Urheberrecht - Was Sie wissen sollten

Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) schützt das Recht des Urhebers an seinen Werken!

Nutzungsmöglichkeiten trotz Urheberrecht ("Schranken")

Prinzipiell gilt, dass Werke, für die man Verwertungsrechte besitzt, nur in der Art und Weise genutzt werden dürfen, in der die Rechte eingeräumt wurden. Zur Einholung von Lizenzen berät Sie das Team Publikationsmanagement.

Sobald  urheberrechtlich geschützte Inhalte verwendet werden sollen und diese im Internet sowie im Intranet (inkl. Elearning!) veröffentlicht werden, müssen die entsprechenden Lizenzen eingeholt und die Inhalte kenntlich gemacht sein! Urheberrechtlich geschützte Inhalte sind ALLE Inhalte, außer solche die der Public Domain zuzuordnen sind.

Informationen zu §52a UrhG

Die Schranke §52a UrhG - öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung

Der § 52a UrhG regelt die Bereitstellung urheberrechtlich geschützter Inhalte für Lehr- und Forschungszwecke. Die Bereitstellung ist nur bei Erfüllung mehrerer Voraussetzungen möglich, u.a.:

  • Die Materialien dürfen nur einem begrenzten Personenkreis (Passwortschutz) für Lehr- und Forschungszwecke zur Verfügung gestellt werden. 
  • Für die Nutzung ist eine Vergütung an die zuständige Verwertungsgesellschaft zu zahlen. Die Zahlung erfolgt aktuell über eine Pauschalregelung.
Unterstützende Informationen für die Lehre finden Sie unter "Anleitungen&Leitfäden".

Aktuelles zu §52a UrhG:

11.08.2017: Die HRK vermeldet eine Einigung zwischen KMK und VG-Wort. Demnach ist die Finanzierung der anfallenden Tantiemen für die Nutzung von Inhalten nach §52a UrhG bis zum Eintreten der neuen gesetzlichen Regelung im März 2018 nach dem UrhWissG sichergestellt. Für alle Lehrenden bedeutet dies für die Vorlesungszeit des Wintersemesters 2017/2018 gleichbleibende Konditionen bei der Bereitstellung von Inhalten in elektronischen Lernplattformen.

30.6.2017: Der Bundestag hat das Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft (Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz - UrhWissG) beschlossen. Die Neuregelung wird ab 1. März 2018 in Kraft treten. Mit der Novellierung des Urheberrechts wird der § 52a UrhG außer Kraft treten.

23.12.2016: In Pressemitteilungen der KMK und der VG-Wort wurde bestätigt, dass das Verfahren der Pauschalvergütung bis zum 30.09.2017 fortgesetzt wird und Inhalte bis dahin nach §52a UrhG bereitgestellt werden dürfen.

16.12.2016: KMK, HRK und VG-Wort haben den zuständigen Gremien vorgeschlagen, das bestehende Verfahren der Pauschalvergütung zunächst bis 30.09.2017 fortzuführen. Das Bereitstellen von Materialien zu den Konditionen des §52a UrhG wird vermutlich vorerst in unveränderter Form weiterhin möglich sein. Nach §52a bereitgestellte Inhalte müssen nach dem aktuellen Stand voraussichtlich nicht entfernt werden. Ein entsprechendes Schreiben des MWK an die Universitäten liegt vor. Eine endgültige Entscheidung wird in KW51 erwartet.

05.05.2016: Die für Schriftwerke zuständige Verwertungsgesellschaft VG-Wort hat mit der KMK einen Rahmenvertrag geschlossen, der eine Einzelfallvergütung vorsieht. Die Universität Ulm ist diesem nicht beigetreten und hat über die Gründe die Betroffenen in einem Rundschreiben informiert. Da ab dem 1.1.2017 keine vertragliche Grundlage mehr für die digitale Bereitstellung von Schriftwerken nach §52a UrhG besteht, müssen diese bis 31.12.2016 entfernt werden.

 

Lizenzen und rechtliche Bestimmungen

Lizenzen (Creative Commons)

  • Auch "freie" Lizenzen schützen Werke!
  • Creative-Commons-Lizenzen bieten Urhebern von Werken einen expliziten Schutz der eigenen Werke an.
  • Im Gegenzug muss man bei der Nutzung von CC-geschützten Inhalten genau darauf achten, welche Rechte man als Verwerter eingeräumt bekommt. 
  • Achtung: Nicht nur die Zusätze -BY, -NC, -ND, -SA sind bei der Nutzung CC-geschützter Inhalte relevant sondern auch die Version der Lizenz!

Die "geistige Schöpfungshöhe"

  • Werke im Sinne des Urheberrechtsgesetzes stammen aus Literatur, Wissenschaft und Kunst
  • Werke im Sinne des Urheberrechtsgesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen, also solche bei denen eine kreative geistige Eigenleistung zu erkennen ist.

Übertragbarkeit & Nutzungsrechte

  • Das Urheberrecht ist nicht übertragbar, aber vererbbar! Es können lediglich Nutzungsrechte eingeräumt werden. Darunter fallen unter anderem das Recht der Vervielfältigung, Verbreitung, Ausstellung, der öffentlichen Zugänglichmachung, das Senderecht, das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger, das Recht der Wiedergabe von Funksendungen, sowie das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht.
  • Dem Urheber steht das ausschließliche Recht der Verwertung seiner Werke zu!
  • Für eine materielle Verwertung der eigenen Werke können nach §29, Abs. 2 und § 31 UrhG Dritten Nutzungsrechte eingeräumt werden.
  • Im Kontext von wissenschaftlichen Publikationen bei Verlagen werden die Nutzungsrechte durch das Verlagsgesetz (VerlG) geregelt.

Unterscheidung einfaches und ausschließliches Nutzungsrecht

Einfaches Nutzungsrecht: Hier werden dem Rechteinhaber bestimmte Nutzungsarten übertragen. Die Nutzung durch den Urheber oder durch Dritte wird hier nicht ausgeschlossen (§31 Abs. 2 UrhG).

Ausschließliches Nutzungsrecht: Wenn beispielsweise einem Verlag das ausschließliche Nutzungsrecht eingeräumt wird, schließt das selbst den Urheber von der Nutzung aus! Wenn dieses nicht relativiert wird, gelten die gängigen Schutzfristen.

Schutzfristen

  • Werkschutz: 70 Jahre nach dem Tod, bei Miturheberschaft 70 Jahre nach dem Tod des letzten überlebenden Miturhebers.
  • Lichtbildschutz: 50 Jahre nach erstmaligem Erscheinen des Lichtbilds
  • Darbietungsschutz: Mit dem Tod des Künstlers oder 50 Jahre nach der Darbietung
  • Filmherstellerschutz: 50 Jahre nach Erscheinen des Bild- oder Tonwerkes
  • Datenbankschutz: 15 Jahre nach Veröffentlichung (bei Änderung der Datenbank weitere Verlängerung um 15 Jahre)

Für die Wissenschaft und Lehre relevante Auszüge aus dem UrhG:

§51 UrhG: Zitatrecht

Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn 
1. einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden, 
2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden, 
3. einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.

 

§52 Öffentliche Wiedergabe

(1) Zulässig ist die öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes, wenn die Wiedergabe keinem Erwerbszweck des Veranstalters dient, die Teilnehmer ohne Entgelt zugelassen werden und im Falle des Vortrags oder der Aufführung des Werkes keiner der ausübenden Künstler (§ 73) eine besondere Vergütung erhält. Für die Wiedergabe ist eine angemessene Vergütung zu zahlen. Die Vergütungspflicht entfällt für Veranstaltungen der Jugendhilfe, der Sozialhilfe, der Alten- und Wohlfahrtspflege, der Gefangenenbetreuung sowie für Schulveranstaltungen, sofern sie nach ihrer sozialen oder erzieherischen Zweckbestimmung nur einem bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen zugänglich sind. Dies gilt nicht, wenn die Veranstaltung dem Erwerbszweck eines Dritten dient; in diesem Fall hat der Dritte die Vergütung zu zahlen. 
(2) Zulässig ist die öffentliche Wiedergabe eines erschienenen Werkes auch bei einem Gottesdienst oder einer kirchlichen Feier der Kirchen oder Religionsgemeinschaften. Jedoch hat der Veranstalter dem Urheber eine angemessene Vergütung zu zahlen. 
(3) Öffentliche bühnenmäßige Darstellungen, öffentliche Zugänglichmachungen und Funksendungen eines Werkes sowie öffentliche Vorführungen eines Filmwerks sind stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

 

§52a Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung

(1) Zulässig ist, 
1. veröffentlichte kleine Teile eines Werkes, Werke geringen Umfangs sowie einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften zur Veranschaulichung im Unterricht an Schulen, Hochschulen, nichtgewerblichen Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung sowie an Einrichtungen der Berufsbildung ausschließlich für den bestimmt abgegrenzten Kreis von Unterrichtsteilnehmern oder
2. veröffentlichte Teile eines Werkes, Werke geringen Umfangs sowie einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften ausschließlich für einen bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen für deren eigene wissenschaftliche Forschung
öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies zu dem jeweiligen Zweck geboten und zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke gerechtfertigt ist.
(2) Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig. Die öffentliche Zugänglichmachung eines Filmwerkes ist vor Ablauf von zwei Jahren nach Beginn der üblichen regulären Auswertung in Filmtheatern im Geltungsbereich dieses Gesetzes stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.
(3) Zulässig sind in den Fällen des Absatzes 1 auch die zur öffentlichen Zugänglichmachung erforderlichen Vervielfältigungen.
(4) Für die öffentliche Zugänglichmachung nach Absatz 1 ist eine angemessene Vergütung zu zahlen. Der Anspruch kann nur durch eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden.

Kommunikations- und Informationszentrum (kiz)

  • Helpdesk

    Kontaktieren Sie uns bei Fragen und Problemen zu den Services des kiz:
    Mo - Fr  8 - 18 Uhr
    +49 (0)731/50-30000
    helpdesk(at)uni-ulm.de
    Kundenportal
    [mehr]

  • Service-Points

    An den Service-Points können Sie uns persönlich aufsuchen.
    [mehr]

  • Identitätsmanagement

    Self Service Funktionen des Identitätsmanagementsystems (IDM):

    • Berechtigungen verwalten
    • Dienste abonnieren
    • Passwörter ändern
    • ...

    IDM Self Services
    [mehr]

  • Literatursuche

  • kiz von A bis Z

    Etwa 400 Stichwörter führen Sie direkt zu einer einschlägigen Web-Seite des kiz.
    A-Z-Liste
    Wenn Sie ein Stichwort vermissen, geben Sie uns Nachricht: Redaktion

mehr zu: Urheberrecht & richtig zitieren