Forschungsthemen im Überblick
- Alterung von Stammzellen
- Leukämie und andere Krebserkrankungen
- Körpereigene Peptide zur Therapie
- Neurodegenerative Erkrankungen
An der Universität Ulm erforschen wir, wie Menschen altern, welche Erkrankungen in verschiedenen Lebensphasen auftreten und wie der menschliche Körper auf schwere Verletzungen reagiert.
Die Universität Ulm widmet sich mit führender Expertise den großen Gesundheitsfragen unserer Zeit. Unsere Forschenden arbeiten fächerübergreifend daran, die biologischen Grundlagen des Alterns zu entschlüsseln, altersassoziierte Erkrankungen wie Krebs oder neurodegenerative Störungen besser zu verstehen und neue Wege für Therapie und Prävention zu entwickeln.
Gleichzeitig zählt die Universität Ulm zu den bundesweit stärksten Standorten der Traumaforschung. Hier wird untersucht, wie der Körper auf schwere Verletzungen reagiert, welche Faktoren Heilungsprozesse beeinflussen und wie körperliche und psychische Folgen eines Traumas zusammenhängen.
Mit modernster Technologie, personalisierter Medizin, starken Forschungsverbünden und interdisziplinärer Zusammenarbeit schafft die Universität Ulm Wissen, das die Medizin der Zukunft prägt – für ein gesundes Leben über alle Lebensphasen hinweg.
Die Forschung in Ulm verfolgt ein klares Ziel: Sie möchte den Menschen ein gesundes Älterwerden ermöglichen. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schauen dabei genau hin. Auf zellulärer und molekularer Ebene untersuchen sie, welche Faktoren den Alterungsprozess beeinflussen, und entwickeln Strategien, um altersbedingte Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder gezielt zu behandeln. Interdisziplinär arbeiten unsere Forschenden gemeinsam daran, Grundlagenwissen in die klinische Praxis zu übertragen.
Seit 2021 untersuchen Forschendes des SFB 1506 „Aging at Interfaces“ an der Universität Ulm, wie und warum der menschliche Körper altert. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Schnittstellen auf zellulärer und molekularer Ebene, die den Alterungsprozess von Geweben, Organen und dem gesamten Organismus beeinflussen. Das Ziel: nicht nur ein langes, sondern auch ein gesundes Leben zu ermöglichen.
Im Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) der Uniklinik Ulm und der Medizinischen Fakultät werden Patient*innen mit Tumorerkrankungen auf höchstem Niveau versorgt. Das CCCU ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum zertifiziert. Gemeinsam mit dem CCC Tübingen-Stuttgart bildet es das Konsortium CCC-SüdWest, eines von 14 durch die Deutsche Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren, und ist Standort NCT-SüdWest im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen.
Im SFB 1279 „Nutzung des menschlichen Peptidoms zur Entwicklung neuer antimikrobieller und anti-Krebs Therapeutika“ erforschen Ulmer Wissenschaftler*innen kleine Eiweißbausteine, sogenannte Peptide, die in unserem Körper natürlicherweise vorkommen und Krankheitserreger oder Krebszellen bekämpfen können. Das Ziel: neue Medikamente und bessere Therapien entwickeln, die sich an der Natur unseres eigenen Körpers orientieren.
Ulm ist ein Zentrum für neurologische Spitzenforschung und gehört zum Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Forschende an Universität, Universitätsklinikum und Rehabilitations- und Universitätskliniken untersuchen schwere Erkrankungen wie ALS oder Chorea Huntington. Besonderes Augenmerk liegt auf Biomarkern, mit denen Krankheiten früh erkannt und ihr Verlauf verfolgt werden kann.
Schon in den ersten Lebensjahren werden die Weichen für ein gesundes Leben gestellt – und genau das erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Ulmer Standort des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ). Der Fokus liegt dabei auf Erkrankungen des Stoffwechsels, des Immunsystems und der Psyche. Systeme, die nicht nur Kinderkrankheiten beeinflussen, sondern auch bestimmen, wie gesund wir als Erwachsene bleiben. Experten aus Medizin, Psychologie und Naturwissenschaften bündeln hier ihr Wissen.
Die Ulmer Traumaforschung zählt bundesweit zu den stärksten und am besten vernetzten Forschungslandschaften. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Medizin, Psychologie, Molekularbiologie und den Lebenswissenschaften arbeiten hier eng zusammen, um zu verstehen, wie der menschliche Körper auf Verletzungen reagiert. Die Kombination aus exzellenter Grundlagenforschung, klinischer Expertise und moderner Infrastruktur macht die Universität Ulm zu einem zentralen Standort der multidimensionalen Traumaforschung.
Das neue Forschungsgebäude für Multidimensionale Trauma-Wissenschaften, das aktuell auf dem Campus der Universität Ulm errichtet wird, unterstreicht die herausragende Bedeutung der Ulmer Traumaforschung. Ausgestattet mit Speziallaboren, Biobank und eigenem klinischen Studienzentrum, gehört das MTW-Gebäude zu den modernsten seiner Art. Finanziert wird der Neubau aus Bundesmitteln sowie mit Geldern des Landes und der Medizinischen Fakultät.
Der SFB 1149 „Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potenzial nach akutem Trauma“ untersucht seit 2015, wie der Körper auf schwere Verletzungen reagiert. Die Forschenden analysieren Prozesse bis auf die molekulare Ebene und entwickeln neue Ansätze, um Heilung und Regeneration zu verbessern. Die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) läuft bis 2026.
Das Zentrum für Traumaforschung (ZTF) am Standort Ulm ist ein transdisziplinäres, virtuelles Forschungszentrum, das nicht nur deutschlandweit einzigartig, sondern auch international wegweisend ist. An der Schnittstelle zwischen körperlichem und psychischem Trauma arbeiten Forschende an der Aufklärung der molekularen Wechselwirkungen zwischen seelischen und körperlichen Verletzungen. Dabei wirken scheinbar weit entfernte Disziplinen wie zum Beispiel Unfallchirurgie, Biochemie und Psychiatrie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie eng zusammen.
“Wir forschen an der Verjüngung von gealterten Stammzellen, damit gesundes Altern Wirklichkeit werden kann.”
Prof. Hartmut Geiger
Institut für Molekulare Medizin
“Unser Auftrag in der Kinderklinik ist es, Erkrankungen zu heilen und ihr Auftreten zu verhindern – durch Forschung und indem wir junge Menschen befähigen, auf ihre Gesundheit zu achten.”
Prof. Miriam Erlacher
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
“Wir erforschen, wie der Körper nach schwerem Trauma Heilung findet – damit Betroffene mit neuer Kraft ins Leben zurückfinden.”
Prof. Markus Huber-Lang
Institut für Klinische und Experimentelle Trauma-Immunologie
“Mit innovativen Ansätzen in der Suizidprävention eröffnen wir neue Wege, um Menschen in Notlagen wirksam zu unterstützen.”
Prof. Nathalie Oexle
Public Mental Health, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II
Wer in den Life Sciences oder der Medizintechnik arbeitet, braucht mehr als ein gut ausgestattetes Labor. Entscheidend sind spezialisierte Technologien, fachkundige Unterstützung und verlässliche Abläufe. Genau hier setzt das Ulm Life Science & Medicine Technology Center (ULMTeC) der Medizinischen Fakultät mit seinen zentralen wissenschaftlichen Serviceeinrichtungen, den Core Facilities an. Diese stellen modernste Technik bereit und vermitteln angewandtes Know-how, das viele Projekte erst ermöglicht.
Die Forschung im Profilbereich Life Long Health ist eng mit den anderen Schwerpunkten der Universität Ulm vernetzt. Viele Projekte verbinden Medizin mit Datenwissenschaft, KI, Physik oder Quantenforschung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit schafft neue Perspektiven und ermöglicht es, Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenzuführen. So entstehen innovative Methoden, Technologien und Erkenntnisse, die langfristig die Gesundheitsforschung stärken und neue Wege für Diagnose, Therapie und Prävention eröffnen.
Life Long Health – From Data to Knowledge
Das bundesweite Konsortium DIFUTURE (Data Integration for Future Medicine) der Medizininformatik-Initiative verknüpft medizinische Daten, um Erkrankungen wie MS oder Parkinson besser zu verstehen. In Ulm arbeiten Medizin, Informatik und Ingenieurwesen zusammen, um große Datenbestände in neues Wissen zu überführen – für eine stärkere personalisierte Medizin und datenbasierte Gesundheitsforschung.
Life Long Health – Quantum Science and Technology
Im Zukunftscluster QSens entwickeln Forschende aus Physik, Ingenieurwissenschaften und Medizin neue Quantensensoren, die hochpräzise Messungen ermöglichen. Dazu gehören Spinresonanzverfahren, mit denen sich biologische Proben analysieren und neue Wirkstoffe erforschen lassen. So können künftig Frühzeichen von Krankheiten erkannt werden, noch bevor Symptome auftreten.
Life Long Health – From Data to Knowledge
Das Graduiertenkolleg KEMAI erforscht, wie künstliche Intelligenz für bildbasierte Diagnosen genauer und nachvollziehbar gemacht werden kann. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Informatik, Medizin und Ethik arbeiten eng zusammen, um KI-Systeme zu entwickeln, die präzise Diagnosen liefern, deren Entscheidungen für Ärztinnen und Ärzte verständlich sind.
Junge Talente sind der Motor für medizinische Innovation. An der Universität Ulm können Forschende ihre Ideen entwickeln, interdisziplinär arbeiten und ihre Projekte auf nationalem und internationalem Niveau sichtbar machen. Von früher Karriereförderung bis zu strukturierten Promotionsprogrammen mit festem Curriculum – den sogenannten Graduiertenkollegs – bietet die Universität ein starkes Netzwerk für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Die Medizinische Fakultät der Universität Ulm unterstützt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Beginn und im Laufe ihrer Karriere. Hierfür hat die Medizinische Fakultät Ulm zahlreiche Förderprogramme für Clinician und Medical Scientists etabliert.
IGradU fördert junge Forschende in der Molekularen Medizin. Die Graduiertenschule verbindet Biologie, Genetik, Informatik, Mathematik, Physik und Ingenieurwissenschaften und bietet Mentoring, interdisziplinäres Training, Workshops und internationale Vernetzung.
Tumorgewebe im Labor möglichst realitätsnah nachbilden und neue Ansätze für eine personalisierte Krebsmedizin entwickeln: Daran werden ab Frühjahr 2026 insgesamt 20 Promovierende in den Lebenswissenschaften sowie zehn Medizinerinnen und Mediziner im neuen Graduiertenkolleg „Organoid-Based mOdelling of Solid Tumors“ der Universität Ulm forschen. Sie wollen Krebserkrankungen besser verstehen und Krankheitsverläufe und die Wirkung von Therapien besser vorhersagen. Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) fördert Org-BOOST über zunächst fünf Jahre mit knapp neun Millionen Euro.
FePro Ulm untersucht, wie Fruchtbarkeit bei Krebspatient*innen, bei Endometriose, für transgender Personen oder Frauen, die ihre Familienplanung verschieben möchten („Social Freezing“) erhalten werden kann. Das Zentrum verknüpft innovative Forschung mit praxisnaher Anwendung und bietet Nachwuchsforschenden ein interdisziplinäres Umfeld.
Das Else-Kröner-Forschungskolleg “Implementation of personalized tumour therapy into practice by optimizing predictive biomarker and model systems - POTENTIAL” verbindet innovative Krebsforschung mit gezielter Förderung junger Mediziner*innen. Die Teilnehmenden – sogenannte Clinician Scientists, die teilweise für ihre Forschung von klinischen Tätigkeiten freigestellt sind – entwickeln moderne Methoden zur personalisierten Krebstherapie und werden auf eine erfolgreiche Karriere in der medizinischen Forschung vorbereitet.
Eine exzellente Forschung lebt vom Austausch. In der Wissenschaftsstadt Ulm arbeiten Universität und Universitätsklinikum sowie regionale und überregionale Partner eng zusammen. Die räumliche Nähe von Forschung, Kliniken und Hightech-Unternehmen schafft kurze Wege und direkte Verbindungen. So entsteht eine Versorgungskette „von der Forschung bis zur Klinik“, die besonders für die Traumaversorgung, Krebsforschung und translationale Medizin von Bedeutung ist.
Zu den zentralen Partnern gehören u. a.:
Schon gewusst?
Die Universität Ulm wurde als „Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule Ulm“ 1967 gegründet und ist die jüngste Universität in Baden-Württemberg. An der Medizinischen Fakultät forschen und lehren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte auf internationalem Spitzenniveau.