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Ausgezeichnete Forschung an nachhaltigen Batteriematerialien
Wissenschaftspreis für Professorin Birgit Esser

Universität Ulm

Sie ist eine der prägendsten Wissenschaftlerinnen ihres Fachs und arbeitet an Lösungen für eine zentrale Zukunftsfrage: Die Chemikerin Professorin Birgit Esser forscht zu nachhaltigen Batteriematerialien und ist Ulmer Sprecherin des Exzellenzclusters POLiS. Ihre wissenschaftliche Exzellenz würdigt die Stadt Ulm mit dem Wissenschaftspreis 2026, den Oberbürgermeister Martin Ansbacher am Schwörmontag feierlich übergeben hat.

Für eine gelingende Energiewende ist die elektrochemische Energiespeicherung eine Schlüsseltechnologie und damit gesellschaftlich hochrelevant. Wie solche Speicher leistungsfähiger, ressourcenschonender und unabhängiger von knappen Rohstoffen werden können, daran arbeitet die Batterieforscherin Professorin Birgit Esser an der Universität Ulm. Für ihre herausragende Forschung an nachhaltigen Batteriematerialien und ihre Wissenschaftskommunikation hat die Chemikerin jetzt den mit 7500 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Stadt Ulm erhalten. Überreicht hat den Preis Oberbürgermeister Martin Ansbacher am Montag, 20. Juli, bei der Schwörfeier.

Birgit Esser ist Professorin für Organische Chemie und vereint in einzigartiger Weise Expertise in Synthesechemie mit Knowhow aus dem Bereich organischer Batterieelektrodenmaterialien. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz will Esser die Lücke zwischen der Grundlagenforschung an Letzteren und deren Anwendung schließen. „Professorin Esser gehört zu den prägenden Wissenschaftlerinnen ihres Fachs“, zitierte OB Martin Ansbacher auf dem Weinhof aus dem Urkundentext. „Ihre Forschung verbindet wissenschaftliche Originalität mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.“

Die Chemikerin ist zudem die Ulmer Sprecherin des Batterie-Exzellenzclusters POLiS (Post Lithium Storage), dessen erfolgreiche Fortführung in erheblichem Maß ihre Handschrift trägt und Ulm als Zentrum der Batterieforschung in Deutschland und darüber hinaus sichtbar macht. „Unser gemeinsames Ziel ist es, zukunftsfähige Lösungen zu finden, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll sind“, so Esser. „An organischen Elektrodenmaterialien begeistert mich der gesamte Weg: Er beginnt beim gezielten molekularen Design, mit dem wir steuern können, wie ein Material Elektronen aufnimmt oder abgibt und wie es sich elektrochemisch verhält“, erläutert die Wissenschaftlerin ihre Forschung: „Darauf aufbauend wollen wir verstehen, wie diese Materialien genau funktionieren – zum Beispiel, wie Ionen, also elektrisch geladene Teilchen, durch das Material wandern. Das erforschen wir aktuell sehr intensiv. Am Ende steht die konkrete Anwendung: der Einsatz dieser Materialien in Batteriezellen.“

Als Gründungsdirektorin des CELEST Green Energy Lab, mit dem ein Referenzlabor für elektrochemische Energiespeicher jenseits von Lithium etabliert werden soll, wirkt Esser weit über das eigene Fach hinaus und bringt Wissenschaft, Nachwuchsförderung und institutionelle Entwicklung zusammen. Sie stehe für internationale Sichtbarkeit, wissenschaftliche Exzellenz und strategische Aufbauarbeit und stärke mit ihrem Wirken den Wissenschaftsstandort Ulm in besonderer Weise, heißt es im Text der Urkunde weiter.  

Der Präsident der Universität Professor Michael Weber lobte die Preisträgerin: „Wir sind stolz darauf, dass eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen auf diesem anspruchsvollen Gebiet an der Uni Ulm forscht. Birgit Esser hat großen Anteil daran, dass Ulm als Zentrum der deutschen Batterieforschung beständig neue Wege geht und der Standort auch international spitze bleibt. Wir freuen uns sehr, dass sie mit dem Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet wird.“

Den Wissenschaftspreis für die Technische Hochschule Ulm, gleichfalls dotiert mit 7500 Euro, erhält Professor Peter Renze, der die Energieforschung an der THU über viele Jahre entscheidend geprägt hat. Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Wasserstoffspeichertechnologien besser in bestehende Energiesysteme integriert werden können, um sie effizienter und wirtschaftlicher zu machen. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Energie- und Klimawende. Ein sichtbares Ergebnis der Arbeit des Leiters des Instituts für Energietechnik und Energiewirtschaft ist der Energiepark der THU auf dem Campus Eselsberg.

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Birgit Esser
Die Chemikerin Birgit Esser wurde 2022 von der Universität Freiburg als Professorin für Organische Chemie nach Ulm berufen. Sie ist Sprecherin für den Ulmer Standort des deutschlandweit einzigen Batterie-Exzellenzclusters POLiS, der 2025 in die zweite Förderperiode gegangen ist. Seit 2024 leitet sie das Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien; 2023 warb Esser einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von zwei Millionen Euro ein. Außerdem ist Esser Mitglied der Forschungsplattform CELEST und assoziierte Gruppenleiterin am Helmholtz-Institut Ulm. Esser studierte und promovierte in Heidelberg und forschte an der Universität Bonn und am MIT in den USA.

Über den Wissenschaftspreis der Stadt Ulm
Alle zwei Jahre vergibt die Stadt Ulm den mit insgesamt 15 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen von Einzelpersonen, Forschungs- oder Arbeitsgemeinschaften. Er geht traditionell hälftig an Forschende der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Ulm. Den Wissenschaftspreis erkennt der Gemeinderat der Stadt Ulm auf Vorentscheidung eines Preisgerichts zu, in dem die Universität, die Technische Hochschule Ulm und Mitglieder des Gemeinderats vertreten sind.

Weitere Informationen: 
Prof. Dr. Birgit Esser, Institut für Organische Chemie II und Neue Materialien, Mail: birgit.esser(at)uni-ulm.de 

Gruppenbild mit (v.l.) OB Martin Ansbacher, Prof. Birgit Esser und Prof. Renze  auf dem Weinhof. Esser und Renze haben Blumensträuße und Urkunden in der Hand
Professorin Birgit Esser von der Uni Ulm und Professor Peter Renze (rechts) von der THU haben den Wissenschaftspreis 2026 von Oberbürgermeister Martin Ansbacher überreicht bekommen (Foto: Christine Liebhardt / Uni Ulm)
OB Martin Ansbacher list an einem Pult, Prof. Birgit Esser steht daneben
Oberbürgermeister Martin Ansbacher verliest vor dem Schwörhaus den Urkundentext (Foto: Christine Liebhardt / Uni Ulm)