Jetzt ist das neue Präsidium komplett: In einer gemeinsamen Sitzung am Mittwoch, 29. Juli, haben Senat und Universitätsrat Dr. Wiltrud Christine Radau im ersten Wahlgang mit einer überragenden Mehrheit zur neuen Kanzlerin der Universität Ulm gewählt. Die 56-jährige Juristin leitet derzeit das Dezernat „Akademisches und Recht“ an der Universität Bonn. Eines ihrer zentralen Ziele: die Verwaltung der Uni als Ermöglicherin exzellenter Forschung und Lehre aufstellen.
Am Mittwochvormittag hatte sich Dr. Wiltrud Christine Radau im Multimediaraum des Forschungsgebäudes N27 den Wahlberechtigten und der Hochschulöffentlichkeit vorgestellt und ihre Ideen und Ziele für die Uni Ulm skizziert. Die Juristin will die Forschungsexzellenz sichern, das Wissenschaftsökosystem am Oberen Eselsberg ausbauen und die Digitalisierung sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung voranbringen. In ihrer neuen Rolle als Kanzlerin sieht sich die 56-Jährige vor allem als „strategische Ermöglicherin“: Durch eine verlässliche und serviceorientierte Verwaltung, nachhaltige Finanzen, moderne Infrastruktur und eine zukunftsorientierte Organisationsentwicklung will sie passende Rahmenbedingungen für herausragende Forschung, Lehre und Transfer schaffen.
„Die Verwaltung muss der Wissenschaft aktiv und lösungsorientiert zur Seite stehen“, findet die Rheinländerin. Entscheidend für den Erfolg der Universität seien Verständnis und Respekt für die jeweils andere Seite. „In meiner Rolle als Kanzlerin muss ich zwischen beiden Parteien ausgleichend moderieren. Ich bin überzeugt: Es gibt Spielräume, die wir mutig ausschöpfen können. Die Rahmenbedingungen für Forschung, Lehre und Studium gestalten wir alle gemeinsam.“ Um sich als Organisation weiterentwickeln zu können, sei auch eine positive Fehlerkultur unerlässlich. Besonders wichtig ist ihr eine Kultur des Vertrauens, die sich durch Transparenz, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit auszeichnet. Durch gute Organisation und moderne Infrastruktur will die designierte Kanzlerin zudem die Studienbedingungen weiter verbessern und die Attraktivität der Universität Ulm für Studierende steigern – beispielsweise durch den Ausbau digitaler Services, moderne Lernplätze, einen attraktiven Campus, Studienbegleitprogramme und die Unterstützung der mentalen Gesundheit.
„Mit Wiltrud Christine Radau gewinnt die Universität Ulm eine Kanzlerin, die Verwaltung als Motor für Wissenschaft und Lehre versteht und viel Wert auf gegenseitiges Verständnis legt“, freut sich Uni-Präsident Professor Michael Weber. „Ich bin überzeugt, dass sie gemeinsam mit dem Präsidium die Universität Ulm mit Weitblick und Gestaltungswillen in eine starke Zukunft führen wird.“
Auch Webers designierter Nachfolger, Professor Michael Kühl, gratulierte der Juristin: „Dr. Radau bringt alles mit, was wir in den kommenden Jahren brauchen, um die Universität Ulm gemeinsam weiter voranzubringen: den klaren Willen, Forschungsexzellenz strukturell zu verankern, die Verwaltung als strategische Partnerin der Wissenschaft zu positionieren und eine Vertrauenskultur zu pflegen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“
Dr. Radau folgt auf Dieter Kaufmann, der nach 21 Jahren als Kanzler der Uni Ulm Ende Juni in den Ruhestand gegangen war. Die Kanzlerin, die die Verwaltung leitet und den Haushalt verantwortet, ist hauptamtliches Präsidiumsmitglied. Mit ihrer Wahl ist das neue Präsidium der Universität Ulm vollständig: Bereits im Mai dieses Jahres war Professor Michael Kühl zum Nachfolger von Universitäts-Präsident Professor Michael Weber gewählt worden, der Ende September ebenfalls in den Ruhestand eintritt. Mitte Juli hat der Senat die neuen Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten gewählt, die ihre Ämter ebenso wie der designierte Präsident zum 1. Oktober antreten werden. Bis zum Start von Wiltrud Christine Radau führt die Leiterin des Dezernats Recht, Organisation und Marketing Heidi Krolopp als stellvertretende Kanzlerin die Geschäfte der Universität.
Zur Person
Dr. Wiltrud Christine Radau (Jahrgang 1969) hat an der Universität Bochum Rechtswissenschaften studiert und an der Universität Düsseldorf promoviert. Sie war zunächst Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität Wuppertal, bevor sie Partnerin einer Kanzlei in Wuppertal wurde. Von 2006 bis 2024 war sie als Rechtsanwältin und Justitiarin im Deutschen Hochschulverband tätig mit den Schwerpunkten Hochschul-, Beamten-, Medizin- und Arbeitsrecht. Zudem war sie von 2014 bis 2024 Geschäftsführerin des Landesverbandes Niedersachsen im Deutschen Hochschulverband. Mitte 2024 wurde sie Leiterin des Dezernates „Akademisches und Recht“ an der Universität Bonn.
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Christine Liebhardt, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mail: christine.liebhardt(at)uni-ulm.de, Tel. (0731) 50 22121
