Gründen für den Verbleib in Ulm entschieden: Die kleine Uni mit kurzen Wegen etwa und das ausgezeichnete Klima in unserer Fakultät. „Da kann man viel bewegen“, hat der 43-Jährige inzwischen erfahren können. „Dazu bestens qualifizierte und hoch motivierte Mitarbeiter, sehr gute Studenten und immer wieder hervorragende Doktoranden in der Mathematik und Wirtschaftsmathematik gleichermaßen.“ Er fühle sich „einfach wohl in diesem Umfeld“, sagt Urban. Nicht zu vergessen: Das Ulmer Bleibeangebot lasse kaum noch einen Wunsch offen, „Präsidium und Fakultät haben sich wirklich sehr um meinen Verbleib hier bemüht“.

Spürbare Erleichterung denn auch bei den Verantwortlichen über seine Zusage: „Professor Urban hat mit seinem enormen Engagement die erfolgreiche Weiterentwicklung der Fakultät entscheidend mitgeprägt und zählt in Forschung wie Lehre zu den absoluten Leistungsträgern unserer Universität. Die vier Rufe ausnahmslos renommierter Universitäten innerhalb weniger Jahre sprechen ja für sich. Wir sind deshalb mehr als froh über seine Entscheidung“, kommentierte Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling die Bleibezusage. „Begeistert darüber, dass wir ihn halten konnten“, reagierte darauf der Dekan der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, Professor Werner Kratz, „er ist eine unverzichtbare Säule der Mathematik“.

In der Tat resultieren nicht wenige überaus wichtige Einrichtungen der Fakultät aus Initiativen des umtriebigen Numerik-Experten. Das vor fünf Jahren gegründete „Ulmer Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen“ (UZWR) zum Beispiel, jetzt vom Senat für weitere fünf Jahre verlängert, oder das kürzlich ebenfalls verlängerte DFG-Graduiertenkolleg „Modellierung, Analyse und Simulation in der Wirtschaftsmathematik“, als deren Sprecher Professor Karsten Urban fungiert wie auch des Forschungsverbunds Wissenschaftliches Rechnen in Baden-Württemberg. Inzwischen als unverzichtbar gilt überdies das von ihm seinerzeit als Studiendekan initiierte „Mathe-Trainingscamp“, ein vierwöchiger kostenloser Einführungskurs für Erstsemester.

In seiner Entscheidung für Ulm bestärkt hat Urban eigenen Worten zufolge auch das starke wirtschaftliche Umfeld der Region, Basis für eine Reihe anspruchsvoller Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen, zum Teil unterstützt von der Industrie- und Handelskammer Ulm. Die sich übrigens ebenfalls für seinen Verbleib eingesetzt habe. „Deutschland weit eine einmalige Konstellation“, so der mit seiner Familie in Neu-Ulm lebende und hier mittlerweile auch schon ehrenamtlich verwurzelte Numerik-Professor. Professor Karsten Urban fungiert nämlich als Elternbeiratsvorsitzender eines örtlichen Gymnasiums.

Professor Karsten Urban