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„Vorhang auf für die Wissenschaft!“
Zweitausend Menschen beim Langen Abend an der Uni Ulm

Universität Ulm

Begreifen, Ausprobieren und Bestaunen: Darum ging es beim Langen Abend der Wissenschaft der Universität Ulm am 8. Mai. Mehr als zweitausend Besucherinnen und Besucher – darunter viele Familien – kamen auf den Oberen Eselsberg, um mit eigenen Augen zu sehen, was die Uni in Forschung und Lehre zu bieten hat. Mit einer enormen Vielfalt an Experimenten, Demonstrationen, Besichtigungen, Führungen und Vorträgen haben sich die vier Fakultäten von ihrer besten und buntesten Seite präsentiert.

Auf große Begeisterung stießen vor allem bei den Kindern die Mitmachangebote: Es gab Batterien aus Zitronen, DNA zum Extrahieren, Steckmoleküle, Programmierspiele und Verteilungsexperimente mit Süßigkeiten sowie Technik-Vorführungen von VR-Brillen, Fahrzeugen, Drohnen, Mikrochips und Mikroskopen; und noch so Vieles mehr. An über 40 Ständen im Forum der Uni Süd, in mehr als einem Dutzend Show-Räumen und Event-Locations sowie in den großen Hörsälen drängten sich aber auch die Erwachsenen und ließen sich von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erklären, woran sie forschen und warum das wichtig ist. Großes Interesse an der Arbeit der Forschenden zeigten außerdem zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die sich vor Ort auch gleich über das Studienangebot und berufliche Ausbildungsmöglichkeiten erkundigen konnten. Berufsbegleitende Ausbildungsangebote und generationenübergreifende Weiterbildung präsentierten die School of Advanced Professional Studies sowie das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung. Und das Studierendenwerk Ulm war ebenfalls mit einem Stand vertreten.

Auf große Nachfrage stießen außerdem die Angebote aus der Medizin und dem Trainingshospital TTU. Dabei gab es Einblicke in die Notfallmedizin und Diagnostik sowie Wissenswertes aus der Humangenetik oder der Kinder- und Jugendmedizin. Mit einem medizinischen Detektivspiel konnten Kinder beispielsweise lernen, Krankheiten aufzuspüren oder mit Papierbögen räumliche DNA-Modelle basteln. An Dummies wurde geübt, Menschen wiederzubeleben und Wunden zu nähen. Sehenswürdigkeiten aus dem Reich der Pflanzen präsentierte außerdem der Botanische Garten in seinem Freigelände und den Gewächshäusern. Die Wissenschaftliche Werkstatt bot Führungen an und zeigte die handwerkliche Fertigung von Unikaten für die Forschung – ob an der CNC-Fräse oder in der Glasbläserei.

Themenschwerpunkt M4Night - Von Mustern, Modellen, Märkten und Menschen 
Einen besonderen Akzent setzte in diesem Jahr die Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften mit ihrem Themenschwerpunkt M4Night und einer Vielzahl an Vorträgen und Präsentationen. Dabei ging es um Mathematische Modellierung und Künstliche Intelligenz, um Versicherungen und Finanzdienstleistungen sowie um Anreizstrukturen und Managementstrategien. Auf großes Interesse stießen zudem eine speziell entwickelte App, die junge Menschen für eine kritische Social Media-Nutzung sensibilisieren soll sowie verhaltensökonomische Experimente, bei denen nach bestimmten Regeln Süßigkeiten verteilt wurden.

Höhepunkt war am Abend das Show-Programm MatheMind mit den Mathe-Influencern und Spiegel-Bestseller-Autoren Johannes Mensing und Josef Naber. Mensing präsentierte überraschende Phänomene aus der Natur und erklärte die Mathematik, die dahintersteckt. Von der ästhetischen und biologischen Bedeutung der Fibonacci-Folge – der beispielsweise der Bauplan von Schneckenhäusern folgt – bis hin zur über 2300 Jahre alten mathematischen Bestimmung des Erdumfangs anhand des Schattenwinkels von Holzstöcken durch Eratosthenes von Kyrene. Wie groß die Begeisterung im Publikum für die Mathematik war, verriet nicht nur die Vielzahl eifrig gestreckter Kinderfinger, sondern auch die sichtliche Freude vieler Erwachsener an den lehrreichen Zahlenspielen, einschließlich der anwesenden Mathe-Professoren und -Professorinnen.  

Die Wissenschaft spielt eine elementare Rolle bei der Wahrheitsfindung
Mit einer politisch-philosophischen Facette bereicherte Professor Julian Nida-Rümelin die Veranstaltung. Anlässlich des Ehrentages des Grundgesetzes am 8. Mai sprach der Philosoph im voll besetzten Hörsaal 11 zum Verhältnis zwischen „Demokratie, Wahrheit und Wissenschaft“. Nida-Rümelin, der öffentlich bekannt wurde als Kulturstaatsminister im Kabinett Schröder, legte dar, warum Wahrheitsansprüche für die Demokratie nicht nur legitim, sondern auch essentiell seien. Was die Rolle der Wissenschaft angeht, spiele diese zwar für die Wahrheitsfindung eine elementare Rolle, doch ergebe sich daraus keinerlei Vorrangstellung im politischen Entscheidungsprozess. „Die Politik ist und bleibt Sache der Politiker, gleichwohl diese natürlich gut beraten sind, auf die Wissenschaft zu hören“, sagte der politische Denker. Was die Wissenschaft leistet und wie sie arbeitet, davon konnten sich die Besucherinnen und Besucher beim Langen Abend der Wissenschaft mit eigenen Augen und Ohren überzeugen. Organisiert wurde die Veranstaltung der Universität Ulm von der Abteilung Marketing.

Weitere Informationen: 
Vera Löw, Abteilung Marketing der Universität Ulm, E-Mail: vera.loew(at)uni-ulm.de

Informationen im Netz gibt es hier!
Das Programm als PDF

Text und Medienkontakt: Andrea Weber-Tuckermann

 

 

Besucher im Forum
Rund 2000 Menschen waren beim Langen Abend der Wissenschaft an der Universität Ulm (Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm)
In der Glasbläserei der Wissenschaftlichen Werkstatt
Blick in die Glasbläserei der Wissenschaftlichen Werkstatt (Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm)
Mathe-Influencer Johannes Mensing in der MatheMind-Show
Der Mathe-Influencer Johannes Mensing in der MatheMind-Show (Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm)
Vortrag Prof Nida-Rümelin
Der Philosoph Prof. Julian Nida-Rümelin sprach zum Ehrentag des Grundgesetzes über Demokratie, Wahrheit und Wissenschaft (Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm)
Experimente im Foyer der Gewächshäuser
Mitmach-Experimente im Botanischen Garten begeistern für die Welt der Pflanzen (Foto: Heiko Grandel / Uni Ulm)